Gedanken zum Update

Sobald ein Blog eine gewisse Größe erreicht hat, ist eine Überarbeitung des ganzen Gedöns nur schwer möglich. Natürlich gibt es gewisse Tools und Plugins, die einem das Leben erleichtern, doch von Zeit zu Zeit zwingen einem Updates, geänderte Anforderungen von Außen dazu, die bisher geschriebenen Beiträge durchzusehen, Links zu überprüfen, Aktualisierungen vorzunehmen oder Formatierungen anzupassen. Das ist dann nur noch mühsehlig und vom Spaß, der hinter manch geschriebenen Artikel steht, ist dann nur noch wenig übrig.

Kürzlich habe ich aus mehreren Gründen, die hier jetzt keine Rolle spielen sollen, das Blog-Design Richtung Magazin geändert. Rezensionen bekommen von mir nach und nach eine Sternebewertung, passend zum Geschriebenen, verpasst. Die Formatierungen werden vereinheitlicht. Alleine in dieser Kategorie gibt es derer, aufgrund der Bloghistorie, inzwischen drei verschiedene. Das möchte ich oder, nein, muss ich ändern, soll mir das alles nicht irgendwann mal um die Ohren fliegen.

Gesagt, getan, gehe ich also seit Kurzem das Rezensionsverzeichnis Buchstabe für Buchstabe durch. Kleinvieh macht Mist. Kleinvieh strengt an. Und, bin dennoch über jeden geschafften Schritt, blogtechnisch, froh. Zwei Kategorien habe ich zusammengestrichen, Artikel rausgenommen (Wann nehmt ihr eigentlich Artikel ganz von eurem Blog runter?), Links entfernt oder korrigiert. Auf, dass das alles so klappt, wie ich mir das vorstelle. Schließlich habe ich nicht vor, aufzuhören und möchte, dass ich, nein, dass auch ihr, weiterhin hier gerne seit und mitlest, was es so neues gibt im Bereich Literatur und Film. Dafür wenigstens, mache ich das.

Gesendet aus der Schreibstube.

Euer findo.

Leipzig liest und findo liest mit – Messetag 3 – 2019

Dieses Jahr hat es sich ergeben, dass zwar der Freitag von den Veranstaltungen her, die ich besuchen wollte, überschaubar blieb, das Wochenende jedoch nicht. So hatte ich dann auch am Samstag wieder ein volles Programm und machte mich früher als sonst zum Messegelände auf. Die Tram war trotzdem voll. Umfallen konnte man nicht. Luft zum Atmen blieb dennoch. Irgendwie.

Nach einem Kaffee im Pressebereich ging ich direkt zur ersten Buchvorstellung des Tages und lauschte dem Gespräch am Stand von MDR Kultur in der Glashalle. Dort stellte Julia Finkernagel ihren Reisebericht „Ostwärts – oder wie man mit den Händen Suppe isst, ohne sich nachher umziehen zu müssen“ vor.

Julia Finkernagel (links) über ihr neues Buch „Ostwärts“.

Dort beschreibt sie ihre ersten Erfahrungen als Moderatorin einer Reisereportage für den MDR und dies, wie ich inzwischen bestätigen kann, auf eine sehr humorvolle Art und Weise. Wer des Untertitel Rätsels Lösung erfahren möchte oder auch, wie man in der Steppe auf#s Klo geht ohne gesehen zu werden, der sollte dieses Buch lesen. Auch die anderen, dort beschriebenen, Episoden lohnen übrigens einen Blick hinein.

Danach wurde es mörderisch. Zumindest für mich, denn ich hatte bereits Wochen vor der Buchmesse zwei Interview-Termine vereinbart. Der eine mit Michael Tsokos, deutschlands wohl bekanntesten Rechtsmediziner und der andere mit Veit Etzold. Unternehmensberater, Thriller-Autor. Die Interviews werde ich alle beide noch verschriftlichen, zumal zumindest letzterer fast ins Wasser gefallen wäre und deswegen kurz gehalten musste. Veit Etzold stand nämlich zunächst im Stau. Es wurde dann aber doch noch ein sehr interessantes Gespräch. Dafür danke ich den Droemer Knaur Verlag und den beiden Autoren. Ich war so nervös.

