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Anatol Regnier: Jeder schreibt für sich allein

Jeder schreibt für sich allein Book Cover
Jeder schreibt für sich allein Anatol Regnier C.H. Beck Erschienen am: 17.09.2020 Seiten: 366 ISBN: 978-3-406-75592-7

Inhalt:

Dieses Buch handelt von Schriftstellern im nationalsozialistischen Deutschland, ihrem Spagat zwischen Anpassung und künstlerischer Integrität unter den Bedingungen der Diktatur.

Opportunisten und Konjunkturritter sind dabei, aber auch Autoren, die nur ihrer Arbeit nachgehen wollten und versuchten, moralisch sauber zu bleiben. Mit leichter Hand verknüpft Anatol Regnier die Biografien von Hans Fallada und Erich Kästner, Agnes Miegel und Ina Seidel, Gottfried Benn, Hanns Johst und Will Vesper. Es sind Geschichten von überraschender Widersprüchlichkeit, die das ganze Spektrum menschlichen Verhaltens im Dritten Reich abbilden. (Klappentext)

Rezension:

Als im Jahr 1933 die Nationalsozialisten an die Macht im Deutschen Reich gelangten, begann gerade im kulturellen Bereich ein beispielloser Exodus. Schriftsteller, wie der Nobelpreisträger Thomas Mann oder Literaturkritiker, wie Alfred Kerr, flohen ins Ausland. Nur zu gut waren ihre Positionen zu den neuen Machthabern bekannt, die ihre Ziele kaum verheimlichten. Mit einem Schlag war Deutschland einem Großteil seines kulturellen Lebens beraubt. Doch, viele SchriftstellerInnen und DichterInnen blieben, da sie nicht fliehen wollten oder konnten. Dies ist ihre Geschichte.

Anatol Regnier, Enkel des im Jahr 1918 verstorbenen Dramatikers Frank Wedekind, hat mit „Jeder schreibt für sich allein“ ein bemerkenswertes Porträt geschaffen, jener Zeit, in der man sich teilweise bis zur Unkenntlichkeit verbiegen musste, um bestehen zu bleiben und überleben zu können. Doch, wie weit musste man als Schriftsteller gehen, der ständig durch das Damoklesschwert Schreibverbot bedroht wurde, zudem, jede Zeile, sei sie auch noch so wohlwollend, kritisch beäugt sah.

Wie gingen Literaten, wie Erich Kästner, der bereits weltbekannt war, als die Nazis die Macht erlangten damit um, wie ein psychisch angeschlagener Hans Fallada und was erhofften sich Ina Seidel und Will Vesper? Anatol Regniers dokumentarischer Bericht zeigt anhand der Werke einer Auswahl von Autoren, was die Zwänge der Diktatur mit den Menschen machten, wozu diese teilweise durch das Regime getrieben wurden.

Hier wird detailliert auf einzelne Biografien Bezug genommen. Andere fallen dabei unter den Tisch. Teils, weil sie zu umfangreich wären für einen Gesamtüberblick, da dies nur eine Übersicht darstellen soll, aber auch, da die ganze Blut-und-Boden-Literatur nur gestreift wird. Vielmehr geht es Regnier, um die jenigen, die zwischen den Stühlen standen und sich nach dem Krieg vor Größen, wie Thomas Mann, verteidigen mussten. Für jede Zeile, die auch nur ansatzweise anrüchig klang.

Der Autor seziert einzelne Werke gründlich. Als Lesender kann man nur vermuten, welche Rechercheleistung dahinter steckt, aber auch die Liebe zur Literatur, die gerade aus dieser Zeit mehrdeutig betrachtet werden muss. Sachlich nüchtern präsentiert der Autor die schreibenden Kollegen jener Zeit, die sich hinterher rechtfertigen mussten und praktisch mit dem Rücken zur Wand standen.

Er zeigt, welchen Einfluss oder auch nicht, einzelne Kulturschaffende hatten, wie diese sich teilweise bei Behörden und Ministern für ihre Kollegen einsetzen und um jede Zeile kämpfen mussten. Mal mehr, mal weniger. Sehr kompakt geschrieben ist dies, trotzdem spürt man auch beim Lesen des Sachbuchs die ständige Bedrohung, der die Schriftsteller im Nationalsozialismus unterlagen.

Was dabei herauskam, lässt sich heute noch anhand ihrer Werke nachvollziehen, wobei es Autoren wie Erich Kästner auch im Nachkriegsdeutschland gelang, wieder Fuß zu fassen. Anderen, berechtigterweise nicht. Der Zwist der Vielen, die dazwischen standen, ist heute fast vergessen. Um so wichtiger, dieses Buch, welches z.B auch parallel zu Volker Weidermanns „Buch der verbrannten Bücher“ gelesen werden kann. Einige Autoren finden sich auch dort wieder.

Autor:

Anatol Regnier wurde 1945 in Sankt Heinrich geboren und ist ein deutscher Schriftsteller, Chansonsänger und Gitarrist. Sein Großvater ist der Dramatiker und Schriftsteller Frank Wedekind, über den er 2008 eine Biografie veröffentlichte.

Regnier selbst, studierte am Royal College of Music in London und dozierte selbst am Konservattorium in München. Mitte der 1980er Jahre lebte er in Australien. Im Jahre 2003 erschien seine Familienbiofie. Zwei Jahre später erhielt er den Ernst-Hoferichter-Preis der Stadt München, sowie den Schwabinger Kunstpreis, 2012. Er ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und lebt heute in München.

Das Bloggen mit Büchern: Wie hältst du’s mit Rezensionsexemplaren?

Der Blog startete als kleines Privatvergnügen, zur Gedächtnisstütze nach der Lektüre. Mehr war es zu Beginn nicht, wollte ich doch aufschreiben, wie ich ein gelesenes Buch fand und warum das so ist, schließlich verdrängt man als Vielleser eine ganze Menge. Irgendwo muss ja der Platz für Gedanken zu neuen Büchern her. Da ist solch eine Schreibarbeit schon eine feine Sache.

Heute, lange nachdem ich mich auf’s Glatteis begeben habe, ohne auf mich zu vertrauen, dass es vielleicht noch jemanden gibt, der sichd afür interessiert, was ich zu sagen habe, mit größerem Selbstbewusstsein, ist aus dem persönlichen Archiv viel mehr geworden.

Inzwischen sehe ich es als meine Aufgabe an, Literatur vorzustellen und kritisch einzuordnen, auch einmal Bücher jenseits der obersten Schichten von Büchertischen und Bestsellerlisten zu zeigen. Gelesen wird das gerne, dafür bin ich unglaublich dankbar. Doch, auch ich muss mir als Blogger eine Frage gefallen lassen und die lohnt einer näheren Ausformulierung.

Wie hältst du’s mit den Rezensionsexemplaren?

Was der Mode-Bloggerin ihr Seidenschal oder ihre Handtasche ist, sind den Literaturbloggern die Rezensionsexemplare. Per se sind das Bücher, die in einer begrenzten Stückzahl von Verlagen und Autoren der Presse zur Verfügung gestellt werden, um diese unter die Menschen zu bringen, auf breiter Basis zu präsentieren und vorzustellen. Für die eine Seite nicht mehr und nicht weniger als kostengünstige Werbung, für uns Blogger Arbeitsmaterial, Content und Lohn zugleich.

Der Stapel ungelesener Bücher ist bei mir naturgemäß nicht klein.
Manchmal kommen aber auch Rezensionsexemplare hinzu.

Natürlich ist kein Schreiberling auf diese Art von Zuwendung angewiesen. Einige nutzen sie mehr, andere konzentrieren sich auf das, was sie ohnehin auf ihren Stapeln ungelesener Bücher finden. Persönlich stöbere ich gerne in den Vorschauen der Verlage, lasse mich auf Benachrichtigungen von Autoren und literarischen Agenturen ein.

Einige intensive Kontakte sind dadurch schon entstanden, mit einigen Schriftstellern hatte ich so die Grundlage für Interviews auf den Buchmessen geschaffen. Da ist die Frage nicht weit, wie kritisch man gerade dann sein darf. Schließlich hoffen die, die Rezensionsexemplare zur Verfügung stellen, auf eine positive Besprechung.

Gerade das ist nicht immer gegeben. Sei es, weil die Thematik nicht so von den AutorInnen verarbeitet oder umgesetzt wurde, wie man sich das als Leser erhofft hatte, weil man ganz andere Erwartungen an die Lektüre hatte oder das Buch zwar zeitnah gelesen hatte, aber in der falschen Stimmung dafür gewesen ist. Das und noch einige andere Punkte beeinflussen die Bewertung von Büchern und dies kann dann natürlich auch nach hinten losgehen.

Anfangs war ich noch vorsichtig. Zu Beginn ist man noch neu in dieser „Bubble“, fühlt sich geehrt, wenn man Rezensionsexemplare zugeschickt bekommt. An meinen ältteren Rezensionen merkt man das teilweise, doch mittlerweile neige ich dazu, zu sezieren, wie ein Rechtsmediziner eine Leiche. Gott sei Dank fühle ich mich nach dem Lesen der meisten Bücher weniger tot als viel mehr erfüllt.

Der Glücksgriff nach guter Lektüre gelingt mir häufiger, auch bei Anfragen an die Verlage, als dass er mir misslingt. Das erklärt viele positive Bewertungen. Ich kenne meine Lesevorlieben, meine Stimmung genau, begründe jedoch auch, wenn dies einmal nicht so funktioniert.

