Holly Black/Cassandra Clare: magisterium 5 – Der goldene Turm

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magisterium – Der goldene Turm Teil 5 Holly Black/Cassandra Clare Jugendbuch one Verlag Erschienen am: 28.02.2019 Hardcover Seiten: 256 ISBN: 978-3-8466-0079-5
Übersetzerin: Anne brauner

Inhalt:

Ich bin das Chaos. Ich kann Städte niederbrennen und Meere verdampfen lassen. Ich kann die Erde zerstören.

Alex Strike, der neue Makar des Chaos, will die gesamte Magierwelt unterjochen. Und so muss Callum sich in seinem letzten Schuljahr am Magisterium erneut mit aller Kraft gegen das Böse stellen. Doch wie soll er als Sieger aus diesem Kampf hervorgehen? Der Feind steht ihm schließlich nicht nur gegenüber, sondern lauer auch in seinem Inneren. (Klappentext)

Einordnung:

Ohne Kenntnis der Vorgängerbände empfiehlt sich dieser Band nicht zu lesen. Es ist der fünfte Teil der Reihe „magisterium“ und bildet den bisherigen Abbschluss.

Die Rezension ist spoilerfrei.

Rezension:

Niemand braucht Angst zu haben, dass hier gespoilert wird, dennoch ist es natürlich schwer, eine Rezension zu einem Serienband zu schreiben. In sofern erwarte ich natürlich Vorkenntnisse aus den zuvor gelesenen Bänden. Wer sich diese noch nicht erlesen hat, möge hier abbrechen. Allen anderen, viel Spaß beim Lesen der Rezension.

Letzte Bände haben es schwer, müssen sie doch alle losen Fäden aus vorangegangenen handlungen aufnehmen und logisch miteinander verknüpfen. Den Protagonisten sollte man eine gewisse Entwicklung anmerken können und die vom Autoren gewebte Handlung einen befriedigten Abschluss erlangen. Holly Black und Cassandra Clare ist dies so leidlich gelungen.

Zunächst einmal begleiten wir wieder einmal den inzwischen siebzehnjährigen Call und seine Freunde Tamara und Jasper in die magisterium-Schule, die ihren Schützlingen nicht nur das Beherrschen der Elemente lehrt, sondern auch den Umgang mit Magie, die im Falle der drei Hauptprotagonisten auch noch dazu genutzt werden muss, um die Welt entgültig vom personifizierten Bösen Alex Strike zu befreien.

Call steht sich dabei mit seiner Vorgeschichte natürlich selbst im Wege, zu allem Überfluss steckt auch noch die Seele seines im Kampf verstorbenen Freundes Aaron in seinem Körper und beide wissen nur allzu gut, dass dringend nicht nur für ihn ein neuer Körper geschaffen werden und der Feind nicht mehr lange auf eine erneute Konfrontation warten muss. Stoff genug also, um für Abenteuer, Spannung, Grusel und eine gehörige Portion Chaos zu sorgen. Doch, Chaosmagie soll hier schließlich auch besiegt werden. So zumindest der Plan.

Dies ist das Ausgangsszenario des Autorinnen-Gespanns, was sich zumindest zu Beginn der Reihe den Vorwurf gefallen lassen musste, einen Joanne-K.-Rowling-Abklatsch produziert zu haben. Doch, seien wir ehrlich, das Konstrukt um eine magische Schule, einem zum Helden auserkorenen unfreiwilligen Schüler, der erst in seine Rolle hineinwachsen muss, lässt sich nun mal nicht komplett neu erfinden.

Nur die Sache der Interpretation muss ausgewogen und schlüssig sein, damit der Leser dies abnehmen kann. Mit den weiteren Bänden gelang dies auch und so steht dem Lesegenuss, vor allem mit dem letzten Teil, nichts mehr im Wege.

Die Protagonisten entsprechen immer noch einem klaren Freund-Feind-Bild, auch wenn es Clare und Black gelungen ist, glaubwürdig jedem der Beteiligten Schattenseiten anzuhängen und eine eigene Vorgeschichte. Wirklich feingliedrig ist dies jedoch nie ausgearbeitet wurden, sonst wären die Bände allesamt umfangreicher geworden, auch dieser Teil ist dünner als notwendig.

