Francois Conrad: Warum Deutsch bellt und Französisch schnurrt

Inhalt:

Warum klingt Deutsch so (schön) hart, Englisch vornehm und Französisch so wahnsinnig charmant? Alle, die gern auf Reisen sind, haben sich diese Fragen bestimmt schon einmal gestellt. Begleiten Sie unsere Protagonisten Horst und Strumpf auf ihrer großen Europareise und entdecken Sie Unterhaltsames zur deutschen Aussprache im europäischen (Sprach-)Vergleich. Woran liegt es, dass „Banane“ leichter auszusprechen ist als „Schnaps“? Und was hat es mit dem Knacklaut im Deutschen auf sich? Gehen Sie mit uns auf eine spannende Sprach- und Erkenntnisreise! (Klappentext)

Rezension:

Schon Mark Twain philosophierte über die schwere Erlernbarkeit der deutschen Sprache. Auch heute gilt sie als Herausforderung für die jenigen, die die Geheimnisse dieser ergründen wollen. Andere Sprachen, so scheint es, sind dabei einfacher zu lernen, zu sprechen sowie so und hören sich auch angenehmer an? Doch, woran liegt das? Weshalb wird Deutsch oftmals mit dem Bellen eines Schäferhundes verglichen, wogegen man dem Italienischen einen besonders melodischen Klang nachsagt? Der Sprachwissenschaftler Francois Conrad unternimmt einen Erklärungsversuch in Form einer fiktiven Sprachreise, quer durch Europa.

Sprachen unterliegen einem stetigen Wandel, haben gemeinsame Familien und grenzen sich im Laufe der Geschichte sehr schnell voneinander ab. Merkmale bilden sich heraus, verschwinden. Zudem bedienen sich Sprachen Begriffen aus anderen und machen sich diese zu Eigen. Wie funktioniert das genau? Worin liegen Vor- und Nachteile für Hörende und Sprechende? Weshalb etwa gelingt es Franzosen auf Biegen und Brechen nicht, ein H auszusprechen? Weshalb versuchen wir im deutschen Namen so auszusprechen, wie sie im Original lauten, während in anderen Ländern ein Name konsequent der Sprachgewohnheit untergeordnet wird?

In kurzen verständlichen, doch ständige Konzentration fordernde Kapitel, stellt der autor hier dar, weshalb dies so ist und warum das vermeintlich hart klingende Urteil über unsere Sprache nichts unbedingt mit unserer jüngeren Geschichte zu tun hat. Er zeigt Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu anderen Sprachen auf, lässt seine Protagonisten diese anhand einfacher Beispiele erläutern und lädt zum Mitsprechen ein. Weshalb gehen im Französischen Wörter nahtlos ineinander über und was hat das luxemburgische Eichhörnchen für Vorteile, wenn es sich aus zwei Sprachen bedient?

Hintereinander weglesen empfiehlt sich nicht, da trotz des geringen Umfangs viel Information untergebracht wurde. Zwar hilft die Form einer fiktiven Geschichte die Thematik nicht ganz so trocken erscheinen zu lassen, doch muss man alle Konzentration aufbieten, um nicht durcheinander zu komemn und steht damit fast vor dem gleichen Problem, wie ein Sprachlernender. Trotzdem, wer sich für Linguistik, für Phonetik interessiert, sei dieses Buch zum Einstieg einmal empfohlen. Unsere Sprache und auch, dass andere Sprachen vielleicht schöner klingen, jedoch auch ihre Vor- und Nachteile haben, sieht man dann vielleicht mit anderen Augen.

Autor:

Francois Conrad ist Sprachwissenschaftler an der Leibniz Universität Hannover. In Luxemburg aufgewachsen, studierte er ebendort, sowie in Bamberg und Prag Sprachwissenschaften. Im Jahr 2019 wurde er Norddeutscher Science Slam Meister und Deutscher Vize-Meister. Aktuell beschäftigt er sich mit dem Mythos um das „beste“ Hochdeutsch in Hannover

1 Kommentar zu „Francois Conrad: Warum Deutsch bellt und Französisch schnurrt“

  1. Pingback: Monatsrückblick: März 2021 – findos buecher

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.