Autorenkollektiv: Zu Tisch!

Zu Tisch! - Eine Reise zu den ausgefallensten Restaurants der Welt Book Cover
Zu Tisch! – Eine Reise zu den ausgefallensten Restaurants der Welt Autoren: Autorenkollektiv mairdumont Erschienen am: 10.12.2019 Seiten: 127 ISBN: 978-3-7701-8473-6

Inhalt:
Dinieren 50 Meter über dem Boden, im ewigen Eis oder auf einer Plattform im Hafen? Speisen auf Toiletten, zwischen Wipfeln oder in einer alten Kirche? Wie wär’s mit einem Gourmetmenü in einem Heißluftballon? Langweiliges Abendessen war gestern. Die ausgefallensten restaurants der Welt bitten zu Tisch!

Rezension:
Sich von Robortern bedienen lassen, sein Essen vor der Zubereitung selbst fangen oder für eine Mahlzeit ins Gefängnis gehen. Es gibt viele Arten, ein Abendessen zu genießen. Das Standardrestaurant um die Ecke oder der eingedeutschte Stammitaliener haben das Nachsehen, wenn es um die außergewöhnlichsten Restaurants der Welt geht.

Ein Kollektiv aus Autoren und Fotografen hat zusammengetragen, welche außergewöhnlichen Lokale rund um den Globus besuchenswert, alleine ihrer Besonderheit nach, verteilt sind. Entstanden ist ein etwas ungewöhhnlicher kulinarischer Reiseführer.

Kompakt wie ein Reiseführer, zahlreich bebildert, kommt dieses kleine Büchklein daher und entführt seine hungrigen leser zu den ungewöhnlichsten Restaurants weltweit.

Mit kurzer Beschreibung versehen, sind die nach im Inhaltsverzeichnis Kontinenten sortierten Lokale aufgelistet, jeweils mit ihrer Besonderheit. Und, was es da nicht alles gibt. Essen im Flugzeugrumpf oder vor ehemaligen Filmkulissen, wie zwischen Gräbern oder in umgenutzten Kirchen. Nichts ist unmöglich.

Wer schwindelfrei ist, genießt sein essen etwa im Heißluftballon oder am Rande einer Schlucht, mit Blick in den abgrund. dabei gilt, ungewöhnlich nicht immer gleich teuer.

Vielreisende finden so rund um den Globus immer wieder das Besondere, aber auch Deutschland und Europa können mit Speiselokalen punkten, die von einer Teestube bis zur U-Bahn-Atmosphäre alles bieten.

Einige kuriose Geschichten gibt es dazu zu erzählen. Leider reicht der Text nur kaum für mehr als einen ersten Eindruck. Erkunden, besser essen, muss man dort dann schon selbst.

Ein nettes kurzweiliges Coffee-Table-Buch, nicht mehr und nicht weniger.

Freunde großer oder kleiner Küche haben daran sicher Spaß, auch wenn manchmal gar nicht gesehen wird, was da auf den Tellern landet. In anderen Fällen ist das Essen wiederum sprichwörtlich für’s Klo. Das nächste Mal einfach hinschauen, was denn genau als Sitzfläche dient. In diesem Sinne, guten Appetit.

Autoren:
Große Internetplattformen nennen einen Autorennamen, auf der Verlagsseite steht nichts und im Buch selbst etwas anderes. Es ist wohl am ehesten ein Autorenkollektiv gemeint. Immerhin handelt es sich beim vorliegenden Band um ein Sammelsurium, welches erst einmal zusammengetragen und abfotografiert werden musste.

