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Die Frankfurter Buchmesse 2026 – Gute Tage für die Literatur

Der Jahreszeit getreu, zeigte sich das Wetter der vergangenen Tage zumindest in Frankfurt sehr wechselhaft, was in etwa die Stimmung auf der diesjährigen Buchmesse ganz gut wiedergibt. Neue Konzepte und Initiativen begleiteten die größte Veranstaltung der Buchbranche ebenso, wie Zahlen und harte Fakten, mit denen diese schon länger zu kämpfen hat. Sinkende Lesekompetenz und ebenso schwächelnde Verkaufszahlen sind da zu nennen, der Angriff auf die Meinungsfreiheit, Kunst und Kultur von Seiten der Extreme. Auch dagegen stemmte sich die tschechische Autorin Radka Denemarkova in ihrer viel beachteten Eröffnungsrede, die sich vor allem an und gegen den Kulturminister ihres Landes richtete, welches dieses Jahr das Gastland stellen durfte. „Land an der Küste“ war das Motto Tschechiens und meinte damit vor allem die Lebendigkeit, Weitläufigkeit, Grenzen überwindende Möglichkeit und das Schaffen von Verbindungen, wie es eben der Kultur und vor allem der Literatur möglich ist.

Die Buchmesse in Frankfurt. (Quelle: Privatarchiv)

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Die Halle des Gastlandes habe ich mir dann auch gleich als erstes angeschaut. Weiße aufgeblasene Ballons, die eine Art Kristall- oder Bergwelt, wenn man so will, schroffe Landschaft darstellen sollten, dominierten den Raum, dazwischen die Regale mit zahlreichen tschechischen Werken und ihren Übersetzungen. Mal wieder ein richtiges und nachdenklich machendes Konzept. Da Nachbarland, ist hierzulande ein Gutteil an tschechischer Literatur in der deutschen Übersetzung uns zugänglich und so konnte man sich an vielen Verlagsständen, vor allem bei den kleineren und unabhängigen Verlagen, nicht nur nur an den in der Halle liegenden Büchertisch, mit der Literatur des Landes eindecken.

Gleich darauf ging es in Halle 5 zum Fitzek-Stand, wo es verschiedene Fotospots zu absolvieren gab, zudem das kommende Werk „Der Nachtzug“ bereits in einem gläsernen Kasten ausgestellt war und zur Crime World, in der man sich selbst ein paar Detektivaufgaben stellen und Fälle lösen musste. Hat Spaß gemacht, ich war aber froh, das gleich zu Beginn der Messe gemacht zu haben. Schon ein paar Stunden später und das an einem Fachbesuchertag, war die Besucher-Schlange an beiden Ständen einfach zu lang. Den ersten richtigen Termin hatte ich bei Voland & Quist, wo mir das aktuelle Programm vorgestellt wurde, danach eine Lesung von Andrea Wulf, die ihr Buch über den Gelehrten Georg Forster „Der Reisende“ präsentierte. Im Anschluss sprach Jill Lepore über „Die Regierung der Maschinen„. Den Abschluss des Tages bildete das Bloggertreffen bei Wagenbach, bei dem der Übersetzer Martin Hallmannsecker von Carlo Levi „Christus kam nur bis Eboli“ über seine Arbeit sprach und ebenfalls abschließend über Ausschnitte des kommenden Verlagprogrammes gesprochen wurde.

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Den ersten Tag, noch mit wenigen Veranstaltungen gespickt, habe ich benötigt, um reinzukommen, mich zu orientieren, da die diesjährige Messe mit einem neuen Hallenkonzept aufgewartet hat, was Laufwege veränderte. Young-, New Adult und Jugendliteratur haben in diesem Jahr eigene Bereiche und Hallen bekommen, internationale und deutschsprachige Verlage waren ebenenmäßig voneinander getrennt. Vor allem für Verlage fühlte es sich dem Vernehmen nach mehr an wie eine internationale Messe, die ja Frankfurt auch ist, ob das wirklich Besucherströme aber entzerrt, wird sicher noch das nach der Messe sicher werdende Feedback zeigen. Ich glaube, die Besucherströme und Drängelpunkte sind jetzt einfach nur woanders auf dem Messegelände zu finden.

Es war trotzdem voll. (Quelle: Privatarchiv)

Die erste Lesung am darauffolgenden Donnerstag gestaltete der Autor Achim Kinter mit seinem Roman „Charlotte und das viel zu kurze Leben„, dessen Vorgänger-Band ich hier auch schon vorgestellt habe. Dort am Stand der Kurt-Wolff-Stiftung der Unabhängigen Verlage und am Verlagsstand des Mirabilis-Verlags habe ich nicht nur die wunderbare Verlegerin getroffen, sondern auch die Autorinnen Britta Röder und Martina Berscheid, ein Rundgang zu den benachbarten Ständen, etwa Pinguletta, Ultraviolett-Verlag, Edition Wannenbuch oder Stroux (um nur einige zu nennen) durfte ebenfalls nicht fehlen. Gerade der Austausch dort ist es, der für mich inzwischen die Buchmessen ausmacht. Schließlich bekommt man da die besten Lektüre-Empfehlungen, zudem sind alle gespannt darauf, was die jeweils anderen zu berichten haben. Bei Mirabilis gab es in diesem Jahr noch einen Grund mehr. Der Verlag feiert in diesem Jahr seinen 15. Geburtstag, auf dem wir alle am Nachmittag noch angestoßen haben.

