Erzählung

Tatsuzo Ishikawa: Die letzte Utopie

Inhalt:
Im Jahr 2026 steht die Welt auf dem Höhepunkt technischer Perfektion – und am Abgrund menschlicher Identität. Der bahnbrechende Fortschritt hat eine globale Republik erschaffen, in der Roboter den Alltag regieren, Glück und Gleichheit Gesetz sind und Individualität Vergangenheit ist. Doch unter der makellosen Oberfläche brodeln Zweifel, Aufstände und die Frage: Was bedeutet Menschsein?
(Klappentext)

Rezension:
Der japanische Roman „Die letzte Utopie“ ist eigentlich eine Dystopie und so liegt schon im Titel beschrieben der Konflikt, den der Schriftsteller Tatsuzo Ishikawa erzählen möchte. Veröffentlicht wurde der Text erstmals 1953 als zwei ideologische Systeme die Welt unter sich aufteilten und das Wettrennen um die Deutungshoheit noch nicht entschieden war. Seit 2025 liegt die Erzählung erstmals in der deutschen Übersetzung vor.

Yuri Mizubuchi und Sabine Mangold haben uns diese Mischung aus Dystopie, Science Fiction und Politthriller zugänglich gemacht. Wir betreten den Planeten nach vier Weltkriegen. Staaten haben an Bedeutung verloren. Gesetze entscheidet ein den Globus umspannender Rat, der das Leben bis ins kleinste Detail regelt. Individualismus gilt als Hindernis, selbst Modetrends bestimmt die Regierung. In der Medizin wird mit der Verkürzung von Schwangerschaften experimentiert. Kinder, die zu viel sind, zwangssterilisiert. Musikstars wie Flora Victoria und Anna Kaminija mit ihren Bauernweisen sind die neuen Idole des Volkes, welches Roboter den Großteil seiner Arbeiten erledigen lässt. Nicht alle teilen aber den Glaube an den unbedingten Fortschritt. Unter der Oberfläche zeigen sich mehr und mehr Risse, bis die Weltenrepublik in den Abgrund stürzt.

So viel zur Handlung, die in nicht einfach zugänglicher Art und Weise erzählt wird. In einer Mischung aus romanhafter Erzählung und Nachrichtenmeldungen werden wir eingeführt in diese schöne neue Welt, mit der Tatsuzo Ishikawa mehrere Themenkomplexe unter die Lupe genommen hat, die auch heute noch von Bedeutung sind. Anhand eines umfangreichen Figurentableaus, in dem munter hin und her gewechselt wird, werden die Schwächen ideologischer Systeme, die Überheblichkeit des Menschen unter die Lupe genommen, Hochmut und Hybris dargestellt. Wirkmechanismen sind hier wichtiger als die Figuren selbst, die mit Ecken und Kanten daherkommen und im weiteren Erzählverlauf noch mehr an Konturen gewinnen.

Die Handlung der Protagonisten wird innerhalb des Zeitraumes eines Jahresverlaufs erzählt, in dem all die schlechten Eigenschaften sowohl der Menschen als auch des gelebten Systems sich ihren Bann brechen. Eine totale Umkehrung wird dargestellt, die jedoch nicht in allen Ebenen durchweg zugänglich ist. Zu sperrig wirkt zuweilen der Text. Viele Charaktere bleiben trotz Ecken und Kanten unnahbar. Es ist eine Aufeinanderreihung von Ereignissen und Aspekten, die schon einzeln für sich betrachtet eine Erzählung wert sind. In dieser Mischung ist das zu viel des Guten, nicht immer vorstellbar. Zu viel ist da enthalten, für so wenig Raum. Der Geschichte hätte eine gewisse Dehnung und dafür mehr Detailreichtum gut getan, vielleicht auch die eine oder andere Perspektive weniger.

Sprünge gibt es vor allem in Form von Ortswechsel und zu Charakteren, die wir vor allem durch andere Figuren erleben. Jede Szene für sich ist dabei vorstellbar, in ihrem Zusammenspiel funktioniert das nicht durchweg. Zwar wechseln ruhige und temporeiche Momente, doch kommt man kaum hinterher, die einzelnen Eindrücke zu verarbeiten und vor allem beim Lesen in geordneter Erinnerung zu behalten. Es passiert so viel, dass alles miteinander verschwimmt. Wenn man beim Bild eines Strudels sprechen möchte, der alles mit sich reißt, passt dies unbedingt zu diesem Roman. Auf diesen Effekt sollte man jedoch gefasst sein und etwas dafür übrig haben, soll die Geschichte für einen selbst funktionieren.

Wer Science Fiction und Dystopien mag, vielleicht einmal eine etwas andere Erzählweise als es in der westlichen Welt üblich ist, erleben möchte, den kann man diesen Roman durchaus empfehlen. Alle anderen genießen sie bitte mit Vorsicht, bevor Roboter die Welt an sich reißen.

Autor:
Ishikawa Tatsuzo wurde 1905 geboren und war ein japanischer Schriftsteller. Schon früh begann er Geschichten zu schreiben. Kennzeichnend ist sein in großen Teilen fast journalistischer Stil, in dem er zahlreiche Romane veröffentlichte. Nach dem Krieg entwickelte er sich zu einem der bedeutensten Schriftsteller japanischer Literatur und wurde mehrfach ausgezeichnet. In seinen texten verarbeitete er Themen wie Krieg, Politik und gesellschaftliche Umbrüche. Er starb 1985 in Tokio.

Der virtuelle Spendenhut

Dir hat der Beitrag gefallen? Dann freue ich mich über eine virtuelle Spende. Vielen lieben Dank.

Tatsuzo Ishikawa: Die letzte Utopie Weiterlesen »

Gabriel Herlich: Freischwimmer

Inhalt:
Es gibt Zeiten im Leben, auf die man zurückblickt und begreift, dass sie alles verändert haben – für Donnie Frey ist diese Zeit sein 21. Sommer. Eine einzige schicksalshafte Begegnung reicht aus, um Donnie völlig aus der Bahn zu werfen. Plötzlich sieht er sich mit Fragen konfrontiert, denen er bislang erfolgreich ausgewichen ist.

Was bedeutet es, eigene Entscheidungen zu treffen und mit den Konsequenzen zu leben? Wie weit würde er gehen, um für seine Überzeugungen einzustehen? Antworten auf diese Fragen findet er dort, wo er sie am wenigsten erwartet hätte: in Zimmer 311 eines Altenheimes, auf dem Fahrersitz eines Buchanka und in einem malerischen Hotel in Südfrankreich. (Klappentext)

Rezension:
In einer Mischung aus Coming of Age, Roadtrip, Vergangenheitsbewältigung und der Suche nach sich selbst, pendelt die Erzählung „Freischwimmer“, des Schriftstellers Gabriel Heinrich, der in einen Sommer eintaucht, in dem sich für seinen Protagonisten alles verändert. Zwischen den leichtgängig zu lesenden und doch tiefgründigen Kapiteln verschieben sich Sichtweisen und Perspektiven über die Abgründe unserer jüngeren Vergangenheit und die Gegenwart.

