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Sebastian Fitzek: Der Heimweg

Der Heimweg Book Cover
Der Heimweg Sebastian Fitzek Droemer Knaur Erschienen am: 21.10.2020 Seiten: 400 ISBN: 978-3-426-28155-0

Inhalt:

Wer das Datum seines Todes kennt, hat mit dem Sterben schon begonnen…

Samstag, kurz vor Mitternacht. Jules Tannberg sitzt am Begleittelefon, ein Service für Frauen, die nachts auf ihrem Heimweg Angst bekommen und eine beruhigende Stimme brauchen. So wie Klara. Die junge Frau glaubt, von einem Psychopathen verfolgt zu werden, der vor Wochen mit Blut ein Datum auf ihre Schlafzimmerwand malte: Klaras Todestag! Und dieser Tag bricht gerade an… (Klappentext)

Rezension:

Für seinen Freund übernimmt er die Schicht am Begleittelefon, einen ehrenamtlichen Service für Frauen, um diesen mit beruhigender Stimme Sicherheit auf ihrem Heimweg zu geben. Geübt, mit ruhiger Stimme, spricht Jules ihnen Mut zu. Seine Mission, ihnen Sicherheit zu geben. Komme, was da wolle. Mit diesem Anruf jedoch hat er nicht gerechnet und so gerät Jules zusammen mit Klara, die ihrem Leben anfangs selbst ein Ende setzen möchte, um den zuvor zu kommen, der ihr eine schreckliche Frist gesetzt hatte, in ein grausames Verwirrspiel.

Deutschlands meist gelesener Autor für Psychothriller nimmt wieder einmal eine Gegebenheit aus der realen Welt zum Anlass, um dieses mit den tiefsten menschlichen Abgründen zu verweben, die man sich nur denken kann. In kurzweiligen Kapiteln und stetig steigender Spannungslinie hat er eine Geschichte um eine real existierende Hotline geschrieben, die chaotischer nicht sein könnte.

Aus wechselnden Perspektiven wird „Der Heimweg“ erzählt, wobei beide Protagonisten ihre dunklen Seiten aufweisen, die nach und nach aufgedeckt werden, und die Lesenden förmlich dazu einladen, das aufgegebene Rätsel zu lösen. Zugänglich werden beide Figuren nicht wirklich zugänglich, zudem der Titel nur im übertragenen Sinne zu lesen ist und der Klappentext einmal mehr so viel wie wenig mit dem eigentlichen Inhalt zu tun hat.

Wer Fitzeks Erzählstil kennt, weiß jedoch, worauf man sich einlässt, rät mit, um am Ende doch noch überrascht zu werden. Sebastian Fitzek schreibt eben Unterhaltungsliteratur, ohne Ziel, Kriminalität realitätsnah abzubilden. Wer sich das wünscht, kann getrost jeden zweiten Krimi im Fernsehen und in Papierform für sich streichen.

Davon abgesehen ist die nervenzerrende Spannung dieses Werkes nichts für zarte Gemüter. Phasenweise ist die erzählte Geschichte brutal. Der deutsche Psychothriller-Autor nähert sich da sehr manchen britischen oder amerikanischen Kollegen an, wenn auch nicht ganz so absurd wie etwa Cody McFadyen, der kaum lesbar ist.

Hier bekommt Fitzek immer wieder die Kurve, auch wenn es dieses eine Mal hart an der Grenze ist und er immer wieder eine Zehe drüber setzt. Der Autor hat einmal gesagt, dass, um so schöner die Umgebung ist, in der er schreibt, um so erschreckender werden seine Geschichten. Fitzek hatte offenbar viel Zeit, sich eine entsprechende Schreibumgebung hierfür zu schaffen.

So fügt sich das Werk nahtlos in die Reihe der bisher geschriebenen ein und beweist einmal mehr, weshalb der Autor in schöner regelmäßig weiter oben auf den Büchertischen landet. Die Hotline existiert derweil in der Realität und ist anders als in der Geschichte ansonsten für jedem verfügbar, der sie benötigt.

In diesem Sinne darauf aufmerksam und den Service etwas bekannter zu machen, ist ja auch mal ganz schön, zumal Sebastian Fitzek durchaus viele Menschen erreicht. Schön ist auch, wer aufmerksam liest, entdeckt zudem einen Protagonisten in einer Erwähnung, aus einem der anderen Bücher.

