Kristina Ohlsson: Fredrika Bergmann 1 – Aschenputtel

Aschenputtel Book Cover
Aschenputtel Kristina Ohlsson Krimi blanvalet Taschenbuch Seiten: 477 ISBN: 978-3-8090-2591-7

Inhalt:

Hochsommer in Schweden. Es regnet Bindfäden. Der voll besetzte Schnellzug nach Stockholm muaa außerplanmäßig halten. Eine junge Frau tritt hinaus aufs Bahngleis, um ungestört zu telefonieren – und wird von ihrer Tochter getrennt, als der Zug ohne Vorwarnung weiterfährt.

Der Schaffner wird alarmiert, doch als er das kleine Mädchen abholen will, ist es spurlos verschwunden. Und Dutzende potentieller Zeugen haben nichts gesehen.

Das Ermittlerteam um Kommissar Alex Recht und Fahndungsspezialistin Fredrika Bergman wird auf den Fall angesetzt. Zunächst sieht es so aus, als stecke der Vater des Mädchens dahinter. Doch dann wird das Kind tot in Nordschweden gefunden.

Wenig später wird ein zweites Kind verschleppt, und der Fall entwickelt sich zu einem Albtraum – denn der Mörder ist nicht nur skrupellos, sondern geradezu brilliant in seinem Tun. Und er ist nicht allein… (Klappentext)

Reihenfolge der Bücher:

Kristina Ohlsson: Fredrika Bergmann 1 – Aschenputtel

Kristina Ohlsson: Fredrika Bergmann 2 – Tausendschön

Kristina Ohlsson: Fredrika Bergmann 3 – Sterntaler

Kristina Ohlsson: Fredrika Bergmann 4 – Himmelschlüssel

Kristina Ohlsson: Fredrika Bergmann 5 – Papierjunge

Kristina Ohlsson: Fredrika Bergmann 6 – Sündengräber

[collapse]

Rezension:

Es sollte eine ganz normale Zugfahrt werden, doch am Ende verschwindet das Kind spurlos. Die Mutter völlig aufgelöst, dass Ermittlerteam um den erfahrenen Kommissar Alex Recht neu zusammengestellt, noch in der Findungsphase. Klar, dass dort erst einmal Kompetenzen ausgelotet werden.

Insbesondere die neu hinzugekommene Analytikerin Fredrika Bergmann wird von den ausgebildeten Polizisten im Team kritisch beäugt. Das tut der Arbeit nicht gut und so kommt das Team nicht voran. Die Ermittlungen fahren sich fest.

Fredrika, noch nicht „betriebsblind“ lotet alle Möglichkeiten aus, wogegen die Kollegen sich auf eine allzu offensichtliche Spur konzentrieren.

Doch, auch der Täter selbst bleibt nicht untätig. Allen wird schließlich klar, dass die Zeit davonrennt als ein zweites Kind tot aufgefunden wird. Doch zwischen den zwei Leichen gibt es kaum Verbindungen.

Wo ansetzen? Als man sich schließlich zusammenrauft, schließen sich die Lücken. Bald hat man eine Vorstellung, doch die Wirklichkeit ist grausamer denn je.

Beim Blick in manchen Bücherregalen könnte man meinen, dass die Schweden ein gewalttätiges mordendes Volk wären, doch in Wahrheit schreiben sie nur gute Krimis. So auch Kristina Ohlsson, die mit ihrem Debüt „Aschenputtel“ einen fulminanten Auftakt liefert, der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt.

Zwar verzichtet die Autorin auf detaillierte Beschreibungen von Gewalt, der Schrecken spielt sich im Kopf des Lesers ab, doch psychisch vermag die Autorin um so mehr zu überraschen.

Dahinplätschernd beginnt die Geschichte um das charismatische Ermittlerteam, dessen Mitglieder alle ihre Eigenheiten haben und an Vielschichtigkeit in den einzelnen Kapiteln gewinnen.

Der Leser lernt jeden aus Alex Rechts Team kennen, sein Privatleben und Arbeitsauffassung und nach und nach die Sympathie für die Protagonisten. Auch die Täterpersonen bleiben nicht blaß.

Das zumindest hat der Leser Recht und Bergman voraus. Das tempo derweil zieht spätestens zur Mitte der Handlung an. Stockholm ist selten so spannend wie hier.

Ein Schweden-Krimi ohne die sonst übliche Melancholie. Der Auftakt ist gelungen, die Geschichte spannend und glaubwürdig und vor allem in sich abgeschlossen. zwar iost es schön, die Bücher in ihrer Reiehenfolge zu lesen, alleine wegen den Entwicklungen des Privatlebens der Ermittler.

Man kommt aber auch so klar. Die Charaktere wachsen einem an’s Herz. Während sonst einsame eigenbrötelerische Ermittler, allenfalls Duos die Druckseiten füllen, hat Ohlsson gut daran getan, ein ganzes Team antreten zu lassen.

Ihren Fokus auf den Rand der schwedischen Gesellschaft, den Finger in die Wunde des nordischen Mustersozialstaates gelegt, ist es auch spannend verpackte Gesellschaftskritik, diese nicht aus den Augen zu verlieren.

Und wenn doch, darf man sich wenigstens auf weitere Krimis von Kristina Ohlsson freuen, die mit ihrem flüssigen Schreib- und Erzählstil, ständig wechselnden Perspektiven und einer interessanten Handlung zu fesseln vermag.

Autorin:

Kristina Ohlsson wurde 1979 in Kristianstad geboren und arbeitete nach ihrem Studium der Politikwissenschaften im schwedischen Außen- und Verteidigungsministerium als Expertin für EU-Außenpolitik und Nahostfragen. Bei der nationalen schwedischen Polizeibehörde ebenso und als Terrorismusexpertin bei der OSZE in Wien.

2009 veröffentlichte sie ihren Debütroman „Aschenputtel“, mit dem ihr der Durchbruch als Autorin gelang. Die Reihe um die Polizisten Alex Recht und Fredrika Bergman wurde ein internationaler Erfolg. 2013 schrieb sie ihr erstes Jugendbuch, welches ein Jahr später in Deutschland erschien.

Alberto Angela: Pompeji – Die größte Tragödie der Antike

Pompeji - Die größte Tragödie der Antike Book Cover
Pompeji – Die größte Tragödie der Antike Rezensionsexemplar/Sachbuch Goldmann Verlag Hardcover Seiten: 511 ISBN: 978-3-442-31427-0

Inhalt: Am 23. Oktober 79 n. Chr. feiert die illustre Gesellschaft Pompejis ein opulentes Fest. Doch der bebende Vesuv wird das bunte Treiben in der Stadt der Ausschweifungen und Intrigen jäh beenden… Auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse rekonstruiert der renommierte Wissenschaftsjournalist und Bestsellerautor Alberto Angela in einem atemberaubenden Countdown Stunde um Stunde den Untergang der Stadt.

Alberto Angela führt uns durch belebte gassen, in prächtige Salons, kleine Läden und winzige Wohnstätten. Unaufhaltsam steuern wir mit den Pompejanern auf den verheerenden Ausbruch des Vesuvs zu.
Eine sinnliche Reise in die Welt der Antike, die tiefen Einblick gibt in das faszinierende Alltagsleben der Römer am Golf von Neapolis vor 2000 Jahren. (Klappentext)

Rezension:
Es war die wohl größte Tragödie der Antike. Als Rauchsäulen emporstiegen, die Erde bebte und ihr Innerstes preisgab, schien es, als würde der letzte Tag der Menschheit anbrechen und die Welt, wie sie die Bewohner Pompejis, Herculaneums und Stabiaes kannten, für immer untergehen.

