Michael Tsokos: Zersetzt

616u83sbprlAutor: Michael Tsokos
Titel: Zersetzt
Seiten: 427
ISBN: 978-3-426-51877-9
Verlag: Knaur

Autoren:
Michael Tsokos wurde 1967 in Kiel geboren und ist ein deutscher Rechtsmediziner, sowie Professor an der Charite in Berlin. Er leitet seit 2007 deren Institut für Rechtsmedizin, gleichzeitig auch das Landesinstitut für gerichtliche und soziale Medizin in Berlin-Moabit. Tsokos ist zudem ärztlicher Leiter der Gewaltschutzambulanz der Charite.

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Jürgen Todenhöfer: Inside IS – 10 Tage im Islamischen Staat

Inside IS - 10 Tage im Islamischen Staat von Juergen Todenhoefer
Inside IS – 10 Tage im Islamischen Staat von Juergen Todenhoefer

Titel: Inside IS – 10 Tage im „Islamischen Staat“
Autor: Jürgen Todenhöfer
Seiten: 286
ISBN: 978-3-570-10276-3
Verlag: Bertelsmann

Das Cover wurde vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Autor:
Jürgen Todenhöfer wurde 1940 geboren und saß 18 Jahre für die CDU im Bundestag. Er war Fraktionssprecher für Entwicklungshilfe und Rüstungskontrolle. Anschließend arbeitete er 22 Jahre an der Spitze eines großen Medienunternehmens. Immer wieder bereiste er Kriegs- und Krisenschauplätze im Mittleren Osten, vor allem Afghanistan, Irak, Syrien und Palästina.

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John Tiffany/Jack Thorne: Harry Potter and the Cursed Child 1 & 2

tccsb240Autoren: John Tiffany, Jack Thorne
Ideen: Joanne K. Rowling
Titel: Harry Potter and the Cursed Child
Seiten: 343
ISBN: 978-0-7515-6535-5
Verlag: Little Brown

Einordnung:

Das Theaterstück schließt inhaltlich am Epilog des siebten Bandes der Reihe um den Zauberlehrling Harry Potter an, ist aber nicht als Fortsetzung zu betrachten. Es handelt sich um ein eigenständiges Bühnenstück, welches zurzeit in London aufgeführt wird und derzeit bis Mitte 2017 ausverkauft ist.

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Henner Fürtig: Geschichte des Irak

9783406687983_coverAutor: Henner Fürtig
Titel: Geschichte des Irak – Von der Gründung 1921 bis heute
Seiten: 224
ISBN: 978-3-406-68798-3
Verlag: C.H.Beck

Autor:
Henner Fürtig wurde 1953 geboren und ist Professor am Historischen Seminar der Universität Hamburg und Direktor des GIGA Institut für Nahost-Studien. Zuvor arbeitete er am oriientalischen Institut der Universität Leipzig sowie als Projektgruppenleiter am Zentrum Moderner Orient in Berlin.

Er ist Vorstandsmitglied des European Association of Middle East Studies (EURAMES). Fürtigs aktuelle Forschungsthemen befassen sich u.a. mit Potenzen und Grenzen nahöstlicher Führungsmächte sowie dem politischen Islam und dessen Faktor im „Arabischen Frühling“. Zu diesen und anderen Themen veröffentlichte Fürtig bereits zahlreiche Bücher und Aufsätze.

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Albert Espinosa: Club der roten Bänder

Club der roten Baender von Albert Espinosa
Club der roten Baender von Albert Espinosa

Autor: Albert Espinosa
Titel: Club der roten Bänder
Seiten: 224
ISBN: 978-3-442-22176-9
Verlag: Goldmann

Alternativtitel (frühere Auflage): Glücksgeheimnisse aus der gelben Welt

Autor:
Albert Espinosa wurde 1973 in Barcelona/Spanien geboren und ist gelernter Ingenieur. Er arbeitet als Drehbuchautor, Produzent, im Theater und als Schriftsteller in Spanien und schreibt in einer spanischen Zeitung eine Kolumne.

