Der faszinierende Blick auf Landschaften und Rekorde auf unserem Planeten. Bildbände des Kunth-Verlags.

Wer einmal live den Ausblick in einen norwegischen Fjord hinein erlebt oder sich staunend in den Weiten des Grand Canyon verloren hat, vermag das Faszinosum bewegender Naturpanoramen zu verstehen, auch wenn dies mit Worten kaum wiederzugeben ist. Aber auch vor unserer Haustür zeigt sich die Natur mitunter von ihrer schönsten Seite und so kann man auch in Mitteleuropa bewegende Momente genießen, die uns die Zerbrechlichkeit der Naturlandschaften, ihre Veränderlichkeit, aber auch ihren Hang zu erstaunlichen Rekorden vor Augen führen.

Der Kunth-Verlag hat nun zwei neue Werke herausgegeben, die einen Eindruck von der Schönheit der Natur wiedergeben und, was diese zu leisten vermag. Kunth ist bekannt für faszinierende Bildbände im Überformat, in denen man sich verlieren kann, einzelne Fotografien wie Wimmelbilder auf sich wirken lässt, um dann von den folgenden um so beeindruckter zu sein.

Das funktioniert auch hier, mit „Die Farben der Erde – Die faszinierendsten Naturlandschaften unseres Planeten“. Je nachdem, in welcher Situation man gerade ist, wird hier das Fernweh geradezu genährt, im besten Falle gestillt, wenn man sich durch die Auswahl des Materials blättert, welches von verschiedenen Fotografen zur Verfügung gestellt wurde und jeweils nur ein paar Sätze benötigt, nur zur Einordnung, wo man sich auf diesen Bildern eigentlich befindet. Mehr braucht es nicht. Die Fotos, die geografisch und nach den in ihnen dominierenden Farbwerten geordnet sind, sprechen für sich.

Die Komposition lässt keine Wünsche offen, wenn auch klar ist, dass trotz des Umfangs nur eine Auswahl gezeigt wird, man diese zu Ungunsten anderer, vielleicht ebenso faszinierender Panoramen, treffen musste. Die Technik des Panorama-Fotografierens, in der aus zahlreichen Einzelbildern ein großes Gesamtkunstwerk wird, entfaltet in den überformatigen Band ihre volle Wirkung.

Was bei diesem Werk, der vor allem für Reiselustige, Sehnsüchtige, Fotografierende und Naturfreunde, gut ankommen dürfte, genau im richtigen Maß vorhanden ist, trifft auch auf „Terra Maxima – Atlas der Superlative“ zu, der ebenfalls bei Kunth neu erschien. Wenn man sich für menschengemachte und Rekorde der Natur interessiert. Auch dies ist ein Band im Überformat, jedoch schwerer zu händeln, wenn auch beide keine Zu-Bett-Lektüre darstellen oder etwas, was man sich in der Bahn, auf den Weg zur Arbeit, zu Gemüte führt.

Nein, beide Bücher auf einem leeren, gut beleuchteten Tisch ausbreiten, und dann blättern, von nichts anderem stören lassen. Das ist, was man hier machen sollte, mit diesen Coffe-Table-Bänden.

Nur, was in „Die Farben der Erde“ gelungen ist, funktioniert bei „Terra Maxima“ nicht wirklich gut. Zwar bekommt man beim Lesen eine unglaubliche Fülle an Informationen und Fakten, die einem über die Natur und uns Menschen nur staunen lassen können, doch verschwimmt der Text teilweise mit den Fotografien im Hintergrund.

Weiße Schrift etwa, vor hellen Sandfarben oder ebenso klaren Himmelblau eignet sich nur bedingt für augenschonendes Betrachten. Zudem tummeln sich, zumindest in der ersten Auflage Schreibfehler, die hoffentlich vor Druck weiterer, noch gefunden und korrigiert werden, zudem wiederholen sich einige Texte und da bringt es auch nichts, wenn man ein zwei Sätze leicht abgeändert hat. Hier sollte man vielleicht weitere Auflagen abwarten, vielleicht mit einer anderen Schriftart, mit, bei helleren Fotomotiven, anderer Lage der Texte.

Wer rein sich von den Aufzählungen unglaublicher Rekorde begeistern lässt, kommt dennoch auf seine Kosten. Oder, wusstet ihr, dass etwa die Darwin Rindenspinne gigantische Netze von bis zu 2,8 m² erschaffen kann? Nein? Ich vorher auch nicht. Für diese und andere Informationen lohnt sich das dann doch.

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