Dmitry Glukhovsky: Metro 2033 / Metro 2034

Metro 2033 von Dmitry Glukhovsky
Metro 2033 von Dmitry Glukhovsky

Autor: Dmitry Glukhovsky
Titel: Metro 2033 / Metro 2034
Seiten: 654
ISBN: 3453315936
Verlag: Heyne

Handlung:
Die Zukunft: Nach einem verheerenden Krieg leigen weite Teile der Erde in schutt und Asche. Auch Moskau ist eine Geisterstadt. Die Überlebenden haben sich in die Tiefen des U-Bahn-Netzes zurückgezogen und dort eine Zivilisation errichtet, wie es sie noch nie zuvor gegegeben hat. Dies sind die Abenteuer des jungen Artjom, der von seiner Heimatstation aufbricht, um die Metro vor einer dunklen Bedrohung zu bewahren. (Klappentext)

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Valentina M. Giambanco: 13 Tage

978-3-426-51399-6_druck-jpg-33453867Autorin: Valentina. M Giambanco
Titel: 13 Tage
Seiten: 572
ISBN: 978-3-426-51595-2
Verlag: Knaur
Übersetzer: Elke Link

Inhalt:
Als in Seattle eine Familie grausam ermordet wird und der Täter nur die Nachricht „13 Tage“ hinterlässt, findet sich ein mehr als ungewöhnliches Trio zusammen, um den Psychopathen zu stoppen: Detective Alice Madison, die ganz am Anfang ihrer Karriere steht. Nathan Quinn, ebenso erfolgreicher wie skrupelloser Strafverteidiger.

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Fabio Geda: Im Meer schwimmen Krokodile

Im Meer schwimmen Krokodile von Fabio Geda
Im Meer schwimmen Krokodile von Fabio Geda

Autor: Fabio Geda
Titel: Im Meer schwimmen Krokodile
Seiten: 190
ISBN: 978-3-570-40201-6
Verlag: btb

Inhalt:
Nachdem Enaiat von seiner Mutter aus Afghanistan geschmuggelt wurde, wacht er eines Morgens auf und ist allein. Er hat nichts als seine Erinnerungen und die drei Versprechen, die er ihr gegeben hat. Mit dem Ziel, ein besseres Leben zu finden, begibt Enaiat sich auf eine lange Reise Richtung Westen.

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Fredy Gareis: 100 Gramm Wodka

produkt-11371Autor: Fredy Gareis
Titel: 100 Gramm Wodka – Auf Spurensuche in Russland
Seiten: 252
ISBN: 978-3-89029-457-5
Verlag: Malik

Inhalt:
Was hat es mit dem geheimnisvollen Himbeersee auf sich, an dem Fredy gareis‘ Großmutter in einem Straflager war? Und wieso trägt seine Mutter den Geburtsort „Soda Kombinat“ im Pass? Als Kind von Russlanddeutschen wächst Fredy gareis mit vielen offenen Fragen auf.

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Robert Galbraith: Die Ernte des Bösen

Die Ernte des Boesen von Robert Galbraith
Die Ernte des Boesen von Robert Galbraith

Autor: Robert Galbraith
Titel: Die Ernte des Bösen
Seiten: 670
ISBN: 978-3-7645-0574-5
Verlag: blanvalet

Inhalt:
Nachdem Robin Ellacott ein mysteriöses Paket in Empfang genommen hat, muss sie zu ihrem Entsetzen feststellen, dass es ein abgetrenntes Frauenbein enthält. Ihr Chef, der private Ermittler Cormoran Strike, ist ebenfalls beunruhigt, jedoch kaum überrschaft.

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Stephan Orth: Couchsurfing im Iran – Meine Reise hinter verschlossenen Türen

Couchsurfing im Iran Book Cover
Couchsurfing im Iran Stephan Orth Sachbuch Piper/Malik Erschienen am: 02.10.2017 Taschenbuch Seiten: 240 ISBN: 978-3-89029-454-4

Inhalt:

Es ist offiziell verboten. Trotzdem reist Stephan Orth als Couchsurfer kreuz und quer durch den Iran, schläft auf Dutzenden von Perserteppichen, erlebt irrwitzige Abenteuer – und lernt dabei ein Land kennen, das so gar nicht zum Bild des Schurkenstaates passt. Denn die Iraner sind nicht nur Weltmeister in Sachen Gastfreundschaft, sondern auch darin, den Mullahs ein Schnippchen zu schlagen. (Klappentext)

Rezension:

In der westlichen Welt weiß man kaum mehr über den Iran als das, was die Hauptnachrichten berichten. Der Streit um die Nutzung von Kernenergie, das theokratisch-strenge Regime der Mullahs, Menschenrechtsverletzungen und das verbissene Durchsetzen streng religiös-bergündeter Vorschriften.