Sophie von Maltzahn: Liebe in Lourdes

Liebe in Lourdes Book Cover
Liebe in Lourdes Rezensionsexemplar/Roman Kiepenheuer & Witsch Hardcover Seiten: 218 ISBN: 978-3-462-05205-3

Inhalt:

Jahr für Jahr pilgert der adel in Ordensformation nach Lourdes. Diese spirituelle Reise im Dienste der Bedürftigen ist ein wichtiger Teil der aristokratischen Erziehung – und gleichzeitig ein idealer Heiratsmarkt. Neu dabei ist Kassandra: Großstädterin, Ende dreißig und nur bedingt erlösungswillig. Doch die Tage im „Heiligen Bezirk“ werden sie dennoch alles andere als unberührt lassen. (Klappentext)

Rezension:

Wie bewertet und rezensiert man einen Roman, zu den man bis zuletzt kaum Zugang gefunden hat? Zunächst, vielleicht bin ich auch nicht der richtige Leser. total wissenschaftsgläubig, habe ich überhaupt nichts mit Religion am Hut. Grotten interessieren mich höchstens aus naturwissenschaftlicher und Kirchen aus der geschichtlichen und architektonischen Perspektive.

Mit Marienerscheinungen oder religiösen Erfahrungen kann ich nur in sofern etwas anfangen, als dass ich mich frage, was man im Kaffee oder Tee am Morgen gehabt haben muss, um diverse „Wunder“ zu erleben. Den Stoff will ich auch. Zwar soll jeder glauben, was er oder sie will, aber mich damit bitte dann auch in Frieden lassen. Und vielleicht war das dann genau die falsche Perspektive, mit der ich an diesen Roman herangegangen bin.

Worum geht es? Jahr für Jahr organisieren kirchliche und Bihinterenverbände Zugfahrten nach Lourdes, einer christlichen Pilgerstätte, deren Grotte, Kirche und Quelle ganz besondere Kräfte zugeschrieben werden. Marienerscheinungen soll es dort gegeben haben, um die siebzig Wunderheilungen hat die katholische Kirche anerkannt und auf diese Begegnungsstätte zurückgeführt. Der Leser dieses Romans begleitet solch einen Pilgerzug und eine Protagonistin, die ähnlich gestrickt ist wie der Rezensent, jedoch ihr ganz eigenes Wunder sucht.

Kritisch beobachtet Kassandra die menschlichen Verwerfungen, die es auch auf einer solch organisierten Fahrt gibt. Konkurrierende Pflegekräfte, Gläubige auf Sinnsuche und behinderte Kinder, denen man etwas gutes tun möchte, es aber eher für das eigene Seelenheil auf sich nimmt, Teil der Gruppe zu sein. Schon hier fragt man sich, was diese Erzählung eigentlich sein soll. Religiöser Erweckungsroman, eher nicht.

Liebeserklärung an Lourdes, bestimmt. Die Autorin Sophie von Maltzahn war bereits mehrmals dort. Erfahrungsroman, auch. Liebesroman, na ja. Fassbarer als auf den ersten Seiten wird’s jedoch nicht.

Tatsächlich ist hier zwar eine Art Handlungsrahmen vorhanden, der Spannungsbogen fehlt jedoch, so dass die gesamte Erzählung erstaunlich farblos bleibt. Die Protagonisten haben alle Ecken und Kanten und sicherlich viel zu erzählen. Mehr Sinnsuche hätte dem Roman gut getan. Der Autorin ist es jedoch nicht gelungen, das auch umzusetzen. An der sprachlichen Ausarbeitung liegt es nicht. Die ist sehr schön gestaltet.

Ein Leser kann sich durchaus in einzelne Szenen verlieben und in Sätzen verlieren, wenn die Sprache und die Figuren jedoch die einzigen Pluspunkte sind, die DDraufsicht nicht funktioniert und die Handlung an jedem Ort der Welt spielen könnte, fehlt das Besondere und macht alle Bemühungen zu nichte, dem Leser einen Zugang zu schaffen.

Nein, die Autorin hat es nicht geschafft, mich zu erreichen. Eine gute Idee und eine schöne Sprache machen noch lange keine gute Erzählung. Vielleicht findet die jedoch jemand von euch? Gebt mir dann Bescheid.

Autorin:

Sophie von Maltzahn wurde 1984 geboren und studierte Betriebswirtschaft, Kunsgeschichte, sowie Ägyptologie. Danach arbeitete sie als freie Mitarbeiterin für verscgiedene Zeitungen und als Redakteurin für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Sie schrieb an ihren eigenen Blog „Ding und Dinglichkeit“, fuhr mit 24 Jahren zum ersten Mal nach Lourdes. Die Autorin lebt in Berlin.

