Reihe

Stephan Orth: Couchsurfing 2 – Couchsurfing in Russland

Inhalt:

Das erste Russland-Buch ohne Bären und Balalaikas! Was ist Propaganda, was ist echt? Über keinen Teil der Erde ist die Informationslage verwirrender als über Russland. da hilft nur: hinfahren und sich sein eigenes Bild machen. Zehn Wochen lang sucht Bestsellerautor Stephan Orth zwischen Moskau und Wladiwostok nach kleinen und großen Wahrheiten. Und entdeckt auf seiner Reise von Couch zu Couch ein Land, in dem sich hinter einer schroffen Fassade unendliche Herzlichkeit verbirgt. (Klappentext)

Rezension:

So riesig das Land, so stark seine Gegensätze. Stephan Orth macht sich auf, um fernab der Politik die russische Seele zu suchen, und den Vielvölkerstaat zu erkunden. Beginnend am „Arschloch der Welt“ quartiert er sich in Tschetschenien ein, erlebt den schwierigen Alltag der Menschen auf der Krim, bei Studenten in St. Petersburg und blickt nach Japan in Wladiwostok. Wie auch schon in seinem erfolgreichen Reisetagebuch über das „Couchsurfing im Iran“ macht sich der Spiegel-Online Reporter auf, um Vorurteile vor allem für sich selbst zu widerlegen. Entstanden ist dabei ein eindrucksvolles Portrait von den Menschen des Landes.

Russische Politik und Propaganda a la RT sind das eine, die russische Bevölkerung ist das andere. Vor allem tief gespalten in ihrer Meinung zur Staatsführung. Je nach wirtschaftlicher Lage mal fern, mal näher zum Kreml. Ein Land zwischen Energie-Krise am Weltmarkt und Sanktionen aufgrund der Krim-Krise, versucht sich selbst zu finden. Stephan Orth beschreibt diesen Prozess aus nächster Nähe, reist mal hier und mal dort hin, revidiert viele seiner Vorurteile, sieht die Probleme des Landes, aber auch Menschen, die ins Gelingen verliebt sind. Mal mit, mal ohne Wodka. Aber immer mit dem Willen zum Leben. Denn, Moskau ist oft genug sehr fern. Korruption und Erfindungsreichtum dagegen nah.

Ein amüsanter Reisebericht der ganz anderen Art. Unterteilt in kurzweilige Kapitel, beschreibt der Autor seine Art zu Reisen, ihre Unwägbarkeiten und erstaunlichen Wendungen, vor allem aber die Geschichte der Menschen, die er trifft. So, dass man fast selbst geneigt ist, es ihm nachzutun. Stephan Orth erzählt, wie es ist, seine Vorurteile und bedenken über Bord zu werfen, manchmal alle Pläne kurzerhand umzuschmeißen und zu ändern und findet sie, die russische Seele, schon auf den ersten Stationen der Reise.

Und dringt immer tiefer in sie ein. Fernab der Politik zeichnet Orth auch hier wieder ein überaus positives Bild der Menschen und ihrer Trennlinie zu den Machthabern im Kreml. Die negativen Punkte a la Beeinflussung der Bevölkerung in allen Lebenslagen werden nicht ausgespart, Putin-Gegnern und Befürwortern auf den Zahn gefühlt. Privat entdeckt der Autor ein ganz anderes Russland als das, welches immer über die westlichen Nachrichtenbildschirme flimmert. Alleine dafür ist „Couchsurfing in Russland“ schon lesenswert. Und vielleicht findet ja auch der Leser die vielgerühmte russische Seele.

Autor:

Stephan Orth wurde 1979 geboren und arbeitete als Redakteur im Reiseressort bei Spiegel Online. Als Couchsurfer unterwegs, hatte er Besucher aus aller Welt und traf Gastgeber in mehr als dreißig Ländern. Orth ist Autor mehrerer Bücher und Reisereportagen, die mehrfach mit dem Columbus-Preis ausgezeichnet wurden. Für sein letztes Werk wurde er mit dem ITB-Buchaward ausgezeichnet. Er lebt und arbeitet in Hamburg.

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Florian Schwiecker/Michael Tsokos: Eberhardt & Jarmer 1 – Die 7. Zeugin

Inhalt:

Ein Verbrechen. Sieben Zeugen. Und kein Motiv.

Berlin-Charlottenburg, ein Sonntagmorgen wie jeder andere auch: Nikolas Nölting verlässt das haus, winkt seiner Tochter Lily noch einmal zu und schwingt sich aufs Fahrrad. Wenige Minuten später betritt er eine Bäckerei – und schießt plötzlich um sich. Ein Mensch ist tot, zwei weitere verletzt. Motiv? Fehlanzeige.

Die Tat scheint völlig sinnlos, und vor Gericht schweigt Nölting hartnäckig. Sein Anwalt, der aufstrebende Strafverteidiger Rocco Eberhardt, steht vor einem Rätsel – bis Rechtsmediziner Dr. Justus Jarmer eine überraschende entdeckung macht, die dem Fall eine völlig neue Wendung gibt. (Klappentext)

Bücher der Reihe:

Rezension:

Sobald sich der Rechtsmediziner Michael Tsokos mit anderen Schreibwütigen die Bälle zuspielt, darf man heutzutage einen rasant verlaufenden und mitunter sehr blutig-detailreichen Thriller erwarten, doch nun liegt in Kooperation mit dem Strafverteidiger und Autoren Florian Schwiecker ein eher ruhig verlaufender, dennoch spannender Krimi vor.

Die Ausgangslage ist schnell klar, tatsächlich passiert nach dem eigentlichen Moment, der schon im Klappentext ausreichend erläutert wird, zunächst nicht viel, stattdessen begeben sich die beiden Schriftsteller mit ihrer Leserschaft vor Gericht, um einen der aufsehenerregensten Prozesse Berlins zu verfolgen. Der Täter klar ersichtlich, der Tathergang sowie so, die Verurteilung sicher. Nur das Motiv fehlt, da der Hauptprotagonist beharrlich schweigt.