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Michael Jürgs: Der kleine Frieden im Großen Krieg

Der kleine Frieden im großen Krieg Book Cover
Der kleine Frieden im großen Krieg Michael Jürgs Sachbuch Verlag: Pantheon Taschenbuch Seiten: 351 ISBN: 978-3-570-55237-7

Thematik:
Dies ist die geradzu unglaubliche Geschichte von einem geglückten Frieden mitten im Großen Krieg. Soldaten der verfeindeten Nationen legten an Weihnachten 1914 die Waffen nieder und feierten gemeinsam im Niemandsland. Erzählt wird hier von jenen Helden, die sponatn den Frieden wagten. Die nur überleben wollten und nach Hause zurückkehren.

Weil sie bald auf Befehl von oben wieder schießen und sich gegenseitig töten mussten, weil der Krieg noch Jahre dauerte und Millionen ihr Leben verloren, wurde die Geschichte derer, die Frieden schlossen, wieder vergessen. Bestsellerautor Michael Jürgs hat diese Geschichte für uns aus der Vergangenheit zurückgeholt, beeindruckend dokumentiert und mitreißend erzählt. (Klappentext)

Rezension:
Nichts Neues im Westen hieß es Dezember 1914 in den Schützengräben an der Westfront als Deutsche, Franzosen und Briten sich gegenüber lagen. Unfähig jeweils, einen militärischen Vorteil gar Gewinn für sich zu erreichen belauern sich die Armeen , oft nur wenige Meter von einander entfernt.

Doch ausgerechnet hier, im Niemandsland vom Ärmelkanal bis zur Schweizer Grenze bricht überall Frieden aus. Im Kleinen zu Weihnachten. Soldaten legen ihre Waffen nieder und feiern gemeinsam, tauschen miteinander, spielen mancherorts gar Fußball miteinander.

Zwischen Stacheldraht und Schützengraben, zwischen den Toten, die seit Wochen unbestattet liegen, die schließlich gemeinsam zur letzten Ruhe gebettet werden.
Michael Jürgs erzählt hier eine nahezu unbekannte Geschichte des Ersten Weltkrieges, welche sich wie ein Wunder liest. Es war ja auch eines. Die Feinde stehen sich gegenüber, sehen plötzlich einander die Gemeinsamkeiten und die Schrecken des Krieges mit dem Wissen, dass sie bald wieder kämpfen müssen.

Doch, sie wollen nicht. Das Kämpfen, das Morden können sie jedoch nicht verhindern. Die Generalstäber verhindern dies. Doch, wer waren die, die Frieden schlossen? Won welcher Seite ging er aus, wer machte mit und was dachten die einstigen Gegner aus denen für einen kurzen Moment beinahe Freunde wurden?
Warum wurde aus den vielen kleinen Frieden, die entlang der Westgrenze zu Weihnachten geschlossen wurden, kein großer?

Warum ging danach das millionenfache Morden weiter? Der Autor beschreibt hier die Geschichte eines kurzen Aufflackerns von Menschlichkeit in einer dunklen Zeit und schon deshalb sollte sie nicht vergessen werden. Mit dem Buch sichert Michael Jürgs dieser Tage Ereignisse vor dem Vergessen, gut recherchiert und vertsändlich beschrieben, ist „Der kleine Frieden im Großen Krieg“ nur zu empfehlen.

In der Hoffnung, dass es überall in den Kriegen, die weltweit geführt werden, Zeugnisse von Menschlichkeit schaffen, zu überleben.

Autor:
Michael Jürgs wurde am 04. Mai 1945 in Ellwangen geboren und studierte nach dem Abitur Politikwissenschaft, Geschichte und Germanistik in Münschen. Nach Abbruch des Studiums volontierte er bei der Münchener Abendzeitung und wurde mit 23 Jahren Chef des Feuilletons.

1973 wechselte er zu Gruner und Jahr, wurde drei Jahre später dort Ressortleiter Unterhaltung beim Stern und 1986 dessen Chefredakteur neben Heiner Bremer.
In den 90er Jahren wurde er Chefredakteur bei Tempo, moderierte zwischenzeitlich die NDR-Talkshow und schrieb mehrere Sachbücher und Biografien. Er ist Ko-Autor vieler TV-Dokumentationen und schreibt für mehrere Zeitungen.