Andere Themen kommen kaum bis gar nicht zur Sprache. Und so hat sich Stephan Orth aufgemacht in ein Land voller unbekannter Faktoren und muss gleich bei der ankunft am Flughafen erste Vorurteile revidieren.

Er lässt sich auf die Menschen des Landes ein, fernab der Politik, die doch immer wieder in das Leben der Bevölkerung eingreift. Hinterverschlossenen Türen aber können die Iraner sie selbst sein. Und das ganz anders als es auf den ersten Blick scheint.

Mit „Couchsurfing im Iran“ hat der Autor hier keinen politischen Lagebericht geschrieben, sondern eine vielschichtige Sammlung der Eindrücke der Menschen in diesem Land. Stephan Orth zeigt auf, was selbst in einem Land möglich ist, welches von einer brutalen menschenverachtenden Diktatur beherrscht wird und wie die Bevölkerung sich wehrt.

Momentan noch passiv im Privaten, doch Orth zeigt auf, dass die Vorstellungen der Iraner irgendwann dafür sorgen können, dass sich die Situation zu ihren Gunsten ändert. Der Anfang ist bereits gemacht, in winzigen Schritten.

Stephan Orth beschreibt das Leben der Menschen dort, ihren Alltag, ihre Vorstellungen und Ideen, Gedanken und die kleinen Rebellionen des Alltags, wenn sich eine Gruppe junger Iraner ewa zu Fesselspielen trifft oder Polizisten bestochen werden, damit keine Razzia der Sittenwächter wärend einer Hochzeitsfeier stattfindet, wenn Studenten von Amerika träumen oder das Kopftuch wie zufällig ein Stück verrutscht.

Es ist hier ein wunderbar positives Buch, was für ein unscheinbares düsteres Land Interesse wecken vermag. Fernab der nüchternen politischen Berichte. Der Iran ist ein relativ junges Land, die Mehrheit der Bevölkerung ist unter 40 Jahre alt und wartet nur auf eine sichere Chance aus den Zwängen und Vorgaben auszubrechen und ihr Leben und Land zu verändern. Orth zeigt, dass die Veränderung in den Köpfen bei vielen schon längst begonnen hat. Im gesamten Iran. Ein Buch über Vorurteile, die in sich zusammenfallen, ein Buch über Kontraste und vor allem über die Menschen, ihr Leben und ihre Träume.

Autor:

Stephan Orth wurde 1979 geboren und arbeitet als Redakteur im Reiseressort bei Spiegel Online. Seit 2003 ist er bereits als Couchsurfer unterwegs, hatte Besucher aus aller Welt und traf Gastgeber in mehr als dreißig Ländern. Orth ist Autor mehrerer Bücher und Reisereportagen, die mehrfach mit dem Columbus-Preis ausgezeichnet wurden.

Joseph O’Neill: Niederland

Niederland Book Cover
Niederland Joseph O’Neill Rezensionsexemplar/Roman Rowohlt Taschenbuch Erschienen am: 01.10.2010 Taschenbuch Seiten: 316 ISBN: 978-3-499-25227-3

Handlung:

Inmitten der Hysterie nbach dem 11. Septembver sucht der holländische Bankier Hans van den Broek nach einem neuen Leben in einer erschütterten Stadt. Er ist einsam, lebt verlassen von Frau und Kind unter den exentrischen Gestalten im legendären Chelsea Hotel. Doch dann lernt er Chuck Ramkisson kennen, einen dunkelhäutigen Westinder. Chuck ist einer der wenigen, die den amerikanischen Traum noch ungebrochen träumen und ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen.