Dies ist Dreh- und Angelpunkt eines John Grishams würdigen Plots, der ruhig daherkommt und unterschwellige Spannung nach und nach aufbaut, die sich nur punktuell entlädt. Der Weg ist das Ziel. Darum geht es.

Schön, dass es in der Krimilandschaft Deutschlands auch einmal verhältnismäßig ohne Aufsehen funktioniert, eine Geschichte zu erzählen, in der weder die Hauptprotagonisten, noch nebenfiguren selbst eine größere Rolle spielen, sondern hier eindeutig für die Nachfolgebände vorbereitet werden.

Das Duett aus Rechtsmediziner und Anwalt muss sich erst noch finden, so bleibt im Auftaktband ersterer noch verhältnismäßig blass, gibt nur Impulse und wirkt im Gegensatz zum anderen Protagonisten noch unscheinbar.

Das funktioniert, da die geschichte trägt und sowohl rechtsmedizinische Szenarien als auch der Gerichtsprozess annähernd real dargestellt werden. Der große Showdown kommt vor Gericht viel selterner vor als es US-Serien zuweilen suggerieren.

Grundsteine für weitere Bände werden hier gelegt, in dieser bisher gelungensten Autoren-Kombi, an der Tsokos beteiligt ist, mit Luft nach Oben, die sicher noch ausgefüllt werden wird. Kurzweilige Kapitel ermöglichen ein schnelles Vorankommen, tun dem Spannungsbogen keinen Abbruch und machen neugierig auf mehr.

Ob die Art des Gerichtskrimis vorhersehbar ist oder nicht, gegen Ende wird das Motiv klar, darum geht es hier, meines Erachtens nicht. Wer liest, weiß in diesem Fall mehr als die Hauptprotagonisten selbst. Vielleicht sind wir es einfach nicht mehr gewohnt, Krimis mit diesem Aufbau zu lesen?

Autoren:

Michael Tsokos wurde 1967 in Kiel geboren und ist ein deutscher Rechtsmediziner und Professor an der Charite Berlin. Seit 2007 leitet er dort das Institut für Rechtsmedizin und das Landesinstitut für gerichtliche und soziale Medizin in Berlin-Moabit. Zudem ist er als Autor von Sachbüchern und Thrillern, oft in Kombination mit anderen Autoren tätig.Seit 2014 engagiert er sich als Botschafter des Deutschen Kindervereins.

Florian Schwiecker wurde 1972 in Kiel geboren und ist vom Beruf Strafverteidiger. 2017 erschien sein erster Thriller. Für eine Zeitung schreibt er regelmäßig eine Thriller-Kolumne. Der Autor lebt in Berlin.

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Alma M. Karlin: Weltreise 2 – Im Banne der Südsee

Im Banne der Südsee Book Cover
Im Banne der Südsee Reihe: Weltreise – 2 Rezensionsexemplar/Reisebericht AvivA Verlag Hardcover Seiten: 346 ISBN: 978-3-932338-78-6

Inhalt:

Am 24.11.1919 bricht Alma M. Karlin zu ihrer Weltreise auf, die sie durch fünf Kontinente führen und schließlich acht Jahre dauern wird. Durch ihre Reisetagebücher, die sie nach ihrer Heimkehr nach Cilli (slowenisch Celje) verfasst, wird sie zu einer der berühmtesten Reiseschriftsteller*innen.

Im zweiten Band ihrer Weltreisetrilogie begleiten wir Alma M. Karlin von China über die Philippinen, Australien und Neuseeland bis nach Papua-Neuguinea. Von ihrer Schreibmaschine „Erika“ abgesehen, reist sie alleine und verdient sich ihren Lebensunterhalt komplett selbst – und auch sonst hat Alma M. Karlins Weltumrundung wenig mit anderen touristischen Reisen ihrer Zeit gemein. (Klappentext)

Bücher der Reihe:

Alma M. Karlin: Autobiografie – Ein Mensch wird

Alma M. Karlin: Weltreise 1 – Einsame Weltreise

Alma M. Karlin: Weltreise 2 – Im Banne der Südsee

Alma M. Karlin: Weltreise 3 – Erlebte Welt

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Rezension:

Das Ende der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts kaum verdaut, entstanden in Europa neue Staaten, verschoben sich weltweit Grenzen, wandelten sich politische Ordnungen. Viele schauten wehmütig zurück, einige wenige nach vorn. Zur letzteren Kategorie gehört die Reiseschriftstellerin Alma M. Karlin.

Unabhängig und allein, versorgt mit Aufträgen zahlreicher zeitungen machte sich die Autorin im Jahr 1919 auf den beschwerlichen Weg einer Reise, die sie rund um den Globus führen sollte. Später geriet sie in Vergessenheit. Nach und nach wird ihr Werk nun neu aufgelegt und wieder entdeckt.

Hier liegt nun der eigentliche zweite Band, wenn man ihre Autobiografie als gesonderten ansieht, vor, der uns Lesende in die Gefilde der Südsee führt. Abenteuerlich ist der Weg dorthin auch heute noch, noch beschwerlicher damals, als Schiffspassagen das Mittel der Wahl waren, die sich die Journalistin Karlin nicht immer unbedingt leisten konnte.

Einmal angelangt, beobachtet sie mit scharfen Blick das Geschehen und bringt zu Papier die spannende Geschichte eines beeindruckenden Weges. In diesem Band von Asien bis nach Australien und Neuseeland, schließlich die Südsee. Sie beschreibt, was sie sieht, lässt nichts aus und versucht Kontakte zu knüpfen, zu geistlichen Missionaren, zu kolonialen Statthaltern, zur einheimischen Bevölkerung.

Entstanden ist so ein Zeitdokument von der anderen Seite des Erdballs, einer Frau, die nach ihrer Reise nie wieder wirklich irgendwo heimisch werden sollte.

