
Dies ist der fünfte Band der Reihe um Ex-FBI-Agent William LaRouche. Die Bände können unabhängig von einander gelesen werden.
Inhalt:
Ein Verkehrsunfall, der vertuscht wurde. Ein Sohn, der entführt wird. Eine Familiendynastie, deren Einfluss und Geheimnisse bis in die höchsten Kreise reichen. Bangkok, pulsierende Metropole und Schauplatz von Reichtum, Macht und Intrigen. Vanida Sisuwan, einst Krankenschwester mit großen Träumen, wird Opfer eines rücksichtslosen Verbrechens. Jahre später wird Nathapong Vorayut, Sprössling einer mächtigen Familie, entführt. Sein Vater, Mehrheitsaktionär des milliardenschweren Energydrink-Imperiums Blue Dragon, vertraut auf seinen privaten Sicherheitsdienst und engagiert zusätzlich die New Yorker Ermittler William LaRouche und Izzie Pazetti.
William und Izzie geraten in ein Netz aus Korruption, Rache und dunklen Familiengeheimnissen. Als sie die Spuren der tödlichen Fahrerflucht verfolgen, wird klar: Manche Rechnungen bleiben offen – und Nathapongs Leben hängt am seidenen Faden. (Klappentext)
Rezension:
Bereits zum fünften Mal entführen Thomas Einsingbach und Sirirat Wilunpan ihre Leserinnen und Leser nach Bangkok, der pulsierenden, lebendigen Hauptstadt Thailands. In ihren leichtgängigen und zuweilen temporeichen Kriminalroman erzählen sie eine Geschichte von Einfluss und Macht, einer offenen Rechnung und einem Spiel auf Leben und Tod.
Hierzulande eher ein in den Bücherregalen unüblicher Krimischauplatz, entführen uns die beiden Autoren tief hinein in eine Nacht Bangkoks, die das Leben gleich mehrerer Personen beenden oder verändern wird. Sofort sind wir inmitten der Handlung, nicht jedoch Ausgangspunkt der Reise des Ermittlerduos, die wir in einem der kurz darauffolgenden Kapiteln kennenlernen. Dieses wird angeheuert, um an der Polizei vorbei zu ermitteln. Schnell wird klar, es geht um mehr als die Entführung des vom Patriarchen einer asiatischen Familiendynastie einzigen Erbes. So fächert sich der Kriminalfall schnell auf, mehrere Facetten bestimmen fortan die Handlung, zwischen denen nicht nur die beiden Hauptfiguren hin und her geworfen werden.
Beinahe durchgehend kurzweilig ist die Romanhandlung, die sich vornehmlich auf die Ermittlung selbst konzentriert, doch immer wieder Einblicke in Nebenhandlungen erlaubt, die nach und nach das Puzzle entwirren. Mit der Zeit entsteht ein Gesamtbild, doch ab und zu führen ruhige Momente nachdenklich auf die falsche Fährte. Darauf konzentriert sich dieser Krimi, mit seinem sich ergänzenden Ermittlerduo, welche als Figuren scharf gezeichnet, dennoch unterschiedlich ausgestaltet sind. Die Nebenfiguren selbst jedoch bleiben lange Zeit, teilweise gewollt, unscheinbar und konturlos, trotz oder wegen der Kapitel, die gerade lang genug sind, um den Handlungszeitraum lebendig werden zu lassen.
Lesende werden beinahe über die gesamte Handlungsstrecke im Unklaren gelassen, wer die Gegner sind, welche Ziele sie verfolgen. Der Krimi ist zudem nicht immer so temporeich, wie er es bräuchte. Der erzählte Zeitraum indes beläuft sich auf wenige Tage, vielleicht Wochen, in der nicht nur die Stadtlandschaft, sondern auch das gesellschaftliche Gefüge Bangkoks deutlich wird. In diesen Beschreibungen liegt die große Stärke von Einsingbach und Wilunpan, nicht so sehr in der Ausgestaltung der Charaktere, wenn auch Izzie ganz besonders enervierend gelungen ist. Der Perspektivenwechsel zu dem Entführungsopfer beschleunigt jedoch die Handlung, der man folgen kann, ohne die vorangegangenen Bände der Reihe zu kennen.
Dieser Wechsel erzeugt einen wesentlichen Teil der Spannungsmomente, die in einem logischen Schluss und doch halboffenen Ende münden, wenn auch der große Überraschungsmoment fehlt. Vor allem für jene, die sonst um einige Stufen mehr temporeiche Thriller oder Krimis lesen. Neben dem Setting, welches uns so wunderbar detailliert vor Augen geführt wird, ist dies aber vielleicht genau das, was es braucht, um uns aufmerken zu lassen. Der Zeitsprung zu Beginn rahmt indes die Handlung logisch ein.
Nicht nur für Bangkok-Kenner ist dieser Krimi eine wunderbare Abwechslung zu den sonst hierzulande üblichen Krimis, die eher in die anglikanische Hemisphäre führen, auch wer mal wieder näher in ein klassisches Ermittlungskonzept schauen möchte, wenn auch eine der beiden Hauptfiguren nur mit Augenrollen zu ertragen ist. Trotzdem kann man sich das alles gut bildlich vorstellen. In der Art und Weise Schauplätze etwa zu beschreiben, wirken die Sätze wunderbar.
Der Krimi „Blood Money“, der so einige interessante Themen berührt, die jeder für sich eine Geschichte wert wären, kommt ohne überdrehten Showrun aus und folgt einem logischen Spannungsaufbau. Trotzdem hätte ich mir an der einen oder anderen Stelle ein Überraschungsmoment mehr gewünscht. Es lohnt sich natürlich dennoch, die Wege dieses Ermittlerduos weiter zu verfolgen.
Autoren:
Thomas Einsingbach wurde 1957 in Mainz geboren und ist ein deutscher Schriftsteller. Ursprünglich absolvierte er eine Ausbildung zum Physiotherapeuten, die ihn in Stationen nach Frankfurt/Main und Vallejo (Kalifornien führten. Er arbeitete als Berater für die Einrichtung sportmedizinischer Abteilungen im chinesischen Profi-Fußball, zudem veröffentlichte er zusammen mit anderen Autoren medizinische Fachliteratur, die in mehreren Sprachen übersetzt wurde.
Nach 2012 widmete er sich vor allem belletristischen Projekten, seit 2016 der Asien-Krimi-Reihe, die er zusammen mit seiner Frau Sirirat Wilunpan schreibt und diese im Mitteldeutschen Verlag veröffentlicht.
Sirirat Wilunpan wurde 1982 geboren und ist medizinische Manualtherapeutin. Zusammen mit ihrem Mann schreibt sie an der Krimireihe um Ex-FBI-Agent William LaRouche.






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