Therapie

Uma Ulrike Reichelt: Schnell & sicher ins Burnout

Schnell & sicher ins Burnout Book Cover
Schnell & sicher ins Burnout Uma Ulrike Reichelt dielus Verlag Erschienen am: 06.11.2017 Seiten: 183 ISBN: 978-3-9818928-4-0

Inhalt:

Überlastungssyntome befinden sich auf den Vormarsch und sind heute fast überall anzutreffen. Viele Menschen leiden darunter und gehen den Weg ins Burnout oft unbewusst. Doch, der hat klare Gesetzmäßigkeiten.

Wie sie funktionieren, und worauf man achten sollte, stellt Uma Ulrike Reichelt auf amüsante und anschauliche Weise dar. Mithilfe funktionierender Instrumente und Verhaltensstrategien können wir entspannter, glücklicher und vitaler werden und so den Weg ins Burnout verhindern. (eigene Inhaltsangabe)

Rezension:

Um im Bereich der psycholgischen Stress-Bewältigungsliteratur aufzufallen, die sowohl esoterischen Nonsens als auch psychologisch interessante Ansätze vorstellt, mit dieser Thematik umzugehen, braucht es heute offenbar einen witzigen, fast schwarzhumorigen Titel.

Wie sonst könnte man die Überschrift „Schnell & sicher ins Burnout“ erklären, die sich entweder die Autorin oder der Verlag dielus einfallen lassen hat? jedenfalls fällt dieses Buch alleine schon wegen der umgekehrten Aussage auf, die einem sugguriert und zunächst erklärt, wie man in dieses Stresssyndrom fällt, um erst am Ende die situation umzudrehen, zu zeigen, was man tun kann, um genau das zu verhindern.

Zielgruppe sind alle Leser, die am Rande einer nicht mehr zu bewältigenden lebensphase stehen und damit drohen, ins Burnout zu kippen oder Menschen, die schon mittendrin sind, und keinen Ausweg mehr wissen.

Auf amüsante Weise, ohne viel Fachchinesisch zu verwenden und mit einprägsamen Skizzenbildern stellt die Autorin dar, welche Faktoren uns Richtung Gesellschaftskrankheit Burnout treiben, wie man sie beeinflussen und schließlich zum Guten wenden kann.

Anfangs ebenfalls, für meinen Geschmack, etwas zu esoterisch, bewegt sich der Inhalt nur langsam in eine annehmbare und glaubhafte Richtung. Tatsächlich kann die gewissenhafte und regelmäßige Anwendung der vorgestellten Techniken helfen, den Alltag zu bewältigen und eben nicht in einen Burnout zu geraten.

Doch, hier taucht schon das erste und überhaupt größte Problem auf, warum’s dann eben doch nicht funktioniert. Wer kauft sich denn dieses Buch? Menschen, die kurz vor eben einen Burnout stehen oder mittendrin sind, doch haben die die Kraft dazu, ohne therapeutischer, und damit meine ich menschlicher, Hilfe aus dieser Situation herauszufinden?

Ich glaube nicht. Dazu sind diese Menschen einfach zu kraftlos, um auch noch den letzten Rest an Energie unter Selbsttherapie anzuwenden. Nein, wer schon einmal im Burnout drinnen steckt, der braucht auch die menschliche Unterstützung. Ein Buch oder ein Online-Kurs werden alleine kaum helfen, was aber genau durch solche Literatur Gefahr ist, suggeriert zu werden.

Wie es allerdings aussieht, wenn Therapeuten diese Ansätze nutzen, um Menschen zu helfen, ist eine andere Frage. Da kann ich mir schon vorstellen, dass die Anwendung der „fünf Glücksgesetze“ helfen können, wenn man die Behandlung individuell anpasst, doch ohne medizinisch-psycholgisch professionelle Hilfe halte ich es für sehr schwierig.

Anders widerum sieht es aus, wenn man dieses Buch sicbh vornimmt, wenn man eben noch nicht im burnout ist, sondern relativ glücklich und mit sich im Reinen ist. Reichelts Vorgehensweise kann helfen, erst gar nicht in so eine Situation zu kommen, in der sie selbst 2003 geraten ist.

