Reinhold Messner: Gobi

Inhalt:

Mit 60 Jahren wagt Reinhold Messner einen letzten großen Grenzgang zwischen Leben und Tod. Einem alten Traum folgend, will er die Längsdurchquerung der Wüste gobi versuchen – allein und völlig auf sich gestellt. Die 2000 Kilometer lange Wanderung durch die Westgobi und über das Altai-gebirge wird für ihn zu einer nie dagewesenen Grenzerfahrung, physisch und psychisch, und zu einem Akt der Selbstbestimmung mit ungewissem Ausgang. (Klappentext)

Rezension:

Um so mehr Technologie und Infrastruktur entwickelt werden, um so bezwingbarer ist die Natur. Eisflächen werden schon aufgrund des Klimawandels überwindbar. Berge schrumpfen förmlich zu Hügeln. Die Zeiten, in denen Bergsteiger und Abenteurer für kleine Fehler mit ihren Leben bezahlen mussten, sind auf wenige Momente zusammengeschrumpft. Und doch, die Natur ist weiterhin in vielen Momenten unberechenbar. Der Bergsteiger und Extrem-Abenteurer Reinhold Messner machte sich 2004 auf, zu einer seiner letzten Expeditionen, dieses Mal nicht in der Vertikalen, sondern dem Horizont entgegen. Längs durch die Wüste Gobi.

Es ist ein eindrücklicher Erfahrungsbericht der hier neu aufgelegt wird. Ursprünglich 2005 in einem anderen Verlag erschienen, wird mit dieser Neuauflage einem der größten Abenteurer unserer Zeit noch einmal Tribut gezollt. Reinhold Messner hat in seinem Leben von Anfang an gezeigt, was mit genug Demut vor der Natur zu erreichen ist, nicht zuletzt, wenn man auf die örtlichen Gegebenheiten achtet und die Hilfe der Menschen vor Ort annimmt. Der Bergsteiger, der nach 60 Lebensjahren ahnt, dass seine Kräfte für künftige Unternehmungen der Superlative nicht mehr ausreichen werden, wollte es 2004 noch einmal wissen und begab sich auf einen Trip, der fast mehr noch als die Besteigung des Mount Everest, ihn fordern sollte.

Die Gobi, uns Europäern nahezu unbekannte Wüste, Heimat eines stolzen Reitervolkes, Dschingis Khan. Mehr Assoziationen hat der Durchschnittseuropäer wohl nicht, um so faszinierender war für den Südtiroler die Erfahrung, sich von Nomadenlager zu Lager, von Jurte zu Jurte durchzuschlagen. Immer im Kampf mit den wechselhaften Temperaturen, den Durst und den durch die Expeditionen geschundenen eigenen Körper, durchquerte er dieses Land und lernt überall hilfsbereite Menschen kennen, deren Land und Gesellschaft sich im Umbruch befinden. Auf Basis seiner unmittelbar dort entstandenen Notizen beschreibt er seine inneren Kämpfe, wirft einen Blick zurück in seine Kindheit und den Herausforderungen des Abenteuers in der damaligen und in unserer Zeit.

Ein Bericht, der immer dann stark ist, wenn Messner seinen Blick auf Landschaft und Menschen schweifen lässt oder von seiner Familie erzählt, jedoch Schwächen insbesondere in der Länge aufweist. Schwierig ist es teilweise nachzuvollziehen, wenn man reisetechnisch ganz anders gestrickt ist, wobei schwer zu sagen ist, ob diese einmaligen Erfahrungen als Reise zu bezeichnen sind. Wenn schon, dann als ewige immerwährende Suche, Selbstfindung.

Reinhold Messner ist vieles in seinem Leben gelungen. Auch das Scheitern, welches natürlich andere Extreme aufwies, als wir es im Laufe unseres Lebens kennenlernen. Dieser Trip brachte ihn jedoch an körperliche Grenzen, die ihn fast zum Abbruch der Expedition zwingen sollten. Diesen inneren Kampf mit sich selbst Zeile für Zeile nachvollziehbar zu machen, ist die Leistung des Autors Messner, dessen Abenteuer Jungenträume real werden ließen. Die Gobi als gnadenlose Herausforderung und Weg zur Selbsterkenntnis. Positiv wie negativ.

Autor:

Reinhold Messner wurde 1944 in Brixen/Südtirol geboren und ist ein italienischer Extrembergsteiger, Abenteureer, Buchautor und Regionalpolitiker. Auf seinen Expeditionen bestieg er alle vierzehn Achttausender ohne zusätzlichen Sauerstoff und hat zudem zahlreiche Erstbesteigungen vorzuweisen. Desweiteren durchquerte er die Antarktis , Grönland und die Wüste Gobi. Er ist zudem Begründer der Messner Mountain Museen und Autor zahlreicher Publikationen, rund um das Bergsteigen und seiner Geschichte. Er saß 5 Jahre lang im Europa-Palarment undist auch regionalpolitisch aktiv gewesen.

Reinhold Messner
Gobi
Seiten: 272
ISBN: 978-3-7701-8294-7
DuMont Reiseverlag/mairdumont

Hampton Sides: Die Polarfahrt

b_fj17_polarfahrt_sides_3Autor: Hampton Sides
Titel: Die Polarfahrt
Seiten: 576
ISBN: 978-3-86648-243-2
Verlag: mare
Übersetzer: Rudolf Mast

Inhalt:
Der Nordpol galt als Problem, als Ende der Welt und ungelöstes Geheimnis. Ein blinder Fleck auf den Landkarten. Ein verrückter Zeitungsverleger, auf der Jagd nach Sensationsgeschichten, kaufte ein Schiff, erkor einen Kapitän und schickte 1879 dreiunddreißig Männer ins Eis, die die Theorie eines offenen Polarmeeres überprüfen sollten.