Gezwungenermaßen begibt sich der Protagonist auf Spurensuche, nachdem vermeintliche Sicherheiten und er erstmals außerhalb der Reichweite falscher Freunde sich der Realität stellen muss. So beginnt die Erzählung, mit einem lauten Knall, der alles verändert und einen Genre-Mix eröffnet, den man dieser Erzählung in ihrer Kompaktheit zunächst nicht zutraut. Und doch schafft es der Autor so viel in diesen Text zu verpacken, den man teilweise atemlos und angespannt verfolgt und dabei nach und nach mit seinem Hauptcharakter einen Perspektivwechsel einnimmt, der eindrucksvoll ist.

Erzählt wird dies aus Donnies Sichtweise, einem unsicheren und auf die schioefe Bahn geratenen jungen Erwachsenen, der inzwischen zu viel auf sich geladen hat, zu viel verbirgt, erst durch Konfrontation langsam sich selbst hinterfragt und alles bisher Geglaubte. Der Wandlungsprozess des Hauptcharakters ist die Essenz dieses Romans, der so vielschichtig ist, wie sein Erzähler, dessen Hüllen wir nach und nach durchdringen. Dabei nähert sich Gabriel Herlich seiner Figur behutsam an und macht sie langsam für die Lesenden zugänglich.

Der Hauptprotagonist ist nicht von Beginn an ein Sympathieträger ohne Zweifel, die falschen Freunde als Antagonisten jedoch fast sofort der Gegensatz, der die ersten Kapitel der Erzählung bestimmt und gegen Ende die Handlung sozusagen einrahmt. Dazwischen Tempo, ruhige Momente, immer wieder wechselnd, die die ganze Brisanz aufzeigen. Es geht um Erkenntnis, Schuld, Aufarbeitung und andere große Themen, die wie ein Damoklesschwert über den Protagonisten schweben. Spannend vor allem dann, wenn das Fallbeil sich senkt.

Der Zeitraum der Haupthandlung umfasst wenige Tage, in denen so viel passiert, dass es fast verwundert, dass dies dem Autoren gelungen ist, ohne Lücken zu erzählen, und trotz der Kompaktheit den überschaubaren Figuren-Tableau Konturen zu geben. Herlich spielt mit den Grautönen zwar, um so wuchtiger jedoch wirkt das absolute. Gerade das macht diese Erzählung so unglaublich beeindruckend.

Dazu kommt das Talent des Schriftstellers für szenische Beschreibungen von Orten, was die Handlung greifbar werden lässt. Zudem ist alleine schon die Dynamik falscher Freundschaften so gut vorstellbar und glaubhaft erzählt. Da macht es dann auch nichts, dass das Ende praktisch ab Anfang des letzten Drittels so gut wie vorhersehbar ist. Nach dem Lesen wird man es für folgerichtig halten, auch wenn es den Überraschungseffekt vermissen lässt.

Die Verbindung der Themen macht diesen Roman so eindrucksvoll wie besonders, auch diese wiederkehrenden Umschwünge vom Leichten ins Schwere sind hier toll eingewoben. Gabriel Herlichs Debütroman kann man nur viele Lesende wünschen. Hiermit kann man nichts falsch machen und gewinnt dabei so viel, auch Perspektiven auf vorher unbekannte oder vernachlässigte Themen, die mit diesem Roman eine Stimme finden. Und dies sollte uns das doch wert sein, oder?

Autor:
Gabriel Herlich wurde 1988 in Frankfurt/Main geboren und ist ein deutscher Schriftsteller. Er studierte Betriebswirtschaft in Wien und Grenoble und arbeitet in der Tech-Branche. Mit seiner Familie lebt er in Hamburg. Dies ist sein erster Roman.

Der virtuelle Spendenhut

Dir hat der Beitrag gefallen? Dann freue ich mich über eine virtuelle Spende. Vielen lieben Dank.

Gabriel Herlich: Freischwimmer Weiterlesen »

Katharina Bendixen: Eine zeitgemäße Form der Liebe

Inhalt:
Ein Löwenjunges fällt in der Kinder- und Tiertagesstätte auf und durchläuft diverse Maßnahmen, um seine Menschwerdung voranzutreiben. In einer Eltern-Chatgruppe eskaliert die Kommunikation. Eine Wissenschaftlerin stellt ein Programm vor, bei dem überforderte Mütter ihre Kinder tauschen und so zu einer zeitgemäßen Form der Liebe finden können.

Katharina Bendixen erzählt von Eltern und ihren Kindern, von den Ansprüchen an Mutterschaft und von ihren Widersprüchen. In klassischen Short Storys, magisch-surrealen Erzählungen und doppelbödigen Alltagstexten fühlt sie einer so gestressten wie saturierten Gesellschaft auf den Zahn. (Klappentext)

Rezension:
Sammlungen von Kurzgeschichten haben den Vor- und Nachteil zugleich, dass man umhergeworfen wird, zumal wenn sich Stil und Form von Text zu Text unterscheiden. Nicht immer wird man Zugang und Anknüpfungspunkte finden, doch klug zusammengestellt, gelingt dies, zudem wenn die einzelnen Geschichten uns immer wieder auch herausfordern.

Die deutsche Schriftstellerin Katharina Bendixen schafft dies mit ihrer Sammlung „Eine zeitgemäße Form der Liebe“, in der sich Kurzprosa mit fast schon surrealen Berichten abwechseln, einmal eine Art Chat-Protokoll, dann wieder Gedankenschnipsel, an denen man hängen bleibt. Sie alle beschäftigen sich mit Mutterschaft, Elternschaft, der Wahrnehmung und Wirkung im Inneren und von außen. Die Thematik ist das einzige, was die Geschichten zusammenhält, manchmal zusätzlich ein Name, der in einer der folgenden Geschichten unvermittelt erneut auftaucht. Diese Art der Komposition muss man mögen, auf sie muss man sich einlassen, manches mehrfach lesen. Ein Weglegen und wieder Hervorholen lohnt sich, sowie ab und an innezuhalten.

Zu beobachten, was die Texte mit einem machen, wie sie die Wahrnehmung verändern, zudem wenn beinahe schräge Gedanken zum Handlungssymbol einer der Erzählungen werden. Das Kind als Tier betrachten oder Tauschobjekt gar, wenn es so agiert, dass das die Gesellschaft als verhaltensauffällig stuft oder man vielleicht den Gedanken hat, mit einem anderen Kind besser dran zu sein. Wie absurd, wie phantastisch für eine Geschichte. Katharina Bendixen spielt in ihnen mit Sprache, trifft den Nagel auf den Kopf, reizt Kunstkniffe und Doppelbödigkeit aus.

Nicht immer funktioniert das gleichermaßen, weswegen sich starres Hintereinanderweglesen nicht empfiehlt. Zu groß sind die Unterschiede. Manchmal war der Spagat zwischen Form und Sprache, auch Absurdität zu viel des Guten.

Nichts destotrotz habe ich durchaus ein paar Highlights finden können, bei denen mich sowohl Kreativität als auch Umsetzung stark beeidnruckt haben. Alleine dafür hat es sich gelohnt.

