Abenteuer

Rick Riordan: Percy Jackson 1 – Diebe im Olymp

Inhalt:

Percy dachte immer, er sei ein ganz normaler, legasthenischer Junge. Falsch gedacht: Sein Vater ist der Meeresgott Poseidon – und die fiesesten Gestalten der griechischen Mythologie haben Percy ins Visier genommen! Zum Glück gibt es noch andere Halbgottkinder wie ihn, und gemeinsam haben sie eine Chance – vielleicht. (Klappentext)

Rezension:

Wenn einem ständig Missgeschicke passieren, so dass man gezwungen wird, ständig die Schulen zu wechseln, man ohnehin mit ADHS und Legasthenie und einen gemeinen Stiefvater zu kämpfen hat, kann man dann gleich auch im Museum von einer Lehrerin angegriffen werden, die sich als Furie entpuppt.

Spätestens jedoch als er und seine Mutter vom mythischen Minotaurus angegriffen werden und seine Mutter dabei ums Leben kommt, ist klar. der zwölfjährige Percy ist etwas besonderes. Halbgott, um genau zu sein, was jedoch heißt, dass weitere Herausforderungen nur darauf warten, auf ihn zu treffen. Ein großes Abenteuer zwischen den Fronten griechischer Mythen- und Göttergestalten beginnt.

In die Kerbe der großen Internatsliteratur und Fantasy für Jugendliche haben nach Joanne K. Rowlings Erfolgen viele eingeschlagen, nachdem sie wie diese derartige Szenarien in eine Fantasywelt verpflanzten, die je nach Ausarbeitung mehr oder weniger gut funktionieren. Auch wenn die britische Autorin ebenso dergleichen nicht erfunden hat, so hat sie diese Art von Literatur durchaus auf ein anderes Level gehoben. Nachahmenden ist dies oft genug nicht ganz so gut gelungen. Zu offensichtlich sind oft Anleihen und Kopien. Rick Riordan nimmt man dagegen sofort ab, etwas eigenständiges und damit neues geschaffen zu haben.

Im sehr kompakt gehaltenen Auftaktband geht es gleich rasant zur Sache. Sofort werden wir Lesende in eine Aneinanderreihung von Abenteuer geworfen, die einen kaum zu Atem kommen lässt, wie auch der junge Hauptprotagonist plötzlich nicht nur mit eigenen bisher unerkannten Kräften zurechtkommen, sondern sich im Dickicht göttlicher Intrigen zurechtfinden muss. Die damit aufkommende Dynamik wird durch eine Vielzahl von Figuren aufrecht gehalten, allesamt mit Ecken und Kanten versehen, wie auch Percy selbst, der mit seinen Freunden gegen unbekannte Mächte bestehen soll.

Der Autor versteht es handlungstreibende Elemente herauszuarbeiten, wie auch Freundschaft, Mut und andere Charaktereigenschaften in den Mittelpunkt zu stellen, die das Geschehen beeinflussen. Dabei gelingt Riordan seine Protagonisten zahlreiche Grauschattierungen zuzuschreiben, schon Percy Jackson ist vielschichtig durch ADHS und Legasthenie, die ihn an seine Grenzen bringen, wenn er etwa mit der Göttergestalt Prokrustes konfrontiert ist.

Legasthenie und ADHS als determinierende Elemente einzubinden, verpasst der Geschichte ein Alleinstellungs- und Identifikationsmerkmal in der Jugendliteratur und damit eine Verknüpfungsmöglichkeit für zahlreiche Lesende, die sonst gerade in Bezug auf männliche Protagonisten entweder bloße Dumpfbacken oder Figuren ohne Fehl und Tadel vorgesetzt bekommen. Hier ist dies geradezu wohltuend anders.

Die Geschichte selbst wird aus der Perspektive der Hauptfigur heraus erzählt, wobei die Stimmung, damit auch die Wortwahl im Erzählstil zwischen jugendlichen Leichtsinn, Übermut, Ernsthaftigkeit, aber auch ganz viel diffizilen Humor schwankt. Da macht es dann auch Freude, die Erzählung auch als älterer Lesende zu verfolgen. Große Lücken oder unklare Brüche sind indes nicht zu finden, wenn auch die Schwierigkeit zumindest anfangs besteht, sich in die Handlung einzufinden. Für nicht oder nur wenig mythologisch Bewanderte hilft hier jedoch ein Glossar, sich in der Göttergestaltenwelt zurechtzufinden.

„Diebe im Olymp“ ist ein Auftakt voller Wendungen und durchaus überraschender Twists mit Anleihen der klassischen Heldenreise, bei der ein Protagonist dazulernen und über sich hinauswachsen muss. Der Autor weiß zudem mit gekonnten Sätzen eine phantastische Welt in die reale einzubinden und vor dem inneren Auge auferstehen zu lassen, was manchmal zu irren Gedankenspielen führen kann. Und die sind großartig.

Rick Riordan kann begeistern und macht einem Lust auf mehr, von Percys Weg durch die griechische Sagenwelt zu erfahren. Unweigerlich fragt man sich, warum ein gewisser deutscher Verlag zwar unermüdlich die Bücher um diese Welt auflegt, dennoch marketingtechnisch nicht mehr herausholt. Das Potenzial ist ja vorhanden. Warum diese Reihe hierzulande noch immer eher im Schatten von „Harry Potter“ läuft, weiß der Geier. Oder Zeus.

Ich zumindest freue mich schon auf die weitere Lektüre.

Autor:

Rick Riordan wurde 1964 in San Antonio, Texas, geboren und ist ein US-amerikanischer Schriftsteller. Zunächst studierte er Englisch und Geschichte, später unterrichtete er Anglistik und Sozialwissenschaften an einer High School in San Francisco. In Kalifornien und Texas unterrichtete er griechische Mythologie. Durch seinem Sohn inspiriert, sowie durch ein Schulprojekt „Kreatives Schreiben“, begann die Geschichte um Percy Jackson Gestalt anzunehmen, welche er 2005 veröffentlichte, dem weitere Werke und Reihen folgten.

Seit 2018 unterstützt er ein Segment des Verlags Disney Hyperion, indem unter dem Imprint Rick Riordan Presents mythologisch inspirierte Jugendbücher von Angehörigen der jeweiligen Kulturen erscheinen. Seine Werke wurden mehrfach verfilmt und ausgezeichnet, u. a. mit dem Mark Twain Award 2008 oder den Children’s Choice Book Award 2011.

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Thomas Edler: Reisebus & Pflaumenmus

Inhalt:

Jahre nach der Matura ergibt sich für die beiden Freunde Hannes und Thomas die Gelegenheit, mit einem Reisebus von Indien nach Europa zu fahren. Die Gelegenheit, aus dem Alltag auszubrechen, ist ein großes Abenteuer, doch schon bei der Einreise nach Pakistan kommt es zu Schwierigkeiten, die den gesamten Trip infrage stellen. Wenn sie es innerhalb der nächsten Tage schaffen, über die Grenze zu gelangen, waren alle Vorbereitungen umsonst.