So schreibe ich dann auch negative Rezensionen. Um ehrlich zu sein, auch Verrisse zu formulieren, macht Spaß. Einige Verlage können davon bei mir leidgeprüft ein Lied singen. Doch, mein Anspruch ist es, jede Kritik, die ich äußer, sachlich zu formulieren und ausführlich zu begründen.

Es braucht auch einmal eine negative Meinung, doch letztendlich gilt das, was Marcel Reich-Ranicki einst in einem Interview formulierte. Hauptsache ein Buch wird erwähnt. Auch von ihm verrissene Lektüre verkaufte sich sehr gut. Schließlich wollten viele wissen, was an der Kritik des großen Kritikers dran ist. Inzwischen halte ich das ebenso.

Jeder kann hier sehen, welche Rezensionen auf einem Rezensionsexemplar beruhen. Das schreibe ich entweder in die Datenbox oben hinein, oder bei älteren Rezensionen, die noch nicht überarbeitet wurden, steht diese Information als Kennzeichnung im Verzeichnis. Es ist ersichtlich, transparent. Um so wichtiger dann auch, welches Fazit ich aus der Lektüre für mich gezogen habe.

Wenn das ausführlich und begründet ist, haben alle was davon. Leser, Autoren und Verlage. Es soll ja auch die jenigen geben, die genau wissen, was nicht für den Rezensenten funktioniert hat, könnte es für einem selbst sein. Das ist dann auch eine Hilfe. Vielleicht ist mir eine Handlung zu ruhig und langwierig, andere suchen genau dies. So kann auch eine negative Bewertung zu etwas Positiven führen. Damit ist dann viel gewonnen.

Drei Rezensionsexemplare von drei Verlagen.
Zwei davon funktionierten für mich gut, eines weniger.

Ja, es braucht auch negative Rezensionen und davon sind die von Verlagen zur Verfügung gestellten Werke nicht ausgenommen. Nur einmal hatte ich bisher eine etwas unprofeessionelle Reaktion darauf, ein anderes Mal habe ich auf Nachfrage hin, eine Kritik noch einmal etwas mehr ausformuliert. Relativ selten kommt es auch vor, dass ich mich gar nicht in der Lage sehe, eine Rezension zu schreiben. Dann bekommen Verlag und Autoren darüber eine Nachricht mit Begründung. Ansonsten gilt, was nun geschrieben steht.

Egal, ob die Rezension in die positive oder negative Richtung ausschlägt, begründet muss sie sein und mittlerweile gelingt mir zumindest das ganz gut. Für mich und meine LeserInnen die Lektüre einzuordnen, vielleicht eine Vorauswahl zu treffen, ist eine Hauptaufgabe inzwischen, die ich ernst nehme. Ausformulierte Kritik können Verlage und Autoren aushalten, letztendlich entscheidet ohnehin der Gang in die Buchläden und Bibliotheken. Wer danach anderer Meinung ist als ich, hat vielleicht etwas gefunden, was mir verschlossen geblieben ist. Das ist doch auch ganz schön.

Egal, ob positiv oder negativ. Das ist auch bei Rezensionsexemplaren nicht unbedingt wichtig. Hauptsache, begründet und sachlich muss die Kritik sein. Nur dann funktioniert es.

Mit einigen Verlagen und Autoren verbindet mich eine längere Zusammenarbeit, trotz mancher negativer Kritik oder vielleicht auch deswegen. Fast alle Werke, die ich anfrage, bekomme ich zumeist, zusammen mit den Büchern, die an mich sonst noch herangetragen werden.

Mittlerweile kennt man die Genre, die Themen, in denen ich mich bewege, was auch dazu führt, dass totale Fehlgriffe relativ selten sind. In letzter Zeit frage ich weniger an. Ich habe mich da in der Vergangenheit etwas übernommen, doch bin ich jedes Mal gespannt darauf, was mich erwartet. Heute frage ich gewählter nach.

Oft funktioniert das, manchmal leider nicht. Vielleicht kommt es am Ende auch nicht darauf an, welche Sternebewertung dabei herauskommt. Das Wie und Warum ist wichtiger. Für meine LeserInnen, für die Verlage und schreibende Zunft. Für die Statik meines Bücherregals. Auch, für mich. Dazu gehören dann auch negative Rezensionen.

Letztlich muss sich ein jeder seine eigene Meinung bilden.

Euer findo.

Die Fotos entstammen meinem Instagram-Account.

Das Bloggen mit Büchern: Wie machst Du das?

Über das Schreiben. Über das Bloggen.

Es ist egal, über welche Themen man in einem Blog schreibt. Ein interessierter Mensch wird immer nur die veröffentlichten Beiträge sehen, lesen und kommentieren. Vielleicht teilt jemand den Artikel auch in den sozialen Netzwerken oder jemand fühlt sich inspiriert, ebenfalls seine Gedanken dazu niederzuschreiben? Alleine, die Hintergrundarbeit bleibt zumeist im Dunkeln.

Und so möchte auch ich, inspiriert von lesestunden.de in dieser Kategorie über das Buch-bloggen schreiben und meine Gedanken mit euch teilen. Für den ersten Beitrag hierfür, habe ich mich an den Fragen von Tobias orientiert.

Angefangen habe ich mit einer Homepage aus dem Baukastenprinzip, da ich mich zunächst weder mit den technischen, noch mit den rechtlichen Hintergründen auseinandersetzen wollte. Ich wollte einfach nur über mein liebstes Hobby schreiben. Das Lesen. Freunde und Arbeitskollegen hatten mir das ans Herz gelegt, zumal man mich praktisch immer mit einem Buch sieht. Irgendetwas lese ich immer, warum also nicht meine Gedanken mit Interessierten teilen?

Nur, was bringt das mir? Was bringt es den Lesern? Gibt es nicht schon genug Schreiber im Netz und auch sonst? Sicher, gerade im Internet herrscht eine Vielfalt, wie es sie vor Jahrzehnten vielleicht in der Presse gab, aber gerade das macht es spannend.

Gelesen habe ich dort schon länger, in Foren wie buechertreff.de, dem größten deutschsprachigen Literaturforum im Netz und erste Versuche beim Verfassen von Rezensionen gewagt. So war es dann nur noch ein kleiner Schritt bist zum wirklich eigenen Blog, der natürlich zu Beginn noch nicht einmal halb so professionell war, wie heute. Mittlerweile macht mir sogar auch die Hintergrundarbeit Spaß.

Veit Etzold und Ich auf der Leipziger Buchmesse 2019.

Ich schreibe grundsätzlich zu jedem Buch, welches ich lese, eine Rezension. Ausnahmen gibt es natürlich, z.B. Mangas oder Bücher, die ich, was sehr selten vorkommt, abbreche. Über erstere schreibe ich nicht, da mir dazu noch Vergleichsmöglichkeiten fehlen. Zu wenig habe ich in diesem Bereich bisher gelesen. Über letztere will ich es mir nicht anmaßen. Wie soll man bitte ein ausgewogenes Urteil über ein Buch fällen, von dem man vielleicht nur die Hälfte des Inhalts kennt?

Ansonsten wird alles verschriftlicht. Nachdem Lesen ist das Schreiben ein schöner Abschluss. Die Inspiration zum Lesestoff geben mir Verlage, literarische Agenturen, Freunde, Blogger, Instagram und Booktuber, sowie Mitglieder des besagten Literaturforums. Der eine oder andere Gang in die heimischen Buchläden schadet natürlich auch nicht.

Mein Blog dient mir für mich als Gedankenstütze. Ich freue mich aber über jeden Leser, den es interessiert, was andere schmökern und auf die Meinung von uns Bloggern wert legt. Literaturblogs können Filter sein für all jene, die sich nicht durch Vorschauen der Verlage wühlen und herausfinden möchten, was außerhalb der Bestsellerlisten und Buchpreise zu finden ist.

Manchmal werden auch Buchläden im Urlaub zu Fundgruppen. Dieses Kleinod entdeckte ich am Rand von Rhetymnon auf Kreta.

Wobei mich persönlich auch manche Werke davon begeistern.

Ansonsten ist der Blog für mich Archiv, Filter, Ausgleich, in jedem Fall mehr als ein bloßes Hobby. Vielleicht kompensiere ich auch damit, dass ich nicht Journalist geworden bin? Das bleibt jedoch mein kleines Geheimnis. Vorerst.

Nachdem Lesen schreibe ich direkt drauf los. Vielleicht lasse ich mir einen Tag oder zwei Zeit, aber dann muss ich meine Gedanken in Worte fassen, sonst gehen sie mir verloren. Wie schwer das Schreiben im Nachhinein ist, merke ich immer dann, wenn ich im Urlaub gelesen habe und mit einer Woche Abstand darüber schreiben möchte.

Das funktioniert dann mehr schlecht als recht.

Das eigentliche Verfassen einer Rezension dauert dann zumeist nicht mehr als eine Stunde. Zusammen mit der Aktualisierung des Blogs und den Social Media Posts, gehen noch mal weitere zwei Stunden auf das Zeitkonto. Für das Lesen selbst nehme ich mir am Tag mindestens eine Stunde, meist mehr, Zeit. So erscheinen mehrere Beiträge pro Monat, in unregelmäßigen Abständen. Ich schreibe so, wie ich lese. Unbeständig. Nur im Urlaub setze ich länger aus.

