Statt Buchmesse – Rückblick

Manchmal muss man die Situation so nehmen, wie sie ist und da nun einmal der Urlaub eingeplant war, die Verwandtschaft darauf vorbereitet, mich unterzubringen und ich die Zugtickets gebucht hatte, hatte ich mich trotzdem dazu entschlossen, nach Leipzig zu fahren.

Wer konnte, hatte sein Hotel umgebucht oder storniert. Viele hatten diese Möglichkeit nicht und hatten die Zeit genutzt, die Messestadt zu erkunden oder sich Alternativen zum Programm „Leipzig liest!“ zu suchen, welches nur in sehr komprimierter Form stattfand.

Hashtags, wie #Buecherhamstern, machten seit der Bekanntgabe der Messe-Absage im Internet auf das Programm unabhängiger und kleiner Verlage aufmerksam. Große Verlage, wie dtv oder Carlsen, veranstalteten eigene Aktionen. Selbst die Medien, wie MDR Kultur, stellten kurzerhand quasi eine Online-Messe zusammen. Blogger vervollständigten das Bild mit Aktionen, wie den #ComicMärz. Die Buchmesse ging in die Digitale.

Bücherhamstern.

Dies brachte zumindest ein wenig Ersatz für volle Messehallen, Lesungen und Autorenrunden, brachte Leser und Leserinnen diesmal auf anderen Wege einander näher und zeigte auf, was möglich ist, wenn eine Ausnahmesituation die Tage bestimmt. Und das war großartig.

Bücherfreunde halten zusammen. Wenn wir dies als Fazit in das nächste Jahr mit hinein nehmen könnten, wäre dies klasse. Natürlich kann dies alles eine reale Messe nicht ersetzen, und so habe ich mir auch die Tage entsprechend ein Alternativprogramm gestaltet.

Für mich und einige andere Bücherfreunde ging es auf Goethes Spuren durch die Leipziger Innenstadt, am Sonnabend in den Zoologischen Garten, den kleinen Elefanten bewundern. Und natürlich wurden trotz fehlender Lesungen Bücher begutachtet und gekauft. Ich habe mich diesmal nur auf die Bücher beschränkt, die ich ohnehin vorhatte, mir näher anzuschauen.

Gelesen habe ich auch. Ganze zwei Bücher habe ich geschafft. Wenn Buchmesse wirklich ist, komme ich nicht einmal zum Lesen.

Der kleine Elefant im Leipziger Zoo.

Und einen Schuber, der schrittweise hier vorgestellt werden soll, und jedweden Rahmen sprengt. Lesestoff für die kommenden Wochen.

Das sprengt den Rahmen oder den Koffer.

In diesem Sinne waren es trotzdem schöne Tage. Leipzig, natürlich, eine wunderschöne Stadt, die es sich lohnt, zu besuchen. Ich hoffe aber dennoch, dass wir im nächsten Jahr alle wieder eine farbenfrohe, bunte und vielfältige Buchmesse besuchen können und wieder live begegnen werden.

Und, dass wir alle unbeschadet aus dieser Situation herausfinden.

Gesundheit ist schließlich das Wichtigste.

In diesem Sinne, Leipzig liest dennoch.

Euer findo.