Francois Durpaire: Die Präsidentin

Die Präsidentin Book Cover
Die Präsidentin Francois Durpaire (Autor) Farid Boudjellal (Zeichnungen) Graphic Novel Verlag: Jacoby Stuart Erschienen am: 31.08.2016 Hardcover Seiten: 160 ISBN: 978-3-946593-12-6

Handlung:

Niemand soll sagen können, er habe davon nichts gewusst.

In seiner Graphic Novel schildert François Durpaire die ersten 200 Tage von Marine Le Pen im Elysée-Palast, nachdem sie am 7. Mai 2017 in der Stichwahl gewonnen hat. Sie geht sofort ans Werk: 1. Rückkehr zum Franc; 2. NATO-Ausstieg; 3. Schließung der Grenzen; 4. sofortige Ausweisung aller »illegalen« Ausländer; 5. Arbeitsplätze nur noch für Franzosen; 6. Finanzielle Austrocknung der öffentlich-rechtlichen Sender.

Die Folgen sechs Monate nach Le Pens Amtsantritt: Ausländische Investoren meiden das Land, die Kaufkraft ist eingebrochen, die Arbeitslosigkeit in die Höhe geschnellt, und alle Bürger werden vom Geheimdienst bespitzelt … François Durpaire betont: »Ich als Historiker weiß, dass autoritäre Parteien eher dazu neigen, ihre Radikalität im Wahlkampf zu verbergen.

Um ihr dann, einmal im Amt, freien Lauf zu lassen.« Im Europa von heute bliebe eine derartige Entwicklung eines Landes nicht ohne Folgen für die anderen Nationen. Und als wäre das nicht genug, ist dieses Schreckensszenario nicht nur in Frankreich denkbar – ein hochaktuelles Buch für ganz Europa. (Verlagstext)

Das deutsche Vorwort stammt von Ulrich Wickert.

Zeichnungen:

Bis auf das farbige Cover sind alle Zeichnungen in Schwarz-Weiß-Ton gehalten. Dabei wechselt das Format der einzelnen Zeichnungen und die Menge der abgebildeten Szenen je nach Brisanz, Schärfe und gezeigter Situation. Die Schrift ist teils sehr klein gehalten. Viel Text ergänzt die Schärfe der Thematik,

Einordnung:

Dies ist der erste Teil einer Reihe. Der zweite wurde bisher noch nicht ins Deutsche übersetzt.

Rezension:

Der Front National galt lange Zeit als abschreckendes Beispiel, doch rechte und populistische Parteien sind überall in Europa auf den Vormarsch. Während Michel Houllebecq mit seinem Roman „Unterwerfung“ das Szenario der Machtübernahme eines muslimischen Präsidenten vorweg nimmt, zeigen Francois Durpaire und Farid Boudjellal die für Frankreich realere Gefahr.

Die Wahl Marine Le Pens zur Präsidentin der Republik. Komplett düster gehalten, in Schwarz-Weiss-Grau, beobachtet der Leser eine Familie von Immigranten, die fassungslos die Verkündung der Ergebnisse der Wahlen vor dem Fernseher verfolgt und darauf beschließt, politisch aktiv zu werden.

Nicht, wie einst die Großmutter in der Bewegung der Resistence mit dem Gewehr, sondern mit der Macht des Wortes. Sie schreiben einen Blog, wissend um die drohende Gefahr, denn Marine Le Pen lässt ihrem Wahlkampf Taten folgen. Taten, die nicht nur für Frankreich, sondern auch für Tariq, Stephane und ihre Freunde Folgen haben werden.

Das Parteiprogramm des Front National analysierend, haben der Historiker und der Zeichner ein faszinierend erschreckendes Portrait dessen geschaffen, was mit Frankreich passiert, wenn es Le Pen und ihrer Partei gelingt, bei den nächsten Präsidentschaftswahlen den Sieg zu erringen.

Der Austritt aus EU; Euro und NATO sind da noch die geringsten Punkte, viel schlimmer werden die Auswirkungen für die Wirtschaft und die Freiheit der Franzosen sein. Der Dreiklang Freiheit-Gleichheit-Brüderlichkeit wird umgekehrt in ein totalitäres System, dessen Grausamkeiten sich wie ein Damokles-Schwert über die Republik erheben und bald nicht nur Immigranten in den Abgrund reißen.