Man merkt hier deutlich, dass zumindest eine der Autorinnen aus dem Fanfiction-Bereich kommt, in dem ein guter Schreiber auch auf die immer knapper werdende Aufmerksamkeitsspanne achten sollte. Das schadet, meines Erachtens, dem Lesegenuss, den man sonst viel länger fröhnen könnte, da die Zusammenarbeit der beiden gut zu funktionieren scheint. Gut erzählen können Black und Clare allemal.

Die Handlungsstränge sind längst nicht mehr so verwirrend, wie vielleicht noch in den Vorgängern, sondern sinnvoll zusammengeführt. Schon mit der ersten zeile ist klar, dass hier schnellen Schrittes auf das große Finale zugesteuert wird. Kurzweilig lesen sich die übersichtlichen Kapitel, jedoch ist gerade nur so viel geschrieben, wie notwendig ist, um die Szenarien auch abzukaufen.

Auch in diesem Zusammenhang wird man Ausführlichkeit schmerzlich vermissen. Das Finale ist eine runde Sache, in Bezug auf einem der Hauptprotagonisten jedoch to much. Da wäre tatsächlich einmal weniger mehr gewesen.

Mit Joanne K. Rowlings Geschichte konnte man altersgerecht mitwachsen. Hier bleibt zu befürchten, dass man spätestens im Alter von 14-15 Jahren irgendwo stecken bleibt. Trotz allem lohnt es sich jedoch als Leser, diese Reihe zum Abschluss zu bringen, die sich qualitativ zwischen der des britischen Zauberlings und der „Schule der Magier“ von Henry Neff befindet. Bonus gibt es hier für die Gestaltung der deutschsprachigen Ausgabe, für die sich wieder einmal der Verlag ins Zeug gelegt hat.

Schließlich hat sich im Fantasy-/Jugendbuchbereich schon länger durchgesetzt, dass nicht nur der text Spaß machen sollte, sondern das ganze Buch. Ein schwarzer Buchschnitt trägt den Abschlussband, sowie vergoldete Schrift im Stile der vorgängerbände auf den Umschlag. Ob dafür wohl auch die Magie der Elemente oder des Chaos genutzt wurde?

Autorinnen:

Holly Black wurde 1971 geboren und ist eine amerikanische Schriftstellerin. Bereits in ihrer Jugend schrieb sie Gedichte und Bühnenstücke, schloss nach der Schule 1994 das College von New Jersey mit einem B.A. ab. Sie arbeietet zunächst für einige Zeitschriften, studierte parallel an der Rutgers University, was sie jedoch zu Gunsten des Schreibens abbrach.

2002 veröffentlichte Black ihren ersten Jugend- und Fantasyroman, ab 2003 die Spiderwick-Chroniken, mit denen ihr der Durchbruch gelang. Einige ihrer Werke wurden bereits für Filme und Graphic Novels adaptiert. Sie lebt mit ihrer Familie in New Jersey.

Cassandra Clare wurde 1973 in Teheran/Iran geboren, als Tochter US-amerikanischer Eltern, verbrachte ihre Kindheit in Frankreich, Groß-Britannien und der Schweiz.. Später besuchte sie in New York die Schule und arbeitete zunächst für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften. Zunächst machte sie sich als Autorin für FanFiction einen Namen, aus der Zeit auch das Pseudonym für ihren realen Namen stammt.

2007 veröffentlichte sie ihren ersten eigenständigen Roman „City of Bones“ und schrieb seitdem an mehreren Jugend- und Fantasyromanen. Zusammen mit Holly Black arbeitete sie an der Reihe „magisterium“, deren erster Band 2014 erschien.

Tara Westover: Befreit

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Befreit Tara Westover Rezensionsexemplar/Sachbuch Kiepenheuer & Witsch Erschienen am: 07.09.2018 Hardcover Seiten: 444 ISBN: 978-3-462-05012-7

Inhalt:

Tara Westover ist 17 Jahre alt, als sie zum ersten Mal eine Schulklasse betritt. Zehn Jahre später kann sie eine beeindruckende akademische Laufbahn vorweisen. Aufgewachsen im ländlichen Amerika, befreit sie sich aus einer ärmlichen, archaischen und von Paranoia und Gewalt geprägten Welt – durch Bildung, durch Aneignung von Wissen, das ihr so lange vorenthalten worden war. (Klappentext)

Rezension:

Für diese Rezension habe ich mir zum ersten Mal des Effektes Willen überlegt, die Kurzbiografie einer Autorin wegzulassen. Vorab sich nämlich nicht über Tara Westover informieren zu können, macht die von ihr erzählte Geschichte noch brisanter, noch mächtiger und noch unglaublicher.

