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Durch’s Buch gebloggt – 2019

Ein Rückblick durch mein Bloggerjahr

Tut sich irgendjemand noch die Rückblicke der großen TV-Sender an? Einen habe ich dieses Jahr tatsächlich geschaut, aber insgesamt wird das bei mir immer weniger? Auch Streaming-Angebote habe ich mir sehr reduziert angesehen, vom Gebrauch der Online-Mediatheken ganz zu schweigen. Mein Lesejahr 2019 war dagegen ein voller Erfolg.

Also, doch Zeit zurück zu blicken.

Insgesamt habe ich 87 Bücher gelesen. Das ist ein Buch mehr als im Vorjahr 2018. Damit habe ich mein Ziel von einem Buch pro Woche im Jahr übererfüllt. Insgesamt waren es 6-8 Bücher pro Monat, wobei der November mit drei Büchern der schwächste war, erstaunlicherweise der Januar mit elf Werken der produktivste.

Rezensionsexemplare habe ich von Verlagen, literarischen Agenturen und Autoren direkt bekommen. 49 mal schenkte man mir das Vertrauen. Dafür nochmals vielen lieben Dank, auch wenn nicht jedes Buch für mich funktioniert hat. „Die Moskauer“ von Andreas Petersen waren mein Jahresflop, womit mal wieder bewiesen ist, dass auch Rezensionsexemplare einmal durchfallen können.

Highlights hatte ich dagegen zahlreiche. Ulrich Woelk z.B., einer der Kandidaten für den Deutschen Buchpreis 2019 oder Nicoletta Giampietro mit ihrem fulminanten Debüt „Niemand weiß, dass du hier bist„. Diese beiden Romane werden mir ebenso im Gedächtnis bleiben, wie spannende und abwechslungsreiche Sachbücher, Reise- oder Erfahrungsberichte, z.B. Stephan Orths „Couchsurfing in China„, um nur einen zu nennen.

Nicoletta Giampietro „Niemand weiß, dass du hier bist“, eines meiner Jahreshighlights.

Drei Autoren haben sich auf der vergangenen Leipziger Buchmesse meinen Fragen gestellt (Constanze John, Veit Etzold und Michael Tsokos). Mehrere Verlagspräsentationen durfte ich erleben und so Robert Harris und Edgar Rai („Im Licht der Zeit„) einmal persönlich kennenlernen.

Robert Harris und Ich auf der Lesung „Der zweite Schlaf“.

Ein E-Book habe ich gelesen, nur ein oder zwei Bücher auf Englisch, dafür eine Manga-Reihe fortgesetzt, wenn auch nicht rezensiert. Mehrere interessante Nebenschauplätze, wie VDSIS (vom Verein Schule gegen Gewalt e.V), welches Kinder und Jugendliche in Musikprojekten fördert, gab es. Ein weiteres wird demnächst ausgiebig vorgestellt werden.

Das ist überhaupt eines meiner Vorhaben, den Blog ein wenig mehr aufzulockern und beobachtenswerte Kulturprojekte vorzustellen. Zudem soll es künftig Monatsrückblicke geben, in denen auch angesprochen wird, was sonst nicht rezensiert wird. Auch Buchmesseberichte wird es wieder geben und hoffentlich das eine oder andere interessante Interview.

Die Zusammenarbeit mit literarischen Agenturen soll noch enger werden, der Fokus auf kleinere Verlage ohnehin und natürlich wird es wieder eine Weltreise-Challenge geben. Letztere habe ich für dieses Jahr erfolgreich beenden können. So ganz ohne Druck, übrigens.

Nächstes Jahr möchte ich in den Social Media Kanälen stärker aktiv sein, meinen Instagram– und Twitter-Channel bespielen, sowie meinen Facebook-Account nutzen, den ich kürzlich erstellt habe, außerdem die Form des Podcasts ausprobieren und auch Monats-Rückblicke soll es geben. In wiefern das alles so klappt, sei dahingestellt, vornehmen kann man sich das ja mal.

Michael Tsokos im Interview zu seinem Thriller „Abgeschlagen“.

Die meisten meiner Leser sind still und doch sehe ich an den Zahlen, wie jeder einzelne Beitrag gerne angenommen wird. Ganz zu Beginn habe ich nur für mich geschrieben, ohne Hoffnung, dass das irgendjemanden interessiert und staune auch heute noch darüber, bei der Vielzahl an Inhalten, die es im Web gibt, dass es noch Menschen gibt, die solche textlastigen Sachen sich zu Gemüte führen. Das ist toll.

