Leipziger Buchmesse 2018 – Freitag

Wenn Buchmesse ist, versuche ich immer möglichst viel mitzunehmen. Nicht gerade Kugelschreiber und Notizblöcke, nach denen man eh seit mehreren Jahren explizit fragen muss, wenn man welche haben möchte, aber viele Lesungen, Diskussionen und Interviews möchte ich mir dann doch ganz gerne anschauen und so ging es am Freitag gleich früh am Morgen los, als am MDR Kultur Stand Rüdiger Frank über die Erlebnisse sprach, die zu seinem neuesten Werk „Unterwegs in Nordkorea„, führten, welches bei DVA erschien.

Das Buch plus ein anderes, ebenfalls von ihm, musste dann später aus der Messebuchhandlung mitgenommen werden. Das Interview war einfach zu spannend.

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Rayk Wieland (r.) interviewt Rüdiger Frank (l.).

Ein, praktisch dauerhafter, Bestandteil auf der Leipziger Buchmesse ist das „Best of“ von „Druckfrisch“, dem Literaturmagazin der ARD von Denis Scheck, der auch dieses Jahr über die Tops und Flops auf dem Buchmarkt referieren durfte.

Das ist in Teilen ganz amüsant, zumal, wenn mal nicht nur die üblichen Verdächtigen abgekanzelt werden, manchmal geht es aber dennoch sehr unter die Gürtellinie. Finde ich nicht ganz so prickelnd, da jedes Buch irgendwie seine Leser hat, andererseits stimmt ja auch, dass Bücher überhaupt erwähnt werden müssen, um sie ins Gedächtnis zu rufen.

Man darf hier aber zweifel haben, ob das immer so klappt, zumal die in den höchsten Tönen gelobten Bücher hauptsächlich Lyrikbände waren, welche ansonsten Ladenhüter sein dürften. Ich kenne jedenfalls niemanden außer Literaturkritiker selbst, die sich heutzutage noch reihenweise Gedichtbände antun.

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Denis Scheck präsentiert "Best of Druckfrisch".

Interessanter war dann auch das Interview mit Björn Berge, dem norwegischen Autor des „Atlas der verschwundenen Länder„, welches ich führen durfte und später vorstellen werde, wenn die Messeberichte komplett sind.

Dieser Mann hat Humor, ist zielstrebig und steckt mit der Begeisterung für seine Thematik so an, dass man selbst auf eine solch ungewöhnliche Recherche-Reise gehen möchte, und dies bei einem Hobby, welches eigentlich am Aussterben ist. Dazu aber mehr, wenn ich dazu komme, das Interview zu veröffentlichen.

Danach wurde am Stand des Literaturforums ein Buch vorgestellt, in dem mehrere Fluchtgeschichten von Kindern aufgeschrieben waren. Überhaupt, die  Themen Flucht und Integration waren dominierend und prägten das Bild der Messe.

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Die Mehrheit der Menschen sind eben doch empathisch, was man den meisten Veranstaltungen und der hohen Besucherzahl anmerken konnte. Die Rangeleien und Proteste an den rechten Verlagsständen habe ich nicht beobachtet, da ich mich dort nicht aufgehalten hatte. Dazu gab es einfach auch zu viele andere Veranstaltungen, die ich mir ansehen wollte.

Gastland der diesjährigen Buchmesse war Rumänien, wofür zahlreiche Werke erstmals ins Deutsche übersetzt wurden. Den Stand fand ich kreativ und mal anders, im Gegensatz zu manch anderen gewöhnlichen und lieblos hergerichteten Verlagsstand. Die Rumänen haben sich gut präsentiert, eine Lesung jedoch musste dann doch aus den Rahmen fallen.

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So präsentierte sich das Gastland Rumänien auf der Buchmesse.

Bei dieser Lesung ging es um eine Verlagszusammenstellungen von Erzählungen aus Rumänien, die der Verlag ins Deutsche übertragen hatte. Das war aber leider auch schon alles, was ich davon mitgenommen hatte, ansonsten bin ich beinahe weggetreten. Mit so monotoner Stimmlage habe ich selten jemanden vortragen und lesen gehört. Man kann Bücher auch totlesen. Hiermit geschehen.

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Am Ende des Tages wurde ich dann noch bei Kiepenheuer & Witsch freundlich aufgenommen, denn ich sollte noch ein Interview mit Franziska Seyboldt führen, welche „Rattatatam, mein Herz!“ geschrieben hatte, in dem sie über ihre Angststörungen erzählte und wie es ihr gelang, damit zu leben.

Nur hat dann leider meine Kamera aufgegeben, so mittendrin, ahnt ja niemand, so dass daraus wahrscheinlich eher ein Bericht als ein abgedrucktes Interview werden wird. Mal schauen. Es hat mich jedenfalls wahnsinnig gefreut, mit der Autorin sprechen zu können und gehört in jedem Fall zu den highlights dieser Buchmesse.

Fortsetzung folgt…

Euer findo.

 

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