Portia Iversen: Mein fremder Sohn

Mein fremder Sohn Book Cover
Mein fremder Sohn Portia Iversen Übersetzerin: Maren Klostermann Erfahrungsbericht Goldmann Verlag Erschienen am: 01.04.2008 Taschenbuch Seiten: 414 ISBN: 978-3-442-15601-6

Inhalt:
Portia Iversen ist überglücklich, als ihr Sohn Dov gesund zur Welt kommt. Doch als er zwei Jahre alt ist und sich mehr für seinen Schatten als für seine Mutter interessiert, bestätigt ein Spezialist ihre schlimmsten Befürchtungen: Der Junge ist Autist. Nun setzt Portia alle Hebel in Bewegung, um ihn aus seiner Welt herauszulocken – vergeblich.

Erst der Kontakt mit einer Inderin, die mit ihrem autistischen Sohn anhand einer Buchstabentafel kommuniziert, lässt sie hoffen: Nach neun Jahren Fremdheit gelingt es Portia auf bewegende Weise, eine Brücke zu ihrem Sohn zu schlagen. (Klappentext)

Rezension:
Noch vor nicht einmal zwei Jahrzehnten als Medizin und Forschung praktisch jährlich neue Fortschritte und Entdeckungen machten, war Autismus für ein Großteil der wissenschaft immer noch ein blinder Fleck, das Asperger-Syndrom nahezu unbekannt. Und so sah sich die Autorin vor ratlosen Ärzten und Wissenschaftlern gestellt als sie eine Lösung suchte, zu ihrem Sohn Dov durchzudringen.

Die meisten, auch Fachleue rieten ihr, es aufzugeben, doch Iversen wollte an eine Chance für ihr Kind glauben, recherchierte und gründete mit ihrem Mann eine Stiftung eine Gendatenbank zur Autismusforschung, erarbeitete sich grundlegende medizinische Kenntnisse und nahm jeden Forschungs- und Zeitungsbericht, jede Dokumentation und Hinweis auf, der ihr und anderen betroffenen Eltern helfen könnte.

Durch einen Bericht und eine Dokumentation der BBC entdeckte sie schließlich eine Mutter aus Indien, der es gelungen war, mit ihrem ebenfalls schwer autistischen Sohn zu kommunizieren. War deren Methode der Schlüssel auch zu Dov?

Ich weigere mich Autismus und Asperger als Krankheit anzusehen, eher als Besonderheit im Alltag zu agieren. Für die Betroffenen und die sie umgebenden „normalen“ Menschen ist dies nicht leicht, da die Sicht und Wahrnehmung der Dinge einfach komplett unterschiedlich ist.

Heutzutage ist dies jedoch einfacher als noch vor ein paar Jahren, doch brauchte es viel Zeit und Geduld, hartnäckigkeit und Menschen wie Portia Iversen die Mauern des Autismus zu durchbrechen.
Nicht nur zu ihren Kindern, sondern auch zu Wissenschaftlern, diese zu überzeugen ihre gelegten Theorien und Ansichten zu überdenken, neue Tests zu entwickeln und die Grenzen von Forschung und Therapien zu erweitern. Gegen den Rat von gut meinenden Mitmenschen und der Schulmedizin.

Diesen steinigen Weg beschreibt Portia Iversen ausführlich, natürlich nicht neutral und beginnt mit der Geschichte ihrer Familie und ihres Sohnes, die sich schnell zur Lebensaufgabe und zum Drang entwickelte, nicht nur einem Kind, sondern möglichst vielen zu helfen.

Und so bekommt der Leser mit jeder Zeile nicht nur ein Lebenshilfe-Buch zu lesen, welches es anfangs vielleicht ist. So sind die ersten Kapitel durchaus leicht zu lesen, doch mti jedem Abswchnitt, in dem Iversen ihren Weg in die Vertiefung der Materie, ihre Beschäftigung mit Autismus vertieft, wird auch der Bericht anspruchsvoller, teilweise sogar sehr wissenschaftlich.

