Abenteuer

Andrej Djakow: Dunkelheit – Die St.-Petersburg-Trilogie

Dunkelheit - Die St.-Petersburg-Trilogie Book Cover
Dunkelheit – Die St.-Petersburg-Trilogie Andrej Djakow Science Fiction Heyne Taschenbuch Seiten: 1135 ISBN: 978-3-453-31760-4

Inhalt:

Wir schreiben das Jahr 2033. Ein Atomkrieg hat weite Teile der Welt verwüstet. Nur in den gigantischen U-Bahn-Netzen der Städte konnten die Menschen überleben. So wie der zwölfjährige Waisenjunge Gleb, der sein Dasein im Untergrund der St. Petersburger Metro fristet. Eines Tages wird er jedoch mit einer Gruppe von Gefährten auf eine gefährliche Expedition geschickt, die sie an die verstrahlte Oberfläche führt. Für Gleb beginnt das größte Abenteuer seines Lebens… (Klappentext)

Einordnung:

Die Rezension bezieht sich auf die Gesamtausgabe der Trilogie von Andrej Djakow, die im Taschenbuch-Format bei Heyne erhältlich ist. Die Teile (Die Reise ins Licht; Die Reise in die Dunkelheit; Hinter dem Horizont) kann man auch einzeln erwerben, sollten jedoch unbedingt in der Reihenfolge gelesen werden.

Bei den einzelnen Bänden ist jeweils eine Karte des Metro-Systems von St. Petersburg zu finden, die bei der Gesamtausgabe fehlt, jedoch zur Orientierung der Handlungsorte nützlich sein kann. Die Geschichte spielt im Metro 2033/2034-Universum von Dmitry Glukhovsky, welches man widerum nicht gelesen haben muss, um der Handlung folgen zu können.

Rezension:

Die Welt ist nach einem verheerenden Atomkrieg eine andere als wir sie kennen. Auf der Oberfläche bevölkern Mutanten des Ökosystems die einst dem Menschen untertan gemachte Erde und Homo Sapiens lebt zurückgedrängt im löchrigen Schutz der bröselnden U-Bahn-Systeme längst vergangener Städte. So auch Gleb, der als Waisenjunge sein Dasein in einer Metrostation Sankt Petersburgs fristet. Ohne Eltern aufwachsend, die bei einem Krieg zwischen mehreren Metro-Stationen umgekommen sind, begeht er seinen trostlosen Alltag als ein Stalker von einer seiner Expeditionen zurückkehrt.

Dieser und andere moderne Abenteurer halten die Metro am leben, beschaffen wichtige Dinge wie Medikamente oder sonstige Materialien von der verstrahlten Oberfläche, an denen es unter der Erde mangelt. Gleb bewundert diese Männer in ihren Schutzanzügen und wird promt von Taran, einer dieser Stalker, ausgewählt, in künftig zu begleiten.

Und Gleb nutzt diese Chance, der Trostlosigkeit zu entfliehen. Für den Zwölfjährigen erweißt sich jedoch bald das große Abenteuer als schmaler Grad zwischen Leben und Tod.

Andrej Djakow schafft mit seiner Trilogie, was dem Erfinder des Science-Fiction-Szenarios Glukhovsky nicht gelungen ist. Die Qualität der Geschichte über drei Bände lang zu halten, dabei kein Wort zu viel oder zu wenig zu schreiben und überdies, die Figuren ans Herz qwachsen zu lassen.

Der zwölfjährige Hauptprotagonist ist mit seiner anfangs kindlichen, später erwachsen wirkender Sichtweise, ein positiver Sympathieträger mit charakterlich vielen Facetten. Genau so wie Taran, der kantig unnahbar erscheint, dennoch über einen guten Kern verfügt. Der Autor lässt die Charaktere sich entfalten, Fehler begehen, Abenteuer bestehen und Verluste erleiden, und sie daran wachsen. Ein großes Plus, dass selbst aus der schlimmsten Katastrophe Hoffnung erwachsen kann.

Mit viel Einfallsreichtum gelingt es Djakow positive und ruhige Momente mit schnellen und spannungsgeladenen Situationen zu wechseln, so dass die Seitenzahl gut zu bewältigen ist. Schließlich kann man die drei Romane auch einzeln und nicht nur hintereinander weg lesen, sollte dies aber der Reihenfolge nach tun.