Manchmal viel, manchmal wenig. Feste Zeiten gibt es da nicht, wobei ich oft abends schreibe. An freien Tagen kann es jedoch durchaus mal eine morgendliche Aktion werden. Die meisten Beiträge werden sofort danach veröffentlicht, jedoch immer erst, wenn ich wirklich zufrieden bin. Ein Artikel erfährt also durchaus mehrere Updates. Fehler korrigiere ich, wenn ich sie entdecke. Genau so unregelmäßig kümmere ich mich um die technische Hintergrundarbeit, z.B. die Aktualisierung von Plugins oder WordPress. Technik, sehr wichtig und Social Media, für mich weniger, sind leider große Zeitfresser. Das hätte ich gerne etwas weniger.

https://www.instagram.com/p/B-lwv3aK1tq/
Technische Updates am Blog. Immer wieder eine zweifelhafte Freude.

Bloggen ist für mich zunächst wie das Lesen eine einsame Tätigkeit. Ich mach das ja zunächst für mich, doch die Kommunikation im Hintergrund durch E-Mails, Rückmeldungen und Feedback belebt dies, auch wenn man das hier, wie auch in vielen anderen Blogs nicht unbedingt an der Anzahl von veröffentlichten Kommentaren sieht. Die könnten mehr sein.

Zudem tausche ich mich aber über mehrere Plattformen mit anderen Lesern aus. Eine kurze Zeit lang habe ich auch Youtube ausprobiert. Dort geht man jedoch als Einzelgänger schnell unter. Daher diese Variante. Hier bin ich Leser, Schreiber, Mensch. Hier darf ich sein. Und das funktioniert gut. Mich mit jemanden über Blogbeiträge abstimmen, kann ich mir nicht vorstellen.

Nur als Teil einer Aktion (z.B. #ComicMärz), aber doch bitte nicht mehrere Autoren auf einem Blog. Nein, ich weiß, wie ich ticke. Das ist manchmal schlimm genug. Blogbeiträge entstehen dabei am Schreibtisch oder, wenn ich unterwegs bin, am kleinen Laptop. Fotos nutze ich entweder eigene oder, bei Buchcover, die der Verlage.

Wo Verlage erwähnt werden, ist die Frage nach Rezensionsexemplaren und mein Umgang damit nicht weit. Über meine Zusammenarbeit in diesem Sinne mit Verlagen, Autor/innen und literarischen Agenturen werde ich vielleicht in einem anderen Beitrag eingehen. Dieser Artikel sprengt schon jetzt den Rahmen. Dazu dann vielleicht auch etwas über den Einfluss dieser und anderer Faktoren (auch Blogger) auf mein Schreiben.

Der Austausch mit Verlagen und Autoren ist wichtig. Hier z.B., beim Sommerfest von Kiepenheuer & Witsch (LCB Berlin 2018) und Galiani Berlin oder auch auf den Buchmessen.

Zuletzt möchte ich noch Tobias‚ Frage nach der Aktualität der Bücher beantworten, die ich lese. Fangen wir vielleicht jedoch mit dem Genre an oder den Themen. Mich interessieren vor allem Sachbücher, Romane und Coming-of-age-Geschichten, wobei ich durchaus für Neues zu haben bin. Jagen kann man mich mit New Adult, High Fantasy, Chick-Lit und Esoterik. Damit kann ich nichts anfangen.

Ein Sachbuch muss zudem ausgewogen und gut recherchiert, darf sehr ausführlich sein. Bei Romanen sind mir Spannungsbögen und die Vielschichtigkeit von Protagonisten wichtig. Themen in Sachbüchern können biografische sein, geschichtliche oder geografische. Wichtig für mich ist auch, dass, wenn ich hier etwas vorstelle, jeder, der Interesse hat, es auch bekommen kann.

Was nützt die Vorstellung eines vergriffenen Romans, der nicht wieder aufgelegt oder nur noch zu Mondpreisen zu bekommen ist? Was nützt auch die Vorstellung eines längst veralteten Sachbuches, welches sich durch die Entwicklungen da draußen überholt hat? So habe ich auch schon Beiträge zu Büchern über die Entwicklung von arabischen Ländern gelöscht, da diese nicht mehr haltbar waren.

Im Großen und Ganzen halte ich mich jedoch für beständig, genau so wie meine Spleens immer mehr ausufern. Und das ist doch sehr schön, oder?

Euer findo.

P.s. Und wie bloggt ihr?

Autoren-Interview auf der Leipziger Buchmesse 2019: Michael Tsokos und die Abgründe der Gerichtsmedizin

Michael Tsokos = MT, ich = NH

Das Interview enthält einen Spoiler, den ich als einen solchen gekennzeichnet habe. Dieser kann jedoch übersprungen werden; man muss ihn aufklappen, um ihn zu lesen. Wer dies nicht tut, bleibt spoilerfrei. Das Interview kann auch ohne diesen gelesen werden.

NH: In Ihrem neuen Thriller „Abgeschlagen“ geht es um einen Fall innerhalb der Kieler Rechtsmedizin und den Protagonisten Dr. Herzfeld. Wie viel Herzfeld steckt in Ihnen persönlich?

MT: Es steckt einiges Persönliches drinnen, dass ich natürlich, wie mein Protagonist das Problem habe, zu viel zu arbeiten, zu wenig zu Hause bin und zu wenig Zeit für die Familie zu haben. Das klingt ja immer wieder durch, sowie dass ich von Berufs wegen neugierig bin und es mir keine Ruhe lässt, wenn sich mir etwas nicht erschließt.

Was nicht auf mich zutrifft ist, dass ich nie diese Risiken eingehen und Alleingänge machen würde, die Herzfeld macht. Das muss man aber, der Dramaturgie geschuldet, machen. Wenn Sie jemanden haben, der 16 Uhr nach Hause kommt und bei jeder Kleinigkeit die Polizei ruft, haben Sie keine Hauptfigur.

NH: Sie können für sich auch das Dramaturgische und das, was fachlich vielleicht notwendig wäre, trennen?

MT: Das kann ich. Das ist der Vorteil der Belletristik. Im Sachbuch kann man das nicht, dort muss man bei den Fällen genau dranbleiben. In der Belletristik habe ich die Möglichkeit, einen echten Fall mehr auszuschmücken, mehrere Fälle zusammenfließen zu lassen und den Protagonisten Dinge tun lassen, die man sonst als Rechtsmediziner nicht machen würde. Die Möglichkeiten habe und nutze ich auch.

Autor: Michael Tsokos
Titel: Abgeschlagen
Seiten: 414
ISBN: 978-3-ä426-52438-1
Dromer Knaur

NH: Ist das Schreiben eines Thrillers für Sie eine Art „Ausgleich“ zur Wirklichkeit?

MT: Irgendjemand hat mich einmal gefragt, ob es eine Art „Therapie“ wäre. Vielleicht ist es das auch. Einmal macht es natürlich Spaß. Ich habe ansonsten relativ wenige Hobbys, aufgrund der fehlenden Zeit. Ich habe früher auch sehr viel Wissenschaftliches publiziert, in Fachzeitschriften überall auf der Welt, von der Idee bis zur Druckfahne und dem Erscheinen.

Das ist auch das, was bei einem Buch Spaß macht. Es ist sicherlich eine Art „Therapie“ zu wissen, ich schreibe etwas und irgendwann gibt es Leute, die lesen das, die finden es gut und es gibt Feedback. Das ist Erfolg, der einem auch positiv bestätigt.

NH: Wie war das Feedback zum neuen Thriller von Kollegen der Rechtsmedizin? Gab es da welches?

MT: Nein, bisher nicht. Das ist jedoch auch nichts, was ich jetzt erwarten würde. Ich habe einigen Arbeitskollegen das Buch geschenkt, da diese mich beraten und als Probeleser fungiert haben. Ansonsten gibt es da fachlich kein Feedback. Es macht jeder seines. Es interessiert einen Rechtsmediziner in Hamburg nicht, ob ich Rechtsmediziner in Berlin ein Buch schreibe.

https://www.instagram.com/p/BSETeWdFf_f/
Das war 2017. Michael Tsokos stellte damals einen anderen True-Crim-Thriller vor.

NH: Wie erklären Sie sich bei den einfachen Publikum und Lesern die Faszination für Thriller und Krimis?

MT: Der Tod als zentraler Bestandteil von Krimis und Thriller übt natürlich eine große Faszination auf die Menschen aus. Das ist etwas, was ich aus meinem Leben als normaler Bürger ausklammern möchte. Ich kann mir als Normalbürger nicht vorstellen, dass ich jeden Tag früh ins Büro gehe, zwölf Leichen auf den Tisch liegen habe, so wie ich, die aufgeschnitten und untersucht werden…

NH: Sind das so viele?

MT: Ja, wir machen jeden Tag so viele Obduktionen. Ich bin auch bei allen Obduktionen in Berlin dabei. Wir machen ca. 2200 Obduktionen pro Jahr. An regulären Arbeitstagen sind das schon zwölf.

NH: Auch der Thriller „Abgeschlagen“ hat einen wahren Hintergrund. Wo genau liegt der „wahre Kern“ hinter der Geschichte?

Spoiler

MT: Vor ungefähr 25 Jahren hat mein damaliger Chef in der Hamburger Rechtsmedizin mir erzählt, dass es einmal einen skandinavischen Rechtsmediziner gab, der Prostituierte getötet, zerstückelt und die Leichenteile in den Park versteckt hat. Als sie dann gefunden wurden, hat er die obduziert. Über diese Geschichte findet man so gut wie nichts im Internet, da das in den 70er und 80er Jahren passiert ist, aber sie hat mich fasziniert.

Das ist das zentrale Thema. Was ist, wenn ein Rechtsmediziner tatsächlich selbst der Täter ist? Wenn er sein spezielles Wissen ausnutzt, um der Polizei immer einen Schritt voraus zu sein. Im Buch ist relativ schnell klar, um wen es sich handelt, aber der Weg bis zu seiner Überführung und zum Showdown ist sehr spannend. Das ist entscheidend bei „Abgeschlagen“.