Mit ihm macht Hans sich auf, ein ihm gänzlich unbekanntes New York zu entdecken und eine außergewöhnliche Freundschaft beginnt. Ein begeisterter und weiser Roman über New York, die Stadt, die eine Welt umfasst. (Klappentext)

Rezension:

Der Klappentext verspricht viel, was der Autor kaum halten kann dennoch liegt mit „Niederland“ ein Roman vor, der eine Brücke schlägt. Zwischen zwei Kontinenten, zwischen Menschen und städtischen Ansichten, die verschiedener nicht sein könnten.

Die Handlungsorte London und New York sind beides Schmelztiegel und Sammelpunkt unterschiedlicher Kulturen. Ein Mix von sonderbaren und besonderen Gestalten, der zu faszinieren mag. In dieser Welt bewegt sich Hans mit sicheren Schritt als erfolgreicher Angstellster und Analyst einer Großbank, doch beginnt gerade wärend seines Aufenthalts in New York der amerikanische Traum zu bröckeln.

Zwar schlägt noch nicht die Finanzkrise zu, doch die Großmacht bekommt erste Risse in ihrer Aura aus Unverwundbarkeit. Der Optimismus ist seit den Anschlägen ohnehin weggeblasen. In dieser Zeit trifft Hans auf den charismatischen Chuck, einem Westinder, der unbeirrt an den amerikanischen Traum zu glauben scheint, viel anpacken und umsetzen will.

Cricket hier als Fixpunkt zweier Menschen, deren Sicht auf die Welt anfangs nicht unterschiedlicher sein könnte. Hans beginnt sich immer mehr darauf zu fixieren wärend sein Privatleben ihm entgleited. Nicht ahnend, dass auch diese Traumwelt, wie so vieles in Amerika zerplatzt.

Joseph O’Neill hat mit „Niederland“ den Versuch gewagt, einen großartigen Amerika-Roman zu schreiben, was ihm leider gründlich misslungen ist.

Zwar ist der Schreibstil durchaus flüssig, die Handlung nachvollziehbar und die Protagonisten genug skurill für New York, erfolgsverwöhnt für London beschrieben, doch der überwiegende Teil des Werkes wird dominiert von schier endlosen Beschreibungen von Cricket, einer Sportart, die sich mir auch nach der Lektüre nicht erschließen will.

Die Sportart stellt hier einen Dreh-und Angelpunkt, Hauptaugenmerk dar, der leider vieles kaputt macht, insbesondere die Faszination, die die Geschichte um Chuck und Hans durchaus hätte einnehmen können. Denn die ist durchaus spannend, kommt aber leider viel zu kurz.

Ein Roman, der durchaus hätte auf dem Niveau von „Extrem laut und unglaublich nah“ landen können. Diese Chance aber hat der Autor vertan.

Autor:

Joseph O’Neill wurde als Sohn eines Iren und einer Türkim im Cork der 1960er Jahre geboren und verbrachte Kindheit und Jugend in den Niederlanden. Nach der Schule studierte er in Cambridge Jura und arbeite als Anwalt in London.

Später ließ er sich als freuer Autor in New York nieder. Der Schriftsteller ist verheiratet und hat drei Söhne. Sein Roman „Niederland“ ist sein drittes Werk. Dieses wurde im Jahr 2009 mit dem PEN/Faulkner Award ausgezeichnet.

Lisa O’Donnell: Die Geheimnisse der Welt

Die Geheimnisse der Welt Book Cover
Die Geheimnisse der Welt Lisa O’Donnell Roman Dumont Erschienen am: 22.07.2015 Hardcover Seiten: 255 ISBN: 978-3-8321-9779-7

Inhalt:

Der elfjährige Michael Murray lebt mit seiner Familie auf einer kleinen schottischen Insel. Jeder kennt hier jeden, und alle glauben, alles über die anderen zu wissen. Doch gibt es auch Geheimnisse – und Michael muss bald herausfinden, wie gefährlich sie sein können. Vor allem, wenn es dabei um die eigene Mutter geht. (Klappentext)

Rezension:

Wer nicht gerade in einer anonymen Großsstadt sondern etwas kleinstädtisch ländlicher lebt, kennt das Gefühl alle zu kennen und selbst von jedem erkannt zu werden. Wie intensiv muss diese Art zu leben auf einer kleinen Insel sein?