Nachdem ich von „Metro 2034“ von Dmitry Glukhovsky enttäuscht war, bin ich froh, in der selben Richtung doch noch mal einen neuen Versuch gewagt zu haben. Mit einem Autor, der offenbar aus den Fehlern seines Vorgängers gelernt hat.

Dies tut dem spannenden und zum Nachdenken anregenden Szenario gut, welches sich all die jenigen antun sollten, denen Konflikt und Machtstreben in der Welt noch nicht genug sind. Der Mensch hat das Potential sich auszulöschen und es ist nicht sicher, ob die darauffolgende Natur das Häuflein Überlebende positiv und einladend in die neue Welt mit aufnimmt.

Sorgen wir dafür, dass es gar nicht so weit kommt und wir dieses Gedankenspiel wirklich nur Gedanken sein lassen können, die im flüssigen Schreibstil Glukhovskys davon zeugen, dass wir es in der Hand haben, wie sich unsere Zukunft gestaltet.

Autor:

Andrej Gennadjewitsch Djakow wurde 1978 geboren und ist ein russischer Schriftsteller. er lebt in St. Petersburg und arbeitet als Auditor für Qualitätsmanagement. Für die Buchserie des Metro-2033-Universiums schrieb er eine großteils ins Sankt Petersburg spielende trilogie und zählt zu den beliebtesten Autoren des Science-Fiction-Szenarios.

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Sabine Ludwig: Felix 1 – Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft

Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft Book Cover
Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft Reihe: Felix – 1 Kinderbuch Verlag: Dressler Hardcover Seiten: 240 ISBN: 978-3-7915-1246-4

Inhalt:

Felix hat keine Ahnung, wie das passieren konnte: Er hat seine verhasste Mathelehrerin auf die Größe von 15,3 cm geschrumpft. Jetzt sitzt sie in seiner Tasche – und schimpft noch immer! Wie kann Felix sie bloß wieder groß bekommen? Auf der Suche nach der Lösung stößt er auf eine unglaubliche Geschichte, die bereits hundert Jahre zurückliegt… (Klappentext)

Bücher der Reihe:

Sabine Ludwig: Felix 1 – Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft

Sabine Ludwig: Felix 2 – Hilfe, meine Lehrerin geht in die Luft

Sabine Ludwig: Felix 3 – Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft

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Rezension:
Felix Vorndran ist an sich schon mit seinem Nachnamen genug gestraft, man kann sich die Kommentare vorstellen. Als wäre das nicht schlimm genug, leben seine Eltern auch noch getrennt und die Mathelehrerin Schmitt-Gössenwein hat ihm auf den Kieker.

Kurz vor den Ferien teilt sie eine für ihn sehr schlecht ausgefallene Arbeit aus und Felix ärgert sich so über die ungerechte Bewertung dass die übergroße Lehrerin plötzlich winzig klein ist. Und Felix hat sie von nun an in der Tasche.

Schimpfend, zeternd sie, muss er sich nun eine Lösung überlegen, die „Schmitti“ wieder groß zu kriegen. Doch, wie anstellen, was er sich selbst nicht erklären kann? Lehrerin und Schüler raufen sich zusammen und stoßen auf ein Geheimnis der Schulgeschichte. Doch, die Lösung hat einen Haken, genauer dunkles Fell, blaue Augen und scharfe Zähne.

Eine witzige Geschichte für Kinder und alle, die es geblieben sind, neu aufgelegt kurz vor Kinostart. Mit Bildern aus dem Film ist die Ausgabe ganz hübsch und die Geschichte für Erwachsene zwar leicht vorsehbar aber amüsant zu lesen und für die Zielgruppe ein großer Spaß.

Wer hat nicht schon einmal den einen oder anderen Lehrer verwünscht, wegen einer ungerechten Bewertung oder so empfundenen Behandlung? Und dem sympathischen Protagonisten „gelingt“ genau das.

Wenn auch, ohne Absicht. Herausgekommen ist ein kleiner Großstadtroman voller Witz und Spannung für die Kleinsten. Brüllend komisch, manchmal nachdenklich und aufzeigend, dass hinter jedem Charakter, die eine oder andere Geschichte steckt.

