Sachbuch

Kosmos – Wunderwelt des Universums

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, zumindest im übertragenen Sinne. Über Teile von Europa verdunkelt sich am 12. August 2026 für einige Minuten der Himmel. Besonders in Nordspanien hat man gute Chancen, dann eine totale Sonnenfinsternis zu betrachten, auch über Island führt der schmale Bogen von 300 km Breite, in der man sie betrachten kann. In Mitteleuropa dagegen können wir zumindest eine Teilfinsternis betrachten. Im Süden Deutschlands ist die Verdunklung größer als im Norden. Je nach Standort werden bis zu 90 Prozent der Sonnenscheibe vom Mond bedeckt. Trotzdem bitte diese nur mit entsprechend geeigneter Schutzbrille betrachten.

Am Morgen des gleichen Tages kann man zudem eine Planetenparade beobachten, zudem stehen die Chanccen in den Nächten davor und danach gut, Sternschnuppen zu sehen. Als wäre das nicht genug, zeigt sich am 28. August auch noch eine partielle Mondfinsternis am Himmel. Gründe genug, euch dieses wunderbare Buch vorzustellen und einmal von meinem üblichen Schema etwas abzuweichen.

Wobei natürlich nicht nur deswegen dieses Werk empfehlenswert ist.

Buch-Trailer „Kosmos – Wunderwelt des Universums“, von Dorling Kindersley.

Klappentext:
So haben Sie den Weltraum noch nie gesehen!

Reisen Sie vom Asteroidengürtel bis hin zu Weltraumsonden, von der ISS bis zur Oort’schen Wolke, vom Urknall bis zu den Sternenbildern und fast allem dazwischen. Topaktuelle Bilder von Sonden, Teleskopen und Rovern zeigen jeden noch so entfernten Winkel des Universums. (Inhalt lt. Verlag)

Titel: Kosmos – Wunderwelt des Universums
Autor:innenkollektiv: Abigail Beall/Philip Eales (u. a.)
Dorling Kindesley Verlag
Rezensionsexemplar/Sachbuch
Hardcover (Überformat – Coffee Table)
Seiten: 416 (über 760 Fotos und Illustrationen)
ISBN: 978-3-8310-5085-7
Übersetzung: Stephan Matthiesen

Top Notch Literatur im Sachbuchbereich, die zugleich Coffee Table Books präsentieren, das sind die Bücher des Dorling Kindersley Verlags, die Laien auf höchstem Niveau von Geschichte bis zu Naturwissenschaften die unterschiedlichsten Themen präsentieren, immer auf den neuesten Stand der Forschung und von hoher Qualität. Das ist mit der visuellen Enzyklopädie „Kosmos – Wunderwelt des Universums“ nicht anders, präsentiert dort doch ein Team von Fachautorinnen und -autoren die unendlichen Weiten des Weltalls in allen Aspekten, für Laien verständlich aufbereitet, ergänzt um zahlreiches Fotomaterial und fast ebenso vielen grafischen Abbildungen.

Das Buch im Überformat erlaubt uns zunächst einen Blick ins Universum, bevor mehrere große Themenkomplexe eröffnet werden. Unsere Sonne, gefolgt von den inneren Planeten des Sonnensystems ist der erste große Abschnitt, die Gasriesen und äußeren Grenzen des Sonnensystems bilden den zweiten riesigen Themenkomplex, den es zu betrachten gilt. Es folgt unsere Galaxie, die Milchstraße, sowie ein ausführlicher Blick darüber hinaus. zudem wird dem Urknall, den Schöpfungsmythen und der Suche nach Leben ein Abschnitt gewidmet. Leicht verdaubare Texte füllen die Seiten, deren zuweilen großformatige Bilder zum Betrachten und Verweilen einladen. Deren Kompaktheit erlaubt das Nutzen als Nachschlagewerk, ebenso sich darin zu verlieren. Zudem wird die Technik der Weltraumforschung verständlich erklärt, wie auch die Ereignisse und Vorkommnisse um uns herum beleuchtet werden.

Der Blick in den Sternenhimmel, er lohnt sich und das spürt man bei diesem Sachbuch, welches zum Staunen einlädt. Jedwede Thematik wird verständlich beleuchtet. Die Verfassenden holen mit diesem Werk Laien wie Menschen mit Vorkenntnissen gleichermaßen ab. Es mag vielleicht langweilig sein, wenn ich jedem dieser DK-Enzyklopädien mehr als fünf Sterne, die Höchstwertung, geben mag, aber es ist einfach so, dass der Verlag es immer wieder schafft, so auch hier, Maßstäbe zu setzen, die man dann von moderner wissensvermittelnder Literatur erwarten darf. Auch dieses Buch schlägt nämlich den Bogen zwischen den Zielgruppen. Für jüngere Leser im Schulalter ebenso geeignet, wie für Erwachsene. Wann schafft das diese Form von Literatur schon einmal?

Ein Blick ins Buch und man ist verliebt. Und mehr kann man doch nicht verlangen, oder?

Autoren:
Dieses Buch wurde von mehreren geschrieben. Hier sind zwei davon.

Abigail Beall ist Redakteurin für ein Wissenschaftsmagazin und arbeitete vorher als freiberufliche Journalistin, spezialisiert auf Wissenschaft und Technologie. Ihre Artikel erschienen in verschiedenen Fachzeitschriften. 2019 veröffentlichte sie ihr Buch „The Art of Urban Astronomy“, auch für DK übernahm sie bereits verschiedene Aufträge. Die studierte Physikerin und Journalistin arbeitete als Reporterin bei Daily Mail Online und berichtete zudem über die britischen und europäischen Stormmärkte, Energie- und Handelspolitik, sowie über Kraftwerksprojekte.

Philip Eales studierte Physik, planetare Geologie und Fernerkundung am University College London. Er schreibt über Astronomie, Geowissenschaften, Klima und leitet ein Unternehmen für Computergrafik, das sich auf die Visualisierung astronomischer sowie geografischer Daten und Phänomene für Kunden wie die Europäische Weltraumorganisation spezialisiert hat.

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Joslan F. Keller: Seefahrts-Mythen

Inhalt:
Wie konnte ein Schiff, das vor Bermuda dem Meer überlassen wurde, 5000 Kilometer entfernt an den Klippen Irlands zerschellen?

Warum löste ein mysteriöser Tanker, der in australischen Gewässern wie aus dem Nichts auftauchte, eine politische Kontroverse aus?

Und was steckt hinter der Legende, dass an der Küste Englands alle 50 Jahre aufgrund eines Liebesdramas ein geheimnisvoller Geisterschoner auftaucht?

Joslan F. Keller geht 30 spannenden Legenden und Mythen der Seefahrt auf den Grund – vom Fliegenden Holländer über die berühmte Mary Celeste bis hin zu jüngeren Geisterschiffen wie der Joan Seng. Dabei liefert er nicht nur Antworten auf rätselhafte Fragen, sondern lässt Raum für Fantasie und Geheimnisvolles. (Klappentext)

Rezension:
Rau und unerbittlich können die Weiten der Ozeane sein, die zum Großteil immer noch unerforscht sind. Doch einiges, was man noch vor wenigen Jahren als Seemannsgarn abgetan hat, ist inzwischen wissenschaftlich erwiesen. Riesenkalmare von über 13 Meter Länge hat man schon gefunden, auch die Existenz von Monsterwellen mehrerer Meter Höhe nachgewiesen. Dagegen spuken Legenden von Geisterschiffen, mysteriösen Wracks und Schiffen, die auf hoher See ohne Besatzung daher treiben vornehmlich in Form von Geschichten in unseren Köpfen. Die meisten dieser Erzählungen besitzen zumindest einen wahren Kern. Der TV-Moderator und Historiker Joslan F. Keller versucht in seinem Buch „Seefahrtsmythen“ diesen auf den Grund zu gehen.