So realitätsnah, wie möglich, beschrieben, zeigt dieses Comic noch viel besser, was nicht nur mit Frankreich, sondern auch in jedem anderen Land Europas passiert, wenn nicht nur Euro-Skeptiker sondern gleich die Rechten die Macht erlangen.

So könnte Marine Le Pen durchaus ersetzt werden, durch eine nicht näher genannte AfD-Politikerin und Frankreich durch Deutschland. Der Effekt wäre gleich. Eine Graphic Novel als letztes Mahnmal, zumindest seine Leser, nachdenklich zu stimmen und über die nächsten anstehenden politischen Wahlen nachzudenken.

Denn, wenn sich dieses Szenario bewahrheitet, könnten es die letzten sein, die einigermaßen geordnet und demokratisch im Mutterland der modernen Demokratie ablaufen werden. Doch, FN-Wähler werden die beiden wohl nicht erreichen, hoffentlich jedoch ein paar Nichtwähler, deren Nichtstimmen sonst den Rechten in die Hände spielen würden.

Denn am Ende gilt es, nicht nur mit Federstrich und Texten einen Wahlsieg der Populisten zu verhindern, sondern ihre Vorstellungen zu verhindern Wirklichkeit werden zu lassen. Am Ende der Geschichte, auf deren Fortsetzung wir in Deutschland, noch warten müssen, steht nicht nur Frankreich vor einem Scherbenhaufen, sondern auch Le Pen selbst. Das Szenario weiter gesponnen, so darf man erwarten, wird in der Fortsetzung jedoch nicht besser.

Ein erschreckendes gut gezeichnetes Szenario, im doppelten Sinne, welches auf- und wachrütteln kann und dies auch soll. Grundlage alleine, eine Analyse der Auswirkungen des Parteiprogrammes der franzöischen Rechten, wenn diese es umsetzen.

Das kann und darf niemand wollen, weshalb es nahezu Pflicht ist, sich mit den Alternativen zu beschäftigen, die allesamt besser sind als das, was uns erwartet. Nicht nur in Frankreich, sondern eben überall. Für Leser mit Brille mag es auf Dauer anstrengend sein, die Winzschrift von Text zu verfolgen (es ist derer viel), die detaillierten harten Zeichnungen entbehren jeder Freundlichkeit eines normalen Comics.

Doch lohnt es sich in die Handlung einzutauchen um eine solche zu verhindern.

Autor:

Francois Durpaire wurde am 14. August 1971 in Wien geboren und ist promovierter Historiker. Sein Spezialgebiet ist Bildung und kulturelle Vielfalt der Vereinigten Staaten von Amerika und Frankreich. Zu diesen Themen berät er regelmäßig Rundfunk- und Fernsehsender.

Seit 2013 ist er Dozent für Erziehungswissenschaften an der Universität Cergy-Pontoise, vorher veröffentlichte er zusammen mit Olivier Richomme eine der ersten nicht-englischsprachigen Biografien über US-Präsident Obama, dessen Sieg er in Frankreich als eine der ersten Kommentatoren voraussagte.

Von 2009 bis 2016 war er Mitglied des Nationalen Komitees Frankreichs zur Erinnerung an die Geschichte der Sklaverei. 2013 unterstützte er zudem eine Initiative von Immigranten für das Erlangen von Wahlrechten in Frankreich, ein Jahr zuvor die Präsidentschaftskampagne von Aurelien Tricot.

Zeichner:

Farid Boudjellal wurde 1953 in Toulon geboren und ist ein französischer Comicautor und Zeichner. Er stammt aus einer algerischstämmigen Familie, wuchs aber in Südfrankreich auf. Mit acht Jahren erkrankte er an Kinderlähmung.

Nach Schule und Universität veröffentlichte er 1978 erstmals Comicstrips in verschiedenen Magazinen, worauf bald sein erstes Album erschien. Seine hauptthemen sind Migration, Behinderungen und der Nahostkonflikt. In Deutschland verwendete Henryk M. Broder eines seiner Zeichnungen als Cover für „Die Irren von Zion“.

Simon Lelic: Das Kind, das tötet

978-3-426-19943-5_druck-jpg-33503327Autor: Simon Lelic
Titel: Das Kind das tötet
Seiten: 350
ISBN: 978-3-426-19943-5
Verlag: Droemer

Inhalt:
Leo Curtice scheint das große Los gezogen zu haben. Der bisher wenig erfolgreiche Anwalt wird Pflichtverteidiger in einem spektakulären Fall: Ein erst zwölfjähriger Junge hat auf brutale Weise eine Elfjährige ermordet.