Das Kinderbuch ist nicht der große Wurf, macht aber Spaß und ich kann mir das sehr gut auf der Kinoleinwand vorstellen, was der einzige Grund war, weshalb ich es gelesen habe.

Bin gespannt, wie das umgesetzt wurde, was ausgelassen und wie verändert wurde. Das Buch macht jedenfalls Lust dazu, ins Kino zu gehen. Jetzt brauche ich nur noch ein Alibi-Kind. Und mal sehen, welchen Lehrer es denn getroffen hätte, hätte man selbst diese „Möglichkeit“ gehabt.

Autorin:
Sabine Ludwig wurde 1954 in Berlin geboren und studierte Germanistik, Romanistik und Philosophie. Nach ihrem Staatsexamen arbeitete sie als Gymnasiallehrerin, danach als Regieassistentin, Pressereferentin und zuletzt als Rundfunk-Redakteurin des SFB/RBB, für eine Kinder-Radio-Sendung.

1983 veröffentlichte sie ihr erstes Buch, welches promt ausgezeichnet wurde. Momentan arbeitet sie als freie Journalistin, veröffentlicht vor allem aber Kinder- und Jugendbücher. Für mehrere ihrer Übersetzungen aus dem Englischen wurde sie für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Ludwig lebt mit ihrer Familie in Berlin.

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Jon Krakauer: In eisige Höhen

In eisigen Höhen Book Cover
In eisigen Höhen Jon Krakauer Piper Erschienen am: 01.04.2000 Seiten: 386 ISBN: 978-3-492-22970-8 Übersetzer: Stephan Steeger

Inhalt:

Im Mai 1996 nahm der amerikanische Journalist Jon Krakauer an einer Mount-Everest-Expedition teil, die in einer Katastrophe endete. Mehrere Gruppen drängten auf den Gipfel. Darunter die um den erfahrenen neuseeländischen Bergsteiger Rob Hall sowie die „Mountain Madness expedition“ des US-Amerikaners Scott Fischer.

Krakauer, Mitglied in Rob Halls Team, stand selbst auf dem Gipfel und erlebte danach hautnah Halls Todeskampf und den seiner Gefährten mit. Am Ende hatten zwölf Menschen ihr Leben verloren. Krakauers schonungslose Schilderung der dramatischen Expedition wurde zu einem Meilenstein der Bergliteratur. (Klappentext)

Rezension:

Jon Krakauer hat selbst einige Bergerfahrungen gesammelt als er von der Redaktion einer Zeitschrift, für die er arbeitet, gefragt wird, ob er über kommerzielle Expeditionen auf dem Mount Everest berichten wolle. Er sagt zu, unter der Bedingung, das Kapital zu bekommen, den Berg auch selbst besteigen zu können und nicht nur vom Basislager aus zu berichten.

Die Verleger von „Outside“ sagen zu und so macht sich Krakauer auf zu einem der besten Teams von geführten Expeditionen, die ihre Dienste inzwischen für mehrere zehntausende Dollar anbieten. Jedem, der einigermaßen klettern und es sich leisten kann, beinahe mit Gipfelgarantie.

Doch der berg ist tückisch. Der Sauerstoff dünn, in der Höhe ist jedes klare Denken unmöglich. Als dann auch noch ein Sturm aufkommt, führen die Schwächen der einzelnen Teilnehmer und eine verhängnisvolle Verketrtung von Fehlern zum Chaos, in dessen Folgen neun teils sehr erfahrene Bergsteiger umkommen.

Drei weitere finden unmittelbar danach den Tod.

Krakauer berichtet anhand Interviews aller Beteiligter, Recherchen und den eigenen Erfahrungen vom Ablauf der Katastrophe und geht mit der Kommerzialisierung der Bergsteigerei ins Gericht, ebenso mit seiner Arbeit als Journalist und Kletterer, der selbst einige Fehler im Verlauf der Katastrophe zu verantworten hat.

Dabei analysiert er selbst kleinste Details, zeigt ausführlich die Beweggründe der einzelnen Teilnehmer seines und der anderen Teams auf und erklärt, wie es zu der Häufung von Fehleinschätzungen kam, die diesen schlimmsten Tag verursachten, den der höchste Berg der Erde bis dahin gesehen hatte.

