Krimi

Bastian Martschink: Finn Dever 1 – Letzter Blick

Inhalt:
Eine brutale Mordserie hält Blackvale in Atem. Als Julia Lang, die Finanzchefin eines milliardenschweren KI-Unternehmens getötet wird, unterstützt Finn Dever die örtliche Polizei bei dem Fall. Seine Fähigkeit, die unmittelbare Zukunft eines Menschen zu sehen, hat schon oft geholfen – doch diesmal führt ihn die Spur zu einer schockierenden Wahrheit: Seine Gabe ist keine Laune der Natur, sondern künstlichen Ursprungs. Und er besitzt diese Gabe nicht allein, sondern teilt sie sich mit einem mächtigen Feind. Mit jedem Schritt wird die Gefahr größer – und Finn erkennt, , dass der Feind ihm näher ist, als er dachte … (Klappentext)

Einordnung in der Reihe:

Bastian Martschink: Finn Dever 1 – Letzter Blick
Bastian Martschink: Finn Dever 2 – Täuschung
Bastian Martschink: Finn Dever 3 – Spurlos

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Rezension:
Die neue Krimi-Reihe „Finn Dever“ des deutschen Schriftstellers Bastian Martschink entführt uns in die düsteren Welten amerikanischer Tech-Konzerne, eingebettet in das Schema klassischer Ermittlungsromane. Neben den spannungsgeladenen Handlungssträngen werden fast philosophische Fragen aufgemacht, wie sie derzeit gesellschaftlich diskutiertwerden und in aller Munde sind. In wie weit werden wir von Künstlicher Intelligenz bereits bestimmt? Sitzen wir überhaupt noch an einem funktionierenden Hebel oder werden wir bereits gesteuert.

Diese Fragen muss sich für seine Person die der Reihe namengebende Hauptfigur stellen, der mit seiner besonderen Gabe der Polizei schon oft zur Lösung ihrer Fälle verholfen hat. docvh zuvor beginnt auch dieser Auftaktband mit einer klassischen Mordsituation, derer sich eine detailliert geschilderte Ermittlungsarbeit anschließt, im Laufe derer wir das Figurentableau Martschinks kennenlernen. In dieser temporeichen Erzählung stechen dabei vor allem zwei Hauptfiguren heraus, die die unterschiedlichen Seiten der Ermittlungen repräsentieren und in diesem Spannungsfeld sich Schritt für Schritt dem Ergebnis annähern.

Da wäre zunächst Finn Dever selbst, der mit seinen Fähigkeiten sich zu sehr in die Fälle einbringt, die seine Stadt in Atem halten und dabei den Spagat versucht, zwischen Hauptjob, Beratertätigkeit und Privatleben zu jonglieren, was ihn im Verlauf der Handlung an Grenzen bringen wird, andererseits Kate, die neu hinzugeholt das ermittelnde Team als Leiterin unterstützen und der Polizei zum Erfolg verhelfen soll. Korrekt und zielorientiert, misstraut sie Finns Fähigkeiten zunächst, agiert jedoch pragmatisch und nutzt diese Gegebenheiten. Beide Protagonisten haben damit zu kämpfen, ihr Privatleben mit der Ermittlungstätigkeit in Einklang zu bringen. Diese Komponente ist es, die erste Ecken und Kanten sichtbar werden lässt.

Schnell ist klar, dass beide Figuren auf der gleichen Seite stehen und die Antagonisten woanders zu suchen sind. Bastian Martschink setzt auf temporeiche kompakt gehaltene Kapitel, um dies zu erzählen, was das eine oder andere Mal ungelenkt wirkt oder zumindest holpernd. Hier merkt man eine gewisse Sicht, mit der von außen auf amerikanische Ermittlungsarbeit geschaut wird, wenn auch reine Effekthascherei auf ein niedriges Maß gehalten wird.

Auch haben sich einige Fehler eingeschlichen, die man aber dank des Erzähltempos schnell überliest. Gewisse Rollenklischees ja, die gibt es auch. Wer damit nicht zurechtkommt, merkt dies jedoch mit den ersten Kapiteln. Wer dann noch weiterliest, gelangt zu den philosophischen Fragestellungen rund um künstlicher Intelligenz, die den Handlungsstrang um den Hauptprotagonisten durchziehen.

Alleine für diese lohnt es sich, sich mit dem Kriminalroman zu beschäftigen, der aus wechselnder Perspektive die Handlung fortspinnt. Zudem wird jedes Kapitel mit einer Medienmeldung eröffnet, die sozusagen die Sicht von außen auf die Mordseite zeigt, die die Stadt in Atem hält. Dieses Zusammenspiel bietet die Erzählung, die trotz einiger Schwächen sich schnell zum Pageturner entwickelt und das Tempo trotz ruhiger Momente, einmal aufgenommen, auch nicht mehr verliert.

Die Wendungen sind in diesem Zusammenhang durchaus glaubwürdig. Der Umgang mit künstlicher Intelligenz bringt eine Aktualität hinein, die zunächst skeptisch werden lässt, ob sie so eingebettet funktioniert, aber sie tut es.

Das Gedankenspiel, Chips einzupflanzen, die bestimmte Aufgaben übernehmen, verstärken oder entsprechende Impulse geben können, ist so weit nicht hergeholt, auch die Fragestellung, wer in wie weit die Kontrolle darüber behält und die Verantwortung für entsprechende Folgen zu tragen hat, ist es nicht minder. Dieser Aspekt ist hochspannend und diskutabel, hier natürlich auch ein Element der Handlung, diese voranzutreiben, wenn es kein anderes Mittel vermag.

Bastian Martschink gelingt es handelnde Personen und Orte filmisch zu beschreiben. Zuweilen wirkt der Roman wie eine Miniserie im guten Sinne, die schlicht unterhalten möchte, was auch gelingt. Die Erzählung macht dabei Lust, noch mehr über die Figuren und ihre Entwicklung erfahren zu wollen. Der nächste Band um Finn Dever steht bereits in den Startlöchern.

Im Großen und Ganzen macht man mit diesem Kriminalroman nichts falsch, gerade, wenn man es nicht allzu plastisch brutal und dennoch moderne Elemente eingebunden haben möchte. Dann ist diese Erzählung sicherlich der richtige Lesestoff, zudem der Schriftsteller durchaus beruflich-biografische Berührungspunkte seiner selbst mit eingebunden hat, was der Handlung hier zu Gute kommt. Wer in der Lage ist, ein paar Unebenheiten zu übersehen, dem ist dieser Auftaktband und sicher auch die Reihe zu empfehlen.

Autor:
Bastian Martschink ist Professor für Data-drive-Marketin an der Hochschule Düsseldorf und beschäftigt sich mit Big Data, Analytik und Künstlicher Intelligenz. Er wurde 1984 in Herne gebporen und studierte in Bochum, sowie New York Mathematik und amerikanische Literatur. Durch seine Arbeit lernte er die verschiedenen Ebenen eines internationalen Großkonzerns kennen und lässt diese Kenntnisse, sowie seine Fachthemen in seine Bücher einarbeiten.

