Leipzig

Die Leipziger Buchmesse 2026

Kurz vor Beginn der diesjährigen Buchmesse häufte sich die Kritik. Zum einem an Kulturstaatsminister Weimer, dessen Umgang mit drei von der Jury für den Buchhandlungspreis ausgewählten und von ihm letztendlich ausgeschlossenen Buchhandlungen, wegen nicht näher benannten Verdächtigungen seitens des Verfassungsschutzes, zum anderen wegen des neuartigen Einlasskonzeptes der Messegesellschaft in den sozialen Medien, die wie ein Neuaufguss der letztjährigen Katastrophe klang, in deren Folge Menschen teilweise bis zu zwei (oder noch mehr) Stunden standen, um in die heiligen Messehallen zu gelangen.

Die Kritik an den Kulturstaatsminister ist noch lange nicht ausgestanden, bündelte sich aber über die Messetage hinaus in eine große gegenseitige Solidarität innerhalb der Buchbranche.

Viele, vor allem kleinere Verlage setzten Zeichen, größere (Hanser) luden die drei ausgeschlossenen Buchhandlungen zu ihren Messe-Feiern ein und eine Demo gab es am Vortag des ersten Messetages vor dem Gewandhaus zu Leipzig, in dem die Buchmesse traditionell eröffnet und diesmal der Kulturstaatsminister auch innerhalb einiges an Kritik und Seitenhieben einstecken musste. Auf weitere Veranstaltungen hatte er sich dann nicht getraut und alle Termine abgesagt, so dass die Buchmesse relativ friedlich starten konnte.

Friedlich und ohne Verspätung ging es am Vortag mit der Bahn für mich nach Leipzig. Schnell das Gepäck abgestellt, Kaffee getrunken und Richtung Innenstadt, wo einige Freunde ebenfalls bereits eintrafen, in ihre Unterkunft einchecken konnten, um dann ebenfalls die Messe traditionell zu eröffnen, was für uns einfach heißt, Indisch essen zu gehen, Messe-Pläne auszutauschen und vielleicht schon einmal vorab auszumachen, wo man sich eventuell auf dem Messegelände und bei welchen Veranstaltungen begegnen würde.

Nicht zu sagen, dass es diesmal sehr viele Lesungen und Gespräche gab, die parallel zueinander abliefen, für die man sich am liebsten zerteilt hätte. Übrigens gilt das auch für die reinen Blogger-Veranstaltungen, die reichlich spät per E-Mail eintrudelten. Das hat schon einmal besser geklappt.

Der erste Tag begann für mich sehr früh im Pressezentrum, mit einem Wiedersehen vieler Gesichter. Nicht zum ersten Mal konnte man dort, wer wollte, eine Verschiebung betrachten. Als ich angefangen habe, zu bloggen, waren noch mehrheitlich Journalisten dort, die sich den mehr als schlechten Kaffee geholt haben und miteinander diskutierten, heute füllen die Lücke des beinahe überall eingestampften Kulturjournalismus‘ Blogger, Booktuber, Booktooker und Bookstagram, was Vor- und Nachteile hat und zu freudigen Wiedersehen mancher führte. Ja, es ist jedes Mal wie ein großes Klassentreffen.

Man kennt sich untereinander.

Mein erster Weg führte am Donnerstag in Halle 5, dort sind immer die meisten der unabhängigen Verlage zu finden, einige begrüßt und schon stand die erste Lesung an. Für mich natürlich eine Sachbuch-Diskussion „Das Semitische als Grundlage der europäischen Demokratie„, so sperrig wie vielschichtig, um direkt danach in die Programm-Vorstellung von Rowohlt zu gelangen, in der zwei Autor:innen aus ihren neuesten Werken lasen. Iryna Fingerova aus „Zugwind“ und Till Raether aus „Meeresdunkel„, einem Mallorca-Thriller.

Danach ging es zum Schweizer Gemeinschaftsstand, wo Sasha Filipenko aus seinem Roman „Der Elefant“ gelesen hat, den er anschließend signierte. Von der parallel verlaufenden Blogger-Veranstaltung von Diogenes habe ich daher nur noch das Ende mitbekommen. Dort hat Shelly Kupferberg über ihren neuen Roman gesprochen. Bevor es dann noch mit Freunden aus dem Literaturforum buechertreff.de in der Stadt gemeinsam klönen ging, noch eine letzte Lesung von Gaea Schoeters aus ihren Romanen „Trophäe“ und „Das Geschenk„. Beide Romane sollte ich mir vielleicht einmal bei Gelegenheit anschauen. Ganz toll.

Am Freitag ging es erneut auf das Messegelände, wo die frisch ausgezeichnete Preisträgerin des Preises der Leipziger Buchmesse, der Kategorie Belletristik, Katerina Poladjan ihren Roman „Goldstrand“ vor Bloggenden vorstellen durfte. Das Buch habe ich mir kurz vorher gekauft.

Katerina Poladjan, der Bloggende (Quelle: Privatarchiv)

Am Tag zuvor war das wohl kurzzeitig nicht mehr möglich, nachdem die Auszeichnung verkündet wurden war. Da hat man offenbar schnell für Nachschub gesorgt. Einige andere Verlage hatten nicht so viel Glück. Oder obwohl, doch. Gerade kleinere haben sich über den riesigen Andrang gefreut, der in diesem Jahr in den Hallen herrschte. Das Einlasssystem mit mehr Eingängen, breiteren Gängen zwischen den Ständen und einem konsequent schon von Beginn an geführten Einbahnwegesystem hat diesmal sehr gut funktioniert. 105.000 Besucher waren es zur Halbzeit (Donnerstag und Freitag) bereits, 9.000 mehr als im Jahr zuvor.

Das hat man zwar gemerkt, ich habe es jedoch nicht als störend oder in den Gängen behindernd wahrgenommen. Natürlich umgehe ich gewisse Stände, wie z. B. den von Sebastian Fitzek, der dieses Jahr einen eigenen hatte und an den man am Tag darauf nicht mal mehr ansatzweise herankam. Aber zum Mitteldeutschen Verlag bin ich wieder gern gegangen, der dieses Jahr sein 80-jähriges Bestehen feiert. Zuvor hatte ich Zeit für eine Lesung gehabt, mit dem Titel „Der Westen sind jetzt wir„, über die Verschiebung der Weltpolitik, insbesondere Amerikas Umgang mit Europa und umgekehrt.