Dabei bleibt er keineswegs einseitig, zeigt sowohl die Vorteile als auch die Nachteile geführter Expeditionan auf, schreibt von der Faszination, die der Mount Everest seit jeher mit sich bringt und was dies mit den Menschen macht.

Warum will man unbedingt diesen, unter Bergsteigern nicht einmal schönen Berg überhaupt besteigen? Darf jeder auf den Gipfel? Sollte man mit oder ohne Sauerstoff dieses Wagnis auf sich nehmen und welche grundlegenden regeln wurden 1996 von den Bergführern, von den Teilnehmern der Expeditionen missachtet?

Ein schockierend ehrlicher Bericht über die schonungslose raue Natur und einem Berg, den die Menschen bis dahin geglaubt hatten besiegt, die Gefahren beseitigt zu haben. Doch, der Mount Everest lässt sich nicht besiegen.

Autor:

Jon Krakauer wurde 1954 geboren und begeisterte sich schon in seiner frühen Jugend für das Bergsteigen. Er arbeitet als Wissenschaftsjournalist für amerikanische Zeitschriften, u.a. für die Zeitschrift „Outside“, für die er u.a. vom kommerziellen Bergsteigen auf dem Mount Everest berichten sollte.

Er, der selbst einige Erfahrungen im Bergsteigen gesammelt hatte, schloss sich einer solch geführten Gruppe an, schaffte es bis zum Gipfel und überlebte eine Katastrophe. Sein Buch „In eisige Höhen“ machte ihn schlagartig bekannt. Er lebt in Seattle und Boulder.

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Rudyard Kipling: Das Dschungelbuch 1 & 2

Das Dschungelbuch 1 & 2 Book Cover
Das Dschungelbuch 1 & 2 Rrudyard Kipling Steidl Erschienen am: 22.12.2015 Seiten: 523 ISBN: 978-3-95829-049-5 Übersetzer: Andreas Nohl

Inhalt:

Da die Mogli-Geschichte am weitesten verbreitet sein dürfte, hier ein kurzer Umriss.

Ein Kind wächst unter Dschungeltieren, großgezogen von Wölfen auf. Sie nennen es Mogli, was so viel heißt, wie „Frosch“. Doch, die Anwesenheit des Menschenwelpen bedroht die Sicherheit des Wolfsrudels, denn Shir Khan, der Tiger ist in der Gegend und dieser sieht in Mogli den großen Menschen, zu dem er heranwachsen wird.

Eine Gefahr, die es zu verhindern gilt. So verstoßen die Wölfe den Jungen aus ihren Reihen, der sich fortan allein durchschlagen muss und dabei, unterstützt von freunden wie Balu den Lippenbären und Baghira, dem Schwarzen Panther, allerhand Abenteuer erlebt, bis der Tag kommt, an dem Mogli Shir Khan gegenüber steht.

Enthaltene Geschichten (dieser Ausgabe):

Das Dschungelbuch 1 – Die Mogli-Geschichte, komplett

Das Dschungelbuch 2:

– Rikki-Tikki-Tavi

– Die weisse Robbe

– Toomai, der Elefantenjunge

– Quiquern

– Die Leichenbestatter

– Das Wunder des Purun Bhagat

– Die Diener Ihrer Majestät

Das Buch enthält ebenso ein Vorwort von Kipling, ein Nachwort des Übersetzers. In den Anmerkungen sind die, in den Dschungelbüchern vorkommenden Gedichte nochmals in der Originalsprache (Englisch) abgedruckt, wogegen sie innerhalb der Geschichten selbst ins deutsche übersetzt wurden.

Es werden ebenfalls indische Begriffe erklärt und Namensangleichungen verdeutlicht. Die einzelnen Geschichten sind, auch kapitelweise, durch moderne scherenschnittartige Illustrationen von einander getrennt.

Rezension:

Mit der hier vorliegenden Ausgabe des Klassikers „Dschungelbuch“ zum 150. Geburtstag von Rudyard Kipling hat sich der Steidl-Verlag selbst übertroffenen und der Übersetzer Andreas Nohl ein Denkmal gesetzt.

Die Geschichten, neu übersetzt und wie Nohl im Nachwort erklärt, dabei dem Stil des Originals treu bleibend, liegen hier in einer umfassenden Ausgabe vor, die sowohl die bekannte Mogli-Geschichte enthält aber auch das Dschungelbuch 2, mit kürzeren, weniger bekannten aber ebenso lesenswerten Kurzgeschichten.