Autorin:
Katharina Bendixen wurde 1981 in Leipzig geboren und ist eine deutsche Schriftstellerin und Übersetzerin. Nach dem Abitur studierte sie in Leipzig und Alicante Buchwissenschaften und Hispanistik, veröffentlichte in Literaturzeitschriften und Anthologien. Sie ist Prosa-Redakteurin der Literaturzeitschrift poet und schreibt für verschiedene Zeitungen. Sie betreibt mit anderen einen Blog über Autoren- und Elternschaft, ist Mitglied des PEN-Zentrum Deutschland. Mit ihrer Familie lebt sie in Leipzig.

Der virtuelle Spendenhut

Dir hat der Beitrag gefallen? Dann freue ich mich über eine virtuelle Spende. Vielen lieben Dank.

Katharina Bendixen: Eine zeitgemäße Form der Liebe Weiterlesen »

Hugo Lindenberg: Die imaginäre Nacht

Inhalt:
Ein junger Mann erfährt, dass seine Mutter sich das Leben genommen hat – damals, als er sechs Jahre alt war. Mit ihrem Tod war für ihn die Zeit stehen geblieben, die sich nun, stockend, wieder in Bewegung setzt. Auf seinen nächtlichen Streifzügen durch Paris nähert er sich der Nacht ihres Todes, der Erinnerung und seinem eigenen Begehren – ruhelos, sinnlich, fieberhaft. (Klappentext)

Rezension:
Nach dem meisterlichen Debüt „Eines Tages wird es leer sein“, legt der französische Schriftsteller Hugo Lindenberg eine Erzählung über das Dazwischen nach, über eine Suche und einen Findungsprozess nach Etwas, was sein Protagonist doch nich vermag, zu greifen. „Die imaginäre Nacht“, erzählt von eben diesen, den Streifzügen durch das flirrende Paris, einem Verlust, einer Annäherung und setzt dabei voll und ganz auf den Sog der Sprache.

Die Grundthematik ist nicht leicht, auch in die Tonalität muss man erst hineinfinden. Sie zerrinnt zwischen den Fingern wie der Protagonist auf Sinnsuche durch die Clubs. Er ist auf der Suche nach etwas, was er schon vor langer Zeit, in früher Kindheit verloren hat. Nur wenige Menschen um ihn herum werden es im Verlauf der Geschichte schaffen, ihm Anknüpfungspunkte zu geben, an das, was war. Kompakt ist sie, die Erzählung, die von kunstvollen Sätzen nur so strotzt. Eine Fähigkeit, die der Autor schon mit seinem Erstliungswerk bewiesen und in diesem Roman noch verfeinert hat. Jeder Satz fühlt sich an wie ein Nadelstich. Wir folgen den inneren Monolog, den Begegnungen, der Konfrontation voller Traurigkeit und Melancholie.

Erzählt wird ein unbestimmter Zeitraum, wenige Tage, vielleicht Wochen, immer aus der Sicht des Hauptprotagonisten, der Stimmungen und Begegnungen gierig in sich aufnimmt, sich der Körperlichkeit hingibt, insgeheim eine tiefe Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit sucht, in einer Form, wie es für ihn unerreichbar bleiben wird. Das Dilemma ist schnell klar und so wird man selbst von der Tonalität eingenommen, ein Grund, diesen Text nicht zu lesen, liegt man selbst bereits am Boden. Es ist kein Roman für jede Stimmung.

Der Protagonist ist zu gleichen Teilen unnahbar und doch gar nicht so fern, eingesperrt in seiner Gefühlswelt, die ihn wie ein Käfig umgibt. Oft genug möchte man ihn schütteln, dann wieder tröstend in den Arm nehmen. Vielleicht ist es dieser ständige Wechsel, der Hugo Lindenbergs Figur in den dunklen Pariser Nächten leuchten lässt. Wer diese Momente während des Lesens aufgreifen kann, dem eröffnet sich eine wunderbare Erzählung, die dann auch sprachlich nachhallt.

Entscheidend ist es, dieses Momentum möglichst früh zu packen. Ansonsten findet man Längen, die man wie Täler durchschreiten muss, was zuweilen mühselig ist.

Es ist ein stiller Roman, dessen Dynamik in der Bewegung seines überschaubaren Figurentableaus wirkt. Der Protagonist gewinnt durch dieses seine Ecken und Kanten, die Nebenfiguren indes bleiben verhältnismäßig blass. Auch die Handlungsorte verschwimmen miteinander. Was zählt und am Ende übrig bleibt ist die Hauptfigur, der Erzähler selbst. Diese Art und Weise, zu erzählen, muss man mögen, sich darauf einlassen, sonst wird das problematisch und da hilft dann auch nicht das sprachlich Schöne darüber hinweg. In jedem Fall die Erzählung en wenig nur ruhen lassen, nachdem man die letzte Zeile gelesen, die letzte Seite umgeblättert hat.

Eine Erzählung, nicht für jedermann, nicht für jede Situation oder Stimmung. Den Moment genau, muss man abpassen. Eine Empfehlung für jene, denen das gelingt.

Autor:
Hugo Lindenberg wurde 1978 gebopren und ist ein französischer Journalist. „Eines Tages wird es leer sein“, war sein erster Roman, der bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. Der Autor lebt in Paris.

Der virtuelle Spendenhut

Dir hat der Beitrag gefallen? Dann freue ich mich über eine virtuelle Spende. Vielen lieben Dank.

Hugo Lindenberg: Die imaginäre Nacht Weiterlesen »

Bastian Martschink: Finn Dever 1 – Letzter Blick

Inhalt:
Eine brutale Mordserie hält Blackvale in Atem. Als Julia Lang, die Finanzchefin eines milliardenschweren KI-Unternehmens getötet wird, unterstützt Finn Dever die örtliche Polizei bei dem Fall. Seine Fähigkeit, die unmittelbare Zukunft eines Menschen zu sehen, hat schon oft geholfen – doch diesmal führt ihn die Spur zu einer schockierenden Wahrheit: Seine Gabe ist keine Laune der Natur, sondern künstlichen Ursprungs. Und er besitzt diese Gabe nicht allein, sondern teilt sie sich mit einem mächtigen Feind. Mit jedem Schritt wird die Gefahr größer – und Finn erkennt, , dass der Feind ihm näher ist, als er dachte … (Klappentext)

Einordnung in der Reihe:

Bastian Martschink: Finn Dever 1 – Letzter Blick
Bastian Martschink: Finn Dever 2 – Täuschung
Bastian Martschink: Finn Dever 3 – Spurlos

[Einklappen]

Rezension:
Die neue Krimi-Reihe „Finn Dever“ des deutschen Schriftstellers Bastian Martschink entführt uns in die düsteren Welten amerikanischer Tech-Konzerne, eingebettet in das Schema klassischer Ermittlungsromane. Neben den spannungsgeladenen Handlungssträngen werden fast philosophische Fragen aufgemacht, wie sie derzeit gesellschaftlich diskutiertwerden und in aller Munde sind. In wie weit werden wir von Künstlicher Intelligenz bereits bestimmt? Sitzen wir überhaupt noch an einem funktionierenden Hebel oder werden wir bereits gesteuert.