Der Blogger, die Verlegerin Barbara Miklaw, die Autorenrige, bestehend aus Martina Berscheid, Achim Kinter und Natascha Sturm (Quelle: Privatarchiv)


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Vorher ging es aber auch zu der Lesung von Peter-Andre Alt, des C. H. Beck Verlags, „Die Kanzler und die Intellektuellen„, bei der sich der Moderator der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sehr gerne selbst reden hörte und den Autoren kaum zu Wort kommen ließ. Trotzdem klingt dieses Sachbuch für mich zunächst einmal interessant, wie auch das kommende Verlagsprogramm, welches mir im Anschluss präsentiert wurde und von dem ich einige Bücher auch hier künftig vorstellen werde. Tanja Kokoska sprach im Anschluss über ihren Roman „Guten Morgen, schönes Wetter heute“ (dtv), Edgar Selge über sein Buch „Juras letzter Winter“ (Rowohlt), bevor ich dann kurz bei dem wunderbaren Karl Rauch Verlag und eben bei Mirabilis nochmals vorbeigeschaut habe.

Neben einigen Personen, die ich dort und auf dem Wege zwischen den Terminen und Veranstaltungen getroffen habe, bin ich auch anderen ganz lieben Menschen wieder begegnet, die im Hintergrund verantwortlich dafür sind, dass ich hier immer solch eine tolle und vielfältige Auswahl an Literatur präsentieren darf, was auch für den Mitteldeutschen Verlag gilt, den ich an meinem letzten Messetag als erstes besucht habe. Auch Cornelia Funke habe ich an dem Tag zum ersten Mal auf einer Lesung gesehen, eine Autorin, die ganz wunderbar erzählen kann, von der ich leider noch nicht dazu gekommen bin, etwas von ihr zu lesen.

Die Schriftstellerin Cornelia Funke im Interview (Quelle: Privatarchiv)

Leider nicht lesen, kann ich auf Ukrainisch, sonst würde ich aus Solidarität etwas aus dem Verlag Osnovy Publishing auswählen, der wohl den traurigsten Stand auf der Messe präsentierte. Ohne Bücher. Mit nichts als ein paar Mann und einigen Lizenzrechten waren sie auf der Messe, nachdem ihre Bücher bei einem Drohnenangriff verbrannt waren und haben trotzdem Präsenz gezeigt.

Bei Rowohlt ging es anschließend nicht nur um das kommende Verlagsprogramm, sondern auch um ein Mehr als ein Imprint „Studio Pick„, welches vor allem mit jungen Autorinnen und Autoren die ebenfalls junge Leser:innenschaft erreichen möchte, auch stellten Mareike Fallwinkel und Clara Lösel Ausschnitte aus ihren neuen Werken vor, während bei Kiepenheuer & Witsch Christoph Kramer aus seinem neuen Roman „Wolkenberührpunkt“ gelesen hat. Alles drei, spannende Bücher, auf die ich mich schon sehr freue. Ein kleines Bloggertreffen beim DK-Verlag bildete für mich den Abschluss der Buchmesse, die wieder viele Eindrücke mit sich brachte, schmerzende Füße und tolle Ideen, was ich künftig hier vorstellen werde können. Ich hoffe, ihr freut euch darauf, genau so wie ich selbst.

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Triff mich auf der BUCHBERLIN 2025!

Am Wochenende des 27. und 28. September 2025 ist es wieder so weit: Über 300 unabhängige Verlage und Selfpublisher treffen in der Arena Berlin auf ihre Leserinnen und Leser. Quer durch die Genres kann da gestöbert werden, egal ob man sich nun für Young oder New Adult interessiert, Science Fiction oder Kinder- und Jugendbücher, aber auch Freunde der Belletristik, des Krimis oder queerer Literatur werden da nicht zu kurz kommen. Neben zahlreichen Ständen, an denen sich mitunter auch mit den Autorinnen und Autoren zahlreicher Werke ausgetauscht werden kann, wartet die BUCHBERLIN 2025 wieder mit Talkrunden und kleinen Leseabschnitten auf, auch interaktive Workshops werden wieder Bestandteil dieses kleinen, aber feinen Bücherfestes sein. Und ich mittendrin.

Wie auch schon auf das Bücherfest am Bebelplatz in Berlin, dem Sommerfest der unabhängigen Verlag am Literarischen Colloqium Berlin, sowie dem ebenfalls dort stattgefundenen Sommerfest, auf dem der Suhrkamp-Verlag seinem 75. Geburtstag gefeiert hatte, nehme ich euch auch diesmal wieder mit. Vor allem auf Instagram könnt ihr meinem Weg entlang der Bücherstände folgen. Einen oder wenn nicht gar beide Tage werde ich auf der BUCHBERLIN 2025 sein und hoffentlich so einige Eindrücke mit euch teilen können.

Weitere Infos und Tickets für die BUCHBERLIN 2025 (für Erwachsene ab 8 Euro, Kinder bis 6 Jahre frei) findet ihr hier.