Die Murrays, eine durch Arbeitslosigkeit, Tristesse und den jeweiligen Problemen der einzelnen Personen gebeutelte Familie müssen bald die Negativ-Erfahrung eines solchen Daseins machen. Rosemary, Michaels Mutter wird auf dem Weg durch das nahe Wäldchen überfallen und vergewaltigt.

Fortan beschließt die Familie, niemanden etwas zu verraten um Klatsch und Dorf-Tratsch zu entgehen. Und der elfjährige Michael wird plötzlich zum Träger dieses Geheimnisses, welches um so schwerer auf seinen Schultern lastet als es eine weitere Frau beinahe Opfer wird.

Eigentlich wächst Michael behütet auf, trotz aller Probleme, die seine Familie so schon hat aber in den turbulenten Zeiten der Thatcher-Jahre geht es niemanden richtig gut. Jeder ist betroffen. Doch mitder Entdeckung des Geheimnisses seiner Mutter bricht für ihn das ohnehin labile Konstrukt heiler Welt zusammen, welches die Erwachsenen um ihn herum aufgebaut haben.

Der Elfjährige sieht zum ersten Mal, das Erwachsene auch an überdimensionierten Problemen zerbrechen können und es aus manchen Situationen so schnell einen Ausweg nicht gibt. Dazu kommen seine eigenen Freunde, vor denen er plötzlich ein Geheimnis bewahren muss, welches zu groß für ihn ist und jedem, der darum weiß. Und er droht daran, wie seine Mutter zu zerbrechen.

Es ist ein starker Roman, den Lisa O’Donnell hier vorlegt mit nicht unbedingt leichter Kost. Ein Plädoyer dafür, offen zu sein, die Wahrheit zu sagen auch wenn sie schmerzlich ist und für die Liebe und Kraft, die eine Familie schenken kann.

Es ist ein Aufruf, in schwierigen Situationen zusammen zu halten und zu helfen, bei Problemen aufeinander zu zugehen und sich, ja, auch helfen zu lassen.

Ein Roman mit einer traurigen erschreckenden Thematik, die man keinem Menschen wünscht, sie jemals am eigenen Leib zu erfahren aber auch eine Geschichte, in der immer wieder Witz und Humor zum Vorschein kommt. Oder zumindest im Form vom Schmunzeln über bestimmte Eigenheiten der Charaktere der Dorfgemeinschaft.

Nichts ist so stark wie der Zusammenhalt einer Familie und besonders in schweren Zeiten kann es gelingen dadurch Halt zu finden und sich gegen Erdrückendes zu wehren. Lisa O’Donnell kommt dabei nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, offenbart aber Konflikte, denen die Opfer von Vergewaltigungen durch unserer Gesellschaft ausgesetzt sind.

In Form der Protagonisten, besonders Rosemary und Michael, die einem sofort sympathisch sind, zeigt sie, wie schwer es ist mit dem gesellschaftlichen Ansichten umzugehen und das, egal wie man handelt, es keinen richtigen aber viele falsche Wege gibt. Am Ende ist jedoch nur wichtig, dass man zusammenhält und füreinander da ist.

Ein schöner, trauriger, lebensbejahender toller Roman.

Autorin:

Lisa O’Donnell ist Drehbuchautorin und Schriftstellerin und wurde für Ihr Drehbuch „The Wedding Gift“ mit dem Orange Screenwriting Prize ausgezeichnet. Ihr Debutroman „Bienensterben“ erschien 2013 im DuMont-Verlag. Auch dieses wurde ausgezeichnet. Mit ihrer Familie lebt sie in Schottland. „Die Geheimnisse der Welt“ ist ihr zweiter Roman.

Kristina Ohlsson: Papierjunge

Papierjunge Book Cover
Papierjunge Kristina Ohlsson Übersetzerin: Susanne Dahlmann Roman Limes Erschienen am: 29.02.2016 Hardcover Seiten: 572 ISBN: 978-3-8090-2640-2

Inhalt:

In der Nacht erwacht er zum Leben, erwählt ein Kind und verschwindet mit seinem Opfer in der Dunkelheit. Der Papierjunge. Eigentlich glaubt niemand an die jüdische Sagengestalt – bis an einem eiskalten Wintertag in Stockholm eine Erzieherin vor den Augen von Schülern und Eltern erschossen wird und wenig später zwei Kinder verschwinden.