Diese Fragen muss sich für seine Person die der Reihe namengebende Hauptfigur stellen, der mit seiner besonderen Gabe der Polizei schon oft zur Lösung ihrer Fälle verholfen hat. docvh zuvor beginnt auch dieser Auftaktband mit einer klassischen Mordsituation, derer sich eine detailliert geschilderte Ermittlungsarbeit anschließt, im Laufe derer wir das Figurentableau Martschinks kennenlernen. In dieser temporeichen Erzählung stechen dabei vor allem zwei Hauptfiguren heraus, die die unterschiedlichen Seiten der Ermittlungen repräsentieren und in diesem Spannungsfeld sich Schritt für Schritt dem Ergebnis annähern.

Da wäre zunächst Finn Dever selbst, der mit seinen Fähigkeiten sich zu sehr in die Fälle einbringt, die seine Stadt in Atem halten und dabei den Spagat versucht, zwischen Hauptjob, Beratertätigkeit und Privatleben zu jonglieren, was ihn im Verlauf der Handlung an Grenzen bringen wird, andererseits Kate, die neu hinzugeholt das ermittelnde Team als Leiterin unterstützen und der Polizei zum Erfolg verhelfen soll. Korrekt und zielorientiert, misstraut sie Finns Fähigkeiten zunächst, agiert jedoch pragmatisch und nutzt diese Gegebenheiten. Beide Protagonisten haben damit zu kämpfen, ihr Privatleben mit der Ermittlungstätigkeit in Einklang zu bringen. Diese Komponente ist es, die erste Ecken und Kanten sichtbar werden lässt.

Schnell ist klar, dass beide Figuren auf der gleichen Seite stehen und die Antagonisten woanders zu suchen sind. Bastian Martschink setzt auf temporeiche kompakt gehaltene Kapitel, um dies zu erzählen, was das eine oder andere Mal ungelenkt wirkt oder zumindest holpernd. Hier merkt man eine gewisse Sicht, mit der von außen auf amerikanische Ermittlungsarbeit geschaut wird, wenn auch reine Effekthascherei auf ein niedriges Maß gehalten wird.

Auch haben sich einige Fehler eingeschlichen, die man aber dank des Erzähltempos schnell überliest. Gewisse Rollenklischees ja, die gibt es auch. Wer damit nicht zurechtkommt, merkt dies jedoch mit den ersten Kapiteln. Wer dann noch weiterliest, gelangt zu den philosophischen Fragestellungen rund um künstlicher Intelligenz, die den Handlungsstrang um den Hauptprotagonisten durchziehen.

Alleine für diese lohnt es sich, sich mit dem Kriminalroman zu beschäftigen, der aus wechselnder Perspektive die Handlung fortspinnt. Zudem wird jedes Kapitel mit einer Medienmeldung eröffnet, die sozusagen die Sicht von außen auf die Mordseite zeigt, die die Stadt in Atem hält. Dieses Zusammenspiel bietet die Erzählung, die trotz einiger Schwächen sich schnell zum Pageturner entwickelt und das Tempo trotz ruhiger Momente, einmal aufgenommen, auch nicht mehr verliert.

Die Wendungen sind in diesem Zusammenhang durchaus glaubwürdig. Der Umgang mit künstlicher Intelligenz bringt eine Aktualität hinein, die zunächst skeptisch werden lässt, ob sie so eingebettet funktioniert, aber sie tut es.

Das Gedankenspiel, Chips einzupflanzen, die bestimmte Aufgaben übernehmen, verstärken oder entsprechende Impulse geben können, ist so weit nicht hergeholt, auch die Fragestellung, wer in wie weit die Kontrolle darüber behält und die Verantwortung für entsprechende Folgen zu tragen hat, ist es nicht minder. Dieser Aspekt ist hochspannend und diskutabel, hier natürlich auch ein Element der Handlung, diese voranzutreiben, wenn es kein anderes Mittel vermag.

Bastian Martschink gelingt es handelnde Personen und Orte filmisch zu beschreiben. Zuweilen wirkt der Roman wie eine Miniserie im guten Sinne, die schlicht unterhalten möchte, was auch gelingt. Die Erzählung macht dabei Lust, noch mehr über die Figuren und ihre Entwicklung erfahren zu wollen. Der nächste Band um Finn Dever steht bereits in den Startlöchern.

Im Großen und Ganzen macht man mit diesem Kriminalroman nichts falsch, gerade, wenn man es nicht allzu plastisch brutal und dennoch moderne Elemente eingebunden haben möchte. Dann ist diese Erzählung sicherlich der richtige Lesestoff, zudem der Schriftsteller durchaus beruflich-biografische Berührungspunkte seiner selbst mit eingebunden hat, was der Handlung hier zu Gute kommt. Wer in der Lage ist, ein paar Unebenheiten zu übersehen, dem ist dieser Auftaktband und sicher auch die Reihe zu empfehlen.

Autor:
Bastian Martschink ist Professor für Data-drive-Marketin an der Hochschule Düsseldorf und beschäftigt sich mit Big Data, Analytik und Künstlicher Intelligenz. Er wurde 1984 in Herne gebporen und studierte in Bochum, sowie New York Mathematik und amerikanische Literatur. Durch seine Arbeit lernte er die verschiedenen Ebenen eines internationalen Großkonzerns kennen und lässt diese Kenntnisse, sowie seine Fachthemen in seine Bücher einarbeiten.

Der virtuelle Spendenhut

Dir hat der Beitrag gefallen? Dann freue ich mich über eine virtuelle Spende. Vielen lieben Dank.

Bastian Martschink: Finn Dever 1 – Letzter Blick Weiterlesen »

Daniel Schulz-Vernholz: Der Ausbruch des Michael Schubert

Inhalt:
Michael Schuberts Leben ist ein angenehmes. Er hat keine finanziellen Sorgen, muss nicht um seinen Job bangen und hat eine Frau, die ihn so liebt, wie er ist. Außerdem hat er genug freie Zeit, um Dinge zu tun, die ihm Freude bereiten. Während er im Umgang mit seinen Mitmenschen oft zurückhaltend ist, genießt er es, seine alltäglichen Beobachtungen still und leise für sich zu interpretieren. Niemand würde auf die Idee kommen, dass es ihm an Etwas fehlen könnte. Und dennoch zerreißt es ihn innerlich, denn irgendetwas stimmt nicht mit seinem Leben. (Klappentext)

Rezension:
Trotz seiner Kompaktheit ist der Roman „Der Ausbruch des Michael Schubert“ eine wuchtiger Roman, ein Eindruck, der nur verstärkt wird, durch die im Kontrast dazu stehende leise Tonalität und der pointiert eingesetzten Sprache. Der Autor Daniel Schulz-Vernholz erzählt von der Suche eines Protagonisten nach dem Sinn des Lebens und sich selbst und führt durch einen Weg innerer Qualen.

Der Kurzroman des deutschen Autoren Daniel Schulz-Verholz verhandelt auf überschaubaren Raum die großen Themen. Im Verlauf der Handlung wird dies klar, wo doch zunächst alles in bester Ordnung scheint. Aus Sicht des titelgebenden Hauptprotagonisten bekommen wir eine Biografie vorgelegt, die ruhiger und geordneter nicht sein könnte. Haus, Partnerschaft, Job, in trockenen Tüchern. Bedrängnis sieht anders aus. Und doch ist da etwas, was die Figur im Inneren nicht ruhen lässt, sie nur ahnt, während es im Verlauf der Handlung immer offensichtlicher brodelt. Zumindest für seine Partnerin Astrid, mit der sich Michael das Leben eingerichtet hat. Sein Blick auf sie, auf andere Mitmenschen, ihre Sicht auf ihn, die wir nur in den umhertastenden Dialogen erfahren, charakterisieren ihn und legen nach und nach die einzelnen Schichten innerer Unruhe frei.