Verschiedene Legenden von Geisterschiffen beflügeln seit Generationen rund um den Globus unsere Phantasie und sind inzwischen ein Bestandteil der Populärkultur, Inspiration zahlreicher Romane und Filme. Doch hier liegt die Herausforderung. Wo beginnt und endet der wahre Kern einer dem zu Grunde liegenden Geschichte, wo haben wir im Laufe der Geschichte Dinge hinzugefügt, ergänzt und ausgeschmückt. Diese Waagschale zu halten, gelingt in diesem Genre nicht oft. Meist entscheiden sich Autorinnen und Autoren für die eine oder andere Seite, sei es, da sie selbst daran glauben (wollen) oder dies vollständig als Scharlatanerie abtun und nicht einmal dem wahren Kern Beachtung schenken, so sich der ergründen lässt.

Wie ordnet man folglich solch eine Kuriositätensammlung ein, die Sachbuch sein soll, gleichzeitig jedoch Kuriositätensammlung sein soll und bei der sich der Autor merklich nicht entscheiden konnte, entweder rein sachlich zu bleiben und seine Begeisterung für die Thematik zurückzustecken oder vollends aufzugehen in die Welt des Spekulativen? Der Autor schwankt in Folge dessen immer im Schreib- und Erzählstil, der mal trocken und informativ, mal erzählerisch daherkommt.

Auch die kompakte Form, die fast eine Art ausführlicheres Nachschlagewerk entstanden lassen hat, trägt da zur Verwirrung bei. Etwa vier Seiten, nur manchmal mehr, wird je einer Legende eingeräumt, so dass eine Auswahl von dreißig Stück zwischen den Buchdeckeln Platz finden. Erzählt wird dabei von klassischen Geisterschiffen, herumtreibende Wracks als eigene Kategorie, verschwundenen Besatzungen und noch einmal herausgestellt, besonders grausame Entdeckungen. Wenigstens diese dramaturgische Steigerung wurde hier bis zum Ende durchgehalten.

Hätte man sich in der sachlichen Ausgestaltung für die eine oder andere Seite vollends entschieden, Legenden ausführlicher erzählt und nicht nur angeschnitten, hätte diese Zusammenstellung eine ganz andere Wirkung. So bleibt das Gefühl, etwas halbgares in den Händen zu halten, was nur als Einführung in die Thematik taugt. Und das ist zumindest ein wenig schade.

Autor:
Joslan F. Keller wurde 1966 geboren und ist ein französischer Autor und Moderator, der regelmäßig in Frankreichs führenden Web-TV-Sender für Mysterien und Unerklärliches auftritt.

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Marc Raschke: Du hast die Wahl

Inhalt:
Welche Partei soll ich wählen? Es macht doch eigentlich eh keinen Unterschied, wen ich wähle – oder? Was wir jetzt dringend brauchen, ist Orientierung und Haltung. Beides liefert der bekannte Publizist, Politik-Influencer und Kommunikator Marc Raschke mit dieser Edition des TaschenRaschke zur Bundestagswahl 2025.

Mit „Du hast die Wahl“ ist es Ihnen möglich, sich als Mitte der Gesellschaft in debatten klar gegen den Rechtsruck in Deutschland zu stellen. Entlarven Sie Fake-News und Populismus, entdecken Sie die Zusammenhänge – auf den Punkt gebracht, so dass am Ende klar ist: Rechts kann keine Alternative sein. (Klappentext)

Rezension:
Wie langlebig sind eigentlich politische Argumentationshilfen und Streitschriften? Die meisten von ihnen können bereits mit der nächsten Wahl als veraltet gelten, andere widerum beweisen eine erstaunliche Zähigkeit gegenüber den Geschehnissen auf.

Der Publizist Marc Raschke hat diesen, seinen Aufruf, wählen zu gehen, in Blick auf die letzte Bundestagswahl geschrieben, die damals noch anstand und aus der Friedrich Merz als Sieger hervorgehen sollte. Heute darf man fragen, welche Teile der Argumentation Raschkes sich bewahrheitet haben und welche so langlebig sind, dass wir dieses kleine Taschenbuch weiterhin als wichtigen Debattenbeitrag sehen dürfen.

Dabei ist der Autor klar in seiner Position, gegen Rechts natürlich, gegen eine Radikalisierung der Mitte, die bereits eingetreten ist und unter den jetzt an den Schalthebeln der Macht sitzenden Menschen vorangetriebenen Polarisierung der Gesellschaft, die eher zu mehr Spaltung führt als wirklich hilft, das Vertrauen in die Politik zurückzugewinnen. Ersteres ist bereits eingetreten, mit einer Regierung, die inzwischen auch immer mehr Teile ihrer Wählerschaft vor den Kopf stößt. Der Blick in die Kristallkugel hat also funktioniert.

Die Argumentationskette ist dabei klar. Zuerst stellt der Autor dar, warum man aus seiner Sicht überhaupt wählen sollte und warum Rechts keine Alternative sein kann, sowie wie es immer weniger Fakten schaffen, zu uns durchzudringen und statt dessen Fakenews viel zu oft die Oberhand erhalten. Mit klaren Punkten für seine Position nimmt er Bezug auf die Entwicklung der Medienlandschaft, die den Rechtsruck bereitwillig in die Bevölkerung hineintragen, um dann zu zeigen, wie mit Zahlen so lange falsch argumentiert wird, bis sie der eigenen Linie dienen.

Mit Hilfe kompakter und leichtgängig zu lesender Kapitel zieht sich so ein Faden durch das Sachbuch, welches man als Gegenstück zu all den Nuhrs oder Peter Hahnes sehen darf, die sich genau so wie eine gewisse Partei längst von mittigen Positionen verabschiedet haben. Letztere, den Gutteil der Geschichte der Bundesrepublik an der Macht, wird daher besonders betrachtet, weshalb zwangsläufig die Betrachtung der anderen politischen Kräfte kürzer aus-, wenn nicht gar ganz ausfallen muss.

Das ist schade, dient aber der Sache in sofern als mit Marc Raschke eine Stimme gegen Populismus und Konservatismus, sowie Lobbyismus rechtzeitig vor der Wahl zu hören gewesen ist. Zumindest das Kapitel über letzteres, sowie jenes über den Umgang mit Fakten und Zahlen, sowie die Polemisierung der Argumentation ist auch heute nach der Wahl noch hoch aktuell, weshalb dieses Sachbuch eben auch derzeit lesenswert und wichtig ist.

