Kurzblick: Rom – Reiseführer im Test

Natürlich geht es hier im Blog hauptsächlich um Bücher, aber ab und zu bin ich auch unterwegs. Städtereisen sind meine zweite Leidenschaft. Ich liebe es, Metropolen zu erkunden, Museen und Sehenswürdigkeiten zu besuchen und die Besonderheiten der jeweiligen Stadt, sofern möglich, aufzuspüren. Einmal im Jahr breche ich deshalb aus meinem gewohnten Umfeld aus. Diesmal ging es für mich in die Ewige Stadt. Nach Rom. Nebenbei habe ich für Euch drei Reiseführer getestet.

Vorab zu sagen ist, ich bin Touristiker und damit vorgeschädigt. Das heißt, ich schaue sehr kritisch auf das, was mir die Reiseführer-Verlage vorlegen und nur mit einem Heft oder Büchlein mache ich mich nicht auf den Weg. Stattdessen sind es dieses Mal drei verschiedene gewesen, die ich für meine Planung verwendet habe. Ist ja auch vernünftig.

Erstens hat sich mein Urlaub nicht nur auf die durchschnittlichen drei oder vier Tage beschränkt, ich habe mir neun Tage Rom gegönnt, zweitens sind die Reiseführer allesamt unterschiedlich. Der eine hat mehr Ausflugstipps, was Lokalitäten betrifft, der andere ausführliche Informationen zu Sehenswürdikeiten, während der dritte kurz und knapp schildert, was ist, dafür aber schöne Stadtrundgänge beschreibt und eine übersichtliche und handliche Straßenkarte beinhaltet.

Schon bei der ersten Durchsicht, noch vor der Reise selbst, während der Planung, hat sich gezeigt, dass es richtig ist, mehrgleisig zu „fahren“. Was dabei und in Rom selbst, herausgekommen ist, lest selbst.

Der Klassiker: BAEDEKER Smart – Rom

Titel: BAEDEKER Smart - Rom
Seiten: 223ISBN: 978-3-8297-3346-5
Verlag: Karl Baedeker / Mairdumont
Extras: herausnehmbarer Stadtplan

Wer eine gute Übersicht zu seinem Reiseziel haben möchte, greift zum Baedecker und dies gilt praktisch für sämtliche Destinationen, schließlich hat der verantwortliche Verlag eine lange Geschichte, die bis 1827 zurückreicht. Man hat also viel Erfahrung und weiß, wie man die örtlichen Gegebenheiten jemanden Unkundigen vermittelt. Den Baedecker selbst, gibt es in mehreren Varianten.

Kurz und prägnant als kleines Taschenbuch über das praktisch handliche Ringbuch, was hier vorgestellt wird, bis hin zum ausführlichen Buch, welches in meinen Augen eher geeignet ist, um zu Hause die Reiseplanung zu bewerkstelligen, vor Ort eher ungeeignet ist. Welche Variante man dann tatsächlich zur Hand nimmt, hängt dann wieder vom Reiseziel ab. Von Destination zu Destination unterscheidet sich die Qualität meines Erachtens sehr. Vor Ort, für Rom, genügt die hier vorgestellte Ringbuch-Variante.

Der Reiseführer vereint Überblicksinformationen, sehr schön gegliedert mit kurzen und prägnanten Hinweisen auf bestimmte Ortsteile, so wird zum Beispiel dem Zentrum von Rom oder dem Alten Rom und dem Vatikan jeweils ein Kapitel gewidmet. Innerhalb dieser gibt es eine Art Top 10 Liste an Sehenswürdigkeiten und zu einzelnen Punkten immer eine ausführliche Beschreibung, meist von ca. 2-4 Seiten, bei größeren Sehenswürdigkeiten auch mal mehr.

