Wandel

Inga Gaile: Der Geschmack von schwarzer Erde

Inhalt:
Drei Generationen von Frauen und die Schrecken des 20. Jahrhunderts: „Der Geschmack von schwarzer Erde“ von Inga Gaile erzählt schonungslos von ihren Schicksalen im KZ Ravensbrück, im sowjetischen Lettland und nach dem Ende des Kalten Krieges.

Der Roman zeigt die Traumata, die der Zweite Weltkrieg hinterlassen hat, unabhängig von Nation und sozialer Stellung, und verwebt die Lebensgeschichten dieser Menschen miteinander. Eine KZ-Gefangene, eine traumatisierte Patientin, eine Deportierte, eine, die nach der Wahrheit über sich selbst sucht – sie alle sind die Schönen. Wie bleibt man menschlich im Angesicht des Unmenschlichen?
(Klappentext)

Rezension:
Es ist nicht nur die Geschichte dreier Frauen, deren Schicksale über die Generationen hinweg miteinander verwoben sind, die die lettische Schriftstellerin Inga Gaile hier entstehen lässt, sondern vor allem die eines Landes, welches über Jahrzehnte hinweg immer wieder vom Schicksal gebeutelt wurde. In „Der Geschmack von schwarzer Erde“ durchziehen Düsternis und Brutalität einen fast durchgehend blutroten Faden diese Erzählung, durchbrochen nur von wenigen Momenten der Hoffnung. Was macht das mit den Menschen?

Was gehen nachfolgende Generationen, in denen Täter und Opfer miteinander konfrontiert werden, mit den Schrecken der Vergangenheit um, die sich bis ins Mark ihrer Familien eingebrannt haben?

Die Beantwortung dieser Frage ist vielschichtig, darf man auch von dieser Erzählung vollständig nicht verlangen, doch offenbaren sich viele Scherben, die die Befindlichkeiten und das Denken im heutigen Baltikum verständlich machen. Der Weg dahin indes ist kompliziert. Das wird schon am Auftakt dieses Romans deutlich. Eine nicht benannte Erzählstimme führt in die Handlung ein, deren folgende Abschnitte zumindest namentlich benannt werden und im Verlauf dann mit Jahreszahlen überschrieben.

Die Tonalität verheißt nichts als Trostlosig- und Traurigkeit, war das Land doch lange ein Spielball der Mächtigen um sie herum. Deutsche, Russen. Immer ging es um Land, Einfluss und Macht. Die Schriftstellerin spürt diesen Griffen nach, fragt durch ihre Figuren, die zunächst kaum greifbar sind, wie Traumata entstanden, wie damit umgegangen wird und was vielleicht auch die lettische Identität, das Denken der Menschen dort ausmacht.

Kompakt gehalten sind die einzelnen Kapitel. Im Angesicht des Grauen wird sparsam mit Worten hantiert. Dadurch bleiben die Figuren zunächst unnahbar, beinahe kalt. Erst im Verlauf der Handlung kann zu einzelnen Protagonisten die Distanz überwunden werden. Erst nach und nach entstehen Sympathien. Hauptfiguren sind derer drei, deren Weg wir durch die Geschichte ihres Landes begleiten. Ein Familienroman vor dem Hintergrund einer Landesgeschichte, die zur ständigen Habacht-Stellung gemahnt.

Immer lauschen die Figuren nach Nuancen, die den nächsten großen Knall ankündigen. Die Autorin beschreibt körperliche und seelische Wunden teilweise so treffend, dass es förmlich beim Lesen wehtut. Was zwischen den Zeilen so steht, wirkt dabei noch heftiger.

Wir begleiten Violette, Magdalena und Duks. Die eine durchlebt die Schrecken des Konzentrationslagers, die andere den stalinschen Terror, die dritte das Ende des Kalten Krieges. Sämtliche prägende Epochen der jüngeren Geschichte Lettlands verdichten sich in den Figuren, denen die Autorin die Kraft des Überlebens in die Hand gegeben hat. Ihre Wege verfolgen wir, ihre Narben, die ihnen durch andere zugefügt werden, die wir ebenso kennenlernen. Die Protagonistinnen sind die Spielbälle, erkämpfen sich jeden Tag, jedes Jahr neu. So ist „Der Geschmack von schwarzer Erde“ auch eine Erzählung, was Überlebenswille zu leisten vermag.

Inga Gaile schafft es, seelische Grausamkeiten und Kälte vor dem inneren Auge entstehen zu lassen und deren Wirkung auf andere aufzuzeigen. Die Schriftstellerin offenbart, was das Denken und Handeln ihres Heimatlandes, vor allem gegenüber den übermächtigen großen Nachbarn und auch sonst, noch heute bestimmt, ohne manchen Schrecken wortwörtlich zu benennen. Anderer wird plastisch, beinahe filmisch dargestellt. Der Wechsel der Perspektiven erfolgt behutsam, ist dennoch so gesetzt, dass eine Dynamik daraus entsteht, derer man sich nicht entziehen kann. Wenn man sich in der Tonalität eingefunden hat, was nicht einfach ist und mehr als einen Moment benötigt.

Aus Sicht der verschiedenen Figuren werden die einzelnen Kapitel erzählt, deren Handlungsfäden langsam ineinander übergreifen. Mit ein wenig geschichtlichen Verständnis und auch Interesse daran, ist es leichter, dort hinein zu finden. Das Tempo der Erzählung ist vergleichsweise gemächlich. Mit der kompakt gehaltenen Form trägt die Autorin dem Rechnung. Immer wieder stechen einzelne Sätze hervor, nach denen man innehalten muss, da sie einem mehr als nachdenklich zurücklassen.

Schauplätze und Protagonisten vermag die Schriftstellerin filmisch zu beschreiben, ohne zu viele Worte zu verlieren. Und doch genügen sie. Schon lange war ein Generationenepos nicht mehr so kompakt wie dieser. Es ist ein behutsamer Text, der vieles klarer werden und uns innehalten lässt, der die Themen vereint, wie wir mit unserer Familiengeschichte umgehen und was Erlebnisse und Taten unserer Großeltern und Eltern mit uns machen?

Wie gehen wir damit um? Wofür sind wir verantwortlich? Wofür nicht? Was können wir für uns daraus ziehen? Was macht uns zu dem, was wir sind? Ziemlich viele Fragen, deren Beantwortung Inga Gaile anhand ihrer Figuren uns überlässt, vor dem spannenden Hintergrund eines Landes, welches heute sehr genau hinschaut, eben deshalb, was an seinen Grenzen und außerhalb passiert. In dieser kompakten Form ist das, etwas kantig zwar, gelungen.

Autorin:
Inga Gaile ist eine lettische Autorin und Verfasserin von Romanen, Theaterstücken und Gedichten. Die derzeitige Präsidentin des lettischen PEN thematisiert in ihrem Roman „Der Geschmack von schwarzer Erde“ die dunkelsten Seiten der lettischen und deutschen Geschichte.

