Matt Ruff: Mirage

9783423215947Autor: Matt Ruff
Titel: Mirage
Seiten: 492
ISBN: 978-3-423-21594-7
Verlag: dtv

Inhalt:
Das Attentat erschütztert die Vereinigten Arabischen Staaten (VAS) bis ins Mark: am 9.11.2001 fliegen zwei Flugzeuge in die Türme des Welthandelszentrums von Bagdad, ein drittes ins arabische Verteidigungsministerium in Riad, ein viertes stürzt in der Wüste ab.

Die wirtschaftliche Supermacht sagt dem Terror den Kampf an und besetzt die Ostküste von Amerika – ein unbedeutendes Entwicklungsland und vermutlich die Heimat der Terroristen.

Weiterlesen

Max Rhode: Die Blutschule

blutschule_rhode_maxAutor: Max Rhode
Titel: Die Blutschule
Seiten: 255
ISBN: 978-3-404-17267-2
Verlag: Bastei Lübbe

Handlung:
Die Teenager Mark und simon können sich keinen größeren Horror vorstellen, als aus der Metropole Berlin in die Einöde Brandenburgs zu ziehen. Das Einzige, worauf sie sich freuen, sind sechs Wochen Sommerferien., doch auch hier macht ihnen ihr Vater einen Strich dirch die Rechnung.

Weiterlesen

Timothee de Fombelle: Tobie Lolness I – Ein Leben in der Schwebe

Tobi Lolness - Ein Leben in der Schwebe Book Cover
Tobi Lolness – Ein Leben in der Schwebe Timothee de Fombelle Übersetzer: Tobias Scheffel/Sabine Grebing Kinderbuch/Jugendbuch dtv junior Erschienen am: 01.05.2010 Taschenbuch Seiten: 408 ISBN: 978-3-423-71412-9

Handlung:

Seit Anbeginn der Zeit lebt Tobias Volk auf der uralten, mächtigen Eiche. Doch nun schwebt Tobie, 13 Jahre alt und gerade mal anderthalb Millimeter groß, in höchster Gefahr – und nicht nur er: Das Leben seiner Eltern und überhaupt des ganzen Baumes liegt plötzlich in seinen Händen. Doch Tobie bleibt wenig Zeit. Eine atemlose Jagd durch die sagenhafte Baumwelt beginnt. (Klappentext)

Rezension:

Hinter großartigen Covern muss noch lange keine ebenso große Geschichte stecken, doch lohnt es sich hier auf beide Facetten des Buches einzugehen. Weil hier sich eines zum anderen fügt und tatsächlich die „Verpackung“ dem Inhalt gerecht wird.

So hat Francois Plate hier schon einen echten Blickfang aus einem grünen Blätterwald geliefert, über den die Hauptfigur sprintet. Dazu noch der Titel-Schriftzug, der sich fühlbar leicht vom Buchumschlag abhebt, in den selben Grüntönen und ein Cover-Kauf ist vorprogrammiert. Freudig zu sehen, dass sich diese Liebe zu zeichnerischen Details in der Geschichte fortsetzt. Wunderschöne Grauton-Zeichnungen begleiten den Leser durch die Geschichte.

Fast mag man sich an die Geschichte vom kleinen Nick erinnert fühlen, die zwei andere große Franzosen geschrieben und ja, eben gezeichnet haben. Letztere Zeichnungen haben Kultstatus erreicht, Plates Zeichnungen sind insgesamt jedoch detaillierter und ebenso liebevoll.

Die Geschichte selbst könnte auch in unserer Welt spielen. Skrupelloser Bauunternehmer biegt Gesetze für sich zurecht, um seine Pläne zu verwirklichen, beeinflusst die Regierenden und räumt unliebsame Gegner aus dem Weg. Nur würde das in der Zielgruppe Kinder/Beinahe-Jugendlicher wohl keiner lesen.

Und so verpackt de Fombelle diese Erzählung sprichwörtlich luftige Höhen, lässt die Menschenwelt auf Millimeter-Größe schrumpfen und macht einen 13-jährigen Knirps zum Helden. Gerade einmal anderthalb Millimeter groß wird Tobie vom brutalen Bauunternehmer Jo Mitch gejagd, schließlich ist er der Einzige, der seine grausamen Pläne gefährdet.