Es ist erfrischend, dass was rechtskonservative Kräfte mittlerweile auf den Buchmarkt schaffen, auch auf der anderen Seite gelinkt, mit Argumenten, die einer genaueren Betrachtung und Auseinandersetzung auch standhalten, passt ja auch gut zur Ausrichtung des Verlags, der sich für die Sichtbarkeit für Menschen mit körperlichen Einschränkungen einsetzt und damit wie kein anderer für diese Positionierung prädestiniert ist. Man wünscht sich mehr solche Stimmen und dass die vorhandenen öfter gehört werden. Das zumindest bleibt nach dem Lesen eines Autoren, der natürlich weiß, mit Argumenten zu spielen, damit umzugehen. Auch klar.

Aber eben faktensicher und folgerichtig. Wie wohltuend, auch und gerade heute.

Autor:
Marc Rascghke wurde 1976 geboren und ist ein deutscher Journalist, Politik- und Kommunikationswissenschaftler, sowie Historiker. Bekanntheit erlangte er als Populismus- und Radikalisierungsexperte, sowie in der Pandemie, als er in den sozialen Medien Studien, politische und gesellschaftliche Themen niederschwellig erklärte.

Er erhielt 2024 den Deutschen Preis für Wirtschaftskommunikation und wurde drei Jahre zuvor zum Forschungssprecher des Jahres gekürt. Raschke ist Autor mehrerer Argumentations- und Streitschriften.

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Timm Radt: Men in Blech

Inhalt:
Timm Radt begibt sich auf die Spur von 26 Rittern in Mitteleuropa. Es sind keine Könige oder Berühmtheiten, sondern ‚ganz normale‘ Ritter, von denen ein authentisches Abbild, in der Regel die oft erstaunlich realistische Grabplatte, existiert. Anhand dieser Porträts entsteht in Rekonstruktionszeichnungen, Objekten und historischen Abbildungen ein detailgenaues Bild der Rüstung und Bewaffnung vom Hoch- und Spätmittelalter bis in die frühe Neuzeit. (Klappentext)

Rezension:
Es sind mythische Figuren, die seit Generationen die Phantasie anregen und ihren Platz in unzähligen Geschichten gefunden haben, heute mitunter aus ihrem historischen Kontext gerückt. In Filmen und Videospielen treten sie eindrucksvoll ausstaffiert auf. Die Macher bedienen sich dabei sämtlicher Epochen , Kulturen, der Kunst- und Kostümgeschichte. Die historische Realität sieht anders aus. Timm Radt und der Plattnerexperte Christian Wiedner haben sich daher auf Spurensuche begeben und zeigen die Entwicklung der Rüstung und Helme anhand ihrer Träger. So ist eine kompakte und für alle Interessierte zugängliche kleine Historienkunde entstanden.

Diese portraitiert sechsundzwanzig Ritter aus Mitteleuropa und spürt den einzelnen Biografien chronologisch geordnet nach, wobei dieser Teil zumeist nicht mehr als eine halbe Seite einnimmt, der andere Teil ist der Rüstungskunde vorbehalten, die durch reichlich Bildmaterial historischen Ursprungs oder Rekonstruktionsgrafiken ergänzt wird, so dass das Gelesene zugleich visualisiert wird. Kompakt geht Timm Radt auf die Entwicklung der Bestandteile ein, die einmal eine ganze Rüstung ergeben werden, zeigt von den Anfängen bis zum Niedergang des Rittertums auf, wie sich Merkmale wie Wappenrock oder Helm, auch typische Waffen entwickelten und präzisiert kurz die dafür ausschlaggebenden Punkte.

Eingerahmt werden die Portraits durch eine geografische Karte und mehrerer grafische Schemata, sowie einen umfangreichen Glossar, welches dieses unscheinbare Werk zu einem gut sortierten und kompakt handlichen Nachschlagewerk macht, welches für Laieninteressierte leicht verständlich geschrieben ist. Als kleines zu vielen anderen bereits existierenden Material existierendes Lexikon ist es sowohl in Bezug auf Personengeschichte, wie eben als Rüstungskunde zu lesen und kann hintereinander weg gelesen oder häppchenweise gelesen werden, da jeder Abschnitt nicht mehr als ein paar Seiten umfasst, die jedoch vollkommen genügen, um sich einen Überblick zu verschaffen.

Nicht nur für Mittelalter- und Ritterfans ein unbedingtes Muss und eine klare Empfehlung.

Autor:
Tim Radt ist Architekt und promovierte im Fach Baugeschichte. Seine Schwerpunkte sind historische Bauforschung, Bautechnikgeschichte, sowie die Burgenforschung, über die er zum Thema Ritter und Schutzbekleidung kam. Daneben betätigt er sich als Illustrator und Grafiker.

Christian Wiedner ist Experte für Plattnerkunst und als selbstständiger Plattner tätig. Er rekonstruiert historische Harnische und zählt dafür zu den Besten seines Fachs.

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Uwe Wittstock: Karl Marx in Algier

Inhalt:
Am 18. Februar 1882 besteigt Karl Marx in Marseille den Dampfer Said und verlässt zum ersten Mal Europa. Den Tod seiner Frau Jenny drei Monate zuvor hat er nicht verwunden. Er ist krank und hofft auf Genesung in Algier. Während er dort die Eindrücke der neuen Kultur auf sich wirken lässt, zieht er unsentimental eine Art Resümee seines Daseins und Wirkens. Uwe Wittstock erzählt lebendig und fesselnd von der letzten großen Reise des großen Denkers und blickt mit ihm zurück auf sein außergewöhnliches Leben. (Klappentext)

Rezension:
Elf Monate vor seinem Tod ließ sich Karl Marx in Algier von Bart und Mähne befreien. Ob wegen des Wetters oder ob er ein Zeichen setzen wollte, ist nicht überliefert. Davor jedoch hatte der einstige sozialistische Untergrundkämpfer elf Monate in Algier verbracht, um zu genesen, was nicht gut gelang, ebenso wenig wie die weitere Arbeit an seinen Werken. Der Schriftsteller und Journalist Uwe Wittstock schaut zurück auf eine Zeit des selbst gewählten politischen Abseits, wie auch auf ein ebenso polarisierendes und bewegtes Leben und Wirken.

Noch vor der Betrachtung des Niedergangs des Kulturbetriebs, kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1930 und der großen Flucht der Literatur, mit der französischen Hafenstadt Marseille als Sammelpunkt, 1940, widmete sich Uwe Wittstock den letzten Monaten im Leben Karl Marx und versuchte sowohl der Atmosphäre Algiers jener Zeit nachzuspüren, auch eine kompakte Beschreibung des Wirkens dieser bis heute streitbaren Figur. Nun wurde das Sachbuch einmal überarbeitet und liegt jetzt ebenfalls bei C. H. Beck vor.

Die Struktur dieses informativen und teilweise auf bis dato neu recherchierten Quellen basierenden Werkes, gibt dessen Tonalität vor. Immer im Wechsel wird einerseits von Karl Marx‘ Aufenthalt in der nordafrikanischen Stadt berichtet, die zur damaligen Zeit noch Bestandteil des französischen Kolonialreiches gehörte, andererseits dessen Leben und Werk, mit all ihren Facetten und auch Widersprüchen beleuchtet. Das liest sich noch nicht ganz so flüssig, wie die unter Wittstocks Feder erschienen neueren Werke, doch auch hier ist die Form die eines literarischen Sachbuchs, welcher hervorragend geeignet ist, Geschichte spannend und lebendig zu erzählen.

