Filmblick: Capernaum – Stadt der Hoffnung

Trailer: Capernaum – Stadt der Hoffnung
Regie: Nadine Labaki
Drehbuch: Jihad Hojeily (u.a.)
Schauspieler: Zain Al Rafeea
Länge: 120 Minuten
Land: Libanon, USA
FSK: 12 Jahre
Verleih: alamondefilm

Kaum ein Land nimmt, in Relation zur eigenen Bevölkerung so viele Flüchtlinge auf, wie der der Libanon. Der kleine Staat am Mittelmeer kann jedoch auch nicht viel mehr tun, als die Menschen, die von der syrischen Seite aus kommen, um Schutz zu suchen und Hoffnung zu finden, als sie in Lager mehr schlecht als recht unterzubringen, und so ist für die meisten hier schon Endstation. Ein Leben im reichen Europa liegt zwar in den Träumen, aber dennoch in weiter Ferne.

Die Bilder, die von dort in unsere Welt herüberschwappen, sind eindringlich. Gemeinnützige Organisationen, staatliche Organe stehen dem hilflos gegenüber. In den Lagern und den Städten regiert das Gesetz der Tradition und des Stärkeren. Arme Familien, an den Rand des Ruins gedrängt, verkaufen da schon einmal ihre Seelen oder die ihrer Kinder.

Zain, eindringlich gespielt vom gleichnamigen Zain Al Rafeea, ist einer von ihnen und gerade einmal zwölf Jahre alt. Zumindest wird er auf dieses Alter geschätzt. Papiere gibt es nicht. Nun steht er vor Gericht und verklagt seine Eltern, die ihn auf die Welt gebracht haben, obwohl sie sich nicht um ihn kümmern können. Er schildert dem Richter seine bewegte Geschichte. Wie es dazu kam, dass er von zu Hause weggelaufen ist, bei einer Frau aus Äthiopien Unterschlupf fand und sich mit ihrem Baby alleine und mittellos durch die Slums von beirut kämpfen musste. Ein Kind klagt seine Eltern an und mit ihnen eine ganze Gesellschaft, die solche Geschichten zulässt.

Dies ist im Wesentlichen die Handlung, die abgesehen von Einblendungen aus dem Gerichtssaal, aus der Sicht des Jungen geschildert wird. Wackelnde und rasante Kamerabilder sind es, die das Leben auf den Straßen begleiten, die den Jungen folgen, warm das Licht, das Gefühl, jeden Moment in Deckung gehen zu müssen, in jeder Szene einfangend. Der Regisseurin Nadine Labaki ist hier ein einzigartiges Filmdokument gelungen, welches das Leid und die Verzweiflung der Menschen gerecht wird, die um jeden Preis überleben wollen, sich einem Schlepper ausliefern müssen und der Sinnlosigkeit der Ursachen, die dieses Leid verursachen, in den Fokus rückt.

Der Film selbst wird getragen durch einen hervorragenden Hauptdarsteller und ist gewissermaßen Referenz an ihm und zugleich sein Rettungsanker. Tatsächlich ist Zain selbst ein Flüchtlingskind, der mit seiner Familie aus Syrien geflohen ist und praktisch von der Straße weggecastet wurde. Nicht einmal lesen und schreiben konnte der Junge zum Zeitpunkt der Dreharbeiten und so spielt sich ein kleiner Kämpfer praktisch selbst. In Cannes begeisterte sein Auftreten das Publikum, jetzt in Norwegen haben er und seine Familie die Chancen, die der Film-Zain von seinen Eltern einklagen will bzw. das Einräumen, dass er nie echte Chancen hatte.

Erdrückend ist die Atmosphäre, ohne zu sehr auf die Tränendrüse zu drücken, und dennoch ein Gefühl der Verlorenheit und Ausweglosigkeit zu geben. Wie sinnlos ist das alles, was sich dort abspielt? Handlungstechnisch greifen viele dargestellte Schicksale ineinander stimmig über. Kein hier bekannter Name flimmert im Abspann über die Leinwand. Das tut der Thematik und dem Film sehr gut, genau so wie die Lösung des Endes, welches stimmig ist, hier aber nicht verraten werden soll.

Kann man am Anfang des noch jungen Jahres vom bereits wichtigsten Film des Jahres sprechen? In diesem Falle dürfte das funktionieren. Muss es funktionieren.

„Capernaum“ ist einfach zu wichtig, um unterzugehen.

