Autoren

Jesse Falzoi: Creative Writing

Inhalt:
In den USA kann man an zahlreichen Universitäten Creative Writing studieren und wird dabei von namhaften Schriftstellern und Dichtern in allen Bereichen unterstützt. Die Verfasserin hat ein solches Studium in den USA absolviert und ein Buch geschrieben für diejenigen, die auch Zuhause lernen wollen, wie man bewegend, spannend und literarisch schreibt und zum eigenen Lektor wird.

Dieser praktische Ratgeber behandelt jedes Thema, das beginnende und erfahrene Schriftsteller beschäftigt, weit über das rein Handwerkliche hinaus. Schwerpunkte bilden das Zusammenspiel Protagonist/Plot sowie die Vielfalt der Erzählperspektive. Checklisten und Vorlagen, viele praktische Übungen und eine große Bandbreite an Beispielen aus der Weltliteratur begleiten den Leser auf dem Weg zum Schriftsteller. (Inhalt lt. Amazon)

Rezension:
Für den einen oder anderen von uns vermag vielleicht der Wunsch bestehen, die eigenen Ideen zu Papier zu bringen. Daraus ein Buch sich zu erarbeiten, was man sich später gebunden ins Regal stellen, was andere Menschen kaufen können, um ebenfalls an den Geschichten ihre Freude zu haben, ist fast schon ein verwegener Gedanke. Und dann steht da am Beginn das weiße Blatt Papier, das geöffnete leere Dokument und die Frage, wie man überhaupt beginnen soll. Der Ratgeber „Creative Writing“ der Schriftstellerin Jesse Falzoi hilft hier, anaolg eines Schreibkurses anhand praktischer Übungen sich seine Geschichte zu erarbeiten udn sein eigenes Schreiben zu verbessern.

Zahlreiche Beispiele und Übungen rahmen die sechszehn Lektionen ein, die helfen, sich beide Punkte zu erarbeiten. Dabei geht es zunächst einmal über das Schreiben selbst und der Frage des Warum, bevor die Autorin dazu einlädt, anhand von Fragestellungen Texte sich zu erarbeiten und daran zu üben. Dabei bestimmen wir selbst unser Tempo, ziehen dabei unsere Leseerfahrungen zu Rate, wobei auch unzählige Literaturbeispiele gegeben werden, wenn es zum Beispiel um die Entwicklung von Figuren oder Handlungsabläufen geht.

Sehr methodisch werden diese und anderen Punkte, von der ersten Idee bis zum überarbeiteten Text dargestellt, wobei Jesse Falzoi auch ihre eigenen Erfahrungen, Erfolge und vor allem Misserfolge einbezieht, was zeigt, dass der Weg zur überarbeitenden Geschichte so turbolent wie steinig ist und der erste Textentwurf durchaus frei von der Hand geschrieben werden kann, damit überhaupt eine Arbeitsgrundlage entsteht, auf der dann die einzelnen Punkte Anwendung finden.

Es geht hier nicht nur um Erzählschemata (ja, auch), sondern vor allem pro Kapitel darum, um ein Gefühl für die dort behandelten Themen zu bekommen, sich zu erarbeiten. Im Bezug auf das eigene Schreiben hat Jesse Falzoi mir gezeigt, was ich schon intuitiv alles mache und an welchen Sachen ich später noch arbeiten kann, aber auch, wie es mit einem Text weitergeht, wenn dieser vermeintlich geschliffen oder fertig ist. In sofern stimmt, so weit ich das schon sagen kann, hier das Wort „umfassend“, wobei die einzelnen Kapitel so kompakt gehalten sind, dass man mit Informationen und Stoff zum Nachdenken nicht zu überladen ist.

Schließlich soll man ja diese Energie und das in die Hand bekommene Werkzeug am Ende auch nicht nur in die zahlreichen und vielseitigen Übungen, sondern in den eigenen Text stecken. Und das ist ganz wunderbar.