Nicht nur Sebastian Fitzek konnte man auf der Messe begegnen, sondern z. B. auch Arno Strobel (im Bild), Quelle: Privatarchiv

Nebst interessanten Gesprächen beim Meet & Greet des wunderbaren Karl Rauch Verlags und beim Ultraviolett-Verlag, hat sich bei Wagenbach der Autor Dario Ferrari vorgestellt und seinen Roman „Die Pause ist vorbei“ gleich mit.

Der Messe-Samstag begann mit einer Blog-Idee und einem dazu notwendigen Bücherkauf (Welcher Bücherkauf ist nicht notwendig?) Irgendwie muss man ja auch mitspielen, wenn um die Fülle des leeren Koffers gewettet wird. Aber nein, mindestens drei Ideen für Blog-Beiträge, unabhängig von irgendwelchen Rezensionen nehme ich von der Buchmesse Leipzig mit. Eine Lesung zu „Daybreak in Gaza“ scheiterte fast an der Technik, doch der Autor konnte dann doch noch zur Messe zugeschaltet werden.

Vorher gab es ein Wiedersehen mit C. H. Beck, die erneut in der Kategorie Sachbuch gewinnen konnten (Marie-Janine Calcic Balkan-Odyssee 1933-1941„). Danach hat Svenja Falk das ihre „Die letzten Tage der Diktatur“ (erschienen bei Klett-Cotta“ vorgestellt. Eine Gedicht-Lesung „Kultur und Krieg – Ukrainische Erfahrungen“ hat mich dagegen nicht ganz so überzeugt, eher schon Rasa Bugavicute-Pece, die aus ihrem Kinderroman „Der Junge, der im Dunkeln sah“ (erschienen bei Mirabilis) gelesen hat, wo ich nicht nur mit der Verlegerin, sondern auch, wie schon bei Filipenko, mit der jeweiligen Übersetzerin ins Gespräch gekommen bin.

Gerade solche Gespräche sind es, die sich am Rande von Messen ergeben, die diese für mich zu so etwas Besonderen machen. Die letzte Veranstaltung des Abends behandelte das Thema Neurodiversität in Romanen, bevor es dann unter einsetzenden strömenden Regen Richtung Innenstadt ging. Was tut man nicht alles für eine warme Mahlzeit.

Anschließend haben Freunde und ich die in der Nähe liegende Bar gestürmt und den Abend ausklingen lassen, nachdem es für einige den Tag darauf schon nach Hause zurückgehen sollte. Und ich mein Handy liegen lassen, dies aber erst in der letzten fahrenden Bahn des Abends sitzend gemerkt habe. Gedanklich schon den darauf folgenden Tag deswegen streichend, bekam ich das Handy aber am nächsten Tag Gott sei Dank wieder.

Dadurch wahr es mir dann doch möglich, den letzten Messetag mitzunehmen. Ist ja ohne irgendwie auch schade, und so habe ich mich dann auch Sonntag auf dem Messegelände eingefunden. Begonnen hat der Tag mit der Lesung zu „Schergenstaat Russland„, danach einem Blind-Date mit vier kleineren Verlagen in einer Sammelveranstaltung. Das dazugehörige Format hätte ich jetzt nicht gebraucht, die Verlage waren aber interessant. Nach einem letzten Messe-Rundgang war dann aber auch bei mir die Luft raus. Es ist einfach viel zu wenig Schlaf in der Nacht zuvor gewesen.

Aber von den Verlagen kam überall positives Feedback zu Messe-Verkäufen und Aktivitäten, sowie Interesse an den Ständen. Das hört man doch gerne. 313.000 Besucher (die 300.000er Marke hat man letztes Jahr nur knapp verpasst) kamen insgesamt. Das waren 17.000 Menschen mehr als im Vorjahr.

Mitgenommen, von der Messe, habe ich 31 Bücher. Ihr kennt den Ausdruck, das sprengt den Rahmen, obwohl in meinen Koffer noch ein paar mehr hineingepasst hätten. Meine Karte hat dazu aber leider nein gesagt. Und die Bahn genau so nein, zu einer bequemen Rückfahrt. Drei Waggons haben dem ausgebuchten Zug gefehlt. Enges beieinander stehen war angesagt. Nicht gerade angenehm, wenn man den obligatorischen Messe-Schnupfen mit sich herumträgt, zudem nicht der Einzige ist, der sich überladen hat.

So weit, so schön, mittlerweile bin ich wieder zu Hause und habe mich etwas sortieren können. Alles weitere nach und nach hier auf dem Blog.

Mehr Eindrücke gibt es auf Instagram: @findosbuecher

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Ich muss leider die zum Teil schlechte Fotoqualität entschuldigen. Meine Kamera hat zwischendurch ausgesetzt, so dass die meisten Fotos nur Handyqualität haben.

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Ich bin auf der Leipziger Buchmesse 2026

Mittlerweile darf man ja schon die Stunden zählen, bis es wieder so weit ist und sich die heiligen Bücherhallen der Stadt Leipzig öffnen und wieder ein buntes und vielfältiges Programm für uns Lesebegeisterte bietet. Vom 19. bis zum 22. März findet in der Messestadt wieder die Buchmesse statt und zudem in ganz Leipzig zahlreiche Lesungen und Themenabende, unter dem Motto „Leipzig liest“. Ein Gastland gibt es heuer nicht. Diesmal steht ein ganzer Kulturraum im Fokus. „Donau – Unter Strom zwischen den Welten“, heißt es an vier Messetagen, wozu es zahlreiche Veranstaltungen geben wird.

