{"id":702,"date":"2017-02-20T18:28:55","date_gmt":"2017-02-20T18:28:55","guid":{"rendered":"http:\/\/findosbuecher.com\/?p=702"},"modified":"2020-06-14T08:54:03","modified_gmt":"2020-06-14T08:54:03","slug":"bruno-preisendoerfer-als-deutschland-noch-nicht-deutschland-war","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/findosbuecher.com\/?p=702","title":{"rendered":"Bruno Preisend\u00f6rfer: Deutschland 1 &#8211; Als Deutschland noch nicht Deutschland war"},"content":{"rendered":"\n\n\n\n<div class=\"sp-wrap sp-wrap-default\">\n<div class=\"sp-head\" title=\"Erweitern\">\nB\u00fccher der Reihe:\n<\/div>\n<div class=\"sp-body folded\">\n<\/p>\n<p>Bruno Preisend\u00f6rfer: Deutschland 1 &#8211; Als Deutschland noch nicht Deutschland war<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/findosbuecher.com\/?p=1725\">Bruno Preisend\u00f6rfer: Deutschland 2 &#8211; Als unser Deutsch erfunden wurde<\/a><\/p>\n<p>Bruno Preisend\u00f6rfer: Deutschland 3 &#8211; Als die Musik in Deutschland spielte<\/p>\n<p>\n<div class=\"spdiv\">[Einklappen]<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n\n<p><strong>Rezension:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie lange qu\u00e4len Deutsch-Lehrer ihre Sch\u00fcler eigentlich im Schnitt mit den allgemein als Klassikern akzeptierten Werken von Goethe, Schiller und anderen?<\/p>\n\n\n\n<p>Wie viele Sch\u00fcler verzweifeln an der Philosophie Kants und Schopenhauers und wie vielen wird die Lust am Lesen genommen, dadurch, dass in jedes Komma und jeden Punkt mehr hinein interpretiert wird als tats\u00e4chlich drinsteckt? Zu vielen.<\/p>\n\n\n\n<p>Spannender ist es dann doch, in die Zeit einzutauchen, zu erleben, unter welchen Umst\u00e4nden Goethe und seine Zeitgenossen lebten, we\u00b4lche probleme die \u00c4rmsten unter den Armen zu bew\u00e4ltigen hatten und f\u00fcr welche fortschrittlichen ideen damals in Gesellschaft, Wissenschaft und Kultur Grundsteine gelegt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bruno Preisend\u00f6rfer nimmt uns mit auf diese Zeitreise und l\u00e4sst uns den Alltag im Noch-nicht-wirklich-Deutschland nachempfinden und erz\u00e4hlt, pointen und zitatereich vom Leben der Menschen im 18. jahrhundert.<\/p>\n\n\n\n<p>Er beschreibt gesellschaftliche Konflikte durch Standesunterschiede, macht Geschichte fassbar, begleitet den Delinquenten zum Galgen und den Knecht oder Handwerker durch Arbeit, Eheleben bishin zum Tod. Und f\u00fcr manchen l\u00e4uft es auf&#8217;s Gleiche hinaus, wenn die Frau und Kinder an Pocken oder anderen Krankheiten sterben.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch, es ist auch die Zeit des Fortschritts. Der Blitzableiter wird erfunden, Nachtt\u00f6pfe d\u00fcrfen nicht mehr allenthalben auf den Stra\u00dfen entleert werden und Berlin bekommt die erste Stra\u00dfenbeleuchtung. Impfungen werden entwickelt, Krankenh\u00e4user entstehen. Auch das ist die Goethe-Zeit, die sich nicht nur auf Weimar beschr\u00e4nkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Autor beschreibt dies alles sehr detailliert, gest\u00fctzt auf eine Unmenge von Quellen, die er ausgiebig nutzt und damit mehr erreicht als jeder Deutsch-Lehrer, der nur interpretieren m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p>Er macht greifbar, was heute l\u00e4ngst vergessen aber die nachfolgenden Jahrhunderte entscheidend mitgepr\u00e4gt hat. Preisend\u00f6rfer zitiert ausf\u00fchrlich aus Zeitungen, Tageb\u00fcchern und Korrespondenzen jener Zeit, durchst\u00f6berte Archive und statistischen \u00dcberlieferungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Herausgekommen dabei ist ein durchaus fl\u00fcssig zu lesendes Sachbuch welches gleichzusetzen ist mit historischen Standardwerken, die Politik aber au\u00dfenvor l\u00e4sst und daf\u00fcr die Bauern, das Klein- und Gro\u00dfb\u00fcrgertum und das Leben des Adels beschreibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Lesenswert allemal, logisch gegliedert, stockt der Lesefluss dann doch an manchen Stellen. Zitate k\u00f6nnen schwierig zu greifen sein, wenn sie ausf\u00fchrlich sind. Man erf\u00e4hrt vieles, was man vielleicht noch nicht wusste, entdeckt bekanntes und kurioses.