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Can Dündar/Mohamed Anwar: Erdogan

Inhalt:
Mit der gezeichneten Biografie von Recep Tayyip Erdogan legen der Journalist Can Dündar und der Zeichner Mohamed Anwar einen Meilenstein der Graphic Novel Literatur vor.

Für jeden Menschen wird klar, wie der türkische Präsident Erdogan den Berg der Macht bestieg, was seine Interessen sind und wie er sie verfolgt. Die Entwicklungen in der heutigen Türkei werden nachvollziehbar, die Herausforderungen der türkischen Gesellschaft und die Schwierigkeiten im Umgang mit einem autoritären Machthaber, der sich in den Augen des italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi, zu einem Diktator wandelte.

Das Buch erklärt, es verurteilt nicht. Es ist ein Beitrag zur Aufklärung über die politische Türkei. Das Werk überrascht, fasziniert und ernüchtert. (Klappentext)

Rezension:
Einen ungewöhnlichen Weg, die Geschichte eines Menschen zu erzählen, der inzwischen ein Land auf sich selbst und seine Gefolgsleute ganz und gar auf sich selbst zugeschnitten hat, haben der Zeichner Mohamed Anwar und der Journalist Can Dündar gewählt. Daraus entstanden ist eine Biografie über dem türkischen Ministerpräsidenten Erdogan, in Form einer Graphic Novel. Die Hintergründe minutiös recherchiert zeigt sie wie das Land den Menschen formte, der später sich zum autoritären Herrscher entwickeln sollte und wie Erdogan die dem Staat zugrunde liegenden Mittel nutzte, um auf den Gipfel der Macht zu gelangen.

Spätere Jahre ausgelassen, haben sich die Macher ganz auf den Weg zur Ernennung Erdogans zum türkischen Ministerpräsidenten konzentriert, wie dieser die politischen Mechanismen zu nutzen wusste und vor allem, den richtigen Riecher für bestimmte Stimmungen im politischen Establishment zu wahren, aber auch den Willen zur Macht zu portraitieren. Can Dündar und Mohamed Anwar zeigen auf, wie der frühe Erdogan mit Rückschlägen und Widersachern umging und zeigen den Wandel eines politischen Chamäleons, welches er ist.

Die dargestellten Ereignisse sind dabei belegt, anhand von Recherchen innerhalb einer Vielzahl schriftlicher Quellen, Berichte von Erdogan selbst als auch von langjährigen Wegbegleitern verschiedener biografischer Stationen und manchem Foto, welches Ereignisse festhält, an dem der so Porträtierte später überhaupt nicht gerne erinnert werden möchte. Diese wurden innerhalb der Geschichte im gleichen grafischen Stil gezeigt, welches die Graphic Novel einnimmt. Verschieden große Panels zeigen im Kontrast von Schwarz Weiß diesen Menschen, über den am Ende so vieles klar zu sein scheint. Ohne zu werten. Gezeigt wird, was war.

Dies ist die Stärke dieser eindrucksvollen und sehr besonderen Biografie, in der Schlüsselmomente durchaus auch eine ganze Seite einnehmen, um ihre Wirkung zu entfalten. Es ist zugleich eine Graphic Novel, die zum Recherchieren einlädt, ohne dass man von zu viel Sachinformation erschlagen werden würde. Mit dieser Biografie erhält man dennoch ein gewichtiges Stück Geschichte, deren Fortsetzung ein noch größeres Politikum wäre, auch wenn Erdogan beiden Schaffenden schon genug zürnen dürfte. Trotzdem oder vor allem deshalb wäre eine weitere, ebenso ernsthafte wie neutrale Auseinandersetzung mit den weiteren Stationen dieses Mannes wünschenswert.

Autoren:
Can Dündar wurde 1961 in Ankara geboren und ist ein türkischer Journalist, Autor und Dokumentarfilmer. 1979 unternahm er erste Schritte in Richtung Journalismus, bis er 1988 zum Fernsehen wechselte und dort u. a. die Hauptnachrichten moderierte. Zudem betätigte er sich als Autor und schrieb über 40 Bücher in der Türkei. Nach einem Bericht für die renommierteste Zeitung des Landes wurde er nach einem Bericht verhaftet, im Zuge eines Revisionsverfahren jedoch freigelassen. 2016 wurde ein Schusswaffen-Attentat auf ihn ausgeübt. 2016 reiste er nach Deutschland aus, dort schreibt er regelmäßig für DIE ZEIT und andere Zeitschriften und Magazine. Er wurde mehrfach ausgezeichnet und leidet das gemeinsam mit Correctiv geründete Online-Magazin und Webradio #ÖZGÜRÜZ.

Mohamed Anwar ist ein ägyptisch-sudanesischer Comiczeichner und politischer Karikaturist. 2007 begann er seine Laufbahn als Zeichner für eine ägyptische Tageszeitung, während seines Studiums der Biomedizintechnik. Er schrieb für mehrere ägyptische und arabische Zeitungen und Zeitschiften und wechselte 2010 zu der auflagestärksten in Ägypten, in der er noch immer Cartoons veröffentlicht. 2017 wurde Anwar mit einem der renommiertesten Preisen des ägyptischen Journalismus ausgezeichnet. Nach Revision der Reformen wurde Anwar 2019 verhaftet und aus Ägypten deportiert. Nach Station im Libanon ließ er sich in Berlin nieder.

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Marcus Bensmann/David Schraven: Europas Brandstifter – Putins Krieg gegen den Westen

Inhalt:
Wladimir Putins Einfluss in Europa wächst. Damit er Russland wieder zu vergangener Größe und Macht führen kann, muss die Westbindung Europas fallen. Seinen Griff nach der Vorherrschaft auf dem Kontinent hat der russische Präsident lange vorbereitet: Über zweieinhalb Jahrzehnte hat Russland unter Putin seine Netzwerke in Europa ausgebaut und Deutschland abhängig gemacht von seinem Gas.

Desinformationskampagnen, Cyberattacken und Sabotageaktionen destabilisieren die Ordnung und den Frieden in der EU. Parteien wie AfD und BSW nähern sich ideologisch dem Kreml und vertreten dessen Positionen, während das transatlantische Bündnis zersetzt wird.

„Europas Brandstifter“ bündelt die Russland-Recherchen des gemeinnützigen Medienhauses Correctiv aus den vergangengen zehn Jahren. Wir haben alte Stasi-Akten zu Putins frühen Jahren in Dresden ausgewertet, das Lobbynetzwerk um Gazprom mit seinen Verstrickungen bis tief in die deutsche Politik transparant gemacht und über Russlands Verrohung berichtet, über die Korruption im Justizsystem, über die Gewalterziehung in der Armee und die Kriegsverbrechen russischer Soldaten. Dieses Buch erzählt die Geschichte eines jahrzehntelangen Angriffs. Europa muss sich ihm endlich stellen. (Klappentext)

Rezension:
Spätestens seit den Überfall auf die Ukraine, aber Cyberattacken, die ganze Verwaltungen im Westen zeitweise lahmgelegt haben, ist klar, das Russland unter Putin versucht mit vielfältigen Möglichkeiten eine Lücke zu schließen, die nach Ansicht Putins seit dem Zerfall der Sowjetunion bestand. Sei es geopolitischer Natur, aber auch gegen Kritiker eines Systems, welches spätestens seit der Machtübernahme Putins ganz und gar auf dem ersten Mann im Kreml zugeschnitten wird, unterstützt von einer Gesellschaft, deren Verrohungen der Gewalt von Soldaten und brachialer Methoden der russischen Geheimdienste kennzeichnend sind.