Das obligatorische Messetreppenfoto, hier ein Beispiel vom letzten Jahr. (Quelle: Privatarchiv)

Fast 300.000 Besucher waren im letzten Jahr zu Besuch und haben nicht nur in der Stadt und auf dem Messegelände selbst zwischen Büchern geschwelgt und versucht, von dem einen oder anderen literarischen Stargast ein Autogramm zu ergattern (Hallo Fitzek-Schlange!), auch die zahlreichen Cosplyer werden sich wieder die Ehre geben und nicht nur der Manga-Cominc-Con einen bunten Anstrich verpassen.

Ich bin wieder dabei und werde bei den üblichen Verdächtigen alle vier Tage zu finden sein. Wer also einen kleinen bebrillten, leicht überladen wirkenden Herren mit Cappi begegnet, grüßt mich ruhig. Ich beiße nicht und bin zwischen den vielen Ständen der unabhängigen Verlagen des Schönen Büchernetzwerkes zu finden, den Verlagen der Kurt-Wolff-Stiftung, die auch in diesem Jahr ein vielfältiges und buntes Programm bereithalten und hinterher sicherlich nicht nur darüber hier berichten. und mit der einen oder anderen Idee für euch und ganz viel Lesestoff zurückkehren.

Das letzte Jahr war für mich vor allem eines der Begegnungen und ich hoffe, dass sich dies wiederholt. Gönnen wir uns also allen ein paar entspannte und aufregende Tage in Leipzig. Ihr könnt das alles übrigens auf meinem Instagram-Account (soweit das Messe-WLAN mitmacht) verfolgen.

Also, dann. Auf geht’s. Noch die letzten Sachen in den Koffer packen und auf nach Leipzig.

Euer findo.

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Peter Theiner: Carl Goerdeler – Ein deutscher Bürger gegen Hitler

Inhalt:
Carl Goerdeler (1884-1945) ist bekannt als Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Die nun vorliegende Biografie zeichnet den Weg dieses mutigen Bürgers nach, der nach einer erfolgreichen Karriere in der Kommunalpolitik als entschiedener Gegner des Regimes auftrat und im Februar 1945 hingerichtet wurde. (Klappentext)

Rezension:
Nichts sprach dafür, dass der konservative Verwaltungsjurist und Kommunalpolitiker Carl Friedrich Goerdeler zum Widerstandskämpfer berufen war und doch geschah eben dies. Um ihn, den ehemaligen Oberbürgermeister der Messestadt Leipzig, dessen Karriere in den Verwaltungen von Solingen und Königsberg ihren Anlauf nahm, bildete sich ein Netzwerk des Widerstands, welches Menschen unterschiedlicher politischer Richtungen verband, bis er noch vor dem 20. Juli 1944 zur Fahndung ausgeschrieben, später denuziert und hingerichtet wurde.

Der Historiker Peter Theiner hat nun die Lebensgeschichte dieses Mannes aufgearbeitet, der früh die Fehler des NS-Regimes erkannt und Überlegungen zur Gestaltung eines vereinten Europas angestellt hat, welche erst viel später verwirklicht werden sollten.

Was Sophie Scholl oder Georg Elser für München und Claus Schenk Graf von Stauffenberg für Berlin bedeuten, ist für Leipzigs geschichtlicher DNA Carl Friedrich Goerdeler, dessen Leben von Posen nach Solingen und Königsberg in die schon damals posierende Messestadt führen sollte.

Überall dort reformierte er unter den Eindrücken des ersten Weltkrieges und den turbulenten Jahren der Weimarer Republik kommunale Strukturen, was ihn, zunächst parteilos, später Mitglied der DNVP Respekt über die Grenzen aller politischer Lager einbrachte und dazu führte, dass selbst kurz vor seiner Hinrichtung Himmlers Schergen ihn die Ausarbeitung letzter Grundsatzpapiere abrang, um aus seiner Expertise zu schöpfen.

Doch, wie wurde der Theoretiker zu einem der Dreh- und angelpunkte des Widerstands und weshalb scheiterte einer, der stets bemüht war, das Große und Ganze zu sehen? Diesen und damit zusammenhängenden Fragen geht der Autor in der von ihm vorgelegten umfassenden Biografie nach. Ausführliche Rechercheleistung vorangehend, zeigt Peter Theiner den Weg Goerdelers von seiner Kindheit bis hin zu seinem Ende in Plötzensee auf. Kleinteilig und detailliert schildert er Stationen und Wegpunkte, ohne dabei die Sichtweisen derer außer Acht zu lassen, mit denen Goerdeler im Laufe seines Lebens in Kontakt kam.

Anhand seiner zahlreichen Überlegungen, die er in unterschiedlichste Denkschriften hat einfließen lassen, Tagebuchaufzeichnungen und den Protokollen seiner Gegner entsteht nach und nach das Portrait eines vielschichten Mannes, dessen politischen Wandel man an einzelnen Stationen festmachen kann, wie auch der Wertekanon in turbolenten Zeiten, der trotz der Sperrigkeit Goederles selbst doch genügen sollte, um selbst dünne Fäden des Widerstands in Bewegung zu halten.

Der Text ist dabei gespickt von zahlreichen Details, nicht unbedingt leicht zu lesen, doch ist ja nichts spannender als das wahre Leben und das Goerdelers liest sich wie ein Krimi, der unweigerlich auf die Katatstrophe zusteuert. Dass Goerdeler diese Weitsicht durchaus besaß, zeigt der Autor anhand von zahlreichen Beispielen, aber auch, dass dieser bis zuletzt daran glaubte, an Stellschrauben drehen zu können, die ihm da schon längst entglitten waren.

Wie er selber ein klar denkender, rechtlich urteilender, gradlinig wollender Mensch war, der wenig oder nichts an Dunklem, Unerlöstem, Hintergründigem in sich trug, so nahm er auch von seinen Mitmenschen an, dass, so weit nicht Selbstsucht oder böser Wille im Wege stehe, auch bei ihnen es nur der verständigen Aufklärung und der wohlmeinenden sittlichen Belehrung bedürfe, um sie von etwaigen Irrtümern zurückzubringen und auf den rechten Weg zu führen. […] Wie er selbst ein durch und durch undämonischer Mensch war, so wusste er auch nicht um das Dämonische. Und das hatte eine verhängnisvolle Wirkung: in seinem politischen Kalkül fehlten diese wichtigen Posten.