Die Nachbereitung der Messe und eventuell darauf basierende Rezensionen gibt es dann hier auf dem Blog, wie ihr dies schon von Leipzig und Frankfurt kennt.

Bis dahin, ich hoffe wir sehen uns zwischen Büchertischen und -stapeln, auf der BUCHBERLIN 2025.

Euer findo.

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Die Leipziger Buchmesse 2025 – Du kommst hier nicht rein …

Nachvollziehbar war die Entscheidung der Messe-Leitung am Vortag des ersten Messetages, die Anzahl der noch zu vergebenen Tickets zum Wohle aller zu begrenzen und die Bitte an die Besucher, doch, wenn möglich, auf die Wochentage auszuweichen. Vorab wurde ebenso positiv in den sozialen Medien wahrgenommen, dass es diesmal ein Arwareness-Team geben würde, zu welchem man hätte gehen können, sollte man sich während der Messe unsicher oder überfordert fühlen, Grenzüberschreitungen oder Belästigungen erleben. Eines war ja von vornherein klar: Die nächsten Tage würden sich Unzählige durch die Messehallen schieben. 296.000 Besucher sollten es am Ende insgesamt sein.

Nicht nur die erlebten jedoch, vor allem am ersten Messetag zu Beginn eine böse Überraschung. Vor der Glashalle, die in den Jahren zuvor als Eingang zu den restlichen Messehallen fungierte, staute sich alles. da diese selbst erst Punkt 10:00 Uhr ihre Tore öffnete, so dass sich davor auf dem gesamten Gelände riesige Warteschlangen bildeten, die sich teilweise vermischten. Wo die Schlange für Ticketinhaber und Ticketkäufer, zwei unterschiedliche, waren, war wohl nicht immer klar. Zudem standen Besuchende teilweise bis zu zwei Stunden vor der Glashalle an, um hineingelassen zu werden. Unverständlich, zudem es nach Corona ja auch funktioniert hatte, selbst mit Taschenkontrollen in den Jahren zuvor schneller ging.

Auch einige Aussteller und Autorinnen und Autoren waren wohl betroffen, so wie an den Ständen teilweise diskutiert wurde. Von beiden Seiten muss es Menschen gegeben haben, die so nicht rechtzeitig zu ihren Veranstaltungen konnten. Nach einem Aufschrei in den sozialen und klassischen Medien änderte die Messe ihr Einlasskonzept zwar für die folgenden Tage, was wohl auch leidlich gut funktioniert hat, aber zumindest das muss nächstes Jahr anders gedacht werden, zumal es, wie bereits erwähnt, ja in den Jahren zuvor funktioniert hatte. Es kann jedoch nicht sein, dass der Hauptorganisator des Gastlandes deshalb Probleme hat, seine Mitarbeitende auf das Messegelände zu bekommen, geschweige denn dass Veranstaltungen für zehn Uhr angesetzt sind, aber nicht stattfinden können, da das Publikum oder daran beteiligte Personen fehlen, was berechtigterweise an einigen Ständen zu etwas Frustration führte.

Auch über die Kommunikation innerhalb des Security-Teams sollte einmal gesprochen werden. Die Presse durfte am ersten Tag einige Minuten eher durch die Hallen gehen, stieß jedoch an den darauf folgenden an ihre Grenzen, da die veränderten Regelungen nicht gerade großflächig, das heißt, direkt im Pressezentrum bekannt gegeben wurden, was zumindest bei mir zu weiteren Unmut geführt hatte, der ich jetzt nicht ständig auf den sozialen Medien unterwegs bin. Ein ausliegendes Informationsblatt auf den Tischen im Pressezentrum oder beim Einlass hätte vollkommen gereicht.

Nichts destotrotz war es eine sonst sehr gelungene Messe mit vielen interessanten Veranstaltungen, Begegnungen und Gesprächen. Über diese vielen positiven Eindrücke werde ich in den nächsten Tagen ausführlich schreiben. Alles Negative sei damit abgehakt.

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Die Leipziger Buchmesse 2025 – Eine Vorschau

Nur noch wenige Tage und es ist wieder so weit: Der wichtigste Frühjahrstreff der Buch- und Medienbranche öffnet seine Pforten auf der Leipziger Messe. Vom 27. bis zum 30. März findet die Leipziger Buchmesse statt, die zusammen mit der Manga-Comic Con und den Veranstaltungen im Rahmen des Programms „Leipzig liest“ im letzten Jahr über 280.000 Besucher begeistern konnte. Damals präsentierte sich eine ganze Gastland-Region, die Niederlande und Flandern, unter dem Motto „Alles außer flach“. In diesem Jahr dürfen wir literarisch in den hohen Norden reisen. „Worte bewegen Welten“ ist der Leitspruch des Gastlandes 2025, Norwegen.

Auch ich werde wieder Messe-Luft atmen dürfen und freue mich schon darauf, euch hinterher darüber berichten zu können. In den letzten Jahren waren dabei nicht nur die Lesungen, Interviews und Podiums-Diskussionen, denen man lauschen durfte, Highlights, sondern immer wieder auch Zufallsbegegnungen, Gespräche zwischen den Ständen. Ob nun mit Lesenden des Blogs, anderen Bloggenden oder an den Verlagsständen und auf Veranstaltungen. Prinzipiell jagd ohnehin auf der Messe ein Highlight das nächste.