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Suzanne Collins: Die Tribute von Panem – Gefährliche Liebe (2)

9783789132193Autorin: Suzanne Collins
Titel: Die Tribute von Panem – Gefährliche Liebe
Seiten: 431
ISBN: 978-3-8415-0135-6
Verlag: Oetinger

Handlung:
Während Katniss und Peeta in ganz Panem als das tragische Liebespaar gefeiert werden, droht den beiden bereits neue Gefahr. Denn Katniss ist mittlerweile zu einem symbol des Widerstands geworden – das kann das Kapitol nicht dulden.

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Film zum Buch (Filmblick): Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind?

Ja, wo sind sie denn zu finden? Ein paar zumindest in Newt Scamanders Koffer, der eigentlich nur auf der Durchreise ist als er in New York City ankommt.

Zurück von seiner letzten Expedition, möchte er eines seiner Tiere in die freie Wildbahn Amerikas entlassen, nur dummerweise wird er von einen Passanten angerempelt, der Koffer wird verwechselt und im nächsten Moment sind all die magischen Geschöpfe entflohen.

Dumm nur, dass der Passant ein No-Maj ist (so nennen die amerikanischen Zauberer die Muggel) und überdies im Zauber-Amerika rückständige und strenge Gesetze gelten. Was die Einfuhr von magischen Wesen und die Geheimhaltung der Zauberei betrifft.

Doch, Newt Scamander, der No-Maj, der eigentlich nur in New York eine Bäckerei eröffnen wollte und eine ausgestoßene Magische Zaubererkongressmitarbeiterin machen sich auf die Suche. Und begegnen dabei nicht nur furchterregenden wie faszinierenden Geschöpfen.

Insgesamt hat mir Joanne K. Rowlings Drehbuchdebüt sehr gut gefallen, was aber auch daran liegt, dass der Stab um Produzenten und Regie der gleiche ist, wie in dern Harry Potter Filmen zuvor, wenn man auch das Verbrechen begangen hat, Johny Depp mitspielen zu lassen. Spielort ist halt Amerika.

Die Zauberergesellschaft der Zwanziger Jahre in den USA kommt längst nicht so selbstbewusst rüber gegenüber den Muggeln, wie die britische der Neuzeit, ansonsten spielt die Szenerie zwar im Harry Potter Universum aber ohne die Hauptgeschichte auch nur annähernd zu berühren.

Dumbledore wird z.B. nur einmal erwähnt und auch der Name von ein zwei bösen Zauberern wird fallen, die größte Verbindung ist aber vielleicht noch, dass der Zuschauer weiß, wer einmal eines von Harrys Schulbüchern verfassen wird.

Das war es auch schon. Effekte, Dialoge und die riege der Schauspieler, auch wenn ich kein gutes Namensgedächtnis habe, sind klasse und lassen viel Raum für eine Fortsetzung, die es sicher geben wird. Ich freue mich darauf.

Wovon ich nicht ganz so überzeugt bin, ist die Vermarktung des Filmes in den Buchläden. Die bekommen reichlich davon ab. Carlsen und Panini teilen sich hier die Einnahmen der Kunden.

Da gibt esBücher über das Setbild, die Kostüme, Requisiten, ein Posterbuch, ein Stickerbuch, ein Buch über die Charktere, die Tierwesen, ein anderes über die Geschichte an sich, dann wieder eines zu den Dreharbeiten an sich. Das Drehbuch selbst wird auch noch erscheinen. Wer soll das bitte schön alles bezahlen.

Statt dass man ein dickes Buch macht und dazu vielleicht noch das Drehbuch, so viel noch nebenbei? Für die Verlage wird es aufgehen werden.

Dem Fan wird es weh tun. Schließlich sind noch mehrere Teile davon geplant und die werden sicher auch toll. Nur wird man dann arm, wenn man auch noch das Begleitmaterial kauft und sich am Ende wohl die Kinokarte nicht mehr wird leisten können.

Sebastian Fitzek: Das Paket

Inhalt:
Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den »Friseur« nennt – weil er denmisshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet.

Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fürchtet, der »Friseur« könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden. In ihrer Paranoia glaubt sie in jedem Mann ihren Peiniger wiederzuerkennen, dabei hat sie den Täter nie zu Gesicht bekommen.

Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch sicher – bisder Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen.

Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in ihrer Straße lebt … (Verlagstext)

Gimmick:
Die Erstauflage ist als gebundene Ausgabe mit festen Kartoneinband erschienen, verpackt widerum in einem Paket gleicher Stärke.