Christopher Wilson: Guten Morgen, Genosse Elefant

Inhalt:
Die lustige, traurige, spannende, lehrreiche, herzzereißende Geschichte des zwölfjährigen Juri, Sohn des Zoodirektors, der ein so liebes Gesicht hat, dass ihm jeder ungefragt seine Geheimnisse erzählt. Er gerät ins Räderwerk der Geschichte, als er ein paar Wochen in Stalins Datscha verbringt und sein Vertrauter und Vorkoster erster Klasse wird. (Klappentext)

Rezension:
Juri ist ein wenig langsamer im Denken als andere Kinder seines Alters, aber ansonsten fehlt ihm nichts. Im Gegenteil, wie eine Blechbüche, zwar ein wenig verbeult, seit ihm einmal fast eine Straßenbahn und ein LKW überrollt haben, ist er immer noch da und beobachtet die Menschen um sich herum.

Und die betrachten ihn als kleinen harmlosen Idioten, der zwar alles sieht aber den man alles anvertrauen kann, ohne das es gefährlich wird. Wichtig in diesen Zeiten, wo Terror und Angst das Land regieren.

Schon bald kommt Juri mit dessen Zentrum in Berührung, als sein Vater und er vom Geheimdienst abgeholt und in ein Haus am Rande Moskaus gebracht werden, um einen Patienten zu behandeln. Nicht die üblichen Verdächtigen, die Zootiere, die sein Vater als Veterinär sonst immer behandelt, sondern einen anderen großen Elefanten, der so ähnlich aussieht wie der Stählerne.

Ehe Juri sich versieht, steht er plötzlich im Strudel der Aufmerksamkeit des kranken Mannes, vor dem so viele Angst haben. Den Ränkespielen um Macht und mögliche Nachfolge kann sich auch der Zwölfjährige nicht entziehen.

Gleichsam „Der Junge auf den Berg“ von John Boyne, nur etwas naiver, erzählt der Schriftsteller Christopher Wilson die Geschichte von Macht Angst und wie sie uns vereinnahmen, so wir unter ihren Einfluss stehen, anhand eines kleinen Jungen, der die gesamte Handlung über Randfigur bleibt, und zugleich Hauptperson ist.

Randfigur im Sinne der beobachtenden Person, die ihre Umgebung genau wahrnimmt und durch die kindlichen Bemerkungen eher unbewusst das Verhalten der anderen Protagonisten steuert, selbst aber zumindest zu Anfang eher unbeteiligt ist, Hauptperson, da Juri die Erzählposition einnimmt und die Wirkung Stalins auf dessen Umgebung nur um so klarer verdeutlicht werden.

Erzähltechnisch und sprachlich sehr schön gemacht, ist der zwölfjährige Protagonist Sympathieträger, und, gefährlich, auch der rote Diktator in seinen letzten Lebenszügen, während die anderen Protagonisten klar Gegenpole bilden.

Wenn der Alpha-Wolf schwächelt, zeigen die Beta ihre Zähne und so begegnen wir einer reihe von damaligen Politgrößen, die zwar durch kindliche Spitznamen verklausuliert, aber dennoch zu erraten sind. Genosse Bruhah ist z.B. der Geheimdienstchef und Ausführer des stalinschen Terrors Beria, und so geht es nahtlos weiter.

Mit jedem noch dazukommenden Protagonisten verschärft sich die Lage, erhöht sich die Spannung und das Erzähltempo, wird der Hauptfigur jedoch klarer, in welcher Gefahrenzone er sich befindet. Der große Knall, er kommt auf leisen, dann immer lauter werdenden Sohlen.

Eine temporeiche Erzählung mit kontinuierlichen Spannungsbogen, kindlicher Beobachtungsgabe und einem großen Finale, gebündelt auf relativ wenigen Seiten. So kompakt und gut erzählt, wie man es kaum erwarten wird, und doch steckt hinter den Buchdeckeln ein kleiner großer Roman.

Abstriche gibt es, weil man vielleicht gerne mehr erfahren hätte, wie es mit Juri weiterginge, aber das lässt sich verschmerzen. Der Autor hat es bewusst vermieden, seine Geschichte totzuschreiben. Auch das gelingt ja nicht jeden. Eine klare Leseempfehlung.

Autor:
Christopher Wilson ist ein britischer Schriftsteller und veröffentlichte zahlreiche Romane und Kurzgeschichten Seine Werke wurden in mehreren Sprachen übersetzt und für’s Theater adaptiert. Mehrmals wurde er für den Booker Prize und den Whitbread Fiction Prize nominiert.

Zuvor studierte er Psychologie unnd lehrte an der Goldsmith Universität London. Wilson unterrichtet Kreatives Schreiben in Gefängnissen und lebt in London.