Tara Westover wächst als Kind in einer, von ihrem vater bestimmten Familie auf, die sich komplett von der Außenwelt abgrenzt. Hier geht es nicht nur um die Gegenüberstellung zweier parteipolitischer Ansichten, die heutzutage das medienbild der USA prägen, hier geht es um alles oder nichts.

Eine rechtschaffende, gläubige, Gott zugewandte Familie gegen den Rest der Welt. So sieht das zumindest Taras Vater, der sogar die strengen Vorschriften der Mormonen noch wörtlicher als die meisten Gläubigen nimmt und damit seinen Kindern alle Chancen nimmt.

Diese werden von den staatlichen Schulen genommen, müssen im Familienbetrieb arbeiten, selbst schwerste Verletzungen werden nicht im Krankenhaus behandelt, sondern auf dem heimischen Sofa, unter Zuhilfenahme pseudoätherischer Öle und natürlich Gebeten. Unter diesen Bedingungen wächst die immer größer werdende Kinderschar auf.

Je älter sie werden, um so mehr sehen Tara und, leider nicht alle, ihre Geschwister eine Zukunft, die ihnen verwehrt werden wird, wenn sie nicht ausbrechen. Zwei ihrer älteren Geschwister und sie selbst nehmen diesen Kampf jedoch auf und stellen sich damit gegen Glaube, Familie und vor allem ihrem Vater.

Wie weit muss man gehen, um den Kampf um Selbstbestimmung, Entwicklung und frieheit zu gewinnen? Manche offenbar sehr weit, wenn man Tara Westovers beeindruckende Bildungsbiografie liest.

Als Leser wird man kaum aus den Erstaunen herauskommen, welches Leid die Autorin unter der Tyrannei ihres Vaters zu erdulden hatte, dessen bipolare Störung zur Zerreißprobe für den gesamten Clan geworden ist, dessen beim Streit aufgeplatzte Wunden bis heute nicht verheilt sind.

Nach der Lektüre wird man den Faktor Bildung einen größeren Wert als bisher bemessen, innerlich die Autorin an manch beschriebenen Ereignissen in den Arm nehmen, dann wieder mit den Kopf gegen die Wand des Naheliegenden stoßen wollen.

Eindrucksvoll beschreibt Westover die ihr gestellten Hürden, die sie ohne Hilfe liebenswerter Menschen nicht hätte überwinden können. Tränen, Traurigkeit, Glücksgefühle, Wut. All das wechselt so schnell nacheinander, dass man innehalten muss, um zu Atem zu kommen.

Tara Westover beschreibt ihren Weg in Eigenständigkeit und Selbstwertgefühl, welcher steiniger nicht hätte sein können. Was muss es nur für eine Überwindung und Kraft gekostet haben, diese Zeilen zu Papier zu bringen?

Der Lehrer rief mich auf, und ich las den Satz vor. Als ich an das Wort kam, hielt ich inne. „Dieses Wort kenne ich nicht“, sagte ich. „Was bedeutet es?“

Tara Westover: „Befreit“

An manchen Stellen möchte man brechen. Für mich gehören Eltern, die krank oder nicht, so die Sicherheit ihrer Kinder gefährden wie Westovers dies getan haben, die ihre Kinder jede reelle Chance auf Bildung und damit Freiheit genommen haben, in Gewahrsam.

Um so größer die Bewunderung für Tara Westover, die dennoch einen Funken Liebe noch in sich bewahrt hat, für die zeit, in der ihre Eltwern und sie vielleicht eines Tages aufeinander zugehen können. Diese Biografie ist ein Mahnmal für das, was Zwänge anrichten und was Bildung bewirken kann. Grenzen zu überschreiten, benötigt Zeit.

Manchen macht die Geschichte Tara Westovers hoffentlich Mut genug, ihren eigenen Weg zu gehen. Wenn das dieses Buch schafft, wäre viel gewonnen.