Rezension:
„Back to the roots“, könnte der Untertitel dieses Thrillers sein und tatsächlich hat sich Sebastian Fitzek wieder, gleichsam seines Erstlingswerkes, in die Abgründe der menschlichen Psyche begeben, nachdem er zuletzt sich auf den Feld der Verschwörungsthriller ausprobiert hat.

Zwar waren seine Werke „Noah“ und „Passagier 23“ sehr gut zu lesen, doch „Das Paket“ übertrifft diese um Weiten. Die geschichte beginnt, wie alle Werke des Berliner Erfolgsautoren mit einem Knall und reiht Kapitel für Kapitel schier unglaubliche Cliffhanger aneinander, die die Seiten nur so davonfliegen lassen.

Zum Lesen muss sich hier niemand zwingen, es sei denn, man ist ohnehin empfindlich. Dann aber hat man mit Fitzek sowie so das Genre verfehlt. Für alle anderen gibt der Thriller ein packendes Leseerlebnis, welches von Beginn an flüssig ist. Flüssig wie Blut.

Und das beginnt schon mit der Verpackung, zumindest in der Erstauflage. Das einfache Herausbringen von Büchern diverser Autoren genügt heute nicht mehr. Ein oder zwei Bestseller können die Haushaltszahlen der Verlage retten.

Droemer Knaur weiß das und hat sich in Zusammenarbeit mit dem Autor da etwas Besonderes einfallen lassen. Der Leser öffnet gleichsam der Protagonistin Emma ein Paket und holt sich damit die Spannung, negative Kritiken sprechen auch vom Grauen, ins Haus.

Nur ist der Inhalt ein kartoniertes Buch, nicht wie bei Emma, der Auslöser einer katastrophalen Kette, anhand derer die ohnehin -labile- Psychotherapeutin entgültig zusammenbrechen droht. Nur der Beweis des Gegenteils, der Schritt nach Draußen, da sie das Haus sonst nicht verlässt, glaubt sie, kann die Sicherheit zurückbringen. Wie arg sie sich täuscht.

Am Ende ist dann alles anders als man denkt. Mit gesunden Menschenverstand zwar fast zu viel aber der Leser begleitet hier eine seelisch instabile Hauptperson.

Eine Spezialität Fitzeks, an der er von Thriller zu Thriller feilt und die ihm wieder einmal gelungen ist. Spannungsgeladen beschließt der Autor hiermit sein zehntes schriftstellerisches Jahr in 362 Seiten, mit keiner Zeile zu viel.

Zum Schluss der übliche Dank an die Leser, die ihn einst über Weiterempfehlungen in Internetforen zum Bestsellerautoren machten. Einige der kuriosesten und anrührendsten Leserbriefe hat er ausgewählt und abdrucken lassen. Auf die nächsten zehn Jahre Sebastian Fitzek.

Lesung:
Ich war auf der Lesung von Fitzek im Haus Auensee zu Leipzig Gast und habe eine wirklich beeindruckende Lesung erlebt. Mit Videosequenzen, den Buch-Trailer natürlich, der zuletzt auf den Buchmessen in der Fitzek-Box zu sehen war und musikalischer Untermalung.

Der Autor kann nicht nur schreiben, sondern auch vorlesen. So hatte ich die gesamte Zeit seine Stimme im Ohr. Als Hörbuchsprecher wäre er brilliant.

Auf der Lesung hat er ein wenig über sein Leben erzählt, seinen schriftstellerischen Werdegang über Ideenfindung gesprochen und gezeigt, welche Wirkung unterschiedliche Hintergrundmusik auf gesprochenen Text macht.

Und auch der Autor selbst hat viel Humor bewiesen und war sich nicht zu schade, sich selbst auf die Schippe zu nehmen. Zum Schluss hat eine der Zuschauerinnen selbst ein Paket öffnen dürfen und sämtliche Hörbücher von Fitzek bekommen.

Fitzeks Buch, das Paket und die Eintrittskarte selbst sind signiert bei mir.

Autor:
Sebastian Fitzek wurde 1971 in Berlin geboren und ist ein deutscher Schriftsteller und Journalist. Bis zum ersten Staatsexamen studierte er Jura und promovierte in Urheberrecht, arbeitete dann als Chefredakteur und Programmdirektor bei verschiedenen Radiosendern Deutschlands.