Ob Michael Tsokos erleichtert war, als wir das Interview beendet hatten?
Veit Etzold und ich.

Hat dann jedoch alles ganz gut geklappt.

Tschechien war das diesjährige Gastland auf der Buchmesse und so bestimmten auch viele Themen die Lesungen und Gersprächsrunden mit tschechischen Autoren, die unsere Nachbarn bewegen. In einer Gesprächsrunde ging es u.a. um die Aufspaltung der damaligen Tschechoslowakei in die zwei Staaten Tschechische Republik und Slowakei und die politischen entwicklungen seit diesen Zeitpunkt.

Erkenntnis, die Spaltung in zwei Staaten war wohl eher dem Gockelverhalten der Politoberen geschuldet als dem Willen des Volkes, welches anders entschieden hätte, hätte man ihn berücksichtigt. Wusste ich so auch noch nicht und lässt sich doch auf viele andere Situationen in unserer Gesellschaft übertragen, oder? Ich werde dabei die Diskussion um den derzeit im Umlauf befindlichen Artikel 13 nicht als beispiel nennen. Ups. 😉

Danach ging es zum traditionellen Bücherforen-Blogger-Booktuber-Bookstagramer-Treffen, was seit einigen Jahren irgendwie immer parallel und am gleichen ort stattfindet. Bei der Messebuchhandlung in Halle 4, hinter den viel zitierten ominösen schwarzen Vorhang. Wir werden dabei jedes Jahr immer mehr Leute. Es ist einfach schön, mit so vielen Menschen das gleiche Interesse zu teilen, fern aller Ansichten und Denkweisen, die uns voneinander unterscheiden.

Nur einen Nachteil gibt es vielleicht. Es findet eben in der Nähe der Messebuchhandlung statt. Mein armes Portemonaie, was die Tage über schon genug zu leiden hatte. Nun ja, Messe ist ja schließlich nur einmal im Jahr (Ja, ich weiß um die Frankfurter Messe, aber auf der war ich bisher noch nicht zugegen und werde es auch dieses Jahr wieder nicht schaffen, dorthin zu fahren.).

Es folgte eine Lesung in China, genauer gesagt mit Stephan Orth, der sein Buch „Couchsurfing in China“ vorstellte, nachdem er zuvor schon den Iran und Russland nach dieser Methode bereist hatte. Nur so viel sei gesagt, genau ein Hund hat diesen Trip wohl nicht überstanden. Wer mehr wissen möchte, muss den Reisebericht lesen. Wurde bereits kurz vor Messebeginn gekauft. Ich freue mich schon darauf, das zu lesen.

Stephan Orth „Couchsurfing in China – Durch die Wohnzimmer der neuen Supermacht“

Danach war Free Flow und ich habe den Messetag ausklingen lassen. So langsam hatten sich nämlich meine Füße bemerkbar gemacht. So viel laufe ich sonst nie am Stück. Zur Signierstunde von Katja Brandis konnte ich mich noch bewegen, ebenso wie zur Kinderbuchlesung von Salah Naoura, der aus seinem Roman „Matti und Sami“ las, und auch, wenn dies ein Kinderbuch ist und ich längst nicht mehr zur Zielgruppe gehöre, Erwachsene wie Kinder haben gleichermaßen und ausgiebig lachen müssen. Ich auch. Sehr witzig war das und wird in jedem Fall irgendwann einmal gelesen werden. Nur, nicht heute. Vorgemerkt ist es jedoch.

Salah Naoura „Matti und Sami“

Der Rest des Tages war Familienzeit. Ist immer schön. In Leipzig kann ich wunderbar beides miteinander verbinden und so habe ich den Abend noch auf einer Geburtstagsfeier verbracht und war am Ende des Tages voller abwechslungsreicher Eindrücke. So soll es ja auch sein, oder?

