Wer viel liest, kommt irgendwann vielleicht an den Punkt, sich selbst einmal am Schreiben zu versuchen. Irgendwo muss die Phantasie ja hin. Bei mir ging das mit den Werken von Joanne K. Rowling los, als diese erschienen und ich die Wartezeit zum nächsten Band, zum nächsten Film überbrücken musste. So habe ich geschrieben, wie ganz viele andere auch (Irgendwo schwirren die Fanfictions noch herum, bin ich mir sicher.) und dann lange pausiert. Bis ich das Lesen wieder entdeckt habe, was dann irgendwann zum Schreiben über Bücher ausgewachsen ist. Und heute schreibe ich wieder, auch an etwas eigenem. Die Idee dazu schwirrte ebenfalls schon länger in meinem Kopf herum. Nun ist der Rohtext fertig und wartet darauf, überarbeitet zu werden. Dafür werde ich mir die Zeit nehmen, die es braucht und bis dahin weiter schreiben. Kleinere Texte. Fingerübungen.
Ein paar davon werde ich hier, von Zeit zu Zeit, vorstellen:
„Namenlose Punkte“ ist mein erster Schreibversuch, in der ich mir Menschen in der Hektik eines frühen Morgens vorstelle, auf den Plänen von Stadtplanern oder denen, die Kreuzungen, U-Bahnstationen oder andere neuralgische Punkte, zu bloßen Punkten verkommen, die dann irgendwann in schöne Balkendiagramme einfließen. Auf bloße Wahrscheinlichkeiten reduziert, ohne deren Geschichten dahinter zu kennen. Ist das die Anonymität des Ballungsraumes, die sich manch einer wünscht, viele auch fürchten? Oder schon gar nicht mehr anonym, wenn man aus diesen Statistiken irgendetwas zieht?
Eine Kindheitserinnerung, sehr nah dran am Erlebten, aber wiederum auch nicht. In jedem Fall so, dass sie verfremdet und aufgeschrieben gehört. Frank McCourt schrieb in „Die Asche meiner Mutter“, eine glückliche Kindheit lohne sich ja kaum. Die hatte ich wohl, was aber nicht auf die gesamte Schulzeit zutrifft. Doch habe ich hier die Erinnerung geschärft, etwas hinzugedichtet, verfremdet. Einfach nur zur Übung. Wie viel Düsternis kann man eigentlich in einen Text hineinbringen?
Wenn sich die Dachgeschosswohnung aufheizt und der Asphalt zu glühen beginnt, ist wohl Sommer. Was aber, wenn die Hitze nicht mehr nur mit der warmen Jahreszeit selbst zurechtfertigen ist, sondern Pegelstände von Flüssen und Seen sinken, das Trinkwasser knapp wird, wie das jetzt schon in einigen Gegenden Europas, gar nicht so weit von uns entfernt, der Fall ist? Es stellt sich doch da die Frage, wann es einem selbst trifft. Ich habe diesen Text unter Schweißtropfen geschrieben. Merkt man auch.
Kennt ihr das auch? Ihr geht hinein in Räume, die ihr lange nicht mehr betreten habt? Dachböden oder Keller, um euch dann durch Kisten zu wühlen, die man irgendwann man dorthin geräumt hat. Vielleicht um etwas Bestimmtes zu suchen? Aber was, wenn ihr das gefunden habt? Warum holt man überhaupt ein Stück Vergangenheit hervor, die gut vergraben liegt, die schmerzlich sein und wehtun könnte? Wie beginnt solch eine Suche überhaupt, habe ich mich gefragt und darauf losgeschrieben. Folgt einem älteren Brüderpaar beim Betreten ihres Dachbodens und lest selbst.
Das sind Arbeitsproben, Übungen von mir. Irgendwo muss man anfangen und ich finde sie nicht schlecht. Natürlich haben sie Fehler, Macken vielleicht, aber die eine oder andere Geschichte lässt sich daraus bestimmt schreiben, was ich auch versuchen werde. Oder es entstehen neue Texte, weitere. Wer weiß das schon? Wenn ihr mögt, werde ich euch hier daran weiter teilhaben lassen. Nur eine Bitte, die Texte sind auf meinem Mist gewachsen und gehören mir. Behandelt sie auch so. Der übliche Disclaimer, bitte nicht kopieren, vervielfältigen, weiterverwenden. Wenn ihr damit was machen wollt, fragt gerne.
Euer findo aka Nick.