Was zeigen uns die Reiseberichte vergangener Tage? Heute sind die Grenzen und Einschränkungen andere, wie auch die Abenteuer und Regeln, die mit einem solchen Trip einher gehen. Doch, der Text ist gut lesbar, nachzuvollziehen.

Mutig, der Verlag, der auch den Blick der Autorin zulässt, die gemäß ihrer Zeit zwar auf andere Völker und Rassen herabschaute, aber versuchte zu begreifen und zu verstehen. Die Differnez natürlich, offenbart sich erst viel später, als sie sich mit den Auswirkungen des Faschismus‘ konfrontiert sah. Bis zu dieser Zeit sollten jedoch ein paar Jahre vergehen.

Die Strapazen einer solchen Reise offenbaren sich indes in jeder Zeile. Die stetig brennende Sonne, ungewohntes Essen und sonderbare Bräuche, Leben, Tropenkrankheiten wie Malaria, die zusätzlich ihren Tribut fordern sollten. Minutiös schrieb Karlin, beinahe besessen von den so förmlich spürbaren Strapazen, jedoch auch Momenten des Glücks.

Die Journalistin war keine endeckerin, keine Forscherin, die etwa auf neue Tier- und Pflanzenarten stieß, doch erlebte sie etwas, was für viele ihrer Zeitgenossen zur damaligen Zeit oft unerreichbar war.

Eine Weltriese, wer macht die schon? Zumal als Frau, alleinstehend, selbstversorgend. Superlative der damaligen Zeit, gepackt in kurzweiligen Texten, die lose gelesen werden können, jedoch zusammenhängend einen spannenden Bericht abgeben.

Emanzipatorisch sind die heute nach und nach wiederentdeckten Reisetagebücher wichtig, wenn auch an Kritik nicht gespart werden darf. Diese ist jedoch aus unserer Sicht zu verstehen, die wir wissen, welche Folgen Alltagsrassismus haben kann. Ein wichtiges, spannendes und gut lesbares Zeitdokument bleibt „Im Banne der Südsee“ dennoch.

Ein wenig Robinson Crusoe, gemischt mit Abenteuertum und Durchhaltevermögen. Was will man denn mehr?

Autorin:

Alma Maximiliane Karlin wurde 1889 in Cilli, Österreich-Ungarn, heute Slowenien, geboren und war eine Journalistin, sowie zwischen den Weltkriegen eine der meistgelesenen deutschsprachigen Reiseschriftstellerinnen. Bekannt wurde sie durch ihre mehrjährige Weltreise und ihre darüber veröffentlichen Bücher.

Ihren Lebensunterhalt verdiente sich die Autorin mit ihren Beiträgen für verschiedene Zeitungen, sowie Übersetzungsarbeiten, da Karlin neben ihrer eigenen, noch elf weitere Sprachen beherrschte. 1941 wurden ihre Bücher von den Nationalsozialisten verboten, da sie sich bereits sehr früh gegen den faschismus aussprach. Karlin starb 1950. Erst nach und nach werden irhe Werke wieder entdeckt.

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Bo Svernström: Carl Edson 2 – Spiele

Spiele Book Cover
Spiele Carl Edson – 2 Rezensionsexemplar/Thriller Rowohlt Taschenbuch Seiten: 608
ISBN: 978-3-499-27630-9
Übersetzerin: Ulla Ackermann

Inhalt:

Robert Lindström hütet ein Geheimnis: In einem Wutanfall tötete er seinen besten Freund. Aber war es wirklich so? Als Elfjähriger des Mordes beschuldigt, wurde er aufgrund seines Alters nie verurteilt. Als Erwachsener lebt er zurückgezogen. Bis ihn Lexa kontaktiert. Sie ist Journalistin und schreibt ein Buch über den Fall.

Ihre Theorie: Robert ist unschuldig. Zur gleichen Zeit wird die Leiche eines jungen Mädchens gefunden. Im gleichen Stockholmer Vorort, in dem Robert aufwuchs. Und in dem er mit Lexa den Ereignissen von damals nachgeht. Zufall? Hauptkommissar Carl Edson von der Reichsmordkommission leitet die Ermittlungen, und seltsame Zwischenfälle führen ihn immer näher an die Wahrheit über Robert. (Klappentext)

Bücher der Reihe

Bo Svernström: Carl Edson 1 – Opfer

Bo Svernström: Carl Edson 2 – Spiele

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Rezension:

Skandinavische Krimis versinken entweder in ihrem melancholisch anmutenden Mehltau oder funktionieren. Grautöne gibt es dazwischen nur selten. Dem Schweden Bo Svernströms ist mit seinem Nachfolge-Band um Kriminalhauptkommissar Carl Edson jedoch ein solches Werk gelungen. Vielschichtig und zunächst in Teilen etwas zu komplex ist die Geschichte gezeichnet, die den Fokus auf den zweiten Hauptprotagonisten anfangs legt, dessen eigene Vergangenheit zum Dreh- und Angelpunkt wird.

Nur, Robert Lindström kann sich schlechterdings an diese fast nicht erinnern, doch eine aufgefundene Kinderleiche wird für ihm und die Journalistin Lexa zum Anlass, diese noch einmal nachzuspüren. Nicht wissend, welche Geister der Vergangenheit sie wachrufen.

Vielschichtig sind die Protagonisten der ermittelnden Seite gezeichnet, die sich hier aufgliedert in die üblichen Kommissare, die jedoch auch unterschiedliche Parts in den Rollenverhältnissen besetzen, sowie Robert und Lexa, die irgendwo zwischen diesen und der anderen, zunächst nicht näher definierten Seite stehen.

Verkompliziert wird dies durch per Kapitel abgegrenzte Zeitsprünge und Erzählperspektivwechsel, in die man sich Lesende/r erst einmal hineinfinden muss. Das ist gewöhnungsbedürftig, lässt diverse Längen entstehen und funktioniert erst mit zunehmender Seitenzahl.