Und wenn dies das Werk schafft, ist mit einer grausamen Rätselgeschichte auch einmal etwas Gutes getan worden.

Das reale Heimwegtelefon ist übrigens nicht nur ein Service für Frauen, sondern für alle, die eine beruhigende Stimme auf ihrem Weg brauchen.

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Autor:

Sebastian Fitzek wurde 1971 geboren und ist ein deutscher Schriftsteller. Mit seinem Debüt „Die Therapie“ war er so gleich erfolgreich und so landet seit 2006 beinahe jedes seiner Bücher auf den Bestsellerlisten. Mehrerer seiner Romane wurden bereits verfilmt, zudem für die Theaterbühne adaptiert.

Im Jahr 2018 erhielt Fitzek den Europäischen Preis für Kriminalliteratur und war damit der erste deutsche Autor, der damit ausgezeichnet wurde. Zusammen mit anderen Autoren ging Fitzek bereits mehrere Kooperationen ein. Kennzeichen seiner Erstauflagen sind immer besondere Gimmicks, die seine Werke von anderen auf den Büchertischen abheben. Sebastian Fitzek lebt in Berlin.

Sebastian Fitzek: Der Insasse

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Der Insasse Sebastian Fitzek Droemer Erschienen am: 24.10.2018 Seiten: 378 ISBN: 978-3-426-21853-6

Inhalt:

Um die Wahrheit zu finden, muss er seinen Verstand verlieren. Der Insasse. Vor einem Jahr verschwand der kleine Max Berkhoff. Nur der täter weiß, was mit ihm geschah. Doch der sitzt im Hochsicherheitstrakt der Psychiatrie und und schweigt. Max‘ Vater bleibt nur ein Weg, um endlich Gewissheit zu haben. Er muss selbst zum Insassen werden. (Klappentext)

Rezension:
Vorweg, zählt eure Kinder noch einmal durch.

Es ist der wohl schrecklichste Zustand für Eltern, zu wissen, dass ihr Kind höchstwahrscheinlich nicht mehr am Leben ist und dennoch keine endgültige Gewissheit zu haben. Till Berkhoff lebt genau in einem solchen und will sich dieses Wissen verschaffen. Doch der, der ihm verraten könnte, was mit Max, seinem kleinen Sohn, geschehen ist, sitzt in der geschlossenen Abteilung einer Berliner Psychiatrie und schweigt.

Wie also mehr erfahren? Till Berkhoff fast einen geradezu absurden Plan. Er will sich in die Anstalt einschleußen lassen, was auch gelingt, um den Täter nahe zu sein. Kaum dort, laufen die Dinge aus den Ruder und Till ist in einem Verwirrspiel gefangen welches ihn um den Verstand bringt. Und dem Tod zu nahe.

So viel zur Geschichte, von der man auch gar nicht mehr verraten kann, ohne den Handlungssträngen vorweg zu greifen, die Deutschlands erfolgreichster Autor für Psychothriller wieder um eine interessante Idee herumwebt. Der Grundgedanke, eine Urangst von Eltern zu nehmen und daraus einen solchen Spannungsbogen zu entwickeln, kann man im Prinzip nur als genial bezeichnen, zumal in dieser Ausführung.

Der Autor spielt hier mit all den Facetten, die auch seine anderen Thriller zu Bestsellern werden ließen, greift hier jedoch noch mehr dort, wo es weh tut. Ein Wohlfühl-Buch ist dies nicht, eher ein Thriller, mit dem sich Sebastian Fitzek selbst übertrifft.

Nicht zahlreich ist das Figurenensemble, dafür gibt es um so mehr kurzweilige Kapitel mit kaum zu fassenden Cliffhangern, bei denen man in Gefahr läuft, als leser selbst irre zu werden. Wieder gibt es doppelte Böden und eine Auflösung, die total überrascht, ohne ins Verschwörungstechnische zu gleiten, was den einen oder anderen Leser bei jüngeren vorangegangenen Werken Fitzeks abgeschreckt haben mag.

Hier haben wir jedoch wieder einen mehr klassischen Psychothriller, in dem der Autor sich etwas traut und seinen Lesern auch etwas zutraut. Auch, wenn’s weiß Gott keine leicht verträgliche lektüre ist. Ein Pageturner ist es dennoch.