Das journalistische Netzwerk Correctiv hat nun seine Reportagen der vergangenen Jahre aktualisiert und gebündelt, unter Federführung der Autoren Marcus Bensmann und David Schraven zusammengestellt. In „Europas Brandstifter – Putins Krieg gegen den Westen“ verfolgen sie die Spuren des KGB-Mann Putins von Dresden aus, bis in die höchsten Ebenen der russischen Politik und zeigen auf, wie Putin einerseits treue Gefolgsleute in Position gebracht und diese sich selbst lange Jahre danach erkenntlich zeigen, bis tief hinein in die deutsche Wirtschaft und Politik.

Wie funktioniert das Lobby-Netzwerk von politischen Entscheidungen im Kreml und der Geheimdienste bis hinein zu beinahe undurchsichtigen Firmengeflechten, die in Deutschland auch bis nach Beginn des Ukraine-Krieges abhängig machen sollen einerseits und gleichzeitig unsere demokratische Grundordnung destabilisieren? Durch Hackerattacken des FSB, bis hin zu Anschlägen auf missliebige Personen, die sich kritisch zeigen.

Correctiv schlüsselt auf, zeigt detailliert und genau diese Verstrickungen auf und zieht Linien von Putins Biografie bishin zu den brutalsten Auswirkungen im Ukraine-Krieg, der in Russland selbst nur Spezialoperation genannt werden darf, ohne auch die Mauern des Schweigens voller Erinnerungslücken zu verschweigen, auf die die Journalisten stoßen, wenn sie Personen zu bestimmten Lobby-Veranstaltungen, etwa in Sotchi, befragen oder dass sich Wehren von Politikern, die ihr Anteil an der Abhängigkeit von Moskau nicht gerne Schwarz auf Weiss sehen wollten. Dabei stellt sich mittendrin auch die Frage, wie umfassend oder für die Masse übersichtlich, kann Journalismus noch sein, wenn dies geschieht?

Die Autoren der Reportagen versuchen dies und schaffen es in einer Deutlichkeit ihr Anliegen an uns, und vor allem an die Politik mit klaren Worten zu formulieren. Das Russland-Bild, welches manche Entscheidungsträger hierzulande noch in sich tragen, ist gefährlich veraltet oder gar romantisiert, wenn auch einige wenige Stellschrauben seit Erscheinen des Buches nun anders gestellt wurden. Bündig klärt Correctiv hier die Fascette hinter dem auf, was gerade passiert und was Putin und seine Getreuen über Mittelsmänner und staatliche Organe versuchen zu erreichen.

Nichts weniger als die Zerstörung des Zusammenhalts der westlichen Gesellschaft und das Abhängigmachen zu Gunsten von Macht und Einfluss. Wer diese Verflechtungen verstehen möchte, ist daher mit der Lektüre bestens bedient, die einerseits dem Zeitstrahl der Biografie Putins und der russischen Aktivitäten folgt, andererseits Strategien, Gewalt und das politische System, sowie das Lobbynetzwerk im Einzelnen aufschlüsselt. Jede Thematik für sich würde ausreichen, ein eigenes Buch noch ausführlicher zu füllen. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt.

Autoren:
Marcus Bensmann wurde 1969 geboren und ist ein deutscher Journalist. Bekannt wurde er durch seine Augenzeugenberichte über die Unruhen in Usbekistan, 2005, wegen der er schließlich gezwungen wurde, das Land zu verlassen. Im Jahr 2014 untersuchte er die russische Urheberschaft des MH-17-Abschusses. Der Invesitigativjournalist arbeitete für verschiedene Zeitungen und Magazine und ist seit 2014 Mitglied des Recherchenetzwerks Collectiv. Dort recherchiert er zu Russland und zur AfD.

David Schraven wurde 1970 in Bottrop geboren und ist ein deutscher Journalist. Schon während des Studiums arbeitete er als freier Journalist für verschiedene Zeitungen und Magazine und war Mitgründer des Nachrichtenbüros Zentralasien/Kirgisien. 1996 wurde er Gründungsgeschäftsführer der taz-Redaktion Ruhr. Daneben arbeitete er mehrere Jahre als Dozent im Bereich Nachrichtenschreiben der Universität Essen. Nach verschiedenen Stationen leitet er seit 2014 das gemeinnützige Recherchebüro Correctiv und gründete2017 zusammen mit Corndt Schnibben die Online-Journalistenschule Reporterfabrik. Für seine Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet.

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Karl Kraus: Die Sprache – Der Eros der Logik

Inhalt:
Für Kraus ist die Sprache nicht bloß Kommunikationsmittel für beliebige Zwecke, sondern vielmehr ein wahrhaftiger Ausdruck des Denkens, der sich in Form und Inhalt vereinigt. Daher kämpft er in seier Kritik insbesondere gegen die „Verlotterung“ der Sprache an, worunter er die Korruption, die Unwahrhaftigkeit im Denken und die Verfallserscheinungen in Kultur und Gesellschaft insgesamt versteht. (Klappentext)

Rezension:
Die kleinste Unstimmigkeit, die scheinbar eine höchst lokal und zeitlich begrenzte Bedeutung hat, offenbart die großen Übel der Epoche und der Welt. Davon war der österreichische Kultur- und Sprachkritiker, der Publizist Karl Kraus überzeugt, der die Sprache für einen der wichtigsten Indikatoren für die Missstände auf der Welt hielt. Im nachlässigen Umgang mit ihr sah er den nachlässigen Umgang seiner Zeitgenossen mit allen Fragestellungen und Herausforderungen. Regelmäßig schrieb er gegen den Missbrauch der Sprache in seiner von ihm selbst gegründeten Zeitung „Die Fakel“ an. Einige der Aufsätze und Essays, die später auch in Buchform erscheinen sollten, sind hier nun neu auferlegt und versammelt.

Akribisch verfolgte Sprachanalythik mit derer er die sprachliche Inhumanität von Presse und Journalistik aufdecken wollte, gewürzt mit einer gewaltigen Portion Spott und Skepsis, auch gegenüber den eigenen Betrachtungen zeichnen seine Texte aus und geben uns heute einen Überblick über den damaligen Sprachgebrauch und eine besondere Sicht auf so manchen auch schon zu Kraus‘ lebzeiten hochgelobten Schriftsteller. Für ihn war die Presse Schuld am Ausbruch des Ersten Weltkrieges und für die Kriegsbegeisterung, Schreibtischtäter als Kriegshetzer, denen er die Finger in die Wunden legt.