Autorin:

Tara Westover wurde 1986 in Idaho, USA, geboren und lebt heute in Großbritannien. 2008 erwarb sie den Bachelor of Arts an der Bringham Young University, am Trinity College in Cambridge erhielt sie 2009 ihren Abschluss als Master of Philosophy und promovierte 2014, nach einem Abstecher in Havard in Geschichte. „Befreit“ ist ihr erstes Buch.

Serhij Zhadan: Internat

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Internat Autor: Serhij Zhadan Übersetzer: Juri Durkot, Sabine Stöhr Roman Suhrkamp Verlag Erschienen am: 11.03.2018 Hardcover Seiten: 301 ISBN: 978-3-518-42805-4

Inhalt:
Mit Politik hatte hier keiner was im Sinn. Doch als plötzlich geschossen wird, kann sich niemand mehr raushalten. Auch Pascha nicht, der Lehrer, der sein ganzes leben in einer Bergarbeitersiedlung im Donboss verbracht hat.

Er bricht auf, quer durch die Stadt, zum Internat, um seinen Neffen in Sicherheit zu bringen. Nach einer odyssee durch die einst vertraute, jetzt zerstörte Gegend ist für Pascha nichts mehr wie zuvor. Ein Roman über den unerklärten Krieg und den Versuch, dem sinnlosen Sterben zu trotzen. (Klappentext)

Rezension:
Es herrscht Krieg und irgendwer muss ja das Kind aus dem Frontbereich herausholen. Dort ist es in einem Internat untergebracht, abgeschoben von der Mutter, die den an Epilepsie leidenden Sohn an sich froh war, los geworden zu sein. Ein Problem weniger.

Doch, das Land ist im Ausnahmezustand. Kämpfe nähern sich der Stadt. Und so beschließt Pascha seinen Neffen aus dem brodelnden Krisenherd herauszuholen, nur ist er selbst der feigste Mensch, den man sich vorstellen kann.
Serhij Zhadan erzählt in seinem neuen Roman die Geschichte eines Menschen, der langsam merkt, wie es ist, es sich zu leisten, keine Nachrichten zu sehen, sich nicht zu positionieren in einer Zeit, die gerade nach Einordnung verlangt, und warum selbst der größte Feigling in besonderen Zeiten über sich hinauswachsen muss.

In dieser Geschichte stinkt es nach nassen Hund, es regnet permanent und der Begriff Ukraine wird nicht erwähnt. Tatsächlich erzählt der Autor eine Geschichte, wie sie sich tatsächlich in seinem Heimatland hätte abspielen können, doch könnte man die Erzählung an jeden Krisenherd der Welt spielen lassen. und obwohl das alles so grausam, so schrecklich ist, man muss sich an einigen Stellen wirklich zwingen zu lesen, kann man sich nicht dem Sog entziehen.

Zumal der Hauptprotagonist trotz aller Schwächen irgendwie sympathisch ist, nicht zuletzt später im Zusammenspiel mit dem dreizehnjährigen Rotzlöffel Sascha, der den invaliden Lehrer nur langsam als eine Art Ersatzvater anerkennt

Serhij Zhadan zwingt den Leser sich zu beschäftigen, mit einem hierzulande fast verdrängten Konflikt, der doch dennoch nah ist. Er zwingt, Stellung zu beziehen, zu einem menschlichen Drama, welches durchzogen ist von Leid, Elend und Hoffnungslosigkeit und macht dies, hervorragend übersetzt durch Juri Dukot und Sabine Stöhr, auf eine so eindrückliche Art und Weise, dass man dem Autoren nur Beifall zollen kann.

Es ist mit so wenigen Seiten zwar äußerlich ein eher unscheinbarer Roman, dessen Inhalt man jedoch nicht so schnell vergessen kann, vergessen will. Zu tief wachsen einem Pascha und Sascha ans Herz.