Die Ausarbeitung der Protagonisten ist gelungen und auch der kontinuierliche Spannungsaufbau hat es in sich. Selbst an der Auflösung habe ich, psychologisch nicht irgendwie vorgebildet oder so, kein Haar in der Suppe gefunden und war noch gegen Ende völlig ahnungslos.

Wie so oft bei Fitzek. Es gibt einfach Thriller, die funktionieren und Fitzeks Werke gehören für mich immer dazu. Dieses Mal jedoch noch mit einer Steigerung, die unter die Haut ging.

In einer Rezension zu einem Werk von Fitzek gehört es sich schon fast, die Danksagung nicht zu vergessen, denn was passiert, wenn man das tut, weiß der Autor aus eigener Erfahrung. Dieses Mal in der Form einer Kurzgeschiche, sozusagen als Bonus. Auch sehr lesenswert.

Hinzunehmend die haptische Gestaltung, die an eine Gummizelle erinnert, muss man auch den Verlag Respekt vor solch ein Ideenreichtum einräumen. Eben ein Thriller, der nicht spurlos am Leser vorrübergeht. In jeder Hinsicht. Man sollte sich nur fragen, ob man noch bei Verstand ist.

Autor:
Sebastian Fitzek wurde 1971 in Berlin geboren und ist ein deutscher Schriftsteller. Zunächst arbeitete er nach dem Jura-Studium, welches er bis zum ersten Staatsexamen verfolgte, als Chefredakteur und Programmdirektor verschiedener Radiostationen, bevor er 2006 seinen ersten Psychothriller „Die Therapie“ veröffentlichte.

In mehreren Sprachen übersetzt avancierte Fitzek zu einem der meist gelesenen Psychothriller-Autoren, der den Europäischen Preis für Kriminalliteratur 2016/2017 erhielt. Einige seiner Werke wurden für das Theater adaptiert oder verfilmt. Seit 2013 engagiert er sich zudem ehrenamtlich als Schirmherr für den Verein -Das frühgeborene Kind-. Fitzek lebt mit seiner Familie in Berlin.

Sebastian Fitzek: Flugangst 7A

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Flugangst 7A Sebastian Fitzek Droemer Knaur Erschienen am: 25.10.2017 Seiten: 394 ISBN: 978-3-426-19921-3

Inhalt:

Es gibt eine tödliche Waffe, die durch jede Kontrolle kommt. Jeder kann sie ungehindert an Bord eines Flugzeugs bringen.

Ein Nachtflug Buenos Aires – Berlin.

Ein seelisch labiler Passagier.

Und ein Psychiater, der diesen Passagier dazu bewegen soll, die Maschine zum Absturz zu bringen – sonst stirbt der einzige Mensch, den er liebt.

(Klappentext)

Rezension:
In einer schmalen Röhre in mehreren zehntausend Metern Höhe eingesperrt zu sein, gehört gewiss nicht zu den Lieblingszuständen, denen man ausgesetzt sein möchte. Nicht wenige Menschen leiden gar unter einer Phobie, die dies zu einem unerträglichen Erlebnis werden lässt.

Und doch, Mats Krüger, selbst erfolgreicher Psychiater, begibt sich auf die Reise von Buenos Aires nach Berlin, um dort den Kontakt zu seiner Tochter wieder aufzunehmen, die ihr erstes Kind erwartet. Nicht ahnend, dass mit Schließen der Flugzeugtür eine Kettenreaktion in Gang gesetzt wird, in der er eine Schlüsselrolle spielt.

Über einen Anruf wird er aufgefordert, einen ehemaligen Patienten an Bord zu finden und zu aktivieren. Als psychische Bombe für hunderte Passagiere. Ansonsten sterben seine Tochter und das noch ungeborene Kind eines qualvollen Todes.

Wo ist eigentlich der sicherste Platz im Flugzeug, wo der, der statistisch die meisten Todesopfer zu verzeichnen hat? Haben Sie sich das nicht nicht auch schon mal gefragt? Sind Sie eher der Typ Mensch, der die Sicherheitsunterweisungen mit Augenrollen über sich ergehen lässt oder hören Sie tatsächlich hin?