Dabei spielt er mit Gegensätzen, Formulierungen, argumentiert so lange, bis man lesend innehalten muss, Passagen erneut lesen. Leichte Kost sind Kraus‘ Texte nicht, waren sie nie. Um so ausführlicher sie sind, um so länger hat man daran zu kauen, beginnt selbst mit Sprache zu spielen. Für ihn galt der Wert der Worte. Das wirkt missionarisch. Der erhobene Zeigefinger des Autoren schwingt überall mit. Aus den Texten allein erschließt sich dessen kritischer Blick auf die Welt. Nie kommt da der Eindruck auf, einen einfachen Menschen vor sich zu haben. Dennoch blitzt hier und da eine Prise Humor durch. Man merkt die Freude am Spiel mit der Sprache, eines Karl Kraus, der sich damit nicht wenige Feinde gemacht haben dürfte, der sich nie einordnen ließ.

Wenn wir etwas von dieser Unbeugsamkeit und dem Sprachwitz mitnehmen können, auch eine gehörige Portion Gesellschaftskritik, die sich durchaus ins Heute übertragen lässt, ist schon viel gewonnen.

Autor:
Karl Kraus wurde 1874 geboren und studierte zunächst Jura, wechselte aber wenig später zu Philosophie und Germanistik. Er war ein österreichischer Schriftsteller, Publizist, Satiriker, förderte junge Autoren und war Sprach-, Kultur und Medienkritiker zugleich. Zu seinen wichtigsten Werken gehört sein Drama „Die letzten Tage der Menschheit“ (1918), sowie seine Zeitschrift „Die Fackel“, welche 1899 gegründet wurde und bis 1936 erschien. Er starb 1936 in Wien.

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Markus Thielemann: Von Norden rollt ein Donner

Inhalt:
Der Wolf ist zurück in der Lüneburger Heide. Und während Jannes – wie schon sein Vater und sein Großvater – täglich seine Schafe über die Heideflächen treibt, kochen die Emotionen im Dorf hoch. Kann Heimatschutz Gewalt rechtfertigen? Wo es vordergründig um Wolfspolitik geht, stößt er bald auf Hass, völkische Ideolofie – und auf ein tiefes Schweigen. „Von Norden rollt ein Donner“ ist eine Spurensuche in der westdeutschen Provinz, die Geschichte eines brüchigen „urdeutschen“ Idylls. (Klappentext)

Rezension:

In der Lüneburger Heide hat die Schafszucht und Weidebewirtschaftung Tradition, doch mehren sich die Zeichen einer Veränderung, die einen Riss in der Gesellschaft offenbart. Der Wolf ist zurück in der Region und so fürchten die Hirten um ihr Vieh und damit um ihre Existenz. Der Schriftsteller Markus Thielemann zeichnet in seinem Roman „Von Norden rollt ein Donner“das Psychogramm einer ländlichen Gemeinschaft, die in Angesicht einer kommenden Bedrohung vereinnahmt wird und in der Vergangenes wieder zu Tage tritt.

Schnell ist man in der atmosphärischen Beschreibung der kompakt gehaltenen Erzählung gefangen, die uns schnell Teil des Alltags von Jannes, den Protagonisten, teilhaben lässt, der in einer Linie von Schäfern seine Herde auf die Weiden treibt, während sein Stiefvater mit Sorge die sich nähernden Wolfsrisse mit Stecknadeln auf eine Karte markiert. Ein jeder geht in der Familie mit der für alle neuen Situation anders um. Als wäre dies nicht genug, nehmen Wahnvorstellungen und Vergessen mehr Raum ein, als ein Mensch in der Lage ist, zu ignorieren.

Dabei zeichnet der Autor eine ursprüngliche Landschaft, sowie verwobene Gemeinschaft nach, deren Idyll nicht nur von den Gegebenheiten der Natur bedroht wird. Zahlreiche Anspielungen in die eine, wie andere Richtung durchziehen die Kapitel, so dass sich mehrere Ebenen innerhalb der Handlungsstränge auftun, die jedoch nicht in all ihren Konsequenzen auserzählt werden. Eine mögliche Variante des Erzählens, die man mögen muss, jedoch ein etwas unrundes Ende ergibt.

Dabei spürt der Roman einen Zeitraum von wenigen Monaten nach, in denen ein überschaubares Personentableau agiert, auch einer Gefahr nach, die von einer ganz anderen Ecke kommt. Dies geschieht so feinfühlig, anfangs kaum wahrnehmbar, so dass einem dies beim Lesen fast entgeht, wenn man nicht aufmerksam genug liest. Die Hauptfigur ist dabei fein gezeichnet, mit Ecken und Kanten gezeichnet. Markus Thielemann erzählt über die anderen weniger, gerade jedoch genug, um Bilder vor dem inneren Auge entstehen zu lassen.

Das Gute und Böse ist hier nicht immer klar, vielmehr überwiegen Grauschattierungen die Charakterzeichnungen. Leider jedoch so, dass man überwiegend kaum eine Beziehungseben zu diesen herstellen mag, die die gesamte Lektüre über anhält. Traum und Wirklichkeit, Vorahnung; Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen dabei. Übergänge wirken nicht immer glatt, auch ein paar eingebaute Klischees tragen jetzt nicht unbedingt dem Lesevergnügen bei.

Fast filmisch wirken dagegen Ortsbeschreibungen. Schauplätze sind eine Stärke dieses Romans. Auch die Beschreibung eines im städtischen Leben nicht vorkommenden Handwerks führt der Autor gelungen vor Augen, ob das jedoch ausreichend ist, ist fraglich. Eine Konzentration auf eine der Ebenen oder Handlungsstränge hätte hier gut getan.

Der schleichende Rechtsruck einer Gesellschaft, einmal handelnd in westdeutschen Gefilden, zu lesen, funktioniert aber gut, zudem wer in der Lage ist, bestimte Anspielungen zu entdecken. Immerhin laden diese zum selbstständigen Recherchieren ein. Ansonsten bleibt dies leider ein Heimatroman mit den entsprechenden Schwächen.

Markus Thielemann hat mit „Von Norden rollt ein Donner“ einen interessanten zweiten Roman hingelegt, der an der einen oder anderen Stelle etwas runder hätte sein können, insbesondere im letzten Kapitel. Wer darüber hinweglesen kann, für den eröffnet sich eine vielschichtige Lektüre.

Autor:

Markus Thielemann wurde 1992 in Ludwigsburg geboren und ist ein deutscher Schriftsteller. Nach der Schule studierte er Geografie und Philosophie in Osnabrück, gefolgt von Kreatives Schreiben am Hildesheimer Literaturinstitut. Seinen ersten Roman veröffentlichte er 2021. 2024 stand er mit „Von Norden rollt ein Donner“ auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises.