Peter Theiner: Carl Goerdeler – Ein deutscher Bürger gegen Hitler

So wird in der Biografie sehr ausführlich dargestellt, welche Überlegungen von Staatsverständnis bis hin zum europäischen Denken ihn leiteten, wie sie entstanden und wie sich Deutschland in dieses Gebilde einfügen sollte. Zuweilen wirkt dies sehr theoretisch, zumal in der Konfrontation mit Goerdelers Gesprächspartnern von England über Frankreich bis nach Amerika. Niemand, den er warnte, wollte ihn glauben.

Der Autor zeichnet anschließend weiter das Dilemma eines Widerstands auf, der aufgrund mangelnder Ressourcen und unglücklicher Fügungen nicht mehr als ein Achtungszeichen in die Welt senden konnte. Das liegt, so wird hier aufgezeigt, an der zeit selbst, als auch an Ereignissen, die über die Protagonisten hinwegrollten, aber auch an Personen, die sich selbst im Weg standen.

Goerdeler bildet da keine Ausnahme und doch ist er eine der herausstechenden Personen, die zumindest versucht haben, dem Widerstand eine Form zu geben, dessen Strahlkraft bis ins Heute wirkt. Der Anhang zeigt das umfassende Recherchematerial, welches verschriftlich aufgelockert wird, mit wenigen Bildern, immer wieder durchsetzt mit zahlreichen Zitaten und Auszügen aus Texten Goerdelers und seiner Diskutanten ein wichtiges Dokument gegen das Vergessen darstellt.

Neben den zivilen und den, weniger Militärs, zeigt Peter Theiner mit seinem Werk nun einen kleinen, aber wichtigen Teil des politischen Widerstands auf, den es eben auch gab.

Nicht nur deshalb ist diese Biografie zu empfehlen.

Autor:
Peter Theiner wurde 1951 in Haan geboren und ist ein deutscher Historiker und Stiftungsmanager. Nach Schule und Wehrdienst studierte er Geschichte, Romanistik, Philosophie, Soziologie und Erziehungswissenschaften in Düsseldorf und Dijon, mit Station in Paris, wonach eine Stelle als wissenschaftlicher Assistent und seine Promotion folgten.

Danach war er in der Weiterbildung und Personalentwicklung tätig, sowie Leiter des Bereichs Völkerverständigung der Robert Bosch Stiftung. An der Universität Stuttgart war er Lehrbauftragter am Historischen Institut. Theiner verfasste mehrere Schriften, u. a. eine vielbeachtete Biografie über Robert Bosch.

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Leipziger Buchmesse 2025 – Tag 3 & 4

Manchmal sucht man zwischen Instagram-Posts und Messe-App Verlagsstände, die eigentlich da sein müssten, findet sie aber nicht. Gefühlt fünf Mal bin ich die vergangenen Messe-Tage am Stand des Unionverlags vorbeigegangen. Ist halt leicht zu übersehen, wenn die Schriftgröße gefühlt 100 ist :lol: , aber der Verlag inzwischen zu einem anderen Verlag gehört. Gott sei Dank einem meiner großen Lieblingsverlage. C. H. Beck, wo mir von beiden das kommende Programm vorgestellt wurde. Ja, ich freue mich.

Ebenso über Wagenbach, bei denen ich auch vorbeischauen konnte, nachdem ich per Zufall eine Veranstaltung zu Sprache und Übersetzung im audiovisuellen Bereich entdeckt hatte. Da ging es um Untertitel und Synchronisation von Texten. Spannend auch einmal diese Thematik zu erleben. Im Anschluss habe ich beim Europa-Verlag ebenso über künftige Titel mich informieren können und über ein Buch zu einem Programm gegen Rassismus, welches ich wohl als solches, unabhängig von der Rezension, vorstellen werde dürfen.

Volle Messehallen am Wochenende. (Quelle: Privatarchiv)

Beim Mitteldeutschen Verlag endete mein Tag ebenfalls mit einem Treffen wirklich lieber Verlagsmenschen, die taz-Veranstaltung zum Gaza-Krieg dagegen konnte ich gar nicht besuchen. Der Stand dieser Zeitung ist aufgrund guter Programmpunkte immer sehr beliebt, nur leider für das Interesse viel zu klein. Da war einfach kein Herankommen möglich.

Am letzten Messe-Tag machen sich immer die Füße bemerkbar, zudem ist der Kopf bereits voll und so hatte ich mir nur wenige Veranstaltungen notiert, keine „Pflicht-Termine“ mehr. Trotzdem waren da noch einige interessante Verlage zu entdecken, einer zum Beispiel mit den Plan ein technisches Verkaufsportal aufzusetzen, nur für unabhängige kleine Verlage als Gegenentwurf zu Amazon. Vielleicht wird ja was daraus. Ich verfolge das mal.

Eva-Maria Weyer und Verlegerin mit ihrem Roman „Tabakpech“ (Quelle: Privatarchiv)

Auf einer nachfolgenden Lesung „Verschleppt, verbannt, verschwunden“ ging es um Jugendliche, verschleppt in Stalins Lagern und im Anschluss bei einer Lesung von „Tabakpech“ von Eva-Martina Meyer zum ehemals größten Tabakanbaugebiet der Welt. Das lag lange Zeit in Europa. Einer Lesung zu „Emigrant des Lebens – Erich Kästners letzte Jahre“ folgte noch „Wenn Russland gewinnt – Ein Szenario“ von Carlo Masala und damit endete schließlich auch meine Leipziger Buchmesse 2025.

Es war wieder einmal eine tolle Zeit mit vielen Begegnungen und Gesprächen und vor allem auch, mit euch. Bis zum nächsten Mal.

Euer findo

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Die Leipziger Buchmesse 2025 – Tag 2

Der zweite Messetag begann mit einem Kaffee im Pressezentrum und Foto-Bombing. Die große Treppe in der Glashalle muss einmal pro Messe fotografiert werden. So will es das Gesetz. Da kann man schon mal anderen Buchbloggenden in die Quere kommen. Dann ging es zu S. Fischer, wo wir einfach die neuen Blogger-Betreuer kennenlernen wollten und zu einem Foto mit Thomas Mann auch nicht nein sagen konnten.