So kam es auch. Die Zeichen der bevorstehenden Katastrophe nicht deuten könnend, wurden die Bewohner des Golf von Neapolis von den Urgewalten der Natur überrascht.

Der Berg, damals noch nicht als Vulkan erkennbar, eher ein fruchtbarer Hügel, erwachte zum Leben und der Zorn der Götter, so schien es, brach über die Menschen herein. Beim Ausbruch des Vesuviuvs starben Tausende, nur wenige konnten fliehen.

Alberto Angela nimmt seine Leser mit auf eine Zeitreise, verfolgt die jenigen, die überleben sollten und die, die starben und führt sie durch die Tage, nach denen nichts mehr so sein sollte, wie vorher. Der Autor, der in Fachkreisen schon mit einigen anerkannten Aufsätzen für Aufsehen gesorgt hat, hat für sein neuestes Werk eine ungeheure Recherchearbeit geleistet und von Vulkanologen, Historikern über Archäo- und Geologen die neuesten Erkenntnisse über das Leben im Römischen Reich im Allgemeinen und am Golf von Neapel im Besonderen zusammengetragen.

Herausgekommen dabei ist ein facettenreiches Portrait der Menschen jener Zeit, Der Leser begleitet die Einwohner Pompejis durch die letzten Tage der Katastrophe und sieht die Vorzeichen der Katastrophe, die der Autor ausführlich und doch leicht verständlich erklärt.

Wie konnte es zu diesem Vulkanausbruch kommen? Wie lebten und reagierten die Menschen auf dieses bis dato unbekannte Naturereignis? Wer schaffte es, sich und seine Familie, Freunde oder Sklaven in Sicherheit zu bringen und für wen war auch nur der Versuch, dem Unglück zu entfliehen, ein Schritt in den Tod?
Gestützt auf antiken Quellen und Forschungen anderer Vulkanausbrüche, sowie den Erkenntnissen aus den Ausgrabungen von Pompeji und Herkulaneum rekonstruiert Angela minutiös die Geschehnisse.

Dabei kommen auch neueste Theorien und Kenntnisse zur Sprache, sehr dicht recherchiert. Haben wir bisher den Ausbruch des Vulkans falsch datiert? Wer hatte die größten Überlebenschancen? Welche Klischees in der Denkweise über die Katastrophe sind schlichtweg falsch?

Erzählt wird von den einzelnen Schichten der antiken Gesellschaft und ihrem Umgang mit den Ereignissen, vorher mit dem, was sie umtrieb, womit sie sich in ihrem Alltag beschäftigten und weshalb die Katastrophe nicht nur im besagten Ausbruch sondern in mehreren Schüben der Naturgewalt bestand.

Der Leser indes fühlt sich inmitten der Geschehnisse. Spannender als jeder historische Roman, der je darüber geschrieben werden kann. Alberto Angela entfesselt für uns eine Katastrophe, die jederzeit erneut, dieses Mal über die Bewohner Neapels, hereinbrechen kann.

Fast als würde man selbst den Rauch sehen und die giftigen Dämpfe einatmen, unter Vulkangestein begraben oder von pyroklastischen Strömen überrollt werden. Wer dieses Standartwerk über Pompeji gelesen hat wird die Ausgrabungen und den Vesuv selbst künftig mit anderen Augen sehen.

Autor:
Alberto Angela wurde 1962 in Paris geboren, studierte nach dem Abitur in Frankreich und in Italien Naturwissenschaften, bevor er sich weiter auf Paläontologie und Paläoanthropogie spezialisierte. Er arbeitete an verschiedenen Orten der Welt an Ausgrabungen und Forschungen und veröffentlichte mehrere in Fachkreisen anerkannte Aufsätze.

Als Wissenschaftsjournalist arbeitete er für Fernsehsender und veröffentlichte mehrere Sachbücher über die menschliche Entwicklungsgeschichte und das Alte Rom. Er ist Mitglied des Instituts für Menschliche Paläontologie in Rom.

Filmblick: LION – Der lange Weg nach Hause

Regie: Garth Davis
Drehbuch: Saroo Brierley, Luke Davies
Original-Titel: Lion
Land: Australien, UK, USA, Indien
Schauspieler: u.a. Sunny Pawar, Abhishek Bharate, David Wenhem, Nicole Kidman
Länge: 118 min
Verleih: Universum
FSK: 12
IMDB.com

Die besten, mitunter anrührendsten und erstaunlichsten Geschichten schreibt immer noch das wahre Leben. Abseits der allgegenwärtigen, auch wunderbaren fantasy-Verfilmungen und so manchen Film-Kladderadatsch, der ebenso zu finden ist, sind es diese Filme, die es wirklich wert sind, angesehen zu werden. Filme, die auf einer wahren Geschichte beruhen, sei sie auch noch so unglaublich.

Garth Davis hat sich in einer bildgewaltigen Produktion der Geschichte von Saroo Brierley angenommen. Wir folgen letzteren als kleinen Jungen durch die indische Landschaft, der Umgebung seines Dorfes. Einem Elendsviertel, in der die Mutter die Kinder mehr schlecht als recht aufwachsen lassen kann und doch ihre ganze Aufmerksamkeit und Liebe den Kindern gibt.

Allen voran den beiden Kleinsten, der große Bruder Saroos hilft mit die Familie zu versorgen. Und nimmt den kleinen Saroo mit auf seinen Streifzügen, organisiert Essen und Milch, klaut Kohlen von den Güterzügen und bekommt dafür Geld. Indien unaufhaltsam, rasantes Wirtschaftswachstum und Bevölkerungsexplosion. Alleine, die meisten der Menschen bleiben auf der Strecke.

mv5bmja3njkznjg2mf5bml5banbnxkftztgwmdkymzgzmdi-_v1_uy268_cr00182268_al_

Guddu, so heißt der große Bruder nimmt den Kleinen auch widerwillig in die benachbarte Stadt mit als er sich Nachtarbeit sucht, doch da passiert das Unglück. Saroo gruselt sich alleine auf den Bahnsteig, kraucht in einem stehenden Zug, schläft ein und merkt nicht, wie das Schienenfahrzeug sich in bewegung setzt.

Die Familie wird auseinander gerissen und der Junge landet auf den Straßen Kalkuttas. Ein Moloch, doch Saroo schlägt sich durch. Findet Kontakt zu anderen Menschen, reißt aus als das Kind Böses ahnt und landet schließlich in einem ärmlichen Waisenhaus.

Mehr Aufbewahrungsstätte als helfende Institution, finden die nun Verantwortlichen ein australisches Ehepaar, was den Jungen adoptiert. Der Junge bekommt die Chance auf ein besseres Leben, nutzt dies auch. Slumdog Millionär in Neu.

Doch die Sehnsucht nach der richtigen Familie schwelt unter den nun priviligierten westlichen Leben in dem später jungen Mann. Der begibt sich auf die Suche. Mit Google Earth sucht der Erwachsene die Nadel im Heuhaufen, bis er sie schließlich entdeckt. Doch, was wird er in Indien vorfinden?

