Eyal Megged: Oschralien
Inhalt:
Hillel hat kaum eine Beziehung zu seinem Sohn Roy. Nach dem Scheitern seiner Ehe strĂ€ubte er sich von Anfang an gegen diese Vaterschaft, gegen die Möglichkeit einer neuen Familie. Seine Reise nach Australien zu Roy und dessen Mutter könnte eine zweite Chance sein – aber wer sagt, dass Hillel die will…? (Klappentext)
Rezension:
Es liegt nicht am Autoren, an der Ăbersetzung, an der Geschichte selbst, es liegt an mir. Ich hoffe mal, es ist so, anders kann ich mir den Effekt nicht erklĂ€ren, den dieser Roman auf mich hatte. Dabei ist die Grundidee an sich nicht schlecht.
Ein orientierungsloser und beruflich nicht gerade erfolgreicher Mann wird vom anderen Ende des Globus‘ aus angerufen und aufgefordert, seinen Erziehungspflichten dem gegenĂŒber nachzukommen, den er in einem unbedachten berauschenden Moment gezeugt hat.
Doch, der Sohn will seinen nun auftauchenden Vater nicht und zeigt es ihm mit allen Mitteln, die dem Rotzbengel zur VerfĂŒgung stehen. Mutter und Vater sind machtlos gegen den kleinen Vulkan, der stĂ€ndig explodiert und kommen sich nĂ€her, unfĂ€hig jedoch, auf lange Sicht eine Beziehung aufzubauen.
Das ist ein Stoff fĂŒr groĂe und ausschweifende Romane, aber in jedem Falle nicht der von Eyal Megged. Lange nicht mehr habe ich solch einen zusammengewĂŒrfelten Mist mir angetan.
Wie gesagt, an der Idee liegt’s nicht, eher an der AusfĂŒhrung. In feinster Sprache befindet sich der Leser gleichsam in einer Art philosophischer Vorlesung ĂŒber das Wohl und Wehe, dem Zusammenhalt und Auseinadertriften von Menschen und ihrer Beziehungen.
Das Studium jedenfalls, merkt man dem Autoren an, da das darin zusammengeklaubte Wissen, aus jeder niedergeschriebenen Zeile trieft. Das ist fĂŒr jeden Leser einfach nur ermĂŒdend und langweilig, jedenfalls nicht zielfĂŒhrend, wenn er oder sie mit Philosophie nichts anfangen kann oder sich einfach nur mit der LektĂŒre fallen lassen möchte. Ein hilfloses Unterfangen, zumindest hier.
Und wenn man der schwĂŒlstigen Sprache nichts abgewinnen kann, der Handlung und was der Autor daraus macht, ebenso wenig, einzig die Idee bleibt, ist nicht mehr viel, was ĂŒbrig bleibt.
TatsĂ€chlich haben sich an der Grundidee schon unzĂ€hlige Autoren versucht und es ist ihnen fast allen besser gelungen, als Megged, von dem ich hoffe, dass seine Geschichte im Original eine völlig andere Wirkung hat, wobei das ja ein schlechtes Zeichen fĂŒr die Ăbersetzerin wĂ€re. Wenn sich das ungefĂ€hr gleicht, ist es fĂŒr beide kein Ruhmesblatt. „Oschralien“ ist die transportierte Langeweile schlecht hin und ein gutes Schlafmittel.
Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
Autor:
Eyal Megged wurde 1948 in New York geboren und ist ein israelischer Schriftsteller, Kolumnist und Journalist. Er wuchs in Tel Aviv auf, wo er Philosophie und Kunstgeschichte studierte. Der Autor arbeitete zunnĂ€chst als Redakteur fĂŒr einen Hörfunksender und schreibt als Jornalist fĂŒr israelische Tageszeitungen ĂŒber Literatur, Kultur und Sport.
1993 wurde er mit dem Macmillan Prize ausgezeichnet. Mehrere seiner Werke wurden ins Deutsche, sowie ins Englische ĂŒbersetzt. Mit seiner Familie lebt er in Tel Aviv.
Nebenbemerkung:
Es mĂŒsste jetzt vielleicht jemand die Geschichte lesen und daran Gefallen finden. Ich möchte wirklich wissen, ob es Menschen gibt, die den Zugang bekommen, den ich nicht gefunden habe.
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