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Filmblick: Den Sternen so nah

Regie: Peter Chelsom
Drehbuch: Allan Loeb, Stewart Schill, Richard Barton Lewis
Original-Titel: The Space Between Us
Land: USA
Schauspieler: u.a. Gary Oldman, Asa Butterfield, Britt Robertson
Länge: 120 Minuten
Verleih: Tobis
FSK: 6
IMDb.com

Die Wissenschaftler der NASA und ESA spielen schon seit einigen Jahren mit den Gedanken, einen Menschen zum Mars zu bringen und wieder zurück. Eine Reise, die uns heute noh ein abenteuerliches Gedankenspiel scheint, jedoch schon bald Realität werden könnte. Einen kleinen Schritt weiter und wir sind dabei, den roten Planeten urbar zu machen und zu besiedeln.

Die Technik dafür wird heute schon entwickelt, Autoren beschäftigen sich mit diversen Szenarien (Andy Weir „Der Marsianer“ oder T.C. Boyle „Die Terranauten“) und so ist ein weiterer Film mit einer ähnlichen Thematik nicht verwunderlich, beschreibt er doch den Entdecker-, Forschungsdrang und die Abenteuerlust des Menschen schlechthin.

Hier wird eine Crew in zusammenarbeit der NASA und eines privaten Forschungsunternehmen zu einer dieser ersten Mars-Missionen geschickt, allein, die Kommandantin des Teams ist bzw. wird schwanger und muss auf den Mars entbinden, auf den zuvor schon ein anderes Team diverse Kapseln als Behausungen hinterlassen hat.

Sarah Elliot stirbt dabei und hinterlässt einen Jungen, der fortan unter Wissenschaftlern aufwächst. In einer Blase, einen Käfig aus roten Sand und Gestein. Niemand auf der Erde weiß von seiner existenz, um die Marsmissionen und andere Projekte, v.a. der privaten kooperierenden Forschungsfirma, nicht zu gefährden.

Doch Gardner wächst zunächst ohne Probleme als erster Mensch auf, der auf den Mars geboren wurde, chattet mit einem gleichaltrigen Mädchen, Tulsa, und träumt davon, mit ihr auf der Erde zu leben.

Doch, dies ist ein Problem. Sein Herz und seine Lunge würden den Druck auf der Erde, die Atmosphäre nicht aushalten. Gardner setzt sich jedoch durch.

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Nach einigen medizinischen Tests darf er zur Erde fliegen und versucht Tulsa zu treffen, der er seine Herkunft bislang verschweigen musste. Nicht ahnend, dass trotz der Tests sein Körper nicht bereit ist, für ein Leben auf den blauen Planeten. Die Gefahr bricht sich ihre Bahnen.

Ein interessantes Science-Fiction-Szenario, welches die Frage aufwirft, wie weit Wissenschaft gehen und über unser Leben bestimmen darf und auch sollte, gepackt leider, in eine gerade zum Ende hin übermelodramatische Teenager-Romanze, deren Schwülstigkeit kaum zu überbieten ist.

Alleine der hervorragende Cast vermag den Film zu retten und nicht ins zu sehr Kitschige abgleiten zu lassen. Asa Butterfield („Enders Game“, 2013) scheint wie gebucht für Weltraumfilme und Gary Oldman als Wissenschaftler und Unternehmer zwischen den Stühlen spielt sowie so überragend.

Die Bilder lassen einem in Gedanken schwelgen. Ja, genau so und nicht anders, stellt man sich ein Mars-Leben vor (Wunderbar auf die Schippe genommen, wenn Gardner auf der Erde den gleichnamigen Schokoriegel verputzt.) oder die Schwierigkeiten und wundersamen Erlebnisse neue unbekannte Welten zu entdecken.

Der romantische Anteil ist gerade so an der Grenze zum Erträglichen, die Handlung mit ein wenig Biegen glaubwürdig. Die ethischen Fragen, die der Film aufwirft, sind um so interessanter. Wäre der Film 20 oder 30 Jahre früher gedreht worden, man hätte sich nicht einmal ansatzweise dieses Szenario als Wirklichkeit vorstellen können.

Heute ist die Wissenschaft immerhin so weit, ernsthaft über eine bemannte Mission zum roten Planeten nachdenken, sie vielleicht sogar umsetzen zu können. Und wer weiß, vielleicht leben in ein paar Jahrzehnten dann tatsächlich Menschen, nicht die grünen, auf den roten Planeten. Der nächste große Schritt für die Menschheit.

Reinhold Messner: Mount Everest – Expeditionen zum Endpunkt

41izgdsrilAutor: Reinhold Messner
Titel: Mount Everest: Expeditionen zum Endpunkt
Seiten: 351
ISBN: 978-3-492-40334-4
Verlag: Malik

Thematik:
„Die besondere Ausstrahlung des Mount Everest gründet viel weniger auf der Tatsache, dass er der höchste Berg der Welt ist. Sie erklärt sich vielmehr aus seiner ereignisreichen Besteigungsgeschichte (aus dem Vorwort).“

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Jon Krakauer: In eisige Höhen

produkt-8313Autor: Jon Krakauer
Titel: In eisige Höhen
Seiten: 386
ISBN: 978-3-492-22970-8
Verlag: Piper
Übersetzer: Stephan Steeger

Inhalt:
Im Mai 1996 nahm der amerikanische Journalist Jon Krakauer an einer Mount-Everest-Expedition teil, die in einer Katastrophe endete. Mehrere Gruppen drängten auf den Gipfel. Darunter die um den erfahrenen neuseeländischen Bergsteiger Rob Hall sowie die „Mountain Madness expedition“ des US-Amerikaners Scott Fischer.

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