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NH: Der Weg ist das Ziel. Kann man ja durchaus auf Ihre Arbeit übertragen. Wie kommt man zu diesen medizinischen Bereich? Gibt es so etwas wie Freude an dieser Arbeit?

MT: Mein Beruf bereitet mir auch Freude und Spaß. Ich freue mich jeden Tag, wenn ich morgens zur Arbeit fahre, ob dem, was mich erwartet. Es gibt in der Medizin vieles, was ich nicht machen könnte. Wenn ich z.B. auf einer Kinderkrebsstation arbeiten würde und die kleinen Patienten sterben oder ich in einer Dialyse-Station, wo die Menschen zunehmend ins Nierenversagen rutschen, da sie keine Spenderniere bekommen, das wäre eine Sache, die ich nicht machen könnte.

Freude an beiden Berufen. Schriftsteller und Gerichtsmediziner Michael Tsokos.

MT: Ich weiß, dass es für viele unvorstellbar ist, den Job zu machen, den ich habe. Es gibt für mich jedoch genug andere, die ich nicht machen wollen würde. Ich war im Studium von der Rechtsmedizin total fasziniert. Das hat angehalten und deshalb habe ich mich auch dafür entschieden.

NH: Der Protagonist Dr. Herzfeld deckt im Laufe der Ermittlungen die Hintergründe der Tat auf. Wäre dies heute, in Anbetracht der Entwicklung von kriminalistischer Untersuchungsmethoden überhaupt noch so möglich? Ein unaufgeklärter und inszenierter Mord, dieses Schauspiel als Folge?

MT: Absolut. Das ist möglich, da wir natürlich genau wissen, wie Spuren verändert werden können. Wie legen wir falsche und verändern eigene Spuren? Das wäre absolut möglich.

NH: Gibt es den perfekten Mord?

MT: Den gibt es. Ich kann natürlich keine Beispiele nennen, jedoch gibt es gerade in Berlin den Fall eines verschwundenen Mädchens, dass sehr wahrscheinlich Opfer eines Tötungsdeliktes geworden ist. Die Polizei hat nicht den geringsten Anhaltspunkt, was passiert ist.

NH: Wenn Sie im „Schreibprozess“ sind, wie gehen Sie vor? Steht die Geschichte fest oder beginnen Sie zu schreiben und schauen, wohin dies führt?

MT: Der Grundblock steht von Anfang bis Ende fest. Man macht sonst den Fehler, sich zu verzetteln und nicht dort anzukommen, wo man hin möchte. Der Weg dahin ist flexibel. Ich habe den Protagonisten und habe die Rollen verteilt; bei dem, was dazwischen passiert, bin ich flexibel.

Zwischendurch kommen ja auch neue Ideen hinzu. Was von vornherein klar ist, ich brauch einen großen Showdown, ein Finale. Es ist jedoch zum Beginn des Schreibprozesses nicht unbedingt klar, wie das aussieht. In „Abgeschlagen“ war es das auch noch nicht, nur, dass es einen großen Abgang haben und quasi filmische Sequenzen haben muss.

NH: Wie gehen Sie mit der Realität in ihren Büchern um, z.B. im Gegensatz zu Sebastian Fitzek? (Die Frage habe ich ursprünglich anders gestellt, so dass es weder zum damaligen Interview mit Fitzek selbst gepasst hätte, noch hier zielführend gewesen wäre. Michael Tsokos hat jedoch, unbewusst, so geantwortet, dass ich nachträglich in der Abschrift die Frage umformulieren konnte. Jetzt passt es.)

MT: Im Gegensatz zu Fitzek muss ich die Realität abmildern, da sonst niemand das Buch lesen würde. Das würde kein Verlag drucken. Bei mir sind die Fälle aus dem wahren Leben.

Michael Tsokos und „Abgeschlagen“.

NH: Ihre Arbeit ist sehr zeitintensiv, in Berlin und auch im Ausland, wo Sie zu vielen Fällen hinzugezogen werden? Woher nehmen Sie die Zeit, zusätzlich Thriller zu schreiben?

MT: Ich habe es sehr komfortabel, da ich mir keine Fälle ausdenken muss. Die Geschichten kommen zu mir. Ich bearbeite so viele Fälle mit unfassbaren Details und Wendungen. Die Story zu bekommen, ist nicht schwierig. Eher noch die Umsetzung, ein Buch daraus zu formen, neben den sonstigen Pensum. Man muss sehr diszipliniert sein und seine freie Zeit nutzen, zu schreiben.

NH: Zuletzt wurde die Serie „Charite“ ausgestrahlt. Es gibt zwei neue Bücher über einen der prägenden Ärzte, Ferdinand Sauerbuch. Welchen Eindruck haben Sie davon?

MT: Ich bin selbst immer wieder erstaunt, wie sich Ärzte im Nationalsozialismus verhalten, zu Handlangern und willfährigen Henkern dieses Systems gemacht haben. Für mich erstaunlich, aber es ist natürlich ein Punkt, den ich für mich selbst kritisch hinterfrage. Wie würde ich mich in solch einer Situation verhalten? Mich hat die Serie total fasziniert.

NH: Wie wird es denn auch weitergehen mit Paul Herzfeld?

MT: Es wird eine Trilogie werden. Das nächste Buch heißt „Abgebrüht, um eben in dieser „Ab-“-Reihe zu bleiben. Es geht weiter.

NH: In diesem Sinne, vielen Dank für das Gespräch.

MT: Vielen Dank.

Wir danken Michael Tsokos und DroemerKnaur für die Gelegenheit, das Interview zu führen. Wie immer der Hinweis, dass das Interview Eigentum des Autoren, des Bloggers und des Verlages ist und nicht vervielfältigt, kopiert oder andersweitig verbreitet werden darf. Cover-Fotos werden nach Vorgaben des Verlags verwendet, Fotos des Autoren sind auf der Messe entstanden und gehören den Fotografen. Das Interview erfolgte ohne Gewinnerzielungsabsicht.

Leipzig liest und findo liest mit – Messetag 4 und Fazit – 2019

Irgendwann ist die Luft raus und normalerweise ist das bei mir am vierten Messetag der Fall. Zu viele Eindrücke sammelt man auf der Buchmesse, zu viele Kilometer läuft man und zu viele Bücher wandern von den mobilen Kassierern zu mir in die Tasche. Gut, am letzten Punkt habe ich selbst Schuld, was kaufe ich auch Bücher, aber wenn sonst nichts ist? In diesem Jahr jedoch hatte ich auch am sonntag Lust und Muse, Lesungen zu besuchen. Ob’s am Wetter lag? Wer weiß?

Los ging es mit einer Gesprächsrunde über die Zensur zu DDR-Zeiten und die Zensur heute. Gemeinsamkeiten, Unterschiede und wie diese Entwicklung zu erklären ist. Brisantes Thema und hoch interessant, genau so wie die nächste Lesung, in der mal wieder über den Tellerrand geschaut wurde, was ja häufiger so war auf dieser Buchmesse.

Der Zu Klampen Verlag stellte mit seinem Autor Gerd Hankel ein Buch über die Verarbeitung des Völkermords in Ruanda 1994 vor, welcher auch 25 Jahre danach noch für große Widersprüche sorgt. Hier möchte ich jedoch nicht zu viel verraten, da ich dieses Buch zu gegebener Zeit noch rezensieren werde. Nur so viel, ich wusste von diesem zeithistorischen Geschehnis nichts, um so mehr beeindruckte mich die Lesung. Der PapyRossa Verlag stellte indes ein Buch über die Bewegung der Resistance, des antfaschistischen Widerstands in Frankreich vor. Nicht minder interessant.

Der Verleger zu Klampen stellt „Ruanda 1994. Vom Umgang mit den Völkermord“ vor.

Am 24. Mai zeigt der deutsch-französische Kultursender ARTE eine 24-Stunden-Reportage über Europa, genauer gesagt über die junge Generation, die nur diesen Kontinent ohne Grenzen und mit einer umspannenden Wähhrung kennt, mit all den Vor- und Nachteilen, die dies mit sich bringt. 47 Kamerateams begleiteten in 26 Ländern 60 Protagonisten und so wurde auf der Messe, die sich in den letzten jahren auch immer ein wenig politisch zeigte, diese Sendung vorgestellt, die etwa an „24 Stunden Berlin“ anknüpft, nach dem gleichen Konzept. Könnte spannend werden.

„24h Europa“, die Sendung wird am 24. Mai auf ARTE ausgestrahlt.

Danach ging es zu einer Lesung über einen Familienroman, der in Marseille spielt und von der Thematik her hätte ganz interessant werden können. Das ist ja eine Stadt, in der mehr Migranten als Franzosn leben und über eine dort lebende, aus verschiedenen Nationen zusammengewürfelte Familie geht es auch in diesem Roman, dessen Titel ich schon wieder vergessen habe. Da kann man sich vorstellen, wie „spannend“ die Lesung war. Irgendetwas ist ja immer.