Fortsetzung folgt…

Der Bericht enthätl unbezahlte Werbung. Fotos gehören dem Bloginhaber und dürfen weder vervielfältigt noch weiter verbreitet werden. Für Verlagscover gilt das Übliche.



Messe-Countdown LBM 2019 #2

Im ersten Beitrag über die Vorbereitungen ging es um Unterkunft und Visitenkarten, die ersten Termin-Absprachen mit Verlagen und Autoren und um das erste Durchsehen des Programms. Mittlerweile sind diese Punkte erledigt und die Technik wird zusammengesucht (Kamera, Video-Cam, Stativ, Akkus usw.), das Zugticket gebucht und ich lese noch die letzten Bücher, um mich auf die Interviews vorzubereiten. Die Ergebnisse davon werdet ihr nach der Messe hier lesen können, doch zuvor habe ich, aus meiner eigenen Messeplanung ein paar interessante Programmpunkte ausgesucht, die ich mir anschauen werde und die sicher auch den Einen oder Anderen von euch interessieren könnte. Natürlich habe ich mir noch mehr Veranstaltungen herausgesucht, aber hier einmal eine kleine Auswahl:

Donnerstag, 21. März 2019

12:00-12:30 Uhr Matrosenruhe – Meine Jahre in Putins Gefängnissen
Lesung und Gespräch mit Wladimir Perewersin über Justizwillkür und Grausamkeit des Strafvollzugs in Russland – ein erschütternder Bericht
Forum Sachbuch, Halle 5, Stand F401/G410 – Ch. Links Verlag

15:30-16:00 Uhr Ferdinand Sauerbruch und die Charite – Operationen gegen Hitler
Lesung und Gespräch mit Christian Hardinghaus über die Neubewertung eines großen Mediziners
Forum Sach- u. Fachbuch, Halle 3, Stand H300 – Europaverlag

17:00-17:30 Uhr Frieden oder Krieg
Lesung und Gespräch mit Fritz Pleitgen und Michael Schischkin, Erklär mir Russland – eine Annäherung
Forum Sachbuch, Halle 3, Stand E201 – Ludwig Verlag

Freitag, 22. März 2019

10:30-11:00 Uhr „Fische, die auf Bäume klettern – ein Kompass für das Abenteuer namens Leben“
Gespräch mit Sebastian Fitzek, der sich existentiellen Fragen: Was zählt das Leben? Wie findet man sein Glück?
ARD Forum, Halle 3, Stand B400 – Droemer Knaur

Samstag, 23. März 2019

10:00-10:30 Uhr Ostwärts – oder wie man mit den Händen Suppe isst, ohne sich nachher umziehen zu müssen
Julia Finkernagel im Gespräch über ihr Buch zur TV-Reihe
MDR, Glashalle, Stand 17 – MDR Kultur und Knesebeck Verlag

16:00-16:30 Uhr Couchsurfing in China. Durch die Wohnzimmer der neuen Supermacht
Stephan Orth im Gespräch über sein neues Buch, und plötzlich wirkt das schwer durchscheinbare China weniger fremd, als man vermutet hätte
MDR, Glashalle, Stand 17 – MDR Kultur und Piper Verlag

Sonntag, 24. März 2019

11:00-11:30 Uhr Ruanda 1994. Vom Umgang mit dem Völkermund
Lesung und Gespräch über den Völkermord in Ruanda vor 25 Jahren, der noch immer von großen Widersprüchen geprägt ist
Forum Sachbuch, Halle 5, Stand F401/G410 – Zu Klampen Verlag

11:30-12:00 Uhr Die Resistance
Lesung und Gespräch mit Ulrich Schneider über den Antfaschistischen Widerstand in Frankreich 1940-1945
Die Bühne, Halle 5, Stand E404 – PapyRossa Verlag

Das sind natürlich nicht alle Programmpunkte der Messe. Ich selbst habe mir vier A4-Zettel vollgeschrieben, mit für mich spannenden Terminen. So kann ich dann nach Lust und Laune entscheiden, was ich mache, ohne mich stundenlang durch das Programmheft zu wühlen. Ihr könnt die Veranstaltungen auf der Messe und in der Stadt hier durchsuchen. Ich empfehle euch außerdem auch mal das Programm des Gastlandes zu sichten. Das ist in diesem Jahr Tschechien.

