Katja Brandis: Woodwalkers – Gefährliche Freundschaft (2)

60197-7_Brandis_Woodwalkers2.inddAutorin: Katja Brandis
Titel: Woodwalkers – Gefährliche Freundschaft
Seiten: 277
ISBN: 978-3-401-60197-7
Verlag: Arena

Inhalt:
Das neue Schuljahr auf der Clearwater High beginnt. Voller Begeisterung stürzt Carag sich in die ersten Lernexpeditionen mit seinen Freunden. Doch nicht jeder ist glücklich über dieAktivitäten des jungen Puma-Wandlers.

Sein ehemaliger Mentor Andrew Milling hat Rache geschworen und plötzlich fühlt Carag sich auf Schritt und Tritt beobachtet. Ob es auf dem Internat für Gestaltwandler etwa Spione gibt? Als die Lage sich immer mehr zuspitzt, bekommt Carag unerwartet Hilfe von Schneewölfin Tikaani. Aber kann ein Puma wirklich einer Wölfin trauen? (Klappentext)

Einordnung:
Dies ist der zweite Band der Reihe „Woodwalkers“.

Autorin:
Katja Brandis, geb. 1970, studierte Amerikanistik, Anglistik und Germanistik und arbeitete als Journalistin. Sie schreibt seit ihrer Kindheit und hat inzwischen zahlreiche Romane für junge Leser veröffentlicht. Sie lebtmit Mann, Sohn und drei Katzenin der Nähe von München.

Über Katja Brandis

Rezension:
Nach dem Auftakt der Reihe mag der Leser sich fragen, welches Tier er wohl wäre, wenn er sich verwandeln könnte? Carag aber, weiß es nun ganz sicher und darf sich mit seinen Freunden in die ersten Lernexpeditionen stürzen, die den jungen Gestaltwandlern helfen sollen, miteinander und mit den „normalen“ Menschen, ihren Regeln und Gegebenheiten zurecht zu kommen.

Ob dazu die Überwindung von Angst vor lauten Geräuschen gehört oder sich in Geduld und Disziplin zu üben, Carag brennt darauf, sich zu beweisen. Doch, so spannend die ersten Monate an der neuen, für Außenstehende etwas verschrobene, Schule waren, so geht es für den jungen Puma auch weiter.

Und Carag befindet sich bald innerhalb eines gefährlichen Strudels aus Verfolgungsgefühlen und der Angst um seine Nächsten. Als dann auch noch die Tochter seiner Pflegeeltern entführt wird, muss Carag seine Freunde zusammentrommeln. Und bekommt dabei Hilfe von Tikaani. Doch, die gehört eigentlich zu seinen Feinden an der Schule.

Wieder erlebt der Leser eine interessante und spannungsgeladene Geschichte, zumal für die Zielgruppe, die aber auch darüber hinaus wirkt. Und das keineswegs mit Abstrichen, wie man es bei so vielen zweiten Bänden hat.

Nein, hier gewinnt die Handlung an fahrt, die Charaktere sind eingeführt und bekommen noch mehr Tiefe. Beachtenswert, einfaches Schwarz-Weiß-Denken sucht man vergebens.

Mit der Geschichte wird schon den jungen Lesern klargemacht, dass die meisten Menschen (hier Tier-Menschen) sich im Bereich der Grau-Schattierungen bewegen.

Diese Linie wird vom ersten Band an hier konsequent fortgesetzt, was die Protagonisten entweder noch sympathischer (bei den meisten) oder unsympathischer (seltener) werden lässt.

Kurze spannende, flüssig zu lesende Kapitel sorgen für ein schnelles Eintauchen in die Geschichte, gleichsam eines Otters, der ebenfalls dort drinn vorkommt, sowie natürlich Carags Freunde, dem Bison Brandon und dem kleptomanisch veranlagten Rothörnchen Holly.

Neue Charaktere werden eingeführt und auch sonst bekommt die Handlung neue Facetten, alleine durch die beschriebenen Lernexpeditionen. Lernen für’s Leben, nicht nur für die Theorie. Wie gerne würde man sich das für manche unserer realen Schulfächer wünschen?

Ebenfalls ein toll eingesetztes Stilmittel, die Rückblende zu Carags Waldleben, kommt auch hier wieder mit entsprechender Wirkung. Aus der Einführung ist nun der Auftakt geworden, der so in der art hoffentlich auch für künftige Bände eingehalten wird.

Katja Brandis hat es hier geschafft, einen Erwachsenen mit einem Kinderbuch zu fesseln. Mit Phantasie, Tierliebe und einer wirklich neuen Geschichte, von der ich anfangs nicht dachte, dass man Internatsstorys noch wirklich neu erfinden kann.

Zumal mit magischen Elementen. So kann man „Woodwalkers“ nun entgültig als sanften Einstieg in die Phantasie-Literatur betrachten. Nach der Reihe könnte altersgerecht gleich „Harry Potter“ folgen. Vorab, Vergleiche hinken bekanntlich aber für die gedachte Altersgruppe ist es eine ebenso qualitativ gute Reihe.

Und eine aus unserem Lande (wenn auch die Geschichte selbst in Amerika spielt) noch dazu. „Heute bestellt der Berglöwe sich eine gegrillte Zwergmöwe.“ Ich wäre jedoch vollauf zufrieden, mit dem nächten Band.

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