Die noch stille Treppe (Quelle: Privatarchiv)

Nein, nicht den echten Thomas. Eine Pappfigur und ein Bilderrahmen musste als Foto-Point herhalten. Eine tolle Idee, die jeden Tag für ein anderes Motiv genutzt werden konnte, soweit ich das aus den Augenwinkel sehen konnte. Aber ein Thomas Mann sticht halt vieles.

Dieses Jahr vielleicht nicht Kristine Bilkau, die mit ihrem Roman „Halbinsel“ in der Kategorie Belletristik den Preis der Leipziger Buchmesse gewann. Die erste Veranstaltung war ein Interview mit ihr, dem ich zuhören wollte, in dem aber die Moderatorin mehr gesprochen hat als Frau Bilkau selbst. Fand ich jetzt nicht gerade günstig, aber ich habe Kristine Bilkau am letzten Messetag nochmal in einem anderen Interview sehen dürfen.

Das Buch und die Preisträger der anderen Kategorien habe ich mir übrigens auch nach Hause geholt. Zwei Sachbücher darunter hat man jetzt auch nicht so häufig.

Danach stellte Viktor Remizov seinen Roman „Permafrost“ vor, der drei Familienschicksale in Sibirien verfolgt. Interessant, der Autor ist eigentlich Russe und lebt in Moskau, ist jedoch mit einer Italienerin verheiratet und hat selbst auch einen italienischen Pass, darf deshalb reisen und kann wohl um einiges freier agieren als andere Autoren, somit auch nicht betroffen von den derzeit noch immer aktiven Sanktionen. Finde ich spannend.

Die Moderatorin Julia Finkernagel stellte im Anschluss ihr Sachbuch „Reisefieber“ vor und Fußballer und Weltmeister Christoph Kramer auf einer Bloggerveranstaltung des Verlags seine Coming of Age Geschichte „Das Leben fing im Sommer an„. Er ist super sympathisch, einige Bookstagrammerinnen auf dieser Veranstaltungen waren es nicht. Teeniehafte kindische Fangirlfragen, die einigen von uns nur die Augen verdrehen haben lassen. Aber, alle wie sie wollen.

Auf einer nachfolgenden Lesung hatten die Illustratorin Bea Davis, die ihre Graphic Novel „Super Gau“ über die Katastrophe von Fukushima vorstellen wollte und ihr Moderator mit der Technik zu kämpfen, was aber nicht sonderlich schlimm gewesen ist. Am Stand von Carlsen hat sie viele ihrer Bücher signieren können und in jeder auch etwas hinein gezeichnet. So, dass dieses Motiv aussieht, als wäre es gedruckt und normal zum Buch gehört. Nicht nur ich fand das toll.

Vor dem nach der Messe folgenden Treffen im Pinguin gab es am Stand von Karl Rauch, dem Verlag des Kleinen Prinzen, ein Meet&Greet mit verschiedenen Autoren und Freunden des Verlags. Eine Signatur konnte ich mir von Mattia Insolia und Hanne Orstavik holen und ein paar Projekte und Ideen besprechen. Es sind auch solche Sachen, weswegen ich diese Messen liebe.

In Kürze folgt dann der Messebericht Tag 3.

Euer findo

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Die Leipziger Buchmesse 2025 – Tag 1

Über die Einlass-Schwierigkeiten wurde hier schon berichtet, sie führten jedoch dazu, dass die Messe den Zugang für die darauf folgenden Tage geändert hatte. Man kam dann insgesamt wohl schneller rein, aber dieser eine Tag hat auch zu einigen Frust bei manchen Aussteller geführt. Wer ein Ausstellerticket hatte, konnte durch einen speziellen Eingang. Autoren und Autorinnen, die nur eine Einladung vom Verlag hatten, nicht. Zudem ist es auch ein Ding der Unmöglichkeit, dass der Organisator des Gastlandes Probleme hat, seine Mitarbeiter auf das Gelände zu bekommen. Zur Erklärung, die gelten als Medienagentur, damit als Presse und dürfen damit zumindest theoretisch weniger als Aussteller.

War man dann einmal drin, waren es jedoch durchaus interessante und abwechslungsreiche Messetage. Wenn man an die Stände herankam, was bei der offiziellen Eröffnung des Gastland-Standes sich für mich als unmöglich erweisen sollte. Den hatte ich am Tag zuvor gesehen, als es eine Pressekonferenz gab, zu der ich eingeladen war.

Nach den üblichen Reden, in denen u. a. thematisiert wurde, dass es einen geringfügigen Ausstellerrückgang geben würde, der sich schlicht durch Marktkonzentration erklären lässt, aber man insgesamt mehr Fläche verkauft hatte, wurden wir zum Norwegen-Stand geführt, wo man sich die Messe über unter den Motto „Worte bewegen Welten“ präsentierten wollte.

Das hat auch geklappt, hatte man einmal an diesen durchaus sehr ansprechend schön gestalteten Stand einen Platz ergattern können. Am ersten offiziellen Messe-Tag hatte ich da keine Chance und bin stattdessen bis zur ersten Blogger-Veranstaltung die Stände der unabhängigen Verlage abgegangen, auch mit Unterstützung des Sammelheftes des Schönen Büchernetzwerkes. Sogar einen Schokopinguin gab es. Beim Verlag Pinguletta.

Die erste Blogger-Veranstaltung, zu der ich angemeldet war, richtete Rowohlt aus, die ihr kommendes Programm aber vor allem zwei Bücher und ihre Autorinnen vorstellten. Sarah Lorenz mit ihrem Roman „Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken“ und Susanne Kaiser mit „Riot Girl„. Anschließend ging es, praktisch im gleichen Raum direkt weiter mit Diogenes und Christian Schünemanns Werk „Bis die Sonne scheint„. Auch er beantwortete Fragen und hat anschließend sein Buch für alle Anwesenden signiert.