Erzählt wird dabei ein unbestimmter Zeitraum weniger Tage, vielleicht ein paar Wochen, nicht mehr. Zuweilen fließt die Handlung zäh wie Honig daher, um im nächsten Moment den Protagonisten durch die Finger zu rinnen. Schnell ist der Weg zur Katastrophe bereitet, die mehr die innere Persönlichkeit des Protagonisten berührt und zur Erkenntnis führen wird. Die Hauptfigur steht sich selbst im Weg. Antagonist und Protagonist kämpfen zugleich in seinem Inneren. Andere Figuren dienen nur dazu, die Handlung voranzutreiben, überhaupt ist deren Anzahl reduziert. Es braucht ja auch nicht viel, auch nicht an Worten, um Themen wie Depression und Mitlife Crisis zu erzählen. Das wird hier schnell klar. Spannend ist der Weg und was der Protagonist damit macht.

So fühlt man mit der Hauptfigur und seiner Partnerin, die irgendwann einen Ausweg suchen wird, über weite Strecke aber zur hilflosen Beobachterin verdammt ist. Wann ist der Punkt erreicht, an dem es kein Weg zurück ins gut sortierte Leben geben wird? Diese philosophisch anmutende Fragestellung ist hier Grundthema, dessen man sich langsam annähert. So liest man das denn auch, passt sein Tempo der Erzählweise an, saugt auf und spürt der Stimmung nach. Passieren tut nicht viel, aber dafür eine ganze Menge. Sprachlich ist das klug konstruiert. Kein Wort ist zu viel.

Wer schnellere Erzählweisen gewohnt ist, findet hier einen wahrhaft entschleunigenden Roman.

Der Protagonist nimmt seine Umgebung wahr und charakterisiert dadurch sich selbst, ordnet sein Leben, vergangene Ereignisse und setzt sie zu sich in Bezug. Das macht diese Figur sehr nahbar, im Inneren durchaus dramatisch. Michaels Beobachtungen werden zu denen der Lesenden, weshalb die unmittelbaren Handlungsorte gut vorstellbar sind, wobei auch diese von der Anzahl her reduziert sind. Trotzdem ist zwischen Michael und mir eine gewisse Distanz. Vor dem Punkt, so zu werden, wie der Protagonist, hätte ich Anst.

Vielleicht muss man noch eine Schippe älter sein, um hier vollkommenes Verständnis für den Protagonisten zu erlangen, der vor allem sich selbst nicht gut tut, nur um dann eine totale Wendung durchzuführen. Diesen Bruch braucht es schließlich auch, der spätestens dann den inneren Konflikt markiert. Hier ist der Autor Daniel Schulz-Verholz unglaublich stark in seiner Erzählung, was die eine oder andere Länge verzeiht. Gerne würde man erfahren, was sein Protagonist sonst noch daraus macht. Vielleicht ist es aber gut, dass dies offen bleibt.

Autor:
Daniel Schulz-Vernholz hat als Journalist viele Jahre fürs Fernsehen gearbeitet und für die Entwicklung neuer Film-, Fernseh- und Kinoproduktionen gewirkt. Den Ansatz dieser Konzepte, die das Publikum zu neuem Denken anregen sollen, verfolgt er in seinem Debütroman „Der Ausbruch des Michael Schubert“ nun auch literarisch.

Der virtuelle Spendenhut

Dir hat der Beitrag gefallen? Dann freue ich mich über eine virtuelle Spende. Vielen lieben Dank.

Daniel Schulz-Vernholz: Der Ausbruch des Michael Schubert Weiterlesen »

Birgit Vanderbeke: Das Muschelessen

Inhalt:
Angespannt wartet die Familie am gedeckten Tisch auf den Vater. Mutter, Tochter und Sohn sitzen vor einem Berg Muscheln, die allein das Oberhaupt der Familie gerne isst. Um die zähe Wartezeit zu überbrücken, beginnen sie miteinander zu reden. Je mehr sich der Vater verspätet, desto offener wird das Gespräch, desto umbarmherziger der Blick auf den autoritären Patriarchen und desto tiefer der Riss, der die scheinbare Familienidylle schließlich zu zerstören droht. (Klappentext)

Rezension:
Das Hinterfragen und Durchbrechen von autoritären Strukturen geschieht zunächst leise. Kleine Risse, die ein jeder für sich ausmacht, die später größer, lauter und für alle anderen sichtbar werden, bis es zum unweigerlichen Bruch kommt. Bezugnehmend auf die Strukturen eines Staates, den es heute nicht mehr gibt, hat die deutsche Schriftstellerin Birgit Vanderbeke ihre Novelle „Das Muschelessen“, im Jahre 1990 veröffentlicht und damit ein literarisches Kammerspiel geschaffen, welches sich heute ebenso auf das Verhältnis zwischen Staat und Bürger übertragen lässt.

Oberflächlich begegnen wir einer am Tisch sitzenden Familie, die auf das Zurückkehren des Vaters wartet, dessen Lieblingsessen vor sich hinköchelt. Aus der Sicht der Tochter wird dies erzählt. Das Geräusch, der sich öffnenden Muscheln, die sonst niemand so recht mag, lässt ihr die Haare am Körper zu Berge stehen. In der kurzweiligen Erzählung, die mit einem heute selten gewordenen, verschachtelten und langwierigen Schreibstil daherkommt, was alleine schon den Gegensatz der Geschichte verkörpert, warten wir mit der Familie, deren Ängste die einzelnen Mitglieder zuerst zaghaft, dann immer lauter und entschiedener artikulieren.

Schon mit den ersten Zeilen wird die Aufgewühltheit der Protagonisten deutlich, die innere Unruhe, die wir erfahren, zunächst durch die Beschreibungen der erzählenden Personen, die ihre Umgebung, ihre Mutter und ihren jüngeren Bruder, genau beobachtet. Nach und nach werden die Beweggründe der Figuren deutlich, für ihre Sichtweise auf die Vaterfigur. Das Erkennen, dass der Patriarch sie praktisch in eine emotionale Geiselhaft hält, die man auch als unsichtbare Mauer nehmen darf, braucht nur wenige Stunden. Die offene Auflehnung gegen den Antaogonisten, der nur durch die Betrachtung der Figuren in der Erzählung vorkommt, selbst jedoch nicht in direkter Erscheinung tritt, braucht dann nur ein zerbrochenes Glas.

Dabei stellen die Protagonisten alle Zustände des Lebens unter autoritären Strukturen dar. Mehr oder weniger offene Auflehnung, passiver Widerstand, Opportunismus treten hier innerhalb verschiedener Phasen der Handlung in Erscheinung, gewinnen und verlieren die Oberhand, bündeln sich schließlich zu einer finalen Szene, deren Ende offen bleiben muss. Wird der Kampf ausgefochten? Muss er überhaupt weitergeführt werden? Erledigt sich das Problem von selbst? Birgit Vanderbeke lässt ihre Leserschaft selbst denken. Die Fortführung des Szenarios findet in den Köpfen statt. Auch die Ausgestaltung der einzelnen Figuren gibt Raum zur Interpretation.