Sunny Pawar stahl, wie letztes Jahr Jacob Tremblay, den etablierten Schauspielern auf der diesjährigen Oscar-Verleihung die Show. Er spielt die Rolle des Kindes Saroo, bezaubernd, anrührend und vollkommen glaubwürdig. Man sieht in jeder einzelnen Szene seine Traurigkeit, den Hunger, dann wieder Abenteuer- und Lebenslust und möchte ihn einfach nur in den Arm nehmen, gleichwohl man weiß, dass alles gut ausgehen wird.

Doch, bis dahin ist es ein wirklich langer Weg und so bekommt der kleine Pawar auch genug Screentime eingeräumt. Erwachsenenleben, die Suche und Kindheit, das Verlorensein teilen sich die Minuten gerecht untereinander auf und Regie und Produktion haben gut daran getan.

Natürlich spielt auch Dev Patel den erwachsenen Saroo ganz hervorragend. Innerliche Zerissenheit, gepaart mit dem Streben nach Zusammenhalt der Adoptivfamilie und dem Glück, vielleicht irgendwo da draußen noch eine andere, eine wirkliche Familie zu haben. Eingestreut immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit, die seelisch nicht nur Saroo an die Nieren gehen, auch den Zuschauern.

Sehr leise erzählt, durchbrochen vom hektischen Treiben der Metropole Kalkutta, Gegensatz von Wohlstand und Armut und das Pendeln zwischen Welten, von dem Saroo nicht weiß, ob er noch ein familiäres Standbein in Indien hat oder nicht, atemberaubende Landschaftsaufnahmen, eine Mischung die diesen Film besonders nahe gehen lassen.

Sehenswert sind schon alleine die Fotos am Schluss des wirklichen Saroos, die Aufnahmen des Aufeinandertreffens der wiedergefundenen Mutter mit der Adoptiv-Mutter und man wird da sitzen und weinen. Freudetränen, dass es immer noch so wunderbar ausgehende Geschichten gibt, in einer Welt, die scheinbar nur schlechte Nachrichten zu bieten hat. Die positiven muss man suchen, doch es gibt sie.

Sarros‘ ist eine von ihnen.

Neil Smith: Das Leben nach Boo

Das Leben nach Boo Book Cover
Das Leben nach Boo Neil Smith Verlag: Schöffling & Co. Erschienen am: 08.02.2017 Seiten: 414 ISBN: 978-3-89561-496-5 Übersetzerin: Brigitte Walitzek

Inhalt:

Oliver »Boo« Dalrymple ist dreizehn Jahre alt, hochbegabt, wenig beliebt und vor allem tot. Gerade noch hat er an seinem Schulspind gestanden, in das Periodensystem vertieft, da findet er sich im Wiedergeburtsraum eines seltsamen Jenseits wieder.

Dort begrüßt ihn Thelma, ein schwarzes Mädchen, das in den sechziger Jahren gelyncht wurde, und erklärt ihm, was es damit auf sich hat: In einer von Mauern umgebenen Stadt leben ausschließlich verstorbene amerikanische Jugendliche seines Alters.

Quicklebendig verbringen sie ihre Zeit wie auf einem großen Schulhof, sausen auf Fahrrädern umher und werden von einem hippiehaften Gott namens Zig mit allem versorgt, was Dreizehnjährige zum Leben brauchen.

Boo hat gerade begonnen, sich an das Nachleben zu gewöhnen, als sein ehemaliger Klassenkamerad Johnny in der Stadt auftaucht und ein überraschendes neues Licht auf seine Vergangenheit wirft.

Auf der Suchenach der brutalen Wahrheit wird ihre gerade erst geschlossene Freundschaft ernsthaft auf die Probe gestellt. (Verlagstext)

Einordnung und Gestaltung:

Den Roman könnte man auch als Jugendbuch durchgehen lassen. In diesem Falle ist er ab 13-14 Jahren geeignet. Der Verlag differenziert hier nicht und vermarktet ihn auch als Roman.

Der Roman in der gebundenen Ausgabe, 1. Auflage, ist in elf unterschiedlichen Cover-Varianten erhältllich. Bei Online-Bestellungen ist es Zufall, welches man erhält, während man in größeren Buchhandlungen oft mehrere der Cover zur Auswahl hat.

Rezension:

Die Frage nach einem Leben nach dem Tod hat die Menschen seit jeher fasziniert. Was kommt nach unserem Sterben? Boo weiß die Antwort.

Eigentlich heißt er Oliver, doch seine Mitschüler nannten ihn, den Außenseiter so, der plötzlich im Wiederbelebungsraum einer Stadt aufwacht, die nur von 13-jährigen bewohnt wird.

Allen gemein ist, dass sie auf die eine oder andere Art ums Leben gekommen sind und nun 50 Jahre in ihrem dreizehnjährigen Ich verharren müssen, bevor sie entgültig ableben. Doch, Oliver weiß zwar, dass er tot ist, doch nicht, wie er gestorben ist.

Das letzte, an das er sich erinnern kann, ist, dass er an seinem Schulspind stand und die Elemente des Periodensystems aufgesagt hat. Doch, das zählt nicht mehr. Mit Hilfe neuer Freunde erkundet er seine „neue“ Welt, bis einer seiner Mitschüler das Reich der toten Jugendlichen betritt.

Johnny, der zuvor noch im Koma gelegen hatte, erklärt ihm, dass Boo und er bei einer Schulschießerei ums Leben gekommen sind. Der Attentäter auch. Der „Gunboy“ ist dabei ebenfalls gestorben. Und läuft wahrscheinlich nun in dieser neuen Welt frei herum.

Neil Smith schafft mit „Das Leben nach Boo“ ein wundervoll nachdenklich stimmendes Szenario, welches sich zu diskutieren lohnt. Es geht um wahrhaft existenzielle Fragen außerhalb unseres iridischen Lebens. Wo kommen wir hin, wenn wir nicht mehr sind?

Wie geht es weiter mit unserer Seele, zumal wenn sie früher gehen muss als üblich? Doch, nicht nur dafür verdient der Roman Aufmerksamkeit, lenkt er doch die Aufmerksamkeit auf ein vor allem US-amerikanisches Problem, ist es dort doch die USA selbst, die sich jedes Jahr auf’s Neue mehrfach der Frage stellen muss, wie mit Schulattentaten, -tätern und opfern umgehen, wenn auch die Probleme aus europäischer und kanadischer Sicht hausgemacht sein dürften.

Doch, Smith bleibt nicht bei diesen, sondern wirft weitere Fragen auf. Wie gehen wir mit Schuld und Schuldigen um? Was ist richtig und falsch?

Ja, sogar Fragen von gesellschaftlichen Grenzen werden aufgeworfen, wenn man das Szenario betrachtet, dass es einen Himmel getrennt nach Altersklassen und Nationalitäten gibt.

Genau, wie Oliver und Johnny so manches Mal an diesen Problemen zu zerbrechen drohen, der eine früher, der andere später, merkt auch der Leser schnell die Begrenztheit des Gedankenspiels des Autoren.