Die Eltern von Tobie, seine Mutter und sein Vater, Wissenschaftler, die sich für Fragen interessieren, wie „Gibt es Leben außerhalb des Baumes?“, sind da schon längst kalt gestellt. Doch Tobie gibt nicht auf. Doch, um seine Eltern zu retten, muss er an Jo Mitch und seine Schergen vorbei.

Eine wunderbare Geschichte über Freundschaft und Verrat, Mut und Angst, Umwelt und dem empfindlichen Gleichgewicht von Leben. Unserer realen Welt nicht unähnlich erlebt auch Tobie, wie eine empfindliche Störung des ökologischen Gleichgewichts nicht nur seine Welt, sondern auch sein Leben zerstört.

Doch, er lernt auch sich zu behaupten, in einer ihm feindlich gesinnten Umgebung und dass es Hoffnung ist, die bekanntlich zuletzt stirbt. Sehr gut lesbar für alle Altersgruppen, zu empfehlen auch für Erwachsene, die die Verantwortung dafür tragen, einen lebenswerten Planeten der nächsten Generation zu übergeben. Denn, sonst muss diese irgendwann genau so kämpfen zu Überleben wie Tobie Lolness selbst. Wir sollten uns selbst überlegen, ob wir das wirklich wollen.

Autor:

Timothee de Fombelle wurde 1973 in Paris geboren und ist ein französischer Schriftsteller und Dramatiker. Mit 17 Jahren gründete de Fombelle eine Theatergruppe, für die er selbst Stücke schrieb und inszenierte. Für eines dieser Stücke erhielt er in Zusammenarbeit mit dem Schauspieler Clement Sibony den Prix du Souffleur (2002) und wurde als Theaterautor bekannt. Heue ist er einer der bekanntesten franzöischen Schriftsteller.

Sein Jugendbuch „Tobie Lolness“ wurde in 26 Sprachen übersetzt und u.a. mit den meisten französischen Jugendliteraturpreisen sowie den italienischen Andersen-Preis ausgezeichnet. Der Auftakt der Duologie errschien erstmals 2008 in Deutschland.

Timothee de Fombelle: Tobie Lolness II – Die Augen von Elisha

Tobie Lolness II - Die Augen von Elisha Book Cover
Tobie Lolness II – Die Augen von Elisha Timothee de Fombelle Kinderbuch/Jugendbuch Gerstenberg Erschienen am: 01.11.2010 Taschenbuch Seiten: 441 ISBN: 978-3-8369-5204-0 Übersetzer: Tobias Scheffel/Sabine Grebing

Handlung:

Seine Eltern leben noch! Nach zwei Jahren Exil im Grasland bringt die Nachricht Tobie dazu, auf die große Eiche zurückzukehren. Doch welch ein schrecklicher Anblick bietet sich ihm dort: Weite Teile des Baums sind abgestorben, die Bewohner leben in Angst und Schrecken – und sein Erzfeind Leo Blue will Tobies große Liebe Elisha zur Heirat zwingen. (Klappentext)

Rezension:

Der zweite Band einer Reihe entpuppt sich oft als der schwächere in einer Reihe. Sei es, weil die Übergänge ins Finale sich einfach hinziehen wie Baumharz oder das Pulver, was in Band 1 verschossen wurde, hier einfach an Wirkung verliert und man sich diese lieber für die Finalrunde aufspart.

Was aber, wenn die Reiehe tatsächlich nur aus zwei Bänden besteht und der erste von beiden einfach nur genial ist? Dann geht das entweder schief, wie bei Glukhovskys „Metro 2034“ oder wirkt phänomenal wie bei Tiomothee de Fombelle, der es geschafft hat, mit „Die Augen von Elisha“ einen würdigen Nachfolger zu veröffentlichen. Und auch hier gehe ich dieses Mal, weil sich das lohnt, zu allererst auf das Cover ein.

Cover von Taschenbüchern werden entweder sträflich vernachlässigt, manchen Grafiker würde man am liebsten in die Kunstschule stecken, damit diese sich bessern oder sie produzieren Hingucker, wie es Francois Place auch hier gelungen ist.