Bevor es zum ersten Pinguin-Treffen (stadtbekannte Eisdiele und Gaststätte) mit guten Freunden gehen sollte, die man eben nur auf den Buchmessen sieht bin ich noch einige Verlagsstände abgewandert. Edition Nautilus ebenso, wie Mirabilis oder WortArtPress, die mich entweder für Bücher vormerken konnten oder mir welche demnächst zuschicken. We would see.

(v. l. n. r.: Barbara Miklaw, Nick Hillmann, Katia Tangian, Wolfgang Allinger)

So endete dann auch der erste Messetag in Leipzig. Die Berichte zu den weiteren Tagen folgen.

Euer findo.

Die Leipziger Buchmesse 2025 – Tag 1 Weiterlesen »

Die Leipziger Buchmesse 2025 – Du kommst hier nicht rein …

Nachvollziehbar war die Entscheidung der Messe-Leitung am Vortag des ersten Messetages, die Anzahl der noch zu vergebenen Tickets zum Wohle aller zu begrenzen und die Bitte an die Besucher, doch, wenn möglich, auf die Wochentage auszuweichen. Vorab wurde ebenso positiv in den sozialen Medien wahrgenommen, dass es diesmal ein Arwareness-Team geben würde, zu welchem man hätte gehen können, sollte man sich während der Messe unsicher oder überfordert fühlen, Grenzüberschreitungen oder Belästigungen erleben. Eines war ja von vornherein klar: Die nächsten Tage würden sich Unzählige durch die Messehallen schieben. 296.000 Besucher sollten es am Ende insgesamt sein.

Nicht nur die erlebten jedoch, vor allem am ersten Messetag zu Beginn eine böse Überraschung. Vor der Glashalle, die in den Jahren zuvor als Eingang zu den restlichen Messehallen fungierte, staute sich alles. da diese selbst erst Punkt 10:00 Uhr ihre Tore öffnete, so dass sich davor auf dem gesamten Gelände riesige Warteschlangen bildeten, die sich teilweise vermischten. Wo die Schlange für Ticketinhaber und Ticketkäufer, zwei unterschiedliche, waren, war wohl nicht immer klar. Zudem standen Besuchende teilweise bis zu zwei Stunden vor der Glashalle an, um hineingelassen zu werden. Unverständlich, zudem es nach Corona ja auch funktioniert hatte, selbst mit Taschenkontrollen in den Jahren zuvor schneller ging.

Auch einige Aussteller und Autorinnen und Autoren waren wohl betroffen, so wie an den Ständen teilweise diskutiert wurde. Von beiden Seiten muss es Menschen gegeben haben, die so nicht rechtzeitig zu ihren Veranstaltungen konnten. Nach einem Aufschrei in den sozialen und klassischen Medien änderte die Messe ihr Einlasskonzept zwar für die folgenden Tage, was wohl auch leidlich gut funktioniert hat, aber zumindest das muss nächstes Jahr anders gedacht werden, zumal es, wie bereits erwähnt, ja in den Jahren zuvor funktioniert hatte. Es kann jedoch nicht sein, dass der Hauptorganisator des Gastlandes deshalb Probleme hat, seine Mitarbeitende auf das Messegelände zu bekommen, geschweige denn dass Veranstaltungen für zehn Uhr angesetzt sind, aber nicht stattfinden können, da das Publikum oder daran beteiligte Personen fehlen, was berechtigterweise an einigen Ständen zu etwas Frustration führte.

Auch über die Kommunikation innerhalb des Security-Teams sollte einmal gesprochen werden. Die Presse durfte am ersten Tag einige Minuten eher durch die Hallen gehen, stieß jedoch an den darauf folgenden an ihre Grenzen, da die veränderten Regelungen nicht gerade großflächig, das heißt, direkt im Pressezentrum bekannt gegeben wurden, was zumindest bei mir zu weiteren Unmut geführt hatte, der ich jetzt nicht ständig auf den sozialen Medien unterwegs bin. Ein ausliegendes Informationsblatt auf den Tischen im Pressezentrum oder beim Einlass hätte vollkommen gereicht.

Nichts destotrotz war es eine sonst sehr gelungene Messe mit vielen interessanten Veranstaltungen, Begegnungen und Gesprächen. Über diese vielen positiven Eindrücke werde ich in den nächsten Tagen ausführlich schreiben. Alles Negative sei damit abgehakt.

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Die Leipziger Buchmesse 2025 – Eine Vorschau

Nur noch wenige Tage und es ist wieder so weit: Der wichtigste Frühjahrstreff der Buch- und Medienbranche öffnet seine Pforten auf der Leipziger Messe. Vom 27. bis zum 30. März findet die Leipziger Buchmesse statt, die zusammen mit der Manga-Comic Con und den Veranstaltungen im Rahmen des Programms „Leipzig liest“ im letzten Jahr über 280.000 Besucher begeistern konnte. Damals präsentierte sich eine ganze Gastland-Region, die Niederlande und Flandern, unter dem Motto „Alles außer flach“. In diesem Jahr dürfen wir literarisch in den hohen Norden reisen. „Worte bewegen Welten“ ist der Leitspruch des Gastlandes 2025, Norwegen.

Auch ich werde wieder Messe-Luft atmen dürfen und freue mich schon darauf, euch hinterher darüber berichten zu können. In den letzten Jahren waren dabei nicht nur die Lesungen, Interviews und Podiums-Diskussionen, denen man lauschen durfte, Highlights, sondern immer wieder auch Zufallsbegegnungen, Gespräche zwischen den Ständen. Ob nun mit Lesenden des Blogs, anderen Bloggenden oder an den Verlagsständen und auf Veranstaltungen. Prinzipiell jagd ohnehin auf der Messe ein Highlight das nächste.

Zahlreiche Veranstaltungen habe ich mir notiert, wie etwa bereits am Donnerstag die Eröffnung des Gastlandstandes Norwegen mit Kronprinzessin Mette-Marit oder „Reisefieber“ mit Julia Finkernagel am Stand von MDR Kultur. Wenn ihr auch die Messe besuchen wollt, hier findet ihr das Programm und die App, in der sich Lesungen, Signierstunden und anderes finden lässt, sortiert nach Ort und Datum. Wie ihr zur Messe gelangt, erfahrt ihr hier und den Messeplan könnt ihr hier finden.