Zwar werden verschiedene Anekdoten aus dem Familienleben von der Erzählfigur hervorgeholt, alleine um die Handlung voranzutreiben, doch ergibt sich außer von ihr und von der Vaterfigur selbst, kein wirklich klares Bild. Die anderen zwei Figuren bleiben blass, so dass man zeitweilig das Gefühl hat, einem taktischen Spiel beizuwohnen, bei dem erst nach und nach sich ein jeder in die Karten schauen lässt. Sie alle haben ihre Schwierigkeiten, Probleme, Hoffnungen und Ängste. Zuweilen liest man fassungslos, was da geschieht.

Anfangs besonders im Sprachlichen gewöhnungsbedürftig, findet man doch schnell hinein in den Text, der sich immer rasanter lesen lässt. Es fühlt sich an, wie ein Strudel, in den man hineingerät und seinen Kräften dann nicht entkommen kann. Die Muscheln verkommen zum Symbol für den Wendepunkt. Ein Abschnitt endet, ein anderer beginnt. Das Kammerspiel selbst ist das Dazwischen.

Es gibt hier keinen Raum für unlogische Wendungen, aber Sprünge in der emotionalen Befreiung der Figuren von den Fesseln dieses Korsetts Familie, welches aufgebrochen wird. Das ständige Hin und Her, zwischen jetzt und vergangenen Ereignissen tut das Übrige für die Dynamik der Erzählung. Passieren tut da nicht viel, aber dafür eine ganze Menge.

Dieser Sog wirkt bis zum großen Knall, zudem auch das offene Ende passt, welches man wohl je nach Gefühlszustand und Erfahrungshorizont so oder so interpretiert. Beiwohnend kann man sich das alles bildlich vorstellen, als würde man einem Theaterstück beiwohnen. Es braucht ja nicht viel. Bis auf die Rückblenden spielt sich das alles in der Wohnung der Familie ab.

Aus der Novelle heraus lässt sich viel mitnehmen. Gedanken über Familienstrukturen, Widerstand, politische Strukturen, die durchaus eine Abbildung dessen sein können und das funktioniert bis in unsere Zeit, in der ein gewisser Bundeskanzler tut, was er tut und es in der Bevölkerung vor sich dahinbrodelt, man förmlich auf den großen Knall wartet oder ihn fürchtet. Je nach Lage und persönlicher Situation.

„Das Muschelessen“, ist damit eine zeitlose und doch hoch aktuelle Erzählung, deren zahlreiche Schichten es in sich haben. Damit das funktioniert, muss man nicht einmal die persönliche Geschichte der Autorin kennen, die einst selbst mit ihren Eltern kurz vor dem Mauerbau aus der DDR floh. Ein großartiger, gewaltiger kleiner Roman.

Autorin:
Birgit Margot Vanderbeke wurde 1956 in Dahme geboren und starb 2021 in Südfrankreich. Die spätere deutsche Schriftstellerin wuchs zunächst in der DDR, später in Frankfurt am Main auf, wo sie Jura, Germanistik und Romanistik studierte. Sie arbeitete beim Institut für Sozialforschung, seit 1993 zudem als freiberufliche Autorin. 2002 erschien der von ihr verfasste Band „Gebrauchsanweisung für Südfrankreich“. 1990 gewann sie mit einem Auszug aus dem Text „Das Muschelessen“, den Ingeborg-Bachmann-Preis.

Der virtuelle Spendenhut

Dir hat der Beitrag gefallen? Dann freue ich mich über eine virtuelle Spende. Vielen lieben Dank.

Birgit Vanderbeke: Das Muschelessen Weiterlesen »

Kevin McAleer: L.A. Kid

Inhalt:
In den letzten einhundert Jahren war Los Angeles Projektionsfläche weltweiter Träume und Phantasien, zugleich popkultureller Hotspot. Doch wie ist es, dort aufzuwachsen? Kevin McAleers Roman erzählt vom Aufwachsen im Los Angeles der 1960er und 1970er Jahre, von Surfen und Bodybuilding, Filmsternchen und Erdbeben. Archetypen einer Stadt, Markenzeichen und einer ganzen Menge Melancholie. Eine Stadt im Umbruch, vor dem Hintergrund des Hintergrund des Vietnamkrieges und rapiden gesellschaftlichen Veränderungen, eine Kulturgeschichte der Männlichkeit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die tiefe und manchmal urkomische Einblicke bietet. (sinngemäße Übersetzung des Klappentextes)

Rezension:
Experimente können durchaus spannend sein und so habe ich mich auf eines eingelassen und mir diese Erzählung aus dem Hause PalmArtPress vorgenommen, in der der amerikanische Schriftsteller Kevin McAleer Kindheit und Jugend in einer der Aggloromationen aufleben lässt, in der Umbrüche und Gegensätze ein sehr besonders und eigenes Lebensgefühl schaffen. Der Roman „L.A. Kid“ ist nur auf Englisch erschienen. Da ich jedoch das Genre Coming of Age im Allgemeinen gerne lese, habe ich mich darauf eingelassen und trotz eines mittelmäßgen Fremdsprache-Talents dennoch die Quintessenz aufnehmen können.

Dabei ist der Hauptprotagonist zugleich die Erzählfigur, aus deren Sicht wir die Geschichte erleben, die vom Leben in der typisch amerikanischen Vorstadtfamilie eben so berichtet, wie von der ersten Liebe oder amerikanischen Sportarten, die ein sehr eigenen Gemeinschaftssinn und das Gefühl von Verbundensein mit sich bringen, aber auch zur Herausforderung werden können, wenn man in dieser Welt aufwächst. In kompakt gehaltenen Kapiteln und klaren Sätzen nehmen der Protagonist und durch seinen Blick nach und nach auch die Nebenfiguren Gestalt an, wobei der Fokus klar beim ersteren bleibt. In dessen Gefühlswelt tauchen wir ein.

Kurze klare Sätze, die ein Miteinander transportieren, welches in seinen Gegensätzen angelegt ist. Die Erde unter den Füßen der Bewohner bewegt sich zuweilen, doch das Leben geht weiter. Für die amerikanische Mittelschichtsfamilie, in der der Protagonist beheimatet ist, Schule und später das College besucht, ebenso wie die Stars und Sternchen, die zum Hintergrundrauschen der Region bestimmen und Bodybuilder die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Wir folgen dieser Linie den gesamten Handlungsstrang über, in der Orte punktuell wo notwendig, beschrieben werden. Vollkommen ausreichend für die Erzählung, in der kein Wort zu viel vorkommt. Wenn man selten in einer anderen Sprache liest, merkt man bei der Lektüre gerade dieses englischsprachigen Romans, wie ausschweifend zuweilen die heimische Sprache sein kann. Ins Deutsche übersetzt hätte es sicher mehr gebraucht, um das gleiche Gefühl zu transportieren.

