Horror

Sebastian Fitzek: Das Paket

Das Paket Book Cover
Das Paket Sebastian Fitzek Droemer Erschienen am: 26.10.2016 Seiten: 362 ISBN: 978-3-426-19920-6

Inhalt:

Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den »Friseur« nennt – weil er denmisshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet.

Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fürchtet, der »Friseur« könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden. In ihrer Paranoia glaubt sie in jedem Mann ihren Peiniger wiederzuerkennen, dabei hat sie den Täter nie zu Gesicht bekommen.

Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch sicher – bisder Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen.

Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in ihrer Straße lebt … (Verlagstext)

Gimmick:
Die Erstauflage ist als gebundene Ausgabe mit festen Kartoneinband erschienen, verpackt widerum in einem Paket gleicher Stärke.

Rezension:
„Back to the roots“, könnte der Untertitel dieses Thrillers sein und tatsächlich hat sich Sebastian Fitzek wieder, gleichsam seines Erstlingswerkes, in die Abgründe der menschlichen Psyche begeben, nachdem er zuletzt sich auf den Feld der Verschwörungsthriller ausprobiert hat.

Zwar waren seine Werke „Noah“ und „Passagier 23“ sehr gut zu lesen, doch „Das Paket“ übertrifft diese um Weiten. Die geschichte beginnt, wie alle Werke des Berliner Erfolgsautoren mit einem Knall und reiht Kapitel für Kapitel schier unglaubliche Cliffhanger aneinander, die die Seiten nur so davonfliegen lassen.

Zum Lesen muss sich hier niemand zwingen, es sei denn, man ist ohnehin empfindlich. Dann aber hat man mit Fitzek sowie so das Genre verfehlt. Für alle anderen gibt der Thriller ein packendes Leseerlebnis, welches von Beginn an flüssig ist. Flüssig wie Blut.

Und das beginnt schon mit der Verpackung, zumindest in der Erstauflage. Das einfache Herausbringen von Büchern diverser Autoren genügt heute nicht mehr. Ein oder zwei Bestseller können die Haushaltszahlen der Verlage retten.

Droemer Knaur weiß das und hat sich in Zusammenarbeit mit dem Autor da etwas Besonderes einfallen lassen. Der Leser öffnet gleichsam der Protagonistin Emma ein Paket und holt sich damit die Spannung, negative Kritiken sprechen auch vom Grauen, ins Haus.

Nur ist der Inhalt ein kartoniertes Buch, nicht wie bei Emma, der Auslöser einer katastrophalen Kette, anhand derer die ohnehin -labile- Psychotherapeutin entgültig zusammenbrechen droht. Nur der Beweis des Gegenteils, der Schritt nach Draußen, da sie das Haus sonst nicht verlässt, glaubt sie, kann die Sicherheit zurückbringen. Wie arg sie sich täuscht.

Am Ende ist dann alles anders als man denkt. Mit gesunden Menschenverstand zwar fast zu viel aber der Leser begleitet hier eine seelisch instabile Hauptperson.

Eine Spezialität Fitzeks, an der er von Thriller zu Thriller feilt und die ihm wieder einmal gelungen ist. Spannungsgeladen beschließt der Autor hiermit sein zehntes schriftstellerisches Jahr in 362 Seiten, mit keiner Zeile zu viel.

Zum Schluss der übliche Dank an die Leser, die ihn einst über Weiterempfehlungen in Internetforen zum Bestsellerautoren machten. Einige der kuriosesten und anrührendsten Leserbriefe hat er ausgewählt und abdrucken lassen. Auf die nächsten zehn Jahre Sebastian Fitzek.

Lesung:
Ich war auf der Lesung von Fitzek im Haus Auensee zu Leipzig Gast und habe eine wirklich beeindruckende Lesung erlebt. Mit Videosequenzen, den Buch-Trailer natürlich, der zuletzt auf den Buchmessen in der Fitzek-Box zu sehen war und musikalischer Untermalung.