Fredrika Bergman und Alex Recht stoßen bei ihren Ermittlungen auf die alte Legende und müssen sich bald fragen, ob der Papierjunge tatsächlich etwas mit den Vorfällen zu tun haben könnte. Ihre Untersuchungen führen Fredrika nach Israel, wo sie mit einem grausamen Verbrechen aus der Vergangenheit konfrontiert wird… (Klappentext)

Rezension:

Ohne die sonst dem Schweden-Krimi anhängende melnacholische Schwere ist Kristina Ohlsson mit „Papierjunge“ ein faszinierend spannender Krimi gelungen, der es in sich hat, zumal der Leser gleich ins kalte Wasser geworfen wird.

Eingeführt in die Legende des „Papierjungen“ geschehen ein paar Jahrzehnte, ein Kapitel später, die ersten grausamen Morde an zwei zehnjährige Jungen, die fortan das Ermittlerteam um Alex Recht in Atem halten. Sind sie doch nichts weniger als ein Frontalangriff auf die jüdische Gemeinde in Stockholm, Schweden, einen Land, welches seit über zweihundert Jahren keinen Krieg auf eigenem Boden gesehen hat.

Bald darauf stößt die schwedische Polizei auf eine Mauer aus Legenden, dem Interessensgebieten der Geheimdiensten und verdeckten Operationen und Racheakten, ohne diese durchbrechen zu können.

Die Befragung der Eltern der ermordeten Kinder führ ebenso in Sackgassen, wie die Verfolgung eines Mossad-Agenten, der ganz eigene Pläne hat. Darüber schwebend die Angst, dass der Papierjunge bald wieder zuschlagen könnte. Schließlich tut er es.

Alex Recht und Fredrika bergman stellen sich immer neue Fragen, auf die es keine Antworten, vielmehr noch mehr neue Fragen zu geben scheint, bis sich für die Polizisten aus einer Vernehmung heraus eine heiße Spur ergibt. Doch, der Papierjunge ist schneller. Ein sich flüssig lesender, spannender Krimi, der die Leser mitnimmt in eine Welt der Legenden udn Intrigen, ins winterliche Stockholm und ins warme Israel.

Im Gegensatz dieser zwei Welten, die eine praktisch an hundertprozentige Sicherheit gewöhnt, geschockt durch den Umstand zweier Morde, die andere, in der Tod, Krieg und Terror beinahe alltäglich sind.

Kristina Ohlsson schafft es, diese Gegensätze glaubwürdig zu verweben und die Konflikte von Geheimdiensten und Behörden zwei so unterschiedlicher Länder darzustellen.

Der „Papierjunge“ wirft die Leser mit ihren Gefühlen hin und her, wie in der Trommel einer Waschmaschine, so dass die Auflösung vielleicht zu überraschen vermag aber in jedem Falle nachdenklich macht. Wie weit geht ein Mensch, wenn er von Rachegefühlen getrieben wird? Mit welcher Geduld, mit welchen Mitteln? Wo liegen die Grenzen und wann ist die Grenze zwischen politischen und persönlichen Konflikt überschritten? In Israel/Palästina wird sie es jeden Tag.

Ihre Erfahrungen als Angestellte im schwedischen Außen- und Verteidigungsministerium macht sich Ohlsson zu Nutze und verwebt faszinierend Handlungsstränge, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Der Leser wird in die Geschichte eingesogen und muss diese dann selbst entwirren, weiß an einer Stelle mehr als die Ermittler, auf der nächsten Seite dann wieder viel zu wenig.

Ein spannender moderner Krimi, der dem Ruf des Landes, zumindest literarisch eine unglaubliche Vielzahl an Morden und Verbrechen alle Ehre macht.

Autorin:

Kristina Ohlsson wurde 1979 in Kristianstad geboren und arbeitete nach ihrem Studium der Politikwissenschaften im schwedischen Außen- und Verteidigungsministerium als Expertin für EU-Außenpolitik und Nahostfragen.

Bei der nationalen schwedischen Polizeibehörde ebenso und als Terrorismusexpertin bei der OSZE in Wien. 2009 veröffentlichte sie ihren Debütroman „Aschenputtel“, mit dem ihr der Durchbruch als Autorin gelang. Die Reihe um die Polizisten Alex Recht und Fredrika Bergman wurde ein internationaler Erfolg. 2013 schrieb sie ihr erstes Jugendbuch, welches ein Jahr später in Deutschland erschien.