Autorin:
Jesse Falzoi ist eine deutsche Schriftstellerin unterrichtet Creative Writing in Berlin, bietet Coaching und Workshops an. 2001 schloss sie ihr Literaturstudium ab, erhielt 2013 ein Stipendium in den USA und erhielt zwei Jahre Später ihren Master of Fine Arts in Creative Writing. In zahlreichen Literaturzeitschriften veröffentlichte sie bereits und erhielt mehrere Literaturpreise, sowie ein Aufenthaltsstipendium im Heinrich Böll Cottage Irland.

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Uwe Wittstock: Februar 33 – Der Winter der Literatur

Inhalt:

Es ging rasend schnell. Der Februar 1933 war der Monat, in dem sich auch fir Schriftsteller in Deutschland alles entschied. Uwe Wittstock erzählt die Chronik eines angekündigten und doch nicht für möglich gehaltenen Todes. Von Tag zu Tag verfolgt er, wie das glanzvolle literarische Leben der Weimarer Zeit in wenigen Wochen einem langen Winter wich und sich das Netz für Thomas Mann und Bertolt Brecht, für Else Lasker-Schüler, Alfred Döblin und viele andere immer fester zuzog. (Klappentext)

Rezension:

Die Geschichte der letzen Tage, sie beginnt mit einem Tanz auf den Vulkan. Der Schriftsteller Carl Zuckmayer, der mit den Drama „der Hauptmann von Köpenick“ ein paar Jahre zuvor seinen größten Erfolg feierte, begibt sich zum Presseball, einer Berliner Institution. Alles, was Rang und Namen hat, gibt sich dort die Ehre. Die künstlerische Elite versammelt sich. Doch, die Atmosphäre ist getrübt. Nicht wenige Anwesende ahnen, dass sich die Zeiten gerade ändern. Welche Folgen dies langfristig haben wird, ist kaum jemanden klar. Am nächsten Tag, den 30. Januar 1933, wird Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt.

Es ist die Geschichte einer flirrenden Zeit. Einen Monat, in etwa so lang, wie ein ausgedehnter Sommerurlaub, brauchte es, um die Demokratie auszuhölen und durch ein System der Willkür und Tyrannei zu ersetzen, doch zunächst war nicht sicher, ob nicht die Nazis genau so schnell verschwinden würden, wie andere Regierungen zuvor. Der Krieg noch nicht in sicht, begann die Konsolidierung der Macht jedoch bereits vom ersten Tag an. Schriftstellende, Journalisten und Künstler mussten sich entscheiden. Bleiben, wie der Autor Erich Kästner etwa oder die Flucht ins Exil, wie sie Thomas und Heinrich Mann ergriffen.

Der Autor und Literaturredakteur Uwe Wittstock erzählt von einem beispiellosen kulturellen Exodus, nachdem nichts mehr so sein sollte, wie zuvor.

Anhand ausgewählter Biografien beschreibt der Autor Tage der Entscheidung. Rettet man mit der Flucht ins Exil sein eigenes Leben oder wartet man nicht lieber ab, bis der Spuk vorbei ist? Muss man überhaupt fliehen? Ist man von den Ausfällen der Machthaber selbst betroffen oder kann sich gar mit der neuen Situation arrangieren?

Was nimmt man mit, was versteckt man? Wo taucht man unter? Wie und wovon lebt man dann dort? Uwe Wittstock erzählt aus der Sicht der Manns, Döblins oder etwa Ricarda Huch und Gottfried Benn, welchen Fragen und Entscheidungen die ausgesetzt waren, die sich schon längst mit ihrem künstlerischen Schaffen positioniert hatten. Er berichtet von der Vernetzung einer Schicht, die die Nazis innerhalb weniger Tage zerschlugen.

Mit der Form eines literarischen Sachbuchs macht Uwe Wittstock eine Zeit lebendig, deren Folgen die Protagonisten damals nur ahnen konnten, die später einen ganzen Kontinent und noch mehr ins Unglück stürzte. Fakten verpackt er in erzählerischer Form. An manchen Stellen muss man durchatmen und sich vergewissen, was man mit „Februar 33 – Der Winter der Literatur“ eigentlich vor sich hat. Nicht doch einen Roman?