Zahlreiche Veranstaltungen habe ich mir notiert, wie etwa bereits am Donnerstag die Eröffnung des Gastlandstandes Norwegen mit Kronprinzessin Mette-Marit oder „Reisefieber“ mit Julia Finkernagel am Stand von MDR Kultur. Wenn ihr auch die Messe besuchen wollt, hier findet ihr das Programm und die App, in der sich Lesungen, Signierstunden und anderes finden lässt, sortiert nach Ort und Datum. Wie ihr zur Messe gelangt, erfahrt ihr hier und den Messeplan könnt ihr hier finden.

Neben den üblichen Verdächtigen, wie Sebastian Fitzek, dessen Signierstunden wie in jedem Jahr auch diesmal sicherlich den Rahmen sprengen werden, empfehle ich euch einen Gang zu den Ständen des Netzwerks „Schöne Bücher„, der unabhängigen Verlage. Dort bekommt ihr nicht nur Lektüre abseits des Mainstreams sondern auch ein Goodie, wenn ihr euch an einer Sticker-Sammelaktion beteiligt. Wie das aussieht, könnt ihr hier nachlesen. Aber auch wer nicht sammelt, dem seien ein Blick auf diese und andere Verlagsstände natürlich empfohlen, von denen wir alle wohl unsere ganz eigenen Favoriten haben. Ob diese nun unter den klassischen Romanen, Mangas, Comics oder Graphic Novels oder Hörbüchern zu finden sind, die dieses Jahr nochmals besonders auf der Messe präsentiert werden oder gar zwischen den Regalen der Antiquariatsmesse und im Bereich Druck-Kunst.

Quelle: Privataufnahme (so viele Menschen)

Manch einer muss jedoch vielleicht den finanziellen Ruin mit einkalkulieren. Im Gegensatz zur Frankfurter Buchmesse, die ohnehin nur an zwei Tagen für die normalen Besucher geöffnet ist, dürft ihr schon ab Donnerstag auf die Leipziger Buchmesse und überall dort auch Bücher kaufen, nicht nur in der Messe-Buchhandlung selbst.

Treffen wir uns also zwischen den Gängen, an den Verlagsständen und stöbern uns gemeinsam durch die Verlagsprogramme. Ich wünsche uns allen viel Spaß in den kommenden Tagen. Und allen, die zu Hause bleiben, viel Spaß dann beim Stöbern in den Blogs, Literaturforum, auf Youtube und den zahlreichen Social Media Kanälen, auf denen hoffentlich ein wenig Messe-Feeling zu euch auf’s heimische Sofa transportiert werden wird. Und sicher das eine oder andere Buch euch auf die Wunschliste wandern lässt.

Euer findo.

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Wenn die Zustandsbeschreibung kein Problem mehr ist

Dein Bücherschrank quilt über? Im Portemonaie ist Ebbe, doch brauchst du neuen Lesestoff? Dann könnte diese Secondhand-Plattform für dich interessant sein. Hierzulande noch nicht ganz so bekannt wie die üblichen Verdächtigen verspricht der ursprünglich aus Tschechien stammende Online-Gebrauchthandel eine neue Qualität. Denn, was viele zurückschreckt, schlechte Erfahrungen beim Kauf von bereits gelesenen Büchern, scheinen Zustandsbeschreibungen oft genug einem sehr wohlwollenden Interpretationsspielraum zu unterliegen. Hier setzt bookbot.de an, bessere Fotos, auch von mehreren Seiten geben ein klar darüber Auskunft, in welchem Zustand sich das Buch, welches man ins Auge fasst, befindet. Einer Bestellung soll so die Hemmschwelle genommen werden, ebenso eine mögliche Enttäuschung zu Hause vermieden. Doch, funktioniert das?

Wir haben es ausprobiert.

Über bookbot.de durfte ich vier Bücher meiner Wahl im Wert von insgesamt 40,00 Euro bestellen und war dabei völlig frei in meiner Entscheidung, weshalb ich mich daran gemacht habe, einige Werke von meiner Wunschliste zu befreien. Das Suchsystem auf der Plattform ist dabei denkbar ein, entweder lässt man sich eine Auswahl an Büchern über die verschiedenen dort angezeigten Kategorien (z. B. Belletristik, Sach- und Fachbücher oder fremdsprachige Bücher), die dann nochmals eigene Unterpunkte aufweisen, anzeigen oder man gibt ganz klassisch den Titel- oder Autor:innennamen in die Suchleiste ein. Wenn vorhanden, wird das gewünschte Buch angezeigt, die Zustände und die Sprachen, in denen es auf der Plattform erhältlich ist. Dies sieht, am Beispiel von Stephen Kings „Duddits“ etwa so aus.

Die Übersicht bei ausgewähltem Buch zeigt, was bookbot.de anders macht als andere. (Screenshots von bookbot.de)

Wir sehen, das Buch gab es zum Zeitpunkt der Beitragserstellung in tschechischer Sprache und auf Deutsch, diese grüne Taschenbuchausgabe haben wir uns ausgewählt. Sie hat starke Gebrauchsspuren, genauer „Spuren von Nässe“. Wie das insgesamt aussieht, davon können wir uns mit Hilfe weiterer Fotos überzeugen.