So oder so, der neue Psychothriller von Sebastian Fitzek ist nichts für schwache Nerven. Im gewohnten Schreib- und Erzählstil schafft es Fitzek hier mehrere gesellschaftlich kontrovers diskutierte Themen zu bündeln und in einer spannnenden Geschichte zu verankern.

Die Charaktere glaubwürdig, erlebt der Leser einen stetigen Perspektivwechsel, der mal in die Luft geht, mal am Boden spielt und ein sich haltender Spannungsaufbau, der so typisch für die Werke von Fitzek ist.

Klar und bündig formuliert, wechseln sich die kurzen Kapitel ab, gute Recherchearbeit im Bereich Psychotherapie und Flugzeugbetrieb runden die Geschichte ab. Auch die Auflösung ist nicht ganz so chaotisch, wie es bei vergangenen Thrillern Fitzeks oft genug der Fall war.

Für zartbesaitete Leser ist „Flugangst 7A“ mit Vorsicht zu genießen, alle anderen sollten sich während des Lesens anschnallen. Turbelenzen gibt es ganz sicher.

Mit dieser Geschichte bewegt sich Sebastian Fitzek wieder ein kleines Stück zum klassischen Psychothriller, der es in sich hat.eine unbesdingte Lesempfehlung, aber bitte vorher darauf achten, wo man sich hinsetzt. es könnte lebenseintscheidend sein.

Gestaltung:
Für die Erstauflagen der Bücher von Sebastian Fitzek lohnt es sich, einen extra Punkt aufzumachen. Alleine hierfür die Höchstwertung.

Ein Umschlag, der sich glatt rutschig anfassen lässt, wie die Außenhaut eines Flugzeuges, darunter verborgen, eine hochwertige, das ganze Format einnehmende Lentikularfolie.

Umgangssprachlich auch „Wackelbild“ genannt. Eine verlegerische Entscheidung, die das Leseerlebnis nicht nur auf die Geschichte beschrränkt hält, sondern das ganze Buch zum Erlebnis werden lässt. Hochachtung, vor den jenigen, der diese Idee hatte.

Autor:
Sebastian Fitzek wurde 1971 geboren und ist Deutschlands erfolgreichster Autor für Psychothriller. 2006 erschien sein Debüt „die Therapie“, welches über Internet-Empfehlungen hinaus zum Besteller avancierte.

Inzwischen werden seine Thriller auf Theaterbühnen aufgeführt, einer seiner Werke wurde bereits verfilmt. Eine weitere Verfilmung wird derzeit produziert. Seine Werke werden in 24 Sprachen übersetzt.

Als erster deutscher Autor erhielt er den Europäischen Preis für Kriminalliteratur. Fitzek lebt mit seiner Familie in Berlin.

Leipziger Buchmesse 2017: Bericht Teil 2 – Freitag auf der Messe

An einem der Abende, an denen die Forenmitglieder des Büchertreffs ihren Messetag ausklingen lassen, habe ich mich von Divina Michaelis dazu überreden lassen, einen ihrer Romane zu lesen. Zwar nicht mein Genre aber was nicht ist oder warum auch nicht, ich werde einen jedenfalls in naher Zukunft lesen und rezensieren.

Sebastian Fitzek: Das Paket

Das Paket Book Cover
Das Paket Sebastian Fitzek Droemer Erschienen am: 26.10.2016 Seiten: 362 ISBN: 978-3-426-19920-6

Inhalt:

Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den »Friseur« nennt – weil er denmisshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet.

Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fürchtet, der »Friseur« könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden. In ihrer Paranoia glaubt sie in jedem Mann ihren Peiniger wiederzuerkennen, dabei hat sie den Täter nie zu Gesicht bekommen.

Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch sicher – bisder Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen.

Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in ihrer Straße lebt … (Verlagstext)

Gimmick:
Die Erstauflage ist als gebundene Ausgabe mit festen Kartoneinband erschienen, verpackt widerum in einem Paket gleicher Stärke.

Rezension:
„Back to the roots“, könnte der Untertitel dieses Thrillers sein und tatsächlich hat sich Sebastian Fitzek wieder, gleichsam seines Erstlingswerkes, in die Abgründe der menschlichen Psyche begeben, nachdem er zuletzt sich auf den Feld der Verschwörungsthriller ausprobiert hat.

