Kind

A.J. Grayson: Boy in the Park

Boy in the Park Book Cover
Boy in the Park Kriminalroman Droemer Taschenbuch ISBN: 978-3-426-30571-3

Inhalt: Ein Junge, der entführt wird. Ein Unbekannter, der sich entschließt zu helfen. Eine Spur, die zu einem grausamen Mord führt. Eine Frage, die alles entscheidet: Wem kannst du trauen? (Klappentext)

Rezension:

A. J. Grayson hat mit seinem Debütroman einen fulminanten Krimi aufgelegt, der promt in seinem Genre zum Bestseller avancierte. Der Titel griffig, die Geschichte selbst von Anfang an packend, beschreibt sie das Leben aus der Ich-Perspektive des Protagonisten Dylan, der in einem kleinen Geschäft für Nahrungsergänzungsmittel in San Francisco arbeitet und ein ansonsten eintöniges aber zufriedenes Leben führt.

Höhepunkt des Tages ist die Mittagspause im nahgelegenen Botanischen Garten, dessen Ruhe und Abgeschiedenheit, zumindest seiner Lieblingsstelle, er nutzt, um seine Gedanken treiben zu lassen und sie, in Form von Gedichten, niederzuschreiben.

Ständiger Begleiter ist ein kleiner Junge, der regelmäßig ebenso diese Stelle aufsucht und gedankenverloren spielt, bis er eines Tages Zeuge einer Entführung wird.

Da Dylan dem Tag zuvor Verletzungen am Körper des Jungen bemerkt hat, macht er sich Sorgen und begibt sich auf die Suche nach dem Kind, da die Polizei ihm keinen Glauben schenken will. Und begibt sich damit einen Teufelskreis, der psychologisch katastrophale Auswirkungen hat.

Der Autor spielt hier mit unterschiedlichen Bewusstseins-, Zeit- und psychologischen Ebenen, die so verquickt, den Krimi-Thriller zu etwas Besonderen machen. Man sollte jedoch am Ball bleiben und die Geschichte nicht nur nebenbei lesen, denn Verwirrung ist garantiert.

Den Faden wird ein Leser ohnehin früh genug verlieren, selbst erdachte Lösungen verwerfen, wobei man dann doch überraschend schnell darauf kommt, wo der Schlüssel zum Ende liegt.

Spannung zwar bis zur letzten Seite aber die Überraschung der Auflösung ist nicht mehr gegeben, wenn man genug Bücher dieser Art schon gelesen hat. Schade eigentlich, denn ansonsten ist es eine sehr solide Geschichte mit zahlreichen Wendungen und ebenso funktionierenden Cliffhangern.

Die kurzen Kapitel tragen zum Lesefluss bei. Die Qualität der Geschichte kann Grayson hier aber nicht bis zum Ende durchhalten. Leider.

So wird das Besondere, was die Geschichte zu Beginn ausmacht, am Ende doch relativiert als würde der Autor seinen eigenen Ideen nicht trauen. Schade, denn die Story hat eigentlich das Potential zu den besten ihrer Art zu gehören.

Mit dem Ende jedoch, relativiert sich das und so liegt mit „Boy in the park“ zwar ein brauchbares Buch aber eben nur ein gewöhnlicher Bestseller vor, den man zwar lesen kann aber nicht muss und der sich sicher nur durch geschicktes Marketing im oberen Bereich der Bestsellerlisten hält.

Wenn der Hyper erst einmal vorbei ist, wiord sich zeigen, wie viel davon dann noch übrig ist. Schade um das Potential der Geschichte, dennoch kann man gespannt sein, was Grayson künftig noch so veröffentlicht. Gute Ideen und ein interessantes Konzept zuzüglich der interessante Schreibstil sind die Rezeptur für einen wirklich packenden Krimi-Thriller.

Hoffen wir, dass der Autor diese Rezeptur künftig noch verfeinert.

Autor:

Ashley J. Grayson war jahrelang als Dozent und wissenschaftlicher Berater tätig, bevor er sich der Schriftstellerei widmete. Außerdem betätigt er sich als Komponist. „Boy in the Park“ ist sein erster Roman.

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Valentina M. Giambanco: Alice Madison 1 – 13 Tage

13 Tage Book Cover
13 Tage Serie: Alice Madison – 1 Knaur Taschenbuch Erschienen am: 26.02.2014 Seiten: 572 ISBN: 978-3-426-51595-2

Inhalt:

Als in Seattle eine Familie grausam ermordet wird und der Täter nur die Nachricht „13 Tage“ hinterlässt, findet sich ein mehr als ungewöhnliches Trio zusammen, um den Psychopathen zu stoppen: Detective Alice Madison, die ganz am Anfang ihrer Karriere steht. Nathan Quinn, ebenso erfolgreicher wie skrupelloser Strafverteidiger.

