Christian Hanne: Wenn’s ein Junge wird, nennen wir ihn Judith

9783937088211-198x300Autor: Christian Hanne
Titel: Wenn’s ein Junge wird, nennen wir ihn Judith
Seiten: 125
ISBN: 978-3-037088-21-1
Verlag: seitenstraßenverlag

Inhalt:
Ein Paar will ein Kind. Noch bevor es da ist, bringt es alles durcheinander. Sollte ein moderner mann einen Schwangerschaftstest machen? Ist Sex das beste mittel, um Wehen auszulösen? Darf der Mann während der Entbindung essen? Müssen sich Eltern über die Geschenke für das Baby freuen?

Christian Hanne, Autor des erfolgreichen Blogs „Familienbetrieb“ schreibt darüber, wie ein Kind eine moderne, gleichberechtigte Partnerschaft auf die Probe stellt. Sein Blick für die Absurditäten des Alltags, gepaart mit einer guten Portion Selbstironie, garantiert besten Lesespaß. (Klappentext)

Autor:
Christian Hanne, Jahrgang 1975, ist im Westerwald aufgewachsen und hat als Kind zu viel Ephraim Kishon gelesen und zu viel „Nackte Kanone“ geschaut. Inzwischen lebt ermit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin-Moabit. Auf seinem Blog „Familienbetrieb“, auf Twitter und Facebook schreibt er über den ganz normalen Alltagswahnsinn. Kulinarisch pflegt er eine obsessive Leidenschaft für Käsekuchen. Sogar mit Rosinen. Ansonsten ist er mental einigermaßen stabil. (Verlagstext)

Rezension:
Die Welt ist keine Scheibe sondern ein Käsekuchen, die Freundin bekommt das erste gemeinsame Kind und nicht nur Christian Hanne selbst verfällt den ganz normal auf sich zurollenden Alltags- und Familienwahnsinn.

Der erfolgreiche Blogger und passionierter Familientweets-Sammler berichtet auf humorige Art und Weise vom Kinderwunsch bis hin zum Einrichtungskauf für das künftige Erstgeborene, welches die Familienkasse auf die Probe stellt.

Und dabei ist es noch nicht einmal geboren. Teilnehmer eines Geburtsvorbereitungskurses, der an Zweifelhaftigkeit kaum zu überbieten ist, werden ebenso in den Wahnsinn getrieben, wie der Autor selbst durch nächtlich und täglich sehr, sagen wir mal, aktive Nachbarn.

Auch sonst ist alles im grünen Bereich. Schließlich wächst mit dem Bauch der Freundin die Vorfreude auf das Kind, welches kaum geboren, eine Lawinenwelle schräger und nervender Verwandtenbesuche auslöst.

Und das war’s auch schon. Mehr als kurzweilige Unterhaltung um den Kopf frei zu kriegen, ein wenig zum Schmunzeln und immer wieder Lachen, ist nicht drin aber das muss es auch nicht. Christian Hanne nimmt die Herausforderungen des Elternwerdens mit einem Augenzwinkern auf die Schippe und man mag sich die eigenen Erzeuger vorstellen bei der Qual der Namenswahl und unter Babygeschenken ertrinkend.

Erschienen ist das alles zwischen zwei Buchdeckeln im kleinen aber feinen seitenstraßenverlag Berlin, Lokalprojekte soll man ja fördern, und damit an genau der richtigen Stelle.

Leser des Blogs und auch sonst kommen voll auf ihre Kosten, man muss aber auch schon Fan seiner Texte sein (oder wird es dadurch), warum sonst sollte man solch einen Bericht lesen. Schließlich könnte jeder werdende Familienvater wohl ähnliches schreiben. Anders wäre ich wohl auch nicht auf die Idee gekommen, zu diesem Büchlein zu greifen.

Trotzdem macht sich das Buch sehr gut, wenn man vorher schwere Lektüre gelesen hat. Weniger als 130 Seiten sind sehr leicht und bestens geeignet um den Kopf frei zu bekommen. und wenn man dabei noch Lächeln kann, dann ist es um so besser.

Kurze Kapitel und die witzigen Tagträume und Gedankengänge des Teilzeit-Philosophen und Käsekuchen-Liebhabers Hanne lassen die Seiten nur so hinweg fliegen.

Am Ende ist man weder schlauer noch wahrscheinlich im Elternwerden geübter, im Kühlschrank aber um einige Käsekuchen reicher und sicherlich guter Laune. Wenn das ein Buch erreicht, ist es doch schon mal nicht schlecht, oder?

Christian Hannes Blog: „Familienbetrieb“ familienbetrieb.info/

Jeden Freitag werden dort skurille Familientweets ausgewertet, unbedingt lesenswert. Beispiel hier: familienbetrieb.info/familien-tweets-der-woche-118/

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