Frau Freitag: Für mich ist auch die 6. Stunde

9783864930423_coverAutorin: Frau Freitag
Titel: Für mich ist auch die 6. Stunde – Überleben unter Schülern
Seiten: 285
ISBN: 978-3-86493-042-3
Verlag: ullstein

Inhalt:
Mit Problemen im Unterrichtsalltag kennt Frau Freitag sich aus, unterrichtet sie doch seit über fünfzehn Jahren an Brenntpunktschulen. Ihre eigene Ausbildung wird sie nie vergessen, diese Mischung aus Panik, mangelnden Selbstvertrauen und liebevoll chaotischen Schülern, die das Unterrichten unmöglich machte.

Was nicht hilft: die Theorien der Pädagogikpäpste, die seit Jahren keine Schule von innen gesehen haben. Frau Freitags Kultbestseller sind schon längst Lehrmaterial. Jetzt hat sie den unterhaltsamsten Ratgeber geschrieben, den sie selbst gerne gehabt hätte – und verrät Tipps und Tricks, wie Lehrer, Schüler und Eltern, die Schulzeit überleben. (Klappentext)

Autorin:
Frau Freitag ist das Pseudonym einer deutschen Lehrerin, Bloggerin und Buch-Autorin, die 2009 anfing zu bloggen. Teile davon erschienen 2011 erstmals in Buchform.

Die satirische Beleuchtung des Lehreralltags schaffte es auf die Bestsellerlisten, zudem veröffentlichte die Autorin auch Kriminalromane. 2016 veröffentlichte sie einen humorvoll gemeinten Ratgeber für angehende Lehrkräfte.

Rezension:
Es gibt Bücher, die man nicht einzuordnen weiß. Irgendwie Ratgeber, aber auch Erfahrungsbericht, Kritik am System oder Alltag-von-der-Seele-Schreiberei, ein wenig von allem, auf jeder einzelnen Seite.

Das kann ganz amüsant werden, oder auf Trash-TV-Niveau herabsinken. Auch das geht bei Büchern. Gott sei Dank gehört: „Für mich ist auch die 6. Stunde“, zu den Werken der letzteren Kategorie.

Die Bücher von Frau Freitag sind gespickt voller Humor und lassen den einen oder anderen leidgeprüften Pädagogen sicherlich mit einem Schmunzeln den Alltag der Lehrerin einer Berliner Schule nachempfinden. Sie unterrichtet neudeutsch Problemklassen und kämpft sich durch.

Zwichen Lehrplan, verpeilten Kollegen und kuriosen Schüler-Typen.

Irgendetwas ist immer. Und so liest sich auch der humorvoll gemeinte „Ratgeber“ eben nicht wie das Theoriestück von Wunschvorstellungen, sondern tatsächlich so, als würde es umsetzbar sein. Kann ich nicht beurteilen, da selbst kein Lehrer, aber einige der Tipps, die die Lehrerin für Berufseinsteiger hat, erscheinen ganz sinnvoll.

Immer eingeführt durch fiktive oder tatsächlich stattgefundene dargelegte Situationen, wer weiß das schon, stellt sie ihre Methoden dar und wie diese im Idealfall wirken können, gibt jedoch selbst zu, sich selbst nicht für die perfekte Lehrerin zu halten.

Selbstkritik, Ironie und Spaß an ihren Beruf merkt man aber in jeder Zeile. In kurzweiligen Kapiteln führt sie den Leser, Zielgruppe sind hier wirklich angehende Lehrer, durch den Schulalltag, von der Organisation des Unterrichts in der Klasse, bis zur Gestaltung des Schuljahres oder der Annahme von ganz besonderen Härtefall-Schülern.

Keiner ist unfehlbar, weder Eltern, Schüler, noch Lehrer. Die jedoch haben einen vielschichtigeren und anstrengenderen Job als es oft ersichtlich ist.

Vielleicht sollten wir auf so manche Berufsgruppen mit einem ähnlichen Auge schauen, wie Frau Freitag auf ihren und andere für ihre oft unbeachtete Leistungen Tribut zollen. Dann würde einiges richtig gemacht werden. Für Referendare hilft am Anfang vielleicht schon dieses Buch.

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