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Joe R. Lansdale: Moon Lake

Inhalt:
Daniel Russell war erst 13 Jahre alt, als sein Vater versuchte, sich selbst und seinen Sohn zu töten. Er fuhr von einer Brücke direkt in die Fluten des Moon Lake in Ost-Texas. Doch wie durch ein Wunder überlebte der Junge. Jahre später, nachdem er neue Informationen über sein Kindheitstrauma erhalten hat, kehrt Daniel zurück an den Moon Lake. Er hofft, das Auto und die Knochen seines Vaters bergen zu können. Aber tief verborgen unter dem glitzernden Wasser des Sees entdeckt er etwas Schockierendes, das mit einer Reihe ungewöhnlicher Morde in Verbindung steht … (Klappentext)

Rezension:
Beinahe kingest erzählt der gefeierte Schriftsteller Joe R. Lansdale von menschlichen Abgründen, Seilschaften und düsteren Geheimnissen, die während einer Dürre zu Tage treten und Ereignisse in Gang setzen, die immer mehr Erschreckendes offenbaren. Der Roman „Moon Lake“ entführt uns mit seiner Mischung aus Krimi- und Thrillerelementen, Mystery und Horror in die amerikanische Provinz und beschreibt rasant Verbindungen, die ihre Figuren in einem ewigen Würgegriff zu halten scheinen. Die Fesseln einmal losgelöst, scheint es kein Zurück mehr zu geben. Eine Spirale, die unweigerlich in den Abgrund führen muss.

Der leichtgängig zu lesende und mit zunehmender Seitenzahl immer rasanter werdende Roman, erzählt einerseits dicht, andererseits ausschweifend die dichte Abfolge von Ereignissen, die einmal in Gang gesetzt, den Staub von den Straßen des Provinzortes gehörig aufwirbeln wird, an deren Ende nichts mehr so sein wird, wie es mal war. Der Anfang der Handlung führt uns dabei in die Vergangenheit des Hauptprotagonisten, aus dessen Sicht die gesamte Geschichte erzählt wird. Daniel ist es, zunächst Teenager, später Journalist und angehender Schriftsteller, letzteres nur eine der Gemeinsamkeiten mit vielen Protagonisten vom amerikanischen Autoren Stephen King, der zunächst als Teenager dem Tod entkommen kann, um später im Erwachsenenalter an den Ort seiner Kindheit zurückkehren, nicht ahnend, welchen Ereignissen er auf den Grund gehen werden wird. Sprichwörtlich.

Gleich zu Beginn werden wenige Hauptfiguren eingeführt, auf die sich auch im späteren Verlauf die Erzählung konzentriert. Verschrobene und dem Ort Gesichter gebende Personen, die die Dynamik der Handlung bestimmen. Mit Daniel, aus dessen Sicht wir die gesamte Geschichte erleben, gibt es einen starken Protagonisten, auch Ronnie ist als Haupt-Nebencharakter durchweg positiv gestaltet, während andere Figuren Ecken und Kanten, durchaus mehrere Seiten und Interessen besitzen.

Dieses Spiel, welche da von die Oberhand gewinnen, ist einer der Handlungstreiber. Ohne dass es allzu absurd wirkt, hat man den Eindruck einer sich immer rasanter drehenden Spirale beizuwohnen, die man sowohl als Politthriller oder auch Gesellschaftskritik, Krimi lesen kann. So viel steckt tatsächlich zwischen den Zeilen, ohne dass man sich in der Interpretätion anstrengen muss. Popcornkino in Buchform ist das, aber vom feinsten, welches mit dem Hauptprotagonisten hoffen und bangen lässt. Das gelingt durch ausführliche Beschreibungen von Gefühlswelten, deren Änderungen gleichsam Aggregatszustände sehr detailliert geschildert werden. Ein anderes Plus sind die fast filmhaften Darstellungen der Handlungsorte, die so einem recht plastisch vor Augen geführt werden.

Der Leser deckt gemeinsam mit den Protagonisten die Geheimnisse der dunklen Vergangenheit und Gegenwart des Ortes auf, ist immer auf den gleichen Stand. Ungläubige Wendungen, irre Ausreißer wird man vergeblich suchen. Hier ist es dem Autoren gelungen, den richtigen Spagat zwischen stets weilender unterschwelliger Spannung und einem gewissen Logik zu bewahren, die zumindest gut vorstellbar ist. Figuren geben dabei der Handlung, sowie der Hauptfigur, immer weitere Impulse, die man gemeinsam mit ihr gerne verfolgt. Gefühlt steht dabei der Umfang der Erzählung im krassen Gegensatz zur tatsächlichen Anzahl von Worten. man hat eher den Eindruck eine dicht gepackte Novelle, tatsächlich mit einigen entsprechenden Elementen, vor sich zu haben, als einen ausschweifenden Mystery- und Politthriller.

Wer einerseits Erzählungen gerne liest, die sich auf wenige Handlungsorte konzentrieren, andererseits eine gute Mischung aus Krimi-, Thrillerelementen mit einem Hauch von Horror bereithalten, wird mit „Moon Lake“ sicher auf seine Kosten kommen. Es ist ein Roman, der gut unterhält, gar nicht den Anspruch hat, hohe Literatur zu sein. Für das, was Lansdale hiermit wollte, ist dies eine spannende Geschichte, die man Zeile für Zeile gerne verfolgt. Das ist doch auch ganz schön.

Autor:
Joe R. Lansdale ist ein US-amerikanischer Schriftsteller. Er wurde 1951 in Texas geboren und schreibt Kriminal-, Horror und Science-Fiction-, sowie historische Romane, die bereits mehrfach Grundlage verschiedener Filme wurden. Lansdale erhielt für seine Arbeiten zahlreiche Auszeichnungen, wie den British Fantasy Award oder den American Horror Awarf, mehrfach auch den Bram Stoker Award. Seine Werke wurden bereits in mehreren Sprachen übersetzt.

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Wolfram Christ: Die merkwürdigen Abenteuer der Marina Casanova aus Köln

Inhalt:
Erinnern Sie sich an den Juwelenraub im Grünen Gewölbe in Dresden? Obwohl sich viele Fachleute damals sicher waren, eine solche Tollheit könne nur die Auftragsarbeit eines Sammlers gewesen sein, in dessen Tresor die unbezahlbaren Prezisen nun für immer verloren seien, tauchte ein Teil davon später wieder auf. Was war schiefgegangen?
Die Antwort, die der Autor in diesem Kriminalroman liefert, ist so einfach wie verblüffend: Die Gangster hatten nicht mit Marina Casanova aus Köln gerechnet!

Rückblende. Im Frühsommer 2020 gerät die junge Kunsthistorikerin in Italien zufällig in den Strudel jener Geschehnisse. Anders als in Deutschland vermutet, sind internationale Interessen im Spiel. Und selbst die ‚Ndrangheta will ein Wörtchen bei der Sache mitreden. Marina erkennt schnell, dass sie eingreifen muss. Wie ihre Lieblingsromanheldin, Agatha Christies Miss Marple, braucht sie dafür aber keine Waffe. Charme und gesunder Menschenverstand genügen vollkommen. Und gute Freunde.