Erhöhte Konzentration ist dann erforderlich. Immer wieder muss man innehalten, wird nachdenklich und liest den einen oder anderen Abschnitt nochmals um selbst komplexere medizinische Erklärungen zu verstehen, auch wenn sie von einer zu Beginn medizinsich Laien geschrieben wurden.

Diese Mischung aus persönlicher, familiärer Geschichte und Kampf für ein gutes Ziel ist interessant und wirkungsvioll, hinterlässt auf jeden Fall Eindruck und neue Einsichten, bei jemanden, der mit der Materie noch nicht in Berührung gekommen ist. Betroffene Familien wird er wohl ermutigen, weiter zu hoffen und Berührungsängste hat man vielleicht auch keine mehr.

Denn, wie gesagt, Autismus ist eine Besonderheit und auch die meisten Autisten sind es, wiobei sie bis auf ein paar wenige Ausnahmen (hochfunktionale Autisten) es nicht so zeigen können, wie es vielleicht wollen würden. Hinter den Mauern aus Stereotypen und scheinbar unkoordinierten unkontrollierten Bewegungen stecken oftmals intelligente Menschen, deren Potential entdeckt und gefördert werden muss. Wenn dieser erfahrungsbericht dazu beiträgt, hat auch Portia Iversen ihr Ziel erreicht.

Im Anhang finden sich weiterführende Informationen zu wissenschaftlcihen Theorien über Autismus, Forschungsberichte und Organisationen sowie Begriffserklärungen, um das ganze verständlicher zu machen.

Ansonsten gibt es Links, etwa zu der Stftung die Portia Iversen mitgegründet hat und zur Erlernung der Methode, die Iverson zusammen mit Soma und Tito Mukhopadhyay entwickelte, um mit ihrem Sohn zu kommunizieren.

Autorin:
Portia Iversen arbeitete erfolgreich als Art Director und verfasste zahlreiche Drehbücher fürs Fernsehen. Für die künstlerische Leitung einer Fernsehshow wurde sie mit dem „Emmy-Award“ ausgezeichnet.

1994, als bei ihrem Sohn Autismus diagnostiziert wurde, gründete sie zusammen mit ihrem Mann eine Stiftung, die sich zu einer der größten nicht staatlich finanzierten Förderstiftung für Autismusforschung weltweit entwickelte. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Los Angeles.

John Nettles: Hitlers Inselwahn

Hitlers Inselwahn Book Cover
Hitlers Inselwahn John Nettles Übersetzung: Laterina Latifi/Jakob Brüssermann Rezensionsexemplar/Sachbuch Osburg Verlag Erschienen am: 29.09.2015 Hardcover Seiten: 394 ISBN: 978-3-95510-094-0

Inhalt:
28. Juni 1940: Deutsche Bomben treffen die Häfen von St. Helier auf Jersey und St. Peter Port auf Guernsey. Damit fällt britischer Boden den Deutschen in die Hände und verbleibt dort bis zur Befreiung im Mai 1945. In seinem Buch schildert der gelernte Historiker John Nettles die bewegte Zeit der Besetzung auf den Ärmelkanalinseln. Eine Zeit, fernab jeder Bilderbuchidylle, geprägt von Kollaboration und Widerstand, Deportation der Juden und dem massiven Einsatz von Zwangsarbeit. Und nicht zuletzt vom Verrat der britischen Regierung an ihren Inselbewohnern. (Klappentext)

Rezension:
Noch immer liegen einige Kapitel des schmerzlichsten aller Kriege im Dunkeln und sind hierzulande kaum bekannt. Dazu gehört die Besetzung britischen Territoriums durch die Deutschen im Zweiten Weltkrieg. Zwar misslang die Luftschlacht um England und wurde für Görings Luftwaffe zu einem Fiasko aber die Eroberung der Kanalinseln war ein nicht gerade geringer Propaganda-Erfolg.