Unterwegs auf einer Transitroute, die seit jeher Europa mit Asien verbindet, begegnen die beiden Freunden verschiedenen Kulturen, Menschen und Geschichten aus längst vergangenen Tagen. (abgewandelter Klappentext)

Rezension:

Es ist eine dieser Gelegenheiten, die sich nur selten im Leben, vielleicht nur einmal, ergibt und so ergreifen zwei Freunde die Chance, zwischen den Kulturen zu reisen. Ihr Weg führt sie entlang einer alten Handelsroute, späteren Hippie-Trail, in umgekehrter Richtung vom rastlosen Indien wieder zurück in die Heimat nach Österreich. Unterwegs mit einem VW Bus, kommen sie mit den Menschen ins Gespräch, Einheimische und andere Reisende, lassen sich deren Geschichten erzählen und spüren einer Vergangenheit nach, die auch heute noch Tempo und Empfindungen der durchquerten Regionen bestimmt.

Den modernen Reisebericht muss der Spagat gelingen, sowohl einerseits jene mitzunehmen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, nicht zu verklären oder in Klischees zu versinken, das Fernweh wecken und die Faszination der beteiligten Akteure zu transportieren. Nichts ist schlimmer als mit rosaroter Brille zu erzählen und dabei ein Publikum zu verlieren oder gar überhaupt nicht zu gewinnen.

Eventuell kennt jeder die eine oder andere Erzählung, gar längere Foto- oder Videovorführungen im Bekanntenkreis, die im Grunde nur für den jeweils Beteiligten Erinnerungen wecken, jedoch für andere eher den Stellenwert einer Hintergrundberieselung innehaben. Dieses Phänomen lässt sich nicht selten auf Texte übertragen. Thomas Edler gelingt in seiner Mischung aus Reportage und Bericht jedoch der Drahtseilakt, die Faszination herüberzubringen und sehr einnehmend von seinem großen Abenteuer zu erzählen.

Zum einen ist da der Bericht über die Fahrt selbst und die Schilderung von Begegnungen entlang des Weges, die ergänzt werden durch Blenden in die Geschichte der bereisten Orte, sowie Einblicke den Alltag der Menschen heute. Ergänzt durch rein informative Absätze, durchmischt mit Kuriosa von landestypischen Gerichten bis hin zur Teppichkunde, ist mit „Reisebus & Pflaumenbus“ das Porträt einer Reise gelungen, die man gerne nachverfolgt, zumal anhand von Fotos und der obligatorisch abgedruckten Routenkarte.

In ruhiger Tonalität erzählt Thomas Edler von einer Reise voller Unwägbarkeiten und faszinierenden Begegnungen, welche auf Gegenseitigkeit beruhen. Wohltuend hebt sich der positive Blick auf Gegebenheiten und Unterschiede hervor, immer im Vertrauen, dass der Reisetrip schon irgendwie vorangehen wird, schließlich ist man auf geschichtsträchtigen Routen unterwegs und das Gefährt hat ja den Weg in die andere Richtung auch ohne größere Probleme gemeistert.

Kurzweilig wirken die einzelnen Kapitel, in denen der Autor von den einzelnen Reiseabschnitten erzählt. Diese nehmen so ein, dass man sich gut vorstellen kann, diese Reise oder zumindest einzelne Teilstücke dieser selbst einmal nachzuvollziehen und ein Stück von dieser Faszination der beiden Freunde mitzunehmen, zumal ein gewichtiger Teil des Trips durch Länder folgt, von denen uns hier sonst nur bestimmte Bilder erreichen. Alleine deshalb schon ist dieser Bericht empfehlenswert. Entlang der einstigen altertümlichen Handeslrouten herrscht noch immer geschäftiges Treiben und lassen sich noch Abenteuer erleben.

Auch sprachlich schafft es „Reisebus & Pflaumenmus“ den Bogen zwischen Bericht und Informativen zu schlagen, wenn sich auch abschnittsweise einzelne Sätze das eine oder andere Mal wiederholen. Das kann jedoch auch meinen Lesegewohnheiten geschuldet sein, ist ohnehin nur ein Abzug in der B-Note, schließlich liegt der Fokus bei dieser Art von Reportagen auch woanders. Tatsächlich wünsche ich mir mehr solche Texte, die die Faszination für andere Länder und Kulturen wecken, dabei einen Rundumblick versuchen und Lust darauf machen, selbst Abenteuer zu erleben.

Autor:

Thomas Edler wurde 1971 geboren und ist ein österreichischer Projektmanager und Autor. Zunächst studierter er in Granz Betriebswissenschaften, bevor er im Bereich der erneuerbaren Energien tätig wurde. Nebenher schreibt er Texte über die Schulzeit und über das Reisen, versucht diese mit kulturellen Erfahrungen und historischen Gegebenheiten zu verbinden. In „Reisebus & Pflaumenmus“ erzählt er von seinem 2008 mit einem Freund unternommenen Trip von Indien nach Österreich.

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Katja Brandis: Woodwalkers & Friends 3 – Wilder Kater, weite Welt

Inhalt:

Ein Leben als verhätschelte Hauskatze führen? Dem jungen Woodwalker Dorian ist das zu langweilig. Er will die Welt entdecken. Kurzerhand sagt er seiner Familie Lebewohl und begibt sich auf eine spannende Reise. Dabei bekommt er es mit kratzbürstigen Artgenossen zu tun, muss akzeptieren, dass man in der Schule nicht schlafen darf, und lernt das beste Katzenfutter der Welt kennen – Kaviar! Als er von einer Gestaltwandlerschule in den Rocky Mountains erfährt, steht für ihn fest: Dort muss er hin. Gemeinsam mit seinen neuen Freunden, der Rothörnchen-Wandlerin Holly und dem Wolfsjungen Bo, reist Dorian quer durch Nordamerika. Doch hier fängt das Abenteuer erst richtig an! (Klappentext)

Einordnung in der Reihe:

Katja Brandis: Woodwalkers & Friends 1 – Katzige Gefährten

Katja Brandis: Woodwalkers & Friends 2 – Zwölf Geheimnisse

Katja Brandis: Woodwalkers & Friends 3 – Wilder Kater, weite Welt

[Einklappen]

Rezension:

Mit ihrer geschaffenen Welt von Gestaltwandlern ist die deutsche Antwort auf Erin Hunter, die Kinder- und Jugendbuchautorin Katja Brandis inzwischen so erfolgreich, dass zurzeit nicht nur über ein Film nachgedacht wird, sondern auch die Welt der Wood- und Seawalkers immer detaillierter ausgestaltet wird. Das Konglomerat an dazugehörigen Bänden umfasst mehrere Reihen und Zwischenbände, die hintereinander weg, innerhalb ihrer Reihen einzeln gelesen werden können. Dazwischen erscheinen immer wieder Bände gleichsam Kurzgeschichten, um die Wartezeit auf den nächsten größeren Band zu versüßen. Hier nehmen dann Nebenfiguren eine größere Rolle ein, deren Geschichten ebenso spannend erzählt werden.