Beim Hinzufügen in den Warenkorb werden uns weitere Vorschläge für andere Bücher gemacht, wir klicken das oberste an und legen unser ausgewähltes Buch dort hinein. Im Warenkorb wählen wir dann die Versandart aus, können z. B. in diesem Falle zwischen der Lieferung nach Hause oder zu einer Packstation wählen, erst danach kommen wir zur Zahlung, bei der wir Vorkasse auswählen oder uns zwischen verschiedenen Online-Zahlungsmethoden entscheiden können. Anschließend geben wir unsere Versanddaten ein, abweichende Lieferadressen sind möglich, ebenso die Eingabe von Rabattcodes, die am Ende der Bestellung berücksichtigt werden sollen. Innerhalb weniger Tage kommt anschließend ein Päckchen zu euch nach Hause.

Das hat bei meiner Bestellung ohne Probleme funktioniert, meine Bücher kamen alle im beschriebenen Zustand an und waren tatsächlich auch genau die abgebildeten. Sogar der Versand mit GLS hat geklappt, der sonst in meiner Gegend eine Katastrophe darstellt. Na ja, vielleicht haben die sich ja geändert.

Übrigens, wer das passende Buch gerade nicht findet, kann sich auch hier einen Kaufalarm setzen. Dieser heißt hier, ganz sympathisch Kaufwächter.

Ich bin zufrieden mit meiner Bestellung und kann mir gut vorstellen, bookbot.de häufiger zu nutzen. Wer mehr über Versand- und Zahlungsbedingungen wissen möchte, informiere sich gerne hier. Als nächstes probieren wir vielleicht den Verkauf einiger Bücher aus, um auch diese Möglichkeit von bookbot.de einmal getestet zu haben.

Bookbot.de habe ich euch dauerhaft in der Seitenleiste verlinkt. Vielleicht ist ja das eine oder andere Buch für euch dort auch dabei.
Übrigens, auch einen deutschsprachigen Kundenservice gibt es, ihr erreicht ihn unter info@bookbot.de und unter +4978195633044 (von 8-20 Uhr MEZ).

Euer findo

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Leipziger Buchmesse 2024: Alles außer flach

In wenigen Tagen steht die Messestadt wieder ganz im Zeichen der Literatur. Der traditionelle Frühjahrsauftakt der Buchbranche, in dem Verlage, Autorinnen und Autoren auf ihre Leserschaft treffen und nicht nur Cosplayer für ein buntes Innenleben sorgen, findet mit über 2500 Veranstaltungen und 2900 Mitwirkenden statt, und einer ganz besonderen Gastregion. Auch ich bin wieder mit dabei.

Im vergangenen Jahr waren gleich zu Beginn die Messehallen mehr als voll. (Quelle: Privatbesitz)

Bereits ohne Blog habe ich mir damals regelmäßig mehr Lesungen und Diskussionen aus dem Messeprogramm herausgeschrieben, als ich in der Lage gewesen wäre, diese zu verfolgen. Alles, was irgendwie interessant klang, wurde erst einmal notiert. Entschieden, welche Veranstaltungen ich mir tatsächlich ansehe, habe ich dann auf der Messe selbst, was bisher immer zu einem veritablen Chaos geführt hat. Das hat sich auch mit der Schreibarbeit nicht geändert, ist eher schlimmer geworden, da jetzt nebst den regulären Angeboten auch Presse- und Bloggertermine hinzukommen, zwischen denen ich auswählen muss. Kurz vor knapp aber steht die Planung und die Vorfreude steigt.

Damit auch euer Messe-Besuch gelingt, hier einige Tipps für euch:

In diesem Jahr hat die Messe wieder ihren angestammten Platz im Kalender bekommen und findet vom 21.-24. März statt, nicht nur auf dem Messegelände selbst, auch finden im gesamten Stadtgebiet verschiedenste Veranstaltungen unter dem Motto „Leipzig liest“ statt. Einen Überblick über das Programm könnt ihr euch hier verschaffen (oder in der App der Leipziger Buchmesse), diesmal mit besseren Filter-Funktionen, die man verbessert hatte, nachdem es da 2023 so einige Kritikpunkte gab, die die Planung eher erschwerten als dass sie eine Hilfe waren.

Wie ihr zum Messegelände kommt, seht ihr hier, die besonderen Punkte der parallel verlaufenden Klimabuchmesse sind hier zu finden. Eine Übersicht über die Ticketpreise gibt es hier (wer vorher kauft, hat im Ticket die Fahrt von und zum Messegelände enthalten). Für die Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln empfiehlt es sich, Stehvermögen mitzubringen, die eine oder andere Tram an sich vorbeifahren zu lassen und Wartezeiten einzukalkulieren. Wer eine Unterkunft in der Innenstadt hat, dem empfiehlt sich, nicht am Hauptbahnhof, sondern eine Haltestelle vorher, am Augustusplatz, in die Tram zu steigen.

Was das diesjährige Gastland Niederlande und die Region Flandern zu bieten haben, könnt ihr hier erfahren.

Nehmt euch etwas Essen wie Energieriegel oder Nüsse mit und unbedingt eine Flasche Wasser oder ähnliches mit. Zwar wird dort sicher wieder an vielen Ecken frisch gepresster Orangensaft angeboten, flüssiges Gold wäre jedoch günstiger.