Der Band lässt sich als Einzelband lesen. Lücken bemerkt man nicht, so sie vorhanden sind, wenn man den Vorgänger „Opfer“ nicht kennt. Positiv hervorzuheben ist , dass Bo Svernström ohne phantastisch anmutende Wendungen auskommt und trotzdem den Fall so auflösen lässt, wie man es kaum auf der Rechnung hat.

Selbst geübte Krimileser dürften damit über die Runden kommen, einmal nicht mit Schema F konfrontiert zu werden. Die gesellschaftlichen Verhältnisse werden ebenso glaubwürdig dargestellt, wie die Motive der Protagonisten, wenn auch der Autor bewusst Lücken lässt. Das Kopfkino darf mitspielen. Blutig wird das ganze nur im Auge des Betrachters, fast nicht in den Textzeilen selbst.

Der Fokus liegt hier auf der Psyche und in den gesellschaftlichen Verhältnissen, einmal jedoch nicht skandinavische Ermittler als seelische Fracks serviert zu bekommen, ist eine Wohltat. Trotz der Längen, die dennoch vorhanden sind, ein gut zu lesender Krimi, mit Tendenz zum Positiven. Man darf also gespannt sein, ob und wie sich diese Reihe in der Feder des Autoren noch entwickelt.

Autor:

Bo Svernström, Jahrgang 1964, promovierte in schwedischer Literatur und arbeitete jahrelang als Journalist für Aftonbladet, eine der größten schwedischen Zeitungen. «Opfer» ist sein Debütroman, der in elf Ländern bisher erscheint. Der Autor lebt mit seiner Familie in Stockholm.

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Das Bloggen mit Büchern: Das Problem, Buchreihen zu rezensieren.

Je mehr Reihen ich lese, um so schwerer tue ich mich damit, die Einzelbände nach und nach vorzustellen und zu rezensieren. Irgendwann kommt man an den Punkt, bereits in den ersten Bänden Geschehenes zu erwähnen, um den Bericht über die Lektüre zu unterfüttern, nimmt damit das Lesen der vorangegangenen Bände vorweg, spoilert, um eine vernünftige Rezension ohne Geschwafel des Folgebandes zustande zu bringen.

Natürlich würde ich gerne als Schreibender davon ausgehen, dass jemand die Rezension zu einem Folgeband nur liest, wenn er oder sie die vorangegangenen Bücher schon gelesen hat und somit um das bereits Geschehene weiß, doch weiß ich, wie neugierig ich bin. Anderen wird es da wohl kaum anders gehen. Gekennzeichnete Spoiler werden angeklickt, und wenn einem die Reihe mit den bereits gelesenen Bänden gefällt, kann man ja gleich weiter lesen.

Schon ist man bei der Rezension, nicht nur des nächsten Bandes, um sich zu orientieren, ob man eine Reihe weiterverfolgen möchte, sondern irgendwann auch weiter und kennt dann schon den Inhalt des übernächsten und aller weiteren Bände, ohne den Weg dahin durch die wirklichen Buchseiten verfolgt zu haben.

Ein Grund von vielen, warum ich zuletzt Einzelrezensionen zu Büchern aus Reihen vom Blog genommen habe. Ein anderer ist, dass teilweise Zwischenbände nicht rezensiert wurden. Wenn Band 1 und Band 4 rezensiert wurden, wo sind dann die Berichte zu den Büchern, die dazwischen erschienen sind? Das passiert mir immer dann, wenn ich im Urlaub lese und der Abstand zum Gelesenen beim Schreiben nach der Rückkehr zu groß ist. Funktionieren tut dies, wenn es Krimireihen sind.

Da spielt der Kriminalfall eine Rolle. Verbindende Elemente, wie die Beziehungen der Ermittler, wenn es welche gibt, sind eher zu vernachlässigen. Bei Reihen, wie „Harry Potter“ von Joanne K. Rowling, wird es dagegen schon schwierig, Bände auszulassen. Dort bauen ja wirklich alle Elemente aufeinander auf. Ich behaupte einmal, dass es in diesem Fall nichts bringt, Bände auszulassen. Auch nicht beim Rezensieren selbst.

Wie also Reihen gerecht werden, sie doch noch eine Rolle auf den Blog spielen lassen? Ich lese sie ja auch. Durchgehend rezensieren, wirklich jeden Band? Als Sammelrezension nach Beenden des letzten Bandes? Wie sieht das aus, wenn nach einer Sammelrezension weitere Bände erscheinen? Ergänzt man dann, hängt hinten an? Spielt es keine Rolle, wie bei den angesprochenen Krimis, wenn Bände ausgelassen werden? Oder, man rezensiert nur den ersten Band und alle weiteren lässt man aus?

Hier würde mich wirklich eure Meinung interessieren. Eine Ideallösung ist mir bis dato noch nicht über den Weg gelaufen, auch handhaben das Blogger recht unterschiedlich. Meine Zwischenlösung sieht übrigens so aus.

Reihen, die ich z.B. nicht rezensiert oder vom Blog genommen habe:

Margaret Peterson Haddix: Schattenkinder

John Grisham: Theo Boone

Holly Black/Cassandra Clare: magisterium

Colin Dann: Als die Tiere den Wald verließen

Euer findo.

P.s. Jetzt seid ihr dran.

Der virtuelle Spendenhut

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Andreas Gößling: Kira Hallstein 3 – Rattenflut

Rattenflut Book Cover
Rattenflut Reihe: Kira Hallstein – 3 Rezensionsexemplar/Thriller Droemer Knaur Hardcover Seiten: 528 ISBN: 978-3-426-52502-9

Inhalt:

Offiziell ist Kira hallstein vom LKA Berlin beurlaubt – inoffiziell arbeitet sie für eine geheime Sondereinheit von Europol. Ihre Aufgabe: alles zu unternehmen, um das weltweit agierende Menschenhandels-Kartell „Die Bruderschaft“ endlich zu Fall zu bringen.