Christopher Wilson
Guten Morgen, Genosse Elefant
Seiten: 266
ISBN: 978-3-452-05076-9
Kiepenheuer & Witsch

Virginia Macgregor: Der Junge, der mit dem Herzen sah

Der Junge der mit dem Herzen sah von Virginia Macgregor
Der Junge der mit dem Herzen sah von Virginia Macgregor

Autorin: Virginia Macgregor
Titel: Der Junge, der mit dem Herzen sah
Seiten: 413
ISBN: 978-3-54749-4
Verlag: Manhattan
Übersetzerin: Wibke Kuhn

Inhalt:
Der neunjährige Milo leidet unter Retinitis pigmentosa: Sein sehvermögen lässt immer stärker nach, irgendwann wird er vollständig erblinden. Noch aber sieht er die Welt – wenn auch nur wie durch ein Nadelöhr. Doch so bemerkt er Kleinigkeiten, die anderen entgehen.

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Christine Horgan: Für Sebastian

418zjzsp4wlAutorin: Christine Horgan
Titel: Für Sebastian
Seiten: 269
ISBN: 978-3-404-61673-2
Verlag: Bastei Lübbe
Übersetzung: Veronika Dünninger

Inhalt:
Ein Vermächtnis voller Liebe, Hoffnung und Weisheit.

Jordan Ferguson war 35, als er erfuhr, dass er nur noch wenige Monate leben würde. Seine größte Sorge galt seinem neunjährigen Sohn, Sebastian. er wollte ihm mehr vermachen als nur ein paar Habseligkeiten.

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Jesus Carrasco: Die Flucht

51yo0csrxslAutor: Jesus Carrasco
Titel: Die Flucht
Seiten: 208
ISBN: 978-3-608-98001-1
Verlag: Klett-Cotta
Übersetzerin: Petra Strien

Inhalt:
Ein Junge flieht. Die Schreie seiner Jäger verfolgen ihn. Tagsüber kauert er in einem staubigen Versteck. Nachts kämpft er sich in der Dunkelheit vor und sucht in vertrockneten Brunnen nach Wasser. Vor ihm liegt nichts als die ausgebrannte Ebene, eine Welt unerbittlicher Hitze und Gesetzlosigkeit. Und es gibt kein Zurück. (Klappentext)

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Hermann Schulz: Warum wir Günter umbringen wollten

12105-6b1159d89e1dc72ad4cddfd6a232a2edAutor: Hermann Schulz
Titel: Warum wir Günter umbringen wollten
Seiten: 156
ISBN: 978-3-8489-2017-4
Verlag: Aladin
Illustrationen: Maria Luisa Witte

Inhalt:
März 1947, in einer Zeit zwischen Krieg ud Frieden. Freddy und seine Freunde stromern an den Nachmittagen durch die Wiesen, rüber zum Moor, Günter immer im Schlepptau. Aber Günter ist irgendwie anders, der tickt nicht richtig, sagen sie. Sie machen sich über ihn lustig, quälen ihn.

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Patrick Ness: Sieben Minuten nach Mitternacht

Sieben Minuten nach Mitternacht Book Cover
Sieben Minuten nach Mitternacht Patrick Ness/Siobhan Dowd Roman cbj Verlag Erschienen am: 29.08.2011 Hardcover Seiten: 216 ISBN: 978-3-570-15374-1

Inhalt:
Das Monster tauchte kurz nach Mitternacht auf. Wie das bei Monstern eben üblich ist. Conor war wach, als es kam. Er hatte einen Albtraum gehabt. Na gut, nicht irgendeinen. Den Albtraum. Den einen, den er in letzter Zeit ziemlich oft hatte. Den mit der Finsternis und dem Wind und dem Schrei. Den mit den Händen, die er irgendwann nicht mehr festhalten konnte, egal, wie sehr er sich bemühte. Den, der immer damit endete, dass… (Klappentext)

Rezension:
Wenn man die Spreu vom Weizen trennt, bleibt von der ursprünglichen Menge nur ein kleiner Teil zurück. So ist es auch mit den zahlreichen Veröffentlichungen, die Jahr für Jahr den Büchermarkt erobern und gerade Patrick Ness ist hier mit einem wahrhaft faszinierenden und wunderschönen Juwel zu finden. „Sieben Minuten nach Mitternacht“ ist eigentlich ein Kinder- oder frühes Jugendbuch, sprengt aber alle Altersgrenzen und kann ebenso gut von Erwachsenen gelesen werden. Zu Grunde liegt eine erschütternde und berührende Geschichte.

Die eines Jungen, der Angst vor der Angst hat, sich dieser zu stellen und daran zu zerbrechen. Die eines Monsters, welches Conor, so der Name des dreizehnjährigen Protagonisten, fordert und zugleich auf ihn achtet. Die, einer Familie, die schon längst am Boden liegt und die letzten Züge der Verzweiflung erlebt. Patrick Ness hat sich als Autor die undankbarste Aufgabe vorgenommen, das Werk eines anderen zu beenden.