Rezension:
Neben all den gutgehenden internationalen Bestsellern scheinen die Werke hießiger Autorinnen und Autoren dieses Genres schon von Seiten der Verlage so viel Staub wie lokalen Mief mitzubringen, dass man sich unweigerlich fragt, wer diese Bücher überhaupt liest. Nur manchmal taucht unter ihnen ein kleiner Diamant auf, ein winziges Juwel. Nichts für die Karnevalistin Marina Casanova, die gerade mit ihrem Studium der Kunstgeschichte fertig ist, nach Italien reist, lieber einen Roman von Agatha Christie schmökert. Und sich unverhofft, in einem rasanten Spiel der Kräfte wiederfindet, in einer Zeit, als der Rest der Welt noch stillsteht. Lebendigwerden hat dieses wechselhafte Abenteuer der Schriftsteller Wolfram Christ. Nicht nur dessen Hauptprotagonistin weiß zu überraschen.

Der Krimanlroman „Die merkwürdigen Abenteuer der Marina Casanova aus Köln“ nimmt eine echte Nachricht als Grundlage, die zumindest die Welt der Künste seinerzeit erschütterte, würzt sie mit lokalem Hintergrundrauschen aus einer vollkommen anderen Ecke Deutschlands und verfrachtet das ganze in den Süden Europas. Ein Kriminalfall, der Grenzen sprengt, Feingefühl, Spürsinn und Reaktionsvermögen benötigt, wie geschaffen für die Hauptfigur dieser temporeichen Erzählung. Wolfram Christ zeigt sich dabei als Meister der Verknappung. Die Geschichte kommt nach wenigen Seiten Einführung schnell ins rollen. Die filmisch erzählten Kapitel sind kompakt gehalten. Trotzdem ist genug Raum vorhanden, der Entwicklung der Figuren nachzuspüren und sie lieben zu lernen.

Allen voran die titelgebende Hauptprotagonistin selbst, die mit einer Mischung aus Straßenschleue, viel Witz und Humor ihre Intuition zu nutzen und umzusetzen weiß, folgt man gerne. Schnell entstehen Bilder der Dynamik des Zwischenmenschlichen im Kopf, vor allem im Perspektivwechsel zwischen den Figuren, die allesamt ihre Ecken und Kanten aufweißen, deren Sichtweisen wir nach und nach immer detaillierter nachspüren. Keine ist das wirkliche Böse. Jede Figur hat für sein Handeln nachvollziehbare Gründe. Das Spiel mit den verschiedenen Schattierungen von Grautönen gelingt hier sehr gut, auch wenn eine Schippe weniger dem ganzen auch gut getan hätte. Tatsächlich mag man das eine oder andere Mal zusammenzucken, wenn sich noch eine weitere Ebene der Verflechtungen auftut. Krimineller Sammler, italienische Unterwelt, Korruption, alter und Öladel. Darf es auch etwas weniger sein, möchte man fragen.

Allein, es funktioniert sehr gut und hält das rasante Tempo aufrecht, welches den Handlungsstrang über die gesamte Länge trägt. Und das ist etwas, was man wohl kaum bei diesem dann doch für das Genre heute sperrigen Titel erwartet, der sich mehr an die alten Klassiker der Begründer der Kriminallieratur orientiert. Die Figuren, die Gegensätze sind nachvollziehbar, zudem aus wechselhafter Perspektive erzählt wird. Brüche sind nicht ganz so brachial vorhanden, wie man das zuweilen von Bestellerware kennt, der Autor hat es allerdings auch gekonnt vermieden, Gott sei Dank möchte man meinen, sich in Fallstricke zu verheddern oder unglasubwürdigen Wendungen zu begeben, die dann kaum aufzulösen sind. Es ist sehr wohltuend, dass es das in diesem Genre heute auch noch gibt. Nur das Hintergrundrauschen eines weltumspannenden Virus‘ hätte es nun wirklich, wirklich nicht gebraucht. Auch so das Getue um die Kölner Karnevalisten, ein Element, was man sich zumindest im Sinne der Geschichte erklären kann. Trotzdem, warum tut man so etwas?

Wolfram Christs Text merkt man dessen Fernseh- und Theatererfahrung an. Der Roman wirkt wie ein Kammerspiel, der seine Bühne Italien auszunutzen weiß. Schauplätze und Orte werden sehr plastisch beschrieben, auch die Figuren kann man sich gut vor dem inneren Auge vorstellen. Ein Krimi, der mehr kann als die Folge einer Vorabendserie und es durchaus mit den Klassikern aufnehmen kann, die einem unweigerlich als Vorbild in den Sinn kommen. Fast ohne Blut und ohne Beschreibung von allzu viel Gewalt um der Gewalt willen. Das geht also heute auch.

Für alle, die wieder einen Krimi lesen möchten, der sich mehr in Richtung der klassischen Vorbilder des Genres orientiert, ist diese Erzählung zu empfehlen, in der mehr die Ermittlung und die Beweggründe der handelnden Personen im Vordergrund stehen, als die sonst zu oft praktizierte Effekthascherei, auch wenn manches Element mir zumindest Augenrollen und genervtes Aufstöhnen verursacht hat. Zumindest innerlich. Der Weg zum Ziel ist hier das interssante, wenn gleich die Auflösung nicht von vorneherein feststeht. Der lose Bezug zu den wahren Geschehnissen um die Ereignisse im Grünen Gewölbe wurde hier zudem gelungen eingearbeitet. Wer für solch eine Mischung zu haben ist, dem sei dieses Werk empfohlen.

Autor:
Wolfram Christ ist ein deutscher Autor, Regisseur, Produzent und Verleger, wurde 1963 geboren Gelernt hat er beim Fernsehen der DDR und arbeitete nach der Wende für verschiedene Sender freiberuflich im Bereich Film- und Fernsehproduktion. Seit 2012 wirkt er zunehmend für die Theaterbühne. 2011 bis 2012 baute er die „comediantes“ zu einem Tournee-Theater um, ein Verlag für Hörbücher und Hörspiele folgte, der später um Lyrik und Belletristik erweitert wurde.

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Achim Kinter: Ist das dein Ernst, Charlotte?

Inhalt:
Sie sind ein unzertrennliches Paar: der Erzähler Florian Hans und Charlotte, sein mittelgroßer schwarzer Hund. Gemeinsam gründen sie eine Detektei, spüren einem geheimnisvollen Krokodilzahn und einem Mord nach, sie beobachten die Menschen um sich herum und lassen die Leser an ihren Gesprächen und Überlegungen zu den großen Lebensfragen, zu Gut und Böse und ihrer Vorliebe für Kierkegaard teilhaben. – Eine hinreißende Erzählung, voller fantastischer Begebenheiten und gewürzt mit einer Prise allerfeinsten Humors.

Es gibt immer etwas Gutes in der Welt, meint der Erzähler – dieses Buch gehört auf jeden Fall dazu. (Inhalt lt. Verlag)

Rezension:
Eine Wundertüte voller Überraschungen steckt in manchen Romanen, besonders wenn sie von der Beziehung zwischen Haustieren und ihren Menschen erzählen. Diese meinen oft, sie zu besitzen, doch in Wahrheit sind die Tiere es, die auswählen und uns anschließend die Welt erklären. Das werden wohl fast alle Tierfreunde so unterschreiben können. Florian Hans und Charlotte jedenfalls können ein Lied davon bellen. Und so lassen uns die beiden Hauptprotagonisten an einer kuriosen Detektivgeschichte teilhaben, die zugleich eine philosophische Betrachtung scheint, vermischt mit Science Fiction zwischen vier Pfoten und zwei Beinen.