Ihr seid toll. Das muss einmal gesagt werden, und damit all die jenigen, die das Vertrauen in mir setzen, Bücher zu lesen und zu empfehlen oder eben auch nicht und auch Verlage und Autoren, die sich damit regelmäßig auf’s Glatteis begeben und manchmal auch ausrutschen.

Durch das Bloggen habe ich so viele interessante Menschen kennengelernt und dieses Jahr den Blick über den Tellerrand hinaus erweitern können, was ich auch weiterhin tun möchte. Ich freue mich, wenn ihr auch nächstes Jahr wieder mit dabei seid.

Euer findo.

Michael Tsokos: Schwimmen Tote immer oben?

Schwimmen Tote immer oben? Book Cover
Schwimmen Tote immer oben? Michael Tsokos Droemer Knaur Erschienen am: 02.09.2019 Seiten: 176 ISBN: 978-3-426-27764-5

Inhalt:
Ist das Erwürgen eine schnelle und effektive Mordmethode? Wie kann man einen Tierbiss von einem Menschenbiss unterscheiden? Können Leichen explodieren? Fernsehkrimis haben einfache Antworten auf diese Fragen.

Doch meist sind es Klischees, die bedient werden – die Realität sieht anders aus. Keiner weiß das besser als Michael Tsokos, Deutschlands bekanntester Rechtsmediziner. Er nimmt die bizarrsten Irrtümer in unseren Fernsehkrimis aufs Korn und informiert unterhaltsam und spannend über die Mittel und Methoden der Rechtsmedizin. (Klappentext)

Rezension:
Irgendwo läuft immer ein „Tatort“ und auch sonst erfreuen sich die Fernsehkrimis anhaltender Beliebtheit. In der Sicherheitszone des eigenen Wohnzimmers lässt es sich halt angenehm gruseln, das Mitraten, wer ist eigentlich der Täter, macht auch Spaß und Ablenkung vom Alltag ist es ohnehin. Doch leider ist diese mit allerhand Klischees bedeckt. Wie arbeiten Rechtsmediziner wirklich?

Welche Unterschiede gibt es im Beruf der Rechtsmediziner zu deren Pendants im Fernsehen, und schwimmen Tote tatsächlich immer oben? Michael Tsokos legt nach und klärt in der Fortsetzung zu „Sind Tote immer leichenblass?“ über weitere Irrtümer auf, die im Zusammenhang mit Fernsehkrimis bei vielen Zuschauern entstanden sein dürften.

Unterhaltsam, in kurzweiligen Kapiteln, werden Fragestellungen auf’s Korn genommen und Tsokos, der sich für dieses Buch die allabendlichen Tatortsendungen vorgenommen hat, beschreibt den Alltag und den Wahrheitsgehalt hinter dem, was uns das Fernsehen suggeriert. Findet man wirklich bei Ertrunkenen immer Wasser in den Lungen? Haben nur starke Raucher schwarze Lungen? Knabbern Hunde und Katzen ihre ehemaligen Herrchen an oder verhungern sie lieber?

Aus dem langjährigen Erfahrungsschatz, unter Zuhilfenahme ihm bekannter und auf dem Tisch gelandeter Fälle beschreibt Deutschlands bekanntester Rechtsmediziner den Unterschied zwischen Wahrheit und Fiktion. Man bekommt jedoch auch eine Ahnung, warum in Krimis der rechtsmedizinische Bereich anders dargestellt wird. Schließlich möchte Tsokos den Spaß am gepflegten Wohnzimmergrusel nicht nehmen, sondern nur das Sichtfeld seiner Leser erweitern.

Das gelingt mit Charme und durch die Auflockerung wunderbarer Illustrationen, die die einzelnen Kapitel ergänzen. Witzig umgesetzt von Christoph Keller unterstreichen sie die Ausführungen des Autoren, der zeigt, was Rechtsmedizin heute kann, wohin sie zukünftig führen wird und was eben nicht möglich ist.

Auch dies ganz interessant. Wenn also das nächste Mal im näheren Umfeld Scheintote wieder auferstehen, Leichen explodieren oder Würgmerkmale untersucht werden, weiß der geneigte Leser dies einzuordnen. Oder man beschäftigt sich dann doch lieber mit True Crime, anstatt leinwandflimmender Verbrechen.