Smith möchte zu viel, fabriziert Längen, wo keine sein müssten, was bei den kurzen Kapiteln, die allesamt nach den Elementen des Periodensystems nummeriert sind, an sich schon eine Kunst ist und droht allenthalebn, seine Leser zu verlieren.

Nur gerade so, schaffen es dann folgende spannendere Kapitel, die mit zunehmender Seitenzahl an Tempo gewinnen, den Leser wieder mitzunehmen. Letztendlich das Ausschlaggebende dafür, den Roman bis zum Ende durchzulesen.

Die Protagonisten bleiben zudem, bis auf wenige der Hauptfiguren (da, auch nicht alle) farblos und entwickeln sich kaum weiter, wenn der Autor auch beschreibt, dass selbst in der Welt der Dauer-13-jährigen Entwicklung, wenn auch nur charakterlich, existiert.

Auch logische Fehler hat diese Welt, regiert von einer Übergestalt namens Zig, der eher wie ein verplanter Lebenskünstler agiert statt wie eine Gottheit.

Zum einen die Beschränktheit des himmlichen Daseins auf 50 Jahre, zum anderen in Zigs Gabe den Kindern z.B. nur Comics und vegetarisches Essen, nicht aber Lexika und Fleisch zukommen zu lassen.

Leider ist zu wenig bekannt als dass man Smith missionarischen Eifer unterstellen könnte aber es fühlt sich an manchen Stellen ebendoch wie ein erhobener Zeigefinger an, der inkonsequent mal in die eine, dann in die andere Richtung zeigt.

Schade, da sich der Autor damit viel Potential von seiner Geschichte einfach vergibt. Das Grundthema „Das Leben nach Boo“ ist trotzdem überlegens- und lesenswert. Und, wem das ganze dennoch abgeht, kann ja immer noch alle elf Cover der deutschen Ausgabe sammeln.

Autor:

Neil Smith lebt als Autor und Übersetzer in Montreal, Kanada. Sein Debüt „Bang Crunch“ wurde von der Washingtron Post zum Buch des Jahres gewählt. Mit diesem Erzählband gewann Smith zahlreiche Preise.

Sein zweiter Roman „Das Leben nach Boo“ wurde bishlang in sieben Sprachen übersetzt. Auch dafür wurde er mehrfach ausgezeichnet.

Filmblick: Den Sternen so nah

Regie: Peter Chelsom
Drehbuch: Allan Loeb, Stewart Schill, Richard Barton Lewis
Original-Titel: The Space Between Us
Land: USA
Schauspieler: u.a. Gary Oldman, Asa Butterfield, Britt Robertson
Länge: 120 Minuten
Verleih: Tobis
FSK: 6
IMDb.com

Die Wissenschaftler der NASA und ESA spielen schon seit einigen Jahren mit den Gedanken, einen Menschen zum Mars zu bringen und wieder zurück. Eine Reise, die uns heute noh ein abenteuerliches Gedankenspiel scheint, jedoch schon bald Realität werden könnte. Einen kleinen Schritt weiter und wir sind dabei, den roten Planeten urbar zu machen und zu besiedeln.

Die Technik dafür wird heute schon entwickelt, Autoren beschäftigen sich mit diversen Szenarien (Andy Weir „Der Marsianer“ oder T.C. Boyle „Die Terranauten“) und so ist ein weiterer Film mit einer ähnlichen Thematik nicht verwunderlich, beschreibt er doch den Entdecker-, Forschungsdrang und die Abenteuerlust des Menschen schlechthin.

Hier wird eine Crew in zusammenarbeit der NASA und eines privaten Forschungsunternehmen zu einer dieser ersten Mars-Missionen geschickt, allein, die Kommandantin des Teams ist bzw. wird schwanger und muss auf den Mars entbinden, auf den zuvor schon ein anderes Team diverse Kapseln als Behausungen hinterlassen hat.

Sarah Elliot stirbt dabei und hinterlässt einen Jungen, der fortan unter Wissenschaftlern aufwächst. In einer Blase, einen Käfig aus roten Sand und Gestein. Niemand auf der Erde weiß von seiner existenz, um die Marsmissionen und andere Projekte, v.a. der privaten kooperierenden Forschungsfirma, nicht zu gefährden.

Doch Gardner wächst zunächst ohne Probleme als erster Mensch auf, der auf den Mars geboren wurde, chattet mit einem gleichaltrigen Mädchen, Tulsa, und träumt davon, mit ihr auf der Erde zu leben.

Doch, dies ist ein Problem. Sein Herz und seine Lunge würden den Druck auf der Erde, die Atmosphäre nicht aushalten. Gardner setzt sich jedoch durch.

mv5bnjyzodu1otkwn15bml5banbnxkftztgwmda3mtmwmdi-_v1_sy1000_cr006751000_al_

Nach einigen medizinischen Tests darf er zur Erde fliegen und versucht Tulsa zu treffen, der er seine Herkunft bislang verschweigen musste. Nicht ahnend, dass trotz der Tests sein Körper nicht bereit ist, für ein Leben auf den blauen Planeten. Die Gefahr bricht sich ihre Bahnen.

Ein interessantes Science-Fiction-Szenario, welches die Frage aufwirft, wie weit Wissenschaft gehen und über unser Leben bestimmen darf und auch sollte, gepackt leider, in eine gerade zum Ende hin übermelodramatische Teenager-Romanze, deren Schwülstigkeit kaum zu überbieten ist.

Alleine der hervorragende Cast vermag den Film zu retten und nicht ins zu sehr Kitschige abgleiten zu lassen. Asa Butterfield („Enders Game“, 2013) scheint wie gebucht für Weltraumfilme und Gary Oldman als Wissenschaftler und Unternehmer zwischen den Stühlen spielt sowie so überragend.

Die Bilder lassen einem in Gedanken schwelgen. Ja, genau so und nicht anders, stellt man sich ein Mars-Leben vor (Wunderbar auf die Schippe genommen, wenn Gardner auf der Erde den gleichnamigen Schokoriegel verputzt.) oder die Schwierigkeiten und wundersamen Erlebnisse neue unbekannte Welten zu entdecken.

Der romantische Anteil ist gerade so an der Grenze zum Erträglichen, die Handlung mit ein wenig Biegen glaubwürdig. Die ethischen Fragen, die der Film aufwirft, sind um so interessanter. Wäre der Film 20 oder 30 Jahre früher gedreht worden, man hätte sich nicht einmal ansatzweise dieses Szenario als Wirklichkeit vorstellen können.

Heute ist die Wissenschaft immerhin so weit, ernsthaft über eine bemannte Mission zum roten Planeten nachdenken, sie vielleicht sogar umsetzen zu können. Und wer weiß, vielleicht leben in ein paar Jahrzehnten dann tatsächlich Menschen, nicht die grünen, auf den roten Planeten. Der nächste große Schritt für die Menschheit.

Marie Fredriksson: Listen to my heart – Meine Liebe zum Leben

Listen to my heart - Meine Liebe zum Leben Book Cover
Listen to my heart – Meine Liebe zum Leben Marie Fredriksson/H. v. Zweigbergk Verlag: edel Erschienen am: 21.11.2016 Seiten: 239 ISBN: 978-3-8419-0488-1

Inhalt:

Mit Roxette hat Marie Fredriksson die Bühnen der ganzen Welt erobert, ein wahres Märchen, das ihr nach einer entbehrungsreichen Kindheit zuteil wurde. Doch dann stellt ein tödlicher Gehirntumor allen Erfolg in den Schatten und reduziert das Leben wieder auf das Wesentliche.