Träger dieser ungewöhnlichen Genrekombination, in die man sich zunächst Stück für Stück einfinden muss, um sie zu genießen, sind eben die zwei genannten Hauptprotagonisten, die zu einem Mord gerufen werden, bei dem mehr dahinter zu stecken scheint, als es sich zunächst darstellt. Auf Spurensuche werfen sich beide die Bälle zu und kommen aufgrund ihrer verschiedener Art der Wahrnehmung ihrer Umgebung der Rätsels Lösung immer näher, sowie der Beziehung zwischen sich selbst. Charlotte ist ja kein einfacher Hund. Immerzu spricht sie mit ihrem menschlichen Part und offenbart so mit jeder Seite mehr von sich selbst. Und Hans erklärt seinerseits die Sicht der Menschen auf ihre Umgebung. Gespräche, die der Umgebung verborgen bleiben sollen.

Diese Dialoge sind gespickt voller philosophischer Gedanken. Über das menschliche Handeln auf Erden, etwa wenn es um Gewalt und Kriege geht, aber auch die Unterschiede, die uns trotz allem miteinander verbinden und sogar zusammen stärker werden lassen. Gerade diese Parts sind die Stärken von Achim Kinters Roman, dessen Covermotiv die Künstlerin Martina Altschäfer so wunderbar lebendig gezeichnet hat. Aber auch die Betrachtungen zur Mensch-Tier-Beziehungen tragen einen Großteil der Erzählung, in der der phantastische Anteil damit leider etwas in den Hintergrund gerät. Dennoch kann diese Erzählung von jedem anders gelesen werden.

Der Balanceakt gelingt erst mit zunehmender Seitenzahl, wirkt zu Beginn etwas sperrig. Erst wenn man sich auf die Charaktere eingelassen hat, die der Autor so lebendig erzählen kann, wie er die Umgebung filmisch beschreibt, wird man Zugang dazu finden, dann jedoch macht die Dynamik dieser beiden ungleichen Protagonisten durchaus Spaß. Diese haben ihre Ecken und Kanten und ganz ehrlich, jeder von uns hat doch schon mal „Dialoge“ mit seinem Haustier geführt, oder? Nebencharaktere bringen zusätzlich Tempo und die eine oder andere Wendung in en Roman mit hinein, der zu weilen wie ein Kammerspiel wirkt.

Alleine die Perspektive eines Hundes ist schon ungewöhnlich. Charlotte folgt man gerne, durch die sonst schlüssige Erzählung, der an mancher Stelle ein Spannungsmoment mehr zu wünschen wäre. Aber wer weiß, vielleicht bekommen wir den noch? Ein zweiter Band aus der Feder von Achim Kinter ist bereits erhältlich. Der wird sicherlich genau so faszinieren, auch wenn man leider kein Tierbesitzer ist. Dem Autoren merkt man seine Liebe zu Tieren allgemein, zu Hunden im Besonderen in jeder Zeile an. Schön, dass er aber auch einen der Antagonisten vielsichtig zeichnet, so dass man sich all die Charaktere wie auch die Schauplätze wunderbar vor Augen führen kann.

Vielleicht ist die Geschichte an manchen Stellen etwas kitschig. Aber wo, wenn nicht in einer Erzählung mit Haustieren wäre denn Kitsch sonst erlaubt? Hier gehört eine Prise davon unbedingt dazu und so ist ein lieber kleiner Roman für zwischendurch entstanden, den man seine kleine Schwächen gerne verzeiht. Für Haustierbesitzende und Tierfreunde sollte das in jedem Fall gelten, wenn man keine Schwierigkeiten hat, Tiere bis zu einem gewissen Grade zu vermenschlichen. Dieser Balanceakt gelingt gut.

Nur, eine Frage am Ende bleibt: Wo führen Hans und Charlotte die Spuren als nächstes hin?

Autor:
Dr. Achim Kinter wurde 1959 in Oberhausen geboren. Er lebt mit Frau, Hunden und Hühnern in der Normandie. Er studierte Literatur und Philosophie und war danach viele Jahre lang Journalist, rezensierte Neuerscheinungen und schrieb Porträts von Schriftstellern. Als seine Töchter geboren wurden, begann er für Unternehmen zu arbeiten. Geschrieben hat er auch während dieser Zeit, allerdings Fachbücher. »Ist das dein Ernst, Charlotte?« ist Achim Kinters erste Erzählung. Damit hat er seine berufliche Aufgabe, seinen Lesern, Kunden und Kollegen die Welt zu erklären, endlich offiziell in weitaus berufenere Hände, genauer gesagt Pfoten, gelegt.

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Susanne Kaiser: Obalski 1 – Riot Girl

Inhalt:
Als eine Gruppierung junger Frauen Deutschland mit Aktionen erschüttert, wird LKA-Ermittlerin Obalski ins Münchner Jugendamt eingeschleust. Sie soll heimlich Informationen über die Bewegung, ihre Methoden und Ziele beschaffen. Obalski scheint perfekt geeignet für diesen Auftrag, denn sie hat gelernt, Menschen und ihre Verhaltensweisen zu lesen.

Schon bald wird der emphatischen Forensikerin klar: Bei diesem Fall geht es um weit mehr als protestierende Teenager – es geht um brutale Gewalt. Obalski steht vor einem Dilemma: Wer ist hier eigentlich Täter, wer Opfer? Und wie weit sind die Aktivistinnen bereit zu gehen? Da wird eine Leiche aus der Isar geborgen … (Klappentext)

Einordnung in der Reihe:

Susanne Kaiser: Obalski 1 – Riot Girl
Susanne Kaiser: Obalski 2 – Witch Hunt

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Rezension:
In ihrem temporeichen literarischen Debüt verbindet die Journalistin Susanne Kaiser brandaktuelle gesellschaftliche Debatten zu einem spannenden Kriminalroman. und erzählt diese zumindest teilweise aus einer ganz anderen Perspektive, wie sie sonst selten zu lesen ist. Blockierte Gebäude, brennende Mülltonen, Drohbriefe.

Eine junge Protestbewegung hält Deutschland mit ihren Aktionen in Atem, weshalb das LKA Forensikerin Obalski ins Münchener Jugendamt einschleust. Kommunikationswege soll sie infaltrieren, Aktionen vereiteln, Klarnamen aufdecken, denn die Challenges der Gruppe werden immer extremer und gefährlicher.

Dies ist die Ausgangslage der Erzählung, die aus der Perspektive der Hauptprotagonistin, den ersten Fall einer neuen Krimireihe eröffnet, in deren Mittelpunkt besagte Forensikerin steht. Eigenwillige Einzelgängerin, die noch nicht gänzlich in den Strukturen der Ermittlungsbehörde eingebunden ist, bringt sie frischen Wind in das LKA mit hinein und findet ihren eigenen Zugang zu den Fall, der bald vielseitiger wird, als es die Beamten zunächst ahnen, im negativen Sinne.