Ihr könnt sowohl an den Ständen und in den von Hugendubel organisierten Messebuchhandlungen Bücher kaufen, vom ersten Messetag an.
Sogar Messe-Merch gibt es diesmal, an einem Stand in der Glashalle.

[Einklappen]

Eine Übersicht über die für den Preis der Leipziger Buchmesse nominierten Bücher findet ihr hier.

Ich werde einen Tag eher anreisen, um dann entspannt am nächsten in die Messe einzutauchen und erste Eindrücke sammeln, nachdem ich in der Innenstadt ein Interview geführt habe, welches ihr nach der Buchmesse auf den Blog lesen könnt. Mit wem, wird noch nicht verraten.

Bei verschiedenen Verlagstreffen und Bloggerveranstaltungen werde ich ebenso sein, wie auf Lesungen. Nur nicht ganz so überladen wie sonst, da ich diesmal mit etwas weniger Technik auskommen muss. Trotz zusammengestellten Programm dürfte es daher für mich etwas entspannter ablaufen als sonst. Sprecht mich also gerne an, wenn ihr mich seht. Ich beiße nicht. 🙂

Ich wünsche uns allen eine tolle Zeit auf der Buchmesse. Vielleicht sehen wir uns ja.

Euer Nick.

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Entengrütze und der Geruch von Erdbeeren

Mit den Fingern streiche ich vorsichtig über das Papier, erfahre Glätte und Unebenheiten, an einer Stelle ist das Papier rauh. Ich reibe vorsichtig zwei Finger aneinander, und verbinde fortan einen neuen Geruch mit Büchern, der so zuvor noch nicht mit ihnen in Verbindung stand. Der Duft von frischen Erdbeeren steigt mir in die Nase, ein Gefühl von Sommer kommt auf, doch schaue ich durch das Fenster sehe ich das Wetter unschlüssig, öffne ich das Fenster kommen mir die Gerüche (und der Lärm) der Straße entgegen. Ich wohne inmitten der Stadt.

Der Sommer existiert plötzlich nur noch auf den Papier.

Ein Kinderbuch aus Lettland ist es, was dieses Hin und Her auslöst. Geschrieben hat es die Autorin Lote Vilma Vitina, auch die liebevollen Illustrationen stammen von ihr. Erschienen ist „Der kleine Dichter und der Duft“, in der deutschen Übersetzung von Lil Reif bei Mirabilis. Der Dichter folgt einer Wolke nach draußen, Gerüche inspirieren ihn. Die mich in den Sommer versetzende Erdbeere duftet tatsächlich. Im Vorsatzpapier ist sie zu finden.

Im Frankfurter Ostpark geht es nicht ganz so idyllisch zu. Enten und Nilgänse sind sich nicht grün, da kann noch so viel Entengrütze für alle vorhanden sein. Missgunst bestimmt den Tag. Schnell geraten die schöne Gans Nilgül und der schlaue Enterich Hausen zwischen die Fronten ihrer Vogelscharen. Es wäre doch einfacher für alle, an einem Strang zu ziehen. Nur, wie zusammenfinden, wenn vermeintliche Unterschiede als kaum zu überwindende Barrieren erscheinen? Doch Freundschaft und Zusammenhalt können viel bewirken.

Liebevoll illustriert von Viktoria Wagner erleben „Nilgül und Hausen“ in der Geschichte aus der Feder von Riccarda Gleichauf dieses große Abenteuer. Und alle kleinen Leser und Leserinnen (oder allen, denen diese wunderschöne Geschichte vorgelesen wird) können sich nicht nur an den Ententeich träumen, die beiden Hauptfiguren laden auch zum Singen ein. Drei Lieder, abrufbar bei Youtube oder per QR-Code runden Text und Bild ab. Dieses Kinderbuch ist interaktiv, im besten Sinne.

Geschichten für die Kleinsten, interaktiv oder haptisch erlebbar, so lieb, dass ich keine Sterne-Bewertung, sondern einfach nur beide Bücher allen ans Herz legen möchte, die gerne ihre oder andere Kinderbuchregale sinnvoll auffüllen möchten. Wer kann schon etwas gegen dönerfutternde Enten sagen oder Erdbeeren?

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Empfehlung: Rafik Schami – Sieben Doppelgänger

Er kann einfach nicht nein sagen. Immer wenn ein Buchhändler, eine Volkshochschule oder eine andere Kulturinstitution anruft und um eine Lesung oder einen Vortrag bittet, sagt er zu. Also hetzt der begnadete Erzähler kreuz und quer durch Deutschland, kennt jedes Hotel – und wird sich selbst dabei ganz fremd. Da bringt ihn eines Tages ein Freund auf die Idee, sich zu vervielfältigen. Mit einer Zeitungsannonce werden Doppelgänger gesucht, die fortan für ihn auf Reisen gehen sollen, während der echte Rafik Schami zu Hause in Ruhe neue Bücher schreiben kann. Doch die Katastrophe bleibt nicht aus … (Inhalt lt. Verlag)

Autor:
Rafik Schami wurde 1946 in Damaskus geboren. Er studierte Chemie und zählt zu den erfolgreichsten Schriftstellern in deutscher Sprache und wurde in zahlreichen Sprachen übersetzt.

