Andreas Hock: Generation Kohl

9783742304537-jpg-400x0_q65Autor: Andreas Hock
Titel: Generation Kohl
Seiten: 175
ISBN: 978-3-7423-0453-7
Verlag: riva

Inhalt:
Ob man ihn nun mochte oder nicht: Mit Helmut Kohl, dem am längsten amtierenden Bundeskanzler Deutschlands, verbindet eine ganze Generation die Erinnerung an eine besondere Zeit. Damals konnten wir noch zwischen Gut und Böse unterscheiden und auch ohne Facebook und Tinder entstanden Freundschaften fürs Leben.

Für die meisten Familien war der gemeinsame Samstagabend heilig und der zweiwöchige Adriaurlaub war der Höhepunkt eines jeden Jahres. Es war eine Zeit des Friedens und der Sicherheit. […] (Klappentext)

Autor:
Andreas Hock wurde 1974 in Nürnberg geboren und ist ein deutscher Journalist und Autor. Nach dem Abitur studierte er Rechtswissenschaft und begann neben dem Studium für die Nürnberger Zeitung zu schreiben. 1999 brach er das Studium ab, und begann ein Volontariat bei der Abendzeitung in München und Nürnberg, 2001 arbeitete er für letztere als Redakteur und seit 2002 als stellvertretender Lokalchef.

Im gleichen Jahr wechselte er als Referent für Öffentlichkeitsarbeit zur CSU Nürnberg, später dann zur Presseabteilung der Landesleitung der CSU in München. Seit 2012 schreibt er als Autor Bücher. Hock ist außerdem Pressesprecher der Comödie Fürth. Mit seiner Familie lebt er in Nürnberg.

Rezension:
In den Regalen der Buchhandlungen stehen Werke, bei denen sich unwillkürlich die Frage stellt, warum man sie lesen sollte und welche Berechtigung sie haben.

Bei Tausenden von Neuerscheinungen bleibt es nicht aus, damit konfrontiert zu werden und am Ende des letzten Textabschnitts festzustellen, dass man doch lieber zu einem anderen Buch hätte greifen sollen. So hier, das Buch „Generation Kohl“, von Andreas Hock.

Nun muss ich eines vielleicht vorab sagen, ich zähle mich nicht zur Generation Kohl. Überhaupt, einer Generation eine Plakette überstülpen zu wollen, stößt mir persönlich auf, dazu stehen heutzutage die Türen der Welt einfach viel zu weit offen, werden wir zugleich mit so vielen Ängsten und Gefahren konfrontiert, hat meine Generation mehr Chancen aber auch mehr Probleme, als es z.B. meine Eltern hatten.

Diese Betulichkeit, der Gegensatz zwischen der „guten alten Zeit“ und dem immer schneller werdenden jetzt, und der sich verändernden Zukunft gar nicht zu reden, stellt Andreas Hock in seinem Buch „Generation Kohl“ dar.

Es sind die Tage der Kanzlerschaft des Oberpfälzers Kohl, in der das Kind Andreas Hock aufwächst, als es nur zwei, später drei Fernsehprogramme gab, nicht jeder für alle ständig erreichbar war, die Grenzen zu und in den Urlaub höchstens an die italienische Adria gefahren wurde.

Überschau- und kontrollierbar. Der Autor erinnert sich, zieht Linien und schlussfolgerungen zur heutigen zeit, Vergleiche, die hinken. Früher war irgendwie alles schöner und besser.

Nein, möchte man dem entgegen rufen, wenn auch nicht alles falsch gelaufen ist, so sind völlig unterschiedliche Jahrzehnte, die alleine schon aufgrund technischer Neuerungen sich unterscheiden, einfach nicht vergleichbar. die Herausforderungen heute sind ganz andere als damals.

Dieses Buch möchte alles sein. Geschichtsbuch, Gesellschafts- udn Generationenportrait, was leidlich aber nicht überzeugend genug funktioniert, Zustandsbericht und Autobiografie, was auch nicht klappt. Zu einseitig wirkt es, zu unreflektiert.

Hier hätten ein paar hundert Seiten mehr gut getan, wobei man sich dann fragen müsste, weshalb man die Biografie eines Journalisten lesen sollte. Zumal es sehr gewagt ist, das Leben unter einer 16-jährigen Kanzlerschaft auf weniger als 200 Seiten zu beschreiben.

Funktioniert vielleicht für alle, die diese so erlebt haben, aber nicht für nachfolgende. „Generation Kohl“ ist zwar streckenweise amüsant zu lesen, das reicht jedoch nicht um aus etwas halbes ein funktionierendes Ganzes zu machen. Da hätte ich mir einfach mehr erhofft.

Eines hat der Autor aber bewirkt, nämlich mehr über die Zeit lesen zu wollen. Das mache ich aus geschichtlichen Interesse aber irgendwann sowie so.

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