Viel Spaß dabei.

Messe-Countdown LBM 2019 #1

Dieser Artikel ist schon längst überfällig. Da ich aber gerade arbeitstechnisch voll und ganz ausgelastet bin, komme ich erst jetzt dazu, ihn zu schreiben. Dabei ist die Leipziger Buchmesse, in der uns die Verlage und Autoren ihre derzeitigen und kommenden Werke präsentieren, schon in ein paar Wochen und ich selbst bin seit Ende Dezember des letzten Jahres dabei, mir meine persönlichen Messetage zusammen zu stellen. Ein wenig möchte ich euch, in diesem Beitrag und weiteren, an den Vorbereitungen teilhaben lassen.

Von Kindesbeinen an bin ich praktisch seit ich das Lesen gelernt habe, jedes Jahr auf der Buchmesse in Leipzig gewesen. Klar, ich bin in der Stadt aufgewachsen und jede Schule schleppt ihre Schützlinge mindestens einen Tag dorthin und das behalten die meisten dann auch ihr Leben lang bei. Ausgesetzt habe ich, glaube ich, nur ein oder zwei Mal aus beruflichen Gründen, doch als Blogger ist es praktisch „Pflicht“ zumindest sich auf einer Messe einmal sehen zu lassen. Frankfurt fällt für mich meist weg, da die Messe meist in meine Haupturlaubszeit hineinfällt und die verbringe ich dann doch lieber woanders als im schnöden Frankfurt/Main. Was natürlich nichts gegen die Stadt oder der dortigen Messe heißen soll.

Es sind zudem ganz praktische Erwägungen, die mich zur Leipziger Messe bewegen. Ich spare mir schlicht und einfach die Hotelkosten. Bis jetzt ist zumindest mein Bruder noch nicht auf die Idee gekommen oder ich konnte es erfolgreich verhindern, etwas für mein Aufenthalt zu verlangen. Wehe dir. Nein, Spaß. Außerdem ergibt sich damit die Gelegenheit zwei Familiengeburtstage zu begehen und die ganze Sippschaft zu sehen. Etwas, was mir seit meinem beruflichen Umzug nach Berlin wirklich fehlt.

Und so bereite ich mich jedes Jahr auf die Verlags- und Autorenschau im März vor, wobei das bei mir schon im Dezember beginnt. Zunächst schreibe ich sämtliche Verlage an, die mich interessieren und kann meist schon am Anfang des Jahres die ersten Treffen und Interviews organisieren. Dies bezüglich dürft ihr euch übrigens auf sehr interessante Beiträge gefasst machen, sofern Leipzig nicht wieder im Schnee versinkt.

Ist das geschafft oder zumindest angestoßen, gestalte und bestelle ich Visitenkarten, die ich jedes Jahr ein klein wenig anders designe (Klingt gut, was?) und dann trudeln auch schon die ersten Rezensionsexemplare ein, die ich für die Messe lesen möchte oder muss. Je nachdem, wie man das sieht. dazu kommt dann noch die Akkreditierung bei der Messe und dann wird gewartet.

Auf das Messeprogramm, was auch dieses Jahr wieder ein paar für mich abwechslungsreiche und interessante Programmpunkte bereithalten wird. So viel ist sicher, aber auch davon verrate ich jetzt noch nicht all zu viel. Ein wenig Überraschung muss sein. Nur so viel, es werden wieder vier volle Tage werden, mit Bloggertreffen, Literaturforentreffen, Autoren und Buchvorstellungen, denen ich mittlerweile sehr entgegenfieber. Vorfreude ist doch das schönste.