Erzählt wird etwas zur Geschichte und natürlich, was man dort jeweils genau zu sehen bekommt, wo lang man wie gehen muss. Am Ende der beschriebenen Sehenswürdigkeit ist zusammengefasst, wie man dorthin kommt, Öffnungszeiten, Preise und es gibt Tipps, die man allerdings schon bei der Planung berücksichtigen sollte, also vorab. Das ganze ist sehr übersichtlich, genau so wie der herausnehmbare Stadtplan handlich und durch seine Farbgebung angenehm zu lesen ist. Das Zusammenfalten ist übrigens keine Wissenschaft, geht hier ganz einfach.

Kritikpunkt, einige Preisangaben scheinen nicht mehr zu stimmen, wobei das kaum den Verlag anzulasten sein dürfte. Was kann der denn dafür, wenn für einige Sehenswürdigkeiten nach der Veröffentlichung an der Preisschraube gedreht wird? Zweitens, Straßenbezeichnungen. Sind in Rom wohl eine Sache für sich und sind mir praktisch bei allen Stadtplänen aufgefallen, die ich verwendet hatte. So auch hier.

Mal stimmten Straßennamen nicht mit denen, auf der Karte überein, mal war die Schreibweise falsch, dann gab es Straßen, die habe ich auf keiner Karte gefunden. Auch hier habe ich das Gefühl, dass es eher an der Stadt liegt als an den Informationen im Reiseführer selbst, oder an mir, der sich dadurch auch mal über den Stadtplanrand hinaus verirrt hat. Um einen Gesamtüberblick, auch vor Ort, auf die jeweiligen Sehenswürdigkeiten zu erhalten, ist dieser Reiseführer jedoch nicht wegzudenken.

Der Detailreiche: DK – Vis-a-Vis Rom

Titel: DK Vis-a-Vis Rom
Seiten: 440ISBN: 978-3-7342-0152-3
Verlag: Dorling Kindersley
Extras: Mini-Kochbuch, angehängter Stadtplan

Schwergewicht meiner Reise war tatsächlich dieses Buch. Direkt vor Ort ziemlich unhandlich, bietet der Verlag hiermit jedoch eine ganze Menge an Informationen zu den jeweiligen Sehenswürdigkeiten, säuberlich aufgegliedert nach den Stadtteilen, in denen sie sich befinden. Als ausführliche Ergänzung zum BAEDEKER kann man diesen nutzen, um sich vor der Besichtigung über die Geschichte der jeweiligen Sehenswürdigkeit zu informieren.

Das Mitschleppen durch den Tag empfehle ich dagegen nicht, gleichwohl DK hier sehr gute Rundgänge und Ausstellungsbeschreibungen durch etwa Museen anbietet, erklärt, was zu sehen ist und interessante Stadtrundgänge, von denen man in jedem Falle ein oder zwei austesten sollte. Ich hatte mir Trastevere und den Bernini-Spaziergang herausgesucht und mich beim zweiten heillos verlaufen.

Nun sind in Rom die Sehenswürdigkeiten fußläufig zu erreichen, aber wenn man den ganzen Tag unterwegs ist, schlaucht es dann doch. Anderer Punkt, es ist einfach unhandlich, mit diesen Reiseführer, den man eben nicht mal einfach so in seine Kamera-Tasche quetschen kann, herum zu stromern, ein Restaurant-Tipp wollte ich auch testen, hatte das betroffene Lokal jedoch trotz Beschreibung und Karte nicht finden können.

Die Karte ist übrigens mit den Reiseführer verleimt, hängt also dran und wird dadurch ziemlich unhandlich, wenn man etwa auf einen überfüllten Platz oder noch schlimmer, in der überlasteten U-Bahn Roms damit herumzuhantieren gedenkt. Da hat wieder der BAEDEKER gepunktet, im Gegensatz zum Trastevere-Rundgang des DK-Reiseführers, den ich uneingeschränkt empfehlen kann.

Auch hier stellten sich Differenzen bei den Straßenbezeichnungen im Stadtplan heraus, die mich mehrmals in die Irre führten, auch Unterschiede zur Karte des obigen Reiseführers habe ich bemerkt. Die Farbgebung macht den Plan zudem nicht so schön übersichtlich. Der Plan ist jedoch robust, weil gummiert, was jedoch Markierungen, etwa mit Kugelschreiber zu einer schmierigen Angelegenheit macht. Im Reiseführer selbst stimmten teilweise Preisangaben nicht.