Dargelegt werden nicht nur entscheidende Weichenstellungen und Begegnungen im Leben des Intelektuellen, wie mit Julius Fröbel oder Karl Liebknecht,der stets die gut bürgerliche Fassade wahren, diese jedoch nur aufrecht erhalten konnte, da vor allem Friedrich Engels ihn einen Großteil seines Lebens unterstützte, und ständig auf die Revolution der unteren Klassen hoffte, die nie so eintreten sollte, als auch sein ideologisches Wirken, welches ihn mehrfach zum Staatenlosen machte. Persönliche Feinde inklusive.

Seine Beweggründe wie auch das Werk werden in kompakter Form analysiert, ohne zu sehr ins Detail oder Theoretische zu gehen, zudem der Kontrast dieser Jahre zu seinem letzten Lebensabschnittes, dieses vor allem auch privat gebeutelten Mannes. Dabei ist nicht nur das Portrait einer streitbaren Figur, sondern auch eines Kontinents im Wandel jener Jahre entstanden, die da abgerundet durch ein umfangreiches Quellenverzeichnis und ein wenig Fotomaterial nun neu aufgelegt zur Verfügung steht. Wer mal einen ganz anderen Ansatz der Herangehensweise erlesen möchte, sich mit Karl Marx zu beschäftigen, der greife zu diesem Werk.

Autor:
Uwe Wittstock wurde 1955 in Leipzig geboren und ist ein deutscher Literaturkritiker, Lektor und Autor. Zunächst arbeitete er als Journalist der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wo er von 1980 bis 1989 der Literaturredaktion angehörte, danach wirkte er als Lektor beim S. Fischer Verlag.

Zur gleichen Zeit war er Mitherausgeber der Literaturzeitschrift Neue Rundschau. Im Jahr 2000 wurde er stellvertretender Feuilletonchef der Tageszeitung Die Welt, zwei Jahre später Kulturkorrespondent in Frankfurt/Main. Bis 2017 arbeitete er als Literaturchef des Magazins Focus. Zu seinen Werken zählen mehrere Sachbücher. 1989 erhielt er den Theodor-Wolff-Preis für Journalismus.

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Wolfgang Niess: Schicksalsjahr 1925

Inhalt:
Wahlen entscheiden über das Schicksal von demokratien. Das ist heute wieder so bewusst, wie lange nicht. Kommen die Falschen in höchste Ämter, können Demokratien scheitern. Im April 1925 wählen die Deutschen Paul von Hindenburg zu ihrem Reichspräsidenten und legen damit eine Zeitbombe, die 1933 mit zerstörerischer Gewalt explodieren sollte. Wolfgang Niess zeigt, wie es dazu kam, und warum Hindenburg zum Totengräber der ersten deutschen Demokratie wurde. (Klappentext)

Rezension:
Heute haben Techbosse aus Übersee das Heft des Handelns an sich gerissen und spielen das Playbook der Zerstörung demokratischer Gesellschaften. Gemeinsam mit willfährigen Politikern der Neuen Rechten demontieren sie um der Macht und Einfluss willens Pluralismus und Vielfalt. Und jene, die sie vertreten, schauen gebannt der Zerstörung zu, wie die Kaninchen vor der Schlange, die diese Akteure nicht ernstnehmen und erst, wenn es zu spät ist, begreifen, was sie verloren haben. Das kann man derzeit in den USA erleben, in anderer Ausprägung in Teilen von Europa. Dort aber, müsste man es eigentlich besser wissen, denn bereits 1925 spielten rechte Kräfte dieses Playbook schon einmal durch. Und führten damit den Kontinent und schließlich auch die Welt in den Abrgund hinein.

Der Schriftsteller und Historiker Wolfgang Niess nimmt uns mit auf eine Zeitreise ins Jahr 1925, dessen Verlauf Steine ins Rollen brachten, die in der Rückschau schwere Folgen für die erste Demokratie auf deutschen Boden gehabt haben. Als der erste Reichspräsident der Weimarer Republik sahen rechte Kräfte um den Vordenker und Strategen Friedrich von Loebell ihre Chance gekommen, um ihren Kandidaten zu platzieren, der erst einmal in Amt und Würden gebracht, den Staat aus den Angeln heben und nachhaltig verändern sollte. Doch, wie kam es dazu, dass deren Wahl ausgerechnet auf Hindenburg fiel?

Was trieb sie, was trieb ihn an, sich einer Wahl zu stellen, deren Zeiger zu Beginn eher zu Gunsten republikanischer denn revanchistischer Kräfte standen? War Hindenburg wirklich nur Wachs in den Händen von schlechten Beratern? Welche Ziele verfolgte der alte „Held von Tannenberg“, der mehr propagandistische als militärische Fähigkeiten besaß, als man teilweise noch heute glauben möchte?

Diesen Fragen geht der Autor auf die Spur, von der wirtschaftlichen und politischen Ausgangslage her, in der sich das Deutsche Reich in seinen Jahren nach dem Ersten Weltkrieg befand und erzählt das Spiel der Kräfte von seinen Akteuren her. Loebell und Hindenburg auf der einen Seite, deren Persönlichkeiten sehr strukturiert analysiert werden, auf der anderen Seite, die falsche Entscheidungen fällten und damit in Fallen liefen, deren schmerzhafte Folgen sie acht Jahre später zu spüren bekamen.

Dabei zeigt Wolfgang Niess, dass Hindenburg keineswegs alternativlos gewesen ist, auch mit offenen Karten spielte, die nicht nur ausländische Kräfte durchaus sahen, sondern eine Geselllschaft nur allzu bereit war, mögliche Folgen zu übersehen, politische Kräfte zunächst an ein Arrangement glaubten, welches letztlich nicht eingehalten werden sollte. In kompakten Kapiteln, anhand der Betrachtung der politischen Situation des Jahres 1925, der Wirtschaft, gleichermaßen Opposition und Träger der Demokratie, wird dieses eingebettet im Vor- und Nachher fesselnd dargestellt.

Gut recherchiert zeigt dieses hoch informative Sachbuch, was passiert, wenn man nur einen Moment zu lange die Augen vor der Wahrheit verschließt, und hinterfragt zum Einen das Bild von Hindenburg als Spielball von anderen, sowie das Gedenken an diese Person in heutiger Zeit einerseits, andererseits aber auch indirekt, ob wir nicht heute ähnliche Warnzeichen übersehen und wieder in gestellte Fallen laufen. Genau wie damals. Und so hat Wolfgang Niess hiermit ein wichtiges und sicherlich zu diskutierendes Werk geschaffen.

Interview mit dem Autoren: Hier klicken. (Quelle: Deutschlandfunk)

Autor:
Wolfgang Niess wurde 1952 in Giengen an der Brenz geboren und ist ein deutscher Historiker, Autor und Moderator. Er studierte in Stuttgart und Tübingen Geschichte, Politikwissenschaft, Mathematik und Kommunikationswissenschaften und ist Autor zahlreicher Radio- und Fernsehsendungen, veröffentlichte verschiedene Aufsätze und Buchpublikationen zu Aspekten der zeitgeschichte. Für den SWR und SDR moderierte er Radiosendungen und entwickelte die Veranstaltungsreihe „Autor im Gespräch“ und gehört dem Wissenschaftlichen Beirat des Vereins Weimarer Republik zum Haus der Weimarer Republik an.