Dieses Mal liegt der Handlungsort, die Äste des Baumes, unter einer dicken Schneeschicht begraben. Die Kälte und Dunkelheit, die die Geschichte im Gegensatz zum Vorgänger prägen, ist deutlich zu spüren. Der Titelschirftzug ist in den Herbsttönen absterbender Blätter gehalten, wie auch der Baum langsam stirbt unter den Machenschaften von Tobies Erzfeinden Leo Blues Jo Mitch’s.

Diese haben die Macht in der fragilien Gesellschaft des Baumes unter sich aufgeteilt und eine Sklaven-Diktatur des Schreckens geschaffen. Widersacher, wie Tobies Eltern, werden gefangen gehalten und zur Zwangsarbeit eingesetzt, auf alle anderen wird eine gnadenlose Hetzjagd betrieben, nicht zuletzt nach Tobie selbst.

Timothee de Fombelle zeigt auch hier wieder, wie wichtig Zusammenhalt, Toleranz und Akzeptanz ist, ein Kinderbuch gegen Hass, Feindschaft und Rassismus und für eine vielfältige Zukunft, wie sie heute von allzu vielen verteufelt wird. Das Buch wurde freilich zu einem Zeitpunkt geschrieben als Rechtsradikalismus und Intoleranz noch nicht die alltäglichen Schlagzeilen bestimmten. Man mag daher de Fombelle entweder eine besondere Weitsicht auf zukünftige Ereignisse zugestehen oder zumindest den Appell, es nicht so weit kommen zu lassen. Zumindest mit letzteren ist er heute vielleicht als gescheitert zu betrachten, wenn er diese Absicht denn gehabt hat aber er zeigt auch, dass Diktaturen, ob staatliche oder die der Meinungen, nicht lange überleben und immer ein Enmde finden, was mehr als tröstlich ist.

Insgesamt ist dies ein wunderbarer Roman für Kinder und angehende Jugendliche, der seine Leser ernst nimmt und sowohl von Klein als auch von Groß gelesen werden kann. Die älteren Leser werden die vielen Parallelen zum Heute bemerken, für jüngere ist es einfach ein spannungsgeladener lehrreicher Roman über Macht, Diktatur und krimineller Energie aber auch über Umweltschutz, Toleranz und akzeptanz, den Kampf um Gerechtigkeit und um das, was richtig ist. Ohne den Zeigefinger zu erheben. Timothee de Fombelle hat dies, wieder einmal, hinbekommen ohne ins Schlingern zu geraten. Die insgesamt kurzen Kapitel, reich illustriert, lesen sich flüssig und sind gespickt mit Cliffhangern, die dem Lesen mehr als zuträglich sind. Gern möchte man, dass Tobies Welt wirklich existiert. So weit von unserer eigenen ist sie ja nicht entfernt.

Autor:

Timothee de Fombelle wurde 1973 in Paris geboren und ist ein französischer Schriftsteller und Dramatiker. Mit 17 Jahren gründete de Fombelle eine Theatergruppe, für die er selbst Stücke schrieb und inszenierte. Für eines dieser Stücke erhielt er in Zusammenarbeit mit dem Schauspieler Clement Sibony den Prix du Souffleur (2002) und wurde als Theaterautor bekannt. Heue ist er einer der bekanntesten franzöischen Schriftsteller.

Sein Jugendbuch „Tobie Lolness“ wurde in 26 Sprachen übersetzt und u.a. mit den meisten französischen Jugendliteraturpreisen sowie den italienischen Andersen-Preis ausgezeichnet. Der Auftakt der Duologie errschien erstmals 2008 inDeutschland.

Luca di Fulvio: Das Kind, das nachts die Sonne fand

Das Kind, das nachts die Sonne fand Book Cover
Das Kind, das nachts die Sonne fand Luca Di Fulvio Roman bastei Lübbe Erschienen am: 12.03.2015 Taschenbuch Seiten: 830 ISBN: 978-3404-17180-4

Handlung:

Raühnval, ein opulentes Herrschaftsgebiet in den Ostalpen. Dort führt der junge Marcus ein priviligiertes Leben als Sohn des Landesfürsten. Bis zu dem Tag, als bei einem Massaker seine Familie und alle übrigen Burgbewohner ermordet werden. Marcus überlebt dank der Hilfe Eloisas, der Tochter der Hebamme, und findet Aufnahme bei den Dorfbewohnern. Doch die Herrschaft eines grausamen neuen Fürsten lässt bald einen kühnen Plan in ihm reifen: Marcus will für ein Leben in Freiheit und Gerechtigkeit kämpfen, für sich und für die übrigen Leibeigenen des Reichs.

