Monatsrückblick: Februar 2021

„Meine Motivation ist heute winkend an mir vorbeigelaufen.“ Es gibt Tassen und T-Shirts mit diesem Ausspruch. Warum habe ich eigentlich keine? Diesen Monat hätte es gepasst. Den Schwung vom Jahresbeginn konnte ich nicht in den Februar hinein mitnehmen, die sehr stark schwankende Qualität oder eher mein Leseempfinden taten ihr übriges und dazu noch tagelange Kopfschmerzen, die vom ohnehin schon kurzen Monat nocheinmal vier Tage lang Lesezeit wegnahmen. What should we do? Da half es dann auch nicht, die Bloggeraktion des Sachbuchmonats Januar #SachJan21 fortzusetzen, die uns beteiligten BloggerInnen* Spaß gemacht und sehr viele interessante Bücher zur Diskussion gestellt hat, trotzdem möchte ich mich nochmals bei jedem Einzelnen von euch bedanken, für die Teilnahme. Ihr ward toll. Meine Wunschliste ist jetzt wieder etwas länger. Hilft ja nichts. Wiederholung im nächsten Jahr gewünscht?

Ein Sachbuch, welches ich noch im Januar begonnen und dann mit in den neuen Monat genommen hatte, war Volker Reinhardts „Die Macht der Seuchen“, über die Pest im Mittelalter. Nachdem ich schon meinen Nachrichtenkonsum auf das Minimum reduziert habe, für mein Seelenheil, weiß ich nun auch, dass ich keine Bücher zu diesen Themen lesen darf. Sie tun mir einfach im Moment nicht gut, auch wenn die Seuche Pest und nicht Corona heißt. Was habe ich innerlich geflucht, beim Lesen? Nicht über das Fachliche, aber wenn man ständig im Hinterkopf die innere Stimme hört, das Buch doch bitte abzubrechen, sollte man das vielleicht auch tun. Habe ich nicht. Habe es ja angefragt, also dann durchgequält. Sorry an mich.

Vielleicht sollte ich das einmal ändern?

Die Bücher der folgenden Autoren hatten es etwas besser bei mir. Barbara Demicks Buch über die historische Entwicklungen in Tibet anhand von Personen-Biografien war wunderbar zu lesen, wie auch Stephan Orths „Couchsurfing in Saudi-Arabien“. Ich liebe ohnehin solche Berichte als Momentaufnahmen der jeweiligen Situation vor Ort, auch als Anregung, einmal über den eigenen Tellerrand zu schauen und verspüre nun den dringenden Wunsch, ein paar Kamele zu halten. Wer übrigens schauen möchte, wie viel Kamele man für den Freund/die Freundin bekommt, kann das hier tun. Auch, wenn Reisen aktuell nicht möglich sind, wird es zu „Couchsurfing in Saudi-Arabien“ noch etwas auf diesem Blog geben, zusätzlich zur Rezension.

Buchtrailer zu Stephan Orth „Couchsurfing in Saudi-Arabien“ / Piper Verlag.

Ihr dürft gespannt sein.

Die Bücher, die nach sehr guten oder informativen, unterhaltsamen Werken folgen, haben es bei mir eher schwer. Auf den nächsten gelesenen Roman hatte ich mich dennoch gefreut, um so enttäuschter war ich, dass sich dieses „Gesetz der Serie“ bei mir wieder hier bestätigt hat. „Die Kinder hören Pink Floyd“ von Alexander Gorkow haben bei mir einfach keinen Zugang gefunden. Im Gegensatz zu Björn Stephans Roman „Nur vom Weltraum aus ist die Erde blau“, der mich richtig tief hinein in die Geschichte hat eintauchen lassen. Beides sind Coming of Age Romane, beide fußen auf guten Grundideen und haben sympathische Protagonisten. Manchmal sind jedoch der Erzählstil und die Sprache ausschlaggebend. Vielleicht waren bei ersterem aber auch die Kopfschmerzen, ich erwähnte sie, stärker?

Zuletzt sah ich Grün. Hermann J. Roth hatte mich in die vielfältige Welt einer faszinierenden Farbe entführt und mit diesem Werk einen weiteren Grund geliefert, den Dudenverlag mehr Beachtung zu schenken. Wie toll bitte sind Bücher aus diesem Verlag, abgesehen natürlich vom SchülerInnen quälenden Standardwerk? Wenn jetzt noch in der gleichen Machart Bücher zu den Farben Rot, Blau und Gelb erscheinen würden, wäre das großartig. Wobei, gelbe Schrift auf weißen Grund macht sich wahrscheinlich schwierig, oder?

Der Stapel ungelesener Bücher ist währenddessen gewachsen, aber das macht nichts, da ich im nächsten Monat ein paar Tage Urlaub haben werde und da sicher auch das eine oder andere Mal mehr zum Lesen kommen werde. Zudem wird Nico von buchwinkel.de mit dem ComicMärz sicher Anregungen genug bieten. Auch ich weiß schon ungefähr, was mein Beitrag dazu werden könnte. Bis dahin.

Euer findo.

2 Kommentare zu „Monatsrückblick: Februar 2021“

  1. Lieber Findo,
    mir ging es leider ähnlich im Februar. Den Schwung vom Januar konnte ich nicht mitnehmen. Vor allem aber habe ich es nicht geschafft, Rezensionen zu schreiben. Nun ja, es ist, wie es ist.

    Ich quäle mich schon lange nicht mehr durch Bücher hindurch. (Außer evtl, sie sind RezEx.) Lesezeit ist Lebenszeit. Und warum soll ich mich freiwillig ärgern oder langweilen. Ich halte auch nicht viel von dem, was so manche Leser dann sagen, dass der Autor sich ja so Mühe gegeben hat. Du isst ja auch keine versalzene Pizza, nur weil der Koch sich Mühe gegeben hat. Oder du zahlst nicht für eine Reparatur, wenn das Auto oder die Waschmaschine noch kaputt sind.
    Sicher, in seltenen Fällen mag es vorkommen, dass die Geschichte auf den letzten 50 Seiten doch noch toll wird. Aber mich deswegen durch 300 Seiten quälen? Was ist mein Gewinn an der Sache?
    Ich sehe das inzwischen als Dienstleistung. Der Autor stellt seinen Dienst zur Verfügung und wenn mir das nicht gefällt, such ich mir jemand anderen.
    Nachrichten höre ich im Moment auch kaum noch.

    „Grün“ habe ich gerade schon kurz gesehen. Das schaue ich mir gleich mal an.

    Ich wünsche dir einen guten März. In jeder Hinsicht. <3
    Alles Liebe
    Petrissa

    1. Hallo Petrissa,

      ja, schade ist es schon, aber ich hoffe, dass ich im März wieder mehr zum lesen komme. Immerhin habe ich da eine Woche Urlaub mittendrin. Das sollte helfen.
      So ganz gelernt, Bücher abzubrechen, habe ich noch nicht. Da ich relativ fix lese, quäle ich mich nie lange, aber manchmal ist es schon hart.
      Mich tröstet, dass ich meist ein gutes Händchen bei meiner Auswahl habe und nicht viele Totalausfälle. Das hilft schon.
      Schau dir „Grün“ an, ich kann es nur empfehlen.

      Viele Grüße,
      findo

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