Gina Ochsner: Die versteckten Briefe

Die versteckten Briefe Book Cover
Die versteckten Briefe Gina Ochsner Rezensionsexemplar/Roman dtv Hardcover Seiten: 398 ISBN: 978-3-423-28154-6

Inhalt:

Ein kleiner Ort im Osten Lettlands, ein Junge mit großen Ohren, der die Geheimnisse der Toten zu hören vermag, gierige Investoren aus dem Westen, ein unentdeckter Schachmeister, der beste Vitaminverkäufer östlich von Riga uns verborgene Geheimnisse – ein berührender Roman über den Stoff, aus dem das Leben ist: Geschichten. (Klappentext)

Rezension:

Im Film-Geschäft funktioniert es mehr schlecht als recht, wenn Produzenten und Regisseure Geschichten erzählen wollen, zu denen sie keinen Bezug haben. Entweder wirkt das Endprodukt dann zu gewollt oder aber völlig fehlgeleitet, was im Effekt auf’s Gleiche hinausläuft. Wie aber ist es im literarischen Betrieb?

Funktioniert es etwa, wenn eine amerikanische Autorin eine estnische Geschichte erzählt? Eine, die wahrscheinlich im Heimatland der Schriftstellerin, unter Ferner-liefen abgelegt werden wird, wann rückt dort schon ein so kleines baltisches Land in den Fokus? Wird hier nicht mit Klischees gespielt? Wirkt hier auch nichts gewollt? Eine Autorin im schwierigen Spagat ihrer Erzählung.

Erzählt wird zunächst einmal die Geschichte einer Familie über Generationen, aus der sicht eines Kindes, später einer jungen erwachsenen Frau und schließlich einer todkranken Mutter, dann widerum das Leben der Bewohner eines kleinen Ortes, wie es sie in Osteuropa Hunderte gibt.

Es ist eine Erzählung über Generationen, Veränderungen und Schicksalsschläge, vom kleinen Glück und mehr oder minder großen Katastrophen. Es ist eine Geschichte über Leben und Tod und der Ungewissheit über die Zukunft. Eine Novelle darüber, was war, was ist, was sein wird.

Mehr muss man zu Anfang nicht wissen, sollte ein Leser auch nicht, zumal zu Beginnh sich auf den Schreibstil eingelassen werden muss. Nicht ganz einfach ist diese bildhafte sehr schöne Sprache, zu der man erst den Zugang finden muss, um dann in die Geschichte einzutauchen.

Große Längen muss ein Leser überstehen, um dann hin und wieder einen wundervollen Satz mitzunehmen, der durch die Geschichte trägt. Erstes kommt leider zu häufig, letzteres zu selten vor. Was nützt die schönste Sprache, wenn die Handlung nicht trägt, nicht begeistern oder faszinieren kann, gleichwohl sie glaubwürdig ist. Wobei sich die Protagonisten als teilweise sehr spleenig und sonderbar erweisen.

Das trägt nicht gerade dazu bei, den Leser bis zum Ende zu überzeugen. Teilweise haben bestimmte Ereignisse Wiedererkennungswert, wenn etwa Alteingessesene vor der tatsache ausländischer Investoren, neumodisch Heuschrecken, gestellt werden, andererseits lässt es einem ratlos zurück, wenn sich herausstellt, dass auch diese Menschen eine Geschichte, einen guten Kern haben.

Der im Klappentext erwähnte kleine Protagonist wächst zur Hauptfigur heran, ohne selbst eine zu sein. Ein Stilmittel, für welches man der Autorin Anerkennung zollen muss, zu wenig wird aber auf die im titel erwähnten Briefe eingegangen und die Abrundung, der Rahmen der Handlung macht mich auch nicht ganz glücklich.

Tief gespalten bin ich und weiß nicht, was ich von der Erzählung halten soll. Die Grundidee interessant, die Protagonisten mit Ecken und Kanten, aber der Handlungsrahmen, die Ausführung und der Schreibstil, der zu viel Ruhe hineinbringt, nehmen viel von dem Potential weg, welches die Geschichte hätte haben können. Es ist ein Roman, den man entweder lieben oder nicht mögen wird, ich entscheide mich salomonisch für die Mitte.