Der Autor kann nicht nur schreiben, sondern auch vorlesen. So hatte ich die gesamte Zeit seine Stimme im Ohr. Als Hörbuchsprecher wäre er brilliant.

Auf der Lesung hat er ein wenig über sein Leben erzählt, seinen schriftstellerischen Werdegang über Ideenfindung gesprochen und gezeigt, welche Wirkung unterschiedliche Hintergrundmusik auf gesprochenen Text macht.

Und auch der Autor selbst hat viel Humor bewiesen und war sich nicht zu schade, sich selbst auf die Schippe zu nehmen. Zum Schluss hat eine der Zuschauerinnen selbst ein Paket öffnen dürfen und sämtliche Hörbücher von Fitzek bekommen.

Fitzeks Buch, das Paket und die Eintrittskarte selbst sind signiert bei mir.

Autor:
Sebastian Fitzek wurde 1971 in Berlin geboren und ist ein deutscher Schriftsteller und Journalist. Bis zum ersten Staatsexamen studierte er Jura und promovierte in Urheberrecht, arbeitete dann als Chefredakteur und Programmdirektor bei verschiedenen Radiosendern Deutschlands.

2006 veröffentlichte er seinen Psychothriller bei Droemer Knaur, der trotz einer kleinen Auflage ohne Marketing zum Bestseller avancierte. Inzwischen wurden seine Bücher in über 24 Sprachen übersetzt.

2012 wurde sein Thriller „Das Kind“ verfilmt, mehrere Theateradaptionen seiner Bücher laufen auf verschiedenen Bühnen, eine Fernsehserie ist in Planung. Seine Bücher kennzeichnen sich in den Erstauflagen durch besondere Gimmicks aus.

Für seine Lesungen wählt er mintunter auch ungewöhnliche Orte wie die Trauerhalle eines Bestattungsinstituts oder eine Zahnarztpraxis. Er engagiert sich ehrenamtlich als Schirmherr für den Verein „Das frühgeborene Kind“ seit der Geburt seines ersten Sohnes. Der Autor lebt mit seiner Familie in Berlin.

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Wolfgang Hohlbein: Mörderhotel

Mörderhotel Book Cover
Mörderhotel Wolfgang Holbein Bastei Lübbe Erschienen am: 26.05.2017 Seiten: 847 ISBN: 978-3-7857-2548-1

Inhalt:

Chicago, 1893. Die neunzehnte Weltausstellung öffnet ihre Tore. Millionen Besucher strömen in die Stadt und suchen ein Hotel. Herman Webster Mudgett besitzt ein solches. es ist eines der erstaunlichsten Häuser am Platz: Es hat Falltüren, verborgene Räume, Geheimgänge, einen Foltertisch, ein Säurebad und eine Gaskammer.

Viele Menschen gingen in dieses Hotel. Nur wenige verließen es wieder. Zumindest lebend … Wolfgang Hohlbeins neuer Roman erzählt die unglaubliche, aber wahre Geschichte um einen der ersten Serienkiller Amerikas! (Klappentext)

Rezension:

Die Menschen erstaunen ob der Wunder der Technik, die das Ende des alten und den Beginn des neuen Jahrhunderts kennzeichnen. Sie strömen zur Weltausstellung in Chicago um elektrisches Licht, damals noch eine Besonderheit und andere Vorboten der Moderne zu bestaunen. Und natürlich benötigen all die Besucher eine Unterkunft.

Eine solche gibt es in einem Vorort, der wachsenden Stadt, doch ist sie mehr als außergewöhnlich. Nicht nur, dass sie beinahe leer steht, sondern mit ihrer neuartigen wuchtigen Bauweise einen zweifelhaften Ruf in der Umgebung hat, zumal dort ständig Menschen zu verschwinden schein.

Auch Arlis weiß darum und quartiert sich, auf der Suche nach ihrer Schwester zusammen mit dem Versicherungsdetektiv Geyer ein. Beide wissen nur, dass die Schwester zuletzt mit dem Besitzer des Hotels liiert war und dann spurlos verschwand.