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Jörg Baberowski: Die letzte Fahrt des Zaren

Inhalt:
Ende Februar 1917: In den Palästen Petrograds wird getanzt und in den Opern gesungen, während sich auf den Straßen die Proteste ausweiten und die staatliche Ordnung in Bedrängnis gerät. Doch weil der Innenminister glaubt, alles im Griff zu haben, verlässt der Zar mit seinem glamourösen Hofzug die Hauptstadt. Er sollte sie nie wieder betreten, denn jetzt geht alles ganz schnell, bricht eine unerschütterlich wirkende Herrschaft in wenigen Tagen zusammen. In einem alles mitreißenden Strudel geht das Zarenreich unter und mit ihm alle Alternativen, die Russland in eine andere Zukunft geführt hätten.

Die letzte Woche des Zarenreichs so lebensnah, als säße man im Kino. (Klappentext)

Rezension:
Die 300-jährige Dynastie der Romanows scheint auch in Kriegszeiten unerschütterlich mit beiden Beiden in der Gesellschaft des Riesenreichs verankert, in den man auf den Straßen auch zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Unterschiede zwischen den Ständen merkt. Die einen leben in prächtigen Palästen in und im Umland von Petrograd, besuchen Opernstücke und Theateraufführungen, die anderen schufften in den Fabriken, die sich an der Newa teilweise in direkter Nachbarschaft wie bei einer Perlenkette aneinanderreihen. Die Differenzen zwischen den Lebenswirklichkeiten beider Welten, sie könnte nicht größer sein.

Schon länger brodelt es unter der Oberfläche der einen leise vor sich hin, von der alten Ordnung kaum beachtet oder ernst genommen. Doch innerhalb weniger Tage kehren sich die Verhältnisse um, versinkt Russland in Anarchie und Chaos und die Herren von einst müssen plötzlich um ihr Leben fürchten. Der Historiker Jörg Baberowski zeichnet in seinem hoch informativen und gut recherchierten Sachbuch das Bild eines Strudels, der sich immer schneller dreht und den sich keiner entziehen kann, sobald dieser die Betroffenen erfasst.

Vorangestellt ist Reflexion jener Tage zunächst ein Zitat von Hannah Arendt, über die Zersetzung de Staatsmacht und warum Revolutionen des Zepter von standhaft geglaubten Systemen übernehmen, welches bezeichnend ist für jene Tage, deren Spuren der Autor nachverfolgt. Dabei schafft Baberowski zunächst einen Überblick über die Situation in der glanzvollen Stadt der Zaren, in der das Leben auch in Kriegszeiten unbeirrt weiterzugehen scheint, zeigt aber auch den Kontrast zum übrigen Russland, der Frontgebiete auf, die für die Regierenden im Fokus stehen, dabei die Lebenswirklichkeiten der Menschen nicht ernstnehmend, was ihnen bald auf die Füße fallen wird.

Es ist ein Land voller Gegensätze, welches anhand der dargestellten Personen deutlich wird, derer wir auf Schritt und Tritt folgen, den weltfremden Komponisten einerseits, der einmal am gleichen Tag wie Stalin unbeachtet von der Welt sterben wird, einem Herrscher, der sich nicht für das Regieren oder gar für Entscheidungen eignet und das Volk, welches unter der sich mehr und mehr zuspitzenden Versorgungslage leidet, auf der anderen Seite.

Diese Gemengenlage ist es, die den Kessel innerhalb weniger Tage zum Explodieren bringen und einen Strudel der Gewalt und Willkür oder, dem bald ehemaligen Zaren zufolge „Lüge, Feigheit und Verrat.“, entfesseln wird und dieses hochspannend formulierte Sachbuch die Chronologie dieser Ereignisse. Auf reicher und vielschichtiger Quellenlage gestützt verfolgt Baberowski, wie Fehlentscheidungen der einen, wie Zufälle und Glücksgriffe, je nach Perspektive, zu den Zusammenbruch eines Systems führten, welches die Welt bis dato noch nicht gesehen hatte und der dessen Verbündete in Zweifel stürzen sollte und ein Land in einen Bürgerkrieg, den schon zu Beginn Hunderte zum Opfer fallen sollten.

Eingerahmt zwischen einer Karte Russlands und Petrograds wechseln die Schauplätze der Handlungsorte jener Tage, wie auch das Tableau an Personen, die plötzlich zu Entscheidern werden, aber auch jenen, die nun in einem Scherbenhaufen stehen, den sie selbst verursacht haben. Der Geschichtswissenschaftler verfolgt dabei vielen Spuren, so dass ein spannendes Portrait dieser Zeit entsteht, welches dazu einlädt, selbstständig zu recherchieren, ob der Leben handelnder Personen oder Orten und Gebäuden, ihrer Historie. Dabei wird hier der Mechanismus eines Zerfalls dargestellt, der sowohl die Schwächen eines starren und nicht zur Wandlung fähigen Systems aufzeigt, andererseits Ausnahemzustand, aber auch, dass die Revolution auch dort nicht halt macht, vor jenen, die sie entfesseln.

Geschichte kann so spannend wie ein Krimi sein, ein Teppich voller Handlungsstränge, bei denen eines zum anderen führt. Klar wird, Revolution und Bürgerkrieg waren nicht gesetzt, nicht einmal der Fall der einst mächtigsten und größten Herrscherdynastie der Welt selbst. Das zeigt Jörg Baberowski in aller Deutlichkeit, ohne entscheidende Details auszulassen und dennoch so kompakt wie möglich uns in jene Tage eintauchen zu lassen. Am Ende wird dabei auf einzelne Akteure nochmals eingegangen, hier hätte ich mir jedoch noch ein kleines Personenregister mit biografischen Informationen gewünscht. Das jedoch fällt nicht wirklich weiter ins Gewicht.

Ansonsten ist die Lektüre allen zu empfehlen, die die Atmosphäre dieser Zeit aus verschiedenen Perspektiven heraus aufgreifen möchten. Man wünscht sich mehr Sachbücher jener Art.

Autor:
Jörg Baberowski wurde 1961 in Radolfzell am Bodensee geboren und ist ein deutscher Historiker und Gewaltforscher. Seit 2002 ist er Professort für die Geschichte Osteuropas an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er studierte zunächst Geschichte, Philosophie und Politikwissenschaft in Göttingen und war wissenschaftlicher Mitarbeiter am seminar für Osteuropäische Geschichte an der Universität Frankfurt/Main. In Tübingen habilitierte er, mehrere Forschungsaufenthalte u. a. in Finnland und Russland schlossen sich an.

Im Jahr 2001 übernahm er den Lehrstuhl für Osteuropäische Geschhichte in Leipzig vertretungsweise, bevor er nach Berlin wechselte, von 2004-2006, sowie 2007-2009 war er Vorsitzender des Fördervereins des Instituts für Geschichtswissenschaften. Er ist Autor mehrerer Bücher und Aufsätze zur russischen und sowjetischen Geschichte, sowie von Kolumnen in verschiedenen Zeitungen.

2012 erhielt er den Preis der Leipziger Buchmesse, in der Kategorie „Sachbuch“.

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Jesse Falzoi: Creative Writing

Inhalt:
In den USA kann man an zahlreichen Universitäten Creative Writing studieren und wird dabei von namhaften Schriftstellern und Dichtern in allen Bereichen unterstützt. Die Verfasserin hat ein solches Studium in den USA absolviert und ein Buch geschrieben für diejenigen, die auch Zuhause lernen wollen, wie man bewegend, spannend und literarisch schreibt und zum eigenen Lektor wird.