Gestaltwandler sind sie, diese hier geschaffene Gruppe von Kindern und Jugendlichen, die zwischen ihrem menschlichen Körper und einer angeborenen Tiergestalt hin- und herwechseln können. Dorian zum Beispiel ist ein Kater, ein Russisch-Blau, der im Menschenalter von zehn Jahren seine Familie verlässt, um die Welt zu erkunden. Die ist voller Abenteuer und Gefahren, nicht zuletzt zahlreicher Leben, wie sie ein Junge, eine Katze führen kann. So beginnt dieser Romanband und zeigt einmal mehr, die Zugewandtheit der Autorin, nicht nur zu ihrem jungen lesenden Publikum, natürlich auch zur Tierwelt.

Der kurzweilige Band, der auch separat gelesen werden kann, ist rasant erzählt und wartet mit zahlreichen turbulenten Momenten auf, die schmunzeln, herzhaft lachen lassen, aber auch einen notwendigen altersgerechten Spannungsbogen enthält, den man auch älter nachvollziehen kann. Figuren werden behutsam eingeführt. Vor allem der Hauptcharakter, Nebenfigur der eigentlichen Woodwalkers, dient hier als Identifikationspunkt, der doch erstaunlich charakterliche Tiefe besitzt. Selbstredend, dass es auch hier Katja Brandis gelingt, keine Zeigefinger-Lektüre zu schreiben.

Wir verfolgen Dorians Weg, treffenderweise unterteilt kapitelweise in Katzenleben. Amerikanische haben im Gegensatz zu deutschen ganze neun, über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Der junge Kater lebt, mal in der ihm eigenen Tiergestalt, mal als Menschenkind das Leben als Hauskatze oder Waisenkind, neugierig nicht nur den Kühlschrankinhalt seiner neuen vermeintlichen Besitzer betrachtend.

Das führt zu allerlei Komplikationen und Wirrungen, in deren Verlauf die Autorin zudem auch Teile der Geschichte anderer in dieser Welt vorkommender Nebencharaktere einführt. Wohltuend, der Hauptprotagonist bekommt es zwar mit einigen Widersachern zu tun, einen richtigen Antagonisten gibt es jedoch nicht, so dass sich dieser Band vor allem für jüngere Lesende als Einführung in diese wundersame Welt eignet.

Die in Nordamerika spielende Geschichte knüpft am Ende nahtlos am ersten Band der Reihe „Woodwalkers“ an, die zuerst erschienen ist. Katja Brandis ist mit „Wilder Kater, weite Welt“ nicht in die Falle getappt, über ihr eigenes Universum den Überblick verloren zu haben, was achtbar ist wegen der Vielzahl von Büchern und Ideen, die sicher noch zukünftig diese Welt ergänzen werden.

Was mit dem Puma-Wandler Carag in den „Woodwalkers“ gelingt, funktioniert hier auf engeren Raum eines Kurzromans mit der Hauptfigur Dorian, in dessen Gefühlswelt man sich gut hineindenken kann und so füllt die Autorin auch hiermit eine Lücke, die zwischen Büchern für Kleinst- und Kleinkindern und Young Adult inzwischen eklatant geworden ist. Reine Lektüre für Kinder, die nicht mehr ganz Kinder sind, aber auch vielleicht noch nicht zu Jugendbüchern oder gar Young Adult greifen, sind hier gut aufgehoben. Alle anderen kommen aber ebenso auf ihre Kosten.

Die Erzählung, die in größere abschnitte, Leben, unterteilt ist, ist in sich verständlich und schlüssig. Sprünge und Spannungsmomente sind logisch aufgebaut und weisen keine störenden Differenzen auf. Der Handlungsstrang wird konsequent verfolgt. Wendungen sind vielleicht nicht komplett überraschend, dürften aber vor allem bei der Zielgruppe ihre Wirkung nicht verfehlen. Katja Brandis strapaziert dabei nicht zu sehr die Aufmerksamkeitsspanne, in dem sie sich mit allzu vielen Details aufhält. Stattdessen ist der Weg das Ziel. Ein junger Roadtrip auf zumeist vier Beinen.

Man fühlt mit der Hauptfigur mit und kann sich die Schauplätze bildlich vorstellen, auch die Charaktere selbst. Erwähnt sollen hier ausdrücklich die Zeichnungen von Claudia Carls sein, die nicht nur Dorian lebendig werden lässt. Wer Kinder hat, die Lektüre empfiehlt sich für das erste Lesen von Büchern größeren Umfangs, ebenso für das gemeinsame Lesen. Wiederholt, Vorkenntnisse aus den anderen bereits erschienen Bänden sind nicht unbedingt notwendig.

Die unaufgeregte Art des Erzählens und das feinfühlige Schreiben haben hier wieder einmal zu einer modernen Lektüre für Kinder geführt, die viel von dem verbindet, was die Zielgruppe interessiert. Natur und Tierwelt funktionieren natürlich immer, wie das große Abenteuer, Freundschaft, Mut und Zusammenhalt, etwas zu wagen, sich etwas zu trauen. Kann man kaum besser verpacken.

Nur eine Frage bleibt: Was ist eigentlich deine zweite Gestalt?

Autorin:

Katja Brandis wurde 1970 geboren und ist eine deutsche Journalistin und Autorin. Unter diesem Pseudonym veröffentlichte Sylvia Englert unzählige Kinder- und Jugendbücher, aber auch Sachbücher und Romane für Erwachsene. Zunächst studierte sie Amerikanistik, Germanistik und Anglistik, trat währenddessen dem Frankfurter Schriftstellerkreis bei. In der Zeit entstand ihr erster Roman, weitere Werke folgten, die mehrere Nominierungen u. a. für den Deutschen Jugendliteraturpreis folgten. Ihre Bücher werden in mehrere Sprachen übersetzt. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in der Nähe von München.

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Stephen King: Die Leiche

Inhalt:

In einer heißen Sommernacht brechen der zwölfjährige Gordie und seine drei Freunde in die Wälder Maines auf. Die Leiche eines vermissten Jungen soll dort irgendwo an den Bahngleisen liegen. Schon bald erfahren sie, dass Monster nicht etwa unter dem Bett oder im Schrank auf einen lauern, sondern sich in jedem von uns verstecken. (Klappentext)

Rezension:

Der letzte Sommer der Kindheit hält mitunter Magisches bereit und das eine oder andere große Abenteuer. Dies ist es, was der Schriftsteller Stephen King 1982 in seiner Novelle „Die Leiche“ beschrieben hat und auch in einigen seiner anderen Geschichten hier ebenso zur Perfektion getrieben hat. Melancholisch angehaucht ist die Erzählung, in der der Großmeister
amerikanischer Literatur Realität mit Fiktion verwoben hat.

Schnell findet man hinein und beginnt sozusagen einen Roadtrip zu Fuß, aus der Sicht des zwölfjährigen Hauptprotagonisten Gordie, der sich mit seinen Freunden auf den Weg
macht, um die Leiche eines gleichaltrigen Jungen zu finden, der in der Gegend verunglückt sein soll.

Die Aussicht auf den Fund, eine Bande älterer Jugendlicher trüben die Ereignisse, zudem hat jeder der vier sein Päckchen zu tragen, was zumeist mit den älteren Brüdern oder der Familienbande allgemein zusammenhängt. Auf den Weg, der unbewusst zum Ziel selbst wird, kommen Ängste, Hoffnungen und Träume zum Vorschein. Besonders der Hauptprotagonist und sein bester Freund Chris werden über sich hinauswachsen müssen. Gelingt das?