Autorin:

Gina Ochsner wurde 1970 geboren und ist eine amerikanische Schriftstellerin. Nach der Schule studierte sie in Iowa und Oregon und veröffentlichte 2005 eine Kurzgeschichtensammlung, die weithin positiv aufgenommen wurde. 2009 gewann sie den Flannery O’connor Award für Short Fiction. Auch unter Pseudonym veröffentlicht sie Geschichten, 2009 ihren ersten Roman.

Marian Grau: Bruderherz

51xflzqbqylAutor: Marian Grau
Titel: Bruderherz – Ich hätte dir so gern die ganze Welt gezeigt
Seiten: 208
ISBN: 978-3-95910-143-1
Verlag: Eden Books

Autor:
Marian Grau wurde 2002 geboren und lebt mit seinen Eltern bei Stuttgart. Als er neun Jahre alt war, stirbt sein älterer Bruder Marlon, der an der Stoffwechselkrankheit Morbus Leigh erkrankt war. Ein Weg dies zu verarbeiten ist für Marian das Reisen, um Städte, Länder und Kontinente für sich und Marlon zu erschließen.

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Hala Kodmani: Sie können mir den Kopf abschlagen, aber nicht meine Würde nehmen

9783423261838Autorin: Hala Kodmani
Titel: „Sie können mir den Kopf abschlagen, aber nicht meine Würde nehmen“ – Ruqias tödlicher kampf auf Facebook
Seiten: 144
ISBN: 978-3-423-26183-8
Verlag: dtv
Übersetzerin: Elisabeth Liebl

Inhalt:
Tagsüber war sie Lehrerin für Philosophie an einer Mädchenschule, abends schrieb sie zornige Kommentare auf Facebook: Ruqia Hassan lebte in Rakka und postete unter Pseudonym gegen Assad und den IS. Bis sie verraten und vom IS ermordet wurde.

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Bruno Preisendörfer: Als unser Deutsch erfunden wurde

9783869711263Autor: Bruno Preisendörfer
Titel: Als unser Deutsch erfunden wurde
Seiten: 472
ISBN: 978-3-86971-126-3
Verlag: Galiani Berlin

Inhalt:
Martin Luther hat mit seinen Wirken das Leben und denken, nicht zuletzt das religiöse Denken der Deutschen nachhaltig geprägt. Wie aber lebten der Prediger und seine Zeitgenossen, damals im 16. Jahrhundert?

Wir schauen Handwerkern und Händlern über ihre Schultern, Hans Sachs beim Versemachen und Luthers Frau Katharina bei der Haushaltsführung. Wir erleben Dürer beim Malen und die Fugger beim Wirtschaften.

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Eric Malpass – Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung

51pmmppjs0lAutor: Eric Malpass
Titel: Morgens um sieben ist die Welt noch in Odnung
Seiten: 239
ISBN: 978-3-499-25891-6
Verlag: Rowohlt Taschenbuch

Inhalt:
Der achtjährige Gaylord hat seine Augen und Ohrn überall. Vor allem dort, wo sie nicht hingehören. Schon morgens früh hopst er von Bett zu Bett und will seine Familie mit selbstgebrühten Kräutermatsch-Tee beglücken. Doch der Haussegen hängt auch so schon gewaltig schief:

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Lois Pryce: Im Iran dürfen Frauen nicht Motorrad fahren…

pryce-im-iran-duerfen-frauen_300dpiAutorin: Lois Pryce
Titel: Im Iran dürfen Frauen nicht Motorrad fahren…
Seiten: 330
ISBN: 978-3-7701-6681-7
Verlag: Dumont/Mairdumont

Inhalt:
Eine Frau, ein Motorrad und die wagemutigste Reise ihres Lebens…

Eines Tages entdeckt Lois Pryce in London einen Zettel an ihrem weitgereisten Motorrad: Eine persönliche Einladung in den Iran, geschrieben von einem Fremden namens Habib. Die Neugier der Abenteuerin ist geweckt.

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