Diesen kleinen Roman möchte ich einmal ohne Rezension grundsätzlich empfehlen oder zumindest präsentieren, da ich mich mit „Sieben Doppelgänger“ mit Rafik Schamis Schreiben versöhnt habe. Vor Jahren hatte ich eine Kurzgeschichten- oder Kolumnensammlung von ihm zur Hand genommen und das hat für mich ganz eindeutig nicht funktioniert. Zugegeben, damals wusste ich vielleicht auch nicht, dass für mich Kolumnen und Kurzgeschichten nur bedingt bis gar nicht funktionieren.

Vom Umfang her klappt das mit kürzeren Romanen oder Novellen besser. Während also eine seiner Kurzgeschichtensammlungen bei mir durchfiel, hat dieser Roman, bei dem Figuren genug Platz bekommen haben, um ausgestaltet zu werden, doch zumindest so funktioniert, dass ich mich mit dem Werk des Autors versöhnt habe. Ob ich nochmal ein Buch von Rafik Schami lesen werde, steht indes in den Sternen. Dafür ist mein Stapel ungelesener Bücher einfach sehr groß, aber zumindest möchte ich es nicht mehr ausschließen. Das sah vorher anders aus. Daher zumindest diese kleine kurze Empfehlung hier.

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Christine Westermann: Die Familien der anderen

Inhalt:

Christine Westermann taucht ein in die wechselvolle Geschichte ihrer Familie – anhand der Bücher, die ihr Leben geprägt haben.

Elegant, ehrlich und warmherzig erzählt sie von Büchern, die die Familien der anderen beschreiben. Von Lektüren, die helfen, die eigene Geschichte besser zu verstehen.
(Klappentext)

Rezension:

Der Traum eines jeden bibliophilen Menschen. Christine Westermann träumt ihn schon als Kind. Eine Bibliothek mit Leiter soll es sein, um auch mal die oben stehenden Bücher zu erreichen. Dort oben, im Regal ihrer Eltern, stand z. B. „Der Zauberberg“ von Thomas Mann, dieser Roman, der alleine schon durch seinen Umfang zu beindrucken weiß. Die Journalistin, die selbst jahrelang im Fernsehen und Rundfunk schon unzählige Bücher empfohlen und einige geschrieben hat, nimmt ihn sich nun vor, während sie ihr neues Werk schreibt, in dem sie sich entlang der Werke hangelt, die sie für ihr Leben prägten.

In diesem Sinne ist es keine klassische Biografie, die uns Lesenden mit „Die Familien der anderen“ vorgelegt wird, auch eine Art Ratgeber sucht man hier vergebens, obwohl die Werke von Christine Westermann in diese Rubrik einsortiert werden. Vielleicht sind es eher zu Papier gebrachte Überlegungen, ein wenig von allem.

So wie in der Öffentlichkeit sie nur Bücher empfehlen möchte, die ihr selbst zusagen, schreibt und erzählt sie, nachdenklich, melancholisch zuweilen, mit einer Prise Humor, denen die das lesen werden, zugewandt. Ausschweifend wie Thomas Mann, gar hochtrabend, wie der, der sein Vorwort Vorsatz nannte, möchte sie nicht sein. Kann sie auch nicht.

Das Lesen dieses Werks fordert, ist anstrengend, die Erinnerungen an erste Auftritte im Literarischen Quartett, an Lesereisen, an deren Ende meist ein Kölsch auf dem Tisch steht oder zermürbende Diskussionen in Sitzungen der Jury zum Deutschen Buchpreis, immer wieder auch das Rückbesinnen auf die eigene familiäre Vergangenheit, zudem, warum sie heute noch mehr an Familienkonstellationen, Brüchen und Wandlungen interessiert ist als an allem anderen.

Das Hochtrabende geht ihr ab, kompakt hangelt sich entlang der Bücher, die sie prägten. Eine sehr interessante Lektüreliste steht am Ende des Buches. Und „Der Zauberberg“ von Thomas Mann? Hat sie ihn beenden können, bewältigt diesen Berg? Muss man das überhaupt? Ist abbrechen auch eine Option, wenn man sehr lange schon anderen Bücher empfiehlt? Wenn nicht empfehlen, vielleicht selbst schreiben? Wie macht man das, wird Christine Westermann auf einem Klassentreffen gefragt.

Mir hat diese Art der biografischen Lektüre sehr gefallen. Der Wechsel zwischen Anekdoten der Vergangenheit und Gegenwart, dem Vergleichen mit gelesener Lektüre und wahrscheinlich nicht nur Abgabedatum des Manuskriptes im Nacken, sondern eben auch schwergewichtige Lektüre auf den Nachttisch. Das wirkt sehr locker, sehr nahbar. Was kann ich reinen Gewissens empfehlen, doch bitte nur das, was ich selbst gern gelesen habe. Verrisse versucht Christine Westermann Zeit ihres Lebens zu vermeiden.

Ein paar Anekdoten verraten viel, die Bücherliste der Autorin noch viel mehr, über sie selbst, die für ihre Auswahl der Lektüre oft genug gescholten wurde, nicht nur von Quartett-Kollegen. Doch, was nützt die beste Lektüre, wenn sie die Lesenden nicht erreicht. Das gelingt Christine Westermann mit „Die Bücher der anderen“ viel besser.