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Eva-Martina Weyer: Tabakpech

Inhalt:

„Tabakpech“ erzählt eine Familiengeschichte aus den Jahren 1930 bis 1995 im unteren Odertal, wo die Grenzen von Preußen und Pommern, von Hochdeutsch und Platt verwischen. Das Leben der Menschen ist vom Tabakanbau und von Traditionen geprägt.

Tabakpech, der Saft, der beim Ernten aus der Pflanze tritt, klebt schwarz an den Händen, hält die Familien fest auf ihren Höfen, auch wenn dabei mancher Traum zugrunde geht. (Klappentext)

Rezension:

Nur eine Bewegung ist es, die über Glück und Unglück der Menschen im Odertal entscheidet. Das Eintauchen der Arme des Aufkäufers, mit dem dieser die Qualität der Ernte prüft, zwischen die Tabakbunde, entscheidet, ob es ein erfolgreiches Jahr gewesen ist oder alle Mühen umsonst waren.

Die Region ist hart zu den Menschen, doch die Nachfahren hugenottischer Einwanderer haben auch ihr Glück im Tabak gefunden. Und so entspannt sich eine Geschichte vom Wandel der Landwirtschaft über mehrere Familiengenerationen, eindrücklich erzählt von Eva-Martina Weyer.

Der Rhythmus der Jahreszeiten, die Erntefolge bestimmt den Takt, in dem Einwohner des kleinen Ortes denen die Autorin in ihrem kompakt gehaltenen Roman verfolgt, um eine Familiengeschichte von Beständigkeit und Veränderung zu erzählen, wie sie dort auch tatsächlich stattgefunden haben könnte.

Dabei werden der gesellschaftliche und persönliche Wandel innerhalb von wenigen Jahrzehnten thematisiert, sowie die sich verändernde Rolle und Stellung von Frauen, die auf den Feldern so manchen Traum abhanden kommen lassen müssen und dann in entscheidenden Momenten selbstbewusst das Heft in die Hand nehmen. Erzählt wird ein Strukturwandel in vielerlei Hinsicht.

Hauptsächlich aus dem Blick von Elfi betrachten wir das Geschehen, die als Waisenkind von Wilmine aufgenommen, ihren Weg zwischen den Tabakpflanzen gehen wird. Beeindruckend hat die Autorin eine Hauptprotagonistin mit Ecken und Kanten versehen, die handlungstreibend wirken. Einerseits ist da die Träumerin, phantasiebegabt, manchmal unsicher, andererseits jene, die mit zunehmenden Jahren immer selbstbewusster auftreten kann. Auch die anderen Figuren wurden feinfühlig ausgestaltet. Eine Gemeinschaft, in der ein jeder zwischen Hoffnungen und Zwängen und dem Gesspür für Veränderung und Tradition agieren muss.

Das strukturschwache Odertal mit seiner landwirtschaftlichen Prägung, war einst eines der größten Tabakanbaugebiete der Welt. Dieser Schauplatz, viel mehr das Dorf, in dem die Hauptprotagonistin aufwächst, wird anhand sehr detaillierter Beschreibungen greifbar. Auch die Handlungen der Protagonisten, die in all ihren Grauschattierungen gezeichnet werden, werden teilweise plastisch beschrieben. Manchmal sehr hart an der Grenze zum Kitsch, gerade wenn es gefühlig wird. Rentnerhafte ARD-Wohlfühlatmosphäre braucht dennoch niemand zu befürchten.

Werden andere Perspektiven eingenommen, als die der Hauptprotagonistin, kündigt sich eine handlungstreibender Wandel an. Das Erzähltempo bleibt dabei gleichförmig. Eva-Martina Weyer lässt dabei keine unlogischen Wendungen oder gar Lücken zu und bleibt im Gegensatz zu anderen Autor:innen von Familien-Epen bodenständig in ihrer kompakten Erzählung.

Diese bleibt bis zum Ende nachvollziehbar. Nicht nur zwischen den Zeilen merkt man, dass die Autorin die Gegend gut kennt. Man bekommt durchaus Lust, der wahren Geschichte des Tabakanbaus in der Region nachzuspüren, wo man doch in die Handlung hineingezogen wird. Nicht nur für Lesende, die das Odertal und ihre Menschen gut kennen, wird hier ein Kulturerbe verschriftlicht, welches diese über Jahrhunderte prägte.

Der Roman lässt einem die körperlichen Anstrengungen, das Hoffen und Bangen förmlich selbst spüren, wenn auch an mancher Stelle ein schnelleres Erzähltempo vermissen. Der Tupfen auf dem I versinkt dabei leider im Tabakpech. Bis zum Schluss bleibt er lesenswert, eben nicht nur der hervorzuhebenden grafischen Gestaltung wegen.

Tabakmuseum:

Wer dem Tabak nachspüren möchte, kann das tun. In Vierraden, Schwedt/Oder.

Autorin:

Eva-Martina Weyer wurde 1961 in Anklam geboren und ist eine deutsche Journalistin und Autorin. Sie wuchs in Schwedt/Oder auf und studierte Journalismus, arbeitete in diesem Beruf für eine große Regionalzeitung Berlins. Als selbstständige Journalistin recherchierte sie zum Tabakanbau in der Uckermark. „Tabakpech“ ist ihr erster Roman.

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Alain Claude Sulzer: Fast wie ein Bruder

Inhalt:

Zwei Männer, die wie Brüder aufwachsen – bis ihre Leben ganz unterschiedliche Entwicklungen nehmen. Doch als eiiner der beiden stirbt, zeigt sich, wie tief die in der Kindheit geknüpfte Verbindung ist. Und als der Freund postum auf rätselhafte Weise zu Ruhm als genialer Maler kommt, erscheint die Beziehung der beiden plötzlich in einem ganz anderen Licht.

Mit stiller Wucht erzählt Alain Claude Sulzer von einer ungewöhnlichen Freundschaft und einem kurzen Leben, das lange nachwirkt. (Klappentext)

Rezension:

Zumindest geografisch trennt das Leben zwei, die wie Brüder aufgewachsen sind, im jungen Erwachsenenalter. Während der eine sein Glück auf der anderen Seite des Ozeans sucht, findet der Ich-Erzähler seinen Lebensmittelpunkt in Frankreich. Der Kontakt aus der Kindheit, bleibt lose, verliert sich nicht. Erst nach dem Tod des Kunstsinnigen wird dem Erzähler klar, wie tief die Verbindung zueinander wirklich gewesen ist.

Der Schriftsteller Alain Claude Sulzer hat mit „Fast wie ein Bruder“ nicht nur einen feinen Coming of Age-Roman geschrieben, sondern auch das Portrait einer sehr sonderbaren Zeit.