Übrigens eines der Plus, die die Autorin vorzuweisen hat. Sie schreibt aus der eigenen Erfahrung heraus, stellt zudem klar, dass es kein allheilmittel und keinen einzigen Weg gibt, sondern viele Wege und Komponenten eine Rolle spielen.

Man neigt jedoch ganz schnell dazu, eine andere problematische Situation, dazu, dieses Buch nur oberflächlich und quer zu lesen, gerade aufgrund der vielen grafischen Darstellungen, die bei Anwendung vielleicht helfen können, aber gerade wer sich gesund fühlt, wird dem Text dann auch nicht so viel Aufmerksamkeit schenken, wie man sollte.

In sofern, zweischneidiges Schwert, weshalb ich mich nicht entschließen kann, hier uneingeschränkt fürzusprechen. Mit therapeutischer Hilfe kann ich es mir vorstellen, alleine zu versuchen, es sei denn man ist schon gesund und eben nicht im Burnout, sein Leben danach auszurichten, stelle ich es mir schwierig vor. Trotzdem, nachdenken darüber lohnt sich.

Autorin:

Uma Ulrike Reichelt wurde 1971 in leipzig geboren und studierte Architektur. Nach ihrem Zusammenbruch 2003 bildete sie sich in Psychologischer Klopfakupressur, Kinesiologie und u.a. in Energetischer Medizin weiter, und gibt heute Kurse für Einzelpersonen, Gruppen und Unternehmen in Stressabbau, Krisenbewältigung, Burnout-Prophylaxe für Unternehmen und Stress- und Krisenmanagement für besonders gefährdete Berufsgruppen. Zusätzlich zu persönlichen Kursen bietet sie Literatur und einen Online-Kurs zur Stressbewältigung an.

Franziska Seyboldt: Rattatatam, mein Herz

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Rattatatam, mein Herz Franziska Seyboldt Kiepenheuer & Witsch Erschienen am: 11.01.2018 Seiten: 253 ISBN: 978-3-462-05047-9

Inhalt:

„An guten Tagen wache ich auf und bin eine Schildkröte. Dann spaziere ich bepanzert bis an die Zähne durch die Straßen. Tunnelblick an und los. An schlechten Tagen wache ich auf und bin ein Sieb.

Geräusche, Gerüche, Farben plätschern durch mich hindurch wie Nudelwasser, ihre Stärke bleibt an mir kleben und hinterlässt einen Film, der auch unter der Dusche nicht abgeht. Ich taumele durch den Tag, immer auf der Suche nach etwas, woran ich mich festhalten kann.“ (Klappentext)

Rezension:
Wovor hatten Sie zuletzt Angst? Vor dem kläffenden Nachbarshund, den der Besitzer scheinbar nicht unter Kontrolle hat? Vor der Spinne, die sich gemächlich von der Zimmerdecke direkt vor ihrer Nase abseilt?

Vor zu engen, kleinen Räumen oder davor, vor vielen Menschen eine Rede halten zu müssen? Ängste, Phobien gibt es in den vielfältigsten Formen und Ausprägungen. Nahezu vor allen Dingen kann man Abneigungen entwickeln.

Was aber, wenn die menschliche Antenne, die uns vor Überreaktionen normalerweise schützt, nicht mehr funktioniert? Was, wenn plötzlich unser größter Alptraum überhand und die Angst in unseren Körpern einzieht und nicht mehr loslässt?

Franziska Seyboldt hat über ihre Erfahrungen, ihren Kampf mit ihrer Angst geschrieben. Entstanden ist eine spannende Auseinandersetzung, ein Dialog mit der Psychose und ein Kampf, ein selbstbestimmtes Leben zurück zu gewinnen.

„Rattatatam, mein Herz“, ist kein Ratgeber, soll es auch nicht sein, sondern Seyboldts Weg, ihre Ängste zu bekämpfen. Dies tut sie erfolgreich und beschreibt innere Auseinandersetzungen so amüsant wie möglich, so ernst wie nötig und gibt sich damit der Öffentlichkeit preis, dem Problem ein Gesicht.