Allesamt sind die Hauptprotagonisten zumeist Tiere in ihrer Interaktion mit den Menschen, wobei Mogli, der Menschenwelpe zwar als anders wahrgenommen aber doch irgendwie als einer der ihren gesehen wird. Bis auf „Die weisse Robbe“ spielen sie auf dem indischen Subkontinent, der damals noch Bestandteil des British Empire und noch nicht zersplittert in die dort heute befindlichen Nationalstaaten war.

Dabei ging Nohl auf die heute übliche Sprechweise im Deutschen ein und glich dem entsprechend Namen an. Aus dem Original Mowgli wird hier Mogli, um jüngeren Lesern entgegen zu kommen und bei einigen Namen Rätselraten über die Aussprache zu ersparen. Indische Bezeichnungen werden dagegen belassen und in den Anmerkungen erklärt.

Die erste Geschichte zumindest, dürfte den meisten Lesern und auch Nichtlesern bekannt sein. Der Junge, der von Tieren gefunden und aufgenommen wird, unter ihnen aufwächst und mit ihnen große Abenteuer besteht, schließlich zu seinem Rudel zurückkehrt und als Wildhüter mit dem Dschungel in Verbindung bleibt.

Eine indische Romulus-und-Remus-Geschichte, die auch das Verhältlnis von Mensch und Tier, freilich aus Sicht letzterer, beleuchtet und diese eher in schlechtem Licht darstellt.

Alleine schon dies eine Ansicht, die nicht viele Autoren zur Lebzeit Kiplings gehabt haben dürften, da damals Umwelt- und Naturbewusstsein noch keine große Rolle gespielt haben und sich vor allem die Mutterländer der Kolonien über jeden Zweifel an ihrer Großartigkeit erhaben sahen.

Beeindruckender jedoch fand ich mehr noch das Zweite Dschungelbuch, in dem Kipling mit einigen Perspektiv- und Stilwechseln experimentiert hat.

Menschen, die sich im Gegensatz zum Dschungeljungen auch als Menschen sehen, treten teilweise als Hauptakteuere auf und völlig verquer spielt eine Geschichte „Die weisse Robbe“ in arktischen Gefilden, wohingegen Kipling in allen anderen Erzählungen Indien treu bleibt.

Die meisten davon lassen sich ebenso flüssig und amüsant wie faszinierend zugleich lesen, wenn ich auch die bereits erwähnte Robbengeschichte und Quiguern als am schwächsten empfand. Am angehmsten war die Erzählung über den Mungo Rikki-Tikki-Tavi zu lesen.

Ansonsten ist der Schreibstil und hier meine ich die behutsame und wie es mir scheint, sehr gut überlegte Übersetzung Nohls, sehr flüssig zu lesen, was es einfach macht, in die Geschichten hineinzufinden.

Die in den Büchern und einzelnen Kapiteln eine Rolle spielenden Gedichte und Liedtexte sind im original (in den Amerkungen) und übersetzt in den Geschichten selbst abgedruckt und ergänzen die Bücher. Insgesamt liegt damit eine, dem Ruf und der Bedeutung Kiplings gerechtwerdende Ausgabe vor, die es wert ist, sie im Bücherregal stehen zu haben und natürlich gelesen zu werden.

Autor:

Rudyard Kipling (eigentl. Joseph Rudyard Kipling) wurde am 30. Dezember 1865 in Bombay geboren und war ein britischer Schriftsteller und Dichter. Sein bekanntestes Werk „Dschungelbuch“ machte ihn 1894 auch international bekannt, nachdem er zuvor bereits einige kleinere Geschichten und Romane veröffentlicht hatte.

Zudem schrieb er Gedichte und eine Vielzahl von Kurzgeschichten. 1907 erhielt er als erster englischsprachiger Schriftsteller überhaupt, den Literaturnobelpreis. Den Rekord als jüngster Nobelpreisträger dieser Sparte hält er bis heute.

Seine Werke „Kim“ und „Das Dschungelbuch“ gehören zu den Klassikern der Genre. Verschiedene Ehrungen, wie etwa die Erhebung in den Adelsstand, lehnte er ab. Kipling starb 1936 in London.

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