Autor:
Michael Tsokos wurde 1967 in Kiel geboren und ist ein deutscher Rechtsmediziner und Professor an der Charite in Berlin. Er leitet seit 2007 das dortige Institut für Rechtsmedzin, gleichzeitig das Landesinstitut für gerichtliche und soziale Medizin in Berrlin-Moabit. Zudem ist er Leiter der Gewaltschutzambulanz der Charite.

1998-99 nahm er an der Exhuminierung und Identifizierung von Leichen aus Massengräbern des Bosnienkrieges und im Kosovo teil, 2004-05 war er im Auftrag des Bundeskriminalamtes zur Identifizierung der Tsunami-Opfer in Thailand täig. Er ist Autor mehrerer Fachzeitschriften, populärer Sachbücher und Mitautor mehrerer Thriller. Seit 2014 ist er Botschafter des Deutschen Kindervereins. Tsokos lebt mit seiner Familie in Berlin.

Gedanken zum Update

Sobald ein Blog eine gewisse Größe erreicht hat, ist eine Überarbeitung des ganzen Gedöns nur schwer möglich. Natürlich gibt es gewisse Tools und Plugins, die einem das Leben erleichtern, doch von Zeit zu Zeit zwingen einem Updates, geänderte Anforderungen von Außen dazu, die bisher geschriebenen Beiträge durchzusehen, Links zu überprüfen, Aktualisierungen vorzunehmen oder Formatierungen anzupassen. Das ist dann nur noch mühsehlig und vom Spaß, der hinter manch geschriebenen Artikel steht, ist dann nur noch wenig übrig.

Kürzlich habe ich aus mehreren Gründen, die hier jetzt keine Rolle spielen sollen, das Blog-Design Richtung Magazin geändert. Rezensionen bekommen von mir nach und nach eine Sternebewertung, passend zum Geschriebenen, verpasst. Die Formatierungen werden vereinheitlicht. Alleine in dieser Kategorie gibt es derer, aufgrund der Bloghistorie, inzwischen drei verschiedene. Das möchte ich oder, nein, muss ich ändern, soll mir das alles nicht irgendwann mal um die Ohren fliegen.

Gesagt, getan, gehe ich also seit Kurzem das Rezensionsverzeichnis Buchstabe für Buchstabe durch. Kleinvieh macht Mist. Kleinvieh strengt an. Und, bin dennoch über jeden geschafften Schritt, blogtechnisch, froh. Zwei Kategorien habe ich zusammengestrichen, Artikel rausgenommen (Wann nehmt ihr eigentlich Artikel ganz von eurem Blog runter?), Links entfernt oder korrigiert. Auf, dass das alles so klappt, wie ich mir das vorstelle. Schließlich habe ich nicht vor, aufzuhören und möchte, dass ich, nein, dass auch ihr, weiterhin hier gerne seit und mitlest, was es so neues gibt im Bereich Literatur und Film. Dafür wenigstens, mache ich das.

Gesendet aus der Schreibstube.

Euer findo.

Reisebericht Rom – Die ewige Stadt

Städtereisen möchte Keiner aus meiner Familie mit mir unternehmen. Auch aus meinen Bekanntenkreis findet sich niemand, der sich dazu bereit erklärt, so etwas mit mir zu machen. Das liegt daran, weil ich Städtetrips für gewöhnlich ausdehne und auch viel anschauen möchte.

Zwar sitze ich auch gerne mal in einem Cafe, aber eben nicht nur. Irgendwo kriege ich einen Rappel und muss mir mindestens zwei sehenswürdigkeiten am Tag oder ein Museum ganz ausführlich anschauen. Da hat schon so mancher Mitreisender kapituliert, also mache ich das alleine. Für alle Beteiligten, auch für mich entspannter.

Los ging es am Samstag-Morgen und ich bin natürlich, wie immer zu früh am Flughafen gewesen. Als Touristiker sowie so tagtäglich mit Notfällen und allerlei Kuriositäten konfrontiert, weiß ich halt, was passieren kann, aber es hat alles geklappt. Einchecken, Kofferabgabe, der Flug war sehr ruhig. Was will man mehr? In Rom angekommen, erst einmal orientieren und das Gepäck holen.