Fast würde man gerne in die Zukunft schauen, um zu erleben, was aus den beiden Protagonisten werden wird. Alleine, den Blick in die Kristallkugel wagt selbst der Autor nicht. Zu tief sind die Wunden, zu unbeständig die Risse, die der Krieg in die Heimat Zhadans vollzogen hat.
Am Ende bleibt man ratlos zurück, ernüchtert. Hoffen wir nur das Beste für die Zukunft der Saschas auf dieser Welt und auf viele, über sich hinauswachsende Menschen wie Pascha. „Rettest du ein Leben, so rettest du die ganze Welt.“, so steht es im Talmud, dieser Ausspruch gilt jedoch überall.

Mit der Aufmerksamkeit, die dieses Buch wieder auf den immer noch schwelenden Konflikt in der Ukraine lenkt, ist schon mal ein erster Schritt dafür getan. In sehr drängender Sprache erzählt der Hauptprotagonist von seinem beschwerlichen Weg, nicht nur zur Rettung des Neffen, sondern auch zur Selbsterkenntnis.

Ihm wird dann nochmal von Sascha der Spiegel vorgehalten. Nein, der Hauptprotagonist wird in ein ganzes Spiegelkabinett gesteckt. Wer dies und anderes lesen, wer etwas erfahren möchte, über Ausnahmesituationen, und was diese mit uns Menschen machen können, für den ist dieser Roman. Ansonsten ein hervorragend erschreckend erzähltes Stück Zeitgeschichte.

Autor:
Serhij Zhadan wurde 1974 geboren und ist ein ukrainischer Schriftsteller, Dichter und Übersetzer. Nach der Schule studierte er zunächst Literaturwissenschaften, Ukrainistik und Germanistik. Er organisiert Literatur- und Musikfestivals und verfasst Rocksong-Texte. 2007 erschien sein erster Roman.

2006 wurde er mit dem Hubert Burda Preis für junge Lyrik ausgezeichnet, Zhadan war zudem Aktivist der Orangenen Revolution. 2014 schilderte er in der FASZ seine Erfahrungen der Erstürmung der Gebietsverwaltung von Charkiw, wurde dafür von prorussischen Kräften krankenhausreif geschlagen.
Seine Romane wurden mehrfach ins Deutsche übersetzt, und zahlreich ausgezeichnet. Der Autor beschäftigt sich vornehmlich mit dem Zeitgeschehen seines Heimatlandes.

Roger Zelazny: Die Chroniken von Amber – Die neun Prinzen von Amber (1)

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Die neun Prinzen von Amber (1) Reihe: Die Chroniken von Amber Autor: Roger Zelazny Rezensionsexemplar/Fantasy Klett-Cotta Verlag Erschienen am: 14.10.2017 Taschenbuch Seiten: 268 ISBN: 978-3-608-98127-8

Inhalt:
Amber ist die unsterbliche Stadt, nach deren Vorbild alle anderen Städte geformt wurden. Alle anderen Welten, auch die Erde, sind nur Schatten dieser einen Realität. Mal näher, mal weiter entfernt haben sie nur einen Mittelpunkt: Amber.

Nach einem Autounfall wacht Corwin in einer obskuren Klinik im Staate New York auf – er ist in unserer Welt gestrandet. Schnell findet er heraus, dass er Teil der großen Königsfamilie von Amber ist. Von nun an unternimmt er alles, um in sein Reich zurückzukehren und seinen Bruder Eric vom Thron zu stürzen. Der Auftaktband zu der einzigartigen Fantasyreihe „Die Chroniken von Amber“. (Klappentext)

Einordnung:
Dies ist der Auftakt einer mehrbändigen Reihe, der „Chroniken von Amber“.

Rezension:
Corwin erwacht eines Tages nach einem Autounfall in einer Klinik, und kann sich nur noch an kleinste Bruchstücke erinnern, so entlässt sich der junge Mann selbsständig aus der Klinik und geht zum einzigen Anhaltspunkt, den er hat. Seine Schwester, die offenbar seinen Krankenhausaufenthalt geregelt und bezahlt hat.

Er ahnt nicht, dass er damit in eine Welt eintaucht, die von seinem Bruder Eric auf’s Grausamste beherrscht wird. Trotz vorläufigen Gedächtnisverlusts versucht Corwin seinen Platz auf den Thron von Amber zu erlangen, nicht wissend, wen er trauen kann. Doch, es läuft auf einen Kampf um Leben und Tod hinaus.
Es gibt Autoren, die sich beim Entwickeln einer Geschichte Zeit lassen, Welten und Charaktere wirken zu lassen, und erst dann zu einer gewissen Handlungsstruktur kommen, gerne auch über mehrere Bände, und es gab Roger Zelazny.