Und sein wichtigster Mandant und Freund, John Cameron, dem die Polizei zahlreiche Morde zur Last legt. Drezehn Tage bleiben, um ein Verbrechen zu verstehen, dass Jahre zuvor seinen Ausgang nahm. Dreizehn Tage, in denen Madison alles vergessen muss, was sie gelernt hat, und einen Pakt mit dem Teufel schließt… (Klappentext)

Folge der Reihe Alice Madison:

Giambanco, V. M.: Alice Madison 1 – 13 Tage

Giambanco, V. M.: Alice Madison 2 – Jemand wird sterben

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Rezension:

In Amerika ist die Dichte der Morde sehr hoch, was einer der Gründe sein könnte für die Anzahl der Leichen, die die ersten Seiten des Thrillers „13 Tage“ pflastern. Gleich zu Anfang fließt Blut und die Spuren der grausamen Morde werden die Leser bis zur letzten Seite nicht mehr loslassen.

Und so beginnt das spannende Krimidebüt von Giambanco mit einem der grausamsten Verbrechen, dessen lange Arme tief in die Vergangenheit der Protagonisten greift.

Und in die kann man sich wunderbar einfühlen. Madison, die am Anfang ihrer Karriere am ersten großen Einsatz ihrer Arbeit beteiligt ist, ebenso wie den einfluss- und vor allem erfolgreichen Anwalt Quinn, der nichts unversucht lässt, um seinen Mandanten aus der Schusslinie zu bringen.

Denn mit dem verbindet ihn mehr als er anfangs zugeben möchte, gleichwohl dieser ein gesuchter Mörder ist. Doch selbst der Hat weiße Flecken auf seiner ansonsten grauen Weste.

Dicht gepackt sind die Ereignisse in diesem Roman, nah an der Schwelle zum Überhandnehmen, doch diese gefahrenschwelle ist die Autorin durch die ausführliche beschreibung der Gedankengänge ihrer Hauptprotagonistin umgangen sowie der erzählten Polizeiarbeit, die einen Großteil der Geschichte ausmacht.

So wird nicht gleich am Anfang zu viel erzählt, der Leser wird nicht überfrachtet, kann aber auch nicht den Thriller aus der Hand legen. Dazu sind die Kapitel zu kurz und die Cliffhanger zu zahlreich.

Der Schreibstil und die Tatsache, dass man sogar ein wenig mit dem mutmaßlichen Mörder Cameron (in anderen Mordfällen, nicht in diesem) zu sympathisieren beginnt, machen den Thriller, vielleicht nicht zu einem besonderen, aber dennoch lesenswert interessanten und hoch spannenden Werk.

Serienleser seien gewarnt, dieser Krimi läd ein zum Weiterverfolgen. Es wird interessant zu lesen sein, welche hürden Giambancos Protagonisten noch nehmen müssen.

Der nächste Band ist angekündigt und es bleibt zu hoffen, dass die Autorin das vorgelegte Niveau halten kann. Einzelbandleser seien ebenfalls gewarnt. Nun ja, es ist eine Serie. Wie geschrieben. Der Anfang ist gemacht. Ein spannender wendiungsreicher und sich entwickelnder Thriller, dessen Protagonisten Ecken und Kanten haben.

Man darf gespannt sein, dfiese Entwicklungen weiter zu verfolgen. Mütter mit jüngeren Kindern sollten vielleicht aber die Finger davon lassen. Eine Reihe, die sich in jedem Fall lohnt. Die volle Wertung wird nur nicht gegeben, um Luft nach Oben übrig zu lassen.

Autorin:

Valentina Giambanco wurde in Italien geboren und studierte danach Englisch und Dramaturgie, bevor sie in der Filmbranche arbeitete. Nach zwanzigjähriger Arbeit für kleinere Independent- und große Studio-Produktionen begann sie an ihrem ersten großen Roman zu schreiben.

Zuvor hatte sie bereits an kleineren Kurzgeschichten gearbeitet, für die sie unaufhörlich Material sammelte. Dabei entdeckte sie ihr Faible für Thriller. „13 Tage“ ist ihre erste große Veröffentlichung. Ihre Familie lebt großteils in Seattle, sie selbst in London.

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Gudrun Pausewang: Auf einem langen Weg

Auf einem langen Weg Book Cover
Auf einem langen Weg Gudrun Pausewang Ravensburger Erschienen am: 01.08.1996 Seiten: 191 ISBN: 978-3-473-52041-1

Handlung:

„Jetzt ist es so weit“, rief die Mutter nervös. „Wir müssen weg. Heute Abend müssen wir auf dem Bahnhof sein. Wir werden in den Westen gebracht.“ Achim verstand nicht, worum es ging. Er war ja auch erst sechs Jahre alt.