Es macht Freude, den Weg des Protagonisten zu verfolgen, zu sehen, wie der kindliche Blick dem des Erwachsenen weicht, der sich zunächst noch finden muss. Die Übergänge von ihrer Beschreibung her sind, soweit ich das verfolgen konnte, stimmig ausgestaltet. Wer Coming of Age mag, Großstadt-Vorstadt-Feeling in der amerikanischen Variante, dem sei diese Erzählung damit empfohlen. Von dem, was ich aufnehmen konnte, mochte ich dies, gerade wenn es dann aber zu sehr eigen wurde, habe ich aber leider doch gemerkt, dass mir an der einen oder anderen Stelle zu viele Vokabeln fehlten.

Außerhalb der Rezension sollte es damit für euch folglich noch genug zu entdecken geben.

Autor:
Kevin McAleer ist ein amerikanischer Schrifsteller, der in Deutschland lebt und zunächst in Kalifornien, San Diego, in Geschichte promoviert hat. Er arbeitet als Autor und freier Übersetzer. Eine Vielzahl seiner Werke sind bei PalmArtPress erschienen.

Der virtuelle Spendenhut

Dir hat der Beitrag gefallen? Dann freue ich mich über eine virtuelle Spende. Vielen lieben Dank.

Kevin McAleer: L.A. Kid Weiterlesen »

Sabine Giebken: Die Bestimmung der Haie

Inhalt:
Das Meer ist wunderschön und voller Geheimnisse. Doch das Leben der Tiere dort ist auch gefährlich. Komm mit auf eine Reise ins tiefe Blau!

Schon seit seiner Geburt ist der Weiße Hai Riko auf sich allein gestellt. Doch das ist kein Problem für ihn! Immerhin hat er einen jahrhundertealten Instinkt, der ihn leitet. So findet er nach und nach seinen eigenen Weg im weiten Meer. Eines Tages aber ist Riko plötzlich nicht mehr allein. Remi, ein junges Schiffshalter-Weibchen, weicht ihm nicht mehr von der Seite. Zu zweit schwimmen die beiden durch die Weltmeere, und als Riko einen geheimnisvollen Zahn findet, lässt ihn eine Frage nicht mehr los: Gibt es noch gefährlichere Raubtiere als ihn selbst? (Klappentext)

Einordnung:
Dies ist Band 11 der Buchreihe „Das geheime Leben der Tiere“, in der sich verschiedene Autor:innen in jedem Band einem Tier widmen. Die einzelnen Bände können voneinander losgelöst gelesen werden und nehmen nicht Bezug aufeinander.

Rezension:
Was im Bereich Sachbuch die Reihe „Was ist was“ aus dem Hause Tessloff ist, ist für Kinder die Reihe „Das geheime Leben der Tiere“, die im Löwe Verlag erscheint. In dieser widmen sich verschiedene Autorinnen und Autoren jeweils einem bestimmten Tier und lassen dieses Abenteuer erleben und schaffen es dabei, unterhaltsam und spannend Wissen zu vermitteln. Die Kinderbuchreihe, die der Verlag ab einem Alter von acht Jahren empfiehlt, entführt uns mit diesen Band durch das Leben des Weißen Hais Riko, mit dem wir die Weiten der Ozeane durchstreifen, der voller Geheimnisse aufwartet, die entdeckt werden wollen.

Haie als Identifikationsobjekt und einmal nicht als gruseliges Monster, wie diese Tiere in der Popkultur gerne dargestellt werden. In der Kinderliteratur macht man das richtig und so hat die deutsche Schriftstellerin Sabine Giebken eine vielzähnige Figur geschaffen, derer die Zielgruppe gerne folgen wird, üben die wohl mit ältesten Fische unseres Planeten gleichwohl eine gewisse Faszination auf uns aus. Kurzweilig erzählt, erleben wir mit Riko den gesamten Lebenszyklus‘ dieses beeindruckenden Wesens, entlang einer Geschichte, in der weder der Spannungsbogen, noch die Wissensvermittlung zu kurz kommt. Dabei ist schon die Geschichte überhaupt nicht langweilig. Genau so neugierig wie Riko selbst, passiert auch in der Erzählung immer etwas, ohne die junge Zielgruppe in Watte zu packen.

Ja, in dem Buch werden Seelöwen gefressen, Surfbretter attakiert, aber auch die größte Gefahr, der Mensch, eingehend beschrieben, mit seinen Netzen oder dem Abschneiden von Flossen, immer durch die Augen des tierischen Hauptprotagonisten, die dieser, wenn notwendig auch nach innen drehen kann. So lernt man Stück für Stück die Tierart mit den selbigen anders zu betrachten. Andere handlungstreibende Figuren spielen zwar für einzelne Szenen, die in kurzweiligen und kompakten Kapiteln verpackt sind, eine Rolle, bleiben sonst jedoch nebensächlich.

Wer hier der Böse ist, wird im Verlauf der Geschichte klar. Riko indes ist es nicht, stattdessen bekommen wir ein Bild des stromlinienförmigen Tieres mit Ecken und Kanten, all seinen Gewohnheiten. Der Autorin merkt man die Liebe zu Haien an oder zumindest eine umfassende Rechercheleistung, die sich hoffentlich auch bei den anderen Schreibenden durch die Bücher der Reihe zieht. Nicht nur die Waagschale zwischen Unterhaltung und Information ist hier gelungen, auch eine Gefühlsebene aufzubauen, funktioniert durch den gesamten Handlungsstrang des kleinen Romans, der ein Hailight (!) im Kinderzimmer sein dürfte.

Die Perspektive allein bleibt beim tierischen Hauptprotagonisten, der Stück für Stück mehr Lebenserfahrung und damit auch mehr Wissen ansammelt, über seine Umgebung, seine Umwelt und sich selbst. Auch eine Charakterwerdung kann man hier beobachten, gleichzeitig gelingt es so den jungen Leserinnen und Lesern behutsam Umweltbewusstsein zu vermitteln. Dabei gibt es keine unglaublichen Wendungen. Sabine Giebken hat sich bei ihrer Geschichte streng an die biologischen Gegebenheiten gehalten, die eine oder andere Überraschung in der Handlung, zumindest für die Zielgruppe, dürfte genau die richtige Mischung aus Spannungs- und ruhigen Momenten ausmachen.

Da diese feine kompakte Erzählung dem Lebenszyklus der Haie folgt, sollte spätestens im letzten Drittel klar sein, wohin die Reise geht. So wird die Erzählung eine Spur düsterer und trauriger, aber dies ist eben auch die Realität, die hier nicht ausgespart wird. Alles in allem schafft die Autorin die Welt des Weißen Hais würdig, unterhaltsam und spannend, fast filmisch zu beschreiben. Besonders spannend wird es, wenn Riko seine Sinne nutzt, um sich zu orientieren oder Beute nachzujagen.

Dieser Kinderroman ist perfekt für die Zielgruppe geeignet, so man diese ernst nimmt, man sollte jedoch auch seine jungen Leserinnen und Leser einschätzen, wie viel diesen schon zuzutrauen ist. Die Tonalität der Autorin, die perfekt durch die wunderbaren Illustrationen von Tobias Gooldschalt unterstützt wird, sollte es dem jedoch leicht machen, einen Zugang zu finden. Die Erzählung selbst bietet im Anschluss und während des Lesens, ob selbst oder vorgelesen, sicher Anknüpfungspunkte, sich mit Themen Meere, Haie, Umwelt und die Einflussnahme durch den Menschen zu beschäftigen. Ein kleiner Wissensteil am Ende des Buches, sowie weiterführende Hinweise zum Thema bieten da sicher genug Raum und Möglichkeiten.