2006 veröffentlichte er seinen Psychothriller bei Droemer Knaur, der trotz einer kleinen Auflage ohne Marketing zum Bestseller avancierte. Inzwischen wurden seine Bücher in über 24 Sprachen übersetzt.

2012 wurde sein Thriller „Das Kind“ verfilmt, mehrere Theateradaptionen seiner Bücher laufen auf verschiedenen Bühnen, eine Fernsehserie ist in Planung. Seine Bücher kennzeichnen sich in den Erstauflagen durch besondere Gimmicks aus.

Für seine Lesungen wählt er mintunter auch ungewöhnliche Orte wie die Trauerhalle eines Bestattungsinstituts oder eine Zahnarztpraxis. Er engagiert sich ehrenamtlich als Schirmherr für den Verein „Das frühgeborene Kind“ seit der Geburt seines ersten Sohnes. Der Autor lebt mit seiner Familie in Berlin.

Sebastian Fitzek
Das Paket
Seiten: 362
ISBN: 978-3-426-19920-6
Verlag: Droemer

Volker Surmann: Mami, warum sind hier nur Männer?

Mami warum sind hier nur Maenner von Volker Surmann
Mami warum sind hier nur Maenner von Volker Surmann

Autor: Volker Surmann
Titel: Mami, warum sind hier nur Männer
Seiten: 288
ISBN: 978-3-44248-207-8
Verlag: Goldmann

Inhalt:
Verkehrte Welt im Gay-Resort auf Sardinien: Hotelier Helmer Klotz, selbst schwul, verachtet seine homosexuelle Klientel aus tiefstem Herzen. Dann gewährt er in einer Notsituation Ilka, einer frisch verlassenen Mutter mit ihren zwei Kindern, Unterkunft.

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Philippe Blasband: Max und Minnie

max-und-minnie-blasband-philippeAutor: Philippe Blasband
Titel: Max und Minnie
Seiten: 126
ISBN: 3-502-10047-0
Verlag: Fretz & Wasmuth
Übersetzung: Anne Büchel

Inhalt:
LAEOS (Liebe auf ewig ohne Scheidung) schreibt Max an die Wände des Klos in der Schule – ganz klein, denn die Liebe zu seiner Cousine Minnie hat eben erst begonnen und hat den schüchternen dicken Jungen kühn und das rotzige magere Mädchen zugänglich gemacht. Ganz nahe kamen sie dem Glück, wie Max zwanzig Jahre später feststellt… (Klappentext)

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John Tiffany/Jack Thorne: Harry Potter and the Cursed Child/und das verfluchte Kind

Harry Potter and the Cursed Child I & II Book Cover
Harry Potter and the Cursed Child I & II John Tiffany/Jack Thorne Theaterstück-Skript Verlag: Little Brown Erschienen am: 25.07.2017 Hardcover Seiten: 343 ISBN: 978-0-7515-63535-5 Ideen: Joanne K. Rowling

Inhalt:

Harry Potter ist inzwischen ein angesehener und überarbeiter Angestellter des Zaubereiministeriums, dessen drei Kinder ihm beinahe so viel Arbeit machen, wie sein Beruf selbst. Sein zweiter Sohn Albus kommt nach Hogwarts und hadert mit der Berühmtheit des Vaters, freundet sich mit dem Sohn von Draco Malfoy an.

Beide Außenseiter werden sie über die Jahre mit der Vergangenheit konfrontiert und Harry und Albus müssen erkennen, dass die Dunklen Mächte auch nach Jahren um sich greifen und das Böse oft aus Ecken kommt, von denen man es am wenigsten erwartet.

Einordnung:

Das Theaterstück schließt inhaltlich am Epilog des siebten Bandes der Reihe um den Zauberlehrling Harry Potter an, ist aber nicht als Fortsetzung zu betrachten. Es handelt sich um ein eigenständiges Bühnenstück, welches zurzeit in London aufgeführt wird und derzeit bis Mitte 2017 ausverkauft ist.

Der Fokus liegt auf die neue Generation und die Beziehung zwischen Harry Potter und seinem Sohn Albus Severus Potter. Dies ist das englische Skript, welches im Herbst auf Deutsch als „Harry Potter und das verfluchte Kind“ erscheint. 2017 soll voraussichtlich noch eine überarbeitete Version des Skripts erscheinen.

Rezension:

Sehnsüchtig habe ich das Skript zum Theaterstück erwartet, da es mir in absehbarer Zeit nicht möglich ist das selbige, geschweige denn London, zu besuchen. Und so waren die Erwatungen groß, als ich endlich das Buch in den Händen und loslesen konnte.

