Caroline Brothers: Niemandsland

produkt-10002021Autorin: Caroline Brothers
Titel: Niemandsland
Seiten: 284
ISBN: 978-3-8333-0898-7
Verlag: Berlin Verlag Taschenbuch
Übersetzung: Monika Schmalz

Inhalt:
KabulTeheranIstanbulAthenRomParisLondon. Jeden Abend betet Aryan seinem kleinen Bruder Kabir die Stationen ihrer Reise vor. Wie ein Glaubensbekenntnis, ein Mantra. Falls sie sich einmal verlieren sollten. Sie wollen nach England, wo alles besser wird. Da sind sie sich ganz sicher… (Klappentext)

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Anne-Laure Bondoux: Die Zeit der Wunder

9783551582416Titel: Die Zeit der Wunder
Autorin: Anne-Laure Bondoux
Seiten: 189
ISBN: 978-3-551-31285-3
Verlag: Carlsen
Übersetzung: Maja von Vogel

Inhalt:
Koumail ist Franzose, so hat seine Ziehmutter es ihm erzählt. Zusammen fliehen sie vor den Kriegswirren des Kaukasus nach Frankreich, ins Land der Menschenrechte. Dabei hat er ein klares Ziel: seine Mutter wiederfinden. Eine lange Odyssee liegt vor ihm, doch Koumail verliert nie den Mut – und auch nicht den Glauben an das Glück. (Klappentext)

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Fabio Geda: Im Meer schwimmen Krokodile

Im Meer schwimmen Krokodile von Fabio Geda
Im Meer schwimmen Krokodile von Fabio Geda

Autor: Fabio Geda
Titel: Im Meer schwimmen Krokodile
Seiten: 190
ISBN: 978-3-570-40201-6
Verlag: btb

Inhalt:
Nachdem Enaiat von seiner Mutter aus Afghanistan geschmuggelt wurde, wacht er eines Morgens auf und ist allein. Er hat nichts als seine Erinnerungen und die drei Versprechen, die er ihr gegeben hat. Mit dem Ziel, ein besseres Leben zu finden, begibt Enaiat sich auf eine lange Reise Richtung Westen.

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Peter Wensierski: Die verbotene Reise

Die verbotene Reise Book Cover
Die verbotene Reise Taschenbuch DVA Seiten: 255 ISBN: 978-3-442-15862-1

Inhalt:

Im Sommer 1987 wagen die Ostberliner Studenten Jens und Marie, denen das Leben in der DDR zu eng ist, das große Abenteuer: Sie fälschen eine Einladung aus der Mongolei und erhalten so Visum und Pass für eine Reise nach Ulan Bator.

Wochenlang durchstreifen sie die faszinierende Weite des Landes und machen sich dann auf nach China, von wo aus sie in den Westen gelangen könnten. Schließlich stehen sie in Peking vor der westdeutschen Botschaft. Und müssen sich entscheiden … Die wahre Geschichte eines großen Abenteuers. Mutig, frech, grenzenlos. (Klappentext)

Rezension:

Es ist die Geschichte über eine Reise, die eigentlich laut Staatsobere hätte unmöglich sein müssen und damit auch eine erzählung über das Ausbrechen aus einem engen festgelegten Rahmen aus Indoktrination und Gemeinschaft, die alles und jeden kontrolliert.

Die beiden Ostberliner Studenten erleben in ihren Alltag immer mehr die Zwänge eines festgefahrenen Systems, in dem sich nichts bewegt und Andersdenkenden jegliches Vorankommen verwehrt wird. Auch Jens und Marie denken und leben nicht systemkonform und sehen sich mit den engen Grenzen der DDR konfrontiert und planen den Ausbruch als zunächst einmal nur eine Reise.

Zwar in befreundete Länder aber eben auch dorthin, wo man trotzdem als einfacher Bürger nicht ohne Weiteres reisen konnte. Nur, wenn man die dazu nötigen Tricks kannte. Und so machen sich die beiden auf den Weg durch Russland, in die Mongolei und beobachten Tiere und Natur.

Jens ist Student der Biologie und Marie studiert Bühnengestaltung. Wochenlang durchstreifen sie ein Land, fast ohne Grenzen und landen schließlich in China. Dort stellt sich für beide die Frage, ob sie die Chance zur Freiheit nutzen oder in einem zwar eingeengten aber geregelten Alltag zurückkehren sollen. Die Entscheidung treffen beide für sich.

Die Geschichte eines Ausbruchs, einer Flucht, die als solche nicht geplant war aber zumindest von Anfang an die Möglichkeit dazu offen hielt. Eine erzählung über die Hilfsbereitschaft der Menschen vor Ort, Begegnungen und immer wieder das Ausloten von Grenzen und des Mutes, Grenzen zu überwinden.