Ich versuchte nicht, ihm etwas anderes zu erzählen. Man erschrickt, wenn man erfährt, dass ein anderer, und sei es ein Freund, genau weiß, wie schlecht es um einen bestellt ist.

Stephen King: Die Leiche

Kurz gesagt, ja. Stephen Kings Fähigkeiten, sich mehr oder weniger in vielen literarischen Genres zu bewegen, dürfte mittlerweile unbestritten sein, doch diese Novelle ist unter seinen Werken, natürlich neben „Es“ ein Klassiker, auf den man sich einlassen kann. Auch hier schafft der Autor wieder ein Gefüge von Kindern und lässt unterschiedliche Charaktere aufeinanderprallen, dies innerhalb eines sensiblen kleinstädtischen Gefüge, welches man wohl schon damals zu den abgehängten Regionen Amerikas zählen dürfte.

Über einen Zeitraum von einigen Tagen erstreckt sich die Geschichte, die mit Rückblenden und nicht zuletzt der Phantasie des erzählenden Hauptprotagonisten breiter aufgefächert wird. Zudem wird aus dem Off erzählt, sozusagen aus der Vogelperspektive des Erwachsenen, der die Geschehnisse der Vergangenheit reflektiert.

Das funktioniert wunderbar, wobei besonders die Konstruktion der Gegensätze gelungen ist. Die befreundeten Kinder, noch unschuldig, neugierig einerseits, die jedoch mehr verstehen, als die meisten Erwachsenen glauben, die der Jugendlichen, die bereits abgehängt sind, bevor sich ansatzweise Chancen auftun könnten.

Freunde kommen und gehen wie Kellner im Restaurant, oder ist das bei euch anders? Wenn ich jedoch an den Traum denke, an die Leichen im Wasser, die mich erbarmungslos herabziehen wollen, dann erscheint es mir richtig, dass es so ist. Ein paar ertrinken, das ist alles. Es ist nicht fair, aber es passiert. Ein paar ertrinken.

Stephen King: Die Leiche

Interessant hierbei übrigens die Parallele zur späteren Verfilmung „Stand by me“, deren Kinderdarsteller real schablonenartig ähnliche Schicksalsschläge erleiden müssen, wie sie auch der Autor für seine Protagonisten erdacht hat. Wer die Verfilmung kennt, es ist beinahe so, wenn auch nur marginal, als hätte Stephen King etwas vorweg genommen, um dies dann zu verarbeiten. Auf ein paar seiner Kindheitserlebnisse, die sich dort wiederfinden, trifft auch das zu.

Trotzdem liest sich das leicht, die Handlung ist nachvollziehbar, sowie auch die Charaktere der einzelnen Protagonisten bis hin zu den Nebenfiguren wunderbar ausgestaltet sind, was lt. Rezensionen einiger neuerer Werke von Stephen King dort nicht immer der Fall ist.

Abwechslung bringen die Einschübe in Form von Geschichten, die der Hauptprotagonist seinen Freunden erzählt etwa, und später als Schriftsteller zu Papier bringen wird. Auch dies ist ein wiederkehrendes Element. Der kindliche Protagonist ist später Schriftsteller. Auch ein manchmal unvorhersehbarer Autor hat eben seine Schablonen und Motive, die immer wieder funktionieren und ja, mitunter auch erwartet werden.

Wechsel, Rückblenden und Einschübe erhöhen hier die Spannung einer Geschichte, bei der man schnell ahnt, wie sie ausgehen könnte, was jedoch nicht stört, da diese Coming of Age Erzählung damit spielt und den Bogen nicht überreizt. Tatsächlich wird man in ein Amerika hinengezogen, welches es noch vor gar nicht allzu vielen Jahren gab. Alleine schon dafür lohnt es sich. Hier können alle etwas für sich herausziehen.

Wir wussten genau, wer wir waren und wohin wir wollten. Es war herrlich.

Stephen King: Die Leiche

Wer gerne Coming of Age, Roadtrips (zu Fuß) liest, liegt hier ebenso richtig, wie jene, die sich einfach vom Setting begeistern lassen oder vom Aufeinanderprallen gegensätzlicher Charaktere, wenn auch mein Bild der Figuren durch die Schauspieler geprägt wurde. Den Film sah ich nämlich zuerst, ohne zu wissen, auf welchen Roman dieser beruht. Macht hier nichts. Die Umsetzung ist super, ohne qualitative Abstriche.

Zurück zur Novelle. Die funktioniert so ziemlich für alle. Jugendliche und Erwachsene. Letztere erinnern sich gleichsam an den Sommer, den sie als den letzten ihrer Kindheit definieren dürften, an all die kleinen und großen Abenteuer, Schwierigkeiten und Probleme, denen man ausgesetzt war, wogegen jüngere Lesende an die Hauptprotagonisten altersbedingt einfach nah dran sind. Zudem, was hier im amerikanischen Nirgendwo stattfindet, könnte man auch mühelos in ein bayerisches Kuhdorf und Umgebung dieser Zeit verfrachten. Das würde wohl ähnlich funktionieren.

Diese Geschichte aus der Feder Stephen Kings, der noch viele weitere folgen sollten (und hoffentlich noch folgen werden), ist zudem ein wenig herausgestellt, da sie keine
übernatürlichen Elemente enthält und statt Horror eher unterschwelligen Grusel, und das auch nur ganz leicht. Das hat mir sehr gut gefallen. So kann es dafür nur eine klare Leseempfehlung geben.

Autor:

Stephen Edwin King wurde 1947 in Portland, Maine, geboren und ist ein US-amerikanischer schriftsteller. Unter verschiedenen Pseudonymen und unter seinem eigenen Namen verfasste er vor allem Horror-Literatur, aber auch zahlreiche Kurzromane. Seine Bücher wurden in über 50 Sprachen übersetzt, womit King zu den meistgelesensten und kommerziell erfolgreichsten Autoren der Gegenwart zählt.

Nach der Schule studierte er Englisch, unterrichtete in diesem Fach und arbeitete in verschiedenen Berufen, bevor er seinen ersten Roman veröffentlichte. Sein Werk „Carrie“ erschien 1974 in deutscher Übersetzung als erstes Werk von King. Zahlreiche seiner Werke wurden verfilmt.

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Bernd-Stefan Grewe: Gold – Eine Weltgeschichte

Inhalt:

Die ältesten Goldfunde stammen aus Gräbern des 5. Jahrtausends v. Chr. – das edelste Metall als letzte Gabe für die wichtigsten Persönlichkeiten einer Gesellschaft. Seit der Zeit der frühen Hochkulturen hat Gold nichts an Faszinationskraft eingebüßt. Es begegnet uns bis heute als Schmuck, liturgisches Gerät und auch als Zahlungsmittel. Bis vor kurzem diente es sogar als Garant ganzer Währungssysteme. Aber am Gold klebt immer auch Blut – was für die Tage des Goldrauschs galt, gilt auch noch für die Goldförderung der Gegenwart. (Klappentext)

Rezension:

Dagobert Duck machte als Goldsucher am Klondike ein Vermögen und wurde so zur reichsten Ente der Welt. Die vom Zeichner Carl Barks erfundene Comicfigur steht sinnbildlich für die zahlreichen Abenteurer, die ihr Glück zu Zeiten des großen Goldrauschs in Nordamerika versuchten. Nur wenige waren damit wirklich erfolgreich, der Erzähler Jack London erst mit seinen Geschichten, in denen er auch seine eigenen Erlebnisse zu Teilen mit verarbeitete und für die Nachwelt lebendig erhielt. Noch früher erstickte die Gier nach dem Edelmetall ganze Völker, Kriege wurden geführt.