Autorin:

Christine Westermann wurde 1948 in Erfurt geboren und ist eine deutsche Moderatorin, Journalistin und Autorin. Nach der Übersiedlung von Erfurt nach Mannheim, machte sie nach der Schule ein Volontariat beim Mannheimer Morgen und besuchte die Deutsche Journalistenschule in München. Von da an arbeitete sie als freie Journalistin für verschiedene Radio- und Fernsehsender, produzierte Filme und Reportagen.

Später moderierte sie im ZDF „Die Drehscheibe“, später bis 2002 die „Aktuelle Stunde“. Von 1996-2016 moderierte sie die Sendung „Zimmer frei!“ und wurde zusammen mit Götz Alsmann dafür mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Von 2015-2019 war sie eine der Teilnehmerinnen des Literarischen Quartetts, daneben präsentiert sie per Podcast und Radiosendung Bücher. Ihr erstes Buch erschien 1999, weitere folgten. Christine Westermann lebt in Köln

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Empfehlungen für Superlesende

Mit welcher Reihe wurdest Du an das Lesen herangeführt, mit welchen Büchern hast Du in Themenwelten eintauchen und dich gänzlich verlieren können. Wie hast Du deine Fragen beantworten, deinen Wissensdurst stillen können? Viele von uns denken da sicher an Reihen wie die der „Was ist was“-Bücher des Tessloff-Verlags, aber auch andere Häuser haben sehr interessante Reihen, zuweilen gar schon für jene, die gerade erste Sätze lesen lernen, sich aber natürlich auch bereits für verschiedenste Sachen interessieren. An anderer Stelle habe ich bereits einen Versuch gezeigt, Kinder für Kunst zu begeistern. Der Verlag Dorling Kindersley hat jedoch auch Werke zu zahlreichen anderen Themen. Auch die können spannend und kindgerecht aufbereitet werden. Dies zeigt die nun überarbeitete Reihe „Superleser!“, die verschiedenen Inhalte den Kleinsten zugänglich macht, ob dies Natur und Tierwelt betrifft, Sport oder Personen, deren Namen man im Gespräch oder im Fernsehen aufschnappen könnte.

In vier verschiedenen Abstufungen werden Themen wie etwa die „Tiere des Regenwalds“ oder die „Expedition zum Mars“ aufbereitet, je nachdem ob Kinder gerade beginnen, lesen zu lernen und noch an einfachen Sätzen üben müssen; hier ist die Schrift extra groß, Sätze sind sehr einfach gehalten und Silben markiert; oder schon kleinere Sachtexte gelesen werden können. Das Spektrum bewegt sich dabei vom Können im Grundschulbereich der ersten bis zur dritten Klasse. Dies dient der Leseförderung und funktioniert in Begleitung von Illustrationen, Fotos, einem Lese-Quiz sowie einer hintenan gestellten kindgerechten Begriffsklärung.

Dem Blog wurde die Ausarbeitung „Das Leben von Anne Frank“ zur Verfügung gestellt, welches die Lesestufe 3 bedient. Sehr kompakt stellt der Autor Stephen Krensky das Leben des Mädchens, ihr Schicksal und dies ihrer Familie dar, immer mit den Fokus, welche Fragen haben Kinder, wenn sie vielleicht den einen oder anderen Satz irgendwo zufällig aufschnappen. Wie kann man das schier Unerklärliche irgendwie fassbar machen? Dieses Buch ist für das gemeinsame Lesen und Sprechen geeignet. Andere Werke aus der Reihe, wie z. B. über Dinosaurier können durchaus alleine geschmökert werden. Es kommt, wie bei allem, auf die Thematik und das Kind selbst an. Es ist ein gelungener Ansatz, Kindern bestimmte Inhalte zugänglich zu machen und sicher für den Verlag auch, sich auch die jüngsten Lesenden zu erschließen, aber auch ein schmaler Grat ob der Auswahl an Themen. Wichtig zunächst, es gibt sie. Die bereits große Auswahl scheint jedenfalls ein Indiz dafür zu sein, dass der Verlag durchaus mit der Reihe einen gewissen Erfolg hat.

Überblick über die Lesestufen:

Extraleicht
– Markierte Silben, sehr einfache Wörter, sehr kurze Sätze
– Extragroße Fibelschrift
– Lese-Quiz
– Ab 1. Klasse

Lesestufe 1
– Markierte Silben, sehr einfache Wörter, kurze Sätze
– Extragroße Fibelschrift
– Lese-Quiz
– Ab 1. Klasse

Lesestufe 2
– Klare Gliederung, einfache Wörter, kurze Kapitel
– Große Fibelschrift
– Lese-Quiz
– Ab 1./2. Klasse

Leseprofis
– Spannende Geschichten und Sachtexte, längere Kapitel
– Fibelschrift
– Lese-Quiz
– Ab 2./3. Klasse

Es bleibt zu hoffen, dass noch mehr Bücher dieser Art hinzukommen. Wissen, aufbereitet für die Kleinsten, ist ja schließlich nie verkehrt.

Das Buch wurde zur Vorstellung der Reihe dem Blog vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Der virtuelle Spendenhut

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