Kevin McAleer: L.A. Kid

Inhalt:
In den letzten einhundert Jahren war Los Angeles Projektionsfläche weltweiter Träume und Phantasien, zugleich popkultureller Hotspot. Doch wie ist es, dort aufzuwachsen? Kevin McAleers Roman erzählt vom Aufwachsen im Los Angeles der 1960er und 1970er Jahre, von Surfen und Bodybuilding, Filmsternchen und Erdbeben. Archetypen einer Stadt, Markenzeichen und einer ganzen Menge Melancholie. Eine Stadt im Umbruch, vor dem Hintergrund des Hintergrund des Vietnamkrieges und rapiden gesellschaftlichen Veränderungen, eine Kulturgeschichte der Männlichkeit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die tiefe und manchmal urkomische Einblicke bietet. (sinngemäße Übersetzung des Klappentextes)

Rezension:
Experimente können durchaus spannend sein und so habe ich mich auf eines eingelassen und mir diese Erzählung aus dem Hause PalmArtPress vorgenommen, in der der amerikanische Schriftsteller Kevin McAleer Kindheit und Jugend in einer der Aggloromationen aufleben lässt, in der Umbrüche und Gegensätze ein sehr besonders und eigenes Lebensgefühl schaffen. Der Roman „L.A. Kid“ ist nur auf Englisch erschienen. Da ich jedoch das Genre Coming of Age im Allgemeinen gerne lese, habe ich mich darauf eingelassen und trotz eines mittelmäßgen Fremdsprache-Talents dennoch die Quintessenz aufnehmen können.

Dabei ist der Hauptprotagonist zugleich die Erzählfigur, aus deren Sicht wir die Geschichte erleben, die vom Leben in der typisch amerikanischen Vorstadtfamilie eben so berichtet, wie von der ersten Liebe oder amerikanischen Sportarten, die ein sehr eigenen Gemeinschaftssinn und das Gefühl von Verbundensein mit sich bringen, aber auch zur Herausforderung werden können, wenn man in dieser Welt aufwächst. In kompakt gehaltenen Kapiteln und klaren Sätzen nehmen der Protagonist und durch seinen Blick nach und nach auch die Nebenfiguren Gestalt an, wobei der Fokus klar beim ersteren bleibt. In dessen Gefühlswelt tauchen wir ein.

Kurze klare Sätze, die ein Miteinander transportieren, welches in seinen Gegensätzen angelegt ist. Die Erde unter den Füßen der Bewohner bewegt sich zuweilen, doch das Leben geht weiter. Für die amerikanische Mittelschichtsfamilie, in der der Protagonist beheimatet ist, Schule und später das College besucht, ebenso wie die Stars und Sternchen, die zum Hintergrundrauschen der Region bestimmen und Bodybuilder die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Wir folgen dieser Linie den gesamten Handlungsstrang über, in der Orte punktuell wo notwendig, beschrieben werden. Vollkommen ausreichend für die Erzählung, in der kein Wort zu viel vorkommt. Wenn man selten in einer anderen Sprache liest, merkt man bei der Lektüre gerade dieses englischsprachigen Romans, wie ausschweifend zuweilen die heimische Sprache sein kann. Ins Deutsche übersetzt hätte es sicher mehr gebraucht, um das gleiche Gefühl zu transportieren.

Es macht Freude, den Weg des Protagonisten zu verfolgen, zu sehen, wie der kindliche Blick dem des Erwachsenen weicht, der sich zunächst noch finden muss. Die Übergänge von ihrer Beschreibung her sind, soweit ich das verfolgen konnte, stimmig ausgestaltet. Wer Coming of Age mag, Großstadt-Vorstadt-Feeling in der amerikanischen Variante, dem sei diese Erzählung damit empfohlen. Von dem, was ich aufnehmen konnte, mochte ich dies, gerade wenn es dann aber zu sehr eigen wurde, habe ich aber leider doch gemerkt, dass mir an der einen oder anderen Stelle zu viele Vokabeln fehlten.

Außerhalb der Rezension sollte es damit für euch folglich noch genug zu entdecken geben.

Autor:
Kevin McAleer ist ein amerikanischer Schrifsteller, der in Deutschland lebt und zunächst in Kalifornien, San Diego, in Geschichte promoviert hat. Er arbeitet als Autor und freier Übersetzer. Eine Vielzahl seiner Werke sind bei PalmArtPress erschienen.

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