Mit den Leonardo-Express, netter Schnellzug, ging es dann zum Hauptbahnhof Termini mitten ins Zentrum Roms. Beim Zugkartenkauf ein kleiner Schreck, der Automat wollte meine Kreditkarte nicht haben. Am Schalter ging’s jedoch. Die Fahrt selbst dauerte nicht mehr als eine halbe Stunde. Zwei Straßen von Termini entfernt lag dann auch mein Hotel.

Das Haus, wo das Hotel einquartiert war, beheimatete mehrere Hotels, pro Etage eines und insgesamt waren es drei. Wie sich ein paar Zimmer als Hotel rentieren, ist mir schleierhaft, aber für’s Übernachten reichte es. Immerhin war das Zimmer sauber.

In den Fahrstuhl im Treppenhaus habe ich mich allerdings nicht getraut. Das schien einer aus der Zeit gewesen zu sein, als die Dinger erfunden wurden. So eine Art Korb oder Käfig. Da mein Zimmer in der zweiten Etage lag, habe ich dort immer die Treppe genommen.

Als erstes bin ich zum Monument Vittorio Emanuele II. gelaufen, dieser große monolithische Klotz, den die Einheimischen „Hochzeitstorte“ nennen und einfach nur pompös ist. Wenn man durch das gebäude durchläuft und die Fahrstuhlfahrt nach ganz oben bezahlt, hat man von dort aber eine herrliche und beeindruckende Aussicht über Rom. Die kann ich jeden nur empfehlen.

Nach einem kleinen Trattoria-Besuch in der Gegend bin ich dann zum Colosseum gelaufen und habe ein paar Nachtbilder gemacht. Es war schon dunkel. Eis gegessen, und irgendwie sollte das so mein abendliches Rom-Ritual werden. Man gönnt sich ja sonst nichts.

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Auch das oben beschriebene Monument ist bei Nacht übrigens sehr beeindruckend, wie wohl alle sehenswürdigkeiten Roms, zumal sich dort an der Piazza venezia und in der Gegend um Forum Romanum und Colosseum die straßenkünstler tummeln. Da kann man schon eine Weile verbringen.

Am nächsten Tag habe ich zwei Reiseführer-Rundgänge mitgemacht, die mich einmal zu verschiedenen Mosaiken und vielen Kirchen geführt haben, u.a. der Lateranskirche, der noch immer der Bischof von Rom, also der Papst vorsteht und dann den Bernini-Spaziergang, der mich zu verschiedenen Brunnen geführt hat, die ja irgendwie das Markenzeichen Berninis sind und das Stadtbild wesentlich prägen.

Mein nicht funktionierender Orientierungssinn, fehlerhafte Stadtpläne und unzureichende Beschilderungen der Straßen führten im Übrigen dazu, dass ich mich heillos verlaufen habe. Mehrmals. Und wenn ich dabei schöne Plätze und Wege gefunden habe, kann ich euch nicht mehr sagen, wie man dahin kommt und wo das genau war. Ich bin foh, dass ich wieder auf bestimmte Wegpunkte zurückgefunden habe, die mir dann etwas Orientierung ermöglichten.

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Dabei habe ich aber die spanische Treppe entdeckt, das Pantheon und den Bernini-Brunnen, in den man doch bitte eine Münze werfen sollte, um vielleicht einmal wieder nach Rom zurückzukehren. Ist mir nicht gelungen, bei den Menschenmassen das auch nur ansatzweise zu versuchen. Ich kam einfach nicht an den Brunnen nah genug heran. Wohl Pech gehabt. Aber, ich habe dort in der Nähe gut gegessen.

Nicht direkt dort, das sind zumeist Touristenfallen, aber ein zwei Seitenstraßen weiter. Und wieder einmal Eis. In der Nähe des Pantheons befindet sich übrigens eine Gelatoria, die derer 150 Sorten verkauft. Googlet das mal. Das ist toll anzusehen und schmeckt im Übrigen auch.