So in etwa könnte der Leser beim Eintauchen in die „Chroniken von Amber“ empfinden.

Keine Zeit, den Leser in die Gegebenheiten sich einfinden zu lassen, sich auf Charaktere einzulassen. Nein, hier wird man sofort ins kalte Wasser geworfen. Die Handlung spielt noch nicht mal anfangs in der durchaus interessant und abwechslugsreich gestalteten Welt von Amber, und trotzdem hat man das Gefühl, die Seiten zerinnen einen durch die Finger.

Das muss nicht immer etwas schlechtes sein, doch fehlt hier eindeutigm die Ruhe, sich fallen und treiben zu lassen. Etwas, was wohl erst beim Lesen mehrerer Bände aufkommt, einer genügt dazu nicht.

Der Handlungsverlauf ist dabei trotz allem glaubwürdig und durchdacht, einen Ticken zu schnell vielleicht, liest sich dennoch flüssig, auch wenn gewissen Sprünge sicherlich fließender und angenehmer zu gestalten gewesen wären.
Die Protagonisten sind so vielschichtig, wie es eben mit einer sehr begrenzten Seitenzahl möglich ist. Tatsächlich wären hier noch 100 Seiten mehr nicht die schlechteste Wahl gewesen. Trotzdem ein interessanter Auftakt, der sich lohnt, ihn weiter zu verfolgen, vermag er doch alleine stehend nicht wirklich zu überzeugen.

Und das, wobei man so viel aus den wirklich guten Ideen des Autoren machen könnte. Aber wer weiß, vielleicht gelingt mit den Folgebänden die Abrundung einer Geschichte, die hier mehr Ecken und Kanten aufweißt, als notwendig gewesen wäre.

Autor:
Roger Zelazny wurde 1937 in Cleveland, Ohio geboren und war ein US-amerikanischer Science Fiction- und Fantasy-Autor. Nach der Schule studierte er psychologie, dann englische Literatur, bevor er in der Nationalgarde von Ohio und der Reserve der US-Army tätig war.

Danach begann er zu schreiben, und veröffentlichte 1954 mehrere Kurzgeschichten, ab 1962 Science Fiction. Seine Romanserie „Die Chroniken von Amber“ gehört zu seinen bekanntesten Werken und wurde mehrfach ausgezeichnet. U.a. erhielt er den Nebula Award, den Hugo Award und den Locus Award. Zelazny starb 1995 in Santa Fe, New Mexico.

Gisela von Radowitz: Tabaluga

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Tabaluga Gisela von Radowitz Illustrationen: Helme Heine Roman Knaus Erschienen am: 01.01.1994 Hardcobver Seiten: 159 ASIN: B0021ZZWXC (antiquarisch)

Handlung:

Seit die feuerspeienden Drachen ausgestorben sind, gibt es niemanden mehr, der die Welt beschützen kann. Arktos, der Herr des eises, ein machtbesessener skrupelloser Tyrann, träumt davon, die Natur zu beherrschen und die gesamte Schöpfung tiefgefroren in einem Museum auszustellen. Nur die Bewohner einer kleinen, grünen oase im ewigen Eis leisten noch Widerstand. Als ein altes drachenei unter einer lawine entdeckt wird, keimt neue Hoffnung auf. Tabaluga, der kleine grüne Drache, wird geboren.

Er soll die Macht von Arktos brechen und seine herrschaft beenden. David gegen Goliath, der ewige kampf: Daa Gute gegen das Böse. Die Liebe gegen den Hass. (Klappentext)

Rezension:

Die Geschichte um den kleinen grünen Drachen hat inzwischen mehrere Generationen geprägt und so dürften diejenigen, die dieses Buch, inzwiwschen nicht mehr verlegt, in ihre Kindheit zurück katapultiert werden.

Der Kultstatus um den Kampf zwischen David und Goliath, Feuer und Eis, Liebe und Hass in Form dieser Fabel haben unzählige Menschen geprägt. Allen voran Peter Maffay und unzählige Musiker, sowie Autoren wie Gisela von Radewitz. Von ihr hier die Grundlage der Geschichte, von der es zuvor bereits einige Musikalben aus den Händen Maffays gegeben hatte, aufgeschrieben.