Zwar waren seine Werke „Noah“ und „Passagier 23“ sehr gut zu lesen, doch „Das Paket“ übertrifft diese um Weiten. Die geschichte beginnt, wie alle Werke des Berliner Erfolgsautoren mit einem Knall und reiht Kapitel für Kapitel schier unglaubliche Cliffhanger aneinander, die die Seiten nur so davonfliegen lassen.

Zum Lesen muss sich hier niemand zwingen, es sei denn, man ist ohnehin empfindlich. Dann aber hat man mit Fitzek sowie so das Genre verfehlt. Für alle anderen gibt der Thriller ein packendes Leseerlebnis, welches von Beginn an flüssig ist. Flüssig wie Blut.

Und das beginnt schon mit der Verpackung, zumindest in der Erstauflage. Das einfache Herausbringen von Büchern diverser Autoren genügt heute nicht mehr. Ein oder zwei Bestseller können die Haushaltszahlen der Verlage retten.

Droemer Knaur weiß das und hat sich in Zusammenarbeit mit dem Autor da etwas Besonderes einfallen lassen. Der Leser öffnet gleichsam der Protagonistin Emma ein Paket und holt sich damit die Spannung, negative Kritiken sprechen auch vom Grauen, ins Haus.

Nur ist der Inhalt ein kartoniertes Buch, nicht wie bei Emma, der Auslöser einer katastrophalen Kette, anhand derer die ohnehin -labile- Psychotherapeutin entgültig zusammenbrechen droht. Nur der Beweis des Gegenteils, der Schritt nach Draußen, da sie das Haus sonst nicht verlässt, glaubt sie, kann die Sicherheit zurückbringen. Wie arg sie sich täuscht.

Am Ende ist dann alles anders als man denkt. Mit gesunden Menschenverstand zwar fast zu viel aber der Leser begleitet hier eine seelisch instabile Hauptperson.

Eine Spezialität Fitzeks, an der er von Thriller zu Thriller feilt und die ihm wieder einmal gelungen ist. Spannungsgeladen beschließt der Autor hiermit sein zehntes schriftstellerisches Jahr in 362 Seiten, mit keiner Zeile zu viel.

Zum Schluss der übliche Dank an die Leser, die ihn einst über Weiterempfehlungen in Internetforen zum Bestsellerautoren machten. Einige der kuriosesten und anrührendsten Leserbriefe hat er ausgewählt und abdrucken lassen. Auf die nächsten zehn Jahre Sebastian Fitzek.

Lesung:
Ich war auf der Lesung von Fitzek im Haus Auensee zu Leipzig Gast und habe eine wirklich beeindruckende Lesung erlebt. Mit Videosequenzen, den Buch-Trailer natürlich, der zuletzt auf den Buchmessen in der Fitzek-Box zu sehen war und musikalischer Untermalung.

Der Autor kann nicht nur schreiben, sondern auch vorlesen. So hatte ich die gesamte Zeit seine Stimme im Ohr. Als Hörbuchsprecher wäre er brilliant.

Auf der Lesung hat er ein wenig über sein Leben erzählt, seinen schriftstellerischen Werdegang über Ideenfindung gesprochen und gezeigt, welche Wirkung unterschiedliche Hintergrundmusik auf gesprochenen Text macht.

Und auch der Autor selbst hat viel Humor bewiesen und war sich nicht zu schade, sich selbst auf die Schippe zu nehmen. Zum Schluss hat eine der Zuschauerinnen selbst ein Paket öffnen dürfen und sämtliche Hörbücher von Fitzek bekommen.

Fitzeks Buch, das Paket und die Eintrittskarte selbst sind signiert bei mir.

Autor:
Sebastian Fitzek wurde 1971 in Berlin geboren und ist ein deutscher Schriftsteller und Journalist. Bis zum ersten Staatsexamen studierte er Jura und promovierte in Urheberrecht, arbeitete dann als Chefredakteur und Programmdirektor bei verschiedenen Radiosendern Deutschlands.

2006 veröffentlichte er seinen Psychothriller bei Droemer Knaur, der trotz einer kleinen Auflage ohne Marketing zum Bestseller avancierte. Inzwischen wurden seine Bücher in über 24 Sprachen übersetzt.

2012 wurde sein Thriller „Das Kind“ verfilmt, mehrere Theateradaptionen seiner Bücher laufen auf verschiedenen Bühnen, eine Fernsehserie ist in Planung. Seine Bücher kennzeichnen sich in den Erstauflagen durch besondere Gimmicks aus.

