Maximilian Buddenbohm: Es fehlt mir nicht, am Meer zu sein

978-3-499-62680-7Titel: Es fehlt mir nicht, am Meer zu sein
Autor: Maximilian Buddenbohm
Seiten: 252
ISBN: 978-3-499-62680-7
Verlag: Rowohlt Taschenbuch

Inhalt:
Die Liebhaber seiner Mutter, Rentner, die zu Trinkern werden, alternde Imbissbesitzer, Aussteiger, die es nur bis an die Ostsee schaffen – Maximilian Buddenbohm hat in seiner Jugend in Travemünde eine Menge skurriler, liebenswerter und merkwürdiger Menschen kennengelernt. Über diese Menschen und über die Nöte und Freuden eines Heranwachsenden schreibt er lakonisch, witzig und pointiert. (Klappentext)


Autor:
Maximilian Buddenbohm wurde 1966 in Lübeck geboren und wuchs in Travemünde auf. In Hamburg studierte er Bibliothekswesen und arbeitete als Buchhändler, bevor er Controller bei einer Marktforschungsfirma wurde.

In der Hansestadt ist er zudem friberuflich als Autor und Kolumnist tätigt, betreibt einen Blog, die „Herzdamegeschichten“, wo er über sein Familienleben, Allltagssituationen und Beobachtungen schreibt. Außerdem ist er Mitveranstalter einer Hamburger Lesereihe mit der Herbstlesung „Bonjour Tristesse, du alte Hackfresse“ und der Frühjahrslesung „Tirili“.

Rezension:
„Die Luft riecht kalt und fischig, weil der Sturm der letzten Tage Berge von zerfetztem Tang und Muscheln angespült hat, die jetzt am Ufer verrotten. Die wenigen Touristen, die im Winter hier sind, halten diesen gammeligen Geruch immer für besonders gesund. Touristen sind seltsam.“

In diesem Ton schreibt Maximilian Buddenbohm über seine Kindheit und Jugend im beschaulichen Travemünde, dessen Bild im Sommer von Wochenend- und sonstigen Besuchern bestimmt wird, im Winter durch die graue öde Langweile, eines Ortes, in dem mit der Dämmerung die Bordsteinkanten hochgeklappt werden.

Und zerstört damit jede Illusion eines Urlaubers, wie schön es wäre, dort zu leben, ohne dass man ihm böse sein mag. Ansonsten ist es eine relativ beschauliche Jugend, über die hier geschrieben wurde, ohne große Aufreger aber umgeben von skurillen und zuweilen interessanten. kuriosen Menschen, die es aus irgendeinen Grunde an die Ostsee verschlagen hat.

Es ist die Zeit der Telefonzellen, der großen und wenigen Fernsehsender, einer Jugendliebe am Strand und der vierstelligen Postleitzahlen. Maximilian Buddenbohm schreibt über die Idylle einer Kindheit und der Ödnis einer Jugend in der Provinz, in der das nahe Hamburg zur Projektionsfläche aller Träume wird.

Großartig und kurzweilig beschrieben sind die Erlebnisse, die man entweder am Stück der so zwischendurch lesen kann, da die Kapitel einzeln nicht umfangreich sondern kleine Häppchen sind. Man erkennt das Talent des Schreibers für’s Erzählen, welches sich später erfolgreich in seinem Blog, den „Herzdamegeschichten“ manifestiert hat, der heute zu meinen Lieblingsblögen zählt, die regelmäßig frequentiert werden.

Blog: Herzdamengeschichten

Twitter: Maximilian Buddenbohm

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