Sulzers Erzählung beginnt inmitten der 1970er Jahre, der Kindheit der Protagonisten, die zunächst alle Möglichkeiten für die beiden Jungen bereitzuhalten scheint, doch frühe Schicksalsschläge bereithält, die den weiteren Weg der Hauptfiguren bestimmen, Diesen folgen wir lesend bis in die Gegenwart hinein. Komprimiert auf der konträr zur erzählten Zeit überschaubaren Seitenzahl hat sich der Autor darauf konzentriert die beiden Figuren strahlen zu lassen.

Ihre Ecken und Kanten werden auserzählt, wie auch die Herausforderungen, denen sie sich gegenüber sehen. Dabei nehmen sie so viel Raum ein, dass für Nebenfiguren kaum Platz bleibt. Die Leinwand ist voll. Eingenommen von den beiden, die in unterschiedlicher Entfernung, immer umeinander kreisen.

Dabei durchzieht den Roman ein vergleichsweise ruhiger Erzählstil, dessen Tempo gefühlsmäßig nicht der Autor, sondern die Figuren selbst bestimmen. Sulzer verliert dabei nie den Blick für Orte und Szenarien und behält in diesem Konstrukt die Fäden bis zum Schluss in die Hand. Was kann, was vermag Kunst und was bleibt, wenn der Erschaffende nicht mehr ist?

Solche fast philosophischen Fragen können sich beim Lesen aufdrängen. Man kann diesen Roman jedoch auch einfach als die Erzählung einer Freundschaft lesen. Beide Protagonisten sind dabei nachvollziehbar gestaltet. Auch ergeben sich in der Art und Weise keine Lücken oder unlogische Sprünge. Einzelne Momente lassen sich sehr stark nachfühlen.

Der Roman um Kunst ist selbst Kunst. Fast filmisch führt der Erzähler durch die Leben beider wie entlang von Bildern einer Galerie. Eingerahmt sind sie zwischen zwei weltumspannenden Epidemien, die zugleich Taktgeber sind. Für die Welt, die still steht und einer Entscheidung über Leben und Tod, die die Figuren nicht beeinflussen können.

Alain Claude Sulzers Roman über Kunst, Homosexualität und Aids, einer Freundschaft vor allem, vereint das alles, ohne ins Kitschige abzutriften, in die richtigen Worte. Keines ist hier zu viel oder zu wenig. Eine reduzierte Erzählung, die nachdenklich werden lässt. Allein, es fehlt da noch der Wow-Effekt. Trotzdem darf man empfehlen, in die Geschichte zu versinken.

Autor:

Alain Claude Sulzer wurde 1953 geboren und ist ein Schweizer Schriftsteller. Zunächst absolvierte er eine Ausbildung zum Bibliothekar und war später als Journalist tätig. Seit den 1980er Jahren veröffentlicht er seine eigenen Werke und ist zudem als Übersetzer aus dem Französischen tätig gewesen. Selbst Teilnehmer am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb, saß er später in dessen Jury. Er ist Mitgründer des PEN Berlin, lebt zwischen Berlin und Basel. Sulzer wurde für seine Werke mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit den Solothurner Literaturpreis.

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Mariam Kühsel-Hussaini: Tucholsky

Inhalt:

Als Rathenau von Attentätern erschossen wird, verliert die Weimarer Republik einen seiner Feinsten. Kurt Tucholsky, die schwungvollste Stimme der Wochenzeitung Weltbühne, will ergründen, wie es jetzt mit Deutschland weitergehen wird. Ein wenig später befindet sich das Land im Ausnahmezustand.

Bis zuletzt kollidiert man mit dem ganzen Sturm der Zeit. Die Presse der NSDAP liefert sich mit der Weltbühne publizistisch eskalierende Mensuren, welche die Menschen im ganzen Land unaufhaltbar aufladen, bis am Ende dieses seine Krisen und seine Menschen mit Notverordnungen regiert. Tucholsky geht. Er geht für immer … (eigene Inhaltsangabe)

Rezension:

Fünf Schuss sind es, die den Wendepunkt bedeuten und die Geschwindigkeit eines nicht mehr aufzuhaltenden Falls noch erhöhen. Die Abwärtsspirale, sie dreht sich immer schneller. Nur wenige Politiker hätten sie vielleicht aufzuhalten vermocht. Rathenau, einer von ihnen? Der Journalist Kurt Tucholsky schreibt mit spitzer Feder und treffenden Worten gegen die Zustände im Land, die alles mit sich reißen werden. Und auch ein ehemaliger Kaiser in seinem Exil denkt nach über eine Zeit, aus der er herausgefallen scheint. Die Schriftstellerin Mariam Kühsel-Hussaini hat drei Biografien und Momente zu dem Portrait einer stürzenden Republik verwoben.

In einer Mischung aus historischen und gesellschaftskritischen Roman, der ins Heute hineingreift, führen uns wirkmächtige Figuren durch die Weimarer Jahre. Die Unsicherheiten, direkt nach dem verlorenen Krieg wechseln einer nervösen Stabilität ohne Selbstbewusstsein, hinein in die Zwanziger, die später einmal als die Goldenen bezeichnet werden.

Tucholsky, hier Hauptfigur beobachtet und ist Teil dieser Welt, zugleich ihr größter Kritiker. So treffsicher seine Worte, so groß die Differenz zu seinem eigenen Leben. Ein Kontrast, den die Autorin ebenso zielgerichtet auszuarbeiten verstand. Der Blick dieses Protagonisten ist es, der hier die Gegensätze aufzeigt. Nahtlos die Übergänge zu anderen Sichtweisen. Da ist der ehemalige Kaiser, im niederländischen Exil, von Reportern belagernd. Hier ist Rathenau, der die neue Zeit verkörpert, aber ihre Menschen nicht erreichen tut.

Ein Roman ist das, der von einer flirrenden Zeit erzählt, dies mit wenigen Worten vermag, denen man sich nicht recht entziehen kann. Schnell ist man inmitten der Handlung, die die Figuren vor sich hertreibt, die pointiert mit Ecken und Kanten ausgearbeitet sind. Das liegt da auch am Text, der sich zuweilen wie ein Strudel anfühlt, den man nicht entkommen kann. Damit ist aber auch die Schwäche der Erzählung gefunden. Klare Übergänge oder Bruchlinien fehlen oft genug.

Ohne Abgrenzung ist man da mitunter zuerst in der Erzählperspektive Tucholskys gefangen, um im nächsten Satz einen aus der Sicht Rathenaus zu lesen. Manchmal hätte ein Absatz mehr oder eine andere Kapitelunterteilung Not getan, um gewisse Verwirrstellen zu vermeiden.

Der erzählende Zeitraum umfasst die Jahre der Weimarer Republik, in der die Gegensätze mit zunehmender Geschwindigkeit aufeinanderprallen. Gegensätze hat die Autorin sowohl mit den Handlungsorten, die man sich gut vor Augen führen kann, geschaffen, ebenso mit den Figuren, die wie ihre realen Vorbilder, Spiegelbilder ihrer Zeit sind. Getriebene und Treibende. Mit dem Wissen von heute, können wir die Seiten klar zuordnen. Die Figuren jedoch staunen, versuchen sich einzuordnen, versuchen zu verstehen. Dem Hauptprotagonisten gelingt das über lange Strecke, bis schließlich alles aus den Fugen geraten ist.