Ich kann mit guten Gewissen sagen, dass mir diese Art von Büchern als Kind sehr gefallen hätte, zudem sich die Reihe nicht mehr nur auf Tiere des Meeres beschränkt, sondern auch Lebewesen anderer Naturräume begleitet. Für die Kombination aus Wissen und Unterhaltung gibt es von mir eine klare Leseempfehlung. Nicht nur als Fan dieser majestätischen Tiere.

Autorin:
Sabine Giebken wurde 1979 in München geboren und ist eine deutsche Schriftstellerin. Nach einem Ausflug in die Betriebswirtschaft und anderen beruflichen Irrwegen machte sie ihr Hobby vom Schreiben endlich zum Beruf. In der Reihe „Das geheime Leben der Tiere“ sind von ihr zwei Bücher erschienen.

Der virtuelle Spendenhut

Dir hat der Beitrag gefallen? Dann freue ich mich über eine virtuelle Spende. Vielen lieben Dank.

Sabine Giebken: Die Bestimmung der Haie Weiterlesen »

Jerome Ferrari: Nord Sentinelle

Inhalt:
Der junge Alexandre Romani ersticht im Hafen einer korsischen Küstenstadt inmitten einer bunten Menge feierlustiger Touristen Alban Genevey, einen Pariser Studenten, den er von Kindesbeinen an kennt, da seine Eltern auf der Insel ein Haus am Meer besitzen.

Der Erzähler, aufgrund einer tragischen Liaison mit dem Täter verwandt, blickt von der Mordnacht zurück auf die Lebenswege der Protagonisten und zeichnet das Porträt einer Gesellschaft nach, in der der Massentourismus und Geistlosigkeit ungute Voraussetzungen für ein gelingendes Leben sind.

Tragikomisch erzählt Jerome Ferrari „vom Einheimischen und vom Reisenden“, wie der Roman ironisch bekennt, und spürt dabei in seiner bekannt kraftvollen, poetischen und nun auch bissig ironischen Sprache der Entstehung von Gewalt nach. Meisterhaft dringt er bis in die verborgenen Winkel der menschlichen Seele vor, wo die Enttäuschung, niemand anderer als man selbst zu sein, unser Handeln bestimmt. (Inhalt lt. Verlag)

Rezension:
Am Ende bleibt der Blick hängen am Unverrückbaren, am Trümmerhaufen, der einst Familie war, von den man sich aber auch nicht so recht lösen kann und vielleicht ist dies ja die Essenz des Romans, der vom Wandel erzählt. Einer Familie, mehrerer Leben und der Gesellschaft, in der sie alle existieren. Leicht ist das alles nicht, schon gar nicht zu lesen. Der Roman „Nord Sentinelle“ des französischen Schriftstellers Jerome Ferrari jedenfalls lässt einem mit gemischten Gefühlen zurück.

Erzählt wird eine Generationengeschichte, ein Wandel über die Jahrzehnte und das auf so kompakter Seitenzahl, mit einem überschaubaren Figurentableau, dass man meinen müsste, dieser Roman wäre leichtgängig zu lesen. Schon aber die ersten Seiten zeigen, genau das ist der nicht. Schwerfällig kommt der Text mit einem quasi philosophischen Überbau daher, den man durchdeklinieren muss, sobald man sich durch überlange schachtelsätze gekämpft hat. Längere als sie in diesem Rezensionstext zu finden sind. Das macht die Geschichte nur schwer zugänglich. Dabei ist die Grundidee zunächst spannend.

Der Autor erzählt von dem Aufkommen des Massentourismus, der das Gesicht der französischen Mittelmeerinsel für immer verändert, aber auch familiäre Gleichgewichte ins Wanken bringt. Gewinn und Scheitern liegen nah beieinander. Der Bruder des Mörders nimmt die Erzählperspektive ein und beschreibt, was einmal folgerichtig sein wird. Der Krimi hier ist eingebettet in die dramatische Küstenlandschaft, die über die Jahre mit Souviniershops und billigen Hotels zugepflastert wird, um von den Besucherströmen zu profitieren, gleichzeitig lernen muss, mit den Folgen umzugehen. Der Erzähler tut dies, zieht seine Schlüsse und sieht, wie der Bruder in den Strudel des Abgrundes rutscht.

Die wenigen Figuren gewinnen so nach und nach an Ecken und Kanten. Herrlich wird die innere Zerrissenheit dieser dargestellt, doch bleiben sie alle merkwürdig distanziert. Nahbar wird keiner der Protagonisten. Entweder lassen die Beschreibungen einem kalt oder die Figuren unsympathisch wirken, wenn sie nicht gleich ganz egal bleiben. Und das ist schade, gerade bei einem Roman, in der Sprache diesen Zugang schaffen könnte. Allein der Autor liebt das Spiiel mit Worten, aber durch die Länge ist das alles so anstrengend zu lesen, dass man Satz für Satz froh ist, diese überstanden zu haben.

Richtige Sympathieträger gibt es nicht, fast jede Figur hat dafür unsympathische Züge, Rückblenden vermischen sich mit der Gegenwart und zeigen direkt die Folgen des Handelns dieser auf. Am ehesten ist noch die bildhafte Beschreibung der Handlungsorte gelungen, die man sich wirklich gut vor Augen führen kann, aber wenn das das einzige Element bleibt und sowohl der Kriminalfall als auch die Geschichte der Familie dahinter zurücksteckt, alles zusammen im Mehltau der Sprachgewalt versinkt, bleibt vom Text nicht mehr viel übrig.

Es gibt da andere französische Literaten, die es einem wesentlich einfacher machen, ihnen zu folgen. Am ehesten wird Zugang zu diesem Roman jener haben, der Sprache und Philosophie über die Handlung, selbst über die Figuren stellt. Wie viele Lesende werden das sein?

Für mich bleiben da Fragen offen. Wie funktioniert der Roman für jene, die ihn im Original lesen können? Da besser oder schlechter? In welcher Stimmung, mit welchen vergleichbaren Werken im Hinterkopf muss man diesen Roman lesen? Oder ist der Roman einfach nur mir zu sperrig?

Autor:
Jerome Ferrari wurde 1968 in Paris geboren und ist ein französischer Schriftsteller, Übersetzer und Philosophielehrer. Er wuchs auf Korsika auf, studierte in Paris Philosophie. Im Anschluss unterrichtete er in Korsika Philosophie, anschließend ging er nach Algier, lehrte später in Abu Dhabi. 2012 gelang ihn der Durchbruch als Schriftsteller. Ferrari wurde mit dem französischen Litteraturpreis Prix Goncourt ausgezeichnet. Weitere Werke folgten.

Der virtuelle Spendenhut

Dir hat der Beitrag gefallen? Dann freue ich mich über eine virtuelle Spende. Vielen lieben Dank.

Jerome Ferrari: Nord Sentinelle Weiterlesen »

Follow by Email451
Instagram2.17k
BLUESKY