Zunächst, der leser sollte zuerst beachten, dass es sich hier nicht um einen vollwertigen Roman handelt. Wer mit dieser, auch mit der Vorstellung eines stimmigen achten Bandes, Denke herangeht, wird enttäuscht werden. Bei „Harry Potter and the Cursed Child“ handelt es sich um ein Skript, eine Art Drehbuch, zum gleichnamigen Londoner Theaterstück und nur als solches funktioniert es.

Man muss es sich auf der Bühne vorstellen, das Stück dauert einige Stunden lang und genau so lange liest man den Text. Nicht mehr und nicht weniger. Und beginnt dabei eine Zeitreise durch das Leben Harry Potters und besonders seines jüngsten Sohnes Albus, der am Anfang der Geschichte nach Hogwarts kommt.

Den Frieden nicht trauend und unter der Last des Erbes seines Vaters und der Bürde seines Namens fällt es dem Jungen schwer, sich von seinem Vater zu lösen, was nicht ohne Konflikte zwischen den beiden vonstatten geht.

Und stürzt dabei mit seinem Freund Scorpius die Zaubererwelt an den Rand des Abgrundes. Genial und schnell wird die Geschichte der beiden Schüler und der Elterngeneration (Draco, Harry und Ginny, Hermine und Ron) erzählt, die es in sich hat. Für die Leser der Romane ist es gewöhnungsbedürftig, diese Geschichte zu lesen. Mit vielen Vorstellungen, die man sich aus den ganz wenigen Eindrücken des Epiloges machen konnte, muss man brechen.

Einige Gegebenheiten oder besser gesagt Gesetzmäßigkeiten der Zauberei im Potter-Universum werden verwendet. Und charakterlich geht vor allem Potters Sohn eine entwicklung durch, die man den kleinen ängstlichen Jungen aus dem Ende des siebten Bandes gar nicht zugetraut hätte.

Tatsächlich war der Junge in meinen Vorstellungen immer ganz anders.

Dennoch passt es. Zumindest für dieses Theaterstück, welches ich um so mehr sehen möchte, nachdem ich jetzt das Skript gelesen habe. Dazu bin ich einfach zu sehr Fan der Reihe und zu lange mit den Büchern aufgewachsen.

Die Sprunghaftigkeit, die jedoch auf der Bühne sicher gut wirkt, ist beim Lesen gewöhnungsbedürftig, weshalb zwar das Tempo schnell, das Lesen aber nicht ganz so flüssig von den Augen gehen wird. Und das liegt nicht daran, dass das Buch erst einmal nur in englischer Sprache zu lesen ist.

Die ist sehr sauber und auch mit mittelmäßigen Schulkenntnissen zu lesen und die Handlung zu verstehen. Für mich eine vollwertige Ergänzung und ein Wiederaufleben des Aufwachsens mit einer großartigen Geschichte.

Für Fans ein unbedingtes Muss. Allen anderen sei gesagt, dass gewisse Vorkenntnisse natürlich vorausgesetzt sind, um der Handlung im Verlauf folgen zu können. Ab hier führe ich meine Gedanken zum Charakter Albus Severus Potter aus. Wer das nicht lesen will, da es Spoiler enthält, nicht klicken.

Spoiler:

In meinen Gedanken habe ich mir Albus eher als ruhigen und ängstlichen stillen Jungen aber dennoch als Gryffindor vorgestellt. Charakterlich eine Art Neville, der nur in besonderen Situationen mutig ist, wenn er es sein muss. Als Slytherin konnte ich ihn mir bisher nicht vorstellen.

Eine Fanfiction, die ich mal aus dieser Sicht geschrieben habe, ausgenommen. Das wurde da auch nur eine Oneshot. Für mich waren die Familienkonflikte trotz der Namensbürde und der Last Harry Potters Sohn zu sein auch nie so groß und extrem, wie hier beschrieben.

Auch hier habe ich mir den Jungen eher still und alles in sich hineinfressend vorgestellt. Gefallen hat mir aber von vornherein, dass Scorpius hier den etwas vernünftigeren Part angenommen hat und dabei so eine Art Unterstützung, Wegweiser und manchmal auch eine kleine Beschützerrolle eingenommen hat. Insgesamt kann ich aber mit den Unterschieden zwischen meinen Vorstellungen und dieser hier nun verschriftlichten gut leben.