Werner aber wusste, was das bedeutete: Die Stadt würde bald beschossen werden. Deshalb sollten vorher alle Frauen und Kinder und alle Alten und Kranken forgebracht werden. Der Zug kommt jedoch nicht weit. Bei einem Bombenangriff werden Werner und Achim von der Mutter getrennt. Sie haben nichts als ihre Wintermäntel. Und eine Adresse: Glauchau. (Klappentext)

Rezension:

Es ist das Schicksal hunderter Kinder, was Gudrun Pausewang hier beschreibt, denn nach Kriegsende gab es wohl unzählige kleine Werner und Achims, deren Familien Richtung Westen flüchteten um den „Horden“ der Roten Armee zu entkommen.

Viele Kinder verloren auf dem langen und beschwerlichen, gefährlichen Weg ihre Eltern ganz oder teilweise aus den Augen und mussten sich alleine durchschlagen. In der Hoffnung, die Eltern wieder zu finden und einfach nur zu überleben.

Dies gelingt Pausewang einfühlsam zu beschreiben, verständlich selbst für junge Leser, die sich wohl mit dieser Thematik, die nur die Groß- oder Urgroßelter-Generation betrifft, beschreibt und so einen Zugang ebnet für die Geschichten vieler Familien.

Der Schreibstil ermöglicht dabei ein leichtes flüssiges Lesen. Die Figuren sind überwiegend sympathisch, vor allem die Brüder Werner udn Achim eignen sich als Identifikationsfiguren.

Ihr Weg, ihre Abenteuer, ihre Gefühle und ihr Kampf ums Überleben werden gerade für Kinder einfühlsam beschrieben, wenn auch gerade Pausewangs Ausdruck auf jüngste Leser geradezu geeicht und für ältere Leser entweder etwas altmodisch aber zumindest manchmal angestrengt rüberkommt.

Inzwischen gibt es viele veröffentlichte Berichte, teilweise von den Zeitzeugen selbst, über die sog. „Wolfskinder“, die ihre Eltern in den letzten Kriegswirren verloren hatten und sich nun alleine durchschlagen mussten. Oft noch über das Kriegsende hinaus, jahrelang. „

Auf einem langen Weg“ ist eine würdige Verarbeitung dieser Thematik und eröffnet für die Kleinsten einen Zugang, so verständlich und einfühlsam, dass diese Geschichte bereits 1984 verfilmt wurde. Das Cover zeigt die beiden Jungschauspieler.

Autorin:

Gudrun Pausewang wurde 1928 in Wichstadtl in Böhmen geboren und floh mit ihrer Familie nach Kriegsende nach Westdeutschland. In Wiesbaden machte sie ihr Abitur und studierte Pädagogik. Danach unterrichtete sie als Grund- und Hauptschullehrerin.

Ab 1965 unterrichtete sie fünf Jahre an der Deutschen Schule in Chile und bereiste wärend dieser Zeit Südamerika. Ende 1963 ging sie nach Deutschland zurück, studierte Germanistik und war wieder als Grundschullehrerin tätig.

Nach einem kurzen Wechsel an einer Deutschen Schule in Kolumbien, kehrte sie entgültig nach Deutschland zurück und schrieb neben ihrer Berufstätigkeit Romane wie „Die Wolke“, wofür sie 1988 den Deutschen Jugendliteraturpreis bekam. 1998 promovierte sie an der Universität in Frankfurt/Main.

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Chris Chibnall/Erin Kelly: Broadchurch – Der Mörder unter uns

Broadchurch - Der Mörder unter uns Book Cover
Broadchurch – Der Mörder unter uns Christ Chibnall/Erin Kelly Fischer Taschenbuch Erschienen am: 21.08.2014 Seiten: 448 ISBN: 978-3-596-03076-7

Handlung:

Danny Latimer war elf Jahre, als er starb. Sterben musste. Seine Leiche fand man unten am Kliff. Bei ihren Ermittlungen stoßen Ellie Miller und Alec Hardy in dem kleinen Ort Broadchurch an der englischen Südküste auf mehr Verdächtige, als ihnen lieb ist.