Behutsam und gefühlvoll, liebevoll illustriert wird hier die Geschichte vom letzten Drachen auf Erden Tabaluga erzählt, der innerhalb einer kleinen grünen Oase aufwächst.

Diese ist jedoch bedroht von Arktos, Schneemann und im wahrsten Sinne des Wortes eiskalter Diktator über sein Riesenreich der Kälte, welches das kleine Grünland und ihre Bewohner bedroht. Diese ahnen voller Angst, Tabaluga ist ihre einzige Chance zu Überleben.

Doch, der Bewahrer des Feuers hat ausgerechnet mit diesem so seine Probleme. Das wahre Feuer nämlich muss er erst einmal finden und das ist nicht so leicht. Vor allem nicht, wenn man ständig auf widersprüchliche Aussagen der grünländischen Bewohner trifft, eine vorwitzige Häsin im Schlepptau hat und Arktos ihn längst als Bedrohung für sein Reich aus Schnee und Eis ausgemacht hat.

Trotzdem es eine Kindergeschichte ist, funktioniert sie sehr gut. Auch später noch gelesen. Zumal, wenn man die Erinnerungen an die Musicalaufführung von 1994 im Kopf hat oder auch nur die später folgende Trickfilmserie.

In kleinen Schritten, leicht verständlich wird ohne erhobenen Zeigefinger erklärt, wie viel Liebe bewirken kann, wie viel aber auch Hass zerstört. Wie lebt es sich in einer Diktatur und was ist Mitläufertum? Alles Begriffe und Themen, die später im Geschichtsunterricht einmal aufgegriffen werden, im vorgesehenen Lesealter noch keine Rolle spielen.

Doch, Kinder wollen ernstgenommen werden. Gisela von Radowitz tut dies, ebenso wie Peter Maffay mit seiner Musik. Alleine, der Drache tut bis heute viel Gutes.

Eine gleichnamige Stiftung setzt sich für Kinder und ihre Rechte ein, für verschiedene Projekte wurde mit Tabaluga Aufmerksamkeit entfacht und vielleicht lassen sich heute wie damals ein paar Kinder von der Faszination für den Feurigsten aller Grünländer begeistern und sich später, wenn sie sich einmal entscheiden müssen, zwischen dem was richtig und dem, was bequem ist, daran erinnern.

Die veständliche Art und Weise, diese Geschichte zu erzählen, die ernste Thematik und die behandelten Themen machen dieses Buch zu einem Juwel der deutschen Kinderbuchliteratur. Möge Tabalugas Feuer noch lange nicht erlöschen.

Neuauflage:

Die Neuauflage erschien bei Gulliver/Beltz & Gelberg unter den Titel: „Tabaluga – Die Suche nach dem Feuer“.

Autorin:

Gisela von Radowitz wurde 1941 in Hamburg geboren und studierte Sprachen und Kunstgeschichte in Groß-Britannien, Frankreich und in Spanien. Danach wanderte sie nach Südafrika aus und begründete ein deutschsprachiges Theater in Johannesburg, arbeitete als Schauspielerin und führte Regie.

1971 kehrte sie nach Deutschland zurück und gab 1979 ihren ersten Roman heraus, ein jahr später wurde sie erstmalig selbst als Romanautorin aktiv. Zudem schrieb sie Drehbücher für Film und Fernsehen. Ihr Mann Helme Heine arbeitet als Illustrator und wirkte auch an ihren Büchern mit. Zusammen leben sie heute in Neuseeland.

Ransom Riggs: Die Bibliothek der besonderen Kinder

978-3-426-52027-7_druck-jpg-35848300Titel: Die Bibliothek der besonderen Kinder
Autor: Ransom Riggs
Seiten: 541
ISBN: 978-3-426-52027-7
Verlag: Knaur

Inhalt:
Nur knapp sind Jacob und Emma in einer Londoner U-Bahn-Station dem Tod entkommen. Noch überwältigt von Jacobs neuer gabe, begeben sie sich auf eine gefährliche Suche, um ihre Freunde und Miss Peregrine aus den Fängen der Wights zu befreien.

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