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Deutsche Übersetzung:

Noch ein Wort zur deutschenn Übersetzung. Selbst mit mittelmäßigen Sprachkenntnissen, besser sind meine nicht, lässt sich die englische Ausgabe sehr gut lesen. Da durch, dass man sich auf die Dialoge konzentriert, ist es sehr viel einfacher als hätte man einen Romantext zu lesen und man bekommt alles mit. Vielleicht nicht immer Wort für Wort aber es entgeht einem nichts.

Die deutsche Ausgabe schiebe ich nach dem Lesen eines englischen Buches immer hinterher, um zu schauen, wie viel ich verstanden habe.Es hat also ganz gut geklappt. Übersetzer ist hier wieder Klaus Fritz.

Ich lese ansonsten grundsätzlich auf Deutsch. Englisch ist bei mir eher die Ausnahme und ich beruhige mein schlechtes Gewissen damit, ein- zwei Mal im Jahr zur fremdsprachigen Literatur zu greifen. Beim Lesen will ich mich fallen lassen. Es sei denn, es ist ein Sachbuch.

Bei englischen Büchern kann ich das aber nicht, muss mich arg konzentrieren. Wem das Spaß macht, der kann ruhig Englisch lesen. Das Buch wurde aber vom gleichen Übersetzer übersetzt, der auch die Harry Potter Bücher übersetzt also da keine Angst haben.

Wer nur mittelmäßiges Englisch spricht und kann, für den lohnt sich schon die deutsche Ausgabe. Ab 2020 wird das Theaterstück in Deutschland/Hamburg aufgeführt. Wir dürfen also gespannt sein, wie es letztendlich auf der Bühne funktioniert. Damit steht und fällt dann alles.

Autorin, u.a.:

Joanne K. Rowling ist die Autorin der Harry-Potter-Bücher um den berühmten Zauberlehrling, welche in 79 Sprachen übersetzt wurden.

Über 450 Millionen Bücher der Reihe wurden bislang verkauft. Nach ihren Erfolgen im Jugendbuchbereich schrieb sie mehrere Zusatzbücher für wohltätige Zwecke, danach einen Gesellschaftsroman für Erwachsene.

Eine Krimi-Reihe schrieb sie unter dem Pseudonym Robert Galbraith. Zuletzt beteiligte sich die Autorin an der entstehung eines Theaterstücks, welches derzeit in London aufgeführt wird sowie als Drehbuchautorin und Produzentin des Filmes „Newt Scamander – Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“.

Katja Brandis: Woodwalkers – Carags Verwandlung (1)

60196-0_Brandis_Woodwalkers.inddAutorin: Katja Brandis
Titel: Woodwalkers – Carags Verwandlung
Seiten: 268
ISBN: 978-3-401-60196-0
Verlag: Arena

Inhalt:
Auf den ersten Blick sieht Carag aus wie ein normaler Junge. Doch hinter seinen leuchtenden Augen verbirgt sich ein Geheimnis: Carag ist ein Gestaltwandler. Aufgewachsen als Berglöwe in den Wäldern lebt er erst seit Kurzem in der Menschenwelt. Das neue Leben ist für ihn so fremd wie faszinierend.

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Andrej Djakow: Dunkelheit – Die St.-Petersburg-Trilogie

Dunkelheit - Die St.-Petersburg-Trilogie Book Cover
Dunkelheit – Die St.-Petersburg-Trilogie Andrej Djakow Science Fiction Heyne Erschienen am: 11.04.2016 Taschenbuch Seiten: 1135 ISBN: 978-3-453-31760-4

Inhalt:

Wir schreiben das Jahr 2033. Ein Atomkrieg hat weite Teile der Welt verwüstet. Nur in den gigantischen U-Bahn-Netzen der Städte konnten die Menschen überleben. So wie der zwölfjährige Waisenjunge Gleb, der sein Dasein im Untergrund der St. Petersburger Metro fristet. Eines Tages wird er jedoch mit einer Gruppe von Gefährten auf eine gefährliche Expedition geschickt, die sie an die verstrahlte Oberfläche führt. Für Gleb beginnt das größte Abenteuer seines Lebens… (Klappentext)

Einordnung:

Die Rezension bezieht sich auf die Gesamtausgabe der Trilogie von Andrej Djakow, die im Taschenbuch-Format bei Heyne erhältlich ist. Die Teile (Die Reise ins Licht; Die Reise in die Dunkelheit; Hinter dem Horizont) kann man auch einzeln erwerben, sollten jedoch unbedingt in der Reihenfolge gelesen werden.

