Follow to Read: George Orwell – 1984

Heute mal ein Follow-to-read, wie ich es im Bücherforum buechertreff.de gepostet habe. Denn ein Buch, was Überwachung und totalitäre Systeme zum Thema hat, sollte man vielleicht etwas genauer lesen. Da finde ich eine einfache Rezension nicht so passend. Darum hier, meine Leseeindrücke.
5. August – Start
1984 von George Orwell
1984 von George Orwell
Autor: George Orwell
Titel: 1984
Seiten: 393
ISBN: 978-3-453-16421-5
Verlag: Heyne

Autor:
George Orwell wurde 1903 in Mothari/Bengalen als Sohn eines britischen Kolonialbeamten geboren. Er besuchte privatschulen in England, diente in der burmesischen Imperial Police, arbeitete danach als Lehrer und Buchhandelsgehilfe.

Im Spanischen Bürgerkrieg kämpfte er auf republikanischer Seite. Neben seinen Welterfolgen „1984“ und „Farm der Tiere“ ist er durch zahlreiche politische wie literarische Essays und Kolumnen bekannt geworden. Er starb 1980 in London.

Inhalt:
Der Staat ist alles, der einzelne Bürger nichts. Wir schreiben das Jahr 1984. Es könnte aber auch jede andere Zeit sein. George Orwells Jahrhundertroman in einer einzigartigen Sonderausgabe. (Klappentext)

Gliederung der Ausgabe:
– Vorwort von Thomas M. Disch
– Roman „1984“
– Die Grundlagen des Neusprechs (Ausdrucksmittel, sprachliche Eigenheiten und Begrifflichkeiten des Romans)
– Über George Orwell (Biografisches)

Es gibt einige Versionen, im Buchladen kam ich auf insgesamt vier dieses Romans. Mir war es wichtig, eine kommentierte Ausgabe zu nehmen. Natürlich kann der Roman sicher gut für sich alleine stehen.

Mir ist es aber wichtig, eine kommentierte Ausgabe zu besitzen, in der eine historische Einordnung zu finden ist, noch mehr Informationen über den Autor zu lesen sind (daher oben nur ganz knapp die Biografie, da kommt noch was) und geg. eine sprachliche Einordnung, Glossar von Begrifflichkeiten.

Ist alles nicht unbedingt notwendig, weiß ich auch, aber schön, wenn man’s hat. Das ist mit dieser Ausgabe schon mal gegeben und für mich mit einem Mehrwert an Informationsgewinn verbunden.

Heute soll es losgehen mit dem Vorwort und dem ersten Abschnitt des Romans.

6. August

Etwas verspätet nun der erste Eindruck. Es sind übrigens schon 113 Seiten gelesen.

Zuerst das Vorowrt von Thomas Disch und ich habe bewusst noch keine Ahnung, wer das eigentlich ist. Sein Text sollte wohl eine Art Einführung darstellen, ordnet George Orwells Werk ein wenig in die Geschichte ein, die als Vorlage diente. Insbesondere hier das 1945 aufgelöste totalitäre NS-System und die sich in Europa festsitzende Sowjetunion Stalins.

Vorbild für den schauderhaft beginnenden Science-Fiction-Roman, den Orwell, nur drei Jahre nach Kriegsende schrieb. Doch Disch’s Einordnung geht mir ein wenig zu weit, verrät es etwas mehr als notwenidg ist von der Geschichte. Ich sollte mir abgewöhnen, die Vorworte zuerst und sie stattdessen hinterher zu lesen. Ist für das Lesen vielleicht angenehmer.

Die Geschichte ist in Teilen gegliedert und Teil 1 beginnt mitten im Geschehen des Romans. Eine sanfte Einführung der Protagonisten sieht anders aus, passt hier vielleicht auch nicht wirklich hin, ist doch das Szenario beherrschend und erschreckend genug, dass man sich nur darauf konzentrieren kann.