Neben den üblichen Verdächtigen, wie Sebastian Fitzek, dessen Signierstunden wie in jedem Jahr auch diesmal sicherlich den Rahmen sprengen werden, empfehle ich euch einen Gang zu den Ständen des Netzwerks „Schöne Bücher„, der unabhängigen Verlage. Dort bekommt ihr nicht nur Lektüre abseits des Mainstreams sondern auch ein Goodie, wenn ihr euch an einer Sticker-Sammelaktion beteiligt. Wie das aussieht, könnt ihr hier nachlesen. Aber auch wer nicht sammelt, dem seien ein Blick auf diese und andere Verlagsstände natürlich empfohlen, von denen wir alle wohl unsere ganz eigenen Favoriten haben. Ob diese nun unter den klassischen Romanen, Mangas, Comics oder Graphic Novels oder Hörbüchern zu finden sind, die dieses Jahr nochmals besonders auf der Messe präsentiert werden oder gar zwischen den Regalen der Antiquariatsmesse und im Bereich Druck-Kunst.

Quelle: Privataufnahme (so viele Menschen)

Manch einer muss jedoch vielleicht den finanziellen Ruin mit einkalkulieren. Im Gegensatz zur Frankfurter Buchmesse, die ohnehin nur an zwei Tagen für die normalen Besucher geöffnet ist, dürft ihr schon ab Donnerstag auf die Leipziger Buchmesse und überall dort auch Bücher kaufen, nicht nur in der Messe-Buchhandlung selbst.

Treffen wir uns also zwischen den Gängen, an den Verlagsständen und stöbern uns gemeinsam durch die Verlagsprogramme. Ich wünsche uns allen viel Spaß in den kommenden Tagen. Und allen, die zu Hause bleiben, viel Spaß dann beim Stöbern in den Blogs, Literaturforum, auf Youtube und den zahlreichen Social Media Kanälen, auf denen hoffentlich ein wenig Messe-Feeling zu euch auf’s heimische Sofa transportiert werden wird. Und sicher das eine oder andere Buch euch auf die Wunschliste wandern lässt.

Euer findo.

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Das Lesejahr 2024 – Mein Rückblick

Die ersten Tage des neuen Jahres fühlen sich oft so an, als stecke die Welt noch im Pausenmodus. Beginnend mit den Weihnachtstagen des vergangenen Jahres, ein kurzes Aufbäumen zu Silvester, hier wurde bis vier Uhr morgens geböllert, und dann wieder Ruhe, bis der Alltag die Menschen zwingt, Alltagsdinge zu tun. In dieser Zeit schauen wir zurück. Was war los in diesem Jahr? Was möchten wir mit ins neue nehmen, was lieber zurücklassen? Für mich heißt das, auch einen Blick auf das vergangene Lesejahr zu werfen.

Mit diesem zumindest, darf ich zufrieden sein, wenn auch private, nicht ganz so schöne Begleitumstände dazu geführt haben, dass ich mehr Lesezeit hatte, als z. B. im Jahr 2023. Damals habe ich „nur“ 86 Bücher beenden können. In diesem Jahr darf ich glatt 112 Werke auf dem Zähler verbuchen, wobei ein Großteil dieser Steigerung auf das Konto von Graphic Novels, Mangas und Comics geht, die sich mal eben so weglesen lassen. 27 Werke zähle ich in diese Rubrik mit hinein. Noch vor einigen Jahren habe ich die Werke aus meiner Statistik herausgerechnet, doch bei dieser Zahl kann ich sie einfach nicht mehr ignorieren.

39 Sachbücher habe ich lesen können, sowie 24 Romane und Erzählungen. 9 Bücher zähle ich zu Kriminal-, Thriller- und Horrorliteratur und ein Zeichenkurs-Buch, welches ich sozusagen als Verweis auf ein anderes Hobby von mir nehme. In meinen Regalen sind noch eine ganze Menge mehr Zeichen-Bücher eingezogen, aber da ich die nicht von vorne bis hinten durchlese, sondern immer mal wieder vornehme, um bestimmte Sachen nachzulesen oder Motivvorlagen herauszusuchen, eben wenn ich zeichne, zähle ich die nicht in meine Lesestatistik mit hinein. Kinder- und Jugendbücher schlagen bei mir mit 9 Stück zu Buche.

40 Bücher stammten von Autorinnen. 53 Bücher vom Gelesen-Stapel wurden von Männern geschrieben. Der Rest waren Gemeinschaftsprojekte mehrerer Personen.

73 Bücher wurden mir von Verlagen für eine Rezension zur Verfügung gestellt. Dafür einen ganz großen Dank an alle Verlage, literarische Agenturen und nicht zuletzt zahlreichen Autorinnen und Autoren, die mich bei meiner Arbeit unterstützen.

64 Bücher waren Hardcover, der Rest Taschenbücher. In diesem Jahr war kein einziges E-Book darunter. Ja, ich bin immer noch ein Printleser, auch wenn ich mich beim Blick auf meine Regale frage, wie lange das noch gut gehen soll. Auch habe ich 2024 kein einziges Buch in einer anderen Sprache gelesen als Deutsch. Vielleicht schaffe ich es ja im nächsten Jahr einmal, wenigstens für mein Gewissen ein paar Mal Englisch zu lesen?

Ein einziges Werk musste ich abbrechen, was wohl aber eher an mir selbst liegt. Manchmal kann man es halt trotz des Versuchs, halbwegs journalistisch neutral an ein Buch heranzugehen, nicht ignorieren, dass man absolut nicht zur Zielgruppe gehört.

2024 habe ich die Buchmessen Leipzig und Frankfurt, sowie sehr spontan die kleinere Berlin Buch besuchen können. Vielleicht schaffe ich es im nächsten Jahr auch noch Lesungen und andere kleinere örtliche Literaturfeste mitzunehmen. Darüber würde ich mich sehr freuen, ebenso wenn der Dienstplan aus dem Haupt-Arbeitsleben Zeit und Energie für die Besuche von Lesungen hergeben würde.