Bald stößt das Team um Obalski auf ein Netzwerk aus patriarchalischer Gewalt, Reichsbürgern und die Welt der Reichen, die sich für unantastbar halten, ihre Macht an jungen Frauen auszulassen, was die Hauptfigur in gleich mehrere Dilemma stürzt.

Viele Fäden sind dies, die sich wie Fallstricke der Ermitterlin in den Weg stellen, die sich darauf einen Reim machen und diese zusammenführen muss. Dies wird mit zunehmender Seitenzahl immer temporeicher erzählt. Immer im Wechsel erleben wir die Hauptfigur bei ihrer Undercover-Arbeit in der Rolle der Mitarbeiterin des Jugendamtes einerseits, andererseits die LKA-ermittlerin mit einem Hang zu einer etwas eigenwilligen Herangehensweise.

Die nicht ganz einfache Vergangenheit der Protagonistin ist dabei schon fast das klischeehafteste Element, welches wohl zu jedem Kriminalroman hinzugehört, spielt aber als solche nicht unbedingt eine größere Rolle. Die Ecken und Kanten der Protagonistin sind dabei erkennbar passend zur Handlung des Romans eingewoben und schaffen sowohl Spannungs- als auch ruhige Momente zum Durchatmen, die jedoch im nächsten Augenblick wieder umgestoßen wird.

Susanne Kaiser schafft es mit Gegensätzen, vor allem in Gestalt der verschiedenen Figuren zu spielen, jedoch merkt man diesem Kriminalroman an, dass es das literarische Erstlingswerk der Autorin ist. Immer wieder wirken Dialoge hölzern, Wendungen konstruiert, auch ist die Handlung sicherlich vorhersehbar, ist man in diesem Genre geübt lesend unterwegs.

Trotzdem möchte man unbedingt die nächste, dann noch eine und wieder eine Seite schmökern. Die Journalistin weiß die entsprechenden Hebel für eine trotzdem temporeiche Erzählung zu setzen, ohne skandinavischen Mehltau über die bayerische Hauptstadt zu streuen oder den Spannungsbogen zu überreizen und vor lauter Wendungen nicht mehr aus dem Biergarten herauszufinden, abgesehen davon das auch dieses Klischee hier bedient werden muss.

Neben der fast filmischen Erarbeitung der Figuren und der einzelnen Handlungsschauplätze ist hier besonders der Wechsel in der Ermittlungsarbeit gelungen dargestellt, wie auch das Zusammenführen der Themen in diesem Kriminalroman funktioniert hat. Die Kapitel sind vergleichsweise kompakt gehalten, entlang eines Countdowns, der unbeirrbar auf den Höhepunkt zusteuert.

Ohne zu spoilern, die Auflösung ist noch das unspektakulärste in der Erzählung. Die Autorin sollte sich dabei im Verlauf der weiteren Bände entscheiden, ob sie noch mehr in die psychologische Richtung solcher Werke geht, was zu begrüßen und auch irgendwie passend für die Hauptfigur wäre oder diese noch aktiver werden lässt.

„Riot Girl“ ist trotzdem ein gutes Debüt, welches Lust macht auf mehr, welches zugleich wichtige Debattenthemen, zumal diese die Profession von Susanne Kaiser sind, nicht unterschlägt. Wer sich darauf einlässt und zudem einen Kriminalroman möchte, der nicht alles explizit beschreibt, dem sei diese Lektüre empfohlen. Das Potenzial der Reihe ist jedenfalls erkennbar.

Autorin:
Susanne Kaiser wurde 1980 in Berlin geboren und ist eine deutsche Journalistin, Literaturwissenschaftlerin und Autorin. Sie studierte Romanistik und promovierte 2014 in Berlin über das postkoloniale Nordafrika.

Nach einigen Jahren in der Wissenschaft, die sie u. a. nach Berkeley und nach Roman führten, arbeitet sie als freie Journalistin für Zeitungen, Zeitschriften und als Expertin in Rundfunk und Fernsehen. Sie beschäftigt sich mit den Machtverhältnissen zwischen Männern und Frauen in muslimischen und in westlichen Gesellschaften. 2014 erschien ihr erstes Sachbuch. „Riot Girl“ ist ihr Debüt-Roman.

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Nicht jede Geschichte hat zwei Seiten.

Janis V. Montreau „Ohnmacht“

Manche Formen von Gewalt sind laut.
Andere sind so leise, dass sie niemand hört – außer dem, der sie selbst erlebt.

Ohnmacht erzählt von einer solchen Geschichte.
Von einem Vater, der zusehen muss, wie ihm alles genommen wird.
Von einer Wahrheit, die sich immer weiter verschiebt, bis sie nicht mehr greifbar ist.
Und von einem Kind, das erfahren muss, dass Liebe auch immer Schmerz bedeutet.

Dieses Buch fordert keine schnellen Urteile.
Es stellt Fragen.
Und es schaut dorthin, wo es wehtut.

Erscheint am: 5. Mai 2026 im Kapitel II Verlag (Forward Verlag Imprint), ISBN: 978-3-91242-700-4, 776 Seiten, Taschenbuch.

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Hannah Richel: Das Wochenende

Inhalt:
Zur Einweohung ihres luxuriösen Campingplatzes in Cornwall haben Max und Annie ihre Studienfreunde samt Kindern eingeladen: TV-Star Dominic, die Ärztin Kira sowie die Freigeister Jim und Suze. Doch schon am ersten Abend kommt es am lagerfeuer zu einem handfesten Streit.

Am nächsten Tag zieht von der zerklüfteten Küste her ein Unwetter auf. Als eines der Kinder nicht vom Strandausflug zurückkehrt, eskaliert die Situation. Inmitten des tosenden Sturms sind die Freunde auf sich allein gestellt. Alte Konflikte brechen auf, neue Geheimnisse kommen ans Licht, und irgendjemand spielt ein tödliches Spiel … (Klappentext)

Rezension:
Dem Sturm ausgeliefert, offenbaren sich schnell menschliche Fehler, all die Schwächen und das zwischen den Jahren Ungesagte, als vier befreundete Familien plötzlich festsitzen und die ländliche Idylle plötzlich zur trügerischen Falle wird, derer sie nicht ausweichen können. Ein Wiedersehen zwischen Freunden sollte es werden, ein neuer Lebensabschnitt vielleicht, doch wird aus einem Wochenend-Ausflug schnell ein Höllentrip, der alles zwischen ihnen verändert.

Dies ist die Geschichte „Das Wochenende“, eines Thrillers der britischen Schriftstellerin Hannah Richell, in denen die Protagonisten von ihrer Vergangenheit eingeholt werden und in einem Strudel geraten, dem sie sich nicht so einfach entziehen können, wie dies ihnen jahrelang zuvor in der Anonymität der Großstadt gelingt.

Dabei begegnen wir den Figuren als die Ereignisse sie längst überrollt haben, als die Polizei ihre Ermittlungen beginnt und sie ihre Sicht der Dinge erzählen. Nach und nach erfahren wir aus Sicht der verschiedenen Protagonisten von den Ereignissen der vergangenen drei Tage, deren Puzzleteile langsam ein immer klareres Bild ergeben.