Aus Tagebuchaufzeichnungen, Notizen und Briefen, teilweise autobiografischen Schriften, hat Wittstock ein lebendiges Bild ausgewählter Männer und Frauen gewoben, die alle auf unterschiedliche Art und Weise sich entscheiden mussten, manchmal von einer Minute auf die andere. Dabei handelt es sich um Ausschnitte.

Ein Ding der Unmöglichkeit ist es, die Wege der gesamten künstlerischen Elite jener Zeit darzustellen, doch die Auswahl der Lebensläufe zeigt ein breites Spektrum auf. Der Autor ruft so jene Zeit ins Gedächtnis, in der noch niemand sicher sagen konnte, ob dieser oder jene Weg der richtige sein sollte. Viele Akteure indes, konnten später nicht mehr an ihre Erfolge vor Februar 1933 anknüpfen. Anderen wurde die Kooperation mit den Nazis zum Verhängnis. Wenige nur konnten auch in der Nachkriegswelt künstlerisch Fuß fassen.

Wittstock erzählt chronologisch. Die Kapitel sind in Form von Tagesdaten untergliedert, was die Brisanz und die Schnelligkeit verdeutlicht, mit der sich alles änderte. In wechselnder Perspektive werden die Schwierigkeiten und Fragestellungen klar, denen sich die Akteure ausgesetzt sahen. Auch, was danach geschah, bleibt nicht unerwähnt. Zur Abrundung werden im Anschluss Kurzbiografien aufgeführt. Das Sachthema erzählerisch in dieser Form lebendig werden zu lassen, funktioniert hier sehr gut.

An manchen stellen wirkt das so, als würde man selbst etwa an einer Straßenkreuzung stehen und müsste sich entscheiden, ob man zur Wohnung geht, in der Gefahr, den eigenen Häschern in die Arme zu laufen, oder doch zum Bahnhof, um in den nächsten Zug zu steigen und Richtung Grenze zu fahren, so lange dies noch möglich ist. Manche Biografien sind bekannt, trotzdem schwitzt man beim Lesen teilweise Tropf und Wasser. Eine nüchterne Abhandlung ist etwas anderes.

Autor:

Uwe Wittstock wurde 1955 in Leipzig geboren und ist ein deutscher Literaturkritiker, Lektor und Autor. Zunächst arbeitete er als Journalist der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wo er von 1980 bis 1989 der Literaturrerdaktion angehörte, danach wirkte er als lektor beim S. Fischer Verlag.

Zur gleichen Zeit war er Mitherausgeber der Literaturzeitschrift Neue Rundschau. Im Jahr 2000 wurde er stellvertrender Feuilletonchef der Tageszeitung Die Welt, zwei Jahre später Kulturkorrespondent in Frankfurt/Main. Bis 2017 arbeitete er als Literaturchef des Magazins Focus. Zu seinen Werken zählen mehrere Sachbücher. 1989 erhielt er den Theodor-Wolff-Preis für Journalismus.

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Durch’s Buch gebloggt – 2019

Ein Rückblick durch mein Bloggerjahr

Tut sich irgendjemand noch die Rückblicke der großen TV-Sender an? Einen habe ich dieses Jahr tatsächlich geschaut, aber insgesamt wird das bei mir immer weniger? Auch Streaming-Angebote habe ich mir sehr reduziert angesehen, vom Gebrauch der Online-Mediatheken ganz zu schweigen. Mein Lesejahr 2019 war dagegen ein voller Erfolg.

Also, doch Zeit zurück zu blicken.

Insgesamt habe ich 87 Bücher gelesen. Das ist ein Buch mehr als im Vorjahr 2018. Damit habe ich mein Ziel von einem Buch pro Woche im Jahr übererfüllt. Insgesamt waren es 6-8 Bücher pro Monat, wobei der November mit drei Büchern der schwächste war, erstaunlicherweise der Januar mit elf Werken der produktivste.