Auf den Buchmessen selbst habe ich wieder zahlreiche Menschen treffen können, die mir inzwischen ans Herz gewachsen sind, egal ob sie für Verlage, Agenturen arbeiten oder selbst schreiben und nicht zuletzt auch einige Leserinnen und Leser, sowie Bücherforen-Menschen, die mich vor Jahren überhaupt erst ermutigt haben, über die Bücher, die ich lese, zu schreiben. Ihr seid toll.

Alle einzelnen Ereignisse und Erlebnisse entsprechend zu würdigen, würde den Rahmen sprengen. Gerne denke ich an die Bloggertreffen des Schönen-Bücher-Netzwerks in Frankfurt zurück, sowie auf den beiden großen Messen an verschiedenen Ständen großer und kleiner Verlage, an spontan sich ergebende Gespräche oder an Begegnungen mit Autorinnen und Autoren wie, stellvertretend für alle anderen, Isabel Bogdan („Wohnverwandtschaften„, bei Kiepenheuer & Witsch) oder Uwe Wittstock. Mein Interview mit ihm zu seinem Werk „Marseille 1940“ gehört definitiv zu einem der Highlights in meinem Bücherjahr. Es ist einfach toll, wenn alle Beteiligten, sowohl Verlag als auch Autor (und ich) einfach am Gelingen interessiert sind und daraus dann etwas entsteht.

Beeindruckt hat mich auch der Diogenes Verlag, der trotz Messestress meine sehr kurzfristige Bitte nicht vergessen hatte, ein Buch von Sasha Filipenko für mich signieren zu lassen, da ich es nicht zur Signierstunde schaffen konnte. Ich freue mich schon auf die Lektüre, sowie auf zahlreiche andere Bücher aus dem Karl Rauch Verlag, von mirabilis, dem Mitteldeutschen Verlag, Dorling Kindersley, dtv, Rowohlt, S. Fischer, C. H. Beck, um nur einige zu nennen. Und ja, auch alle anderen, die ich im Verlauf der Zeit so entdecke oder die mir über den Weg laufen werden.

Im Januar und Februar 2024 waren das nur sechs Bücher, während Dezember mit 13 Werken mein stärkster Lesemonat gewesen ist.

Und wie geht es weiter? Ein oder zwei Rezensionen werden folgen, dann wird es hier interaktiv, da ich ein Kochbuch besprechen werde. Dazu müssen erst die Reste von Silvester vertilgt werden, aber dann wird nachgekocht, was bei meinen kulinarischen Fähigkeiten einer Herausforderung gleichkommt. Ihr dürft also gespannt sein. Ebenso möchte ich mich an mehr Social Media-Blogger-Kooperationen beteiligen, als es 2024 der Fall war. Die letzte scheiterte ein wenig an meinem technischen Verständnis und an der Technik überhaupt. Hier braucht es Übung. Zudem nehme ich euch auch 2025, wenn alles klappt, wieder mit auf die Messen und wie gesagt, vielleicht auf die eine oder andere sonstige Literatur-Veranstaltung, die dann hoffentlich das eine oder andere Highlight auf den Bücherstapeln hervorbringen.

Highlights gab es dieses Jahr auch, ganz viele sogar. Eloy Moreno mit „Unsichtbar“ oder Lize Spit „Der ehrliche Finder“ mag ich hier besonders hervorheben, aber auch Martina Berscheid, die mit „Fremder Champagner“ mich überzeugen konnte. Geschafft hat mich dagegen Simone Trojahn mit „Kellerspiele„. Manchmal funktioniert so etwas, andere Male eben nicht.

Aber das ist eben auch das Spannende am Lesen. Diese Abwechslung, das Hin- und Hergeworfen werden, Neu- und Wiederentdeckungen, von denen ich hoffe, auch 2025 wieder eine ganze Menge haben zu werden. In diesem Sinne, auf ein weiteres, spannendes und abwechslungsreiches Lesejahr, viele Eindrücke und Begegnungen.

Euer findo.

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Leipziger Buchmesse 2024: Ein Fazit

Den Beitrag zur Messe-Vorbereitung findet ihr hier, die Berichte zu den Messetagen findet ihr hier und hier.

Nach blanken Zahlen können die für die Messe Verantwortlichen zufrieden sein. 9.000 Besucher mehr als im vergangenen Jahr besuchten, trotz schlechten Wetters und vor allem zwischenzeitlichen Streik der Leipziger Verkehrsbetriebe Veranstaltungen auf dem Messegelände, sowie im Rahmen der Aktionen um #Leipzigliest stattfindenden Lesungen und Diskussionen, überall in der Innenstadt, womit die Marke von 283.000 Besucher erreicht wurde. Insgesamt 3.400 Mitwirkende präsentierten sich auf 2.800 Veranstaltungen, 2.085 Aussteller aus 40 Ländern waren zugegen. Prominente Gäste gaben sich die Klinke in die Hand, die Aktion der Leipziger Messe in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels #DemokratieWählenJetzt war in aller Munde, auch brachte die MangaComicCon wieder ihre bunten Farbtupfer und viel Kreativität mit ein. Preisverleihungen wie die des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung und die Gastland-Region Niederlande & Flandern („Alles außer flach“) taten ihr übriges.

Doch, wie war die Messe nun eigentlich für mich? Nun, vor allem waren es vier Tage voller Begegnungen und Diskussionen, die spannende Einblicke und ein gehöriges Maß an Inspiration für künftige Beiträge lieferten, vor allem in Bezug auf kleine und unabhängige Verlage und ihre Projekte. Es hat mich gefreut, mit vielen von euch sprechen zu können, wenn auch mancher Moment sehr kurz bleiben musste, gerade an den Ständen, auch das eine oder andere Feedback habe ich gerne mitgenommen. Zurückgekommen bin ich mit einem Koffer voller Bücher, die die nächsten Monate auf den Blog bestimmen werden, sowie Verlagsvorschauen und sicher der einen oder anderen Entdeckung, die hoffentlich zu einem Lesehighlight avancieren wird.

Ich freue mich bereits auf die nächste Buchmesse. Ob dies schon Frankfurt oder erst wieder in Leipzig sein wird, wer weiß?

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