Philipp Multhaupt: Über die Erhabenheit toter Katzen und das Umwerben trauriger Mädchen

ueberdie700web-426x600Autor: Philipp Multhaupt
Titel: Über die Erhabenheit toter Katzen und das Umwerben trauriger Mädchen
Seiten: 139
ISBN: 978-3-95996-013-7
Verlag: periplaneta

Inhalt:
Jan ist vierzehn-oder-so est gern Detektivromane. Unbeachtet von seinen Eltern streift er mit einer Kamera, die er vom Dachboden seines Onkels gestohlen hat, durch seine kleine Stadt und fotografiert tote Katzen. Nebenbei wünscht er sich eine Schrecklich Traurige Freundin.

Als er eines Mittwochs im Erdkundeunterricht Claudias Blick begegnet, scheint sein Wunsch endlich in Erfüllung zu gehen… (Klappentext)

Autor:
Philipp Multhaupt wurde 1989 in Detmold geboren und studierte nach dem Abitur Literaturwissenschaften an der Universität Tübingen. Als Poetry-Slammer konnte er sich drei Mal hintereinander für die Landesmeisterschaften in Baden-Württemberg qualifizieren und veröffentlichte 2014 eine Kurzgeschichtensammlung.

2016 erschien seine Novelle „Über die Erhabenheit toter Katzen und das Umwerben trauriger Mädchen“, deren Titel für den ungewöhnlichsten Buchtitel 2016 nominiert wurde.

Rezension:

Schöne Romane, Novellen, müssen nicht unbedingt Geschichten enthalten, in denen viel passiert. Manchmal reicht es aus, den Leser einfach in Gedanken versinken und treiben zu lassen. Dies unter Beweis gestellt hat Philipp Multhaupt, dessen Titel so ungewöhnlich, wie die Geschichte gewöhnlich ist.

Abgesehen davon, dass der Protagonist Jan, vierzehn Jahre alt -oder so- sich eine Freundin wünscht, und das ungewöhnliche Hobby pflegt, tote Katzen zu fotografieren, passiert nichts. Nichts von Belang fpr den Leser, aber für Jan natürlich eine ganze Menge.

Denn, Philipp Multhaupt beschreibt auch eine sich langsam zart entwickelnde Liebe, das Herantasten und Beobachten. Vielleicht das große Abenteuer Jugendlicher.

Mit feinfühligen Worten wird der Leser in einem Bann gezogen, in eine Detektivgeschichte, die keine Detektivgeschichte sein will, eine Liebesgeschichte, die keine Liebesgeschichte ist und eine Coming-of-age-Story, dier so alltäglich scheint, dass man sie nach dem Lesen zu vergessen droht.

Macht aber nichts, denn während man in die Novelle eintaucht, Katzen als Symbol für Erhabenheit, fast Gleichgültigkeit gegenüber dem Leben, wird der Leser trotzdem oder gerade deswegen gut unterhalten.

Mehr, nicht weniger, gibt es über diese kleine Geschichte zu sagen. Mehr Worte wären zu viel. Der Schreibstil Multhaupts hält seine Leser trotzdem die ganze Zeit über bei Stange, was für die Einfachheit des fast schon philosophisch klingenden Titels wirklich bemerkenswert ist, beim Eintauchen in die Handlung aber gar nicht so ungewöhnlich.

Die beiden Hauptprotagonisten genügen sich selbst und brauchen doch einander, sind sofort sympathisch, während alle anderen, hier die Erwachsenen, erstaunlich farblos bleiben. Schlüssig, da die Verliebten sich nur füreinander interessieren.

Der Erzählstil vermag zu beruhigen, man triftet ab ohne den Anschluss zu verlieren. Auch eine schriftstellerische Kunst. Am Ende vielleicht die Erkenntnis, dass das Leben weitergeht auch wenn die toten Katzen ihre Erhabenheit verlieren und das Umwerben trauriger Mädchen nicht immer vollendet gelingt.

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