Ein Vorhaben, das ihn erneut mit den dunkelsten Seiten des menschlichen Seins konfrontiert. Und ihm abermals das Kostbarste zu entreißen droht… (Klappentext)

Rezension:

Wenn ich Geschichte lesen möchte, greife ich meistens zu Sachbüchern, da ich nicht möchte, dass historische Fakten allzu sehr verdreht werden. Dann nämlich besteht die Gefahr, nicht mehr zwischen geschehenes und erfundenem unterscheiden zu können. Doch, habe ich mich dieses Mal an das neueste Werk von Luca di Fulvio gewagt, dessen andere Bestseller ich bisher unbeachtet gelassen hatte. Der italienische Autor nimmt den Leser mit auf eine Zeitreise ins tiefste Mittelalter, genauer 1407, wo der 9-jährige Marcus als Sohn des Landesfürsten von Raühnval ein umsorgtes Leben führt.

Er schläft in einem echten Bett, ist nie hungrig und wird von seinen Eltern nach allen Regeln erzogen, die ihn später zum Nachfolger seines Vaters werden lassen sollen. Marcus ahnt nichts von der Welt da draußen, wo die Bewohner der Dörfer in Armut leben und mit den einfachsten Mitteln zurechtkommen und von dem leben müssen, was Feld, Wald und Tiere hergeben.

Doch, der Fürst ist gerecht und das Leben einigermaßen erträglich. Doch, auf einmal ändert sich alles. Die Herrscherfamilie fällt einem Massaker zum Opfer und nur Markus wird gerettet durch die mutige Tat von Eloisa, einem kleinen Mädchen seines Alters.

Doch nun, aller Privilegien beraubt, muss er ums Überleben kämpfen. Für ihn heißt das, lernen, wie ein einfacher Mensch zu leben und zu arbeiten. Die Vergangenheit lässt ihn jedoch keine Ruhe. Der grausame neue Fürst hat, ohne von der wahren Identität des Jungen zu ahnen, im ständig in Blick, wie alle anderen Leibeigenen auch. Marcus lernt sich zu behaupten und in seinem Inneren entwickelt er einen kühnen Plan.

Ein atemraubendes Historienstück, Abenteuer und Krimi zugleich und eine beeindruckende Zeitreise. Auch, wenn es Raühnval nicht wirklich gegeben hat. Doch, so oder ähnlich hätte es sich durchaus abspeielen können als in Mitteleuropa noch das Heilige Römische Reich Deutscher Nation existierte und unzählige Fürsten um die Vormachtstellung im Reich kämpften und Komplotte mit- und gegeneinander schmiedeten. Der Unterschied zwischen Landbevölkerung und herrschenden Adel wird hier sehr schön und detailliert dargestellt, die Charaktere sind vielschichtig und nicht statisch. Tatsächlich ist die Wandlung, die Luca di Fulvio vor allem Marcus/Mikhail zuschreibt, beeindruckend beschrieben, was auch für die übrigen Protagonisten gilt. Tatsächlich versinkt man in diese Welt, leidet mit, hofft und bangt, so dass die über 800 Seiten schnell verfliegen. Ein sehr guter Historienroman, über einen Jungen, der nachts die Sonne fand.

Autor:

Luca di Fulvio wurde 1957 geboren und studierte nach der Schule Dramaturgie. Anschließend war er Mitglied des Livingf Theatre in London, bevor er 1996 seinen ersten Roman in Italien veröffentlichte. Der in Rom lebende Schriftsteller, dessen Werk „Der Junge, der Träume schenkte“ 2011 ins Deutsche übersetzt wurde, beschäftigt sich dabei immer wieder mit Problematiken wie Gewalt gegen Frauen oder das Leben der Emigranten im Noew York der 20er Jahre. „Das Kind, das nachts die Sonne fand“ ist sein dritter Roman, der im deutschsprachigen Raum erscheint.