Und für die Bevölkerung von Guernsey, Sark, Alderney und Jersey der Beginn einer Zeit der Ungwissheit, des Hungerns und des Leids, welches dennoch geringer ausfiel als anderswo in Europa. Genau dies brachte die britischen Ermittler des Geheimdienstes auf den Plan, die nach dem Krieg die Folgen untersuchten. Warum war die Bevölkerung der Inseln vergleichsweise „gut“ weggekommen? Warum hatte sie kooperiert und fast „zu wenig“ Widerstand geleistet? Wie stark war die Bindung an den Feind gewesen und wie stark war die Bindung an das britische Mutterland zu der Zeit oder auch danch überhaupt noch?

Dabei hatten Chamberlain, Churchill und das britische Militär dies selbst zu verantworten. John Nettles zeigt beeindruckend auf, wie die Briten ihre Bürger auf den Kanalinseln im Stich ließen und wie diese sich selbstüberlassen mit der neuen Situation arrangieren mussten. Er zeigt das Dilema der Verantwortlichen auf und die unglückselige Situation der einheimischen, die sich weder verstecken noch fliehen konnte. Er zeigt, warum die Bevölkerung, im Gegensatz zur Resistance-Bewegung keinen nennenswerten Widerstand zustande brachte und wie die Kollaboration mit dem Feind unzählige Leben rettete.

Dem Autor, Historiker und späteren Schauspieler ist ein eindrucksvolles Portrait einer sonderbaren Situation gelungen. Sehr gut recherchiert, mit einer ausführlichen Quellenlage und direkten Kontakt zu den Einheimischen. Er zeigt auf, dass die Situation auf den Kanalinseln für Besetzte und Besatzer eine besondere sein musste, dass die Inselregierungen nicht schwarz oder weiss handeln oder denken konnten, sondern in einer Grauzone agieren mussten, um ein schlimmeres Regime a la der Besetzung in den Niederlanden oder der Tschechei zuvor zu kommen und die eigenen Leute zu schützen. Wer mit dem bissigen Hund auf engen Raum zusammen gefercht iost, vermeidet besser, ihn zu reizen.

Ausführlich beleuchtet Nettles die Situation auf den einzelnen Inseln, die obwohl nur wenige Kilometer von einander entfernt, teils sehr unterschiedlich war. Er beschreibt das Handeln einzelner und das Leben auf den Inseln, geht auf die Verantwortlichen beider seiten ein.

Er berichtet von britischen Kommando-Unternehmen, die zum Fiasko gerieten, von Feigheit und Verrat der Menschen untereinander und der großen Politik (London). Der Autor zeigt, warum überwiegend die Deutschen zwar als Übel aber zumindest am Anfang noch nicht als Feind angesehen wurden und warum die Deutschen sich gegenüber den Briten, die so gar nicht britisch waren, milde verhielten.

Die Geschichte der Kanalinseln ist zumindest in diesem Punkt eine Geschichte des Leids und zudem ein schmutziger Punkt auf der politischen Weste Londons. großartig erzählt, detail- und kenntnisreich, eindrucksvoll beschrieben. Nettles legt hier eine interessante vielschichtige historische Studie vor. Nötig, weil zu unbekannt zwischen den großen anderen schrecklichen Ereignissen im Zweiten Weltkrieg. Mit „Hitlers Inselwahn“ wird Nettles diesem, vor allem für Groß-Britanniens Geschichte, Kapitel gerecht.

Autor:
John Nettles wurde 1943 in Manchester geboren und verbrachte seine Kindheit in St. Austell/Cornwall. In den 1960er Jahren studierte er Geschichte und Philosophie, bevor er sich der Schauspielerei zuwandte. 1976-1980 und 1992-1996 war er Ensemblemitglied der Royal Shakespeare Company.

Internationale Bekanntheit erlangte er in den 1980er Jahren mit der Rolle des Jim Bergerac in der gleichnamigen britischen TV-Serie. Diese wurde von 1981-1991 auf den Kanalinseln gedreht. Dem deutschen Publikum ist er insbesondere durch seine Rolle als Inspector Barnaby bekannt, die er von 1997-2011 spielte.