Auch, wenn der Schreibstil etwas schwierig ist (d.h. man kann !1984″ nicht ohne Konzentration lesen). Das ist kein Buch zum „nebenher“ lesen und schon gar nicht, wenn man eigentlich noch x andere Dinge im Kopf hat. Oder aber, es liegt an mir? Keine Ahnung. Jedenfalls brauche ich so 60 Seiten, um in die Geschichte hineinzukommen.

Ich lese „1984“ übrigens noch mit den Blick, was vielleicht hätte passieren können, hätten NS- oder Sowjetsystem überlebt.

Allerdings merke ich, wie ich zum Buch einen Ausgleich brauche. Auf meinen neuen E-Book-Reader habe ich mir schon ein Kapitel „Dracula“ zu Gemüte geführt.

Ich bin zwar jetzt endlich drin in der Geschichte aber der Funke, der eigentlich überspringen sollte, fehlt noch. Ich glaube, ich werde krank. Das passiert mir sonst nicht.
8. August
Trotz des Themas kommt es bei mir derzeit nicht über drei Sterne hinaus und ich bin bei etwas über die Hälfte. Im Oberstufensystem würde ich wohl sagen, 9 Punkte. Mir fehlte bereits eine etwas prägsamere Figureneinführung.
Übergänge sind mir teilweise zu sprunghaft, so dass ich bereits mehrmals bereits begonnene Kapitel neu anfangen musste, um sicherzugehen, nichts überlesen zu haben und dann wechseln sich sehr gut ausführliche Stellen mit oberflächlichen einfach zu schnell ab.
Bei den letzten Seiten, Liebesgeschichte, musste ich auch schon die Augen rollen. Es ist kein schlechtes Buch, sondern an sich thematisch sehr interessant aber mir fehlt der überspringende Funke.
11. August
Nun habe ich auch „1984“ von George Orwell gelesen, mein Urteil fällt aber leider nicht ganz so positiv aus. Natürlich ist es ein erschreckendes Szenario, was Orwell hier beschreibt und sicherlich für damalige Verhätlnisse revolutionäres Gedankengut, zumal, wenn man beachtet, was heute technisch schon möglich ist.
Angefangen bei so lückenlos überwachten Städten wie London oder solchen Regimen wie sie in Russland, China, in der Türkei oder den USA herrschen (Ja, ich nenne bewusst auch die USA.). Dabei ist es tröstlich, dass bis jetzt jedes Staatensystem einen Aufstieg, eine Hochphase aber im Laufe der Geschichte auch Abstiege und Zerfall kennt.

Dauert bei dem einen oder anderen halt länger. Für die Geschichte gebe ich dann auch gut und gerne drei Sterne. Leider hat mir aber der Schreib- und Erzählstil Orwells gar nicht gefallen.

Die Handlung springt mir zu sehr, an manchen Stellen ging mir das einfach zu schnell und an wieder anderen war die Geschichte zäh wie Kaugummi. An, meines Erachtens, falschen Stellen gab es Auslassungen, die kontraroduktiv waren und überhaupt habe ich ca. 100 Seiten gebraucht, um in das Buch hinein zu kommen.

Bei knapp 400 Seiten, wovon man bei meiner Ausgabe auch noch Vor- und Nachwort abziehen muss, einfach zu viel des Guten. Übrigens, wer meine Ausgabe hat, spare sich bitte Vor- und Nachwort oder lese beides zuletzt. Abgesehen vom Thema, was seine Berechtigung natürlich hat und über das man diskutieren sollte, ist mir George Orwells „1984“ trotzdem zu sehr gehypt.

Ausschließliche Lobeshymnen kann ich hier nicht nachvollziehen.

In Sterne ausgedrückt, wären es wohl 3 von 5.

Und jetzt bitte nicht auf mich einschlagen. Drei Sterne sind trotzdem eine gute Bewertung.

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