Dieser praktische Ratgeber behandelt jedes Thema, das beginnende und erfahrene Schriftsteller beschäftigt, weit über das rein Handwerkliche hinaus. Schwerpunkte bilden das Zusammenspiel Protagonist/Plot sowie die Vielfalt der Erzählperspektive. Checklisten und Vorlagen, viele praktische Übungen und eine große Bandbreite an Beispielen aus der Weltliteratur begleiten den Leser auf dem Weg zum Schriftsteller. (Inhalt lt. Amazon)

Rezension:
Für den einen oder anderen von uns vermag vielleicht der Wunsch bestehen, die eigenen Ideen zu Papier zu bringen. Daraus ein Buch sich zu erarbeiten, was man sich später gebunden ins Regal stellen, was andere Menschen kaufen können, um ebenfalls an den Geschichten ihre Freude zu haben, ist fast schon ein verwegener Gedanke. Und dann steht da am Beginn das weiße Blatt Papier, das geöffnete leere Dokument und die Frage, wie man überhaupt beginnen soll. Der Ratgeber „Creative Writing“ der Schriftstellerin Jesse Falzoi hilft hier, anaolg eines Schreibkurses anhand praktischer Übungen sich seine Geschichte zu erarbeiten udn sein eigenes Schreiben zu verbessern.

Zahlreiche Beispiele und Übungen rahmen die sechszehn Lektionen ein, die helfen, sich beide Punkte zu erarbeiten. Dabei geht es zunächst einmal über das Schreiben selbst und der Frage des Warum, bevor die Autorin dazu einlädt, anhand von Fragestellungen Texte sich zu erarbeiten und daran zu üben. Dabei bestimmen wir selbst unser Tempo, ziehen dabei unsere Leseerfahrungen zu Rate, wobei auch unzählige Literaturbeispiele gegeben werden, wenn es zum Beispiel um die Entwicklung von Figuren oder Handlungsabläufen geht.

Sehr methodisch werden diese und anderen Punkte, von der ersten Idee bis zum überarbeiteten Text dargestellt, wobei Jesse Falzoi auch ihre eigenen Erfahrungen, Erfolge und vor allem Misserfolge einbezieht, was zeigt, dass der Weg zur überarbeitenden Geschichte so turbolent wie steinig ist und der erste Textentwurf durchaus frei von der Hand geschrieben werden kann, damit überhaupt eine Arbeitsgrundlage entsteht, auf der dann die einzelnen Punkte Anwendung finden.

Es geht hier nicht nur um Erzählschemata (ja, auch), sondern vor allem pro Kapitel darum, um ein Gefühl für die dort behandelten Themen zu bekommen, sich zu erarbeiten. Im Bezug auf das eigene Schreiben hat Jesse Falzoi mir gezeigt, was ich schon intuitiv alles mache und an welchen Sachen ich später noch arbeiten kann, aber auch, wie es mit einem Text weitergeht, wenn dieser vermeintlich geschliffen oder fertig ist. In sofern stimmt, so weit ich das schon sagen kann, hier das Wort „umfassend“, wobei die einzelnen Kapitel so kompakt gehalten sind, dass man mit Informationen und Stoff zum Nachdenken nicht zu überladen ist.

Schließlich soll man ja diese Energie und das in die Hand bekommene Werkzeug am Ende auch nicht nur in die zahlreichen und vielseitigen Übungen, sondern in den eigenen Text stecken. Und das ist ganz wunderbar.

Autorin:
Jesse Falzoi ist eine deutsche Schriftstellerin unterrichtet Creative Writing in Berlin, bietet Coaching und Workshops an. 2001 schloss sie ihr Literaturstudium ab, erhielt 2013 ein Stipendium in den USA und erhielt zwei Jahre Später ihren Master of Fine Arts in Creative Writing. In zahlreichen Literaturzeitschriften veröffentlichte sie bereits und erhielt mehrere Literaturpreise, sowie ein Aufenthaltsstipendium im Heinrich Böll Cottage Irland.

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Antonio Pigafetta: An Bord mit Magellan

Inhalt:
Nur wenige Mitglieder der Crew überlebten die erste historisch belegte Umsegelung der Erde. Einer von ihnen war der italienische Ritter Antonio Pigafetta, der seine abenteuerlichen Erlebnisse in einem detaillierten und farbenfrohen Reisebericht schilderte. In Christian Jostmanns feinfühliger Übersetzung des Originaltextes lässt sich dieser Klassiker der Reiseliteratur nun wieder auf Deutsch entdecken.
(Klappentext)

Rezension:
Nachdem im 16. Jahrhundert Portugal und Spanien die damals bekannte Welt unter sich aufgeteilt hatten, beschloss König Karl I. den Adligen Ferdinand Magellan damit zu beauftragen, innerhalb der eigenen Hemisphäre „Inseln und Festländer zu entdecken, reiche Gewürzvorkommen und andere Dinge“ zu entdecken und die Position der Molukken genauer zu bestimmen, sowie diese für Kastilien in Besitz zu nehmen. Ein Jahr lang wurden fünf Schiffe generalüberholt, bevor diese in See stachen, an Bord eines der Schiffe der Ritter Antonio Pigafetta, der als einer von wenigen die strapaziöse Reise überleben sollte. Er dokumentierte in Tagebuchform die Schifffahrt und damit die erste Weltumsegelung, die nun in der Neuübersetzung von Christian Jostmann vorliegt.

Von diesem gibt es zunächst eine kurze und kompakte Einordnung des Textes, um verständlich zu machen, was man da überhaupt liest. Wer war Pigafetta eigentlich? Was befähigte ihn, Mitglied einer der Crews zu sein und weshalb eigentlich er als einer von wenigen die Reise überlebte, bevor im Anschluss schnell in den Reisebericht selbst eingestiegen und den Autor jenes Berichts das Wort überlassen wird. Der hinterlest mit seinen gesammelten Eindrücken ein historisches Erbe, welches uns von den Vorbereitungen dieses großen Abenteuers, von dem damals noch viel mehr abhing, auch in Bezug auf die möglichen Risiken, von denen sich einige später bewahrheiten sollten, als heute, bis hin zum Ende der Reise mitnimmt, dessen Leistung sich der Autor damals schon bewusst gewesen ist.

Die einzelnen Abschnitte sind dabei kurz gehalten. Es handelt sich ja um von Pigafetta selbst überarbeitete Tagebucheinträge, die dieser für ein Bericht an einem seiner späteren Dienstherren, als Grundlage verwendet hat. Auch heute sind sie gut lesbar. Mit jeder Zeile fühlt man vom Seewind bis zu Skorbut all das, was die damalige Besatzung dieser Expedition durchleben musste. Dabei fällt auf, der Ritter Antonio Pigafetta war ein Kind seiner Zeit, wenn auch sehr aufgeschlossen gegenüber neuem.

So werden Vokabellisten geführt, der Stämme und Völker, auf die er trifft, jedoch auch Akte der Gewalt als gegeben hingenommen und so beschrieben, wenn Magellan und seine Leute ihren Willen gegenüber den Menschen durchsetzen wollten, auf die sie trafen. Den Bericht muss man folglich als Bestandteil der spanischen Kolonialgeschichte lesen, was die nautische und logistische, sowie auch physische und psychische Herausforderugn eines solchen Unternehmens freilig nicht schmälert.

