Marc Raschke: Du hast die Wahl

Inhalt:
Welche Partei soll ich wählen? Es macht doch eigentlich eh keinen Unterschied, wen ich wähle – oder? Was wir jetzt dringend brauchen, ist Orientierung und Haltung. Beides liefert der bekannte Publizist, Politik-Influencer und Kommunikator Marc Raschke mit dieser Edition des TaschenRaschke zur Bundestagswahl 2025.

Mit „Du hast die Wahl“ ist es Ihnen möglich, sich als Mitte der Gesellschaft in debatten klar gegen den Rechtsruck in Deutschland zu stellen. Entlarven Sie Fake-News und Populismus, entdecken Sie die Zusammenhänge – auf den Punkt gebracht, so dass am Ende klar ist: Rechts kann keine Alternative sein. (Klappentext)

Rezension:
Wie langlebig sind eigentlich politische Argumentationshilfen und Streitschriften? Die meisten von ihnen können bereits mit der nächsten Wahl als veraltet gelten, andere widerum beweisen eine erstaunliche Zähigkeit gegenüber den Geschehnissen auf.

Der Publizist Marc Raschke hat diesen, seinen Aufruf, wählen zu gehen, in Blick auf die letzte Bundestagswahl geschrieben, die damals noch anstand und aus der Friedrich Merz als Sieger hervorgehen sollte. Heute darf man fragen, welche Teile der Argumentation Raschkes sich bewahrheitet haben und welche so langlebig sind, dass wir dieses kleine Taschenbuch weiterhin als wichtigen Debattenbeitrag sehen dürfen.

Dabei ist der Autor klar in seiner Position, gegen Rechts natürlich, gegen eine Radikalisierung der Mitte, die bereits eingetreten ist und unter den jetzt an den Schalthebeln der Macht sitzenden Menschen vorangetriebenen Polarisierung der Gesellschaft, die eher zu mehr Spaltung führt als wirklich hilft, das Vertrauen in die Politik zurückzugewinnen. Ersteres ist bereits eingetreten, mit einer Regierung, die inzwischen auch immer mehr Teile ihrer Wählerschaft vor den Kopf stößt. Der Blick in die Kristallkugel hat also funktioniert.

Die Argumentationskette ist dabei klar. Zuerst stellt der Autor dar, warum man aus seiner Sicht überhaupt wählen sollte und warum Rechts keine Alternative sein kann, sowie wie es immer weniger Fakten schaffen, zu uns durchzudringen und statt dessen Fakenews viel zu oft die Oberhand erhalten. Mit klaren Punkten für seine Position nimmt er Bezug auf die Entwicklung der Medienlandschaft, die den Rechtsruck bereitwillig in die Bevölkerung hineintragen, um dann zu zeigen, wie mit Zahlen so lange falsch argumentiert wird, bis sie der eigenen Linie dienen.

Mit Hilfe kompakter und leichtgängig zu lesender Kapitel zieht sich so ein Faden durch das Sachbuch, welches man als Gegenstück zu all den Nuhrs oder Peter Hahnes sehen darf, die sich genau so wie eine gewisse Partei längst von mittigen Positionen verabschiedet haben. Letztere, den Gutteil der Geschichte der Bundesrepublik an der Macht, wird daher besonders betrachtet, weshalb zwangsläufig die Betrachtung der anderen politischen Kräfte kürzer aus-, wenn nicht gar ganz ausfallen muss.

Das ist schade, dient aber der Sache in sofern als mit Marc Raschke eine Stimme gegen Populismus und Konservatismus, sowie Lobbyismus rechtzeitig vor der Wahl zu hören gewesen ist. Zumindest das Kapitel über letzteres, sowie jenes über den Umgang mit Fakten und Zahlen, sowie die Polemisierung der Argumentation ist auch heute nach der Wahl noch hoch aktuell, weshalb dieses Sachbuch eben auch derzeit lesenswert und wichtig ist.

Es ist erfrischend, dass was rechtskonservative Kräfte mittlerweile auf den Buchmarkt schaffen, auch auf der anderen Seite gelinkt, mit Argumenten, die einer genaueren Betrachtung und Auseinandersetzung auch standhalten, passt ja auch gut zur Ausrichtung des Verlags, der sich für die Sichtbarkeit für Menschen mit körperlichen Einschränkungen einsetzt und damit wie kein anderer für diese Positionierung prädestiniert ist. Man wünscht sich mehr solche Stimmen und dass die vorhandenen öfter gehört werden. Das zumindest bleibt nach dem Lesen eines Autoren, der natürlich weiß, mit Argumenten zu spielen, damit umzugehen. Auch klar.

Aber eben faktensicher und folgerichtig. Wie wohltuend, auch und gerade heute.

Autor:
Marc Rascghke wurde 1976 geboren und ist ein deutscher Journalist, Politik- und Kommunikationswissenschaftler, sowie Historiker. Bekanntheit erlangte er als Populismus- und Radikalisierungsexperte, sowie in der Pandemie, als er in den sozialen Medien Studien, politische und gesellschaftliche Themen niederschwellig erklärte.

Er erhielt 2024 den Deutschen Preis für Wirtschaftskommunikation und wurde drei Jahre zuvor zum Forschungssprecher des Jahres gekürt. Raschke ist Autor mehrerer Argumentations- und Streitschriften.

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