Das glänzende Metall war seit grauer Vorzeit schon begehrt und konfliktumwoben. Heute noch walten darum herum zahlreiche Konflikte, nicht zuletzt die bleibende Zerstörung der Natur, die mit den Abbau des Gold einher geht. Der Historiker Bernd-Stefan Grewe begab sich auf Spurensuche durch die Geschichte, von den Zeiten erster glänzender Grabbeigaben, über die Rolle des Metalls in Währungssystemen bis hinein, in die heutige Zeit.

Wer sich schnell Überblickswissen verschaffen möchte, eine solide und gut recherchierte Grundlage, ist mit den Büchern der Riehe C. H. Beck Wissen gut bedient. Ohne sich in allzu viele Details zu verlieren, schauen die Autoren und Autorinnen hier durchaus über den tellerrand und so liefert auch Bernd-Stefan Grewe eine informative Übersicht zur Thematik, die man fortan, vielleicht nicht mit anderen Augen, so doch solide unterfüttert betrachten kann.

Dabei hat er die Geschichte des Edelmetalls spannend zu Papier gebracht und so aufgebaut, dass dieser Band nicht so schnell von den Veränderungen unserer Zeit überholen wird. Jedes Kapitel ist unterteilt in kleinere Abschnitte, aufgelockert mit mehreren Grafiken, die zur Veranschaulichung dienen. Zahlreiche Quellen- und Querverweise runden die Lektüre ab. Man kann dies auch auf die anderen Bände der Reihe übertragen, der Autor schafft hier das Format nicht trocken daherkommen und einen Blick über den Tellerrand hinaus gewähren zu lassen.

Autor:

Bernd-Stefan Grew ist Professor für Geschichtsdidaktik an der Universität Tübingen. Zunächst absolvierte er eine Ausbildung zum Bankkaufmann, bevor er 1990 Geschichte, Französisch und spanisch in Trier und Paris studierte. Im Jahr 2000 promovierte er in Geschichte. Nach zahlreichen Stationen folgte 2016 der Ruf an die Universität Tübingen. Er ist Autor und Verfasser zahlreicher Publikationen.

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Hwang Sok-yong: Vertraute Welt

Inhalt:

Am Rand der südkoreanischen Metropole Seoul liegt die „Blumeninsel“, eine gigantische Müllhalde, Lebensgrundlage und Wohnstätte einer Kolonie von Habenichtsen und Ausgestoßenen, die dort ihre Claims abgesteckt haben. Unentwegt durchkämmen sie den frischen Abfall der boomenden Stadt nach Verwertbaren. hier landet der 13-jährige Glupschaug zusammen mit seiner Mutter, nachdem sein Vater von der regierung in ein „Umerziehungslager“ gesteckt wurde.

Es ist kein tiefer Fall, denn sie kommen aus den wuchernden Slums der Mega-City, wo seine Mutter Straßenhändlerin ist. Glupschaug hat die Schule abgebrochen und geht seiner Mutter zur Hand, für die sich ein in der Hackordnung weit oben stehender Müllhaldenbewohner interessiert. Dieser „Baron“ ist Glupschaug unsympathisch, eine verhasste Stiefvaterfigur. Mit Glatzfleck, dem Sohn des Barons, freundet er sich jedoch rasch an. Glatzfleck nimmt ihn mit auf seine Abenteuergänge und eröffnet ihm eine geheimnisvolle Welt jenseits der gewaltigen Müllberge. (Klappentext)

Rezension:

Das Leben in Millionenstädten ist ein unaufhörlicher Verdrängungswettbewerb, der täglich Existenzen scheitern lässt. Wie Gegenstände, die sich überholt haben oder nicht mehr gebraucht werden, werden auch die Menschen sehr schnell aussortiert, an den Rand gedrängt. In einigen Ländern greift dann ein soziales Netz, welches die schlimmsten Auswirkungen abfedert.

Vielerorts gibt es das jedoch nicht. So finden sich auch der 13-jährige Glupschaug und seine Mutter am Rande einer Mülldeponie wieder, auf der sie fortan leben sollen. Der einzige Platz, der ihnen in der Mega-City Seoul noch bleibt. Glupschaug muss mit der neuen Situation zurechtkommen, denn die Deponie verzeiht nichts, doch findet er schnell Anschluss in dieser eigentümlichen Welt.

In seinem Roman „Vertraute Welt“ verdeutlicht der südkoreanische Schriftsteller Hwang Sok-yong die Schattenseiten des Erfolgs seines Landes. „Tigerstaat“ nennt man Südkorea zuweilen, dass in Sachen Technologie Spitzenpositionen einnimmt, doch rau ist zu den Menschen, die diesen Fortschritt schaffen.

Wer nicht aufpasst, bleibt zurück, der Fall ist mitunter tief und so nimmt der Autor uns mit zu jenen, die damit nicht mithalten können. All jenen Vergessenen, die die Gesellschaft wie gerade weggeworfene Gegenstände behandelt, gibt er eine Stimme.

Von Beginn an begleiten wir den sehr sympathischen Hauptprotagonisten, einen Jungen, der in dieser rauen Umgebung zu schnell erwachsen werden muss und doch immer wieder an grenzen stößt, die aufzeigen, dass er eben doch nur ein Kind, ein Jugendlicher ist. Wir durchstreifen mit ihm eine eigentümliche welt, die hwang Sok-yong uns sehr plastisch vor Augen führt. . Fast ist es, als würde man den Müll in seiner gaballten Form vor sich sehen, spüren, wie sich Gerüche von Vergangenem in Kleidung und Haut festsetzen, während Gase einen metallischen Geschmack auf der Zunge hinterlassen.

Glupschaug lebte nun schon länger als einen Monat auf der Blumeninsel. Seine Mutter hatte ihm gleich am Anfang einreden wollen, dies sei eben auch nur ein Ort wie viele anderer, wo Menschen hausten. Doch er ließ sich nichts vormachen. Es war ein Mishaufen. Hier landeten Sachen, die man weggeworfen hatte. Verbraucht, nicht mehr interessant, kaputt. Und auch die Menschen, die hier lebten, waren von der Stadt aussortierte und entsorgte Existenzen.

hwang Sok-yong: Vertraute Welt

Viele Worte verliert er dabei nicht, dafür um so härtere. Trotzdem blitzen hin und wieder kleine Momente des Glücks auf, die es auch dort gibt. Sonst würde man die Erzählung kaum durchhalten. Die Figuren sind klar gezeichnet, haben alle ihre Geheimnisse, Ecken und Kanten, auch die Welt des Slums, der ein reales Vorbild nahe dem berühmten Stadtteil Gangnam hat, wird sehr kompakt geschildert. Hart und kompromisslos schildert er diese Leben, immer aus Sicht Glupschaugs.