Harald Jähner „Wolfszeit. deutschland und die Deutschen 1945-1955“

Beendet habe ich die Buchmesse für mich mit einem besuchten Interview eines der Preisträger auf der Leipziger Messe. Auf den ARD-Forum wurde das Sachbuch „Wolfszeit – Deutschland und die Deutschen 1945-1955“ vorgestellt und es war zum Ende des Tages dort noch einmal richtig voll. Hatte aber dennoch eine relativ gute Sicht auf das Geschehen. Das Buch ist zumindest vorgermerkt, sollte ich irgendwann einmal dazu kommen.

https://www.instagram.com/p/BvcCJmegNYH/

Und dann, Ende. Das war sie, die Leipziger Buchmesse 2019, bei der ich am Ende 18 Bücher schwerer runtergegangen bin, viele Menschen von Verlagen, viele autoren und viele Blogger, Literaturforen-Mitglieder und andere getroffen habe. Jedes einzelne Gespräch, auch wenn es manchmal nur ein zwei Minuten waren, hat mir spaß gemacht und ich freue mich auf das nächste Jahr. Das letzte Jahr war die Messe der Begegnungen, dieses Jahr war es für mich die Messe der Geschichten. Ist ja auch mal ganz schön. Ich hatte weniger Termine als in den letzten Jahren, habe mehrmals spontan etwas anderes gemacht, als ursprünglich geplant und war am Ende nicht so gestresst, wie z.B. im vergangenen Jahr. Das ist doch schon etwas.

Beeindruckt war ich von Tschechien als Gastland, welches sich auf wunderbare Art und Weise, ser vielfältig, präsentiert hat und mit zahlreichen Neu- und Erstübersetzungen aufwarten konnte. Ein Blick zu unseren Nachbarn lohnt und ich freue mich, mehr tschechische Autoren demnächst zu lesen. Einige Bücher liegen schon bereit.

https://www.instagram.com/p/BvZRl7GFmEN/

Demnächst kommen noch die Interviews, die ich auf der Messe geführt habe. Jetzt werde ich mich erst einmal durch den ganzen neuen Lesestoff durcharbeiten. Das gehört für mich zu den schönsten Nachwirkungen, bis es dann im nächsten jahr wieder heißt, Leipzig liest und findo liest mit.

Euer findo.

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Leipzig liest und findo liest mit – Messetag 2 – 2019

Das letzte Jahr stand für mich und viele andere Blogger, auch für viele Booktuber, die Messe unter den Motto -Begegnungen-. Dieses Jahr eher unter den Motto -Zeit-. Das gilt widerum nur für mich, von anderen Menschen kann ich ja erst einmal schlecht sprechen, aber meinem Plan war es diesmal anzumerken.

Die Ruhe vor den Sturm. Bevor der große Andrang zum Messegelände kommt.

Viel Zeit für mich, für Standbesuche, Verlagsgespräche und überhaupt mehr Luft, um Lesungen anzusehen und Gesprächsrunden zu verfolgen, als im letzten Jahr. Insgesamt waren es trotzdem noch genug Termine, aber eben so, dass die Messe nicht in puren Stress ausartete und ich mich voll und ganz auch auf die Bücher konzentrieren konnte. So war mein Freitag in Leipzig dann auch überschau- und machbar.

Das erste Interview, welches ich mir an diesem Tag angehört hatte, ist eines, welches für mich inzwischen zu einem Muss auf der Buchmesse gehört. Nämlich eines mit Sebastian Fitzek, den ich selbst schon Fragen stellen durfte. In meinem Gespräch damals ging es damals um seinen Thriller „AchtNacht„.

Sebastian Fitzek „Fische, die auf Bäume klettern“

Sein neuestes Werk schlägt jedoch vollkommen aus dem sonst üblichen Schema und so ging es dann auch am Stand der ARD um „Fische, die auf Bäume klettern – Ein Kompass, für das große Abenteuer namens Leben„. Philosophisch die Frage, was man seinen Kindern auf den Weg geben soll oder kann, sicher amüsant und nachdenklich geschrieben, so ganz anders als sonst. Darauf freue ich mich ungemein, dies zu lesen. Natürlich musste das Buch gleich mit. Signiert hat Fitzek das Buch dann natürlich hinterher auch.

Danach ging es nach Österreich. Zumindest gefühlt. Der Verlag Kiepenheuer & Witsch hatte zum Bloggertreffen eingeladen und brachte die österreichische Autorin Vea Kaiser mit, die ihren neuen Roman „Rückwärtswalzer oder die Manen der Familie Prischinger“ vorstellte. Bewirtet mit Wein und Keksen und noch vielen anderen guten Sachen, bei denen einem das Wasser im Munde zusammenläuft (so funktioniert Marketing) habe ich die bisher amüsanteste Messeveranstaltung seit Jahren erlebt.

Vea Kaiser „Rückwärtswalzer oder die Manen der Familie Prischinger“

Es wurde gelacht, geschmunzelt und viel geredet. Vor allem die Autorin selbst. Wer so begeistert erzählen kann, die Lektorin (aber nett) konnte sich vollkommen zurücklehnen, und ein Buch näher brachte, was ich mir so vielleicht nie gekauft hätte, der verdient Interesse. ich freue mich jedenfalls schon auf den Moment, wo ich dazu komme, den Roman zu lesen. Wenn das Buch so ist, wie die Vorstellung war, dann kann das nur etwas werden.

Entlassen wurden wir mit vielen Ideen, vollen Magen und guter Laune und so stürzte ich mich dann wieder ins Messe-Getümmel. Verlagsstände besuchen und ein ganz besonderes Projekt. In den letzten Jahren wurde die Messe immer politischer unhd auch immer mehr zu einem Ort der Konfrontation. Im Vorfeld gab es auch dieses Jahr wohl wieder die eine oder andere geplante Aktion gegen rechte Verlage, die leider auf der Messe vertreten waren, aber diesmal blieb alles weitgehend friedlich. Wenigstens das.

Man sollte aber auch einmal davon sprechen, dass durchaus dagegen gehalten wurde. Viele entsprechende Werke wurden vorgestellt und auf der Messe selbst war ein ganz besonderes Projekt vertreten. Ein Fotograf hat sich aufgemacht, um die Orte der Bücherverbrennungen aufzusuchen und den damaligen Zustand anhand von historischen Aufnahmen und heutigen Aussehen zu dokumentieren. Herausgekommen dabei ist eine interaktive Karte, die nach und nach erweitert wird.

Wer möchte, kann ja mal bei verbrannte-orte.de schauen. Hinterlegt werden sollen künftig eine Aufnahme des heutigen Ortes, ein historischer Zeitungsbericht oder ähnliches und ein historisches Foto, um zu zeigen, dass eben nicht nur in Berlin damals die Werke zahlreicher Autoren geächtet wurden. Am Stand war auch ein Regal mit einer Auswahl an Büchern eben jener Schriftsteller zu finden. Dieses Projekt wird sich lohnen, es weiter zu verfolgen.

Großer Andrang überall, auch am Stand des Gastlandes Tschechien.

Danach ging es wieder durch die Hallen, denn bis zu meinen nächsten Termin hatte ich genügend Luft. Schlecht für mein Geldbeutel, weil ich auf der Messe dann zum Bücherkauf neige. So war es gut, dass ich zum Abschluss ein Gespräch mit der netten Blogger-Betreuerin von diogenes hatte, die mir das neue Programm des Verlages intensiv näher brachte.

Ich finde diese, fast immer einheitlichen, Cover ja ganz hübsch, auch wenn ich selten etwas aus den Verlag lese. Trotzdem das Programm ja ganz vielfältig ist, gehört diogenes für mich in die Kategorie -das besondere Buch-. Mal sehen, was ich daraus in Zukunft für mich mitnehmen kann?

Zuletzt entführte mich die Autorin Constanze John nach Georgien und stellte ihren Reisebericht vor, den ich bereits rezensiert habe. Live zu erleben, wie begeistert ein Mensch von einer Reise berichtet, ist für mich jedoch etwas besonderes und so hing ich an ihren Lippen, wie der Rest des Publikums und das war zahlreich erschienen. Wohlgemerkt zu einem Termin, der außerhalb des Messegeländes am Rande der Innenstadt stattfand.

Constanze John
40 Tage Georgien
Seiten: 412
ISBN: 978-3-7701-8293-0
Verlag: mairdumont

Ich glaube, nicht der Verlag und auch die Autorin selbst haben mit so viel Andrang gerechnet. Am Schluss nahm sich Frau John noch die Zeit für meine Fragen, was ebenfalls zu einem interessanten Gespräch führte. Ob ich das als solches oder als Artikel dann hier einstelle, muss ich mir noch überlegen, Bin noch nicht dazu gekommen, das Interview auszuwerten. Ihr werdet das aber mitbekommen, wenn’s so weit ist. Versprochen.

Damit endete dann auch der zweite Messetag für mich.

Fortsetzung folgt…

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Andreas Guski: Dostojewskij – Eine Biographie

Dostojewskij - Eine Biografie Book Cover
Dostojewskij – Eine Biografie Andreas Guski C.H. Beck Verlag Erschienen am: 15.08.2018 Seiten: 460 ISBN: 978-3-406-71948-6

Inhalt:

Mit „Schuld und Sühne“ hat Dostojewskij, so Thomas Mann, „den größten Kriminalroman aller Zeiten“ verfasst. Kaum weniger fesselnd als seine großen Romane ist sein von äußeren und inneren Dramen geprägtes Leben. Als junger Mann verbringt er vier Jahre im Zuchthaus, am Ende seines Lebens wird er als Prophet der Nation gefeiert.

Dazwischen liegen die Höhen und Tiefen seines literarischen Glücks wie seiner verzehrenden Spielsucht. Der Slawist Andreas guski legt die erste Biographie in deutscher Sprache seit über 25 Jahren vor. Anschaulich erzählt er dostojewskijs Leben und erschließt sein gewaltiges OEuvre im Kontext der Zeit. (Klappentext)

Rezension:

Heute zählen seine Werke unbestritten zu den Klassikern russischer Literatur, doch war dem nicht immer so. Im Gegenteil, zu Beginn seines schriftstellerischen Wirkens war Dostojewskij umstritten, seine Erzählkunst wurde angezweifelt, dazu kamen schier unüberwindbare Überliteraten, wie Puschkin und Tolstoi, und bis zuletzt hatte er mit seiner schon im frühen Erwachsenenalter aufkeimenden Spielsucht zu kämpfen.