Siobhan Dowd konnte ihre Geschichte, die schon in Entwürfen existierte, nicht mehr schreiben, da sie vorher von ihrer Krankheit besiegt wurde und so hat der Verlag Ness die Verantwortung übertragen, eine Geschichte zu schreiben, die Dowd gefallen hätte. Eine unmögliche Aufgabe, die in den falschen Händen gelegt, nur schiefgehen kann. Ness aber ist der Kunstgriff gelungen, seinen Respekt vor der Autorin mit seinen eigenen Ideen und schriftstellerischen Talent zu verbinden. das merkt man in jeder Zeile.

Jede Zeile, die uns den Protagonisten näher bringt und begleiten lässt auf den Weg zu seiner Wahrheit. Diese ist emotional und geht unglaublich nahe. Der Leser leidet mit Conor, dessen Charakter und Beklemmung. Schüchternheit und Angst wunderbar herausgearbeitet wurde. Ein Sympathie-Träger, mit den man weinen möchte, den man halten möchte. Man selbst stürzt jedoch mit ihm in die Abgründe der Angst, einen geliebten Menschen zu verlieren. Vielleicht die größte persönliche Katastrophe, die man erleiden kann.

Der Autor zwingt mit seiner Geschichte, sich mit einer schwierigen Thematik auseinander zu setzen. Für Kinder, die dies lesen, gibt er Berührungspunkte, Erwachsene werden daran erinnert, dass man nie zu alt ist, sich vor diesen Moment zu fürchten. Eine Meisterleistung, ein unglaublicher Spagat.
Vollkommen aber machen die Zeichnungen Nesss‘ bzw. Dowds Roman, den man, dank flüssiger Schreibweise und kurzer Kapitel sowie faszinierender Geschichte, nur so wegliest.

Schwarz-Weiß-Bilder, die mal wie Kohlezeichnungen wirken, mal wie Aquarelle mit modernen grafischen Elementen und alleine für sich besonders sind, die Seiten aber zu einem wahrlichen Eye-Catcher machen. Dieses Kleinod der Literatur sollte man schon besitzen, alleine um es im Regal zu haben. Wer aber eintaucht in die Geschichte, sich von den Zeichnungen vereinnahmen lässt, erlebt einen wunderbaren Roman, der es verdient hat, in Ehren gehalten zu werden.

Eine ernste Thematik so anspruchsvoll und dennoch nicht hochtrabend mit erhobenen Zeigefinger zu verarbeiten, ist hier gelungen. Zu viele andere Bücher aus diesem Bereich sind einfach nur schlechter. Eine Wohltat für den, der diesen Roman liest. Vielleicht sogar um sieben Minuten nach Mitternacht?

Autoren/Zeichner:
Siobhan Dowd wurde 1960 in London geboren und ging nach dem Abitur an die Universität Oxford, wo sie studierte. Danach arbeitete sie als Redakteurin für PEN International und als freischaffende Autorin. 2006 veröffentlichte sie ihren Debütroman, der mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet wurde. Nach drei Jahren Krankheit verstarb Dowd 2007 an Brustkrebs.

Patrick Ness wurde 1971 in Alexandria, Virginia, geboren und ist ein amerikanisch-britischer Journalist und Schriftsteller.Er studierte Englische Literatur an der Universität von Südkalifornien und erstellte nach seinem Abschluss Gebrauchsanweisungen und Formschreiben für eine Kabelfirma. Seit 1999 lebt er in London und arbeitete seit dem an seinem ersten Roman. Er unterrichtete Kreatives Schreiben, arbeitete für eine Tageszeitung als Rezensent. 2014 hielt Ness eine vielbeachtete Rede zu den gesellschaftlichen Anforderungen für Autoren von Kinder- und Jugendliteratur, selbst veröffentlichte er Kurzgeschichten seit 1997.

Im Jahr 2011 vollendete er die Geschichte „Sieben Minuten nach Mitternacht“ von Siobhan Dowd, die 2007 an Brustkrebs verstarb. Beide Autoren hatten sich nie getroffen, jedoch für den selben Herausgeber gearbeitet. Zum gleichnamigen Film, der 2017 erscheint, schrieb er das Drehbuch. Für seine Werke erhielt er zahlreiche Auszeichnungen.

Jim Kay illustriert seit 2015 die Bücher der Harry-Potter-Reihe und arbeitet darüber hinaus für Film, Verlage und Fernsehen.

Filmblick: Sieben Minuten nach Mitternacht

Filmblick: Sieben Minuten nach Mitternacht

Regie: J. A. Bayona
Drehbuch/Romanvorlage: Patrick Ness
Original-Titel: A Monster Calls
Land: Spanien, USA, GB, Kanada
Schauspieler: u.a. Lewis MacDougall, Felicity Jones, Sigourney Weaver
Länge: 108 Minuten
Verleih: Studiocanal
Filmstart Deutschland: 04.05.2017
FSK: 6
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