Für die Entwicklung des Hauptprotagonisten und jenen, die ihn direkt umgeben, gibt Sok-yong dagegen Raum. Wir begleiten Glupschaug, der auf diesen Spitznamen stolz ist, da ehrlich errungen, durch die Müllberge, Hütten aus Wellblech und Pappe Mit jeder voranschreitender Zeile spüren wir die sich heranschleichende Katastrophe, in dieser dennoch irgendwie heilen Welt, wenn man davon sprechen kann.

Der Autor übt Kritik, wie in seinem Leben schon so oft, und legt den Finger in die Wunde. Die Härte der asiatischen Gesellschaft zu den sozial Schwachen wird ebenso dargestellt, wie die Wegwerfmentalität unserer Wohlstandsgesellschaft. Welchen Preis lassen wir die unteren Schichten für unser Leben zahlen? Was wird aus uns, wenn wir selbst aussortiert werden, wie der Müll um uns herum?

Autor:

Hwang Sok-yong wurde 1943 in Xinjing, damaliges Mandschukou, heute zu China gehörig, geboren und ist ein südkoreabnischer Autor, der schon als Schüler Erzählungen schrieb. Er schloss ein Philosophiestudium ab und kehrte 1969 aus dem Vietnamkrieg zurück, engagierte sich später aktiv in der Demokratiebewegung der 1970er und 80er Jahre. In den 1970er Jahren entstanden seine ersten Romane, die sich mit der Frage der Arbeiterbewegung und der Teilung Koreas beschäftigten.

1985 formulierte er ein Manifest für die Demokratiebwegung in Korea. Nach Teilnahme an einem Treffen von Schriftstellern in Nordkorea lebte er für mehrere Jahre abwechselnd in Berlin und New York, wurde nach seiner Rückkehr nach Südkorea wegen seiner Besuche im Nachbarland zu sieben Jahren Haft verurteilt. 1998 wurde er begnadigt und zum südkoreanischen Kulturbotschafter für Nordkorea ernannt. Seine Werke wurden mehrfach übersetzt, teilweise verfilmt und ausgezeichnet.

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Timo Peters: Couchsailing

Inhalt:

Timo Peters hat kein Boot, so gut wie keine Segelerfahrung und kaum Geld – aber den Traum, auf einem Segelboot den Atlantik zu überqueren: Mit leichtem Gepäck macht er sich auf die Suche nach einem Kapitän, bei dem er anheuern kann. In mehreren Etappen und auf verschiedenen Schiffen geht es über den Ozean – unterwegs erwarten ihn überraschende Herausforderungen, Grenzerfahrungen und wunderliche Begegnungen. Eine unvergessliche Reise, ein unglaubliches Abenteuer! (Klappentext)

Rezension:

Spätestens seit Stephan Orth dürfte vielen der Begriff Couchsourfing geläufig sein, doch funktioniert diese Form des Reisens auch auf hoher See? Ein Platz in einer Koje gegen eine helfende Hand an Bord? Mit nur wenig Segelerfahrung, wenn man diese überhaupt so bezeichnen mag, macht sich Timo Peters auf die Suche, dies herauszufinden. Am Ende steht ein neues Leben, ein großes Abenteuer und ein Bericht über die eigentümliche Welt der Segler.

Kennzeichnend für Reiseberichte sind vor allem ausführliche Schilderungen von Begegnungen und die Beschreibung von Landschaften. Letztere beschränken sich hier zwangsläufig fast nur auf die Hafenanlagen für Segelschiffe und die Boote selbst, stellen diese doch für Wochen die ganze Welt dar. Ansonsten ist man der Natur ausgeliefert, der Willkür von Wind, Wasser und Wetter. Anfangs noch fasziniert davon, schenkt dem der Autor nach einer gewissen Zeit kaum mehr Aufmerksamkeit als er muss.

Gerade nur so viel wird zur Kenntnis genommen, wie es für den Trip über den Atlantik von Nöten ist, um so mehr fokussiert sich Peters auf die Schilderungen der Menschen um ihn herum. Schließlich stelklen diese für Wochen seine einzigen Kontakte dar. Im Notfall ist man aufeinander angewiesen. Aus dem Weg gehen kann man sich nach dem Ablegen ohnehin nicht.

Kurzweilig schreibt Timo Peters von seiner Reise, die ihm unbekannte Sichtweisen auf eine teilweise sehr eigentümliche Welt zeigt. Was macht das mit Einem, wenn man der Natur ausgeliefert ist und Menschen, denen man nie zu vor begegnet ist? Welche Schicksale kreuzen sich in den Anlagen der Marinas? Was treibt die Glücksritter, Abenteuerlustigen, Sportsegler und Sinnsuchende an, für Wochen den schwankenden Boden unter den Füßen zu suchen?

Der Autor erzählt von den kleinen Momenten des Glücks, mehr Augenblicken des Zweifels und auch jenen, in denen man nur noch funktionieren und in Bruchteilen von Sekunden die richtigen Entscheidungen treffen muss. Zu Beginn vielleicht noch etwas blauäugig, an manchen Stellen färbt zudem die rosarote Brille im Nachhinein, findet Peters dann doch immer wieder den Ausgleich, so dass auch Konflikte und Gefahren zur Sprache kommen, auf die er reagieren musste.

Für all jene, die jetzt überlegen, eine solche Reise anzutreten, es ist kein Ratgeber, aber der Autor zeigt, was ein solcher Trip mit einem macht. Wenn man daraus etwas für sich ziehen kann, ist es gut. Für alle anderen bleibt die Erkenntnis, das große Abenteuer auch heute noch möglich sind.

Autor:

Timo Peters lebt und arbeitet als freiberuflicher Journalist für diverse Zeitungen und Magazine in Norwegen. Nebenbei betreibt er den Abenteuerblog »bruderleichtfuss.com« und das Onlinemagazin „Fjordwelten„.

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Olli Jalonen: Die Himmelskugel

Inhalt:

Eine außergewöhnliche Geschichte über die Anfänge der Aufklärung – erzählt mit der Stimme des Jungen Angus, der von der abgelegenen Insel St. Helena auf abenteuerlichen Wegen nach London reist, um bei dem berühmten Sternenforscher Edmond Halley in die Lehre zu gehen und sich seinen Traum von Wissen zu erfüllen. (Klappentext)

Rezension:

Kaum ein Ort könnte abgelegener sein als St. Helena, diese Insel inmitten des Atlantiks zwischen Afrika und Südamerika, auf der Stand heute, ein paar tausend Menschen leben. Der finnische Autor Olli Jalonen nimmt uns mit, dorthin auf eine Zeitreise und einem großen Abenteuer, im Zeitalter des Beginns der Aufklärung, der Hinwendung zu den Wissenschaften und großer Namen.

Hauptprotagonist, aus dessen Sicht die gesamte Geschichte erzählt wird, ist der zu Beginn achtjährige Angus‘, dessen Faszination dem Sternenhimmel gilt, den er im Auftrag des Astronoms Edmond Halley beobachtet. Dessen Reise durch den Atlantik , um an verschiedenen Punkten der Erde die Position der Magnetnadel zu bestimmen, ist historisch verbürgt und Grundlage dieses historischen Romans, der im 17. Jahrhundert angesiedelt ist und sofort den Lesenden das schon damals beschwerliche Inselleben jener Zeit vor Augen führt. Zudem ist da die politische Gemengenlage, in der sich selbst dieser kleine englische Vorposten befand. Hier in Gestalt des gegenspielenden Protagonisten, eines nicht näher benannten Gouverneurs, der die Inselbewohner traktiert.