Die Autorin schafft es trotz der Vielfalt an Protagonisten eine kompakte Erzählweise sowie alle Handlungsfäden bei sich zu bewahren. Der Charakter und die eigene Tonalität der jeweiligen Figuren bleibt durchweg erhalten, wobei das Tempo nach und nach anzieht. Zu Beginn ist es dabei schwer, den Überblick über das Ensemble zu bewahren, deren Stück einem Kammerspiel unter freiem Himmel gleicht, doch eine Personenliste, sowie eine Karte des Handlungsortes helfen, sich einzufinden und die Übersicht zu behalten.

Landschaftsbeschreibungen gelingen Hannah Richell ebenso wie ein Psychogram ihrer Figuren. Das eine hat man gleichsam wie ein Kinofilm vor Augen, während alle Protagonisten sowohl ihre hellen als auch ihre dunklen Seiten haben. Letztere spielen natürlich handlungstreibend die Hauptrolle in diesem Pageturner, der sich spannend liest, nur gegen Ende etwas vorhersehbar daherkommt.

Bei den Figuren mag ein jeder Anknüpfungspunkte finden, zudem die einzelnen Kapitel wechselseitig aus der jeweiligen Sichtweise erzählt wird. Immer wieder wird dabei zwischen Gegenwart und jüngster Vergangenheit hin- und hergewechselt, was den Spannungsmoment hochhält, zugleich jedoch Erklärungen für die innere Gefühlswelt der Protagonisten bietet.

Dieser stete Perspektiv- und Zeitenwechsel entfacht eine gut funktionierende Dynamik, besonders getrieben durch die inneren Gedankengänge der einzelnen Figuren. Die Erzählung ist dabei in sich schlüssig, die Wendung der Ereignisse nicht ganz so überraschend. Zumindest für geübte Thriller-Leser. Doch möchte man zumindest so weit dranbleiben, um die Auflösung zu erfahren. Immerhin gelingt es der Autorin zahlreiche Anknüpfungspunkte zu schaffen und im richtigen Moment zwischen Spannung und der sprichwörtlichen Ruhe vor dem Sturm zu wechseln.

Die Landschaftsbeschreibungen machen das ganze sehr filmisch. Die Handlungsorte sind greifbar. Man spürt jeden knackenden Ast, spürt die tosenden Wellen, wenn sie auf die Küste treffen, den sich verdunkelnden Himmel, der das Unheil verkündet. In anbetracht heutiger Thriller kommt Hannah Richell dabei mit erstaunlich wenig Gewalt aus. Die kommt zwar auch vor und wird dann treffend beschrieben, doch die inneren Gedankengänge der Figuren sind es vor allem, die hier handlungstreibend sind.

„Das Wochenende“, ist leichtgängige Lektüre, sobald man einmal in diese Dynamik eingefunden hat. Der große Überraschungseffekt bleibt zwar aus, doch liest man die Geschichte durchaus gern, zudem man in jeder Zeile merkt, dass die Autorin die Landschaft kennt, auch einen sehr viel friedlicheren Campingausflug dieser Art schon mal verbracht hat. Für jene, denen das ausreicht, ist dies durchaus eine lohnende Lektüre.

Autorin:
Hannah Richell ist eine britische Schriftstellerin. Sie schreibt Thriller und zudem für die Filmbranche. Nach ihremm Studium arbeitete sie in London und Sydney. Mittlerweile lebt Richell im Südwesten Englands. Ihre Werke sind internationale Bestseller, die in über zwanzig Sprachen übersetzt wurden.

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Sasha Filipenko: Der Schatten einer offenen Tür

Inhalt:
Die gottverlassene Provinzstadt Ostrog wird von einer Suizidserie von Jugendlichen im Waisenhaus erschüttert. Kommissar Alexander Koslow aus Moskau soll die Ermittlungen in die Hand nehmen, doch die örtliche Polizei hat ihre eigenen Theorien. Als Petja, ein Sonderling mit einem Herzen für die Natur, verhaftet wird, glaubt Koslow nicht an dessen Schuld. Aber warum geriet Pietja damals derart außer sich, als der Bürgermeister von Ostrog den Heimkindern einen Griechenland-Urlaub spendieren wollte? Ein philosophischer Kriminalroman aus Russland, inspiriert von einer wahren Geschichte. (Klappentext)

Rezension:
Wenn Sasha Filipenko schreibt, werden große Themen aufgemacht und so erzählt er unter der Schicht einer spannenden Ermittlergeschichte in „Der Schatten einer offenen Tür“ von Korruption und Willkür, sowie der Perspektivlosigkeit der russischen Provinz, die brutal auf das Leben der Menschen dort einwirkt. Der Roman, der von der Struktur einem schwermütigen Choral gleicht, lässt sich dabei erstaunlich leichtgängig lesen, nur um einem dann mit der Vielschichtigkeit seiner Protagonisten zu konfrontieren.

Eine Suizidserie erschreckt die russische Provinzstadt, in der es wenig gibt, um die Tristesse zu überdecken. Vor allem für die Heimkinder dort scheint es keine Zukunft zu geben, doch zieht der dicht aufeinanderfolgende Freitod der Jugendlichen die Aufmerksamkeit der Medien des Landes auf sich, so weit, dass sich Moskau zum Eingreifen gezwungen sieht.

Der Ermittler Alexander Koslow wird nach Ostrog geschickt, um mit seinem Assistenten die hießige Polizei zu unterstützen, was dort nicht auf Gegenliebe stößt, denn er war schon einmal dort. Koslow weiß, wer dabei ist, Staub aufzuwirbeln wird nicht gerne gesehen, zudem auch er mit privaten Problemen zu kämpfen hat, die seinen Spürsinn zu unterminieren drohen.

So viel zum rasant geschriebenen Roman, der wieder einmal typisch für Filipenko einen ganz eigenen Erzählstil aufweist. Aus der Sicht von Koslow erschließen wir uns das Örtchen und ihre Bewohner, ein Spiegel der untersten Schichten der russischen Gesellschaft, die bereits von Geburt an für das Leben gezeichnet ist. Die Darstellung des Kontrastes gelingt dabei alleine durch die Darstellung des Ermittelnden aus der glänzenden Metropole, der jedoch selbst nicht ganz unkompliziert ist, andererseits die der Figuren, die das Städtchen bevölkern. Alle hier, so wird schnell klar, haben ihr Päckchen zu tragen. Diese Zeichnung gelingt dem Autor mit wenig Worten.

Erzählt wird die Geschichte, die einen Handlungszeitraum von nur wenigen Tagen in einer dichten Abfolge kompakter Kapitel. Nicht einmal die Hauptfigur selbst gelingt es dabei über die gesamte Strecke alle Sympathien auf sich zu vereinen. Bis zum Ende spielt der Autor mit allen Schattierungen. Der Protagonist ist wehleidig, versingt in Selbstmitleid. Charaktereigenschaften, die einer durchgehenden und gezielten Ermittlung abträglich sind. Gut gezeichnet ist die sensationsheischende Journalie, die abwartend in der Bar der Stadt, offenbar die einzige Attraktion der Stadt, Langeweile in Wodka ertränkt.