Eine Kinderkrebsklinik in Berlin scheint zum Netz der Bruderschaft zu gehören, und Kira ist es gelungen, Kontakt zu einem der Pfleger aufzunehmen. Doch bevor sie etwas Nützliches erfahren kann, wird der junge Mann bei einem fingierten Raubüberfall brutal ermordet… (Klappentext)

Reihenfolge der Bücher:

Andreas Gößling: Kira Hallstein 1 – Wolfswut

Andreas Gößling: Kira Hallstein 2 – Drosselblut

Andreas Gößling: Kira Hallstein 3 – Rattenflut

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Rezension:

Im Jahr 2012 erschütterte ein Missbrauchskandal unvorstellbaren Ausmaßes die britische Öffentlichkeit und nicht zuletzt die angesehene Fernsehanstalt BBC.

Immer mehr ehemalige Opfer meldeten sich mit erschreckenden Vorwürfen zu wort, der zuvor verstorbene ehemalige Moderator und Discjockey Jimmy Savile, habe sie als Kinder und Jugendliche unter Ausnutzung ihrer Hilflosigkeit sexuell und körperlich missbraucht. Scotland Yard sollte von Savile als den „schlimmsten Sexualverbrecher in der Geschichte des Landes“ sprechen.

So viel zu den Hintergründen dieses erschreckenden Thrillers aus der Feder von Andreas Gößling. Der Allrounder unter den deutschen Autoren setzt mit „Rattenflut“ die packende True-Crime-Serie um Kira Hallstein fort und verlangt mit dieser Geschichte seinen Lesern einiges an Nerven ab.

Zart beseitete Krimileser sollten von diesem Band der Trilogie, den man gut unabhängig von den vorherigen Werken lesen kann, die Finger lassen. Ziemlich nahe geht das Geschehen beim Lesen, zumal im Wissen der wahren Hintergründe.

Diese hat der Autor vom pulsierenden Metropolleben Londons in die Abgründe der bundesdeutschen Hauptstadt versetzt und ein Setting zum Gruseln geschaffen. Tatsächlich schreibt die Realität bekanntlich die packendsten Geschichten und so bekleiden wir die verdeckt arbeitende Kira Hallstein, die sich nicht nur ihrer Kollegen erwehren muss, sondern auch der als „Bruderschaft“ benannten Organisation stellen muss.

Gößling ist es gelungen, ein fiktionales Netz organisierter Kriminalität zu konstruieren und ebenso agierende Protagonisten, mit Ecken und Kanten.

Aus wechselnder Perspektive ist „Rattenflut“ eine kurzweilige, immer rasanter verlaufende Geschichte, die abschnittsweise kaum auszuhalten ist. Wie nah sich der Autor an die realen Ereignisse aus Groß-Britannien orientiert hat, kann man da nur erahnen, doch müssen die Recherchen bewegend und abstoßend zugleich gewesen sein.

Nach dem Lesen ist man zu Weilen versucht, die Lektüre zu unterbrechen, um durchatmen zu können, der Spannungsbogen hält hier jedoch bis zum bitteren Ende, welches nur auf der Leinwand so zu realisieren sein dürfte. Das sollte klar sein, dennoch passt das Setting auch am Schluss zu der Geschichte, die so schon unglaublich erzählt ist.

Man kann diesen dritten Band ohne Vorkenntnisse lesen, muss weder vorher sich mit den realen Hintergründen, noch mit den Vorgänger-Bänden befasst haben. Dann fehlen zwar private Details um die ansonsten sehr detailliert eingewobene Hauptprotagonistin Hallstein, das sind jedoch Lücken, die zu verschmerzen sind, da nicht notwendig für die Geschichte an sich.

Großer Pluspunkt dafür, dass Gößling es schaffte, den Schrecken der realen Ereignisse um Savile fiktional so zu verarbeiten, dass man diese ganze Wucht beim Lesen zu spüren bekommt, dabei aber noch genug Raum für die fiktionalen Elemente gelassen hat.

Ein Thriller, basierend auf einer ebenso erschreckenden und abstoßenden Geschichte, der unter die Haut geht und Spuren hinterlässt.

Mehr geht praktisch nicht.

Zu den realen Hintergründen: hier klicken

Autor:

Andreas Gößling wurde 1958 geboren und ist ein deutscher Schriftsteller für Romane und Erzählungen, aber auch Krimis und Jugendbücher. Zunächst studierte er Deutsche Literaturwissenschaft, Publizistik und Politikwissenschaften, bevor er ein Forschungsprojekt zu den Werken von Robert Walser begann.

Er schreibt Sachbücher und Romane, mit historischen Grundlagen, zudem ist er auch literaturwissenschaftlich tätig. Auch unter Pseudonym (Pietro Bandini) veröffentlichte er bereits mehrere Werke. Gößling lebt in Berlin, wo er den Verlag und die Agentur MayaMedia leitet.

Zusammen mit Michael Tsokos arbeitete er an den Thrillern „Zerschunden“, „Zersetzt“ und „Zerbrochen“.

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Katja Brandis: Woodwalkers 3 – Hollys Geheimnis

Hollys Geheimnis Book Cover
Hollys Geheimnis Reihe: Woodwalkers – 3 Kinderbuch Arena Verlag Hardcover Seiten: 285 ISBN: 978-3-401-60198-4

Inhalt:

Was wäre ein Gestaltwandler ohne seine Freunde? Nach seinem letzten Kampf gegen den rachsüchtigen Andrew Milling ist Puma-Junge Carag glücklicher denn je, Brandon und Holly an seiner Seite zu wissen. Doch seit ihr neuer Vormund droht, Holly von der Schule zu nehmen, benimmt sich die Rothörnchen-Wandlerin äußerst seltsam.