Seit nunmehr 15 Jahren kämpft Marie gegen den Krebs und vor allem gegen die Spätfolgen der Krankheit, die sie zuletzt zwangen sich für immer von der Bühne zu verabschieden.

„Listen to my heart“, ist eine Geschichte von großer Liebe, von Trauer, großen Erfolgen und Rache am Schicksal – der Liebe zum Leben sei Dank. (Klappentext)

Rezension:

Erfolgsstorys außerhalb der schwedischen Eurovisionsgeschichte kann man an einer Hand abzählen. Im musischen Bereich sind sie rar gesät, die Ausnahmetalente, die den Sprung nach Europa und den Rest der Welt schaffen.

Die schwedische Band Abba gehörte dazu und in jüngerer Zeit, inzwischen auch wieder mehrere Jahrzehnte her, schaffte Roxette den Sprung auf die internationale Bühne. Ein Leben zweier Musiker, ihrer Freunde und Familien für die Musik.

Immer skandalfrei, immer in Bewegung und immer mit neuen krativen Ideen für in Erinnerung bleibende Auftritte. Eine Band, auf die sich mehrere Generationen einigen können. Dreh- und Angelpunkt des Erfolgs war Marie Fredriksson, die sich von schwierigen finanziellen Familienverhältnissen ihren Traum erkämpfte, für die Musik und die Bühnen dieser Welt zu Leben.

Mit Hilfe der schwedischen Journalistin Helena von Zweigbringk veröffentlichte Fredriksson ihre Geschichte, deren schwerster Schicksalsschlag, ein Tumor im Jahr 2002 fast ihr Ende bedeutet hätte. Doch Marie Fredriksson nahm den Kampf auf und siegte. Aus Liebe zum Leben.

Künstlerbiografien, zumal von heutigen selbst ernannten Stars, haben oft genug keine tiefere Ebene und bleiben oberflächlich. Die meisten dieser Bücher bringen ein paar Anekdoten und kuriose Fakten hervor, zumehr lassen sich die Schreiber, ob nun der künstler selbst oder ein Ghostwriter nicht herab.

Das Buch von Marie Fredrikkson ist anders. Die Journalistin Helena von Zweigbergk hat die Sängerin mehrere Monate begleitet und Interviews geführt. Mit Marie, ihren Freunden und Bekannten, mit der Familie und Wegbegleitern einer schwedischen Erfolgsstory.

Herausgekommen ist ein beeindruckendes Portrait eines angeschlagenen aber nicht unbesiegten Menschen, welche nicht aufgegeben hat, in einer Situation, in der es jeder verstanden hätte. Nein, dass Bühnentalent kämpft für sich und ihre Freunde um ihr Leben als sie die schlimmste aller Diagnosen trifft. Ein Hirntumor, der fast das Ende bedeutet.

Natürlich ist dieses Büchlein vor allem für die Fans von Roxette, von Marie und Per, interessant, zumal wegen der Fakten und der Hintergrundgeschichte der Entstehung der Band. Aber es gibt auch Mut, für sich zu kämpfen, wenn alles aussichtslos erscheint und kaum Hoffnung mehr besteht.

Kurze Kapitel, in denen man den Eindruck hat, in denen die Sängerin aus ihrem Leben und vom Kampf gegen den Krebs erzählt wechseln sich ab mit den Eindrücken von Zweibringks, die ihr beim Niederschreiben und bei der Entstehung des Buches geholfen hat.

Für die Fans, die Marie Fredrikssons nur alles Gute und Glück wünschen können, dürfte so der Abschied von der Band leichter fallen. Alleine ihre Songs werden im Gedächtnis bleiben. Eine kleine großartige Biografie über ein beeindruckendes Leben.

Roxette „Listen to your heart“.

Autorinnen:
Helena von Zweigbergk wurde 1959 in Stockholm geboren und ist eine schwedische Autorin, Journalistin und Filmrezensentin. Nach der Schule studierte von Zweigbergk an der Universität Stockholm und erlangte erstmals in den 1990er Jahren Bekanntheit durch das schwedische Radioprogramm Spanama.

Ihr erstes Buch veröffentlichte sie 2001, welches vier Jahre später auch ins Deutsche übersetzt wurde. 1994 arbeitete sie zusammen mit der Journalistin Cecilia Bodström an einem Reportage-Buch über Prostitution. Zudem schrieb sie mehrere Filmrezensionen für eine schwedische Tageszeitung, sowie Kinderbücher.

Schwerpunkt ihrer schriftstellerischen Arbeit sind heite Menschen, die um ihre eigenen Standpunkte kämpfen. Als Journalistin arbeitete sie vor allem für die Zeitung Expressen und war von 2006-2007 als Programmleiterin einer schwedischen Fernsehshow. Sie lebt mit ihrer Familie in Stockholm.

Marie Fredriksson wurde 1958 in Össjö geboren und ist eine schwedische Musikerin. International bekannt wurde sie als Bandmitglied von Roxette. Nach dem Studium an der Musikhochschule Svalöv erhielt Fredriksson mit ihrer Band MaMas Barn einen Plattenvertrag, erzielte damit jedoch nur mäßige Erfolge.

1984 begann sie ihre Solokarriere und gründete zwei Jahre später mit Per Gessle die Band Roxette. Zunächst nur in Schweden erfolgreich, gelang 1989 der weltweite Durchbruch mit dem Hit „The Look“.

Mehrfach erhielt sie die goldene Schallplatte und wurde als beste Sängerin Schwedens ausgezeichnet. Mehrere Tourneen rund um den Globus folgten. Im September 2002 wurde bei Fredriksson ein Hirntumor diagnostiziert

Nach überstandener Krankheit feierte sie 2009 ihr Comeback. 2016 gab die Band entgültig ihren Abschied bekannt, mit der Begründung Fredriksson habe aufgrund der Spätfolgen nicht mehr die Kraft für die Auftritte. Sie starb am 9. Dezember 2019.

Bruno Preisendörfer: Deutschland 1 – Als Deutschland noch nicht Deutschland war

Als Deutschland noch nicht Deutschland war Book Cover
Als Deutschland noch nicht Deutschland war Reihe: Deutschland – 1 Sachbuch Galiani Berlin Hardcover Seiten: 518 ISBN: 978-3-86971-110-2

Inhalt:

Eine Zeitreise in das deutsche 18. Jahrhundert als es ein Deutschland noch gar nicht gab. Vielmehr gab es viele verschiedene Regionen, Staaten und Städte, ein loses Gebilde voller Grenzen.

Es ist die Zeit, in der große Männer Kulturgut schufen, in der die großen Philosophen Kant und Schopenhauer wirkten und der Merkantilismus als Wirtschaftsform dominierte. Es ist die Zeit des Wandels und des Aufbruchs, gleichwohl immer noch ein harter Alltag im Leben der Menschen. Doch, wie lebten sie, die einfachen Leute und die Adligen zu dieser Zeit? Welche Kleidung trugen sie, was gab es zu essen, welche Moral- und gesellschaftlichen Vorstellungen prägten sie?