Der Überblickende: National Geographic ROM City-Atlas

Titel: National Geographic ROM City-Atlas
Seiten:44
ISBN: 978-3-9555-9263-9
Verlag: National Geographic Verlag
Extras: Pocket-Format, umklappbare Übersichten

Wer mit kleinen Gepäck reisen möchte, schnell einen Überblick über die im Zielgebiet existierenden Sehenswürdigkeiten, gastronomischen Einrichtungen und Shopping-Möglichkeiten bekommen möchte, ist mit diesem kleinen Buch sehr gut bedient.

Es lässt sich bequem sogar in die Jackentasche stecken und man merkt es ob der geringen Seitenanzahl nicht, es gibt allerdings auch keinen großen Stadtplan, nur viele kleine, aufgeteilt nach den Stadtvierteln. Zu jedem gibt es die Adressen und Lagen der dortigen Lokalitäten und Sehenswürdigkeiten, dort sehr schön eingezeichnet, wer ausführlichere Informationen haben möchte, ist jedoch mit diesem Reiseführer nicht gut bedient.

Man kann damit Routen planen, Haltepunkte oder abhaken, was man an Sehenswürdigkeiten, nun ja, eben angesehen hat. Für mehr ist dieser kleine Überblicksgeber nicht gedacht und wurde deshalb von mir auch kaum verwendet. Schließlich möchte ich noch mehr Infos haben als nur die Standortbeschreibung und einen Satz über die Sehenswürdigkeit.

Diese habe ich dann lieber mit den großen Karten der anderen beiden Reiseführer aufgesucht. Wer aber eh nur ein paar Tage reist, nur mit Handgepäck etwa, kann diesen verwenden, um keine Monster-Bücher mitzuschleppen und so Gewicht zu sparen. Ein richtiger Reiseführer ist dies jedoch in meinen Augen nicht.

Fazit

Wer nach Rom reist, sollte mehrere Reiseführer verwenden, die sich gegenseitig ergänzen. Am besten einem, mit handlichen Stadtplan, der vollkommen herausnehmbar ist und einen guten Überblick über die Stadt bietet und einen anderen, der ausführlichere Informationen und vielleicht den einen oder anderen schönen Stadtrundgang bietet. Den jedoch sollte man im Hotel lassen und dann eher für die Planung des Folgetages verwenden.

Man muss das ja sonst alles durch die Gegend schleppen. Die beiden erstgenannten Reiseführer ergänzten sich gut, hatten beide Fehler im Stadtplan, was ich aber nicht den Verlagen, sondern eher rom selbst anlasten möchte und glichen sich gegenseitig aus.

Den letzt genannten Reiseführer empfehle ich nur denen, die nur mit Handgepäck reisen und Gewicht im Rucksack sparen wollen. Da ist der National Geopgraphic City-Atlas einfach unschlagbar, ansonsten für längere Reisen oder die jenigen, wie mich, die nicht durch Sehenswürdigkeiten durchrennen, sondern sich in aller Ruhe damit beschäftigen möchten, nicht die richtige Wahl.

Ein ausführlicher Reisebericht zu Rom folgt noch und es sei auch gesagt, dass für andere Reiseziele sich eine andere Kombination an Reiseführern als günstiger erweisen kann. Man muss sich vorab darüber klar werden, wie lange man reist, wie intensiv man sich mit Sehenswürdigkeiten etwa auseinandersetzt und wie viel Zeit man für die Planung aufwenden möchte.

Ich habe eine 9-Tagesreise in eine Metropole gemacht, drei Mal so lang wie eine durchschnittliche Städtereise. Sollte ich wieder eine solche oder ähnliche Reise machen, schaue ich mir die Ausgaben von BAEDEKER und DK auf jeden Fall an.

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