Jona Oberski: Kinderjahre

Kinderjahre Book Cover
Kinderjahre Jona Oberski Rezensionsexemplar/Roman Diogenes Erschienen am: 27.04.2016 Hardcover Seiten: 149 ISBN: 978-3-257-06962-4

Inhalt:

Die Kinderjahre von vier bis sieben, die am soglosesten sein sollten, erlebte Jona Oberski im Grauen von Bergen-Belsen. Mit seiner einzigartigen, ergreifenden Schilderunmg nimmt er die Perspektive des Kindes ein, das nichts begreift, doch alles Geschehen registriert und einzuordnen versucht. Ein existentielles Buch. (Klappentext).

Rezension:

Jona ist vier Jahre alt und wird eines Tages aus dem Schlaf geschreckt. Laut schreiende Männer sind in der Wohnung und befehlen den Eltern, Sachen zu packen und der Junge begreift in der Hektik nur eines, dass sie auf eine Reise ins Ungewisse gehen werden.

Für Jona eher ein Abenteuer, aber die Angst seiner Eltern, die ihn dennoch immer versuchen abzulenken, färbt auf ihn ab und so beginnt für den Jungen eine Irrfahrt, erst nach Westerbrok, später nach Bergen-Belsen. Dort ist er in aller Deutlichkeit mit der Grausamkeit des Krieges konfrontiert.

Der Hund vom deutschen Wachmann wirkt auf den Kleinen wie der Wolf von Rotkäppchen. Jona versucht dennoch den Schrecken als Alltag wahrzunehmen, hängt sich an seiner Mutter, die er bald als nur noch einzige Bezugsperson haben wird, „spielt“ mit den anderen Kindern im Lager und entkommt dennoch nicht dem Schrecken, der sich in Tod und Krankheit zeigt.

Nicht zuletzt für ihn unmittelbar bei seinen Eltern. Das Kind, welches äußerlich noch klein ist, wird im Innersten schnell zum Erwachsenen und begreift mehr als die selbigen für gut und ausreichend halten. Jona lernt in seiner kindlichen Art und Weise zu überleben.

Dies ist die wahre Geschichte des Autoren, der mit „Kinderjahre“ die wichtigste und egreifenste Lebenststation in Buchform vorgelegt hat. Und das bereits 1973.

Warum dies so lange gedauert hat, bis es diese wahre Geschichte, die so ergreifend und bedrückend ist, wie die von Anne Frank, nach Deutschland geschafft hat, mag man sich bei der Lektüre fragen und ist dennoch froh, dass sie überhaupt erzählt werden kann. Schluießlich hat es der Autor geschafft, zu überleben.

Umsorgt von seinen Eltern und von gutmeinenden Menschen, schafft er es der Hölle des Lagers zu überstehen, um später in der Nachkriegszeit der Niederlande seinen Weg fortzusetzen.

Die eindrückliche, fast erdrückende Schreibweise nimmt den Leser auf den Weg durch eine Kindheit mit, die eigentlich zur schönsten Zeit des Lebens zählen sollte. Tatsächlich ist diese Geschichte schön, weil man weiß, dass es diese des Autoren ist, er überlebt hat, doch das Szenario um ihn herum ist erschütternd und einfach nur schrecklich.

Eine Art „Das Leben ist schön“ auf Niederländisch und aus Kindersicht geschrieben, die doch mehr begreift als die Erwachsenen, die alle selbst kämpfen, wahrhaben wollen. Ein wichtiges, interessantes Buch, welches noch nach dem Lesen beschäftigen wird. Auf, dass kein Kind mehr solch eine Hölle erleben muss.

Autor:

Jona Oberski wurde 1938 in Amsterdam geboren und war als Physiker an einem Forschungsinstitut für Nuklear- und Teilchenphysik tätig. Sein autobiographischer Roman „Kinderjahre“ erschien in den Niederlanden erstmals 1978 und erzählt aus der Sicht seiner Kindheit über sein Erleben von Krieg, Deportation und Konzentrationslager. Das Werk wurde später verfilmt, 2016 ins Deutsche übersetzt.