Am nächsten Tag ging es dann in den Vatikan. Ich hatte mein Ticket vorreserviert, empfehle das auch jeden anderen reisenden. Die Schlange der Ticketlosen war schon um neun Uhr einmal so lang, dass ich das Ende nicht mehr sehen konnte und ich stand in der Reihe daneben und kam dank Ticket innerhalb einer halben Stunde in das Vatikanische Museum, was aus mehreren Bereichen besteht, rein.

https://www.instagram.com/p/Bo9ry1_lhHc/

Tipp, nehmt euch ein oder zwei Sammlungen des Museum vor und dafür Zeit, alles schafft man nicht anzuschauen, da es einfach so viel zu sehen gibt. Man wird zwar überall durchgeschleußt, aber irgendwo ist ja auch die Aufnahmefähigkeit begrenzt.

Die Ägyptische und die Griechische Sammlung haben mich am meisten beeindruckt, sowie die Galeria della Geografiche, ein lang gestreckter Saal, deren Decken mit Szenen aus der Schöpfungsgeschichte verziert sind, sowie an den seitenwenden detailliert gemalte Karten der einzelnen Regionen Italiens aus den Mittelalter dargestellt sind. Schön gestaltete alte Landkarten, so etwas begeistert mich und davon habe ich mir dann auch ein Kunstbuch gekauft.

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Danach bin ich noch auf die benachbarte Engelsburg gegangen und auch das ist sehr sehenswert. Wer dort einmal ist, sollte sich diese Sehenswürdigkeit, alleine schon wegen des Ausblickes über den Tiber und die Umgebung und den Kontrast in der Architektur wegen, nicht entgehen lassen.

Der nächste Morgen begann sehr früh, ich wollte nämlich noch auf die Kuppel des Petersdoms, wofür man sich extra anstellen muss. In den Petersdom kommt man ja so rein, aber ohne Bargeld eben nicht auf die Kuppel und ich hatte am Vortag keines mehr. Aber ich war ja dann am nächsten tag dort, habe die Variante für Faule genutzt, die Hälfte des Weges per fahrstuhl, dann nochmal einige Treppenstufen. Die letzten Meter sind sehr abenteuerlich.

Die Wände des aufganges werden immer schräger, bald läuft man selbst schräg und sehr beengt, zuletzt dient ein festes Tau als Geländer. Aber der ausblick von Oben in den Petersdom hinein und schließlich über den Petersdom und Rom ist spektakulär und dafür lohnt sich das. Höhen- und Platzangst sind allerdings nicht zu empfehlen.

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Danach ging es nach Trastevere und dort habe ich praktisch den ganzen restlichen Tag verbracht. Das war auch so ein im Reiseführer beschriebener Rundgang, der das zeigte, was heute die Stadt als traditionelles Trastevere verkauft. Für fotos allemal sehr schön, aber man weiß halt nicht, was für Touristen extra so gemacht wurde und was tatsächlich wirklich ist.

Findet ob der Touristenströme dort überhaupt noch echtes römisches Leben statt? An manchen Straßenecken hatte ich da so meine Zweifel. Übrigens, dort wie auch woanders in rom beim essen aufpassen. Die Pasta hat überall geschmeckt, das Eis auch, aber von drei Pizzen waren zwei einfach ekelhaft.

Nächster Morgen, neue Kraft in den Füßen. Man läuft da echt Kilometer, die man zu Hause nicht macht, ging es in die Innereien des antiken Roms. Ich habe das Forum Romanum, der Kapitolshügel und das Colosseum besucht. Und praktisch jeden Stein, vermute ich, aus jeden Winkel fotografiert.

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Ich mag ja so etwas. Hier sieht man das, was in den Geschichtsbüchern beschrieben wird und kann sich die Triumpfzüge nach siegreichen Schlachten, die Gladiatorenkämpfe und überhaupt das römische Leben in der Antike richtig gut vorstellen.

Man sieht, was damals schon möglich war zu bauen und kann auch den einen oder anderen Archäologen bei der Arbeit beobachten. Gegraben wird da nämlich noch immer. Danach bin ich wieder über die Piazza Venezia durch die Gassen gegangen und habe am Plazza del Teatro die beste Eisdiele meines Rom-Besuches entdeckt. Wer sich also dahin verirrt, die haben sehr schönes Apfel-Zimt-Eis.

Im Folgenden wollte ich auch noch die Villa Borghese besichtigen. Diese beherbergt eine Vielzahl von Skulpturen und auch die Parkanlage soll wunderschön sein. ich hatte dazu sogar eine Führung gebucht, alleine der römische Berufsverkehr hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht.

