Philippe Blasband: Max und Minnie

max-und-minnie-blasband-philippeAutor: Philippe Blasband
Titel: Max und Minnie
Seiten: 126
ISBN: 3-502-10047-0
Verlag: Fretz & Wasmuth
Übersetzung: Anne Büchel

Inhalt:
LAEOS (Liebe auf ewig ohne Scheidung) schreibt Max an die Wände des Klos in der Schule – ganz klein, denn die Liebe zu seiner Cousine Minnie hat eben erst begonnen und hat den schüchternen dicken Jungen kühn und das rotzige magere Mädchen zugänglich gemacht. Ganz nahe kamen sie dem Glück, wie Max zwanzig Jahre später feststellt… (Klappentext)

Autor:
Philippe Blasband wurde 1964 in Teheran, Iran, geboren und stammt aus einer Familie mit polnisch-jüdischen und iranisch-muslimischen Hintergrund.

Der in Belgien lebende Schriftsteller arbeitet als Autor von Drehbüchern für Filme und Theaterstücke, führte bei diversen selbst Regie. Sein Film „Eine pornografische Beziehung“ wurde im Jahr 2000 bei den Filmfestspielen in Venedig hoch gelobt. Zudem schrieb er mehrere kleine Romane und Erzählungen.

Rezension:
Als der Bruder seiner Mutter stirbt, lernt Max Minnie, eigentlich Emelie, kennen, seine etwa gleichaltrige Cousine, die anders als er in Wohlstand und vor allem in einer großen Villa aufwächst.

Noch mehr aber ist der dickliche und schüchterne Junge beeindruckt, vom aufgebahrten Toten, der dort in einem der Räume liegt. So nahe war er einer Leiche noch nie.

Und Minnie erwischt ihn bei seiner selbst auferlegten Mutprobe, die Leiche zu berühren. Fortan kettet das Geheimnis sie aneinander. Und sie ahnen nicht, wie gut die Nähe des Einen den jeweils Anderen tut.

Philippe Blasband hat eine an sich sehr schöne Idee, der sich entwickelnden Freundschaft, zuerst der Abhängigkeit der Kinder voneinander, die er auch mit sehr schönen und einfühlsamen Worten beschreibt, verfasst.

Die Protagonisten dadurch, werden schnell sympathisch und man lebt, leidet und freut sich für die Beiden. Wenn Minnie die Schockstarre nach dem Tod ihres Vaters etwa, langsam zu üb erwinden beginnt oder Max, sich langsam aus seiner Schulhof-Opferrrolle herauskämpft.

Der Leser spürt beide Figuren, die nicht miteinander und nicht ohne einander können, ahnt die Tragödie, den großen Knall.

Indes er kommt nicht. Tatsächlich wirkt die Geschichte unterbrochen, jedenfalls nicht fertig. Raum wäre da gewesen für mehr geschriebenes Wort. Es ist zwar eine Art Abschluss vorhanden aber der kann mit den Rest des Romans nicht mithalten.

Als hätten Autor und Verlag irgendwann die Geduld miteinander verloren und nur noch einen Abgabetermin einhalten wollen. Enttäuschend, wie man mit den letzten zwanzig Seiten das, was vorher war, zunichte machen kann. So wirkt das Gesamtwerk nur mittelmäßig.

Kann man lesen, an einem Nachmittag sogar. Lange braucht man dafür nicht. Man braucht die Geschichte aber auch nicht unbedingt zu lesen.

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