Von den Dingen, die sich grausam hinter den Wänden des Hotels verbergen, haben sie jedoch keine Ahnung, was sich jedoch bald ändern wird.

Der Horror-Roman, neuester Streich von Wolfgang Hohlbein, hat es in sich und enthält gleich zwei Geschichten, die sich nach und nach zusammenfügen zu einer gemeinsamen handlung. Zunächst das Werden des Massenmörders Herman Webster Mudgett, den es tatsächlich gegeben hat und dessen grausame Taten hier als Vorlage dienten, zum anderen die Geschichte der Aufdeckung seiner Taten.

Wobei sich kaumk sagen lässt, welcher Handlungsstrang grausamer oder abstoßender ist. Die Figuren tragen jedenfalls nicht dazu bei, dass man diese Geschichte zu mögen beginnt, soll man vielleicht auch nicht aber ein Roman selbst dieses Genres ohne Identifikationsfigur ist schon außergewöhnlich.

Und gewöhnungsbedürftig. tatsächlich geht dies sogar so weit, dass man, wenn auch nur für wenig mehr als einen Augenblick Sympathien für den Massenmörder hegt, dem Privatdetektiv Geyer aber alles Schlechte wünscht. Auch eine Variante aber eine, die es schwer macht, dieses Geschehen durchzuhalten.

Wolfgang Hohlbeins „Mörderhotel“ hat dabei keine Längen aber liest sich auch nicht gerade flüssig. Vielleicht hätte der ansonsten im fiktionalen Bereich sehr erfolgreiche Autor gut daran getan, die reale Geschichte zu recherchieren und als Sachbuch aufzuarbeiten.

Als Horror-Roman funktioniert es nur mittelmäßig, handwerklich im Stil klassischer Vorbilder, ansonsten springt der Funke (oder spritzt das Blut) hier nicht über. Dass die wenigen Morde (im Vergleich zum Versprechen des Klappentextes, an den man sich hier nicht halten sollte) sehr detailliert beschrieben werden, ist auch nicht dazu angetan, dieses Buch in einem Rutsch durchzulesen.

Nein, hier wird der Leser, der das sonst frei entscheiden kann, praktisch gezwungen ab und zu inne zu halten und an etwas anderes zu denken. Mag sein, dass dies der Stil eben ist in diesem Genre aber „Mörderhotel“ ist ein Roman, der wahrscheinlich als Film sogar besser funktioniert als in schriftlicher Form. Und ob dies für ein Buch eine Auszeichnung ist, wage ich zu bezweifeln.

Es wird mein vorerst letzter Roman, vielleicht tue ich Wolfgang Hohlbein ja auch Unrecht, in diesem Genre bleiben. Vielleicht ist es einfach nichts für mich. Wobei mich die reale Geschichte, die als Vorbild diente, mehr interessiert.

Im Vergleich z.B. mit Tom Rob Smiths „Kind 44“, der dort ebenfalls eine reale Mordserie verarbeitete, fällt „Mörderhotel“ leider deutlich ab. Und das bricht diesem Roman bei den Lesern, die zuerst den Krimi des englischen Schriftstellers gelesen haben, das Genick bzw. den Buchrücken. Für Wolfgang Hohlbeins Fans natürlich, wird auch „Mörderhotel“ wieder eine Sternstunde des Autoren werden.

Autor:

Wolfgang Hohlbein wurde 1953 in Weimar geboren und ist ein deutscher Schriftsteller im Genre Horror, Fantasy und Science-Fiction. er gehört zu den auflagenstärksten Autoren Deutschlands. Über 43 Millionen seiner Bücher wurden bisher verkauft.

Dem in Neuss lebenden Schriftsteller gelang mit seinem Roman „Märchenmord“ 1982 der Durchbruch. Schon als Jugendlicher begann er zu schreiben, lernte zunächst aber Industriekaufmann und arbeitete als Nachtwächter.