Carlos Ruiz Zafon: Der Schatten des Windes

Der Schatten des Windes Book Cover
Der Schatten des Windes Carlos Ruiz Zafon Roman S. Fischer Verlage Ausgabe erschienen: 01.07.2003 Taschenbuch Seiten: 564 ISBN: 3-518-45800-0

Inhalt:
Als der junge Daniel den geheimnissvollen „Friedhof der Vergessenen Bücher“ betritt, ahnt er nicht, dass sein Leben eine dramatische Wende nehmen wird. Der Schatten des Windes, das Buch, das der für sich auswählen darf, wird ihn nicht mehr loslassen.

Immer mehr taucht Danilei in die faszinierende Handlung des Romans ein, und auch sein eigenes Leben scheint sich den Gesetzen dieser Geschichte zu unterwerfen… (Klappentext)

Rezension:
Als der zehnjährige Daniel sich nicht mehr an das Gesicht seiner verstorbenen Mutter erinnern kann, weiht ihn sein Vater in ein Geheimnis der Buchhändler und Buchliebhaber der Stadt ein und nimmt ihn mit, auf den gehüteten Friedhof der vergessenen Bücher.

Dort lagern die Werke von Autoren, die die Welt vergessen hat, die nicht mehr verlegt werden und für die sich scheinbar niemand interessiert. Der Brauch will es, dass derjenige, der diesen Ort zum ersten Mal betritt, sich ein Buch aussucht, was auch Daniel tut. Er greift zu „Der Schatten des Windes“ von Julian Carax, nicht ahnend, dass dieser Roman sein weiteres Leben bestimmen wird.
Fasziniert von der Geschichte lässt er sich treiben und im Laufe der Jahre verweben Geschichte und Wirklichkeit immer mehr, werden eines. Als junger Erwachsener will Daniel schließlich mehr über den Autoren herausfinden, tut dies auch, doch bringt er sich damit selbst in Gefahr. Denn, im Spanien Francos, haben selbst scheinbar vergessene Autoren Feinde.

Zunächst ein Wälzer entpuppt sich dieses Werk als wunderbarer Roman, dessen ruhiger Schreibstil und die Beschreibungen der einzelnen Charaktere sowie der Atmosphäre in den Straßen Barcelonas, die Geschichte mehr als lesenswert macht.
Als Leser taucht man förmlich ein in die Geschichte, die einem bis zur letzten Seite nicht mehr los lässt, lebt, fühlt und leidet mit den Protagonisten. Zafon hat es dabei geschafft, jeden einzelnen Charakter nicht nur schwarz oder weiß als Eigenschaften mitzuliefern, sondern die Personen im Laufe der Handlung zu entwickeln und vielschichtige Seiten zu geben.

So gibt es hier zwar klar definiert Gute und Böse, aber auch deren Beweggründe sind zumindest nachvollziehbar.

Eine Geschichte über Bücher, in der man sich wünscht, einzutauchen und selbst auf einen solchen Friedhof sich ein Exemplar aussuchen zu dürfen und mit der Geschichte zu leben. Ja, das Schicksal des Buches zu teilen, zu enträtseln.

Der Schreibstil ruhig, fordert selbst Schnellleser zum Innehalten auf, immer wieder gibt es Stellen zum Nachdenken und solche, an denen man den Roman zur Seite legen muss. Ohne, dass das weh tut. Einfach, damit man noch ein wenig länger davon hat und das hat bei mir bisher selten eine Geschichte geschafft.
Und sie zeigt, dass ein jeder ein für sich besonderes Buch im Leben braucht, dessen Verbindung einzigartig ist.

Autor:
Carl Ruiz Zfon wurde 1964 geboren und wuch in Barcelona auf. Er besuchte die Jesuitenschule Sarria, die ihn mit ihren Türmen und Geheimgängen zu Geschichten inspiriert hat. Nach der Schule arbeitete Zafon in einer Werbeagentur, schrieb Kurzgeschichten und erste Romane.

1994 zog er nach Los Angeles und arbeitete als Drehbuchautor, sowie als Journalist für spanische Zeitungen. 2004 kehrte er nach Barcelona zurück. Seine Romane sind mehrfach ausgezeichnet.