Bruno Preisendörfer nimmt den Leser auf eine spannende Zeitreise durch eine prägende Epoche. (eigener Text)

Bücher der Reihe:

Bruno Preisendörfer: Deutschland 1 – Als Deutschland noch nicht Deutschland war

Bruno Preisendörfer: Deutschland 2 – Als unser Deutsch erfunden wurde

Bruno Preisendörfer: Deutschland 3 – Als die Musik in Deutschland spielte

[collapse]

Rezension:

Wie lange quälen Deutsch-Lehrer ihre Schüler eigentlich im Schnitt mit den allgemein als Klassikern akzeptierten Werken von Goethe, Schiller und anderen?

Wie viele Schüler verzweifeln an der Philosophie Kants und Schopenhauers und wie vielen wird die Lust am Lesen genommen, dadurch, dass in jedes Komma und jeden Punkt mehr hinein interpretiert wird als tatsächlich drinsteckt? Zu vielen.

Spannender ist es dann doch, in die Zeit einzutauchen, zu erleben, unter welchen Umständen Goethe und seine Zeitgenossen lebten, we´lche probleme die Ärmsten unter den Armen zu bewältigen hatten und für welche fortschrittlichen ideen damals in Gesellschaft, Wissenschaft und Kultur Grundsteine gelegt wurden.

Bruno Preisendörfer nimmt uns mit auf diese Zeitreise und lässt uns den Alltag im Noch-nicht-wirklich-Deutschland nachempfinden und erzählt, pointen und zitatereich vom Leben der Menschen im 18. jahrhundert.

Er beschreibt gesellschaftliche Konflikte durch Standesunterschiede, macht Geschichte fassbar, begleitet den Delinquenten zum Galgen und den Knecht oder Handwerker durch Arbeit, Eheleben bishin zum Tod. Und für manchen läuft es auf’s Gleiche hinaus, wenn die Frau und Kinder an Pocken oder anderen Krankheiten sterben.

Doch, es ist auch die Zeit des Fortschritts. Der Blitzableiter wird erfunden, Nachttöpfe dürfen nicht mehr allenthalben auf den Straßen entleert werden und Berlin bekommt die erste Straßenbeleuchtung. Impfungen werden entwickelt, Krankenhäuser entstehen. Auch das ist die Goethe-Zeit, die sich nicht nur auf Weimar beschränkt.

Der Autor beschreibt dies alles sehr detailliert, gestützt auf eine Unmenge von Quellen, die er ausgiebig nutzt und damit mehr erreicht als jeder Deutsch-Lehrer, der nur interpretieren möchte.

Er macht greifbar, was heute längst vergessen aber die nachfolgenden Jahrhunderte entscheidend mitgeprägt hat. Preisendörfer zitiert ausführlich aus Zeitungen, Tagebüchern und Korrespondenzen jener Zeit, durchstöberte Archive und statistischen Überlieferungen.

Herausgekommen dabei ist ein durchaus flüssig zu lesendes Sachbuch welches gleichzusetzen ist mit historischen Standardwerken, die Politik aber außenvor lässt und dafür die Bauern, das Klein- und Großbürgertum und das Leben des Adels beschreibt.

Lesenswert allemal, logisch gegliedert, stockt der Lesefluss dann doch an manchen Stellen. Zitate können schwierig zu greifen sein, wenn sie ausführlich sind. Man erfährt vieles, was man vielleicht noch nicht wusste, entdeckt bekanntes und kurioses.

Der Leser lebt mit Goethes Zeitgenossen mit, ist glücklich, arbeitend, kämpferisch, mal arm, mal reich, mal lebensfroh, dann wieder leidend. Nicht auf die Lektüre natürlich bezogen, keiner muss dann einem „Werther“ folgen (siehe Goethe) aber kann danach durchaus in Gedanken an Kant und Schopenhauer philosophieren. Das hat doch was.

Autor:

Bruno Preisendörfer wurde 1957 in Kleinmostheim/Unterfranken geboren und ist ein deutscher Sachbuch- und Belletristik-Autor. Nach dem Abitur studierte er Germanistik, Politikwissenschaften und Soziologie und zog 1982 nach Berlin.

Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit arbeitete er als Redaktionsleiter einer Magazin-Zeitung und war von 1995-1999 Redakteur bei der Zeitschrift „Freibeuter“. Er erhielt 1998 den Würth-Literaturpreis und 2016 für sein Buch über die Lutherzeit den NDR-Kultur Sachbuch-Preis.

Veit Etzold: Skin

Skin Book Cover
Skin Thriller Bastei Lübbe Taschenbuch Seiten: 415 ISBN: 978-3-404-17375-4

Inhalt:

Ein Schlüssel, der dich zu einem grausigen Fund führt. Ein Video, dessen Bilder du niemals vergessen wirst. Ein Mörder, der deine dunkelsten Ängste kennt… (Klappentext)

Rezension:

Christian König steigt schnell auf in der Tretmühle Unternehmensberatung ECC, bei der er seinen neuen Job beginnt. Von Termin zu Termin, unter Zeitdruck arbeiten er und seine Kollegen am nächsten Großprojekt, einer stauchelnden Bank aus der Krise zu helfen.

Doch, dass ist nicht so einfach. Als einer von seinen Kollegen an der Programmierung einer Excel-Tabelle scheitert, übernimmt Christian diese Aufgabe, meistert sie mit mehr Glück als Verstand und rückt damit auf dessen Platz. Doch, mit dem Erfolg kommt das Grauen. In Form einer E-Mail, einem Link, einem Video. Dieses zeigt eine verwesende Leiche. Erschrocken wendet sich Christian an die Polizei und setzt damit Ereignisse in Gang, die ihn immer näher in den Kreis der Verdächtigen rücken.

Am Ende ist sich der junge Unternehmensberater selbst nicht mehr sicher. Hat er diesen Menschen ermordet?

Abgesehen davon, dass wohl alle Berliner Psychothriller-Autoren Kontakt zu dem Rechtsmediziner Michael Tsokos haben, ist Veit Etzold mit „Skin“ ein interessanter Thriller gelungen, der es in sich hat. Zunächst ziemlich leise dahinplätschernd, wird der Leser in die Karriereschleuder Unternehmensberatung eingeführt, die bei Versagen ein sofortiges Karriere-Aus für die Betroffenen bedeutet.

Anschaulisch beschreibt der Autor diese sehr eigene Welt zwischen Flügen, Bonus-Meilen, ständigen Terminen, schwindender Konzentration und Überstunden, Beruf vor Privatleben und bettet darin eine Geschichte ein, die es in sich hat.

Mit der ersten Kontaktaufnahme Christians mit dem Grauen in Form von zunächst Bildern und Videos, dann immer mehr real Fassbaren (im wahrsten Sinne), gewinnt der Thriller an Tempo. Der Leser wird gleichsam den Protagonisten in einem Strudel gerissen, der kaum durchatmen lässt.

Der Autor weiß vor allem auf den ersten Seiten, von was er schreibt. Der Leser merkt, wie tief Etzold mit dem Thema Unternehmensberatung verbunden ist ubnd für alles andere hat sich der Autor die richtigen Leute zur Beratung geholt.