Ihr könnt mich die gesamte Zeit über auf der Messe, die vom 21.-24. März stattfinden wird, treffen. Es würde mich freuen, auch eure Gesichter einmal kennen zu lernen und wenn nicht auf der Messe, sieht man sich unter Umständen in der Innenstadt, in der Woche davor. Ich reise nämlich schon eine Woche vorher an, um noch ein wenig Zeit für mich zu haben und den einen oder anderen Stadtrundgang zu machen. In den Zoo wollte ich auch mal wieder.

Das Messeprogramm findet ihr übrigens hier. Wer damit nicht zurecht kommt, lade sich die App der Leipziger Buchmesse auf sein Smartphone. Ich selbst nutze sie nicht, da ich mir meine Termine bereits auf Papier notiert und ausgedruckt habe.

Bis dahin. Man sieht und liest sich.

LG Euer findo.

Der Beitrag enthält unbeauftragte und unbezahlte Werbung.

Ulrich Woelk: Der Sommer meiner Mutter

Der Sommer meiner Mutter Book Cover
Der Sommer meiner Mutter Ulrich Woelk Rezensionsexemplar/Roman C.H. Beck Erschienen am: 25.01.2019 Hardci´over Seiten: 189 ISBN: 978-3-406-73449-6

Inhalt:

Sommer 1969. Der elfjährige Tobias fiebert am Standtrand von Köln der ersten Mondlandung entgegen, während sich seine eher konservativen Eltern mit den neuen, politisch engagierten udn flippigen Nachbarn anfreunden. Deren dreizehnjährige Tochter Rosa bringt Tobias nicht nur Popmusik und Literatur bei, und zwischen den Ehepaaren entwickelt sich eine wechselseitige Anziehung. Aber die Liebe geht andere Wege, als vermutet. Und so erleben Tobias und seine Mutter beide eine erotische Initiation… (Klappentext)

Rezension:

Auf je mehr Seiten eine Geschichte erzählt wird, um so größer sind die Chancen, dass das Gesamtbild stimmig ist. Einfach der Tatsache geschuldet, dass ein Autor bei einer umfangreichen Erzählung mehr Zeit und Platz hat, Handlungen und Protagonisten auszugestalten und Tiefe zu geben. Dann gibt es jedoch auch die Autoren, die es schaffen, auf wenigen Seiten viel und gut zu beschreiben, was den einzelnen Figuren passiert und Ulrich Woelk gelang mit „Der Sommer meiner Mutter“ genau dies.

Wir schreiben das Jahr 1969, das Jahr politischer Auf- und Umbrüche. Tobias, gerade erst elf Jahre alt geworden, lebt mit seinen Eltern in einem ländlichen Vorort von Köln und interessiert sich für Raumfahrt, zumal die erste Mondlandung kurz bevorsteht. Das Einzelkind, umsorgt von seinen Eltern, bekommt mit, wie sich diese immer mehr auseinanderleben, seine Mutter versucht für sich eine neue Rolle zu finden, der Vater hält noch an seinem althergebrachten Gesellschaftsbild fest und da kommt es gerade recht, dass im Nachbarhaus eine neue Familie einzieht. Das völlige Gegenteil von Tobias‘ Familie, deren Leben sich nun verändert.

Geschildert werden sanft die vorstädtisch ländliche Idylle, einhergehend mit sesiblen Charrkaterbeschreibungen und einem ziemlich unspektakulären Handlungsverlauf. Es passiert auf diesen wenigen Seiten nicht viel, aber es reicht vollkommen aus, um Tobi und Rosa lieb zu gewinnen und das Umfeld, welches sich aus Kindersicht immer schneller dreht, am Ende den Abgrund entgegen gehen wird, wie ein Schwamm aufzunehmen. Zudem ist nicht nur die Handlung oder das lieb zusammengestellte Protagonistenensemble zu erwähnen, sondern auch die Sprache, die solche tollen Sätze hervorbringt, wie:

Ich möchte nicht, dass du den Mond verlierst.