Das macht nahbar und kann zugleich als Warnung auf unsere Gegenwart verstanden werden, so plastisch vor Augen geführt. Kräfte, die in einer sich immer mehr polarisierenden Welt, sich zunächst misstrauisch, dann feindlich gegenüberstehen. Hier konzentriert auf politische Ansichten und konfrontativen Journalismus, was es sehr greifbar werden lässt.

„Die Menschen nehmen alles hin“, strich es Tucholsky über die Brust, „sie nehmen alles hin.“

Mariam Kühsel-Hussaini: Tucholsky

Allwissend sind hier nur die Lesenden. Dem Hauptprotagonisten beschleicht zumindest eine Ahnung, die er gen Ende umzusetzen weiß. Überraschende Wendungen gibt es solche nicht. Das dargestellte Zeitkolorit, welches ein gewisses Gefühl für die Menschen damals heraufbeschwört, ist es, was diesen Roman lesenswert macht. Figuren, Orte, man kann sich das alles gut vorstellen. Wer Miniserien, wie Babylon Berlin mag, ohne die Krimikomponente, die gesellschaftliche Zustandsbeschreibung ist hier Krimi genug, wird mit der Lektüre gut bedient sein, ebenso, wer jetzt keine klischeehafte Historienschmonzette zur Hand nehmen möchte.

Die Erzählung lädt zudem dazu ein, sich mit den Biografien der wirklichen Figuren zu beschäftigen, ohne den Text danach in die hintersten Winkel des Bücherreagals verbannen zu müssen. Der Gutteil passt. Am Ende fehlen ein paar Absätze und klare Konturen für die B-Note. Ob die zu vernachlässigen sind, muss ein jeder für sich entscheiden.

Autorin:

Mariam Kühsel-Hussaini wurde 1987 in Kabul geboren und ist eine deutsch-afghanische Schriftstellerin. Seit 1990 lebt sie in Deutschland und veröffentlichte 2010 ihren ersten Roman, dem weitere folgten. 2013 bekam sie ein Stipendium aus dem Else-Heiliger-Fonds der Konrad Adenauer Stiftung. Sie lebt in Berlin.

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Zora del Buono: Seinetwegen

Inhalt:

Zora del Buono war acht Monate alt, als ihr Vater 1963 bei einem Autounfall starb. Der tote Vater war die große Leerstelle der Familie. Wie kann jemand, der fehlt, ein Leben dennoch prägen? Die Tochter macht sich auf die Suche und fragt, was der Unfall bedeutet hat: für die, die mit einem Verlust weiterleben, für den, der mit einer Schuld weiterlebt. Seinetwegen erzählt Zeitgeschichte als Familiengeschichte – detailgenau, raffiniert komponiert, so präzise wie poetisch. (Klappentext)

Rezension:

Wir wirken Lücken auf uns, die praktisch immer schon existieren, wenn Verlust Dauerzustand ist und was macht dieser mit jenen, die ihn verursacht, aber ansonsten kaum Berührungspunkte haben? Vor allem nicht mit den Betroffenen, die darunter dann Zeit ihres Lebens leiden müssen. Die Schweizer Journalistin und Autorin Zora del Buono geht diesen und damit zusammenhängenden Fragen in ihrer biografischen Reportage „Seinetwegen“ nach und entdeckt anhand eines Teils der Familiengeschichte auch ein Stück ihrer Selbst.

Der Erzählton des vorliegenden Textes ist ruhig und doch spürt man das Drängen, mit dem die Schriftstellerin den letzten Stunden ihres Vaters nachgeht, welchem sie im Alter von acht Monaten bei einem Autounfall verlor. Die Mutter im Heim, längst in die Demenz abgeglitten, Zeit ihres Lebens hatte sie nicht darüber gesprochen, vom Verursacher des Unfalls existiert zunächst nur ein Name und ein kleiner Zeitungsartikel über den nachfolgenden Prozess.

Wenig für diejenige, die begreifen und ergründen möchte, doch del Buono spürt der Geschichte des Moments nac, der das Leben der Familie für immer verändern sollte. Ihr Bild des Unfallfahrers verschiebt sich dabei ebenso, wie jenes von der Schweizer Gesellschaft, von den 1960er Jahren bis heute.

So unaufgeregt das kompakte Werk daherkommt, so aufgewühlt ist im Inneren der Autorin zugegangen, die mit ihrer Recherche eine große Lücke in ihrem Leben zu füllen. Die rastlose Suche, die zwischen den Zeilen daherkommt und immer wieder an Glasdecken stößt, ergibt nur langsam ein vielschichtiges Bild, zunächst vor allem von einer Gesellschaft im wandel. Erst später wird sie beiden Personen nahekommen. Dem Verursacher, dessen Leben vom Wandel der Gesellschaft erzählt und ihrem Vater, der einst als Fremder in die Schweiz kam und sich dort ein neues Leben zu aufbauen versuchte.

Die Zeitstrahlen einerseits der vergangenen Jahrzehnte, andererseits der wochenlangen Suche laufen schließlich zusammen, doch sind es die Figuren selbst, die diese biografische Reportage zu etwas Besonderen machen. Dabei beschränkt sich die Autorin, die damit auch zum Gegenstand ihres Schreibens wird, auf wenige Personen. Nach und nach kann man sogar dem Unfallverursacher nachspüren. Jede Geschichte hat zwei oder mehr Seiten. So verarbeitet Zora del Buono das, was ihre Mutter nie so wirklich konnte. Braucht es also, zu der Erkenntnis könnte man gelangen, manchmal nur eine Generation Abstand?

Kurze prägnante Sätze wechseln sich mit ausschweifenden Gedankengängen ab, kulminierend in den Treffen der Freunde der Autorin, die im Verlust zu geliebten Menschen vereint sind. Rückblenden in die Kindheit durchbrechen den Text, der auch dadurch nahbar wird. Schauplätze werden zu Bildern. Del Buono lässt sie vor dem inneren Auge entstehen.

Es ist der Versuch der Verarbeitung etwas Unbegreiflichen. Ob dieser gelungen ist, kann nur die Autorin selbst entscheiden, er macht jedenfalls ordentlich Eindruck. Natürlich stellt sich die Frage, was dabei gewonnen ist, einem Menschen auf dieser sehr persönlichen Suche zu begleiten? Vielleicht können jene die Frage beantworten, welche selbst solch einen Verlust erlitten haben.

Für alle anderen bleibt die Erzählung des gesellschaftlichen Wandels. Dafür aber braucht es jetzt nicht unbedingt diesen Rahmen. Dieser kleine biografische Bericht lässt einem dennoch für einen Moment innehalten und nachdenklich zurück. Letztlich muss wohl jeder für sich entscheiden, ob dies genügt.