Der Reisebericht kommt sehr detailliert daher. Handel und Aufeinandertreffen mit den Menschen von der Südsee, über Südamerika und den Philippinen werden beschrieben, sowie das Leben an Bord der Schiffe, welches zur Meuterei eines Teils der Besatzung führte und auf einem anderen Teil der Reise zum Tode Ferdinand Magellans. Die Tonalität des Berichts, die laut dem Übersetzer Christian Jostmann sehr dicht am Original des Berichts liegt, macht eben diesen heute noch gut lesbar, wenn auch an manchen Stellen sehr viele Details direkt aufeinander folgen, was man vorher sich bewusstmachen sollte.

Einordnungen und Erklärungen, insbesondere wenn sich Pigafetta selbst Interpretationsspielräume ausbedingt oder einfach Umschreibungen für geografische Orte nutzt, die so heute schlicht und einfach nicht mehr phonetisch existieren, erfolgen in zahlreichen Fußnoten. Ergänzt wird der Text durch eine Karte im Buchrücken, der die Reiseroute zeigt, sowie eine Abbildung gemalter Inseln, die den Orignal-Bericht durchziehen, ohne den Anspruch auf unbedingte geografische Genauigkeit zu haben.

Der Bericht ist vor allem vor dem Hintergrund Ferdinand Magellans interessant, dem der Autor Christian Jostmann in einem eigenen Sachbuch „Magellan oder die erste Umsegelung der Erde“ portraitiert hat, kann jedoch auch davon losgelöst als eigenständiges Werk gelesen werden, zudem wir es hier mit dem Text eines Zeitzeugen zu tun haben, was für diese Zeit in der Qualität einzigartig sein dürfte. Mit dem Hintergrundwissen des Zwecks der Reise, kolonialer Ansichten der Teilnehmenden, was zur Einordnung wichtig ist, bleibt ein hochspannender Text, der uns praktisch in die beschriebene Zeit versetzt, all die Strapazen aber auch Entdeckungen erleben lässt.

Wer Spaß an so etwas hat, vielleicht auch ein historisches Interesse, zumal an Berichten vergangener Seefahrten und Expeditions-Großleistungen, ist diese Neuübersetzung unbedingt zu empfehlen.

Autor:
Antonio Pigafetta wurde vor 1492 in Vincenza geboren und starb irgendwann nach 1524. Er war ein italienischer Ordensritter, Entdeckungsreisender und Schriftsteller, der vor allem als Chronist der ersten Erdumsegelung unter Ferdinand Magellan und Joan Sebastian Elcano bekannt ist, welche er als einer von wenigen überlebte.

Christian Jostmann wurde 1971 in Bielefeld geboren und ist ein deutscher Historiker und Autor von zahlreichen Sachbüchern. Er studierte Geschichte, Soziologie, Psychologie und Hispanistik in Würzburg, Bielefeld und Madrid. 2004 promovierte er mit seiner Disseration über die sibyllinische Literatur des Spätmittelalters. Als Feuilletonist schrieb er für die Süddeutsche Zeitung, weiter, seit 2006 für die österreichische Wochenzeitung Die Furche. 2019 veröffentlichte er sein erstes Sachbuch, dem weitere folgten. 2008 erhielt Jostmann den Stauferpreis der Stauferstiftung Göppingen.

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Die Leipziger Buchmesse 2026

Kurz vor Beginn der diesjährigen Buchmesse häufte sich die Kritik. Zum einem an Kulturstaatsminister Weimer, dessen Umgang mit drei von der Jury für den Buchhandlungspreis ausgewählten und von ihm letztendlich ausgeschlossenen Buchhandlungen, wegen nicht näher benannten Verdächtigungen seitens des Verfassungsschutzes, zum anderen wegen des neuartigen Einlasskonzeptes der Messegesellschaft in den sozialen Medien, die wie ein Neuaufguss der letztjährigen Katastrophe klang, in deren Folge Menschen teilweise bis zu zwei (oder noch mehr) Stunden standen, um in die heiligen Messehallen zu gelangen.

Die Kritik an den Kulturstaatsminister ist noch lange nicht ausgestanden, bündelte sich aber über die Messetage hinaus in eine große gegenseitige Solidarität innerhalb der Buchbranche.

Viele, vor allem kleinere Verlage setzten Zeichen, größere (Hanser) luden die drei ausgeschlossenen Buchhandlungen zu ihren Messe-Feiern ein und eine Demo gab es am Vortag des ersten Messetages vor dem Gewandhaus zu Leipzig, in dem die Buchmesse traditionell eröffnet und diesmal der Kulturstaatsminister auch innerhalb einiges an Kritik und Seitenhieben einstecken musste. Auf weitere Veranstaltungen hatte er sich dann nicht getraut und alle Termine abgesagt, so dass die Buchmesse relativ friedlich starten konnte.

Friedlich und ohne Verspätung ging es am Vortag mit der Bahn für mich nach Leipzig. Schnell das Gepäck abgestellt, Kaffee getrunken und Richtung Innenstadt, wo einige Freunde ebenfalls bereits eintrafen, in ihre Unterkunft einchecken konnten, um dann ebenfalls die Messe traditionell zu eröffnen, was für uns einfach heißt, Indisch essen zu gehen, Messe-Pläne auszutauschen und vielleicht schon einmal vorab auszumachen, wo man sich eventuell auf dem Messegelände und bei welchen Veranstaltungen begegnen würde.

Nicht zu sagen, dass es diesmal sehr viele Lesungen und Gespräche gab, die parallel zueinander abliefen, für die man sich am liebsten zerteilt hätte. Übrigens gilt das auch für die reinen Blogger-Veranstaltungen, die reichlich spät per E-Mail eintrudelten. Das hat schon einmal besser geklappt.

Der erste Tag begann für mich sehr früh im Pressezentrum, mit einem Wiedersehen vieler Gesichter. Nicht zum ersten Mal konnte man dort, wer wollte, eine Verschiebung betrachten. Als ich angefangen habe, zu bloggen, waren noch mehrheitlich Journalisten dort, die sich den mehr als schlechten Kaffee geholt haben und miteinander diskutierten, heute füllen die Lücke des beinahe überall eingestampften Kulturjournalismus‘ Blogger, Booktuber, Booktooker und Bookstagram, was Vor- und Nachteile hat und zu freudigen Wiedersehen mancher führte. Ja, es ist jedes Mal wie ein großes Klassentreffen.

Man kennt sich untereinander.

Mein erster Weg führte am Donnerstag in Halle 5, dort sind immer die meisten der unabhängigen Verlage zu finden, einige begrüßt und schon stand die erste Lesung an. Für mich natürlich eine Sachbuch-Diskussion „Das Semitische als Grundlage der europäischen Demokratie„, so sperrig wie vielschichtig, um direkt danach in die Programm-Vorstellung von Rowohlt zu gelangen, in der zwei Autor:innen aus ihren neuesten Werken lasen. Iryna Fingerova aus „Zugwind“ und Till Raether aus „Meeresdunkel„, einem Mallorca-Thriller.