Als sich rund um die Clearwater High merkwürdige Diebstähle ereignen, ist Carag sofort in Alarmbereitschaft: Ob am Ende Holly hier ihre Finger im Spiel hat? Oder sind es doch die Wölfe, die einen Keil zwischen ihn und seine Freunde treiben wollen? (Klappentext)

Spoiler

Woodwalkers 1 – Carags Verwandlung

Woodwalkers 2 – Gefährliche Freundschaft

Woodwalkers 3 – Hollys Geheimnis

Woodwalkers 4 – Fremde Wildnis

Woodwalkers 5 – Feindliche Spuren

Woodwalkers 6 – Tag der Rache

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Rezension:

Die Geschehnisse des letzten Abenteuers noch im Nacken, müssen sich Carag und seine Freunde bald mit neuen Unannehmlichkeiten herumschlagen. In der Schule für Gestaltwandler könnte es, bis auf den von den Wölfen provozierten Kionkurrenzkampf, nicht besser laufen, doch alleine für Holly, dem Rothörnchen-Mädchen, wendet sich das Blatt.

Der neue Vormund vom Jugendamt will sie von der Schule nehmen, zunächst sieht es auch so aus, als ob das gelänge. Doch, der Mann von der staatlichen Behörde hat nicht mit den Einsatz der Wandler für ihre Freundin gerechnet.

Auch die Lernexpeditionen gehen in eine neue Runde, und Carag muss sich bei einem neuen Lehrer mehr schlecht als recht mit Tiersprachen herumschlagen. So sind die nächsten Monate vollgepackt, doch überschattet von einer Einbruchserie, die die Region in Atem hält, zudem finden die Schüler einen jungen Wolfswelpen.

Gestaltwandler Miro wurde von seiner Familie nach einer Teilverwandlung verlassen. Als wäre das nicht alles aufregend genug, beginnt auch noch Carags Erzfeind Andrew milling seine Schlinge um Carag enger zu ziehen. Bald muss der junge Puma-Wandler Entscheidungen treffen. Entscheidungen, die die Zukunft der Gestaltwandler beeinflussen werden.

Der dritte Band kann halten, was die zwei Vorgänger versprochen haben und so ist mit Katja Brandis‘ „Woodwalkers – Hollys Geheimnis“ wieder einmal ein gelungenes und spannendes Abenteuer entstanden, welches die Zielgruppe hoffentlich verschlingen wird.

Ein witziger Schreibstil, amüsante Kapitel, die sich mit hochspannenden abwechseln und ein temporeicher Erzählstil kennzeichnen die Geschichte, deren Protagonisten weiter an Farbe und Tiefe gewinnen. Allen voran Carags Freundin Holly.

Wir erfahren hier aber auch mehr über das Wesen und Denken von Gestaltwandlern, die ihre menschliche Form noch nicht entdeckt, bzw. unserer Welt sehr kritisch gegenüber stehen. Das Spannungswelt zwischen dem kritischen Blick der Wandler-Artgenossen auf Carag und seine Freunde, sowie die Konfrontation mit seinen Erzfeinden sorgen dafür, dass eines nicht aufkommt. Langeweile.

Die sinn- und phantasievolle Verknüpfung wichtiger Themen wie Freundschaft und Zusammenhalt, ohne erhobenen Zeigefinger wohlgemerkt, zeichnet sich auch hier wieder ab und so bleibt diese Reihe weiterhin eine wertvolle Ergänzung im Bereich der Bücher für Jungen, für die es in der Alters-Zielgruppe noch viel zu wenige gibt.

Weiterhin bleibt auch, dass man die Geschichte auch darüber hinaus lesen und gut unterhalten werden kann. Auch das bekommen noch zu wenige Romane für Kinder und Jugendliche hin. Katja Brandis beweist, mal wieder, es gibt sie.

Die Vielfalt und Tiefe der Vorgänger zeichnet auch „Woodwalkers – Hollys Geheimnis“ aus, Handlungslinien werden konsequent weitergeführt, neue Charaktere kommen ins Spiel. Und so bleibt in Bezug der Reihe nur eines. Weiterlesen, sobald ein neuer Band erscheint.

Autorin:

Katja Brandis, geb. 1970, studierte Amerikanistik, Anglistik und Germanistik und arbeitete als Journalistin. Sie schreibt seit ihrer Kindheit und hat inzwischen zahlreiche Romane für junge Leser veröffentlicht. Sie lebt mit Mann, Sohn und drei Katzen in der Nähe von München.

katja-brandis.de/biografie

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Katja Brandis: Woodwalkers 1 – Carags Verwandlung

Carags Verwandlung Book Cover
Carags Verwandlung Reihe: Woodwalkers – 1 Kinderbuch Arena Verlag Hardcover Seiten: 268 ISBN: 978-3-401-60196-0

Inhalt:

Auf den ersten Blick sieht Carag aus wie ein normaler Junge. Doch hinter seinen leuchtenden Augen verbirgt sich ein Geheimnis: Carag ist ein Gestaltwandler. Aufgewachsen als Berglöwe in den Wäldern lebt er erst seit Kurzem in der Menschenwelt. Das neue Leben ist für ihn so fremd wie faszinierend.

Doch erst als Carag von der Clearwater High erfährt, einem Internat für Woodwalker wie ihn, verspürt er ein Gefühl von Heimat. In Holly, einem frechen Rothörnchen, und Brandon, einem schüchternen Bison, findet er Freunde. Und die kann Carag gut gebrauchen – denn sein neues Leben steckt voller Gefahren … (Verlagstext)

Reihenfolge der Reihe:

Woodwalkers 1 – Carags Verwandlung

Woodwalkers 2 – Gefährliche Freundschaft

Woodwalkers 3 – Hollys Geheimnis

Woodwalkers 4 – Fremde Wildnis

Woodwalkers 5 – Feindliche Spuren

Woodwalkers 6 – Tag der Rache

[Einklappen]

Rezension:

Gute Bücher für Jungen gibt es inzwischen mehrere, doch sind es noch zu wenig. Um so erfreulicher ist es, dass der Arena-Verlag nun mit „Woodwalkers“ gleich eine Reihe veröffentlicht, zudem einer deutschen Autorin die Chance gibt, diese Nische zu betreten. Und das ist Katja Brandis mit „Woodwalkers“ hervorragend gelungen.