Ulrich Woelk: Der Sommer meiner Mutter // C.H.Beck Verlag

Das ist doch großartig. Der Autor hat, das merkt man diesen Roman an, auch Philosophie studiert, drängt dies seinen Lesern jedoch überhaupt nicht auf, hat dies fein in diese Geschichte eingewoben. Es geht hier jedoch nicht nur um Sprache, Philosophie oder der ersten Mondlandung selbst. Woelk hat es vielmehr fertig gebracht, so ganz nebenbei den gesellschaftlichen Wandel zu jener Zeit, Emanzipation und Rollenfindung, ja selbst den Coming-of-Age-Teil stimmig unterzubringen. Präzise und glaubwürdig. Auf so wenigen Seiten.

Aus den C.H. Beck Verlag ein Kleinod und kleiner großer Roman, dessen Komponenten so stimmig sind, wie die Teile des Raumfahrtprogrammes der NASA es waren, welche zur Mondlandung führten. Der Autor hat es nicht nur geschafft, seinen beiden Berufen, den des Schriftstellers und des Astrophysikers Respekt zu zollen, sondern eine vielschichtige und lesenswerte Geschichte vorgelegt, die sich zu lesen lohnt.

Autor:

Ulrich Woelk wurde 1960 in Bonn geboren und ist ein deutscher Schriftsteller. Von 1980-1987 an, studierte er physik und Philosophie an der Universität Tübingen. Er arbeitete bis 1995 an der Technischen Universität Berlin, sowie in Göttingen als Astrophysiker. Seinen ersten Roman veröffentlichte er 1990. 1991 promovierte er über Weiße Zwerge in engen Doppelsternsystemen. Seit 1995 lebt Woelk als freier Schriftsteller in Berlin. Er schreibt Theaterstücke, Romane und Hörspiele. Seine Werke wurden mehrfach ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt.

Marc Sumerak: The art of Harry Potter

Autor: Marc Sumerak
Titel: The art of Harry Potter – Das große Harry-Potter-Buch
Seiten: 364
ISBN: 978-3-8332-3581-8
Verlag: Panini

Inhalt:
Nachdem das Kinopublikum erstmals Bekanntschaft mit den Zauberlehrling mit der blitzförmigen Narbe machte, wurden die Harry-Potter-Filme schnell zur beliebtesten Filmreihe der jüngeren Geschichte. Dieses Buch präsentiert eine visuelle Chronik von Arbeiten der beteiligten Künstler und Filmemacher.

Weiterlesen

Kai Meyer: Die Spur der Bücher

u1_978-3-8414-4005-1Autor: Kai Meyer
Titel: Die Spur der Bücher
Seiten: 443
ISBN: 978-3-8414-4005-1
Verlag: Fischer Jugendbuch

Inhalt:
Eine Stadt im Bann der Bücher. Mercy Amberdale ist in Buchläden und Antiquariaten aufgewachsen. Sie kennt den Zauber der Geschichten und besitzt das Talent der Bibliomantik. Für reiche Sammler besorgt sie die kostbarsten Titel, pirscht nachts durch Englands geheime Bibliotheken.

Weiterlesen

Bei 1000 Abonnenten höre ich auf. – Der Buchtoaster

Nick (12) sitzt am Küchentisch und bricht anscheinend beinahe in Tränen aus. Obdachlosigkeit ist das Thema, über das er in die Kamera spricht. Ernster trauriger Blick in Richtung Kameralinse. Später hochgeladen, wird dieses Video mächtig Eindruck machen, in der deutschsprachigen Booktube-Szene, in der Menschen verschiedenen Alters auf Youtube über Bücher sprechen.

Weiterlesen