Sämtliche Angelegenheiten der Erwachsenen sind voller Windungen und Schatten. Wenn man einen normalen Schatten sieht und woran er hängt, dass er zum Beispiel von einem Baum als Schatten des Baums auf die Erde geowrfen wird, dann weiß man Bescheid, aber wenn man nicht sieht, woran er hängt, weiß man nichts.

Olli Jalonen: Die Himmelskugel

Diese Ausgangslage benutzt Jalonen um eine Geschichte zu erzählen, so ausschweifend wie die Himmelsbeobachtungen Halley sebst. Die handlungstragenden Protagonisten sind sofort sympathisch, auch spürt man sofort die schwierige Lage, in der die Inselbewohner sich befinden, auch wenn nur grob die Auswirkungen beschrieben werden. Details gehen in der Melancholie des Schreibstils unter, Längen entstehen, durch die sich die Lesenden kämpfen müssen, gleichsam, auch führt der Klappentext in die Irre. Zumindest, was die Gründe für Angus‘ beschwerliche Reise angeht.

Der Handlungsstrang, der per Text verfolgt wird, wird dennoch stringent erzählt, leider nicht zu Ende, und zumindest die Hauptprotagonisten werden vielschichtig beschrieben, auch wenn so mancher Beweggrund für die handelnden Personen unerwähnt bleibt.

Alles ist anders als es daheim jemals war. Ich bin hier, inmitten von alldem. Ich bin Angus, und Angus ist ich, und Ich-der-Totholz-Angus ist auf dem Weg zu den verschneiten Bergen.

Olli Jalonen: Die Himmelskugel

Zudem ist es eine große Schwäche, dass sich nach Ende des Romans nicht die Mühe gemacht wurde, historische Hintergründe, Wahrheiten und Tatsächliches aufzuführen, was als Grundlage der Geschichte gedient hat und was zwangsläufig dazu erfunden werden musste. Diese Recherchearbeit obliegt allein den Lesenden, trotzdem reiht sich „Die Himmelskugel“ in die Reihe großer Expeditionsbücher ein, die bei dem Verlag erschienen sind, ohne den Vergleich mit diesen scheuen zu müssen.

Das melancholische Erzählen hemmt den Lesefluss, an einigen Stellen hätten es zudem ein paar Seiten weniger gebraucht und die fehlende Aufstellung am Ende sind die großen Kritikpunte, denen gut ausgestaltete Protagonisten gegenüber stehen, eine über weite Strecken tragende gute Grundidee, die von einer Welt im Wandel erzählt, von Mut und Vertrauen, großen Forschergeist.

Autor:

Olli Jalonen wurde 1954 geboren und ist ein finnischer Schriftsteller. Er studierte zunächst Sozial- und Literaturwissenschaften und promovierte 2006 an der Universität von Tampere. 1978 erschien sein Erstlingswerk, eine Novellensammlung, die ausgezeichnet wurde. 1990 erhielt er für sein Werk den Finlandia-Preis, 2018 zum zweiten Mal. Er zählt zu den bedeutendsten Autoren Finnlands. Seine Werke wurden in die skandinavischen Sprachen übersetzt, einige wenige in weitere. Neben Romanen schreibt er Hörspiele, Theaterstücke und führt Regie beim Fernsehen.

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Aimee Carter: Der Fluch des Phönix

Der Fluch des Phönix Book Cover
Der Fluch des Phönix Aimee Carter Oetinger Erschienen am: 09.05.2020 Seiten: 351 ISBN: 978-3-7891-1516-5 Übersetzerin: Maren Illinger

Inhalt:

Nach dem plötzliche Tod ihrer Mutter werden die zwölfjährigen Zwillinge Zac und Lu zu ihren Verwandten nach England geschickt. Dort entdecken sie hinter einem Torbogen eine Welt voller Fabelwesen – die Wildlands.

Was sie nicht wissen: Wer die Wildlands betritt, wird mit dem Fluch des Phönix belegt und muss für immer hinter den Toren der fabelwelt bleiben. Nur wenn der Verfluchte bereit ist, alles für den Phönix zu riskieren, kann er in sein normales Leben zurückkehren… (Klappentext)

Rezension:

Die amerikanische Autorin Aimee Carter ist ein Phänomen. In ihrer Heimat nicht ganz so erfolgreich, wurde die von ihr geschriebene erste Buchserie für Kinder und Jugendliche nach ein paar Bänden nicht weiter aufgelegt, während im deutschsprachigen Raum alle Werke der Reihe „Animox“ erschienen sind, und so gehört sie wohl zu den wenigen Schreibenden, die im Ausland erfolgreicher sind als in ihrer Heimat.

Folgerichtig, ist auch „Der Fluch des Phönix“, ein Einzelband (?) des gleichen Genres zuerst in deutscher Sprache erschienen und nimmt seine jungen LeserInnen mit, auf eine Reise durch die abenteuerliche Welt der Wildlands.

Hauptprotagonisten dieser spannenden Geschichte für ältere Kinder und noch nicht ganz Jugendliche sind die zwölfjährigen Zwillinge Zac und Lu, aus deren wechselnder Perspektive wir die Handlung erleben, die einem stetigen Spannungsbogen folgt. Nach dem tragischen Verlust ihrer Mutter leben die beiden mit ihrem Vater alleine, ein jeder für sich trauernd, ohne Perspektive auf Besserung.

Besonders für Zac ist der Tod seiner Mutter ein tragischer Verlust, ist er doch selbst an das Haus gefesselt, durch Asthma und zahlreiche Allergien, auf die Hilfe nun nur noch seines Vaters und seiner Schwester angewiesen.

Dadurch ängstlich, zurückhaltend und labil, ist das Einzige, was ihm bleibt, sein Zeichenblock, auf dem er die phantasievollen Geschichten seiner Mutter zu Papier bringt. Doch, ein weiterer Unfall mit Klinikbesuch, lässt den Vater das Angebot der Verwandten seiner verstorbenen Frau überdenken und schickt die Zwillinge zu diesen für einen mehrmonatigen Aufenthalt. Eine abenteuerliche, aber auch gefährliche Reise beginnt.

So viel zur Geschichte, mehr darf man auch nicht verraten, gewinnt man doch mit den ersten Seiten doch die Protagonisten als Sympathiefiguren, deren Stärke aus all den Schwächen und Begrenzungen besteht, die besonders Zac zusetzen.

Folgerichtig haben beide Zwillinge einen ernsten und eigenwilligen,, dennoch gegensätzlichen Charakter. Interessant ist hier vor allem, dass die Schriftstellerin das gängige Rollenklischee vom starken Bruder, schützenswerter Schwester umkehrt und gewinnbringend für die Handlung verwendet.