Dannys Vater hat kein Alibi für die Tatzeit. Wo war er in dieser Nacht? Dannys Freund hat sämtliche Nachrichten von seinem PC und Handy gelöscht. Worum ging es da? Der Zeitungsverkäufer, die unfreundliche Frau im Trailerpark, der Postbote – sie alle haben etwas zu verbergen. aber was? Als die Wahrheit ans Licht kommt, ist in Broadchurch nichts mehr, wie es einmal war. (Klappentext)

Rezension:

Der Verlust eines Kindes ist das Schlimmste, was Eltern passieren kann. Noch schlimmer, wenn dieser Verlust durch Gewalt herbeigeführt wurde. So geschehen, in dem kleinen verschlafenen Ort Broadchurch, den sonst nur Touristen heimsuchen. Und bald ist nichts mehr wie es war.

Ellie Miller, Polizistin, ermittelt in der Dorfgemeinschaft, in der sie aufgewachsen ist und sieht bald den Wald vor lauter Verdächtigen nicht mehr. Verdächtige, die sie geglaubt hat, schon ihr gesamtes Leben lang zu kennen. Alec Hardy, ihr neuer Vorgesetzter, rau unnahbar, Ortsfremder, macht es ihr da nicht leichter.

Auch er trägt ein, wie der Rest der Bewohner des Ortes, dunkles Geheimnis mit sich. Doch, sie kommen mit den Ermittlungen nicht voran. Sie beginnen jeden Stein in Broadchurch umzudrehen, gehetzt von der Presse, gehetzt von der zerbrechenden Dorfgemeinschaft, in der jeder Jeden verdächtigt.

Doch irgendwann kommen sie der Lösung des Falles näher. Näher als ihnen lieb ist.

Buchvorlagen sind oft genug besser als die Filme, die darauf basieren. Doch, wie ist es umgekehrt? Wenn der Film, die Serie in diesem Falle, zuerst da war? Das Ergebnis ist gelungen. Erin Kelly gelingt es, dem Erfolg der Serie gerecht zu werden.

Die Protagonisten mit einem vertiefenden Profil versehen, nichts ist einseitig, nichts schwarz, nichts weiß und viele Grauschattierungen. Es gelingt hier, richtig in die Eigendynamik einer Dorfgemeinschaft einzutauchen, in der jeder jeden zu kennen glaubt und doch nur die Fassade sieht.

Viele kleine und große Aha- und Wow-Momente tragen zum Verwirrspiel bei und auch der Leser tappt so lange im Dunkeln, wie Miller und Hardy in ihrer Polizeiarbeit. Die Auflösung kommt dann mit einem Knall, der sich hätte ruhig noch über mehr Seiten ziehen können, aber bis dahin zittert man, entwirft eigene Theorien, wer es gewesen sein könnte, verwirft diese wieder und stellt neue auf. Ein gelungener Krimi aus England.

Entstehung des Buches:

Zuerst gab es eine erfolgreiche Serie im britischen Fernsehen, in der in über acht Folgen gezeigt wurde, wie ein Ermittler-Gespann sich zusammenrauft und einen einzigen Mordfall zu lösen versucht.

Dies gab den Machern der Serie die Chance, ihre Protagonisten zu entwickeln, ihnen Tiefe zu geben und zu zeigen, wie sich eine Gemeinschaft verändert, wenn der Alltag eines ganzen Dorfes in sich zusamenbricht.

In der schnelllebigen Fernsehlandschaft Groß-Britanniens war man damit erfolgreich, so dass immer mehr Fans der Serie nach dem Buch fragten. Mit „Die Mörder unter uns – Broadchurch“ liegt die Geschichte somit Taschenbuch vor.

Die Autoren:

Chris Chibnall ist ein Drehbuchautor so erfolgreicher Serie wie „Law & Order“ und „Doctor Who“. Er studierte Theater und Film an verschiedenen englischen Universitäten und produziert regelmäßig Theaterstücke für diverse Festivals in Groß-Britannien.

Seit 2006 arbeitet er als Schreiber und Ideengeber für verschiedene englische Fernsehserien. Seine Serie „Broadchurch“ lief erfolgreich im britischen Fernsehen und wurde bereits für Amerika adaptiert. In anderen Ländern hat man sich inzwischen die Ausstrahlungsrechte gesichert. „Broadchurch – Der Mörder unter uns“ ist die erste Serie von ihm, die in Buchform erschienen ist.

Erin Kelly ist eine englische Krimi-Autorin. Sie wurde 1976 in London geboren und wuchs in der Gegend von Essex auf. Sie studierte an der Warwick University englische Literaturwissenschaft und arbeitet seit 1998 als Journalistin.

Sie schrieb für die Zeitungen Sunday Times, den Sunday Telegraph und die Daily Mail. Ihr Debütroman „Das Gift des Sommers“ war ihr Durchbruch als Autorin. Mit ihrer Familie lebt sie in London.

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