Neben Koslow ist vor allem die Darstellung von Petja hervorzuheben, der von Geburt an rein von seinen Charakterzügen aneckt und auch als Erwachsener sich nicht in ein System pressen lässt. Wie geht eine autoritäre Gesellschaft, wie die russische, mit solchen Menschen um, eine der Fragen, deren brutale Beantwortung Filipenko nicht lange schuldig bleibt. Später verbinden sich diese beiden Handlungsstränge, vor einer trostlosen Kulisse, die beinahe filmisch beschrieben wird. Dieses Zusammenspiel ist eine Stärke Filipenkos, wegen der man diese Geschichte gerne lesen wird.

Allerdings darf man dabei nicht von vornherein in melancholischer Stimmung sein. Die bekommt man Zeile für Zeile serviert, allerdings ohne, dass es ins kitischige Fahrwasser gerät. Wenn man von einer oder zwei Szenen absieht. Der Perspektivwechsel zwischen Koslow und Petja tut der Erzählung dabei gut. Unterbrochen durch Protokolle, mit deren Hilfe die Ermittelnden versuchen, Licht ins Dunkel zu bringen. Einige Punkte bleiben dabei offen, müssen die Lesenden selbst denken.

Wer halb offene Enden mag, wird damit auch zufrieden aus der Gesichte hinausgehen, zudem gewisse Themen auch nur teilweise angedeutet werden. Diesen Stil muss man mögen. Filipenko beherrscht jedoch die Balance, von dem, was unerwähnt bleiben kann, was ausgesprochen werden muss. Kein Wort ist hier zu viel oder zu wenig. In seinem Roman erzählt der Autor von Willkür und Korruption, Gewalt seelischer und physischer Natur und einen Aspekt der russischen Gesellschaft, der traumatisiert. Diese Mischung macht den Roman zu etwas sehr Besonderen.

Erwähnen muss man auch unbedingt die Übersetzungskunst Ruth Altenhofers, die hier sicher ihren Gutteil dazu beigetragen hat.

Der in vierunzwanzig „Gesängen“ erzählte Roman zeigt wieder einmal, dass Filipenko unabhängig von der gewählten Tonalität ein großartiger Erzähler ist, der das Niveau seiner Geschichten halten kann. Nicht nur deshalb ist „Der Schatten einer offenen Tür“ lesenswert.

Autor:
Sasha Filipenko wurde 1984 in Minsk geboren und ist ein weißrussischer Schriftsteller der auf Russisch schreibt. Er wurde in über 15 Sprachen übersetzt und studierte nach der Schule zunächst an der Europäischen Humanistischen Universität Minsk und ging anschließend 2004 nach St. Petersburg. Dort schloss er das Studium der Literatur ab und arbeitete für verschiednee unabhängige russische Fernsehsender.

In Belarus ist sein Werk teilweise verboten, zudem er in Opposition zum herrschenden Machtapperat um Lukaschenka steht, sich mit den in seinem Geburtsland stattfindenden Protesten 2020-2021 solidarisierte. Mit seiner Familie lebt er inzwischen im Schweizer Exil. Filipenko schreibt seine Texte weiterhin auf Russisch.

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Ivar Leon Menger: Finster

Inhalt:
Katzenbrunn, 1986. Der dreizehnjährige Nikolaus wird vermisst. Nicht zum ersten Mal ist ein Jugendlicher aus dem Dorf im Odenwald verschwunden. Der jüngste Vorfall ruft Hans J. Stahl auf den Plan. Der Kommissar a. D. hat mit dem Mann, den alle nur den „Greifer“ nennen, noch eine Rechnung offen. Und die will er endlich begleichen. Doch dann verschwindet das nächste Kind … (Klappentext)

Rezension:
Kurz nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl fürchtet man sich vor herabfallenden Regen, der alles verunreinigen könnte. Doch in dem kleinen aussterbenden Dorf Katzenbrunn, welches von einer psychiatrischen Klinik an seinem Rand dominiert wird, gibt es noch einen anderen Grund, der viele Familien zerstört und vertrieben hat. In den letzten Jahren sind immer wieder Kinder aus dem Ort spurlos verschwunden. Und die Polizei bisher, tappt im Dunkeln.

In „Finster“, dem hier vorliegenden Thriller, spielt der Autor Ivar Leon Menger mit den Urängsten von Eltern und erzeugt in seiner temporeichen Erzählung mehr als nur gruselige Schauer, die einem kalt über den Rücken laufen werden. Kurzweilig wird ein Zeitraum von wenigen Wochen dargestellt, in dem sich die Geschehnisse, die sich seit langem aufgestaut zu haben scheinen, überstürzen und auf ein großes Finale zusteuern werden.

Flankiert von einem Ermittlerduo, welches erst zusammenfinden muss, entsteht in welchselnder Perspektive das Panorama eines Dorfes, in dem ein jeder scheinbar dunkle Geheimnisse zu verbergen scheint. Vor dem Hintergrund der späten 1980er Jahre in der westdeutschen Provinz, in welche der Schrifsteller seine Handlung einbettet, lernen wir Lesenden die Charaktere kennen, von denen keiner ein wirklicher Sympathieträger werden wird. Aus der Sicht der Figuren, einmal hier wechselt die Erzählperspektive nur, werden die einzelnen sehr kompakt gehaltenen Kapitel erzählt. Langsam nur ergeben die einzelnen Puzzlestücke ein Gesamtbild.

Dieses hat es in sich, wobei wir gerade nur so viel von den Charakteren erfahren, wie für die Erzählung notwendig ist. Handlungstreibend sind vor allem drei Figuren, wobei einerseits in „Finster“ beinahe ein klassischer Ermittler-Strang zu finden ist. ein anderer der dadurch gezwungen wird, zu reagieren. Ansonsten bleiben die Protagonisten bis auf einen relativ blass. Man muss jedoch auch nicht mehr erfahren, kann sich der entstehenden Dynamik auch so kaum entziehen. Ivar Leon Menger weiß dabei mit den Gegensätzen zu spielen, setzt Spuren und Fährten, die einem einen Moment stutzen und kalt überraschen werden.

Die Perspektivwechsel erzeugen eine Dynamik mit Sogwirkung, ohne jedoch Lücken und unerklärliche Wendungen entstehen zu lassen. Der Autor hat hier die ganze Zeit den Überblick über die Fäden in der Handlung behalten, selbst wenn Zeitsprünge, Rückerinnerungen eine Rolle spielen und zum Tragen kommen. Das erzeugt in seiner Gesamtheit einige Spannungsmomente, die aufsummiert eine sich lohnende Geschichte ergeben.

Ivar Leon Menger schafft es mit seinen konzentrierten Beschreibungen Bilder vor dem inneren Auge entstehen zu lassen. Die Trostlosigkeit und Ödnis eines Ortes kommt ebenso zur Geltung wie auch einzelne Orte fast filmisch erfahr sind. In diesem Thriller wird dabei auf allzu heftigen Schilderungen von Szenen verzichtet. Die Bilder, die dennoch im Kopf entstehen, sind vollkommen ausreichend.