Man sollte Rechtsmediziner in der Familie und im Bekanntenkreis nutzen und der Leser gewinnt so einige grausige medizinische Kenntnisse in diesem Bereich, die den Nervenkitzel noch einmal erhöhen.

Kurz und prägnant ist der Schreibstil, mit zunehmender Seitenzahl steigt das Lesetempo und die Spannung obwohl die Cliff-Hanger rarer gesät sind als z.B. bei Fitzek. Das Ende ist dafür nicht ganz so verdreht, erst auf den letzten Seiten bekommt man eine Ahnung, wer der Täter ist. Einzig die Figur des ermittelnden Polizisten ist klischeehaft nervig, gerade so an der Grenze, bevor es ins Unerträgliche kippt.

Abgehalftert, durch seine Arbeit desillusioniert und nah dran, die Grenzen dessen, was an Ermittlungstätigkeit überhaupt erlaubt ist, sich zu schnell auf einen Täter fokussierend, wobei in Deutschland immer zuerst die Unschuldsvermutung gilt, findet Etzold immer noch einen Weg, den Polizisten Deckhard gerade so positiv erscheinen zu lassen, dass man schon froh darüber ist, keine ermittelnde skandinavisch-alkohlisierte Fahne vor sich zu haben.

Die Auflösung kommt dann jedoch ein wenig zu schnell. Es hätten der Geschichte noch fünfzig zusätzliche Seiten sicher gut getan. Trotzdem ist „Skin“ ein Thriller, der unter die Haut geht und uns den nächsten E-Mail-Link und das nächste Schließfach mit größter Vorsicht öffnen lässt.

Autor:

Veit Etzold wurde 1973 in Bremen geboren und ist ein deutswcher Schriftsteller. Er studierte Anglistik, Kunstgeschichte, Medienwissenschaften und General Management in Oldenburg, London und Barcelona. Seine Dissertation beendete er im Jahr 2005. Während des Studiums arbeitete er für Medienkonzerne, Banken und Unternehmensberatungen, war zugleich in der Management-Ausbildung tätig.

Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit ist er weiterhin als Vortragsredner und Unternehmensberater tätig. 2009 veröffentlichte er zusammen mit dem Rechtsmediziner Michael Tsokos sein erstes Sachbuch, ein Jahr darauf seinen ersten Roman. Er lebt mit seiner Frau, Rechtsmedizinerin, in Berlin.

Julia Gerlach: Der verpasste Frühling

Der verpasste Frühling Book Cover
Der verpasste Frühling Julia Gerlach Rezensionsexemplar/Sachbuch Erschienen am: 01.05.2016 Seiten: 248 ISBN: 978-3-86153-868-4

Inhalt:

2011 schien in der arabischen Welt eine neue, demokratische Zeit anzubrechen. Der ägyptische Aufstand gegen Mubarak auf dem Kairoer Tahrir-Platz war dafür ein besonders starkes Signal.

Heute sitzen viele der damaligen Aktivisten im Gefängnis, alte und neue Diktatoren sind an der Macht, Millionen Menschen fliehen vor Bürgerkrieg, Hoffnungslosigkeit und den Mördern des sogenannten Islamischen Staates. Julia Gerlach hat Aktivisten der Revolution, Islamisten, Politiker und ganz normale Menschen in der Region über Jahre begleitet und befragt.

So gelingt ihr eine ebenso persönliche wie informative Beschreibung der Ereignisse, die zum Scheitern der hoffnungsvollen Anfänge führten. Ein spannender, differenzierter Einblick in die jüngste arabische Geschichte, die uns mehr denn je betrifft. (Klappentext)

Rezension:

Die arabische Welt ist für den Durchschnittsbürger Europas schwer zu fassen, zumal nach den Umwälzungen im Jahr 2011, die die Staaten Nordafrikas, den Jemen und Syrien und ihre Menschen vollkommen verändert haben.

Julia Gerlach gibt uns einen Einblick in diese, mittlerweile abschreckende, Welt aus Angst und Hoffnungslosigkeit, welche Freude und Tatendrang in Bezug auf die gestürzten Diktaturen Tunesiens, Ägyptens, Libyens, des Jemen und Syriens abgelöst haben.

Seit Jahren reist sie zwischen den in Chaos, Korruption und Machtkämpfen versinkenden Ländern hin und her, trifft Menschen aller politischer und beruflicher Coleur und Glaubensrichtungen, unterhält sich und hört zu.

Herausgekommen ist ein faszinierendes Portrait einer Region, ein festgehaltenes Stück Zeitgeschichte und vor allem das Festhalten von menschlichen Empfindungen.

Mittlerweile muss man suchen. Zwischen schwarzmalerischen Berichten und einseitigen Lektüren, die nicht einmal ansatzweise als ausgewogen zu bezeichnen sind, wirkt dieses Sachbuch sehr wohltuend.

Reflektiert und möglichst alle Seiten der Medaille „friedlicher Revolution in der arabischen Welt“ beleuchtend, stellt die Journalistin eine schonungslos ehrliche, jedoch keineswegs nüchtern kalte Analyse der Ereignisse dar, die zu den Umbrüchen in einer Region führten, die man dort nicht erwartet hätte.

Quasi Alleinherrscher wie Mubarak oder Ben Ali wurden gestürzt, die Menschen kosteten für einen kurzen Moment den Geschmack der Freiheit, doch woran scheiterte, was so hoffnungsvoll began?

Weshalb ließen sich die Studenten, einfachen Menschen die Zügel des Umschwungs aus der Hand nehmen, weshalb gibt es heute mehr alt-neue Regierungen als wirklich bleibende Neuerungen und welche Errungenschaften des Volkswillens haben es geschafft, bis in die heutige Zeitz herüber gerettet zu werden?

Anhand von Personen sich durch die Chronik der Ereignisse zu hangeln, könnte man der Autorin zum Vorwurf machen. Sie bleibt nicht neutral, sondern bezieht standpunkte, in dem sie alle Seiten zu Wort kommen lässt und damit alte Machtstrukturen entlarvt, die mit blauen Auge als Sieger aus der Revolution in Arabien hervorgegangen sind. Vielleicht ein letztes Mal?

Julia Gerlach nimmt Position ein, öffnet sich aber auch für andere Meinungen und beobachtet ihren Freudneskreis, ihre Kontaktpersonen genau.

Herausgekommen ist ein Zeitdokument, welches es in sich hat und gerade heute gelesen werden sollte. Hier finden sich die Ursachen, warum so viele junge Araber ihre Länder verlassen und den Blick auf das Mittelmeer gen Norden richten.

Hier wird der Kampf und Selbstfindungsprozess von Nationen beschrieben, deren mehrheitliche Bevölkerungen sich wieder die alten vorrevolutionären Zustände zurücksehnt und eine junge Generation portraitiert, die die Hoffnung auf eine bessere Zukunft innerhalb ihrer eigenen Länder noch nicht aufgegeben hat.

Flüssig zu lesen und aufgrund kurzer übersichtlicher Kapitel, vielen Erklärungen, keinesfalls schwere Sachbuchlektüre, die ungewöhnlich gut recherchiert und fassbar ist. Nicht zuletzt durch die schiere Zahl der interviewten Personen und der Beachtung verschiedener Positionen.

Keine absichtliche Schwarzmalerei, nur nüchterne Betrachtungen, kein erhobener Zeigefinger. So ausgewogen sollte Sachbuchliteratur, gerade zu sensiblen Themen sein und dies hat Julia Gerlach hervorragend hinbekommen.