Autorin:

Zora del Buono wurde 1962 in Zürich geboren und ist eine Schweizer Architektin, Journalistin und Autorin. Zunächst studierte sie Architektur in Zürich und Berlin, wo sie bis 1995 als Architektin tätig war. Danach absolvierte sie ein Studium für Szenografie. 1996 war sie Mitgründerin der Zeitrschrift Mare, welche sie von 2001 bis 2008 als stellvertretende Chefredakteurin begleitete.

2008 erschien ihr Debütroman, dem weitere Werke folgten. Del Buono ist Mitglied des Schweizer PEN, erhielt 2024 den Schweizer Buchpreis und 2012 den ITB Buch Award.

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Elsa Morante: La Storia

Inhalt:

La Storia ist die große Geschichte von Diktaturen, Weltkriegen und Menschheitsverbrechen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, aber vor allem die Geschichte der verwitweten Lehrerin Ida und ihren zwei sehr unterschiedlichen Söhnen, vom Leben im faschistischen Rom, Trotz, Not und Hunger, rivalisierenden Partisanen. Manchmal in Gesellschaft, manchmal allein. (eigene Inhaltsangabe)

Rezension:
Die ewige Stadt im Ständigen Wandel, heruntergebrochen auf nur ein paar Geschichten, zu einer großen Erzählung miteinander verwoben, dies ist Elsa Morantes „La Storia“, welches bereits 1974 erschien und mit dieser Ausgabe in einer beeindruckenden Neuübersetzung vorliegt.

In dieser bewegen wir uns durch die Armenviertel Roms, aus derer die behutsam ausgestaltete Protagonistin Ida nie ausbrechen wird können, und den Weg ihrer beider Söhne, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Trotzdem oder gerade deswegen gelingt der Kampf eine lange Zeit, auch wenn alle Figuren immer wieder an gewisse Glasdecken gesellschaftlicher Schichten stoßen und nicht zu durchdringen vermögen. Ein Aufstieg ist kaum gegeben. Ida, Nino und Useppe und all die anderen, denen wir im Laufe der Erzählung begegnen, schlagen sich durch das Leben, welches sie immer wieder umstoßen wird, kaum dass sie Kräfte fassen, in einer Zeit, welche es wahrlich nicht gut mit den Menschen meint.

Dabei werden sehr umfangreich unterschiedlichste Themen aufgemacht, die in verschiedensten Handlungssträngen nicht immer mit aller Konsequenz bis zum Ende hin verfolgt werden. So ist La Storia zugleich ein Roman über eine Familie, Gesellschafts- und Systemkritik, eine Bestandsaufnahme, in der jede der Figuren, von denen einige wunderschön ausgestaltet sind, eine eigene Erzählung vedient hätte. Mit der gewählten Form hier jedoch hat sich die Autorin nur bedingt einen Gefallen getan.

Einzelne Ausarbeitungen von Figuren dürfen als gelungen bezeichnet werden, allen voran die der Hauptfigüre, die man ins Herz schließen mag. Bei Vernachlässigung anderer Handlungsstränge gäbe es hier alleine genug zu erzählen, ob nun der Konflikt zwischen den Generationen beleuchtet oder vererbte unverarbeitete Traumata, deren Auswirkungen sich erst sehr viel später zeigen werden. Aber La Storia ist eben auch Partisanengeschichte oder eben die Verhandlung einer gesellschaftlichen Systemfrage. Schwer zu bündeln und damit über manche Strecken ganz und gar nicht einfach zu lesen.

Erzählt wird dieses italienische Epos per Perspektivwechsel, dem man durchaus folgen kann. Selbst der tierische Begleiter Useppes, einer Figur, die man einfach nur liebhaben muss, bekommt da eine Stimme und der kleine Junge damit eine Form, was aber nicht darüber hinweg hilft, dass alleine durch die Länge es beim Lesen dazu kommt, dass man einzelnen Figuren gerne nachspürt, sich bei anderen Passagen über kurz oder lang erwischen tut, sie nicht mit der gleichen Aufmerksamkeit verfolgen zu wollen. Da kommen sich Handlungsstränge in die Quere. Auch muss man sich des im Vergleich zu heutigen Zeit etwas gemächlicheren Erzähltempos bewusst sein, was dann ebenfalls zu ein paar Längen beiträgt.

Elsa Morante widmet sich kleinteilig der Kriegs- und Nachkriegszeit in den staubigen Gassen Roms und zeigt dabei Licht- und Schattenseiten. Jede Figur hat ihre Ecken und Kanten, auch deren Standpunkte werden immer wieder neu verhandelt, trotzdem schleicht sich immer wieder das Gefühl ein, hier von hätten es gerne ein paar Seiten weniger, hier unbedingt mehr sein können, da es Morante ja durchaus gelungen ist, für Detailschärfe zu sorgen.

Vielleicht ist das aber auch nur ein Empfinden in heutiger Zeit. Zum Erscheinen war La Storia in Italien ein großer Publikumserfolg, der vielerseits diskutiert wurde. Eines ist jedoch gelungen, eine Art Lebensgefühl zu transportieren, auch nicht immer nur auf eine Seite hin fokussiert.

An manchen Stellen übertrieben wirkende Reduzierungen, an anderen eine ewisse Üppigkeit, und ja, auch hin und wieder ruppiger Sprache, hinterlassen einen wechselhaften Eindruck, was streckenweise enervierend sein kann, vor allem auf einem bestimmten Monolog gegen Ende bezogen, ansonsten folgen hier Aktion und Reaktion der Figuren einer gewissen Logik. Die Beschreibungen der Schauplätze ist der Autorin gelungen. Man kann sich die Gassen des Armenviertels, das Flussufer, die Enge von Räumen gut vorstellen.

Der Konzentration fordernde Roman lässt sich in keinem Fall nebenher lesen und ist zumindest im Haupthandlungsstrang durchaus lesenswert. Wer dann noch die anderen mit etwa dem gleichen Interesse begegnet, entdeckt eine Geschichte über viele Geschichten.

Auch das ist ja irgendwie Rom.

Autorin:

Elsa Morante wurde 1912 in Rom geboren und war eine italienische Schriftstellerin. Nach der Schule begann sie ein Literaturstudium, welches sie aus Geldmangel vorzeitig beenden musste. Dennoch veröffentlichte sie Gedichte und Erzählungen, zunächst in Zeitschriften, gab nebenher Unterricht in Italienisch und Latein.

In ihrem Roman La Storia verarbeitete sie Erlebnisse aus ihrer eigenen Biografie, musste vorher zu Zeiten des Krieges aus Italien 1943 fliehen, kehrte aber 1944 bereits wieder nach Rom zurück. 1948 wurde ihr erster Roman veröffentlicht, dem weitere folgten. La Storia, 1974, welches in den 1980er Jahren verfimt wurde. 2023 entstand eine TV-Serie. Morante erhielt u. a. den Prix Medicis, 1984. Ein Jahr später starb die Autorin.

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