Und doch veränderte und erweiterte der mann, der schon immer Schriftsteller sein wollte, die Literatur mit seinen großen Romanen „Schuld und Sühne“ und „Der Idiot“, sowie in zahlreichen Zeitungsartikeln Land und Leser gleichermaßen.

Über sein Wirken, ein abwechslungsreiches, von vielen Fallgruben und wenigen erfolgen gekennzeichneten Leben liegt nun diese Biographie vor.

Andreas Guski nähert sich den Leben eines Verrückten oder eines Genies, so genau weiß man das nicht zu sagen, auf der privaten und auf der schriftstellerischen Ebene an. Sein Leben wird im Kontrast zu den seiner Zeitgenossen gestellt, Vergleichslinien gezogen und sehr detailliert aufgesplittet, wo die Wendepunkte lagen, die Dostojewskij bewältigen musste.

Der Autor analysiert im gleichen Atemzug das jeweils zu der beschriebenen Zeit enstandene Werk, zeigt die Arbeitsweise dieses Talents, welches seine Zeitgenossen erst erkennen wollten, als der Schriftsteller Dostojewskij nur noch wenige Jahre zu leben hatte.

Herausgekommen dabei ist ein vielschichtiges Portrait einer wunderlichen epoche und eines Mannes, der nur durch die Betrachtung seiner Werke kaum zu fassen ist. Die Detailiertheit lohnt sich, vor allem wenn man noch keines der Werke Dostojewskijs selbst gelesen hat, oder im Vegrleich dazu eines der anderen schon genannten Schriftsteller.

Guskis Biografie bildet die Grundlage zu verstehen, etwa hinter die verschiedenen Romane zu schauen, die beim oberflächlichen Lesen sonst verloren gehen könnten. Für alle anderen ist es ein interessantes Zeitenportrait, in denen Genie und Wahnsinn sich versammeln. Dostojewski ist beides aber nicht nur er alleine.

Konzentration erfordert die Lektüre, langsames Lesen sowie so. etwas anderes lässt der Schreibstil Guskis nicht zu, die detailliertheit der Recherche jedoch ebenso wenig. Guski lässt die Fassade hinter Dostojewski bröckeln und baut sie zugleich neu auf.

Ein vielschichtiges Werk über ein gewaltiges Stück Literaturgeschichte, die zugleich eine Lebensgeschichte darstellt. Allen Interessenten sei dies empfohlen.

Autor:

Andreas Guski ist Professor für Slawistische Philologie an der Universität Basel. Seine Dissertation schloss er 1970 ab, bevor er 1985 zur Literatur des Stalinismus habilitierte. Seine Forschungsgebiete sind u.a. die russische und tschechische Literaturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.

Interview mit Sebastian Fitzek auf der Leipziger Buchmesse 2017

Eigentlich sollte an dieser Stelle jetzt ein Video stehen, doch leider ist die Tonqualität meiner Kamera so gut gewesen, dass sie nicht nur das Gespräch zwischen Sebastian Fitzek und mir (NH; alles, was kursiv steht) aufgenommen hat sondern auch sämtliche Hintergrundgeräusche, die auf einer Messe ebenso vorkommen.

Ich habe mehrfach versucht, die Tonspur zu bearbeiten, herauszufiltern, was an Störgeräuschen ging, jedoch ist danach überhaupt nichts mehr zu verstehen gewesen. Daher sehe ich davon ab, das Video zu zeigen, da man es sich kaum eine Minute ansehen kann.

Es wäre weder Werbung für DroemerKnaur, noch für mich und schon gar nicht für Sebastian Fitzek. Deswegen nun, das Interview in Textform.

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NH: Herzlich Willkommen, hier am DroemerKnaur-Stand auf der Leipziger Buchmesse. Bei mir befindet sich Sebastian Fitzek. Ich habe gestern Ihre Signierstunde gesehen, währenddessen hatte ich zwei Lesungen besucht und Sie haben immer noch signiert und die Schlange war nicht kürzer. Haben Sie noch den Überblick? Woher nehmen Sie die Energie für so viele Termine?

SF (lacht): Na ja, es ist tatsächlich dann so, das ist ja alles positiver Stress. Der Unterschied zwischen negativen Stress, der einen herunterzieht, wo man nicht mehr aufstehen will und dann positiver Stress. Die Energie kommt ja zurück. Es ist tatsächlich dann so, dass man viele tolle Gespräche führt, viele tolle Menschen trifft, auch in der Schlange.

Es ist toll, mitzuerleben, wie sich WhatsApp-Gruppen in der Schlange bilden, weil Menschen sich anfreunden, merken, sie haben natürlich ein Interesse „Fitzek“, aber darüber hinaus auch anderes. Das kommt eben wieder zurück. Aber natürlich bin ich am Abend dann auch ganz schön platt.

NH: Gerade negativer Stress gibt es in Ihren Büchern seitenweise von. Angefangen hat es mit „Die Therapie“ und geht jetzt schon seit zehn Jahren so weiter. Woher nehmen Sie die Ideen? Haben Sie manchmal Angst, dass Ihnen die Ideen ausgehen?

SF: Nein. Ich habe leider keine Angst, dass mir die Ideen ausgehen, weil ich von der Realität inspiriert werde. Wir Autoren nehmen die Realität und mildern sie ab, damit sie uns geglaubt wird. Das, was wir heutzutage erleben an Grauen, Schrecken und Merkwürdigkeiten ist oftmals unerklärlich.

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Wir Autoren probieren auch eine Erklärung dafür zu finden. Das heißt, leider wird der Alltag und die Welt gefühlt immer unsicherer, vor allem unerklärlicher und ich verarbeite damit Themen, die mich bewegen. Ich glaube nicht, dass es aufhört, dass ich von Themen bewegt werde.

NH: Eines dieser Themen ist in Ihrem letzten Buch die Manipulation durch die Medien, die Manipulation der Massen. Wie kam es zu der Idee für „AchtNacht“?

SF: Die Idee zu „AchtNacht“ war eine ganz besondere Situation. Ich war mit meiner Frau im Kino, weil unser Felix geboren wurde, der zu früh geboren wurde und 1000 Gramm schwer an Infusionsschläuchen hing und tatsächlich um sein Leben kämpfte. Aber er hat den Kampf gewonnen. Es geht ihn prima, blendend.

Aber wir saßen wie paralysiert davor und wussten nicht, was wir tun sollten. Starrten immer auf diese Monitore, die die lebenserhaltenden Funktionen von Felix überwachten. Irgendwann sagten die Schwestern zu uns: „Sie müssen einfach mal rauskommen aus den Krankenhaus. Gehen Sie ins Kino.“

NH: Das macht einem sonst irre.

SF: Das macht sonst irre. Es ist genau der gleiche Moment, wie wenn wir sagen, wir haben Alltagssorgen und greifen zu einem Buch, um unsere Gedanken auf ein ganz anderes Gleis zu stellen und aus dem Grübeln herauszukommen. Es ist ein Ventil, was wir oft haben. Als Ventil funktioniert Lesen.

Hier sind wir gemeinschaftlich ins AlHambra-Kino, das spielt auch eine Rolle in „AchtNacht“, und haben „The Purge“ gesehen. Der hat uns abgelenkt. Und mich schon im Vorspann, weil ich gedacht habe, diese Vision des Filmes, nämlich, dass in weiter Zukunft in einer Nacht alle Verbrechen legal sind, da muss man gar nicht so weit gehen.

Wobei mich nicht das „Jeder gegen Jeden“ interessiert. Ich habe überlegt, was wäre, wenn schon jetzt ein böses Gerücht gestreut wird, dass in einer Nacht ein Mensch vogelfrei ist, den man straflos töten darf? Würde diese Lüge anders als bei „The Purge“ geglaubt werden?

Buchtrailer zu "AchtNacht".

Gäbe es Menschen, die sagen, klar, wie bei der Tabaksteuer, der Staat weiß, wir sterben, weil wir rauchen aber er nimmt das Geld um damit zum Beispiel Krankenhäuser zu finanzieren. Etwas paradox.

Und dieses soziale Experiment lebt eben davon, dass zwei sich sagen, glaubt jemand, dass man straflos jemanden töten kann am 08.08. 8 Uhr Acht? Dafür sogar zehn Millionen Euro bekommt und dass der Bundespräsident einen begnadigt am nächsten Tag, weil man das Geld von dieser Lotterie braucht, um die Polizei abzuwehren?

Würde dieser Irrsinn geglaubt werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich dieses Buch.

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Autor: Sebastian Fitzek
Titel: AchtNacht
Seiten: 416
ISBN: 978-3-426-52108-3
Verlag: DroemerKnaur

NH: In Ihren Büchern sind sehr viele solcher Szenarien. Jedes Buch handelt von einem anderen. Am Anfang steht die Idee. Wissen Sie am Anfang schon, wie das Ganze ausgeht? Wie arbeiten Sie darauf hin? Setzen Sie sich einfach an den Schreibtisch, schreiben darauf los und schauen, was passiert?

