Reinhold Messner: Mount Everest – Expeditionen zum Endpunkt

41izgdsrilAutor: Reinhold Messner
Titel: Mount Everest: Expeditionen zum Endpunkt
Seiten: 351
ISBN: 978-3-492-40334-4
Verlag: Malik

Thematik:
„Die besondere Ausstrahlung des Mount Everest gründet viel weniger auf der Tatsache, dass er der höchste Berg der Welt ist. Sie erklärt sich vielmehr aus seiner ereignisreichen Besteigungsgeschichte (aus dem Vorwort).“

Kenntnisreich und provokativ führt Reinhold Messner durch die gesamte Expeditionsgeschichte des Mount Everest, von den ersten Vermessungsexpeditionen vor 150 Jahren bis zu seiner legendären Erstbesteigung. (Klappentext)

Autor:
Der Grenzgänger, Autor und Bergbauer wurde am 17. September 1944 in Südtirol/Italien geboren. Bereits 1949 begann er mit dem Bergsteigen und hat seit 1969 mehr als hundert Reisen in die Gebirge und Wüsten der Erde unternommen.

Dabei gelangen ihm viele Erstbegehungen, die Besteigung aller 14 Achttausender und eine Längsdurchquerung Grönlands. Der Abenteurer unterhält mehrere Bergmuseen, dreht Dokumentarfilme und hält Vorträge in ganz Europa. Er veröffentlichte Artikel für Zeitschriften wie Spiegel, Stern, National Geographic und GEO.

Rezension:
Inzwischen kann man Pauschalreisen in das Dach der Welt buchen und den höchsten Berg besteigen, den Edmund Hillary, dem die Erstbesteigung gelungen ist, zuletzt als größten Müllberg des Planeten bezeichnete. Gut betuchte Touristen können unter Führung von Guides und der Zuhilfenahme von Sherpas in trügerischer Sicherheit Gipfelerfahrung machen.

Als Reinhold Messner den Mount Everest bestieg und viel mehr als es Hillary gelang, war die Situation noch eine andere. Die Gegend beinahe noch menschenleer, Bergpässe, Routen unerforscht, waren die Gefahren größer und viele Situationen unklar.

Kann man den höchsten Berg überhaupt besteigen? Kommt man lebend oben an oder macht der Sauerstoffmangel einem einen Strich durch die Rechnung? Kommt man lebend wieder runter? Was ist mit Lawinen, Eisbrüchen und Abhängen?

Welche Route kann man nehmen, welche nicht? Woran scheiterten vorherige Expeditionen, etwa die des Briten Mallory, der beim Versuch verunglückte und was ist das Ziel? Der Weg dorthin oder doch der Gipfel selbst?

Und so nimmt uns Reinhold Messner mit auf eine Reise durch die Geschichte des Mount Everest, erzählt von der Faszination der Natur des Berges und den Antrieb der verschiedenen Expeditionen. Analysiert, zeigt und erstaunt den Leser durch seine sicht der Dionge.

Er, der so viele Rekorde hält, ging es nie um solche, sondern alleine um die Auseinandersetzung mit den Extremen. So wäre er auch über einen gescheiterten Versuch der Besteigung nicht unglücklich gewesen.

Er würdigt seine Vorgänger, in dem er sie nicht in Vergessenheit geraten lässt und beschreibt die Vorbereitungen und die Durchführung der Expedition, bei der es ihm als Erster gelingen sollte, den Everest ohne künstlichen Sauerstoff zu besteigen.

Zuletzt nimmt er die heutigen Entwicklungen kritisch unter die Lupe und zeigt, welche Folgen es haben kann, den Everest zu einem Pauschalreiseziel für jedermann zu degradieren. Todesfälle derer, die die raue Wirklichkeit der Bergwelt unter- und sich selbst falsch einschätzen, gibt es am Dach der Welt jedes Jahr.

Ein wunderbares Buch über das Auseinandersetzen mit sich selbst, mit der Natur des Berges und einer bewegenden Geschichte.

Natürlich ist an Reinhold Messner nicht gerade ein Schriftsteller verloren gegangen und zum Teil trägt er selbst zu der Hysterie bei, die er verurteilt aber nichts destotrotz, vermag er einem in den Bann zu ziehen.

Vertieft wird die Thematik durch viele historische und Fotos seiner Expedition zum Mount Everest, eine Zeittafel der Ereignisse am Berg und einer Routen-Beschreibung aller Everest-Besteigungen nebst Karte im Fototeil. Für Weltenwanderer, Abenteuerer und Berg-Fans ein unbedingtes Muss.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.