Der Auftakt der Geschichte, der Protagonist hin- und hergerissen zwischen den Welten, muss sich entscheiden und bringt damit ein Stein ins Rollen, der die Leser fesseln und bis zur letzten Seite halten wird. Ein Kinderbuch mit einer gut erzählten, ernsten aber auch wunderschönen Erzählung, lieben doch alle Kinder Tiere. Doch, worum geht es?

Carag ist dreizehn Jahre alt und auf den ersten Blick ein typischer Junge. Wirre braune Haare, klare Augen und sportlich lebt er, seit er bei einer Polizeistation aufgetaucht ist und vorgibt, sich an seine Vergangenheit nicht zu errinnern, bei einer Pflegefamilie.

Die ahnt natürlich nicht, dass mit dem Gedächtnis von „Jay“, wie sie ihn nennen, alles in bester Ordnung ist und sich einen Puma ins Haus geholt haben. Denn auch das ist Carag. Ein Gestaltswandler, zwischen den Welten, der sich für die der Menschen entschieden hat, später aber feststellen muss, dass doch nicht alles Gold ist, was glänzt.

Erst, als er von einem Internat erfährt, in dem auch andere Gestaltwandler leben und unterrichtet werden, wird er heimisch und findet Freude. Ein Rothörnchen namens Holly und Brandon, ein schüchterner Bison. Und die braucht er auch. Denn mit dem ersten Tag auf der neuen Schule hat er nicht nur Freunde, denn von Anfang an hat er gefährliche Gönner und noch gefährlichere Feinde.

Spannung von Beginn bis zur letzten Seite. Dies ist Katja Brandis hervorragend gelungen. Ein Kinderbuch, was mehrere Themen sinn- und phantasievoll verknüpft, dabei weder oberlehrerhaft, noch gewollt witzig rüber kommt und man auch noch als Erwachsener Spaß hat, darin zu lesen.

Um so mehr freut es, dass dies nur der Auftakt ist und die Geschichte um die Woodwalkers weiter erzählt wird. Eine Reihe, die es sich lohnt, verfolgt zu werden. Vom stimmig gestalteten Cover bis hin zu den Illustrationen in den Büchern und einer Geschichte, die begeistert, hat dieses Buch alles. Nur eine Frage muss der Leser sich selbst beantworten. Welches Tier bist du?

Autorin:

Katja Brandis, geb. 1970, studierte Amerikanistik, Anglistik und Germanistik und arbeitete als Journalistin. Sie schreibt seit ihrer Kindheit und hat inzwischen zahlreiche Romane für junge Leser veröffentlicht. Sie lebt mit Mann, Sohn und drei Katzen in der Nähe von München.

katja-brandis.de/biografie

Autoreninterview mit Katja Brandis: hier klicken

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Lone Theils: Hexenjunge

Hexenjunge Book Cover
Hexenjunge Reihe: Nora Sand (3) Rezensionsexemplar/Krimi Rowohlt Taschenbuch Seiten: 302 ISBN: 978-3-499-00002-7

Inhalt:
Auf einem Londoner Friedhof wird die Leiche eines nigerianischen Terrorismusexperten entdeckt, er wurde brutal ermordet. Kurz zuvor hatte der Professor dort ein geheimes Treffen mit Nora Sand, Korrespondentin der dänischen Zeitung Globalt.

Mit seinem Tod fehlt ihre wichtigste Informationsquelle, daher wird Nora auf etwas anderes angesetzt: die spektaktuläre Scheidung eines russischen oligarchen von einem dänischen Reality-Sternchen. Das Paar streitet öffentlich um das Sorgerecht für seinen Sohn. Als er entführt wird, stößt Nora darauf, dass beide Fälle zusammenhängen könnten. Die Suche nach der Wahrheit führt sie in die dunkelsten Winkel der Stadt. (Klappentext)

Rezension:
Schon, wenn man die Buchdeckel aufklappt, kann man bei den meisten skandinavischen Krimis den bleischweren Mehltau der Melancholie förmlich mit den Händen greifen und so habe ich mich, dementsprechend skeptisch, an die Lektüre von „Hexenjunge“ gewagt.

Lone Theils konstruiert hier die Parallele zweier verlaufender Handlungen, die zunächst im ruhigen Fahrwasser der geschichte nichts miteinander zu tun haben scheinen, dann jedoch immer enger miteinander verflochten werden, bis es schließlich zum großen Knall kommt.

In der losen Aneinanderreihung begleiten die Leser die Journalistin Nora Sand im Spagat zwischen der schillendern Londoner Welt eines Londoner Oligarchen und seiner Beziehung zu einem dänischen Reality-Sternchen; hier bin ich so frei, die Formulierung aus dem Klappentext einfach zu übernehmen; und nigerianischen Terrorismus‘, dessen Wirkung noch Kreise ziehen wird.

Behutsdam verwebt die Autorin beide Bestandteile dieses dritten Bandes um die Hauptprotagonistin, den man übrigens auch losgelöst von der Reihe lesen kann, und schafft damit ein spannendes Szenario, dessen Wirkung man praktisch schon mit den ersten Seiten greifen kann.

Die Handlung wird dabei behutsam aufgebaut, vom Groben ins Kleinteilige, immer aus der Sicht der hauptprotagonistin, deren Bild wie das eines Puzzels immer vollständiger wird, je mehr Teile sie miteinander in Verbindung setzen kann.

Dabei gelingt der Autorin das Kunststück, nicht zu sehr abzuschweifen, oder sich etwa in der Nebenhandlung des Privatlebens von Nora Sand zu verzetteln, so dass der Leser ganz konzentriert der Handlung folgen kann. Geschickt zeigt Lone Theils dabei die gesellschaftlichen Verquickungen auf, die beide Fälle mit sich bringen und schafft so zunächst unterschwellige spannung, die nach und nach immer klarer wird, um dann mit voller Gewalt den Leser in ihrem Bann zu ziehen.