Wer einen nicht allzu gewaltlastigen, aber dennoch spannungsreichen Thriller lesen möchte, ist mit „Finster“ gut bedient. Natürlich lässt sich mit einer gewissen Erfahrung in diesem Genre das Ende der Erzählung schnell erraten, , dennoch möchte man hier bis zum Ende dranbleiben. Es ist einfach eine Geschichte ohne Längen, die hier vor einem liegt. Und ohne melancholischen Mehltau, wie man ihn durchaus häufiger in dieser Art Bücher vorfindet.

In jedem Fall macht „Finster“ Lust auf mehr, in weitere Geschichten von Ivar Leon Menger einzutauchen. Spannend wird es sein, was der Autor noch alles so zu erzählen weiß. Freunde von Thrillern, die eine eine klassische Ermittler-Komponente mögen, kommen hier vollkommen auf ihre Kosten. Auch allen anderen sei diese Erzählung zu empfehlen.

Autor:
Ivar Leon Menger wurde 1973 in Darmstadt geboren und ist ein deutscher Schriftsteller, Filmregisseur, Designer, Werbetexter und Verleger. Zunächst studierte er Grafikdesign und Gestaltung und betätigte sich als Diplom-Designer. In einer Werbeagentur arbeitete er als Texter und begann das Drehbuch für einen Kurzfilm zu entwickeln.

Nach der Produktion dessen, arbeitete er als Videothekar und drehte seinen weiten Kurzfilm, dem weitere Drehbücher für nachfolgende Projekte folgten. Diese erschienen später als Hörspiele. Nach Übernahme der elterlichen Werrbeagentur gründete er einen Hörbuch-Verlag, produzierte daneben jedoch auch E-Books und Print-Ausgaben. Seinen ersten Roman veröffentlichte er 2022 bei dtv, dem weitere folgten.

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Tim Berger: Camilla & Peppino 2 – Mord am Spieß

Inhalt:
Camilla und Peppino wollen endlich ohne Streitigkeiten oder plötzliche Todesfälle ihre Restaurants führen. Doch ein neuer Mord bringt die kulinarische Idylle durcheinander: Im Imbiss des stadtbekannten Gangsters Sadik wird ein Mitarbeiter ermordet. Vor Kurzem noch erbitterte Rivalen, ermitteln die Sterneköchin und der italienische Küchenchef erneut zusammen und stoßen auf eine rätselhafte Organisation. Als sogar Peppinos eigener Vater verdächtig wirkt und selbst sein Großvater Don Armando unerwarteterweise mitmischt, ist das Chaos komplett. Die ermittelnden Köche wollen um jeden Preis die Unschuld von Peppinos Verwandten beweisen. Aber was, wenn seine Familie doch keine reine Weste hat? (Klappentext)

Bücher der Reihe:
[Einklappen]

Tim Berger: Camilla & Peppino 1 – Ein Häppchen Mord
Tim Berger: Camilla & Peppino 2 – Mord am Spieß

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Rezension:
Langsam ist Ruhe eingekehrt, nachdem zwei Todesfälle in der Stadt für Aufsehen gesorgt hatten und so kocht man im Salento bereits wieder, während Camilla mit den Nachwirkungen zu kämpfen hat und ihr Restaurant noch geschlossen hat. Doch, die langsam zurückkehrende Normalität ist nur die Ruhe vor den Sturm. Wieder geschieht ein Mord. Auch diesmal ist schnell klar, nur wenn sich das ungleiche kulinarische Gespann zusammen tut, haben sie Chancen, diesen weiteren mysteriösen Todesfall aufzuklären. Der Personenkreis der Ermittelnden, wie der Verdächtigen wird immer größer. Und greift hinein in die Vergangenheit von Peppinos Familie.

Dies ist der Auftakt des Folgebands der kulinarischen Krimireihe von Tim Berger, der damit seine ermittelnden Protagonisten auf einen rasanten Fall ansetzt, der die ganze Stadt aufzuschrecken scheint oder eher, bestimmte Seiten. Kurzweilig wie in „Ein Häppchen Mord“ erzählt der Autor diese Geschichte, die gleich einmal den handelnden Personenkreis erweitert. Nebenfiguren aus dem ersten Band bekommen in der kompakten Erzählung mehr Tiefe, während wir beide Hauptfiguren noch näher kennenlernen, die zwischen Dim Sum und Bruschette ermitteln.

Mit Vorkenntnissen aus der voran gegangenen Geschichte findet man einen leichtgängigen Einstieg ins Geschehen, auch wenn beide Fälle sich bedingt getrennt vorneinander lesen lassen. Auch hier geschieht der Einstieg sehr schnell, sinnlose Gewalt bleibt aus. Es sei denn, sie ist handlungstreibend und gibt den Figuren Profilschärfe. Ansonsten hat sich der Autor auch hier wieder auf den Ermittlungsprozess und das Zusammenspiel beider Protagonisten konzentriert, was sich sehr wohltuend gegenüber dem abhebt, was sich sonst so auf den Büchertischen befindet.

Die Figuren bekommen auch so ihre Ecken und Kanten, handeln nachvollziehbar und folgerichtig. Das Erzähltempo zieht an. Besonders herausstechend ist diesmal das Gefüge zwischen Peppinos ermittelnden ehemaligen Kollegen und den Hierarchieebenen verschiedener Polizeibeamter, eine andere Nebenfigur, die sich zum Tableau dazugesellt, hat es dagegen jetzt nicht unbedingt gebraucht. Trotzdem ist die Art und Weise des Aufbaus der Erzählung wieder sehr interessant. Parallel haben wir auch hier wieder einen Handlungsstrang, der noch einmal mehr zum Miträtseln einlädt, wenn auch gegen Ende klar ist, worauf die Auflösung hinauslaufen wird.

Da der Weg jedoch das Ziel ist, macht dies nicht viel aus. Zudem haben wir hier wieder wunderbare, fast filmische beschreibungen von Orten und Szenen. Es beweist sich zudem erneut, dass man diese Reihe sich nicht unbedingt mit leerem Magen zu Gemüte führen sollte. Wer Krimis mag, die nicht nur eine bloße Aufzählung voller Gewaltakte darstellen, ist auch mit diesem Band gut bedient. In Schreib- und Erzählstil findet man schnell hinein und mit diesem abgerundeten Bild ergibt sich ein lesenswerter Nachfolger.

Augen auf, woraus das Fleisch eures nächsten Döners besteht. Nur mal so.

Autor:
Jürgen Seibold wurde 1960 in Stuttgart geboren und ist ein deutscher Journalist und Schriftsteller. Zunächst begann er seine berufliche Laufbahn als freier Mitarbeiter bei der Winnender Zeitung und später ein Volontariat bei der Eßlinger Zeitung, wo er danach als Redakteur arbeitete. Seit 1983 ist er als freier Journalist für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften tätig und veröffentlichte ab 1989 verschiedene Musikerbiografien und Sachbücher. Wenig später folgten zahlreiche Krimis, die er unter verschiedenen Pseudonymen verfasste. Die kulinarischen Krimis um Peppino & Camilla erscheinen unter seinem Pseudonym Tim Berger.

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