Bei den einzelnen Bänden ist jeweils eine Karte des Metro-Systems von St. Petersburg zu finden, die bei der Gesamtausgabe fehlt, jedoch zur Orientierung der Handlungsorte nützlich sein kann. Die Geschichte spielt im Metro 2033/2034-Universum von Dmitry Glukhovsky, welches man widerum nicht gelesen haben muss, um der Handlung folgen zu können.

Rezension:

Die Welt ist nach einem verheerenden Atomkrieg eine andere als wir sie kennen. Auf der Oberfläche bevölkern Mutanten des Ökosystems die einst dem Menschen untertan gemachte Erde und Homo Sapiens lebt zurückgedrängt im löchrigen Schutz der bröselnden U-Bahn-Systeme längst vergangener Städte. So auch Gleb, der als Waisenjunge sein Dasein in einer Metrostation Sankt Petersburgs fristet. Ohne Eltern aufwachsend, die bei einem Krieg zwischen mehreren Metro-Stationen umgekommen sind, begeht er seinen trostlosen Alltag als ein Stalker von einer seiner Expeditionen zurückkehrt.

Dieser und andere moderne Abenteurer halten die Metro am leben, beschaffen wichtige Dinge wie Medikamente oder sonstige Materialien von der verstrahlten Oberfläche, an denen es unter der Erde mangelt. Gleb bewundert diese Männer in ihren Schutzanzügen und wird promt von Taran, einer dieser Stalker, ausgewählt, in künftig zu begleiten.

Und Gleb nutzt diese Chance, der Trostlosigkeit zu entfliehen. Für den Zwölfjährigen erweißt sich jedoch bald das große Abenteuer als schmaler Grad zwischen Leben und Tod.

Andrej Djakow schafft mit seiner Trilogie, was dem Erfinder des Science-Fiction-Szenarios Glukhovsky nicht gelungen ist. Die Qualität der Geschichte über drei Bände lang zu halten, dabei kein Wort zu viel oder zu wenig zu schreiben und überdies, die Figuren ans Herz qwachsen zu lassen.

Der zwölfjährige Hauptprotagonist ist mit seiner anfangs kindlichen, später erwachsen wirkender Sichtweise, ein positiver Sympathieträger mit charakterlich vielen Facetten. Genau so wie Taran, der kantig unnahbar erscheint, dennoch über einen guten Kern verfügt. Der Autor lässt die Charaktere sich entfalten, Fehler begehen, Abenteuer bestehen und Verluste erleiden, und sie daran wachsen. Ein großes Plus, dass selbst aus der schlimmsten Katastrophe Hoffnung erwachsen kann.

Mit viel Einfallsreichtum gelingt es Djakow positive und ruhige Momente mit schnellen und spannungsgeladenen Situationen zu wechseln, so dass die Seitenzahl gut zu bewältigen ist. Schließlich kann man die drei Romane auch einzeln und nicht nur hintereinander weg lesen, sollte dies aber der Reihenfolge nach tun.

Nachdem ich von „Metro 2034“ von Dmitry Glukhovsky enttäuscht war, bin ich froh, in der selben Richtung doch noch mal einen neuen Versuch gewagt zu haben. Mit einem Autor, der offenbar aus den Fehlern seines Vorgängers gelernt hat.

Dies tut dem spannenden und zum Nachdenken anregenden Szenario gut, welches sich all die jenigen antun sollten, denen Konflikt und Machtstreben in der Welt noch nicht genug sind. Der Mensch hat das Potential sich auszulöschen und es ist nicht sicher, ob die darauffolgende Natur das Häuflein Überlebende positiv und einladend in die neue Welt mit aufnimmt.

Sorgen wir dafür, dass es gar nicht so weit kommt und wir dieses Gedankenspiel wirklich nur Gedanken sein lassen können, die im flüssigen Schreibstil Glukhovskys davon zeugen, dass wir es in der Hand haben, wie sich unsere Zukunft gestaltet.

Autor:

Andrej Gennadjewitsch Djakow wurde 1978 geboren und ist ein russischer Schriftsteller. er lebt in St. Petersburg und arbeitet als Auditor für Qualitätsmanagement. Für die Buchserie des Metro-2033-Universiums schrieb er eine großteils ins Sankt Petersburg spielende trilogie und zählt zu den beliebtesten Autoren des Science-Fiction-Szenarios.