Dies ist die Stärke des Erfahrungsberichts, der den steinigen Weg aufzeigt, mit welchen Schwellen Betroffene zu kämpfen haben, welche Rückschläge sie hinnehmen müssen, bis sie erste Erfolge wahrnehmen können.

Es ist ein unscheinbar daherkommendes Schriftstück, welches einen um so größeren Eindruck beim Leser hinterlässt, ohne die Überheblichkeit und Selbstgefälligkeit von Ratgebern zu beinhalten, die die Einfachheit vorgaukeln, einen Weg in ein Leben ohne Ängste zu finden.

Franziska Seyboldt zeigt, warum Ängste zu ihren und unseren Leben gehören, auf welche Probleme sie für sich gestoßen ist und dass Anerkennung gerade dort ist, wo man sich zu seinen Ängsten bekennt und sich anderen mitteilt.

Sie zeigt, warum die Hilfe anderer wichtig sein und dass es mitunter sehr langwierig werden kann, bis sich die Angst selbst entlarvt. Das beeindruckende Portrait einer Frau, die sich lange von ihren Phobien unterkriegen lassen hat, ihre Angst am Ende jedoch besiegt.

Für alle Betroffenen und solchen, die verstehen wollen, eine beeindruckende Lektüre.

Autorin:
Franziska Seyboldt wurde 1984 geboren und studierte nach der Schule Modejournalismus und Medienkommunikation in Hamburg. Seit 2008 lebt und arbeitet sie in Berlin.

Als Autorin und Redakteurin schreibt sie Artikel für die taz und schreibt ihre eigene Kolumne über psychische Erkrankungen. Sie ist Autorin mehrerer Bücher für Kinder und Erwachsene. Dies ist ihr drittes Buch.

Sebastian Fitzek: Flugangst 7A

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Flugangst 7A Sebastian Fitzek Droemer Knaur Erschienen am: 25.10.2017 Seiten: 394 ISBN: 978-3-426-19921-3

Inhalt:

Es gibt eine tödliche Waffe, die durch jede Kontrolle kommt. Jeder kann sie ungehindert an Bord eines Flugzeugs bringen.

Ein Nachtflug Buenos Aires – Berlin.

Ein seelisch labiler Passagier.

Und ein Psychiater, der diesen Passagier dazu bewegen soll, die Maschine zum Absturz zu bringen – sonst stirbt der einzige Mensch, den er liebt.

(Klappentext)

Rezension:
In einer schmalen Röhre in mehreren zehntausend Metern Höhe eingesperrt zu sein, gehört gewiss nicht zu den Lieblingszuständen, denen man ausgesetzt sein möchte. Nicht wenige Menschen leiden gar unter einer Phobie, die dies zu einem unerträglichen Erlebnis werden lässt.

Und doch, Mats Krüger, selbst erfolgreicher Psychiater, begibt sich auf die Reise von Buenos Aires nach Berlin, um dort den Kontakt zu seiner Tochter wieder aufzunehmen, die ihr erstes Kind erwartet. Nicht ahnend, dass mit Schließen der Flugzeugtür eine Kettenreaktion in Gang gesetzt wird, in der er eine Schlüsselrolle spielt.

Über einen Anruf wird er aufgefordert, einen ehemaligen Patienten an Bord zu finden und zu aktivieren. Als psychische Bombe für hunderte Passagiere. Ansonsten sterben seine Tochter und das noch ungeborene Kind eines qualvollen Todes.

Wo ist eigentlich der sicherste Platz im Flugzeug, wo der, der statistisch die meisten Todesopfer zu verzeichnen hat? Haben Sie sich das nicht nicht auch schon mal gefragt? Sind Sie eher der Typ Mensch, der die Sicherheitsunterweisungen mit Augenrollen über sich ergehen lässt oder hören Sie tatsächlich hin?

So oder so, der neue Psychothriller von Sebastian Fitzek ist nichts für schwache Nerven. Im gewohnten Schreib- und Erzählstil schafft es Fitzek hier mehrere gesellschaftlich kontrovers diskutierte Themen zu bündeln und in einer spannnenden Geschichte zu verankern.

Die Charaktere glaubwürdig, erlebt der Leser einen stetigen Perspektivwechsel, der mal in die Luft geht, mal am Boden spielt und ein sich haltender Spannungsaufbau, der so typisch für die Werke von Fitzek ist.