Die Hauptprotagonisten bleibt dabei als einzige scharf gezeichnet. Alle anderen Charaktere werden nur in sofern beschrieben, wie es der Geschichte nützt. Nichts überflüssiges wird hier erzählt, dennoch gibt es genug Wendepunkte und Kontraste, um die Leserschaft in die Irre zu führen.

So nebelig wie das Cover bleibt auch zunächst die Auflösung, gleichwohl amn vom Anfang an spürt, dass Nora Sand im gegensatz zu ihrer Umgebung die richtigen Schlüsse ziehen kann, die dann übrigens nach einer Fortsetzung schreien. Die Reihe wird weitergeführt, vielleicht sogar mit Verknüpfungen zu diesem Band, gleichwohl dieser losgelöst gelesen werden kann.

Die Parallelen zur eigentlichen Arbeit der Autorin, die die Protagonisten aufweist, sind nicht von der Hand zu weisen. Tatsächlich ist auch Lone Theils als Journalistin tätig gewesen und teilt ihr Hobby ebenso mit dieser. Im nächsten Band ist daher durchaus der große „Schlag“ zu erwarten.

Autorin:
Lone Theils arbeite jahrelang als London-Korrespondentin für die dänische Zeitung Politiken, sowie für diverse Fernsehsender. In 16 Ländern erschienen bisher ihre Bücher, die u.a. für das Fernsehen adaptiert werden. Zwischen Dänemark und England teilt die Autorin mit ihrer Protagonistin Nora Sand die Leidenschaft für’s Kickboxen.

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Viveca Sten: Mörderisches Ufer

Mörderisches Ufer Book Cover
Mörderisches Ufer Thomas-Andreasson-Reihe (8) Kriminalroman Kiepenheuer & Witsch Taschenbuch Seiten: 454 ISBN: 978-3-462-05190-2

Inhalt:

Jeden Sommer kommen Hunderte Kinder ins Segelcamp nach Lökholmen, der kleinen Insel gegenüber von Sandhamn, und verbringen dort ihre Ferien. Doch nicht alle, die am Camp teilnehmen, können ihre Zeit dort genießen, denn einige Kinder werden gemobbt und leiden unter den Gemeinheiten der anderen. Als eines von inen plötzlich verschwindet, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit… (Klappentext)

Einordnung: Dies ist der achte Band der Thomas-Andreasson-Reihe.

Rezension:

Skandinavische Krimis kennzeichnen sich allzuoft durch Melancholie, die sich wie Mehltau durch die Bücher zieht, schönen Landschaftsbeschreibungen, aber gescheiterten Existenzen, denen man die Ermittlerrolle nur mit großem Wohlwollen abnehmen kann.

Nur hin und wieder sticht ein Fall, eine Geschichte oder gar eine Reihe wohltuend heraus und setzt ein Zeichen gegenüber dem Einerlei dieses sehr eigenen Genres. In diesem Sinne entführt Viveca Sten ihre Leser wieder einmal nach Lökholmen und Sandhamn, jener ländlichen idylle Schwedens, die tief im Inneren ihre Schattenseiten verbirgt. Zumindest, wenn man der feder der Autorin folgt.

Ein Handlungsstrang verfolgt den Weg des kleinen elfjährigen Benjamin, der gegen seinen Willen in ein Segelcamp auf der Schäreninsel verfrachtet wird und dort schnell das Ziel von älteren Jugendlichen wird, die in ihm das ideale Mobbingopfer sehen.

Ein parallel geführter Erzählstrang verfolgt ein, mit diesem Protagonisten lose verbundenen Gerichtsprozess, ein anderer dritter ist der verbindende Klebstoff zwischen den Zeilen.

Dies führt bei manchen Autoren dazu, dass sie sich verlieren und es nicht schaffen, eine vernünftige Lösung zur zusammenführung zu schreiben, doch mit Hilfe eines kontinuierlichen Spannungsaufbaus, der wellenförmig mal die eine Handlung hervorhebt, dann wieder andere Protagonisten fordert, schafft es die Autorin, was nur bei wenig Krimis so überzeugend gelingt.

Dies, in einer vergleichsweise ruhigen und fast unbrutalen schreib- und Erzählweise, die einem dennoch einen kalten Schauer über den Rücken laufen lässt. Nicht umsonst wurde diese Geschichte, wie auch schon mehrere andere der Reihe, bereits für eine Miniserie verfilmt.

Man kann diesen Krimi ohne Kenntnis der Vorgängerbände lesen, sei jedoch gewarnt, wenn man den Trigger Kindesentführung vermeiden möchte. zwar gibt es gewalttätigere Geschichten in diesem Genre, jedoch selten so gut erzählt. Die Perspektivwechsel folgen logisch in kurzweiligen Kapiteln, die jeweils einem Protagonisten folgen, ohne unter den bereits erwähnten Krimi-Mehltau zu ersticken.

Der Handlungsstrang um die Mobber wurde zu Gunsten der Entführung und den entsprechenden Folgen wahrscheinlich vom Lektorat zusammengekürzt, doch liegt es nicht in der Natur der sache, dass man im Alltag einzelne Aspekte verfolgt und andere aus den Augen verliert? In diesem Sinne ist es dennoch ein gut abgerundeter Kriminalroman, der es sich zu lesen lohnt.

Autorin:

Viveca Sten wurde 1959 in Stockhilm, Schweden, geboren und ist eine skandinavische Schriftstellerin und Juristin. Nach der Schule entschied sie sich für ein Jura-Studium und arbeitete als Chefjuristin für die schwedische und dänische Post.

Nachdem sie mehrfach Fachliteratur und entsprechende Aufsätze publiziert hatte, veröffentlichte sie 2008 ihren ersten Kriminalroman, aus dem inzwischen eine mehrbändige Reihe geworden ist. Die Reihe wurde als Miniserie für’s Fernsehen verfilmt. Die Autorin verbringt mit ihrer Familie die Sommer weitestgehend in Sandhamn, Haupthandlungsort ihrer Bücher und lebt mit ihrer Familie bei Stockholm.

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