SF: Am Anfang steht die Idee. Dann kommen die Figuren. Alles steht und fällt mit der Figur. Die Frage hier war, wer ist derjenige, der hier ausgelost wird um am 08.08. „geächtet“ zu sein. Daher der Name. Früher sagte man, man verhängt über jemanden die Acht. Was ist das für eine Figur?

Dann meine ich, das Ende zu kennen. Ich schreibe ein Expose, eine Inhaltsangabe und fange an zu schreiben. Eine Figur entwickelt spätestens nach 80 Seiten ein komplettes Eigenleben. Das ist häufig so.

NH: Es kann also auch sein, dass ein anfangs unsympathischer Protagonist dann sympathisch ist oder umgedreht?

SF: Manchmal bin ich dann ganz überrascht davon, wie sich eine Figur tatsächlich entwickelt. Ist meistens aber auch ein glücklicher Moment, weil man sieht, dass der Roman lebt. Es gibt aber leider auch Momente, an denen man denkt, oh Gott, komme ich da überhaupt jemals wieder raus?

Ich weiß gar nicht, was der Protagonist macht. Man ist ja nur Beobachter. Man kann eine Romanfigur, wenn sie wirklich lebt, nicht zwingen, dass zu tun, was der Autor will.

NH: Ihre Figuren stolpern von Szenario zu Szenario. Gab es auch Momente, wo der Verlag eingegriffen und gesagt hat ‚Das kannst du jetzt so nicht schreiben.‘ oder lassen die Ihnen völlig freie Hand?

SF: So läuft gute Lektoratsarbeit. Ich habe zwei Lektorinnen und die stellen Fragen. Es ist nicht so, dass sie sagen, da brauchst du noch eine Frau, jünger oder älter. Das findet nicht so statt. Man greift nicht in das Werk ein, aber man fragt schon.

NH: Es gab jetzt nicht Situationen, wo man gesagt hat ‚Das ist zu hart. Das kannst du mit den Lesern nicht machen.‘?

SF: Nein. Man muss auch sagen, dass auch hier wieder die Realität ja abgemildert ist. Manchmal heißt es ja, Fitzek schreibt brutal. Ich sage, ja das stimmt. Zum Beispiel bei „Abgeschnitten“, aber da hat ja Gewalt einen speziellen Sinn.

Es gibt andere Bücher, da gibt es lange keine Leiche oder wie bei „Therapie“, da kommt auch gar keine Leiche vor. Beim „Augensammler“ wird auch nicht explizit irgendetwas geschildert.

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Autor: Sebastian Fitzek
Titel: Der Augensammler
Seiten: 464
ISBN: 978-3-426-50375-1
Verlag: DroemerKnaur

NH: Das findet alles im Kopf statt.

SF: Es ist im Kopf und da muss man tatsächlich sagen, es ist brutal, aber es spielt sich dort ab. Je brutaler Sie ein Buch empfinden, desto brutaler ist Ihr Vorstellungsvermögen.

NH: Zum ersten Mal habe ich von Ihren Büchern gehört, als es die Facebook-Aktion zum Film „Das Kind“ gab, bei der man sich eintragen konnte, um seinen Namen im Abspann zu sehen und ich zum ersten Mal erlebt habe, wie Leute auch bei zehn Minuten Abspann sitzen geblieben sind. Wird eines Ihrer nächsten Bücher verfilmt?

SF: Die Dreharbeiten zu „Abgeschnitten“ sind gerade abgeschlossen, mit Moritz Bleibtreu in der Hauptrolle und einem ganz wundervollen Cast. Es sollen zwei weitere Bücher für’s Fernsehen verfilmt werden, wofür die Dreharbeiten demnächst starten. Das sind „Passagier 23“ und „Das Joshua-Profil“.

NH: Machen Sie dieses Mal etwas anders als jetzt beim Dreh von „Das Kind“? War ja Ihr erster Film. Da geht man sicher ganz unbefangen an die Sache heran, ohne zu wissen, was auf einen zukommt. Was machen Sie dieses Mal anders?

SF: Alles. (lacht) Man muss einfach sagen, Thriller haben es in Deutschland schwer, hat es auch auf den Büchermarkt. Im Kino fast unmöglich. Auch im Fernsehen, lieber Krimi als Thriller. Thriller ist zu düster, können wir erst ab 22 Uhr senden. 22 Uhr gibt es weniger Werbegelder. Deswegen haben wir viele 20:15 Uhr Filme aber ganz wenig Thriller und ganz wenig Sender, die sich überhaupt trauen, Thriller zu machen.

RTL ist hier eine Ausnahme, die gesagt haben, wir probieren das jetzt einmal mit zwei Fitzek-Thrillern. „Das Kind“ war eine LowBudget-Independent-Produktion mit Freunden, Bekannten, Verwandten.

Titel: Das Kind
Land: Deutschland
Regie: Zsolt Bacs
Drehbuch: Brian Cordray, Zsolt Bacs, Sebastian Fitzek
Schauspieler: Christian Träumer, Ben Becker, Eric Roberts, Sunny Maybrey
Verleih: u.a. Braindogs Entertainment, YMC Films...
IMDb.com

Wir haben alles zusammen gemacht, zusammen gelebt, das Geld beschafft. Wir haben keine Förderung bekommen. Wir haben gesagt, wenn das keiner machen will, machen wir es selbst und haben dann einen Crash-Kurs in Sachen Film bekommen.

Das war eine extrem spannende und aufregende Zeit. Die Filme, die jetzt gemacht werden, sind eine wahnsinnige Arbeit, da der nichts zur Verfügung hat und quasi alles selbst machen muss. Jetzt bin ich nicht beteiligt, das ist der Unterschied.

Ich habe gemerkt, Filmproduzent ist ein Job für Verrückte. Wer sich diesen Stress am Set Film für Film antut, Respekt.

Ich habe das einmal gemacht und es war eine extrem geniale Erfahrung aber wenn ich das noch einmal mache, kann ich mich irgendwann einweisen lassen.

NH: Jetzt gibt es aber nicht nur den Film, sondern z.B. auch in Hannover oder Berlin Theaterproduktionen.

SF: In Berlin läuft es relativ häufig, im Berliner Kriminaltheater.

NH: Haben Sie sich da schon ins Publikum gesetzt, um zu schauen, wie die das umsetzen oder halten Sie sich komplett zurück?

SF: Ich war ja bei der Premiere dabei und gebe auch immer Feedback. Ich bin ja kein Theaterproduzent und habe keine Adaption geschrieben. Ich habe nie gedacht, dass bei meinen Büchern eine Theaterproduktion überhaupt Schauplätze hat und es schafft, sich auf ein Bühnenbild zu konzentrieren.

Absolute Hochachtung. Aber ich bin jetzt nicht derjenige, der sich ins Publikum setzt und den Menschen dabei zuschaut. Da gibt es andere, die sich das trauen. Hätte ich nicht den Mut zu.

NH: Man fragt ja auch, wie das umgesetzt wird. Als Leser springt man von Szene zu Szene und durch die Seiten. Dieses Tempo auf die Bühne zu bringen…

SF: Wobei es da auch Unterschiede gibt. „Die Therapie“ beispielsweise ist sehr dialoglastig, was sich völlig von der Adaption vom „Seelenbrecher“ oder „Passagier 23“ unterscheidet. Drei unterschiedliche Theaterstücke.

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Beim „Seelenbrecher“ gibt es sogar komödiantische Züge, worüber ich mich selbst gewundert habe, wohingegen die „Therapie“ ein absolutes Kammerspiel ist, was steht und fällt mit der schauspielerischen Leistung.

Viktor Larenz mit fast anderthalb Stunden Text, einen langen Monolog und trotzdem spannend. Ich bin da staunender Zuschauer., war bei den Uraufführungen dabei und zum Glück hat’s den Publikum auch gefallen.

NH: Viktor Larenz als Hauptfigur taucht dann als Nebenfigur oder in Form eines Zitates in einem Ihrer anderen Bücher auf. Haben Sie sich inzwischen ein Sammelsurium an Personen aufgebaut, was Sie dann je nachdem verwenden?

SF: Nein. Das passiert beim Schreiben intuitiv. Die Figuren haben natürlich ihr Eigenleben. Wenn die Hauptfiguren nach der Geschichte noch leben, kann es sein, dass sie manchmal auftauchen.

Es gibt eine Situation, der Anwalt schneit herein und wieso sollte ich dann nicht Robert Stern nehmen? Habe ich noch nicht gemacht.

Aber wenn es in Berlin spielt und ich einen angesehenen Strafverteidiger brauche, kann ich den nehmen. Er ist wirklich noch mir präsent, aber ich habe keine Checkliste, wo ich sage, oh jetzt muss mal der wieder auftauchen.

NH: Das ist ein Gimmick, was viele Leser mögen. Genau so wie die Marketing-Aktionen um die Bücher herum. „Das Paket“ muss man wirklich auspacken, die Hand leuchtet im Dunkeln, im Gästebuch wurde geschrieben, es hätten sich Leute erschreckt. Wer denkt sich so etwas aus?

SF: Die leuchtende Hand („Noah“) hat sich der Verlag ausgedacht und mich selbst überrascht bei der Präsentation. Beim „Paket“ war das so, dass ich mir eine Briefträger-Uniform angezogen habe, und ich wusste, es ist eine große Verlagskonferenz. Ich bin mit mehreren Paketen auf einer Sackkarre durch den Verlag gelaufen. Es hat mich keiner erkannt.

Buchtrailer zu "Das Paket" von Sebastian Fitzek.

NH: Keiner?