Rezensionsexemplare habe ich von Verlagen, literarischen Agenturen und Autoren direkt bekommen. 49 mal schenkte man mir das Vertrauen. Dafür nochmals vielen lieben Dank, auch wenn nicht jedes Buch für mich funktioniert hat. „Die Moskauer“ von Andreas Petersen waren mein Jahresflop, womit mal wieder bewiesen ist, dass auch Rezensionsexemplare einmal durchfallen können.

Highlights hatte ich dagegen zahlreiche. Ulrich Woelk z.B., einer der Kandidaten für den Deutschen Buchpreis 2019 oder Nicoletta Giampietro mit ihrem fulminanten Debüt „Niemand weiß, dass du hier bist„. Diese beiden Romane werden mir ebenso im Gedächtnis bleiben, wie spannende und abwechslungsreiche Sachbücher, Reise- oder Erfahrungsberichte, z.B. Stephan Orths „Couchsurfing in China„, um nur einen zu nennen.

Nicoletta Giampietro „Niemand weiß, dass du hier bist“, eines meiner Jahreshighlights.

Drei Autoren haben sich auf der vergangenen Leipziger Buchmesse meinen Fragen gestellt (Constanze John, Veit Etzold und Michael Tsokos). Mehrere Verlagspräsentationen durfte ich erleben und so Robert Harris und Edgar Rai („Im Licht der Zeit„) einmal persönlich kennenlernen.

Robert Harris und Ich auf der Lesung „Der zweite Schlaf“.

Ein E-Book habe ich gelesen, nur ein oder zwei Bücher auf Englisch, dafür eine Manga-Reihe fortgesetzt, wenn auch nicht rezensiert. Mehrere interessante Nebenschauplätze, wie VDSIS (vom Verein Schule gegen Gewalt e.V), welches Kinder und Jugendliche in Musikprojekten fördert, gab es. Ein weiteres wird demnächst ausgiebig vorgestellt werden.

Das ist überhaupt eines meiner Vorhaben, den Blog ein wenig mehr aufzulockern und beobachtenswerte Kulturprojekte vorzustellen. Zudem soll es künftig Monatsrückblicke geben, in denen auch angesprochen wird, was sonst nicht rezensiert wird. Auch Buchmesseberichte wird es wieder geben und hoffentlich das eine oder andere interessante Interview.

Die Zusammenarbeit mit literarischen Agenturen soll noch enger werden, der Fokus auf kleinere Verlage ohnehin und natürlich wird es wieder eine Weltreise-Challenge geben. Letztere habe ich für dieses Jahr erfolgreich beenden können. So ganz ohne Druck, übrigens.

Nächstes Jahr möchte ich in den Social Media Kanälen stärker aktiv sein, meinen Instagram– und Twitter-Channel bespielen, sowie meinen Facebook-Account nutzen, den ich kürzlich erstellt habe, außerdem die Form des Podcasts ausprobieren und auch Monats-Rückblicke soll es geben. In wiefern das alles so klappt, sei dahingestellt, vornehmen kann man sich das ja mal.

Michael Tsokos im Interview zu seinem Thriller „Abgeschlagen“.

Die meisten meiner Leser sind still und doch sehe ich an den Zahlen, wie jeder einzelne Beitrag gerne angenommen wird. Ganz zu Beginn habe ich nur für mich geschrieben, ohne Hoffnung, dass das irgendjemanden interessiert und staune auch heute noch darüber, bei der Vielzahl an Inhalten, die es im Web gibt, dass es noch Menschen gibt, die solche textlastigen Sachen sich zu Gemüte führen. Das ist toll.

Ihr seid toll. Das muss einmal gesagt werden, und damit all die jenigen, die das Vertrauen in mir setzen, Bücher zu lesen und zu empfehlen oder eben auch nicht und auch Verlage und Autoren, die sich damit regelmäßig auf’s Glatteis begeben und manchmal auch ausrutschen.

Durch das Bloggen habe ich so viele interessante Menschen kennengelernt und dieses Jahr den Blick über den Tellerrand hinaus erweitern können, was ich auch weiterhin tun möchte. Ich freue mich, wenn ihr auch nächstes Jahr wieder mit dabei seid.

Euer findo.

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