Ein Spagat, der hätte schiefgehen können, hier hervorragend funktioniert. Pflichtlektüre für alle, die sich einen Überblick über die Gesamtsituation, insbesondere die in Ägypten, verschaffen und sich eine eigene Meinung bilden wollen. Unabhängig von der Hetze, die uns von vielen Bildschirmen und Zeitungen ins Gesicht springt.

Autorin:

Julia Gerlach wurde 1969 geboren und studierte Politik- und Islamwissenschaften, begann eine Ausbildung an der Berliner Journalisten-Schule und arbeitete für das ZDF-Studio in Kairo und beim heute journal. Sie hospitierte beim arabischen sender al-Dschasira und war von 2008-2015 als Korrespondentin für verschiedene deutsche Tages- und Wochenzeitungen tätig. 2006 erschien ihr erstes Buch.

Rene Goscinny/Albert Uderzo: Asterix – Die Gesamtausgabe 6

Asterix - Die Gesamtausgabe 6 Book Cover
Asterix – Die Gesamtausgabe 6 Comic Egmont Ehapa Hardcover Seiten: 168 ISBN: 978-3-7704-3785-6

Inhalt:
In „Asterix bei den Schweizern“ müssen der gallische Krieger Asterix und sein Freund, der Hinkelsteinlieferant Obelix in die römische Provinz Helvetien reisen, um eines der seltenen Eldeweiß-Blumen zu finden, die der Druide des Dorfes für einen Zaubertrank benötigt.

Dabei werden alle Klischees über die Schweizer, Ordnung und Sauberkeit, Kuckucksohren und Käse-Fondue und Bankwesen aufs Korn genommen. Auch der Rütli-Schwur kommt nicht zu kurz. In „Die Trabantenstadt“ versuchen Julius Cäsar und sein Baumeister „Quadratus“ den Galliern herr zu werden, in dem sie eine Planstadt rings um das gallische Dorf errichten. Die ersten Bewohner ziehen ein und schon beginnt ein Umschwung im Denken der Dorfbewohner.

Asterix und Miraculix sehen mit Schrecken, wie ihre Freunde Gewohnheiten, Sitten und Bräuche ablegen und kommen bald hinter Cäsars perfiden Plan. Können sie den Lauf der Zeit aufhalten? In „Die Lorbeeren des Cäsar“ machen sich Majestetix und seine beiden gallischen Krieger auf nach Lutetia, um Gutemine bei einem Einkauf in die gallische Hauptstadt zu begleiten.

Dabei besuchen sie auch Gutemines Bruder und Majestetix verspricht ihm betrunken ein Ragout mit den Lorbeeren aus den Kranz Cäsars. Den müssen Asterix und Obelix nun besorgen und begeben sich nach Rom. Doch, an den Kranz heranzukommen, ist schwerer als gedacht, müssen sie doch dazu Sklaven und Gladiatoren werden.

Einordnung:
Die Gesamtausgabe Nr. 6 enthält die Geschichten „Asterix bei den Schweizern“, „Die Trabantenstadt“ und „Die Lorbeeren des Cäsar“. Insgesant gibt es 14 Gesamtausgaben mit jeweils 3 Geschichten.

Rezension:
Über die Qualität der Hauptgeschichten um Asterix und Obelix gibt es nichts zu sagen. Wunderbar detailliert gezeichnet, locker erzählt und die Eigenheiten des jeweiligen Spielortes auf’s Korn genommen, haben Asterix und Obelix nicht nur erfolgreich gegen römische Legionen Widerstand geleistet, sondern auch die Herzen von tausenden großen und kleinen Comic-Fans im Sturm erobert.

Letzteres ganz ohne Zaubertrank. Auch in den drei vorliegenden Geschichten brechen der gallische Krieger und sein Freund („Ich bin nicht dick!“) zu neuen Abenteuern auf, die es in sich haben. Vielmehr ist darüber nicht zu sagen, ohne die Pointen, derer es zahlreiche gibt, vorweg zu nehmen und noch ist nicht der Qualitätsabfall späterer Geschichten (u.a. „Asterix und Latraviata“) zu spüren.

Diese Geschichten kann der geneigte Gallien-Fan beruhigt zur Hand nehmen und in die antike Welt Julius Cäsars und seiner fast ganz eroberten Völker eintauchen. Besser ist es hier, sich mit der speziellen Ausgabe zu beschäftigen. Diese wurde, zusammen mit den anderen Abenteuern der gallischen Dorfbewohner in eine mehrbändige Reihe zum Jubiläum der Geschichten in eine mehrbändige Sonderausgabe verpackt, die pro Band jeweils drei Geschichten in sich vereint.

In bläulich gehaltenen Leder gebunden, gibt es zu jedem Comic eine mehrseitige Vorgeschichte über die Entstehung des selbigen. Die Aufmachung wirktt edel, die Papierqualität ist gut.

Das aufgedruckte Comic-Relief und die schrift zeigen auch nach Jahren keine Abnutzungserscheinungen (Erfahrung mit anderen Bänden der Reihe) und auch die seiten vergilben nicht. Für Fans der Reihe, deren Comic-Hefte auseinander zu fallen drohen, ein unbedingtes Muss und ein Hingucker im Regal allemal.
Für Neuleser eine interessante Erfahrung, zumal man auch etwas über die Geschichte hinter den Geschichten erfährt.

Es ist nur zu empfehlen, die Geschichten gerade in diesen Ausgaben zu lesen. Hier hat sich der Verlag Mühe, nicht nur in der Aufmachung, gegeben, die unbedingt belohnt gehört. Auf dass die gallischen Krieger noch ewig im Jahre 50 v. Chr. Widerstand gegen Rom, gleichsam David gegen Goliath leisten können und ihnen nie „der Himmel auf den Kopf fallen möge“ (Majestätix).

Autoren:
Rene Goscinny wurde 1926 in Paris geboren und war ein französischer Comicautor. Er schuf zusammen mit dem Zeichner Alber Uderzo u.a. die Comics der unbeugsamen Gallier Asterix und Obelix (ab 1959), für die er internationale Bekanntheit erlangte. Ab 1955 textete er außerdem die von Morris gezeichneten Comics „Lucky Luke“. Als Autor wurde er für seine von Sempe illustrierten Geschichten über den „Kleinen Nick“ bekannt.

Albert Uderzo wurde 1927 in Fismes bei Reims in Frankreich geboren und ist Zeichner und Mit-Autor der bekannten Comic-Serie „Asterix“. Er wuchs als Sohn italienischer Einwanderer auf, die 1934 die französische Staatsbürgerschaft erhielten. Inspiriert von Wat Disney eignete er sich teils autodidaktisch das Handwerkzeug des Comic-Zeichnens an. Er hat eine Rot-Grün-Sehschwäche und arbeitet teilweise mit nummerierten Farbtönen. Die Comic-Serie „Asterix erschien zunächst in der Zeitschrift „Pilote“, später dann in einem eigenen Verlag.
Seit dem Tode Goscinnys 1977 produzierte Uderzo die Asterix-Abenteuer alleine, unter Zuhilfenahme eines Teams von Zeichnern seines eigenen Unternehmens.