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Leser lebt mit Goethes Zeitgenossen mit, ist gl\u00fccklich, arbeitend, k\u00e4mpferisch, mal arm, mal reich, mal lebensfroh, dann wieder leidend. Nicht auf die Lekt\u00fcre nat\u00fcrlich bezogen, keiner muss dann einem &#8222;Werther&#8220; folgen (siehe Goethe) aber kann danach durchaus in Gedanken an Kant und Schopenhauer philosophieren. Das hat doch was.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bruno Preisend\u00f6rfer wurde 1957 in Kleinmostheim\/Unterfranken geboren und ist ein deutscher Sachbuch- und Belletristik-Autor. Nach dem Abitur studierte er Germanistik, Politikwissenschaften und Soziologie und zog 1982 nach Berlin.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben seiner schriftstellerischen T\u00e4tigkeit arbeitete er als Redaktionsleiter einer Magazin-Zeitung und war von 1995-1999 Redakteur bei der Zeitschrift &#8222;Freibeuter&#8220;. Er erhielt 1998 den W\u00fcrth-Literaturpreis und 2016 f\u00fcr sein Buch \u00fcber die Lutherzeit den NDR-Kultur Sachbuch-Preis.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rezension: Wie lange qu\u00e4len Deutsch-Lehrer ihre Sch\u00fcler eigentlich im Schnitt mit den allgemein als Klassikern akzeptierten Werken von Goethe, Schiller und anderen? 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Jahrhundert als es ein Deutschland noch gar nicht gab. Vielmehr gab es viele verschiedene Regionen, Staaten und St\u00e4dte, ein loses Gebilde voller Grenzen.<\/p><p>Es ist die Zeit, in der gro\u00dfe M\u00e4nner Kulturgut schufen, in der die gro\u00dfen Philosophen Kant und Schopenhauer wirkten und der Merkantilismus als Wirtschaftsform dominierte. Es ist die Zeit des Wandels und des Aufbruchs, gleichwohl immer noch ein harter Alltag im Leben der Menschen. Doch, wie lebten sie, die einfachen Leute und die Adligen zu dieser Zeit? Welche Kleidung trugen sie, was gab es zu essen, welche Moral- und gesellschaftlichen Vorstellungen pr\u00e4gten sie?<\/p><p>Bruno Preisend\u00f6rfer nimmt den Leser auf eine spannende Zeitreise durch eine pr\u00e4gende Epoche. (eigener Text)<\/p>","footnotes":""},"categories":[4],"tags":[329,86,522,521,17,519,518,516,523,524,520,246,515,517],"class_list":["post-702","post","type-post","status-publish","format-image","has-post-thumbnail","hentry","category-rezension","tag-adel","tag-alltag","tag-bauern","tag-buergertum","tag-geschichte","tag-goethe","tag-goethe-zeit","tag-klassik","tag-knechte","tag-land","tag-schiller","tag-stadt","tag-weimar","tag-weimarer-klassik","post_format-post-format-image"],"uagb_featured_image_src":{"full":["https:\/\/findosbuecher.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/9783869711102.jpg",275,436,false],"thumbnail":["https:\/\/findosbuecher.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/9783869711102-150x150.jpg",150,150,true],"medium":["https:\/\/findosbuecher.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/9783869711102-189x300.jpg",189,300,true],"medium_large":["https:\/\/findosbuecher.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/9783869711102.jpg",275,436,false],"large":["https:\/\/findosbuecher.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/9783869711102.jpg",275,436,false],"wps_thumbnail_size":["https:\/\/findosbuecher.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/9783869711102.jpg",158,250,false],"1536x1536":["https:\/\/findosbuecher.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/9783869711102.jpg",275,436,false],"2048x2048":["https:\/\/findosbuecher.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/9783869711102.jpg",275,436,false],"buchcover":["https:\/\/findosbuecher.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/9783869711102.jpg",275,436,false]},"uagb_author_info":{"display_name":"findo","author_link":"https:\/\/findosbuecher.com\/?author=1"},"uagb_comment_info":1,"uagb_excerpt":"Rezension: Wie lange qu\u00e4len Deutsch-Lehrer ihre Sch\u00fcler eigentlich im Schnitt mit den allgemein als Klassikern akzeptierten Werken von Goethe, Schiller und anderen? 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