Klar und bündig formuliert, wechseln sich die kurzen Kapitel ab, gute Recherchearbeit im Bereich Psychotherapie und Flugzeugbetrieb runden die Geschichte ab. Auch die Auflösung ist nicht ganz so chaotisch, wie es bei vergangenen Thrillern Fitzeks oft genug der Fall war.

Für zartbesaitete Leser ist „Flugangst 7A“ mit Vorsicht zu genießen, alle anderen sollten sich während des Lesens anschnallen. Turbelenzen gibt es ganz sicher.

Mit dieser Geschichte bewegt sich Sebastian Fitzek wieder ein kleines Stück zum klassischen Psychothriller, der es in sich hat.eine unbesdingte Lesempfehlung, aber bitte vorher darauf achten, wo man sich hinsetzt. es könnte lebenseintscheidend sein.

Gestaltung:
Für die Erstauflagen der Bücher von Sebastian Fitzek lohnt es sich, einen extra Punkt aufzumachen. Alleine hierfür die Höchstwertung.

Ein Umschlag, der sich glatt rutschig anfassen lässt, wie die Außenhaut eines Flugzeuges, darunter verborgen, eine hochwertige, das ganze Format einnehmende Lentikularfolie.

Umgangssprachlich auch „Wackelbild“ genannt. Eine verlegerische Entscheidung, die das Leseerlebnis nicht nur auf die Geschichte beschrränkt hält, sondern das ganze Buch zum Erlebnis werden lässt. Hochachtung, vor den jenigen, der diese Idee hatte.

Autor:
Sebastian Fitzek wurde 1971 geboren und ist Deutschlands erfolgreichster Autor für Psychothriller. 2006 erschien sein Debüt „die Therapie“, welches über Internet-Empfehlungen hinaus zum Besteller avancierte.

Inzwischen werden seine Thriller auf Theaterbühnen aufgeführt, einer seiner Werke wurde bereits verfilmt. Eine weitere Verfilmung wird derzeit produziert. Seine Werke werden in 24 Sprachen übersetzt.

Als erster deutscher Autor erhielt er den Europäischen Preis für Kriminalliteratur. Fitzek lebt mit seiner Familie in Berlin.

Maia Szalavitz: Clean – Sucht verstehen und überwinden

Clean - Sucht verstehen und überwinden Book Cover
Clean – Sucht verstehen und überwinden Maia Szalavitz mvg Verlag Erschienen am: 11.09.2017 Seiten: 416 ISBN: 978-3-8688-28504 Übersetzer: Martin Rometsch

Inhalt:

Alkohol, Drogen, verschreibungspflichtige Medikamente, Sex, Glücksspiel, Pornografie oder das Internet – heute gibt es mehr Menschen denn je, die von einer Sucht betroffen sind. Doch trotz der hohen medialen Aufmerksamkeit beruhen unser Erklärungsansatz und unsere Therapiemethoden auf veralteten Ideen und Annahmen.

Mit ihrem New York Times-Bestseller bietet Maia Szalavitz einen Denkansatz, der Sucht völlig neu definiert. Sie widerlegt, dass Süchtige ein »kaputtes Gehirn« oder eine »Suchtpersönlichkeit« haben, und betrachtet Süchte stattdessen als Entwicklungsstörungen.

Indem wir Sucht auf diese Weise betrachten, können wir nicht nur die Fehler herkömmlicher Therapiemethoden erkennen, sondern finden auch bessere Alternativen.

Es sind die persönlicheGeschichte, die Familie, Freunde, die Kultur sowie Chemikalien in der Umwelt, die eine Sucht auslösen. Wenn wir verstehen, wie diese Faktoren zusammenspielen und die Krankheit ausgelöst haben, liegt darin auch der Schlüssel zur Heilung. […] (Verlagstext)

Rezension:

Was wäre, wenn Drogen nicht mehr verteufelt, sondern, wie in Ansätzen in Neuseeland oder in den Niederlanden als Produkt der Gesellschaft und Bestandteil des menschlichen Lebens angesehen werden würde?