Danach ging es zum Schweizer Gemeinschaftsstand, wo Sasha Filipenko aus seinem Roman „Der Elefant“ gelesen hat, den er anschließend signierte. Von der parallel verlaufenden Blogger-Veranstaltung von Diogenes habe ich daher nur noch das Ende mitbekommen. Dort hat Shelly Kupferberg über ihren neuen Roman gesprochen. Bevor es dann noch mit Freunden aus dem Literaturforum buechertreff.de in der Stadt gemeinsam klönen ging, noch eine letzte Lesung von Gaea Schoeters aus ihren Romanen „Trophäe“ und „Das Geschenk„. Beide Romane sollte ich mir vielleicht einmal bei Gelegenheit anschauen. Ganz toll.

Am Freitag ging es erneut auf das Messegelände, wo die frisch ausgezeichnete Preisträgerin des Preises der Leipziger Buchmesse, der Kategorie Belletristik, Katerina Poladjan ihren Roman „Goldstrand“ vor Bloggenden vorstellen durfte. Das Buch habe ich mir kurz vorher gekauft.

Katerina Poladjan, der Bloggende (Quelle: Privatarchiv)

Am Tag zuvor war das wohl kurzzeitig nicht mehr möglich, nachdem die Auszeichnung verkündet wurden war. Da hat man offenbar schnell für Nachschub gesorgt. Einige andere Verlage hatten nicht so viel Glück. Oder obwohl, doch. Gerade kleinere haben sich über den riesigen Andrang gefreut, der in diesem Jahr in den Hallen herrschte. Das Einlasssystem mit mehr Eingängen, breiteren Gängen zwischen den Ständen und einem konsequent schon von Beginn an geführten Einbahnwegesystem hat diesmal sehr gut funktioniert. 105.000 Besucher waren es zur Halbzeit (Donnerstag und Freitag) bereits, 9.000 mehr als im Jahr zuvor.

Das hat man zwar gemerkt, ich habe es jedoch nicht als störend oder in den Gängen behindernd wahrgenommen. Natürlich umgehe ich gewisse Stände, wie z. B. den von Sebastian Fitzek, der dieses Jahr einen eigenen hatte und an den man am Tag darauf nicht mal mehr ansatzweise herankam. Aber zum Mitteldeutschen Verlag bin ich wieder gern gegangen, der dieses Jahr sein 80-jähriges Bestehen feiert. Zuvor hatte ich Zeit für eine Lesung gehabt, mit dem Titel „Der Westen sind jetzt wir„, über die Verschiebung der Weltpolitik, insbesondere Amerikas Umgang mit Europa und umgekehrt.

Nicht nur Sebastian Fitzek konnte man auf der Messe begegnen, sondern z. B. auch Arno Strobel (im Bild), Quelle: Privatarchiv

Nebst interessanten Gesprächen beim Meet & Greet des wunderbaren Karl Rauch Verlags und beim Ultraviolett-Verlag, hat sich bei Wagenbach der Autor Dario Ferrari vorgestellt und seinen Roman „Die Pause ist vorbei“ gleich mit.

Der Messe-Samstag begann mit einer Blog-Idee und einem dazu notwendigen Bücherkauf (Welcher Bücherkauf ist nicht notwendig?) Irgendwie muss man ja auch mitspielen, wenn um die Fülle des leeren Koffers gewettet wird. Aber nein, mindestens drei Ideen für Blog-Beiträge, unabhängig von irgendwelchen Rezensionen nehme ich von der Buchmesse Leipzig mit. Eine Lesung zu „Daybreak in Gaza“ scheiterte fast an der Technik, doch der Autor konnte dann doch noch zur Messe zugeschaltet werden.

Vorher gab es ein Wiedersehen mit C. H. Beck, die erneut in der Kategorie Sachbuch gewinnen konnten (Marie-Janine Calcic Balkan-Odyssee 1933-1941„). Danach hat Svenja Falk das ihre „Die letzten Tage der Diktatur“ (erschienen bei Klett-Cotta“ vorgestellt. Eine Gedicht-Lesung „Kultur und Krieg – Ukrainische Erfahrungen“ hat mich dagegen nicht ganz so überzeugt, eher schon Rasa Bugavicute-Pece, die aus ihrem Kinderroman „Der Junge, der im Dunkeln sah“ (erschienen bei Mirabilis) gelesen hat, wo ich nicht nur mit der Verlegerin, sondern auch, wie schon bei Filipenko, mit der jeweiligen Übersetzerin ins Gespräch gekommen bin.

Gerade solche Gespräche sind es, die sich am Rande von Messen ergeben, die diese für mich zu so etwas Besonderen machen. Die letzte Veranstaltung des Abends behandelte das Thema Neurodiversität in Romanen, bevor es dann unter einsetzenden strömenden Regen Richtung Innenstadt ging. Was tut man nicht alles für eine warme Mahlzeit.

Anschließend haben Freunde und ich die in der Nähe liegende Bar gestürmt und den Abend ausklingen lassen, nachdem es für einige den Tag darauf schon nach Hause zurückgehen sollte. Und ich mein Handy liegen lassen, dies aber erst in der letzten fahrenden Bahn des Abends sitzend gemerkt habe. Gedanklich schon den darauf folgenden Tag deswegen streichend, bekam ich das Handy aber am nächsten Tag Gott sei Dank wieder.

Dadurch wahr es mir dann doch möglich, den letzten Messetag mitzunehmen. Ist ja ohne irgendwie auch schade, und so habe ich mich dann auch Sonntag auf dem Messegelände eingefunden. Begonnen hat der Tag mit der Lesung zu „Schergenstaat Russland„, danach einem Blind-Date mit vier kleineren Verlagen in einer Sammelveranstaltung. Das dazugehörige Format hätte ich jetzt nicht gebraucht, die Verlage waren aber interessant. Nach einem letzten Messe-Rundgang war dann aber auch bei mir die Luft raus. Es ist einfach viel zu wenig Schlaf in der Nacht zuvor gewesen.

Aber von den Verlagen kam überall positives Feedback zu Messe-Verkäufen und Aktivitäten, sowie Interesse an den Ständen. Das hört man doch gerne. 313.000 Besucher (die 300.000er Marke hat man letztes Jahr nur knapp verpasst) kamen insgesamt. Das waren 17.000 Menschen mehr als im Vorjahr.

Mitgenommen, von der Messe, habe ich 31 Bücher. Ihr kennt den Ausdruck, das sprengt den Rahmen, obwohl in meinen Koffer noch ein paar mehr hineingepasst hätten. Meine Karte hat dazu aber leider nein gesagt. Und die Bahn genau so nein, zu einer bequemen Rückfahrt. Drei Waggons haben dem ausgebuchten Zug gefehlt. Enges beieinander stehen war angesagt. Nicht gerade angenehm, wenn man den obligatorischen Messe-Schnupfen mit sich herumträgt, zudem nicht der Einzige ist, der sich überladen hat.

So weit, so schön, mittlerweile bin ich wieder zu Hause und habe mich etwas sortieren können. Alles weitere nach und nach hier auf dem Blog.

Mehr Eindrücke gibt es auf Instagram: @findosbuecher

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Ich muss leider die zum Teil schlechte Fotoqualität entschuldigen. Meine Kamera hat zwischendurch ausgesetzt, so dass die meisten Fotos nur Handyqualität haben.

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