Die ersten Geschichten schrieb er unter Pseudonym. 2013/2014 wurde eine Fenrsehserie über seine Familie ausgestrahlt, die aber nach wenigen Folgen eingestellt wurde. Nach ihm wurde der Wolfgang-Hohlbein-Preis benannt.

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Max Rhode: Die Blutschule

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Die Blutschule Max Rhode Bastei Lübbe Erschienen am: 14.10.2016 Seiten: 255 ISBN: 978-3-404-17267-2 Alias: Sebastian Fitzek

Handlung:

Die Teenager Mark und Simon können sich keinen größeren Horror vorstellen, als aus der Metropole Berlin in die Einöde Brandenburgs zu ziehen. Das Einzige, worauf sie sich freuen, sind sechs Wochen Sommerferien., doch auch hier macht ihnen ihr Vater einen Strich dirch die Rechnung.

Er nimmt sie mit auf einen Ausflug zu einer ganz besonderen Schule. Gelegen mitten im Wald auf einer einsamen Insel. Mit einem grausamen Lehrplan, nach dem sonst nur in der Hölle unterrichtet wird… (Klappentext)

Gimmick:

Dieses Buch ist ein Gimmick zu Sebastian Fitzeks neuesten Thriller „Das Joshua-Profil“ und sollte vorher gelesen werden. Der Pseudonym Max Rhode ist zugleich Hauptcharakter des letztgenannten.

Rezension:

Ungesehen kann man von Fitzek fast jedes Buch kaufen, auch wenn er es unter einem Pseudonym schreibt. Insebesondere dann, wenn das Pseudonym selbst zur handelnden Figur in seinem nächsten Thriller wird und so lässt sich in der „Blutschule“ ein interessanter und spannender Tag verbringen. Mehr wird man, am Stück, nicht brauchen um das Buch zu beenden.

Die Story selbst hat es in sich. In gewohnter Gruselmanier, hier fast schon Horror, wandelt sich ein an sich friedliches Szenario nach wenigen Seiten in Grauen und Düsternis. Die beiden Hauptfiguren, der 14-jährige Mark und der ein Jahr jüngere Bruder Simon, wachsen einem sofort ans Herz. Um so schlimmer ist das, was sie durchleben müssen.

Der Vater, von einer Art bösen Geist befallen, nimmt sie mit auf eine Insel, um sie auf’s Leben vorzubereiten, was dann heißt, sie seelisch zu zerstören. Aufgaben, wie das Töten eines Tieres oder das Suchen eines Fingers werden nicht nur für die Opfer zur Frage des Überlebens.

Spannung von Anfang an, die auf den letzten Seiten zusätzlich noch einmal verstärkt wird. So stark, dass man es kaum mehr aushält. Weniger Psycho- als Horror-Thriller. Der Schreibstil lässt, wie von Fitzek gewohnt, flüssiges Lesen zu, wozu auch die kurzen Kapitel und unzählige Cliffhanger beitragen.

Ein typischer Fitzek und dann auch wieder nicht. Handlungsmäßig kehrt der Autor aber damit wieder in das Berliner Umland zurück, nachdem sein letztes Werk auf hoher See gespielt hat. Für Fitzek- und Horror-Thriller-Fans ein Muss, für alle anderen nicht allzu leicht genießbare Kost.

Autor:

Das Pseudonym Max Rhode gehört dem Autoren Sebastian Fitzek. Dieser wurde 1971 in Berlin geboren und studierte Jura bis zum ersten Staatsexamen. Danach arbeitete er als Chefredakteur und Programmdirektor für verschiedene Radiosender in Deutschland. Seit 2006 schreibt er Psychothriller, die inzwischen in mehr als 20 Sprachen übersetzt wurden.

Als Autor wurde er vor allem über Internet-Foren bekannt. Seine Bücher beinhalten des Öfteren sog. Gimmicks. Ein weiteres Merkmal von Fitzek als Autor sind experimentelle Lesungen und die intensive Nutzung von Social Media, um mit den Lesern in Kontakt zu treten.

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