Hier darf ein angehender jugendlicher Junge sich ängstigen, gar eine Panikattacke bekommen, weinen, zittern und zweifeln, während die Schwester die Rolle des großen Geschwisterkindes, obwohl gleich alt, einnimmt. Ein großer und nicht zu verachtenswerter Pluspunkt. Identifikationsfiguren einmal anders.

Doch, obwohl sein Gesicht rot war, sein Atem mühsam ging und er Tränen in den Augen hatte, machte er keinen Gebrauch von seinem Asthmaspray. Er hatte keinen Anfall. Es kostete ihn nur alle Kraft, nicht schluchzend zusammenzubrechen.

Aimee Carter: Der Fluch des Phönix

Die Fantasy-Welt ist hier glaubwürdiger aufgebaut, als es z.B. einem Henry Neff mit „Die Schule der Magier“ gelungen ist und auch im Erzähl- und Schreibstil merkt man Verbesserungen gegenüber den Bänden der Animox-Reihe, die selbst gut geschrieben und konstruiert sind, an. Beinahe im gleichen Erzähluniversum mit gleichbleibender oder sich zum Positiven veränderter Qualität zu bleiben, ist hier Aimee Carter gelungen.

Die Geschichte wird in kurzweiligen Kapiteln rasant erzählt. Längen sind keine zu finden, gleichzeitig hat die Handlung unheimlich viel Tiefgang bei genauerer Betrachtung. Menschliche Werte, Naturschutz (wenn auch auf eine Phantasiewelt übertragen), Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft, hat die Autorin ein großes Abenteuer verpackt, ohne erhobenen Zeigefinger.

Die Geschichte ist zunächst als Einzelband erschienen, bietet aber unglaublich viel Potenzial, besonders in der weiteren Entwicklung der Protagonisten, für eine Fortsetzung. In jedem Fall darf man gespannt sein, was Aimee Carter noch alles zu Papier bringen wird.

Autorin:

Aimee Carter wurde 1986 geboren und ist eine amerikanische Schriftstellerin. Zunächst schrieb sie Fanfictions und studierte an der Universität von Michigan, bevor sie mehrere Jugendbuchreihen veröffentlichte. Im deutschsprachigen Raum wurde sie vor allem durch die Reihe „Animox“ bekannt.

Andere Leseeindrücke:

100Morgenwald

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Katja Brandis: Woodwalkers 6 – Tag der Rache

Tag der Rache Book Cover
Tag der Rache Reihe: Woodwalkers – 6 Kinderbuch Arena Verlag Hardcover Seiten: 341 ISBN: 978-3-401-60397-1

Inhalt:

Es ist so weit! In den Rocky Mountains beginnt der Sommer und mit ihm die Abschlussprüfungen für Carag.

Doch das Lernen fällt dem Pumajungen schwer, denn Millings Großer Tag der Rache steht unmittelbar bevor. Verzweifelt versuchen Carag und seine Freunde, die Menschen vor Millings Verbündeten zu schützen. Schnell steht für Carag, seine Menschenfamilie und die Clearwater Hogh alles auf dem Spiel. Wird es den Verteidigern gelingen, rechtzeitig hinter Millings Geheimnis zu kommen und die gefährlichen Gegner zu stoppen? (Klappentext)

Reihenfolge der Reihe:

Woodwalkers 1 – Carags Verwandlung

Woodwalkers 2 – Gefährliche Freundschaft

Woodwalkers 3 – Hollys Geheimnis

Woodwalkers 4 – Fremde Wildnis

Woodwalkers 5 – Feindliche Spuren

Woodwalkers 6 – Tag der Rache

[Einklappen]

Rezension:

Fernab aller Gender-Debatten muss man in den Regalen der Buchhandlungen so manches Mal suchen, wenn man gute Bücher, Romane für Jungen finden möchte.

Zwar gibt es auch in diesem Bereich immer mehr, aber gefühlt gegenüber der für die Zielgruppe der Leserinnen ausgelegte Literatur immer noch zu wenig und so stechen neue Buchreihen, wie die „Woodwalkers“ der Münchener Autorin Katja Brandis wohlwollend heraus. Davon abgesehen können sie natürlich dennoch von beiden Geschlechtern gelesen werden.

„Woodwalkers – Der Tag der Rache“, ist der Finalband dieser abenteuer- und actiongeladenen Serie, in der die jungen Gestaltwandler, Carag und seine Freunde, nicht nur den Abschlussprüfungen des Jahrgangs entgegen bibbern, sondern sich zudem auf den kommenden Schlag ihres Erzfeindes Andrew Milling vorbereiten müssen.

Mehr sei vom Inhalt kaum verraten, nur, dass es auch hier wieder zu dramatischen Entwicklungen und Wendungen kommt, die so einige Stunden fesselnden Lesestoff versprechen. Der über die Bände hinweg kontinuierlich aufgebaute und konsequent gehaltene Spannungsbogen, aus der Ich-Perspektive Carags erzählt, die feinen Charakterzeichnungen, die sich hier als durchaus wandlungsfähig, nicht nur im Sinne ihrer zwei Gestalten, zeigen, tun ihr übriges, um als runde Sache gelten zu können.

Carag, Holly, Brandon und die anderen sind den Lesern ans Herz gewachsen und so fern man gerade nicht altersgemäß zur Zielgruppe gehört, ahnt man während des Lesens zwar, wohin das alles führen und wie die Geschichte enden wird, für die jüngere Leserschaft aber, ist es ein Lesegenuss ohne geringste Abstriche.

Gestützt auf die Legenden der amerikanischen Urvölker, hat die Autorin hier kunstvoll die Idee der Gestaltwandler augfgegriffen, so dass man zwangsläufig die Welt Carags und seiner Freunde liebgewonnen hat. Wer darin noch ein wenig verweilen möchte, kann mitgewachsen, dies in der demnächst erscheinenden Jugendbuchreihe „Seawalkers“, es wird nass, tun.

Alles in allem hat mich diese Reihe von Anfang an überzeugt. Besonders auffällig ist hier vielleicht zu erwähnen, dass an sich keiner der Zwischenbände schwächelt und man nicht mit dem Gefühl zurückgelassen wird, dass irgendetwas fehlen würde.

Ohne erhobenen Zeigefinger hat die Münchener Autorin Themen wie Charaktereigenschaften verarbeitet und gezeigt, dass auch gerade auf den deutschen Kinderbuchmarkt sich Perlen verstecken können, die mitunter auch über Altersgrenzen hinweg funktionieren.

Es hat Spaß gemacht, den Weg Carags auf Puma- und anderen Fährten zu folgen, von denen man nach diesem letzten Band gerne Abschied nimmt. Wer die Autorin bis dato nicht auf den Schirm hatte, sowie ihre zahlreichen Pseudonyme, der sollte dies spätestens mit diesen Band. Davon abgesehen lohnt es sich vielleicht, sein Haustier mal etwas genauer zu beobachten. Vielleicht ist das ja mehr Mensch als man denkt.

Autorin:

Katja Brandis, geb. 1970, studierte Amerikanistik, Anglistik und Germanistik und arbeitete als Journalistin. Sie schreibt seit ihrer Kindheit und hat inzwischen zahlreiche Romane für junge Leser veröffentlicht. Sie lebt mit Mann, Sohn und drei Katzen in der Nähe von München.

katja-brandis.de/biografie

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