Peter Wensierski beschreibt die geschichte einer Flucht, deren Route wohl die wenigsten in betracht gezogen und durchgeführt haben aber auch die Zwänge und den druck eines Systems, der die beiden, Jens und Marie, dazu bewogen hat, darüber nachzudenken und überhaupt, warum nur einer der beiden letztendlich dies gewagt hat.

In einer Mischung aus dokumentarischer, biografischer Variante, Roman und beinahe Natur- und Reisebericht zeigt der Autor, dass das Unmögliche möglich sein konnte, wenn man den Mut der Verzweiflung besaß, eine gewaltige Portion Glück hatte und die richtigen Menschen traf.

Das Werk, gehalten in dieser Mischung, hat einen einnehmenden Schreibstil, der sofort die Gedanken der beiden Studenten, deren Wege sich nach dieser Reise trennten, nachvollziehbar macht.

Beinahe ist man, zumindest gedanklich, mit den beiden unterwegs. Erlebte Geschichte. Aufgelockert durch unzählige Schwarz-Weiß- und Farbfotografien, die beide auf dieser Reise, die eigentlich unmöglich aber tatsächlich möglich war, machten.

Autor:

Peter Wensierski wurde 1954 geboren und begann seine arbeit als Journalist mit Berichten aus der DDR. Als jüngster westlicher Journalist schrieb er für den Spiegel und andere Zeitungen.

Daneben portraitierte er als Dokumentarfilmer und Buchautor die Oppositionsbewegung in Kirchen- und Künstlerkreisen. Seit 1993 arbeitet er für das Deutschlandressort des Spiegel.

Claude K. Dubois: Akim rennt

Akim rennt Book Cover
Akim rennt Kinderbuch Moritzverlag Hardcover Seiten: 96 ISBN: 978-3-895652-684

Handlung:

Kurz zuvor hatte Akim noch mit anderen Kindern Krieg gespielt, nun bricht selbiger über sein Dorf herein, in dem er lebt. Bomben fallen, es gibt Tote und Verletzte. Das Dorf wird von Soldaten besetzt, doch Akim kann fliehen.

Im Chaos des Krieges aber wird er von seiner Mutter getrennt. Auf der Flucht lernt er Hunger und Kälte kennen aber auch Menschen, die sich seiner annehmen. Angekommen schließlich im Lager einer Hilfsorganisation geschieht das Unglaubliche. Er trifft seine Mutter wieder.

Rezension:

Die Geschichte ist schnell erzählt und leicht zu verstehen, nachzuvollziehen, weshalb hier kaum von Spoilern gesprochen werden kann. Denn, hauptsächlich handelt es sich um ein Bilderbuch und die Texte, eigentlich nur ein paar Sätze sind so verständlich, dass Erstleser, Schulanfänger damit mehr als zurechtkommen, wenn sie gerade angefangen haben Sätze flüssig zu lesen. Es geht hier aber auch mehr um die Bilder.

In beeindruckenden Schwarz-Weiß-Brauntönen gezeichnet, wird die Figur des kleinen Akim greif- und die Schrecken des Krieges, von Flucht und Vertreibung nachvollziehbar. Dabei bezieht sich Dubois nicht auf einen bestimmten Krieg, Ortsangaben werden nicht gemacht. Die Geschichte spielt in allen Konfliktregionen dieser Welt.

Dies ist die Stärke Dubois‘. Ohne viele Worte, nur mit Zeichnungen eine ganze Geschichte zu erzählen. Es ist ein Kinderbuch für alle Kleinen, die beginnen, angesichts der aktuellen Situation in Europa und der Welt Fragen zu stellen.

Kinder bekommen mehr mit als Erwachsene denken. „Akim rennt“ sollte dennoch nur begleitend gelesen werden. Zu erdrückend, ernst und komplex ist die Thematik. Es ist aber auch ein Buch für Erwachsene, die mal etwas anderes in den Händen haben wollen als politischer Hetz-Literatur a la Sarrazin und Co.

In Zusammenarbeit mit PRO ASYL und Amnesty International entstand dieses beeindruckende Werk, welches sich lohnt zu besitzen und zurecht den Deutschen Jugendliteratur-Preis bekommen hat. Für 12 Seiten Text (immer nur ein paar aussagekräftige kurze Sätze pro Seite), der Rest sind Zeichnungen. Weniger ist auch hier mehr.

Autor:

Claude K. Dubois, geboren 1960 in Verviers, Belgien, unterrichtet Illustration an einer berühmten Kaderschmiede dieses Faches, dem Institut Saint-Luc in Lüttich/Liège/Luik, wo sie auch selbst studiert hat. Sie veröffentlichte mehr als 40 Bilderbücher, von denen einige bereits im deutschsprachigen Raum erschienen sind.