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Ich kam erst in die fünfte U-Bahn der Linie, die ich nehmen musste und dann ist es ja noch ein ganzes Stück zu Fuß. auf die Idee, mit den Bus von Termini bis praktisch direkt davor zu fahren, bin ich leider nicht gekommen und so war ich viel zu spät da. Und das, bei nur zwei möglichen Besichtigungsterminen pro Tag, der am Nachmittag war auch schon ausgebucht. Damit der weite Weg, wirklich weit, nicht umsonst gewesen ist, bin ich dafür dann in den benachbarten städtischen Zoo gegangen.

Man vergleicht ja ganz gerne. Ist ein hübsches Glände, das alles, etwas klein und die Tierwelt auf ein paar wenige Exoten beschränkt, aber die haltungsbedingungen sind ordentlich, wenn auch ich das besser kenne und natürlich durch meinen Heimatzoo Leipzig entsprechend verwöhnt bin. Aber, wie geschrieben, ich wollte ja den Tag trotzdem vernünftig verbringen.

Nach den Zoo-Besuch bin ich dann noch zurückgeschlendert, bis zur Spanischen Treppe, von dort aus durch zahlreiche Gassen. Eigentlich bin ich nicht der Typ für’s einfach so Schlendern und sich Treiben lassen, ich plane und wehe es geht etwas schief. Aber da und dort gibt es hübsche Trattorien und das eine oder andere Eis macht auch so manchen Fehlversuch wett.

Am nächsten Tag schließlich die Kapitolinischen Museen und die waren schon toll. Dort steht u.a. auch die Statue von der Romulus und Remus‘ säugenden Wolfin und noch weitere Skulpturen, die wir alle aus Geschichtsbüchern und Dokumentationen kennen. Ein Besuch lohnt sich also, doch ich habe so gegen Ende meines Urlaubes dann doch meine begrenzte Aufnahmefähigkeit bemerkt.

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Die Katakomben z.B. am nächsten Tag habe ich ausgelassen und bin stattdessen weiter durch die Gassen gestromert, noch einmal zum Pantheon. Irgendwie fasziniert mich dieses Gebäude, zur Spanischen Treppe und noch mal dies und das von Außen besichtigt, in einige Kirchen hineingegangen, nachdem ich die vollendete Diskriminierung erlebt habe. Muss wahrscheinlich auch sein, aber ich wollte doch nur Klamotten kaufen, hatte einen Laden meiner eigentlichen Lieblingsmarke entdeckt.

Nein, der Verkäufwer verkauft nur an „Italien persons“, dann bin ich halt einfach gegangen und kaufe das Zeug halt in heimischen läden. Da versteht man mich wenigstens.

Insgesamt bin ich nicht ganz so überzeugt von Rom, wie vielleicht einige andere. Klar, dies und das und jenes sollte man gesehen haben, aber das war’s dann auch schon. Ich möchte, so es sich ergibt, natürlich nochmal zu den antiken Stätten, in den vatikan und auf die Kuppel hinauf, aber das muss nicht mehr in Rahmen eines solchen Tripps erfolgen.

Mich interessieren jetzt andere Städte mehr. Von Italien vielleicht Neapel mit Vesuv, Pompeij und Herkulaneum, wobei man das auch an einem verlängerten Wochenende erledigen könnte. Oder Venedig, wo man einfach mal das Treiben zwischen den Kanälen beobachten kann oder vielleicht Mailand, wobei ich über diese Stadt noch so gar nichts weiß. Nächstes Jahr soll es aber in eine andere Himmelsrichtung gehen. Wohin, steht noch nicht fest.

Souvenirs:
– Harry Potter 1 auf Italienisch (ich Sammler halt)
– Kunstbuch über die Galleria Carte della Geografiche
– Limoncello und Lakritzlikör, die beide den Flug heil überstanden haben

https://www.instagram.com/p/BpCdceFl94p/

Barcelona 2017 – Zwischen Fußball und Ferrari

Barcelona ist immer eine Reise wert. So zumindest die Kollegen, die von der spanischen Stadt schwärmten. Nichts negatives habe ich gehört und so habe ich mich aufgemacht, Barcelona zu entdecken. Natürlich nicht alles gesehen. Dazu reicht ein Besuch einfach nicht. Ich werde also wohl wiederkommen müssen. Hilft ja nichts. Ansonsten findet ihr hier meine Eindrücke einer großartigen Stadt.