SF: Keiner. Ich hatte diese Mütze auf und die Uniform. Musste im Kostümfundus unterschreiben, dass ich damit kein Schindluder treibe. Hätte ja sein können, dass ich irgendwo klingel und betrügerische Absichten habe. Als man mich erkannt hat, haben die gestaunt und ich habe die Pakete verteilt und sie haben sich gefreut.

Darin war das Expose für das nächste Buch. Ich hätte einfach eine E-Mail schicken können. Ich wollte das aber nicht. Ein Buch muss Spaß machen. Für mich ist das auch kein Marketing. Ich verstehe nicht, warum ein Buch nur in den Seiten Spaß machen soll. Das Cover soll Spaß machen.

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Es soll ein Erlebnis sein. Das Lesezeichen, wenn eines drin ist, die Danksagung soll Spaß machen. Alles, was mit den Buch zu tun hat. Ich unterhalte und möchte mich nicht beschränken. Meine Lesungen sollen Spaß machen und alles das soll unterhalten.

NH: Ihre Lesungen sind ja auch ganz anders als die sonst üblichen „Wasserglas-Lesungen“.

SF: Aber nur, weil etwas anders ist, wird es in Deutschland gleich mit Marketing tituliert. So gesehen, ist das ganze Buch Marketing. In erster Linie möchte ich, dass die Leute auch das Erleben meiner Bücher, das Wesen des Psychothrillers ist die Grenze zwischen Wahn und Realität, dazu gehört auch das Auspacken der Bücher.

Wie der Protagonist auch das Paket auspackt. Hier verschmelzen die zwei Ebenen. Das ist immanenter Bestandteil des Buches. Bei der Hand ist es anders gewesen. Das ist ein Gimmick, wo ich selbst überrascht war. Beim „Seelenbrecher“ gibt es ein Post-it hinten drin. Das hat einen ganz bestimmten Effekt. Ich habe gesagt, das hätte ich gerne.

Ich möchte, dass die Leser nicht wissen, sind sie in einer Geschichte oder ist das die Realität? Dann sind sie genau in der Situation, in der sich unsere Hauptperson befindet.

NH: Ihre Bücher werden weltweit verlegt. Setzt man das da auch um? Lassen sich die Verlage inspirieren?

SF: Das ist wirklich von Verlag zu Verlag, von Land zu Land unterschiedlich. Unterschiedliche Kulturkreise und ich kenne mich dort nicht aus. Könnte dem japanischen nicht sagen, wie dort das Cover gestaltet werden soll. Da halte ich mich komplett zurück.

NH: Das ist zum Beispiel ein Cover aus Litauen. (halte das hoch)

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Verschiendene Cover von "Die Therapie" (Litauen, England, Portugal).

SF: Haben die schön gemacht, aber bei mir wäre es ein Schatten. Ich will die Vorstellung der Leser nicht so beeinflussen. Die sollen sich das Kind selbst vorstellen.

NH: Es gibt ja auch solche Cover. (halte das koreanische Cover eines seiner Bücher hoch, auf welchen der Protagonist nicht klar zu erkennen ist)

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"Der Augensammler", Cover aus Süd-Korea.

SF: Das wird der „Augensammler“ sein. Da gibt es eine Szene, das ist die grausamste im ganzen Buch.

NH: Sollte der nicht ein Dreiteiler werden?

SF: Sollte ein Dreiteiler werden. Ich arbeite immer noch am dritten Teil, gedanklich. Ich habe noch keinen so tollen dritten Teil, dass ich sage, den muss ich veröffentlichen. Es ist ja nicht so, dass ich mich hinsetze und sage, ich schreibe jetzt Teil drei. Ich mache das dann, wenn die Idee dazu kommt.

Wenn die Idee für ein Kinderbuch kommt, schreibe ich ein Kinderbuch. Tut mir leid für alle, die das nicht lesen wollen, aber muss man ja auch nicht. Wenn ich die Idee habe, setze ich mich hin. Anderes Beispiel, „Abgeschnitten“. Natürlich hätte man eine Reihe daraus machen können aber mir fehlt die zündende Idee.

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Autoren: Michael Tsokos, Sebastian Fitzek
Titel: Abgeschnitten
Seiten: 400
ISBN: 978-3-426-51091-9
Verlag: DroemerKnaur

Ich schreibe nicht etwas, nur weil das jetzt Erfolg bringen könnte. Am Ende des Tages muss ich ein halbes Jahr am Schreibtisch sitzen und mich darauf freuen, jeden Tag an der Idee zu arbeiten.

NH: Sie haben viele Ideen. In kurzer Zeit sind hintereinander zwei Bücher erschienen.

SF: „AchtNacht“ ist tatsächlich dazwischen geschoben. Es kam die Idee und es war wie ein Rausch zu schreiben. Das ist eine Ausnahme, ansonsten in der Regel ein Buch pro Jahr.

NH: Setzen Sie sich morgens 9 Uhr hin und schreiben dann bis 18 Uhr? Wie funktioniert das?

SF: Ich setze mich morgens 9 Uhr hin. Bis 18 Uhr schreiben, wenn es gut läuft. Manchmal funktioniert das aber nicht. Und dann muss man sich motivieren. Ich motiviere mich durch Kreativität. Es gibt nichts, was mich mehr motiviert als Gespräche mit Kreativen (Zeigt auf mich und ich denke, nicht, dass das nächste Buch von einem toten Blogger handelt.), etwas Kreatives zu lesen, zu sehen.

Es reicht vielleicht, dass ich mir z.B. von „The killing“ nochmal die erste Folge ansehe, wie die Figuren gezeichnet sind. Alleine dieses Gefühl. Es geht nicht darum, etwas zu kopieren. Das schaffe ich auch nicht. Das Gefühl der Kreativität löst bei mir etwas aus, dann gehe ich an den Schreibtisch. Dann schreibe ich so lange, wie mich die Tasten treiben.

NH: Es ist ja enorm schwierig, bei den vielen Buchtiteln, die pro Jahr erscheinen, etwas Neues zu erschaffen.

SF: Es heißt sowie so, dass jede Geschichte schon einmal erzählt wurde. Was aber nicht erzählt wurde, sind die Figuren. Man kann ja jede Liebesgeschichte auf „Romeo und Julia“ zurückführen. Man kann jeden Serienkiller-Roman, wenn man es will, auf „Schweigen der Lämmer“ zurückbrechen. „Titanic“ ist acht oder neun Mal verfilmt wurden.

Aber die Figuren sind andere. Deswegen ist es nicht wichtig, etwas komplett neues zu bekommen. Ist natürlich toll, wenn einem das gelingt. Mit interessanten Figuren eine lange Reise anzutreten und die natürlich möglichst originell in eine Handlung einzubinden.

NH: Lesen und schauen Sie Krimis anders als andere?

SF: Zum Glück nicht. Ich habe früher Radio gemacht und vom ersten Tag an als Volontär konnte ich nicht mehr Radio hören. Ich habe nur strategisch gehört. Alles war nur noch Analyse. Und ich dachte, wenn ich jetzt ein Buch schreibe und damit anfange, mir dieses Hobby zu zerstören, weil ich nur noch Satz für Satz seziere, dann höre ich auf zu schreiben.

Ein gutes Buch ist so, dass es mich in eine Welt entführt und ich am Ende sage, wie hat er das wohl geschafft? Und das ist dann schon emotional. Ist manchmal ganz schlimm, wenn ich Sachen höre, wie, dass es einen Twist am Ende gibt, da kommt man nie drauf. Ich will das nicht hören, da ich überrascht werden möchte.

Wenn ich das höre, achte ich darauf und dann entzaubert man das Buch, weil ich weiß, worauf man achten muss etwas. Ist mir mal passiert, bei einem Buch was alle toll fanden. War ein toller Twist, hätte man mir bloß nicht sagen sollen. Ich hätte gerne einfach nur gelesen und am Ende, wow.

NH: Jetzt habe ich ein wenig den Faden verloren…

SF: Wenn ich so viel rede, ist es kein Wunder. Passiert mir normalerweise.

NH: Ihr nächstes Projekt?

SF: Ich habe gerade gestern gehört, dass ich über mein nächstes Projekt nicht reden darf. Es beschäftigt sich auf jeden Fall mit Ängsten und Flugzeugen.

NH: Dann freue ich mich, den Film dazu dann im Flugzeug zu sehen.

SF: Da weiß ich nicht, ob dass dann verfilmt wird.

NH: Hat bei „Passagier 23“ eine Reederei schon mal versucht, Sie zu einer Lesung zu überreden?

SF: Ich habe sogar schon auf Kreuzfahrtschiffen eine Lesung gehalten. Ich durfte bloß nicht aus „Passagier 23“ lesen. Obwohl alle, selbst der Kapitän, am Ende eine Widmung haben wollten, für dieses Buch. Aber lesen daraus, dürfte ich nicht.

NH: Herr Fitzek, ich bedanke mich für das Gespräch.

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Und dann war die Zeit um, trotzdem konnte ich alle meine Fragen unterbringen. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, dieses Interview und ich bedanke mich bei Herrn Fitzek und Frau Neudeck von DroemerKnaur für diese Möglichkeit. Und ich hoffe, es hat euch auch Spaß gemacht, das Interview zu lesen. Eine halbe Stunde Video abzutippen, ist ganz schön anstrengend, aber das Video ist klangqualitativ einfach nicht gut. Daher Textform.

Bis zum nächsten Fitzek-Buch.

Euer findo (NH).

Wer übrigens mehr ausländische Cover sehen möchte, klicke bitte die englische Seite von Sebastian Fitzek an und schaue unter den einzelnen Buchtiteln.

Dieses Interview ist Eigentum von findosbuecher.com, DroemerKnaur und Sebastian Fitzek.