Leipziger Buchmesse 2018 – Donnerstag

Die ersten beiden Messetage sind, zumindest in Leipzig, die entspanndesten. Allerhöchstens Fachbesucher und Schulklassen bevölkern die Messehallen, und wer sich von der Arbeit freinehmen konnte, ansonsten stößt das Gros der Besucher erst am Wochenende hinzu. Dem entsprechend waren die Hallen vergleichsweise leer und man konnte entspannt von Stand zu Stand gehen.

Es mag aber auch schon am Donnerstag am Wetter gelegen haben, wenn auch erst am Samstag der Schnee richtig zuschlug. Nichts gegen Frau Holle, aber doch bitte nicht im März. Extra früh los, habe ich es aber pünktlich auf die Messe geschafft. Die Leipziger Verkehrsbetriebe haben alles Fahrbare für die Besucher eingesetzt, so dass der Betrieb zunächst funktionierte und alle Interessierten zur Messe strömen konnten.

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Der gemeine Besucher musste sich zu den Taschenkontrollen begeben, kam dort schnell durch, die Presse (und die Blogger) durch das Pressezentrum, was ebenfalls sehr schnell ging. Tasche und Jacke zur Garderobe gegeben, und los ging’s.

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Die Treppe des einen Aufgangs mit Buchmesselogo auf roten Hintergrund.

Ich hatte bereits betont, dass mein zusammengestelltes Programm vorwiegend aus politischen oder geschichtlich thematisierten Punkten bestand, und so war die erste Lesung auch „Die amerikanische Enkelin“, eine Romanlesung, des Schweizer Kolchis-Verlages, danach referierte Norbert Gstrein über „Die kommenden Jahre“, ebenso ein Programmpunkt, den ich mir notiert hatte.

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Autorin: Inaam Katschatschi
Übersetzer: Hartmut Fähndrich
Seiten: 274
ISBN: 978-3-9524800-0-7
Verlag: Kolchis

Eines der Highlights war der Besuch von Asne Seierstad, die für ihren journalistischen Roman „Einer von uns„, mit dem Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet wurde, worauf das Werk in der Messebuchhandlung mehrere Tage vergriffen war. So etwas habe ich noch nie erlebt, dass Buch aber letztendlich (am Samstag erst) am Verlagsstand erwerben können. Glück gehabt, denn Thematik und Art der Verarbeitung der Ereignisse in Oslo 2011 interessieren mich dann doch.

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Asne Seierstad auf der Bühne des ARD-Forums.

Direkt danach wurden durch PEN-Autoren Texte inhaftierter Kollegen vorgelesen, die kritisch auf die Zustände in den jeweiligen Ländern aufmerksam machen, deren Arbeit jedoch ihnen zum Verhängnis wurde. Tausende Schriftsteller und Journalisten befinden sich weltweit in Haft, so dass man nicht umhin kommt, deren Arbeit entsprechend zu würdigen.

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Autoren lesen Texte inhaftierter Schriftsteller vor. 
Die diesjährige Buchmesse war durch und durch politisch.

Dies ist gelungen und war für mich zudem Bestandteil meiner Vorbereitungen auf das Kommende, danach sollte ich nämlich den Schriftsteller Dogan Akhanli interviewen, der 2017 aufgrund eines Interpol-Haftbefehls (angestrebt durch die Türkei) festgehalten wurde, und dessen Schicksal wochenlang die Medien Deutschlands bewegte.

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Neben Dogan Akhanli, der viel Glück hatte, gibt es andere Schriftsteller und Journalisten, denen dieses nicht vergönnt ist. Die Leipziger Buchmesse machte u.a. mit der Beklebung einer der Aufgänge darauf aufmerksam. Hier, auf das Schicksal von Gui Minhai.

Ein hoch interessanter, sehr optimistischer und lebensfroher, aber auch kritischer und genauer Mensch. Das spannende Interview stelle ich so schnell wie möglich zur Verfügung.

Danach fragte sich der C.H.Beck-Verlag „1968 – Was steckt hinter der Revolte?“, hier bin ich aber schnell ausgestiegen, denn diese Diskussion, der natürlich ein Sachbuch zugrunde lag, wurde sehr schnell sehr philosophisch, etwas, was ich nach einem sehr vollen Tag kaum mehr aufnehmen konnte.

Zudem brauchte ich noch meinen letzten Rest an Konzentration, da ich die Erotik-Autorin Divina Michaelis interviewen wollte. Sie schreibt ein Genre, was bei mir im Leseverhalten so gut wie nicht vorkommt, um so spannender und witziger wurde das Gespräch, und ich freue mich schon auf die Aufbereitung dessen.

Wen es interessiert, kann gerne mal vorbei schauen, sobald ich es online gestellt habe. Hier geht es vor allem um das Schreiben selbst, Self-Publishing im besten Sinne und dem Finden von Geschichten.

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Die Glashalle des Messegeländes der Leipziger Neuen Messe.

Den Tag selbst ließ ich dann aber gemütlich ausklingen, im „Pinguin“, der besten Eisdiele der Stadt, die auch sehr gutes warmes Essen zu bieten hat, mit meinen Freunden vom Literaturforum buechertreff.de, zumal in Vorfreude auf die kommenden Tage, die ebenso spannend und abwechslungsreich werden sollten.

Euer findo.

Fortsetzung folgt…

 

 

 

 

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