Was wäre, wenn wir uns darauf konzentrieren würden, Drogensüchtige nicht mehr als „nur“ krank oder gar kriminell einzustufen, sondern als individuelle Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten, als Personen mit Potential, denen man nur verschiedene Alternativen anbieten muss, zu denen sie nicht gezwungen werden dürfen, sondern, aus denen sie selbst wählen können, mit Setzung individueller Ziele?

Was wäre, wenn Therapien nicht mehr auf Zwängen bassieren würden, sondern auf Wertschätzung des Individuums?

Maia Szalavitz, selbst jahrelang drogensüchtig, engagiert sich für eine moderne Drogenpolitik, die sich auf die neuesten Forschungsergebnisse stützt, noch immer viel zu zögerlich angewandt wird, während die restriktive Politik der Kriminalisierung seit Jahrzehnten die verlierer unserer Gesellschaft produziert.

Herausgekommen dabei ist ein interessanter Denkansatz, den es zu diskutieren gilt.

In „Clean – Sucht verstehen und überwinden“, beschreibt die Autorin, gestützt auf eine breite Quellenlage aus Forschungsberichten und gesammelten Erfahrungen von Süchtigen, nicht zuletzt ihrer eigenen, Zusammenhänge des Gehirns und daraus entstehende Folgerungen. Wie entsteht Sucht? Was ist das überhaupt?

Kann Sucht erlernt, und im besten Falle wieder umgelernt werden? Welche Gemeinsamkeiten gibt es zwischend en chemischen prozessen im Gehirn eines Autisten und eines Süchtigen? Kann letzterer von dessen Erfahrungen profitieren?

Wo wirken heute noch gesellschaftliche Schranken so, dass sie die Sucht, worin auch immer sie besteht,. eher fördern als therapieren? Ist Therapie überhaupt ein richtiger Ansatz oder sollten wir uns hier nicht die Grundsätze moderner Pädagogik zu Eigen machen?

Aufgelockert durch ihre persönlichen Erfahrungen gelingt es der Autorin selbst schwierige Zusammenhänge für Laien verständlich zu erklären und die Welt der Süchtigen für „Gesunde“ verständlich zu beschreiben.

Sachbücher in diesem Bereich haben oft den Nachteil entweder zu kompliziert oder zu einseitig zu bleiben, und wenn ein Überblick gegeben wird, ist dieser so grob, dass man darauf nichts weiter aufbauen kann. Ganz anders dieses Sachbuch, welches Szalavitz mit viel Engagement für die Thematik verfasst hat.

Gestützt auf einem breiten wissenschaftlichen Fundament argumentiert sie für mehr Menschlichkeit und Positivität im Umgang mit Suchtkranken, speziell im Bereich Drogen und gibt neue Denkansätze, über die es sich zu diskutieren lohnt.

Selbst, wer nicht mit allen Thesen der Autorin übereinstimmt, wird zukünftig über die Betroffenen anders denken als zuvor. Gesellschaftlich hat der in „Clean – Sucht verstehen und überwinden“, beschriebene Ansatz noch keine Mehrheit, findet aber aus guten Gründen auf der ganzen Welt im wissenschaftlichen, medizinischen und therapeutischen Bereich immer mehr Anhänger.

Ansätze dafür sind in einigen Städten Amerikas, in Skandinavien, Neuseeland oder den Niederlanden bereits vorhanden und werden immer weiter ausgebaut.

Das Plädoyer von Maia Szalavitz stützt dies und steht ein für Mut, überholte Behandlungssysteme zu durchbrechen und einem freundlicheren Umgang mit den Betroffenen, diesen eine neue Chance zu geben.

Trotz Längen, in diesem Bereich eines der Bücher, welches man auf den Schirm haben sollte.

Autorin:

Maia Szalavitz ist eine der führenden amerikanischen Journalistinnen, in der Theamtik Sucht udn Drogen. Ihre Arbeiten erscheinen dabei in der New York Times und im Scientific American.

Sie war 2015 und 2016 Soros-Justice-Stipendiatin und erhielt von der amerikanischen psychologischen Gesellschaft, der Allianz für Drogenpolitik und dem amerikanischen College für Neuropsychopharmakologie wichtige Preise für ihre Arbeiten über Neurowissenschaft und Sucht.