Filmblick: Den Sternen so nah

Regie: Peter Chelsom
Drehbuch: Allan Loeb, Stewart Schill, Richard Barton Lewis
Original-Titel: The Space Between Us
Land: USA
Schauspieler: u.a. Gary Oldman, Asa Butterfield, Britt Robertson
Länge: 120 Minuten
Verleih: Tobis
FSK: 6
IMDb.com

Die Wissenschaftler der NASA und ESA spielen schon seit einigen Jahren mit den Gedanken, einen Menschen zum Mars zu bringen und wieder zurück. Eine Reise, die uns heute noh ein abenteuerliches Gedankenspiel scheint, jedoch schon bald Realität werden könnte. Einen kleinen Schritt weiter und wir sind dabei, den roten Planeten urbar zu machen und zu besiedeln.

Die Technik dafür wird heute schon entwickelt, Autoren beschäftigen sich mit diversen Szenarien (Andy Weir „Der Marsianer“ oder T.C. Boyle „Die Terranauten“) und so ist ein weiterer Film mit einer ähnlichen Thematik nicht verwunderlich, beschreibt er doch den Entdecker-, Forschungsdrang und die Abenteuerlust des Menschen schlechthin.

Hier wird eine Crew in zusammenarbeit der NASA und eines privaten Forschungsunternehmen zu einer dieser ersten Mars-Missionen geschickt, allein, die Kommandantin des Teams ist bzw. wird schwanger und muss auf den Mars entbinden, auf den zuvor schon ein anderes Team diverse Kapseln als Behausungen hinterlassen hat.

Sarah Elliot stirbt dabei und hinterlässt einen Jungen, der fortan unter Wissenschaftlern aufwächst. In einer Blase, einen Käfig aus roten Sand und Gestein. Niemand auf der Erde weiß von seiner existenz, um die Marsmissionen und andere Projekte, v.a. der privaten kooperierenden Forschungsfirma, nicht zu gefährden.

Doch Gardner wächst zunächst ohne Probleme als erster Mensch auf, der auf den Mars geboren wurde, chattet mit einem gleichaltrigen Mädchen, Tulsa, und träumt davon, mit ihr auf der Erde zu leben.

Doch, dies ist ein Problem. Sein Herz und seine Lunge würden den Druck auf der Erde, die Atmosphäre nicht aushalten. Gardner setzt sich jedoch durch.

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Nach einigen medizinischen Tests darf er zur Erde fliegen und versucht Tulsa zu treffen, der er seine Herkunft bislang verschweigen musste. Nicht ahnend, dass trotz der Tests sein Körper nicht bereit ist, für ein Leben auf den blauen Planeten. Die Gefahr bricht sich ihre Bahnen.

Ein interessantes Science-Fiction-Szenario, welches die Frage aufwirft, wie weit Wissenschaft gehen und über unser Leben bestimmen darf und auch sollte, gepackt leider, in eine gerade zum Ende hin übermelodramatische Teenager-Romanze, deren Schwülstigkeit kaum zu überbieten ist.

Alleine der hervorragende Cast vermag den Film zu retten und nicht ins zu sehr Kitschige abgleiten zu lassen. Asa Butterfield („Enders Game“, 2013) scheint wie gebucht für Weltraumfilme und Gary Oldman als Wissenschaftler und Unternehmer zwischen den Stühlen spielt sowie so überragend.

Die Bilder lassen einem in Gedanken schwelgen. Ja, genau so und nicht anders, stellt man sich ein Mars-Leben vor (Wunderbar auf die Schippe genommen, wenn Gardner auf der Erde den gleichnamigen Schokoriegel verputzt.) oder die Schwierigkeiten und wundersamen Erlebnisse neue unbekannte Welten zu entdecken.

Der romantische Anteil ist gerade so an der Grenze zum Erträglichen, die Handlung mit ein wenig Biegen glaubwürdig. Die ethischen Fragen, die der Film aufwirft, sind um so interessanter. Wäre der Film 20 oder 30 Jahre früher gedreht worden, man hätte sich nicht einmal ansatzweise dieses Szenario als Wirklichkeit vorstellen können.

Heute ist die Wissenschaft immerhin so weit, ernsthaft über eine bemannte Mission zum roten Planeten nachdenken, sie vielleicht sogar umsetzen zu können. Und wer weiß, vielleicht leben in ein paar Jahrzehnten dann tatsächlich Menschen, nicht die grünen, auf den roten Planeten. Der nächste große Schritt für die Menschheit.

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