Für seine Lesungen wählt er mintunter auch ungewöhnliche Orte wie die Trauerhalle eines Bestattungsinstituts oder eine Zahnarztpraxis. Er engagiert sich ehrenamtlich als Schirmherr für den Verein „Das frühgeborene Kind“ seit der Geburt seines ersten Sohnes. Der Autor lebt mit seiner Familie in Berlin.

Max Rhode: Die Blutschule

Die Blutschule Book Cover
Die Blutschule Max Rhode Bastei Lübbe Erschienen am: 14.10.2016 Seiten: 255 ISBN: 978-3-404-17267-2 Alias: Sebastian Fitzek

Handlung:

Die Teenager Mark und Simon können sich keinen größeren Horror vorstellen, als aus der Metropole Berlin in die Einöde Brandenburgs zu ziehen. Das Einzige, worauf sie sich freuen, sind sechs Wochen Sommerferien., doch auch hier macht ihnen ihr Vater einen Strich dirch die Rechnung.

Er nimmt sie mit auf einen Ausflug zu einer ganz besonderen Schule. Gelegen mitten im Wald auf einer einsamen Insel. Mit einem grausamen Lehrplan, nach dem sonst nur in der Hölle unterrichtet wird… (Klappentext)

Gimmick:

Dieses Buch ist ein Gimmick zu Sebastian Fitzeks neuesten Thriller „Das Joshua-Profil“ und sollte vorher gelesen werden. Der Pseudonym Max Rhode ist zugleich Hauptcharakter des letztgenannten.

Rezension:

Ungesehen kann man von Fitzek fast jedes Buch kaufen, auch wenn er es unter einem Pseudonym schreibt. Insebesondere dann, wenn das Pseudonym selbst zur handelnden Figur in seinem nächsten Thriller wird und so lässt sich in der „Blutschule“ ein interessanter und spannender Tag verbringen. Mehr wird man, am Stück, nicht brauchen um das Buch zu beenden.

Die Story selbst hat es in sich. In gewohnter Gruselmanier, hier fast schon Horror, wandelt sich ein an sich friedliches Szenario nach wenigen Seiten in Grauen und Düsternis. Die beiden Hauptfiguren, der 14-jährige Mark und der ein Jahr jüngere Bruder Simon, wachsen einem sofort ans Herz. Um so schlimmer ist das, was sie durchleben müssen.

Der Vater, von einer Art bösen Geist befallen, nimmt sie mit auf eine Insel, um sie auf’s Leben vorzubereiten, was dann heißt, sie seelisch zu zerstören. Aufgaben, wie das Töten eines Tieres oder das Suchen eines Fingers werden nicht nur für die Opfer zur Frage des Überlebens.

Spannung von Anfang an, die auf den letzten Seiten zusätzlich noch einmal verstärkt wird. So stark, dass man es kaum mehr aushält. Weniger Psycho- als Horror-Thriller. Der Schreibstil lässt, wie von Fitzek gewohnt, flüssiges Lesen zu, wozu auch die kurzen Kapitel und unzählige Cliffhanger beitragen.

Ein typischer Fitzek und dann auch wieder nicht. Handlungsmäßig kehrt der Autor aber damit wieder in das Berliner Umland zurück, nachdem sein letztes Werk auf hoher See gespielt hat. Für Fitzek- und Horror-Thriller-Fans ein Muss, für alle anderen nicht allzu leicht genießbare Kost.

Autor:

Das Pseudonym Max Rhode gehört dem Autoren Sebastian Fitzek. Dieser wurde 1971 in Berlin geboren und studierte Jura bis zum ersten Staatsexamen. Danach arbeitete er als Chefredakteur und Programmdirektor für verschiedene Radiosender in Deutschland. Seit 2006 schreibt er Psychothriller, die inzwischen in mehr als 20 Sprachen übersetzt wurden.

Als Autor wurde er vor allem über Internet-Foren bekannt. Seine Bücher beinhalten des Öfteren sog. Gimmicks. Ein weiteres Merkmal von Fitzek als Autor sind experimentelle Lesungen und die intensive Nutzung von Social Media, um mit den Lesern in Kontakt zu treten.